Sudan: Dammbruch nach starken Regenfällen

Heftiger Monsun verursachte Überschwemmungen und Dammbruch im Sudan – Mindestens 132 Todesopfer

Am Samstag führten extrem starke Niederschläge im Sudan zum Einsturz des Arbaat-Damms in der Nähe von Port Sudan, was verheerende Überschwemmungen verursachte. Ganze Dörfer wurden überflutet, die Infrastruktur schwer beschädigt, und der Zugang zu umliegenden Gebieten ist abgeschnitten.

Die Vereinten Nationen berichten, dass etwa 50.000 Menschen westlich des Damms betroffen sind, während die Lage östlich des Damms unklar bleibt, da das Gebiet nicht zugänglich ist. Der Arbaat-Damm, mit einer Kapazität von 25 Millionen Kubikmetern, war die Hauptwasserquelle für Port Sudan, das nun von einer schweren Wasserknappheit bedroht ist.

Die Zahl der Todesopfer durch die Überschwemmungen stieg laut Behördenangaben am Montag auf 132. In 10 Provinzen sind 31.666 Familien und 129.650 Personen betroffen. Rund 12.420 Häuser wurden vollständig und 11.472 weitere teilweise zerstört. Viele Bewohner flohen auf Berggipfel, während andere in ihren Dörfern eingeschlossen blieben. Der 2003 errichtete Damm, der seit mehreren Jahren nicht mehr gewartet wurde, sollte ursprünglich Regenwasser für die Trockenzeit speichern.

Die Überschwemmungen belasten die ohnehin marode Infrastruktur des Landes, die bereits vor dem Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces im April 2023 in schlechtem Zustand war. Beide Konfliktparteien haben Ressourcen vom Infrastrukturaufbau abgezogen, was zur aktuellen humanitären Krise beigetragen hat, die von der UNO als eine der schlimmsten weltweit bezeichnet wird. Seit Juni sind laut UNO rund 317.000 Menschen in 16 der 18 Staaten des Sudan von Überschwemmungen betroffen. Auch die Weltgesundheitsorganisation meldet Cholerafälle im Zusammenhang mit den Überschwemmungen.

Keine Entspannung des Wettergeschehens in Sicht

Die Niederschläge im Sudan standen im Zusammenhang mit dem jährlichen Monsun, der dieses Jahr besonders stark ausfällt. Tatsächlich kam es auch in der Sahara zu vergleichsweise starken Niederschlägen, wie sie nur äußerst selten vorkommen. Wetterexperten rechnen sogar mit einer Verstärkung der Niederschläge, von denen eine der trockensten Regionen der Erde am meisten betroffen sein soll.

Einige Gebieten der Sahara könnten im August und September mehr als 500 % des üblichen Niederschlags erhalten. Solche Regenfälle sind in der Sahara extrem selten und treten weniger als einmal pro Jahrzehnt auf, was auf ungewöhnliche atmosphärische Bedingungen hindeutet und möglicherweise Veränderungen im globalen Wettersystem signalisiert.

Die Sahara, die größte und heißeste Wüste der Welt, erhält aufgrund ihrer Lage unter einem subtropischen Hochdruckgürtel kaum Niederschlag. Vor einigen tausend Jahren war die Region jedoch eine grüne, fruchtbare Landschaft. Die aktuelle Analyse der innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) zeigt eine ungewöhnliche Verschiebung nach Norden, was zu seltenen Regenfällen in der Sahara und möglichen Auswirkungen auf die atlantische Hurrikansaison führt.

China: Tropensturm Gaemi verursacht Überflutungen

Langanhaltender Tropensturm Gaemi verursachte in China mindestens 22 Todesopfer

Der vom Taifun zu einem Tropensturm herabgestufte Gaemi zog mehrere Tage lang über China hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung, die infolge von Starkregen, Überflutungen und Erdrutschen verursacht wurde. Seit Sonntag sind so mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Tausende mussten evakuiert werden.

