Mexiko: Opferzahlen nach Unwettern gestiegen

Nach schwere Unwettern in Mexiko – Hunderte Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten

In Zentral- und Ostmexiko haben tagelange Regenfälle eine verheerende Katastrophe ausgelöst, über die Vnet bereits berichtete. Doch das volle Ausmaß der Katastrophe wird erst nach und nach sichtbar: Infolge der massiven Überschwemmungen wurden Erdrutsche verursacht, die über 300 Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten haben. Nach Angaben der Regierung kamen mindestens 70 Menschen ums Leben, Dutzende gelten weiterhin als vermisst.

Mexiko Unwetter

Die ungewöhnlich heftigen Niederschläge trafen auf bereits durchnässte Böden am Ende einer außergewöhnlich langen Regenzeit. Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden zerstört, und ganze Bergdörfer sind nur noch per Hubschrauber erreichbar. Präsidentin Claudia Sheinbaum sprach von einer „nationalen Notlage“ und kündigte an, alle verfügbaren Kräfte zur Unterstützung der Bevölkerung zu mobilisieren.

Besonders schwer betroffen sind die Bundesstaaten Veracruz, Hidalgo und Puebla. In Hidalgo wurden rund 100.000 Häuser durch Schlammlawinen und Überflutungen beschädigt, während in Veracruz innerhalb von nur vier Tagen bis zu 600 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Gouverneurin Rocío Nahle berichtete, dass dort mehr als 300.000 Menschen betroffen seien.

In der Stadt Poza Rica stieg das Wasser des Flusses Cazones stellenweise bis zu vier Meter hoch. „Viele Nachbarn konnten nicht mehr fliehen“, sagte Anwohner Roberto Olvera. Nach dem Rückgang der Fluten blieb eine ölige Schicht zurück – vermutlich Rückstände aus nahegelegenen Öl- und Gasanlagen.

Während Tausende Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige nach Vermissten suchen, fliegen Hubschrauber Hilfsgüter in die isolierten Regionen. Gesundheitsteams begannen mit der Begasung der Gebiete, um einen Ausbruch von Dengue-Fieber zu verhindern.

Sheinbaum versprach schnelle Hilfe und betonte, die Regierung werde „in dieser Krise keine Kosten scheuen“, um die betroffenen Regionen zu versorgen und den Wiederaufbau einzuleiten.

Sizilien: Unwetter löst in Messina Überflutungen aus

Unwetter auf Sizilien: Regen, Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen zwischen Catania und Messina

Gestern berichtete ich über die Rote Unwetterwarnung, die für weite teile Siziliens galt. Tatsächlich kam es zu starken Gewittern mit Unwettercharakter, die in Messina und Umgebung tiefliegende Straßen und Keller Fluteten und Erdrutsche und Schlammlawinen verursachten. Betroffen waren auch Taormina und der Großraum Catania, wo es zu Verkehrsbehinderungen kam.

Die Autobahn SS114 bei Sant’Alessio Siculo musste wegen den Überschwemmungen und der Ablagerung von Schlamm gesperrt werden. Spezialteams leiteten das Wasser ab und räumten die Straßen vom Schutt. Ähnliche Probleme gab es auf der SP16 nach Forza d’Agrò, wo Geröll und Steine den Verkehr blockierten, sowie auf der SP12 zwischen Sant’Alessio Siculo und Scifì. Auch zwischen Taormina und Trappitello kam es zu überfluteten Straßen und blockierten Kanalisationsabflüssen.

In Marsala standen auf der Via Mazara in Hafennähe und in der Unterführung des Corso Gramsci mehrere Autos im Wasser. Auf der Strada Statale 189 della Valle del Platani zwischen Lercara Friddi und Agrigent führten schwere Regenfälle zu Überschwemmungen, Schlamm und Geröll, sodass der Verkehr vorübergehend unterbrochen werden musste.

