Vulcano: Erhöhte Erdbebentätigkeit im Juni

Weitere Erdbeben im Bereich von Vulcano

In den letzten Tagen gab es wieder einige schwache Erdbeben im Bereich der Liparischen Insel Vulcano. Wie man auf der Shakemap des INGVs einsehen kann, ereigneten sich 5 Erschütterungen. Das stärkste Beben brachte es auf Mb 1,2 und hatte ein Hypozentrum in 16 Kilometern Tiefe. Es könnte von aufsteigenden magmatischen Fluiden verursacht worden sein, die in die Erdkruste eingedrungen sind. Dieses Beben manifestierte sich vor der Ostküste von Vulcano. Westlich ereigneten sich 4 schwache Beben mit Magnituden zwischen 1,1 und 0,9. Drei der Beben hatten Erdbebenherde in weniger als 10 Kilometern Tiefe, die anderen beiden lagen darunter. Im Monatsbulletin für den Mai wurde darüber berichtet, dass die Seismizität generell etwas zugenommen hatte. Dieser Trend hält offenbar an. Unklar bleibt, wie es sich mit den zu Letzt deutlich gestiegenen Fumarolentemperaturen am Kraterrand verhält, denn ein Wochenbulletin gibt es immer noch nicht.

Ähnlich verhält es sich mit Informationen zum Ätna, den man an klaren Tagen vom Kraterrand auf Vulcano aus sehen kann. Hier setzte am Freitag letzter Woche eine schwache Aktivität an der Voragine ein, die aus Lavaspattering und schwachen strombolianischen Eruptionen besteht. Das INGV brachte nur eine kurze Notiz, in der die Aktivität bestätigt wird. Es geht aber nicht auf Details ein. Irgendwie scheint man dort schon im Urlaubsmodus zu sein oder leidet unter Personalmangel, um eine vernünftige Kommunikation aufrecht zu erhalten. Aber zum Glück gibt es ja die Bergführer, die den Krater regelmäßig besteigen und neue Aufnahmen des Geschehens mitbringen. Auf einem Video von gestern (das ich hier leider nicht einbetten kann) ist zu erkennen, dass sich die Eruptionsstelle weiter ausgedehnt hat und mehrere Stellen entlang eines kurzen Risses aktiv sind. Der Druck des Spatterings ist so stark, dass der Boden entlang des Risses zu Atmen scheint und sich auf und ab bewegt. Tremor und Seismizität sind relativ unauffällig.

Vom Ätna springe ich in meinem heutigen Update zu den Vulkanen Siziliens wieder zurück zu den Liparischen Inseln, wo sich neben dem Vulcano der aktivere Inselvulkan Stromboli befindet. Er ist weiterhin strombolianisch aktiv. Laut unseres Vereinsmitglieds Wolfgang Künker, der den Stromboli via Livecam beobachtete, entstand vor 2 Tagen vermutlich ein neuer Förderschlot im nordöstlichen Kratersektor, aus dem der Vulkan seine Eruptionen abfeuerte. Möglicherweise gab es diesen Schlot schon früher, trat aber in den letzten Wochen nicht eruptiv in Erscheinung. Das LGS bescheinigt dem Vulkan einen hohen Aktivitätsindex: Insbesondere die Anzahl von thermischen Durchgängen ist sehr hoch und lag gestern bei 604 Ereignissen. Einige der Explosionen erzeugten einen hohen akustischen Druck von mehr als 2 Bar. Die Anzahl der VLP-Erbeben war ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

Vulcano: Anstieg der Fumarolentemperatur am Kraterrand

Liparischer Inselvulkan Vulcano wurde heißer – Hoher Kohlendioxidausstoß am Kraterrand

Vulcano ist der Namensgeber aller Feuerberge und befindet sich nördlich von Sizilien. Er ist neben dem Stromboli der zweite Inselvulkan des Liparischen Archipels, der als aktiver Vulkan betrachtet wird. Doch lange Zeit glaubte man nicht mehr an einen Ausbruch des Vulkans, doch dieser Glaube wurde im Jahr 2021 erschüttert, als Vulcano Anzeichen des Erwachens zeigte. Zeitgleich zur Coronapandemie kam es zu einer vulkanisch bedingten Krise, in deren Folge der Tourismus der Insel völlig zusammenklappte. Erst im letzten Frühsommer wurde Entwarnung gegeben, doch so richtig hat sich der Tourismus seitdem nicht erholt. Jetzt könnte es zu einem neuen Dämpfer kommen, denn es gibt erste Signale, dass es mit der Entspannung der Situation bald wieder vorbei sein könnte.