Als Taifun richtete Gaemi große Schäden auf den Philippinen und Taiwan an (Vnet berichtete), bevor er auf die chinesische Küste traf und sich zu einem Tropensturm abschwächte. Damit ließ zwar die zerstörerische Kraft starker Winde nach, doch die Wassermassen, die abregneten, brachten sintflutartige Regenfälle mit sich, die weite Landflächen in mehreren Provinzen überfluteten und die Pegel der Flüsse steigen ließen. Dabei kam es zu drei Dammbrüchen. Die Kapazität von fast 70 Stauseen wurde überschritten, so dass Wasser abgelassen werden musste, was die Hochwassersituation weiter verstärkte.

Nachdem Gaemi in der Provinz der Fujian auf Land traf und dabei auch Nordkorea streifte, traf es die Provinz Hunan besonders hart: Hier kamen sämtliche Todesopfer zustande.

Am Montag kam es zu einem Erdrutsch, der 15 Menschen das Leben kostete. Am Dienstag wurden dann  7 weitere Tote gemeldet. Xinhua berichtete, dass in der Stadt Zixing vier Leichen gefunden wurden, und CCTV meldete drei weitere Leichen in einem nahegelegenen Dorf. Drei Personen gelten als vermisst.

In einigen Gebieten von Zixing fielen in 24 Stunden rekordverdächtige 645 mm Niederschlag. In der Stadt haben die Regenfälle 11.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Es wurden gut 1.000 zerstörte oder beschädigte Gebäude gezählt und 1.345 Straßeneinbrüche verursacht. In anderen Teilen der Provinz mussten fast 4.000 Einwohner wegen eines Dammbruchs evakuiert werden.

Die Fluten haben mehrere große Dämme und Deichanlagen zerstört und landwirtschaftliche Flächen überflutet. Das Finanzministerium stellte gut 30 Millionen Euro für Katastrophenschutz und andere Hilfsmaßnahmen zur Verfügung.

China erlebt in diesem Sommer extreme Wetterbedingungen mit schweren Regenfällen in einigen Regionen und intensiven Hitzewellen in anderen. Am Montag gab das Nationale Meteorologische Zentrum eine orangefarbene Wetterwarnung für weite Teile des Südens, Südwestens und der Mitte des Landes sowie für Peking, Hebei und Tianjin heraus.

Laut Wetterexperten ist der Tropensturm nicht alleine für die verheerenden Überflutungen verantwortlich, denn er traf auf den für diese Jahreszeit typischen Südwestmonsun, was die Regenfälle deutlich verstärkte.

Schweiz: Erneut schwere Unwetter mit Erdrutschen

Schwere Unwetter im Alpenraum verursachen Überflutungen und Erdrutsche – Vier Todesopfer in der Schweiz

Am Wochenende gab es erneut schwere Unwetter im Alpenraum, von denen die Schweiz und die französischen Alpen besonders hart getroffen wurden. Die Unwetter hatten Starkregen, Gewitter und Hagel im Gepäck und die Wassermassen verursachten Erdrutsche, Muren und Gerölllawinen. Starke Winde deckten Dächer ab und entwurzelten Bäume. In Nordfrankreich wurden drei Menschen getötet, als ihr Auto von einem Baum getroffen wurde. In der Schweiz gab es vier Todesopfer und zwei Vermisste.

 

Schwere Verwüstungen im Tessin

Drei der Menschen starben im Kanton Tessin infolge eines Erdrutsches, der im Maggiatal abging. Eine Person wird noch unter den Gesteinsmassen vermutet und gilt als vermisst. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieser Bürger tot ist, ist relativ groß.

Im Maggiatal wurden mehrere kleine Orte wegen Hochwasser evakuiert. Dort waren Bäche und Flüsse über die Ufer getreten. Die Visletto-Brücke in Cevio konnte dem Wasserdruck nicht standhalten und stürzte teilweise ein. Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Stromversorgung fiel aus und teilweise kam auch die Versorgung mit Trinkwasser zum erliegen.

Aus einem Ferienlager in Mogno mussten 70 Personen in Sicherheit gebracht werden. Zusätzlich prüfte der Katastrophenschutz die Evakuierung von zusätzlichen 300 Personen, die für eine Sportveranstaltung zusammengekommen waren.