Zahlreiche Einsatzkräfte sind im Einsatz, um die Infrastruktur wiederherzustellen und Strom- sowie Wasserversorgung zu sichern. Für den 16. Oktober gilt weiterhin eine gelbe Wetterwarnung in zahlreichen Regionen Siziliens, darunter die Ionische Küste, Tyrrhenische Küste, Ägadische und Pelagische Inseln sowie das Simeto-Flussbecken.

Erfahrungsgemäß spülen starke Unwetter am Ätna Lapilli, Lavabrocken und Unrat auf die Straßen, so dass es hier auch zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Meldungen über besondere Ereignisse liegen mir aber nicht vor.

Die Bevölkerung wird dringend gebeten, vorsichtig zu sein, Fahrten auf überschwemmten Straßen zu vermeiden und den aktuellen Wetterwarnungen zu folgen. Die Unwetterlage auf Sizilien bleibt angespannt, und weitere Regenfälle könnten die Situation verschärfen.

Sizilien: Schwere Unwetter am Ätna möglich

Unwetterwarnungen für Sizilien – Heftige Gewitter am Ätna möglich

Heute steht der Ätna mal nicht wegen vulkanischer Aktivität in den Schlagzeilen auf Vnet, sondern wegen einer Unwetterwarnung der höchsten Stufe, die von den italienischen Wetterdiensten ausgegeben wurde: Es drohen starke Gewitter mit starken Windböen und ergiebigen Regenfällen. Diese könnten Schlammlawinen und Erdrutsche auslösen und in den Gemeinden am Fuß des Vulkans Überflutungen verursachen, so wie es bereits im letzten Herbst häufiger vorkam.

Laut dem PRE TEMP-Institut deuten die aktuellen Modelle auf die Bildung eines intensiven Tiefdruckkerns hin, der sich westlich von Sizilien etabliert und sich im Verlauf der nächsten Stunden ostwärts in Richtung Ionisches Meer verlagern könnte. Besonders gefährdet sind die Provinzen Trapani, Palermo, Messina und Catania, wo lokale Überflutungen, Hangrutsche und Sturmfluten nicht ausgeschlossen werden. In den kommenden 12 bis 24 Stunden könnten sich Regenmengen von über 150 Litern pro Quadratmeter ansammeln – Werte, die bereits in der Vergangenheit zu erheblichen Schäden führten.

Meteorologen beobachten über dem Tyrrhenischen Meer die Entwicklung einer großräumigen Sturmstruktur, die sich zu einem Mesoskaligen Konvektiven Komplex (MCC) verdichten könnte – einem gewaltigen Cluster aus mehreren Gewittersystemen. Davon könnten auch die Liparischen Inseln betroffen werden, wo Starkregen in den letzten Jahren besonders häufig Überflutungen und Schlammlawinen verursachte. Von einer Besteigung der beiden Vulkane Ätna und Stromboli rate ich aktuell dringend ab!

Gewitter zogen bereits über Sardinien hinweg und sorgten für Chaos

Während sich Sizilien auf die Auswirkungen der Sturmzelle vorbereitet, hat Sardinien die Unwetter bereits mit voller Wucht erlebt. Am Dienstag fegten heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen über weite Teile der Insel hinweg. Besonders betroffen waren die Regionen Sulcis, Carbonia und Meilogu, wo Straßen und Unterführungen überflutet wurden. Zahlreiche Häuser standen unter Wasser, und die Feuerwehr musste dutzende Male ausrücken, um Keller leerzupumpen und blockierte Verkehrswege zu räumen.

In Carbonia traten kleinere Flüsse über die Ufer, Felder wurden verwüstet, und die örtliche Landwirtschaft meldet teils massive Ernteschäden. Die Behörden riefen zwischenzeitlich die gelbe Alarmstufe aus, mahnten die Bevölkerung zur Vorsicht und sperrten mehrere Straßenabschnitte.