Signifikante Erhöhung der Gastemperatur einiger Fumarolen

Im Monatsbulletin für den Mai berichten die INGV-Forscher von einer signifikanten Zunahme der Gastemperaturen einiger Fumarolen am nördlichen Kraterrand. Sie wurden um bis zu 80 Grad heißer, was in der Tat ein großer Sprung ist. Die Temperatur der bislang heißesten Fumarole F5 (Kurve T3) stieg dabei nur leicht von 322 auf 328 Grad. Die heißeste Fumarole ist mit einer Temperatur von 329 Grad nun die F5AT (Kurve T1). Zuvor lag die Temperatur hier bei 270 Grad. Den stärksten Temperaturanstieg erlebte die Fumarole F5AT2, deren Temperatur allerdings noch unter 300 Grad liegt. Der Temperaturanstieg vollzog sich innerhalb weniger Tage. Rätselhaft bleibt, warum die Temperaturerhöhung lokal so begrenzt ist.

Verstärkung des Kohlendioxid-Ausstoßes

Die Gase am Kraterrand sind nicht nur heißer geworden, sondern enthalten auch eine deutlich höhere Kohlendioxidkonzentration als zuvor, denn parallel zum Temperaturanstieg schoss auch der Kohlendioxidausstoß in die Höhe und erreichte Werte, wie man sie im September 2022 gemessen hatte, lagen aber unter den Spitzenwerten vom Beginn der Krise ein Jahr zuvor. Darüber hinaus verzeichnete man einen Anstieg der Seismizität. Was ausblieb, waren eine neue Phase der Bodendeformation und eine Verstärkung des Schwefeldioxid-Ausstoßes.

Da bis jetzt nur der Krater vom erhöhten Kohlendioxidausstoß betroffen ist und im Ort und am Strand keine signifikant höheren Werte festgestellt wurden, schlugen die Behörden bis jetzt keinen Alarm.

Die Aktivitätssteigerung ist ein Indiz dafür, dass der Magmenkörper, der im Herbst 2021 in die Erdkruste unter Vulcano eingedrungen ist, noch aktiv ist. Dort reift das Magma, während es auch langsam abkühlt. Dennoch wird es noch Schmelze geben. Sollte es zu einer weiteren Intrusion kommen, steigt das Ausbruchsrisiko deutlich an. Für Alle, die einen Urlaub auf Vulcano geplant haben, besteht bis jetzt kein Grund, diesen abzusagen. Man sollte aber Warnungen der Vulkanologen und den Empfehlungen des Zivilschutzes Folge leisten.

Stromboli mit Eruptionen und einem Erdbeben

Zahlreiche Explosionen und Lavaspattering am Stromboli – Ein schwaches Erdbeben detektiert

Der liparische Inselvulkan Stromboli ist hochaktiv. Davon zeugen 916 thermische Durchgänge, die von glühender Tephra verursacht wurden, die entweder von strombolianischen Eruptionen ausgestoßen wurden oder von Lavaspattering aus dem Hornito am nordöstlichen Kraterrand ausgingen. Der Durchschnitt liegt bei 100 Durchgängen, von daher kann man dem Vulkan eine hohe Aktivität bescheinigen. Hoch ist auch die Infraschallaktivität gewesen, während der akustische Druck mit 1.05 Bar vom LGS als mittelstark eingestuft wurde.

Die Seismizität in Form von VLP-Erdbeben und Tremor wird von den florentinischen Forschern ebenfalls als hoch eingestuft. Der Schwefeldioxid-Ausstoß war gestern niedrig. In Bezug auf die Kohlendioxid-Emissionen lagen keine Daten vor.

Bemerkenswert ist auch ein schwaches Erdbeben von sehr geringer Magnitude, das sich gestern östlich des Gipfels manifestierte und auf Niveau des Meeresspiegels lag. An anderen Vulkanen wäre so ein Mikrobeben keine Erwähnung wert, doch am Stromboli ist das anders, weil vulkanotektonische Erschütterungen hier sehr selten sind. 10 Tage zuvor hatte es gleich 4 Erdbeben gegeben. Hier kann man schon von einer Steigerung der Seismizität sprechen, die beim Stromboli selten folgenlos bleibt. Meiner Meinung nach könnte sich hier innerhalb der nächsten Wochen Interessantes am Stromboli ereignen. Dafür spricht auch die bereits zu beobachtende leichte Aktivitätssteigerung mit einer Zunahme des Lavaspatterings und den gelegentlichen Lavaüberläufen, die wir in den letzten 2 Wochen gesehen haben.