Hochwasser im Kanton Wallis

Im Kanton Wallis starb ein Mann, der tot in einem Hotel aufgefunden worden war, nachdem Wassermassen in das Gebäude eingedrungen waren. Vermutlich wurde er vom Wasser überrascht und ertrank. Im Binntal gilt eine weitere Person als vermisst.

Die Rhône und viele ihrer Zuflüsse traten nach Starkregen über die Ufer. Zusätzlich verstärkt die immer noch anhaltende Schneeschmelze die Überflutungen. In Zermatt gab es ebenfalls erneutes Hochwasser.

Vielerorts kam es zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen. So musste der Simplon-Pass gesperrt werden. Auch der Zugverkehr wurde beeinträchtigt.

Cascata di Noasca in Italien erzeugt spektakuläre Wasserfontänen

Auch Norditalien blieb von den Unwettern nicht verschont. Besonders hart traf es den Ort Noasca, wo Touristen in Sicherheit gebracht werden mussten. Ein sonst kleiner Wasserfall führte so viel Wasser, dass gewaltige Wassermassen aus dem Berg hervorschossen und den Bach am Fuße des Wasserfalls in einen reißenden Strom verwandelten. Normalerweise ist die Cascata di Noasca ein beliebtes und beschauliches Touristenziel.

Schweiz: Überflutungen nach Unwettern

Starke Unwetter tobten über Teilen der Schweiz – Mehrere Personen vermisst

Am Freitag und Samstag tobten über Teilen der Schweiz heftige Unwetter mit Gewittern und Starkregen, die zahlreiche Flüsse und Bäche über die Ufer treten ließen. Es kam zu massiven Überflutungen, die starke Schäden verursachten. Mindestens drei Personen gelten als vermisst.

Laut den Wetterdiensten fielen innerhalb von 24 Stunden 125 Millimeter Regen, fast so viel wie sonst im gesamten Monat Juni. Dazu kamen mehr als 7000 Blitzeinschläge.

Besonders betroffen waren die Kantone Graubünden und Wallis, die im Süden der Schweiz liegen. Im Wallis war der beliebte Urlaubsort Zermatt von der Umwelt abgeschnitten, und die Situation wurde als kritisch beschrieben: Erdrutsche und Schuttlawinen blockierten eine wichtige Zufahrtsstraße und die Bahnstrecke, die in den Ort am Fuße des Matterhorns führen. Der Triftbach und die Vispa traten über die Ufer und verursachten Überschwemmungen. Das Ortszentrum war von der Katastrophe nicht betroffen und Touristen dort waren nicht in Gefahr. Allerdings wurden Wanderwege in der umliegenden Bergwelt geschlossen.

Auch anderswo gingen Geröllmassen ab, die Zufahrtswege blockierten und Häuser zerstörten. So wurden im Misoxtal vier Personen verschüttet. Es gab einen Erdrutsch, in dem sich auch metergroße Felsbrocken hangabwärts bewegten. Sie hinterließ eine Spur der Verwüstung und bis zu 4 Meter mächtige Hangrutschmassen. Vier Personen wurden verschüttet. Eine Frau konnte lebend geborgen werden. Drei weitere Opfer gelten als vermisst, wobei ihre Chancen, lebend geborgen zu werden, als gering gelten. Das Misoxtal liegt im Kanton Graubünden, nördlich des Comer Sees. Es wurden 230 Menschen in Sicherheit gebracht und nur Einsatzkräfte durften das Tal betreten. Die Bevölkerung wurde gewarnt, Keller und Tiefgaragen zu betreten, da Sturzflutgefahr herrschte. Es kollabierte auch ein 200 Meter langes Stück der Autobahn A 13.

Hochwasseralarm galt auch entlang der Rhone, die durch den Genfer See fließt. Die Unwetter machten natürlich nicht an der Schweizer Grenze halt und so waren auch italienische und französische Nachbarregionen betroffen.

Im Norden der Schweiz fielen die Niederschläge nicht ganz so heftig aus, dennoch galt hier aufgrund des Hochwasserrisikos die Warnstufe 4 auf einer 5-stufigen Skala. Betroffen war hier abermals die Bodenseeregion.