Nach derzeitigem Stand könnte die Unwetterfront in den kommenden Stunden von Sardinien weiter über das Tyrrhenische Meer ziehen – mit Sizilien als nächstem Brennpunkt eines außergewöhnlich dynamischen Wetterereignisses.

Spanien: Überflutungen in Valencia und Tarragona

Heftige Unwetter in Südostspanien: Rote Alarmstufe in Valencia und Tarragona

In den letzten 24 Stunden ist es erneut zu extreme Regenfälle im Südosten Spaniens gekommen, die zu schweren Überschwemmungen und zahlreichen Schäden geführt haben. Betroffen sind vor allem der Süden der Provinz Valencia sowie Teile von Tarragona. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnte frühzeitig vor der außergewöhnlich starken Niederschlagslage und rief in mehreren Regionen die höchste Warnstufe „Rot“ für Unwetter aus.

Die Wetterlage wird durch eine sogenannte DANA (Depresión Aislada en Niveles Altos) verursacht, ein isoliertes Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten, das in Spanien häufig zu extremen Regenfällen im Herbst führt. Die aktuelle DANA, getauft auf den Namen „Alice“, sorgt für massive Luftfeuchtigkeit aus dem Mittelmeer, die auf die Gebirgszüge Valencias und Kataloniens trifft. In der Folge kam es zu starken Niederschlägen mit teilweise über 400 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden, insbesondere in der Region Terres de l’Ebre in Tarragona.

Die Folgen der Unwetter sind schwerwiegend: Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, eine Person davon schwer. Straßen verwandelten sich in reißende Ströme und Unterführungen standen unter Wasser. Gleise im Raum Valencia wurden überflutet, und der Zugverkehr zwischen Gandia und Xeraco musste eingestellt werden. In Tarragona gingen bei den Rettungsdiensten über 400 Notrufe ein.

Die Landwirtschaft leidet ebenfalls stark: Bauernverbände berichten von erheblichen Schäden an Olivenhainen, Zitrusplantagen und Gemüsefeldern, insbesondere in der Provinz Tarragona, wo die Erntezeit in vollem Gange ist. Katastrophenschutzbehörden haben in Valencia die Situación 1 des Hochwasserplans aktiviert, und Bürger erhielten über das Es-Alert-System Warnungen, Flussquerungen zu meiden und sich von Überschwemmungszonen fernzuhalten.

Meteorologen betonen, dass die außergewöhnliche Intensität der Niederschläge typisch für DANA-Ereignisse ist, die im Herbst auftreten, wenn warme, feuchte Luft aus dem Mittelmeer auf kältere Luftmassen im Landesinneren trifft. Solche Wetterlagen können binnen Stunden zu lebensgefährlichen Überflutungen führen, weshalb Behörden und Bevölkerung eng zusammenarbeiten müssen.

Spanien: Unwetter suchte Balearen heim

Unwetter auf den Balearen führte zu Überflutungen und Stromausfällen – Flughafen von Ibiza gesperrt

Der Jahrhundertsturm „Alice“, der infolge einer DANA-Depression entstand und seit Tagen im spanischen Mittelmeerraum wütet, hat gestern die Balearen und vor allem Ibiza mit voller Wucht getroffen. Heftige Regenfälle, überflutete Straßen, Strom- und Flugausfälle und massive Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben zwangen die Behörden, weitreichende Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Auf Ersuchen der Balearenregierung entsandte das spanische Verteidigungsministerium am Samstagabend die Militärische Notfalleinheit (UME) auf die Insel Ibiza, um bei den Aufräumarbeiten und dem Schutz der Bevölkerung zu helfen. 

