Spanien: Opferzahlen nach Flutkatastrophe bei Valencia steigen

Satellitenfotos des Überflutungsgebiets bei Valencia in Spanien. © Copernicus/ESA

Zahl der Opfer der Flutkatastrophe bei Valencia steigen stetig – 140 Todesopfer bestätigt, hunderte Vermisste

In Spanien gedenkt man den Opfern der verheerenden Flutkatastrophe vom 29. Oktober mit dreitätiger Staatstrauer, während noch lange nicht alle Opfer geborgen wurden. Die Opferzahlen steigen fast stündlich und werden heute Nachmittag mit 140 angegeben. Bis heute konnte oder wollte man die Zahl der Vermissten nicht nennen, doch es ist von hunderten die Rede. Auch zwei Tage nach dem verheerenden Starkregen, bei dem innerhalb von 8 Stunden bis zu 481 Liter Wasser auf den Quadratmeter fielen, sind noch immer zahllose Menschen in Fahrzeugen und Häusern eingeschlossen und warten auf ihre Rettung.

Der Zivilschutz schätzt, dass ca. 1.200 Personen weiterhin in Fahrzeugen auf den Autobahnen A3 und A7 festsitzen, da Teile der Strecke weiterhin unpassierbar sind. Gut 5000 Fahrzeuge sind im Großraum Valencia gestrandet, teilweise noch mit ihren Fahrern und Passagieren an Bord. Tausende Personen sollen in Einkaufszentren, Gebäuden und Zügen gestrandet sein. Den Rettungskräften solle es aber inzwischen gelungen sein, alle Regionen des Katastrophengebiets zu erreichen.

Katastrophe teilweise vom Menschen verschuldet

Der Copernicus-Dienst der ESA aktivierte sein Notfallkartierungsprogramm und stellte Satellitenbilder des Überschwemmungsgebiets zur Verfügung. Auf den Vergleichsaufnahmen ist zu erkennen, dass sich südlich von Valencia die Albufera-Lagune befindet, die durch die Überflutungen stark vergrößert wurde. Es scheint, als würde ein Damm entlang der Küste verhindern, dass das Wasser aus dem überfluteten Gebiet abfließen kann. Die Lagune ist natürlichen Ursprungs und war ursprünglich deutlich größer als heute. Doch schon vor Jahrhunderten begann der Mensch, sie trockenzulegen und verschloss Durchlässe im Damm mit Schleusen, um zu verhindern, dass bei Stürmen Meerwasser in die inzwischen ausgesüßte Lagune eindringt. Das durch die Trockenlegung gewonnene Land wird landwirtschaftlich genutzt, und hier befindet sich eines der größten Reisanbaugebiete Europas. Es gilt kritisch zu hinterfragen, inwieweit fehlerhafte Landschaftsplanung, Bebauung und die Trockenlegung küstennaher Feuchtgebiete die Katastrophe begünstigten oder verstärkten. Wir stehen vor erheblich veränderten klimatischen Bedingungen. Es ist schon schwer die genauen Wirkungen des Klimawandels zu prognostizieren und es ist noch schwerer vorhersagen, wie er sich auf bestimmte Regionen auswirken wird und welche Eingriffe des Menschen in die Natur sich wie auswirken werden. Was bis jetzt funktionierte, muss es künftig nicht mehr tun. Letztendlich gehören sämtliche große Eingriffe in die Landschaft auf den Prüfstand.

Warnungen waren nicht ausreichend

Natürlich wird jetzt die Frage gestellt, ob es ausreichende Warnungen der Bevölkerung gab. Es wurden zwar Unwetterwarnungen herausgegeben und der höchste Alarmstatus ausgerufen, doch nicht jeder Bürger wusste davon. Viele sagen, dass in den Medien und über Durchsagen erst gewarnt wurde, als den Menschen das Wasser schon bis zum Hals stand. Erinnerungen an die Ahr-Tal Katastrophe von 2022 werden wach, als auch in Deutschland das Warnsystem versagte. Diesbezüglich wurde gestern Abend bei uns um 19 Uhr Probealarm gegeben. Zuerst wurde das Cellbroadcast-System der Mobiltelefone aktiviert, dann heulten die Sirenen. Doch was soll ich sagen: Einzig die beiden neusten Google- und Apple-Smartphones in unserem Haushalt erhielten die Warnung, während drei ältere Geräte stumm blieben.

Warnungen über weitere Unwetter gibt es indes auch wieder für das spanische Katastrophengebiet. Der Alarmstatus steht wieder auf „Orange“. Auch auf den Ballearen wird vor möglichen Unwettern gewarnt. Der Oktober zählte schon immer zu den regenreichsten Monaten im Mittelmeerraum, doch was da in den letzten Jahren runterkommt, nimmt besorgniserregende Dimensionen an. Als Urlauber sollte man sich künftig gut überlegen, ob man den Herbst für Reisen in den Mittelmeerraum nutzt. Wenn man sich dafür entscheidet, sollte man sich auch für Notfälle rüsten und vergewissern, ob das Smartphone cellbroadcastfähig ist, obwohl das kein Garant dafür ist, dass man auch Warnungen erhält.