Starkregen in Ecuador verursacht Erdrutsch

Seit dem Wochenende zieht ein gewaltiges Tiefdrucksystem über Mittelamerika und den Norden Südamerikas hinweg und bringt neben starken Winden Unwetter mit sich. Es kam zu erheblichen Niederschlägen, die weite Landstriche überfluteten und sekundäre Naturkatastrophen wie Erdrutsche und Schlammlawinenabgänge auslösten.

Erdrutsch in Ecuador

Besonders stark traf es Ecuador, wo es zu einem Erdrutsch kam, der die Stadt Banos de Agua Santa heimsuchte. Es wurden zahlreiche Gebäude verschüttet und mindestens 8 Personen getötet. 19 Menschen erlitten Verletzungen. Zuerst galten 30 weitere Personen als vermisst, doch sie wurden inzwischen gefunden. Banos de Agua Santa liegt im Zentrum Ecuadors, südlich der Hauptstadt Quito. Es handelt sich um eine gebirgige Region an der nördlichen Basis des Vulkans Tungurahua, der in den Rio Negro entwässert. Der Pegel des Flusses stieg bedenklich an. Der Vulkan war übrigens zuletzt 2014 aktiv. Im Jahr 2020 kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass die Westflanke des Tungurahuas von einem Kollaps bedroht ist.

Die Unwetter brachten so große Regenmassen mit sich, dass auch der Betrieb von drei Wasserkraftwerken gestört wurde.

In Mittelamerika traf es das kleine Land El Salvador am schlimmsten, dort wurden die Alarmstufe Rot von der Katastrophenschutzbehörde ausgerufen. In Guatemala wurde der Flugverkehr beeinträchtigt und Flüge umgeleitet.

Bereits am Wochenende streckte das Sturmsystem seine Finger bis nach Mexiko aus. Dort kam es auf der Yucatan-Halbinsel zu Unwettern, von denen der Ort Chetumal am schlimmsten getroffen wurde. Hier konnte die Kanalisation die Regenmassen nicht abführen und ganze Stadteile wurden überflutet. Bilder zeigen Passanten, die hüfthoch durchs Wasser warten. Zu bedenken gilt, dass das Abwasser aus überfluteten Kanalisationen an die Oberfläche gelangt und dass das Überschwemmungswasser bakteriell kontaminiert ist.

Die Regenfälle kamen nicht unerwartet, sondern wurden von den Meteorologen vorhergesagt. Doch die Wassermengen waren größer als gedacht. Im Vorfeld der Katastrophe hatte man noch versucht, die Kanalisation zu reinigen, damit das Wasser besser abfließen kann, doch die Entwässerung blieb unzureichend. Aufgrund der Überflutungen kam es auch zu Stromausfällen und es wurden Notunterkünfte eingerichtet.

Spanien: Unwetter an der Costa Blanca

Starke Unwetter an der Costa Blanca – Straßen verwandelten sich in Flüsse

Das starke Unwetter, das am Dienstagmittag auf Mallorca wütete und den Flughafen außer Betrieb setzte, zog zuvor über die spanische Festlandküste und verursachte dort ebenfalls starke Überflutungen. Besonders hart traf es beliebte Ferienorte an der Costa Blanca. Hier wurden die Regionen Alicante und Valencia besonders stark getroffen. Auch die Provinzhauptstadt Murcia wurde von den Unwettern heimgesucht. Sie brachten neben starken Winden, Hagel und Blitzschlägen auch Starkregen mit sich. In Murcia sollen innerhalb von 40 Minuten bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen sein. Bilder zeigen, wie sich Straßen in reißende Flüsse verwandelten, die alles fortrissen, was nicht niet- und nagelfest war. Auch Autobahnen und Agrarflächen wurden überflutet. Zuvor herrschte in der Region eine langanhaltende Dürre, und die Böden waren ausgetrocknet und verkrustet, weshalb sie die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Ob die Unwetter die Dürre nachhaltig beendeten oder ob sie nur ein Intermezzo waren, werden die nächsten Wochen zeigen.