Überflutung Ibiza

Die Katastrophenschutzbehörde aktivierte das Warnsystem „Es-Alert“ und verschickte Notfallmeldungen an alle Mobiltelefone auf Mallorca, Ibiza und Formentera. Darin wurden die Bewohner aufgefordert, Sturzbäche, Flüsse und überschwemmte Gebiete zu meiden sowie tiefliegende Bereiche und Keller nicht zu betreten. Wer sich bereits in gefährdeten Zonen aufhielt, sollte sich in höhere Stockwerke begeben. Die staatliche Wetterbehörde Aemet warnte vor Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in nur einer Stunde – und bis zu 100 Litern innerhalb von vier Stunden.

Auf Ibiza sorgte der Regen für Chaos: Der Flughafen stellte den Flugbetrieb ein, wovon zum Start der Herbstferien in mehreren Bundesländern auch deutsche Urlauber betroffen waren. Die Flughafenstraße blieb über Stunden gesperrt, weswegen Reisende im Flughafen festsaßen. Teile der Umgehungsstraßen EI-10 und EI-20 waren nur eingeschränkt befahrbar. Der öffentliche Nahverkehr wurde in mehreren Zonen eingestellt, der zentrale Busbahnhof CETIS war nicht erreichbar. Der Stadtrat von Ibiza entsandte ein Sonderteam aus zwanzig Polizisten und Katastrophenschutzkräften, um überflutete Bereiche abzusichern und den Verkehr zu regeln.

Trotz der dramatischen Wetterlage wurden keine Verletzten gemeldet. Allerdings kam es zu zahlreichen Stromausfällen auf den Inseln. Am schlimmsten traf es Formentera, wo nach einem Blitzeinschlag 576 Haushalte betroffen waren. Während die kleineren Störungen auf Ibiza und Mallorca schnell behoben werden konnten, dauern die Reparaturarbeiten auf den übrigen Inseln an.

Die Präsidentin der Balearen, Marga Prohens, koordinierte die Maßnahmen gemeinsam mit der Katastrophenschutzleitung und kündigte eine erneute Sitzung des Krisenstabs für Sonntagmorgen an. Die orangefarbene Wetterwarnung blieb für alle Inseln bis in die Abendstunden bestehen.

„Alice“ kam nur wenige Tage nach dem Sturm „Gabrielle“, der auf Ibiza Rekordregenmengen von 254 Litern pro Quadratmeter hinterlassen hatte. „Die Stürme zeigten, wie anfällig die Balearen für Starkregen und Überschwemmungen sind – und wie wichtig eine gut koordinierte Notfallreaktion in Zeiten zunehmender Wetterextreme geworden ist.

Spanien: Erneut schwere Unwetter am Mittelmeer

Unwetter infolge von DANA-Tief Alice sorgen für Überflutungen in Alicante und Muria

Das isolierte DANA-Höhentief „Alice“ hat seit vorgestern in mehreren Regionen im Südosten Spaniens massive Regenfälle und weitreichende Überschwemmungen ausgelöst. Besonders betroffen sind die beliebten Urlaubsregionen um Alicante und Murcia, wo die spanische Wetterbehörde AEMET die Alarmstufe Rot aktivierte.

In den letzten Tagen kam es zu heftigen Gewittern mit stundenlangen Starkregen und dem Einschlag von Blitzen. Nach Angaben der AEMET fielen innerhalb von nur 12 Stunden in den Unwetterregionen bis zu 180 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sind Mengen, die sonst einem gesamten Monat entsprechen. In einigen Küstengebieten, etwa rund um das Kap La Nao, könnten die Gesamtniederschläge 250 bis 300 l/m² überschreiten. Auch im Hinterland von Alicante wurden innerhalb weniger Stunden mehr als 50 l/m² registriert.

Meteorologen führen die Intensität des Ereignisses auf die Kombination kalter Höhenluft mit feuchtwarmer Mittelmeerluft zurück, die über dem westlichen Mittelmeer ein nahezu stationäres Tiefdrucksystem bildete. Dadurch entstehen sogenannte Konvektionszonen, die extrem lokale, aber sehr ergiebige Niederschläge auslösen.