Der aktuelle Wochenbericht, der gestern vom INGV veröffentlicht wurde, bestätigt die gestiegenen Anzahl der Eruptionen und VLP-Erdbeben. Ansonsten bewegt sich nach Aussage der Vulkanologen alles im üblichen Rahmen.

Der Stromboli ist nicht der einzige aktive Vulkan der Region: für Vulcano liegt ebenfalls ein neuer Wochenbericht vor. Hier berichten die Vulkanologen von einer -teils erheblichen- Zunahme der Fumarolentemperaturen am Kraterrand. Auch der Kohlendioxid-Ausstoß und die Mikroseismizität haben zugenommen. Doch davon später mehr.

Stromboli mit hohem Aktivitätsindex

Aktivität am Stromboli bewegt sich auf hohem Niveau – Aktivitätsindex hochgestuft

Die Inselvulkan Stromboli zeigt sich dieser Tage von seiner munteren Seite und erzeugt strombolianische Eruptionen am laufenden Band. Das florentiner Institut LGS -das ein Monitoring-Netzwerk am Stromboli betreibt- veröffentlichte heute die jüngsten Überwachungsdaten und bescheinigte dem Vulkan einen hohen Aktivitätsindex.

Besonders auffällig ist der Anstieg der thermischen Durchgänge, bei denen ein Infrarotsensor den Auswurf heißer Tephra misst: Es wurden gestern 1039 dieser Durchgänge nachgewiesen. Der Standardwert liegt bei 100. Aber auch andere Werte lassen die Vermutung zu, dass der Vulkan am Beginn einer Phase mit gesteigerter Aktivität steht, in deren Verlauf es wieder Lavaströme bis hin zu Paroxysmen geben könnte. So haben sowohl die Tremoramplitude als auch die Anzahl der VLP-Erdbeben hohe Werte angenommen. Auf normalem Niveau bewegen sich noch der akustische Druck der Explosionen sowie der Gasausstoß.

In meinem letzten Update zum Stromboli berichtete ich von einem schwachen Erdbeben vor der Südküste der Vulkaninsel. Am 2. Mai gesellte sich ein weiterer Erdstoß hinzu. Erdbeben im Bereich von Stromboli signalisieren fast immer eine Aktivitätssteigerung.

Heute wurde auch das wöchentliche INGV-Bulletin zum Stromboli veröffentlicht, das im Wesentlichen die Trends aus dem LGS-Update bestätigt. Interessant ist hier noch die Erkenntnis, dass das Heliumisotopenverhältnis im thermischen Grundwasserleiter bei hohen Werten liegt. Helium-3 ist ein Frühindikator für aufsteigendes Magma, das in großen Tiefen liegt. Die Heliumisotope sind kleiner und flüchtiger als die Atome anderer Gase und erreichen daher schneller die Oberfläche.

Nicht nur die Messwerte deuten auf eine erhöhte Aktivität des Strombolis hin, denn das Geschehen kann sehr gut vor Ort oder per Livecam beobachtet werden. Hier gelang es unseren Gruppenmitglieder Wolfgang und Alicja wieder, ein paar schöne Screenshots aufzunehmen.

Vulcano mit stabilen Werten

Heute erschien auch das Monatsbulletin zum Vulcano. Der Namensgeber aller Vulkane liegt an klaren Tagen in Sichtweite des Strombolis und beide Feuerberge gehören zum Archipel der Liparischen Inseln. Die Messdaten zum Vulcano präsentierten sich im letzten Monat weitestgehend stabil. Die Fumarolentemperatur am Kraterrand lag bei maximalen 322 Grad, was immer noch ein erhöhter Wert ist. Die Erdbebenaktivität ist noch nicht ganz abgeklungen und es gab im April 7 schwache Erdbeben.

Der Zugang zum Krater ist seit gut einem Jahr wieder gestattet. Bereits am Freitag wurde dieser Umstand einem 83 Jahre alten Touristen aus Deutschland zum Verhängnis, da er in Kraternähe ausrutschte und stürzte. Dabei zog er sich so schwere Kopfverletzungen zu, dass er mit dem Rettungshubschrauber nach Messina ins Krankenhaus geflogen werden musste. Mir ist nicht bekannt, wo er ausrutschte, doch der obere Teil des offiziellen Wanderwegs ist tief ausgewaschen und extrem rutschig.