Zu verheerenden Unwettern kommt es aktuell auch in einem anderen spanischsprachigen Land: In Teilen von Chile herrscht eine ungewöhnliche Wetterlage, aufgrund derer regional die Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen wurde. Besonders betroffen ist die Region Bío Bío, wo nach Starkregen der Fluss Vergara über die Ufer getreten ist und die Gemeinde Nacimiento überflutet wurde. Ein Stadtteil musste evakuiert werden, wobei besonders ältere Personen von Hilfskräften aus bereits überfluteten Häusern gerettet werden mussten. Inzwischen heißt es auch am größeren Fluss Biobio „Land unter“ und die chilenische Regierung rief den Katastrophenfall aus. Über mehrere andere Regionen im Zentrum von Chile wurde die Warnstufe „Gelb“ verhängt. Es wurden Erdrutsche gemeldet, die Straßen verschütteten.

Ähnlich wie Spanien litten auch Teile von Chile unter einer langanhaltenden Dürre, die bis zum letzten Herbst dauerte. Seitdem kommen aus Richtung Pazifik immer wieder extrem feuchte Luftmassen, die Unwetter und Starkregen mit sich bringen. Meteorologen bezeichnen dieses Phänomen als atmosphärische Flüsse. Atmosphärische Flüsse sind lange, schmale Bänder in der Atmosphäre, die große Mengen an Wasserdampf transportieren, ähnlich wie Flüsse auf der Erde Wasser transportieren. Diese „Flüsse“ können Hunderte bis Tausende Kilometer lang und nur wenige Hundert Kilometer breit sein. Sie spielen eine entscheidende Rolle im globalen Wasserzyklus und sind verantwortlich für den Transport eines erheblichen Anteils des Wasserdampfs von den Tropen zu den höheren Breiten. Im Zuge des Klimawandels scheint sich auch dieses Naturphänomen zu verstärken.

Für die aktuellen Unwetter zeichnet sich allerdings ein extrem großes Tiefdrucksystem über dem Pazifik verantwortlich, das seine Kaltluftfronten über das Festland schickt. Dort trifft die kalte Luft auf warme Luftmassen, was die Unwetter erzeugt.

Mallorca: Flughafensperrung aufgrund von Überflutung

Flughafen auf Mallorca wurde überflutet – Betrieb zeitweise ausgesetzt

Auf der spanischen Ferieninsel Mallorca kam es gestern zu einem starken Gewitter, in dessen Folge der Flugbetrieb am Flughafen zeitweise ausgesetzt wurde. Davon betroffen waren sowohl Starts als auch Landungen. Einige Maschinen mussten nach Barcelona umgeleitet werden. Das Unwetter brachte Starkregen mit sich, wobei bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Laut dem spanischen Wetterdienst gingen davon fast 44 Liter innerhalb einer Stunde am Flughafen und im Bereich von Playa de Palma nieder. Die Kanalisation konnte die enormen Wassermassen nicht abführen, was zu Überflutungen führte. Das Vorfeld des Flughafens stand knietief unter Wasser, und auch am Terminal kam es lokal zu Wassereinbrüchen und Überschwemmungen. Bilder zeigen Flugzeuge, die im Wasser stehen, und Flughafenpersonal, das sich durch das Wasser bewegt.

Nicht nur der Flughafen wurde von Überflutungen heimgesucht, sondern auch zahlreiche Restaurants, Geschäfte und Privathaushalte wurden von dem Wasser überrascht, das Keller flutete und sogar in ebenerdige Etagen eindrang. Der Autoverkehr wurde stark beeinträchtigt, da auch Straßen unter Wasser standen. Abends floss das Wasser ab, und die Menschen begannen mit Aufräumarbeiten und der Begutachtung der Schäden.

Die Niederschläge waren lokal sehr unterschiedlich: An der Balearen-Universität UIB fielen weniger als 5 Liter Regen. Dennoch beschlossen die Behörden abends, die Unwetterwarnstufen aufrecht zu erhalten. Im Inselsüden galt die Warnstufe Orange, während für das Inselinnere die Warnstufe „Gelb“ galt.

Heftige Gewitter sind auf Mallorca keine Seltenheit mehr. Zuletzt sorgte ein starkes Gewitter im August letzten Jahres für Schlagzeilen. Die Unwetter bringen immer öfter Starkregen mit sich. Ein Grund hierfür könnte in der Erwärmung der Ozeane und speziell des Mittelmeeres liegen. Infolge des Klimawandels ist mit einer weiteren Zunahme von Extremwetterereignissen zu rechnen. Dazu zählen auch Dürren, die das Waldbrandrisiko erhöhen.