Die Auswirkungen sind gravierend: In der Region Murcia mussten laut der Notrufzentrale mehr als 160 Einsätze gefahren werden: Menschen, die von den Wassermassen in Autos oder ihren Wohnungen eingeschlossen waren, bedurften schneller Hilfe. In Cartagena und Los Alcázares kam es zu Evakuierungen, nachdem mehrere zuletzt ausgetrocknete Flussläufe (Rambla) über die Ufer traten. Ein Lieferwagen wurde in der Rambla de Beniaján von den Fluten mitgerissen.

Die militärische Notfalleinheit wurde in der Nacht entsandt, um überflutete Gebiete zu sichern und Pumpmaßnahmen durchzuführen. Wichtige Überlandstraßen mussten gesperrt werden.

Auch auf den Balearen sorgt DANA „Alice“ für Unruhe: Auf Ibiza und Formentera gelten Unwetterwarnungen der Stufe Orange, mit erwarteten Regenmengen von bis zu 100 l/m² in zwölf Stunden und kräftigen Gewittern.

Die AEMET warnt davor, dass die Lage bis Montag instabil bleibt. Besonders gefährdet seien Tiefebenen und Küstenzonen, wo Sturzfluten jederzeit möglich sind. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, Wasserläufe zu meiden, Reisen einzuschränken und sich über offizielle Kanäle über die aktuelle Lage zu informieren. Und das, wo bei uns die Herbstferien begonnen haben und sich viele Reisende auf den Weg nach Spanien machen. Bleibt wachsam und vorsichtig!

DANA- Wetterlagen sind für den Herbst im westlichen Mittelmeerraum typisch, treten in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels aber immer häufiger auf und bringen auch größere Regenmengen mit sich, als es früher der Fall war. Zudem entdeckten Klimaforscher nun einen weiteren Effekt, der sich beschleunigend auf den Wandel auswirkt: Durch die warmen Meere lösen sich tiefe Regenwolken in einigen Erdregionen immer schneller auf, wodurch sich der Rückstrahleffekt der Wolken verringert. In der Höhe bilden sich dagegen dünne Schleierwolken, die Wärmestrahlung in der Atmosphäre einschließen. Dadurch kommt es zu einer weiteren Beschleunigung der Erderwärmung.

Vietnam: Starke Überflutungen in der Hauptstadt Hanoi

Schwere Überflutungen in Nordvietnam: Rekordfluten setzen Städte unter Wasser

Nur eine Woche nachdem Taifun Bualoi Vietnam heimgesucht hat und 56 Menschenleben kostete, wurde das Land erneut von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht, die diesmal vom Taifun Matmo ausgelöst wurden. Da der Boden vom vorangegangenen Taifun noch mit Wasser durchtränkt war, summierten sich die Wassermassen und es entstanden die schlimmsten Überflutungen seit Jahrzehnten.  Besonders betroffen sind die Hauptstadt Hanoi sowie die nördlichen Provinzen Thai Nguyen, Lang Son und Cao Bang. Tausende Menschen saßen in ihren Häusern fest, während andere gezwungen waren, vor den steigenden Fluten zu fliehen. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens acht Menschen ums Leben, fünf werden noch vermisst.

In der Stadt Thai Nguyen, rund 80 Kilometer nördlich von Hanoi, reichte das Hochwasser bis zu den Dächern von Autos und Gebäuden. Ganze Straßenzüge standen unter Wasser, der Verkehr und das öffentliche Leben kamen zum Erliegen, und in mehreren Vierteln brach die Stromversorgung zusammen. Schulen mussten schließen, während Flüge von und zum internationalen Flughafen Noi Bai gestrichen wurden.