Vulcano: Schwache Erdbeben detektiert

Mikroseismizität auf Lipareninsel Vulcano festgestellt

In den letzten Tagen gab es 5 schwache Erdbeben auf der Lipareninsel Vulcano, die nördlich von Sizilien im Tyrrhenischen Meer liegt. Die Beben waren sehr schwach und hatten Magnituden im Bereich der Mikroseismizität. Vier der Beben wiesen sogar negative Vorzeichen auf, was bedeutet, dass sie so schwach waren, dass man sie bis vor wenigen Jahren gar nicht messen konnte. Während vier Erschütterungen in der Bucht von Levante lagen, wo es im Wasser starke Gasaustritte gibt, manifestierte sich das fünfte und jüngste Erdbeben am östlichen Kraterrand der Fossa. Die Erdbebenherde lagen vergleichsweise flach und die Beben könnten mit dem Hydrothermalsystem des Vulkans in Verbindung stehen.

Erst im letzten Jahr wurde die Alarmstufe des Inselvulkans reduziert und es kehrte so etwas wie Normalität auf der Insel ein. Zuvor fürchtete man einen möglichen Vulkanausbruch. Erhöhte Gaskonzentrationen stellten eine ernste Gefahr dar, denn ein erhöhter Gasflux ging nicht nur von den Fumarolen am Kraterrand aus, sondern auch von Gasaustritten entlang der Küste. In einigen Kellern in Porto di Levante waren besorgniserregende Kohlendioxid-Konzentrationen gemessen worden. während diese Werte im letzten Jahr wieder zurückgingen, ist im INGV-Bulletin vom Februar zu lesen, dass die Kohlendioxidkonzentrationen im Ort wieder zugenommen hatten. Dazu passt nicht so ganz, dass die Fumarolentemperaturen am Krater genauso eine rückläufige Tendenz zeigten, wie der Gasausstoß. Ob sich daran nun im Zuge der schwachen Erdbeben etwas änderte, ist unbekannt und wird frühstens Anfang April kommuniziert werden, wenn das nächste Monatsbulletin erscheint.

Doch neben Vulcano gibt es auf den Liparischen Inseln noch den Stromboli. Dieser setzt seine normale strombolianische Tätigkeit vor. Besondere Ereignisse wie etwa Lavaströme, die bis zum letzten Herbst relativ regelmäßig auftraten, gab es in den vergangenen Monaten nicht.

Ätna mit Tremorpeak

Gut 100 Kilometer südlich von Vulcano liegt Europas mächtigster Vulkan: Der Ätna zeigte sich in den letzten Monaten ungewöhnlich ruhig, sieht man einmal von ein paar kleineren Erdbebenschwärmen ab. In der letzten Woche gab es zwar keinen Schwarm, dennoch präsentierte sich die Seismizität leicht erhöht. Heute Nacht stieg der Tremor plötzlich an und erreichte die Basis zum roten Bereich. Aktuell fällt der Tremor wieder, und dank des schlechten Wetters bleibt es unklar, ob es nachts irgendeine Form eruptiver Aktivität gab.

Erdbeben an den Vulkanen Siziliens

Erdbeben bei Vulcano – Tremor am Ätna fluktuiert

Nachdem es in den vergangenen Tagen um die Erdbebentätigkeit unter Vulcano recht still geworden war, gab es jetzt einige schwache Erschütterungen im Bereich der Vulkaninsel nördlich von Sizilien. Die INGV-Shakemap zeigt 4 schwache Erschütterungen an, von denen drei offshore vor der Westküste lagen. Ein Mikrobeben gab es südlich der Fossa. Da nur noch einmal im Monat ein Bericht vom INGV veröffentlicht wird, liegen keine neuen Daten zu den Vorgängen auf Vulcano vor. Doch auch wenn die Seismizität nicht vollständig abgeklungen ist und die Fumarolentemperaturen am Krater noch erhöht sind, so scheinen die Geoforscher keinen Grund zur Beunruhigung zu sehen. Ein Erdstoß manifestierte sich auch bei Salina. Am Stromboli ist es seismisch ruhig geblieben, aber der Vulkan ist strombolianisch aktiv.