Dramatisches Hochwasser durch Überflutungen in Süddeutschland

Hochwasserlage in den Flutgebieten von Bayern und Baden Württemberg dramatisch – Vier Todesopfer

In weiten Teilen Süddeutschlands heißt es weiter „Land unter“. Besonders betroffen sind Bayern und Baden-Württemberg, wobei sich die Situation in letzterem Bundesland langsam etwas entschärft. Doch mit dem zurückweichenden Wasser werden die Schäden erst richtig sichtbar. So wurden beim Abpumpen eines vollgelaufenen Kellers in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) zwei Leichen entdeckt. Über die Identität der Flutopfer wurde noch nichts bekannt gegeben. Vermutlich handelt es sich um Hausbewohner, die im Keller ihr Hab und Gut retten wollten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden und ertranken. Es ist auch möglich, dass sie im Wasser standen und einen Stromschlag bekamen. In vielen Orten wurde vorsichtshalber bereits die Stromversorgung unterbrochen.

Aus Bayern wurden ebenfalls zwei Tote gemeldet. Dabei handelt es sich um Feuerwehrleute, die im Einsatz umkamen, als ihre Boote kenterten. Vermutlich wurde ihnen ihre schwere Ausrüstung zum Verhängnis.

Während die Pegel kleinerer Bäche und Flüsse vielerorts zurückgingen, steigt der Wasserstand vieler größerer Flüsse erheblich an. So verschärfte sich in der Nacht die Situation in Ostbayern weiter. Der höchste Pegel der Donau wird noch erwartet. Passau erwartet den Höchststand der Donau am Dienstagnachmittag bei etwa 9,40 Metern. Der Inn-Pegel steigt ebenfalls weiter. Viele Dämme stehen unter Druck und drohen zu brechen, was Evakuierungen in mehreren Orten notwendig machte. Vereinzelt brachen in den letzten Tagen bereits Dämme. In vielen Gemeinden wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Gebrochen ist auch eine Lärmschutzwand an der B10 in Ebersbach. Sie gab dem enormen Wasserdruck der über die Ufer getretenen Fils nach. In der Folge schoss eine Flutwelle über die Bundesstraße, auf der noch Fahrzeuge unterwegs waren, obwohl sich schon zuvor Wasser dort angesammelt hatte. Verletzt wurde niemand, dafür gibt es ein spektakuläres Video des Geschehens.

Der Zugverkehr ist weiterhin stark beeinträchtigt. Die Deutsche Bahn rät von Reisen nach Süddeutschland ab, und es kommt zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. Besonders betroffen sind die Strecken München-Nürnberg-Berlin und München-Stuttgart.

Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Ministerpräsident Markus Söder besuchten die betroffenen Gebiete. Sie sprachen Warnungen aus, die Situation ernst zu nehmen, versprachen staatliche Hilfe und machten den Klimawandel für die Überflutungen verantwortlich. Sicherlich trägt der Klimawandel zu den immer häufiger auftretenden Extremwetterlagen bei, aber auch übermäßige Bebauung, Begradigung und Einfassungen von Flussläufen sowie falsche Land- und Forstwirtschaft spielen eine Rolle. Zudem könnten natürliche Phänomene wie El Niño und der Vulkanausbruch des Hunga Tonga-Hunga Ha’apai im Januar 2022, der gewaltige Mengen Wasserdampf bis in die Stratosphäre aufsteigen ließ, Einfluss haben. Selbst das aktuelle Maximum der Sonnenaktivität könnte sich auf das Klima auswirken. So traten die ersten beiden „Jahrhundertfluten“ dieses Jahrtausends in der Nähe der Sonnenmaxima auf, ebenso wie jetzt.  Hier sehe ich noch einiges an Forschungsbedarf. Alles nur auf den Klimawandel zu schieben, ist ein bisschen einfach gedacht und soll natürlich politische Entscheidungen untermauern.