Staatliche Medien berichteten, dass Vietnam an mehreren Flüssen im Norden die höchsten Pegelstände seit fast 40 Jahren verzeichnete. Die Flüsse Bang, Thuong und Trung erreichten zwischen dem 7. und 8. Oktober Rekordwerte, während der Cau-Fluss in Thai Nguyen über einen Meter höher stieg als der bisherige Höchststand. Besonders kritisch war die Lage in der Grenzregion zu China, wo der Trung-Fluss fast zwei Meter über dem früheren Rekordpegel lag.

Das vietnamesische Militär mobilisierte rund 30.000 Einsatzkräfte, Tausende Boote und mehrere Hubschrauber, um Hilfsgüter wie Trinkwasser, Lebensmittel und Schwimmwesten in die überfluteten Gebiete zu bringen. Mehr als 200 Familien mussten evakuiert werden, nachdem ein Damm des Wasserkraftwerks Bac Khe 1 in der Provinz Lang Son gebrochen war. Der Einsturz verursachte Schäden in Millionenhöhe und überflutete angrenzende Gemeinden.

Bereits die Flutkatastrophe der letzten Woche richtete enorme Schäden an, die mit mehr als 700 Millionen US-Dollar veranschlagt werden.

Klimaforscher führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Extremereignisse auf den menschengemachten Klimawandel zurück, der Taifune in Südostasien immer zerstörerischer werden lässt. Die Taifun-Saison in Vietnam fällt dieses Jahr besonders stark aus und Meteorologen gehen davon aus, dass sie sich bis in den Januar hineinziehen könnte. Normalerweise beginnt sie im Mai und endet im November.

Schwere Unwetter in der Himalaya Region setzten Bergsteiger fest

Unwetter im Himalaya: Regenfluten in Indien und Nepal, Schneesturm am Mount Everest

Schwere, monsunbedingte Unwetter mit Starkregen haben in den vergangenen Tagen Teile des Himalaya getroffen. In Nordostindien und Nepal forderten Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 64 Todesopfer, während auf der tibetischen Seite des Mount Everest ein Schneesturm rund tausend Menschen einschloss. Meteorologen sehen in den Ereignissen zwei Ausprägungen desselben Wettersystems infolge eines außergewöhnlich späten und intensiven Monsuns.
Im indischen Bundesstaat Westbengalen kamen im Teeanbaugebiet Darjeeling nach Behördenangaben mindestens 20 Menschen ums Leben, als Sturzfluten und Erdrutsche Häuser und Straßen mit sich rissen. Brücken wurden zerstört, der Verkehr in mehreren Bergtälern unterbrochen.

Auch das Nachbarland Nepal wurde schwer getroffen. Seit Freitag regnet es dort ununterbrochen. Besonders starke Regenfälle gingen im östlichen Distrikt Ilam nieder, wo 37 Menschen bei Erdrutschen starben. Insgesamt kamen im Land mindestens 44 Menschen ums Leben, mehrere gelten als vermisst. Rettungsteams haben die betroffenen Gebiete erreicht, doch viele Straßen sind blockiert. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, darunter der mächtige Koshi, dessen Wasserstände weit über der Gefahrenmarke liegen. Alle 56 Schleusentore des Koshi-Staudamms mussten geöffnet werden, um den Druck zu mindern.

Selbst die Hauptstadt Kathmandu blieb nicht verschont: überflutete Straßen und Stromausfälle prägten am Wochenende das Bild der sonst geschäftigen Metropole.

Nur wenige hundert Kilometer nördlich, jenseits der Grenze, zeigte sich das Unwetter in anderer Gestalt. Auf 4.900 Metern Höhe am Mount Everest löste dieselbe feuchte Luftmasse, die im Süden Regen brachte, einen massiven Schneesturm aus. Rund tausend Bergsteiger und Touristen wurden in ihren Lagern auf der tibetischen Seite eingeschlossen, teils in beschädigten Zelten und bei eisigen Temperaturen. Zufahrtsstraßen sind verschneit, der Zugang zu den Basiscamps derzeit blockiert. Anwohner und Rettungskräfte versuchen die Wege zu Räumen und zu den abgeschnittenen Bergsteigern zu gelangen.