Vom Ätna gab es inzwischen einen neuen Wochenbericht, dessen Zusammenfassung ich Euch am Dienstag schuldig geblieben bin. Dort wurde von einer moderaten Zunahme der Infraschalltätigkeit aus dem Bereich der Bocca Nuova berichtet. Das deckt sich mit der Häufung von Dampfringsichtungen in der letzten Woche. Außerdem gab es aus dem Zentralkrater und dem Neuen Südostkrater starke Entgasungen.

In der letzten Woche war die Tremoramplitude relativ gering, dennoch konnte man die Quelle des Tremors orten und stellte fest, dass es Fluidbewegungen im Berg gab. Die Fluide bewegten sich zwischen einem Höheniveau von 1500 m und 3000 m, wo sie in Richtung des Neuen Südostkraters aufstiegen. Offenbar gibt es dort eine größere Magmenansammlung.

In dieser Woche begann der Tremor größere Fluktuationen zu erzeugen. Die Tremoramplitude blieb zwar die ganze Zeit über im moderaten Bereich, doch es sieht nach mehreren Schüben aus, in denen sich möglicherweise größere Magmenbewegungen ereigneten. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir in den nächsten Tagen strombolianische Eruptionen am Ätna erleben würden.

Vulcano mit Erdbeben am 21.12.23

Leichte Erdbeben im Gebiet von Vulcano – Fumarolentemperaturen bleiben hoch

Vor 2 Tagen manifestierten sich im Bereich der Lipareninsel Vulcano drei schwache Erschütterungen mit Magnituden unter 1. Die Hypozentren lagen in Tiefen zwischen 4,5 und 10 Kilometern. Die Epizentren zweier Erdbeben lagen im Bereich von Vulcano Porto, die anderen beiden vor der Südküste der Insel. Die Mikrobeben waren sehr wahrscheinlich tektonischen Ursprungs, könnten aber auch mit Fluidbewegungen im Zusammenhang gestanden haben.

Im Wochenbulletin für den Beobachtungszeitraum 11. bis 17. Dezember 2023 berichtet das INGV von einer stabilen Situation auf der Insel, wobei es aus technischen Gründen keine Aktualisierungen zum Kohlendioxid-Ausstoß gab. Die Schwefeldioxidemissionen bewegten sich auf einem moderaten Niveau, wobei man der Grafik entnehmen kann, dass sie in den letzten Monaten leicht angestiegen sind. Die Fumarolentemperaturen am Kraterrand sind weiterhin hoch und liegen bei 345 Grad Celsius. Da werden immer noch sehr heiße Gase ausgestoßen, die ein Indiz für einen aktiven Magmenkörper im Untergrund sind. Trotzdem besteht kein Grund für Alarmismus, denn auf Jahressicht sind die Temperaturen leicht zurückgegangen und eine nennenswerte Inflation wurde ebenfalls nicht beobachtet. Seit dem Frühsommer hat sich die Lage deutlich entspannt und die Krise, die im Herbst 2021 begann, scheint in weiter Ferne gerückt zu sein. Allerdings befindet man sich auf einem aktiven Vulkan, und sollte es zur Intrusion eines weiteren Magmenkörpers in die Erdkruste unterhalb des Vulkans kommen, steigt die Ausbruchsgefahr signifikant an. Am Beispiel La Palma kann man sehr gut sehen, wie solche wiederholten Intrusionen im Untergrund über mehrere Jahre hinweg letztendlich genug eruptionsfähige Schmelze akkumulieren können.

Übrigens ereigneten sich in diesem Monat bereits 2 Erdbeben mit den Magnituden 2,9 und 2,0 südlich der Insel Filicudi. Generell handelt es sich beim Liparischen Archipel um eine der aktivsten Vulkanzonen Europas.

Mit Leroy auf Stromboli

In den Herbstferien waren mein Sohn und ich auf den italienischen Vulkaninseln Stromboli und Vulcano. Nun ist das zugehörige Reisevideo fertig und ich kann die Impressionen mit Euch teilen. Auf Stromboli erlebte Leroy auf Quota 290 m seine ersten Eruptionen. Auf Vulcano konnten wir endlich wieder im Schlammbad baden.

Vulkane Italiens am 01.11.23

Gestern war Berichttag beim INGV und es gibt neue Bulletins zu den aktiven Vulkanen Italiens. Daher möchte ich Euch heute über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Ätna mit strombolianischer Tätigkeit

Die letzte Woche war am Ätna von strombolianischer Tätigkeit aus dem neuen Südostkrater geprägt gewesen. Außerdem kam es zur Bildung von Dampfringen. Mit dem Aufleben der strombolianischen Tätigkeit ging die Infraschall-Tätigkeit aus der Bocca Nuova zurück. Interessant ist, dass der Schwefeldioxid-Ausstoß leicht gestiegen ist. Die Seismizität befindet sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Der Tremor ist moderat. Seine Quelle sitzt stationär in geringer Tiefe unter dem Neuen Südostkrater. Dort hat sich also Magma akkumuliert. Im Gegensatz zu früheren Monaten erkennt man aber keine aufstrebende Tremorsignatur aus größerer Tiefe.