Deutschland: Hochwasser im Süden spitzt sich zu

Hochwasserlage im Süden Deutschlands verschärft sich weiter – Ein Feuerwehrmann tot

Das Hochwasser in Teilen Süddeutschlands verstärkte sich am Samstag und erreichte immer neue Höchststände. Eine nachhaltige Entspannung der Lage ist noch nicht in Sicht. Die Wetterdienste prognostizieren weitere Regenfälle, die sich erst langsam abschwächen. Erst am Dienstag soll sich das Wetter deutlich bessern. Solange müssen die von Starkregen geplagten Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen noch durchhalten im Kampf gegen das Wasser.

Besonders betroffen sind die Bodenseeregion und die Schwäbische Alb sowie die Regionen um Augsburg, Nürnberg, Bamberg und Regensburg.

Die Naturkatastrophe forderte inzwischen auch ein Menschenleben: Ein 42-jähriger Feuerwehrmann ist bei einer Rettungsmission im oberbayerischen Pfaffenhofen ums Leben gekommen. Dort trat der Fluss Ilm über die Ufer. Zusammen mit drei Kollegen war der Mann in einem Schlauchboot unterwegs, das aus nicht genannten Ursachen kenterte. Der Feuerwehrmann ertrank.

Das Unglück ereignete sich gegen 23.30 Uhr. In der Nacht setzten die Helfer die Evakuierungen im stark betroffenen Landkreis fort, einschließlich der Evakuierung zweier Altenheime. Seit Freitag halten heftige Regenfälle an, was Feuerwehr und andere Einsatzkräfte im Dauereinsatz hält.

In der Bodenseeregion, über die ich bereits gestern berichtete, spitzte sich die Lage am Samstag zu, als das Klärwerk Stockacher Aach überflutet wurde. Das Wasser drohte in ein Klärbecken einzudringen, was Einsatzkräfte mit allen Mitteln zu verhindern versuchten. Das Abwasser drohte über den Fluss in den Bodensee gespült zu werden und den größten See Deutschlands mit Bakterien zu belasten.

Erdrutsch legte Bahnstrecke lahm

Es kam auch zu mindestens zwei kleineren Erdrutschen. Einer ereignete sich im Landkreis Ravensburg, wo eine Straße teilweise unterspült wurde und abrutschte. Größer war ein Erdrutsch im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd, wo eine Bahnstrecke betroffen war. Ein ICE mit 185 Fahrgästen wurde von einem Erdrutsch erfasst und zwei Waggons entgleisten. Auf der parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Straße wurde ein Auto beschädigt. Verletzte gab es jedoch keine.

Neue Diskussion um Pflichtversicherung gegen Elementarschäden

Die in immer kürzeren Abständen erfolgenden Überflutungen und Hochwasserkatastrophen haben auch die Diskussion um eine bundesweite Pflichtversicherung gegen Elementarschäden erneut entfacht. Am 20. Juni werden die Länderchefs mit Bundeskanzler Olaf Scholz darüber beraten. Ich frage mich, ob die Politiker mal einen Blick auf die Börsenkurse der Versicherer geworfen haben, die schon die Hauptgewinner einer weiteren staatlich geförderten Versicherung sind: Die Riester-Rente! Für den Anleger ein Flop, für die Versicherer Top! Anstatt weiter Geld in die Kassen einzelner börsennotierter Unternehmen zu spülen, wäre vielleicht ein Staatsfonds oder Sondervermögen besser geeignet, um den Kosten von Naturkatastrophen zu begegnen, die infolge des Klimawandels immer öfter auftreten und auch stärker ausfallen. Anstatt mit dem Geld der Kohlendioxidsteuer die Rentenlöcher zu stopfen, wäre es vielleicht in so einem Sondervermögen oder Fonds gut angelegt! Ansonsten spricht natürlich nichts dagegen, wenn sich Hausbesitzer in gefährdeten Regionen freiwillig versichern.

Übrigens: Waren zu Anfang der Flutkatastrophe kleinere Gewässer betroffen, erreichen die Wassermassen nun die größeren Flüsse wie Donau, Neckar und Rhein. Hier könnte es Stromab in den nächsten Tagen ebenfalls zu Überflutungen kommen.