Meteorologen führen die extremen Bedingungen auf ein spätes Monsuntief zurück, das ungewöhnlich weit nach Norden zog und dort auf kalte Höhenluft traf. Während in tieferen Lagen der Regen zu Erdrutschen führte, verwandelte sich die Feuchtigkeit in großer Höhe in Schnee – mit fatalen Folgen für Expeditionen am „Dach der Welt“.

Die Kombination aus verspätetem Monsun und überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächen im Golf von Bengalen habe den Sturm zusätzlich verstärkt. Der Himalaya, so zeigen die aktuellen Ereignisse, bleibt ein empfindlicher Schauplatz der Klimadynamik.

Bulgarien: Tote durch Unwetter

Drei Tote durch Überflutungen in Bulgarien – Schneestürme legen Teile des Balkans lahm

Sintflutartiger Regen und Schneefälle in Höhenlagen haben in Bulgarien und weiten Teilen des Balkans in den vergangenen Tagen schwere Schäden angerichtet. Besonders betroffen war die Schwarzmeerküste im Südosten Bulgariens, wo drei Menschen ums Leben kamen.

Nach Angaben der Behörden wurden zwei Rettungskräfte im Ferienort Elenite von den Fluten überrascht und starben, als sie versuchten, auf Hilferufe zu reagieren. Ein drittes Opfer kam ums Leben, nachdem es in einem überfluteten Keller eingeschlossen war. Die Wassermassen verwüsteten Teile der Region: Fahrzeuge und Boote wurden ins Meer gerissen und fortgespült, während Häuser und Touristenanlagen überflutet wurden.

Infolge der anhaltenden Regenfälle riefen die Behörden in mehreren Städten entlang der Küste den Notstand aus. Schulen mussten schließen, der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen, und zahlreiche Straßen wurden unpassierbar. In beliebten Urlaubsorten stand das Wasser ebenfalls hoch, wodurch die touristische Infrastruktur am Ende der Saison schwer getroffen wurde. Bereits im vergangenen Jahr war dieselbe Region von schweren Überschwemmungen heimgesucht worden.

Die bulgarische Marine entsandte Spezialteams mit Booten, um nach Vermissten zu suchen und Evakuierungen zu unterstützen. Politiker versprachen schnelle Hilfen und die Entsendung von weitere Einsatzkräften.

Während im Süden des Landes der Regen tobte, waren nördliche und bergige Regionen von frühem Winterwetter betroffen. Im Balkangebirge fielen große Schneemengen, der zu massiven Stromausfällen führte. Viele Dörfer blieben ohne Stromversorgung, in einigen Gemeinden fiel zusätzlich die Wasserversorgung aus. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und beschädigten Stromleitungen, auch der Bahnverkehr war durch zerstörte Oberleitungen stark beeinträchtigt.

Ähnliche Szenen spielten sich in Serbien und Bosnien ab. In höheren Lagen fiel bereits mehr als ein halber Meter Schnee, was für den Oktoberanfang ungewöhnlich ist. In Serbien wurden mehrere Gemeinden von der Strom- und Trinkwasserversorgung abgeschnitten. In Bosnien mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden, während die Behörden Autofahrer zu besonderer Vorsicht mahnten und an die ab November geltende Winterreifenpflicht erinnerten.

Meteorologen erklärten, dass ein Tiefdrucksystem über dem Mittelmeer die Extremwetterlage mit ausgelöst habe, indem es feuchte Luftmassen nach Südosteuropa lenkte und diese auf kältere Luft aus dem Norden trafen.

Auch in Deutschland droht dieser Tage Ungemach: Über dem Atlantik kam es zur Bombogenese eines Orkans, dessen Ausläufer das Wetter bei uns bestimmen.