Campi Flegrei mit ruhiger Woche

Eigentlich waren es gleich zwei recht ruhige Wochen in der Campi Flegrei. Im Gegensatz zum seismischen Schub Mitte September bis Mitte Oktober war es geradezu ruhig in der größten Aschestrom-Caldera Europas. In der vergangenen Woche wurden nur 22 Erdbeben detektiert und auch die Bodenhebung scheint rückläufig gewesen zu sein. Der Wert wird zwar noch mit 15 mm pro Monat angegeben, aber könnte sich deutlich abgeflacht zu haben.

Stromboli mit normaler Tätigkeit

Auch am Stromboli zeigt sich ein Aktivitätsrückgang und seit gut 3 Wochen gab es keinen Lavaüberlauf mehr. Die explosive Tätigkeit wird als normal beschrieben. Pro Stunde gibt es zwischen 8 und 12 Eruptionen. Die aus dem zentralen Kraterbereich können dabei stärkere Strombolianer erzeugen. Schaut man sich den Chart der Helium-3 Konzentration an, erkennt man einen weiterhin ansteigenden Trend mit einer nur leicht abflachenden Kurve. In größerer Tiefe zwischen Erdkruste und Erdmantel scheint sich eine größere Menge Magma anzusammeln.

Vulcano mit leicht steigender Schwefeldioxid-Emission

Auf der Insel Vulcano gibt es einen leichten Anstieg der Schwefeldioxid-Emission. Die Fumarolentemperaturen lagen letzte Woche weiterhin bei 344 Grad und scheinen auf diesem erhöhten Niveau stabil zu sein. Eine außergewöhnliche Seismizität oder Bodenhebung wurde nicht detektiert.

Ein als potenziell aktiv aufgeführter Vulkan Italiens fehlt hier in der Meldung und zwar der Vesuv. Er dominiert den Golf von Neapel und ist selbst Menschen bekannt, die sich nicht für den Vulkanismus interessieren. Am Vesuv gibt es auch immer wieder schwache Erdbeben, doch diese werden in den letzten Jahren als Anzeichen für eine Abkühlung des Vulkans angesehen. Dennoch könnte sich das schnell ändern.

Der Vesuv ist zweifellos einer der bekanntesten Vulkane der Welt, hauptsächlich aufgrund seines verheerenden Ausbruchs im Jahr 79 n. Chr., der eine der tragischsten Katastrophen der Antike verursachte. Dieser Ausbruch begrub die blühenden römischen Städte Pompeji, Herculaneum und mehrere nahegelegene Siedlungen unter einer dicken Schicht von Asche, Schlamm und Lava.

Der Vulkan Vesuv befindet sich in unmittelbarer Nähe zur modernen Stadt Neapel in der Region Kampanien. Mit einer Höhe von etwa 1.281 Metern ist er zwar nicht der höchste, aber einer der gefährlichsten Vulkane der Welt aufgrund seiner Nähe zu dicht besiedelten Gebieten. Seine Form ähnelt einem typischen Kegelvulkan.

Vor dem katastrophalen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. war der Vesuv über mehrere Jahrhunderte hinweg ruhig gewesen. Als der Vulkan jedoch plötzlich ausbrach, schleuderte er Asche, Gase und glühende Gesteinsbrocken kilometerweit in die Atmosphäre. Die Städte Pompeji und Herculaneum wurden von einer Wolke heißer Asche und Gesteinsmaterial bedeckt, gefolgt von einer pyroklastischen Strömung – einer raschen Lawine aus heißer Gaswolke, Asche und Gesteinsfragmenten – die die Städte verschüttete und die Bewohner überraschte.

Die vulkanische Aktivität des Vesuvs hat sich seitdem fortgesetzt, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Es gab mehrere kleinere Ausbrüche in den Jahrhunderten danach. Obwohl der Vesuv derzeit als ruhend gilt, wird er von Vulkanologen als potenziell gefährlich eingestuft, da er in einem dicht besiedelten Gebiet liegt und Millionen von Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung leben.