Spanien: Unwetter verursachen Fluten und Hagelschlag

Erneut starke Unwetter in Spanien – Starke Überflutungen und Hagelschlag gemeldet

Nachdem es in der Nacht zum Montag zu starken Unwettern im Bereich der Balearen kam und auf Mallorca große Überflutungen verursacht wurden, erreichten die Unwetter in der letzten Nacht die spanische Festlandküste und richteten vor allem im Südosten starke Zerstörungen an. In Andalusien wurden zahlreiche Gewächshäuser zerstört und Fahrzeuge bis zum Totalschaden beschädigt.

Besonders hart traf es die Regionen um Valencia und Almería, die von sintflutartigen Regenfällen und Hagel heimgesucht wurden, was massive Schäden verursachte. Videoaufnahmen zeigen niederprasselnde Hagelbälle die fast so groß wie Orangen waren.

In Utiel, einem Ort ein paar km westlich von Valencia, fielen innerhalb von 10 Stunden etwa 250 mm Regen. Hier, und in Ejido, etwa 30 Kilometer westlich von Almería, verursachte das Unwetter Chaos: Straßen verwandelten sich in reißende Ströme und Autos wurden weggespült. Viele Häuser erlitten Beschädigungen und vollgelaufene Keller.

Die Schäden sind immens:  Bauern in der Region berichten von dramatischen Ernteausfällen. Eine Bäuerin schilderte, dass das Plastik der Gewächshäuser zerrissen und voller Löcher sei, was den Verlust eines Großteils der Ernte bedeutet. Die Region ist für ihre bedeutende Rolle in der Obst- und Gemüseproduktion bekannt, was die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Wetterkatastrophe verstärkt.

Die Regenfälle hörten nachts nicht auf, denn bis heute Abend galten in vielen Regionen der spanischen Mittelmeerküste, aber auch für weiter ins Landesinnere hineinreichende Regionen die höchste Unwetterwarnstufe „Rot“. Im Landesinneren stand die Warnampel teilweise auf Gelb. Es wurden weitere starke Regenfälle prognostiziert, die bis zu 180 mm Niederschlag bringen sollten.

Die Unwetter hängen mit einer besonderen Wettersituation zusammen, bei der warme Luftmassen aus dem Süden und kalte Luftmassen aus dem Norden zusammentreffen. Zudem liefert das aufgeheizte Mittelmeer viel Feuchtigkeit und Energie, was die Unwetter weiter befeuert. Eine Mitschuld trägt der anthropogene Klimawandel. In diesem Zusammenhang erschüttert mich das wunderliche Verhalten der Regierungen und insbesondere der EU, die z.B. mehr an stabil hohen Preisen für Elektroautos interessiert zu sein scheint, anstatt es den Normalbürgern zu ermöglichen, E-Autos aus China zu kaufen, die fast halb so teuer sind wie die europäischer Anbieter, bevor sie mit Strafzöllen und Steuern teurer gemacht werden als vergleichbare Autos aus EU-Produktion. Diese Marktregulierung kann nur nach hinten losgehen, genau so wie die gesamte Verbotsstrategie.

Mallorca: Flutkatastrophe nach Unwetter am 28.10.24

Unwetter auf Mallorca verursacht Überflutungen – Höhlentour von VGeV-Mitgliedern gecancelt

In der Nacht zum Montag wurde des Deutschen liebste Ferieninsel -Mallorca- ein weiteres Mal von heftigen Unwettern und starken Regenfällen heimgesucht. In den Gemeinden Campos und Petra wurden Spitzenwerte in Bezug auf den Niederschlag gemessen:  Pro Quadratmeter gingen bis zu 101 Litern Regen nieder. Auch in anderen Teilen der Insel, darunter Porreres und Palma, wurden erhebliche Niederschläge gemessen.

Aufgrund des starken Regens mussten fünf Personen von der Feuerwehr aus ihren Fahrzeugen befreit werden, die im Hochwasser eingeschlossen waren. Die Fahrzeuge wurden wie Spielzeuge von den Fluten mitgerissen. Zudem kam es zu großflächigen Überschwemmungen und zu vollgelaufenen in Kellern und Tiefgaragen.

Die schweren Regenfälle führten zur Sperrung zahlreicher Straßen, darunter auch die Schnellstraße zwischen Palma und Manacor sowie die Ringautobahn von Palma. Von den Verkehrsbehinderungen waren insbesondere die MA-2203, die MA-4015 in Richtung Cales de Mallorca sowie mehrere Abschnitte der MA-15 betroffen. Auch auf der Ringautobahn von Palma kam es zu langen Staus. Zusätzlich war der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Petra und Manacor zeitweise unterbrochen.

Besonders dramatisch war die Lage in Porto Cristo im Osten Mallorcas, wo der Bach Torrent de Llebrona in einer Sturzflut über die Ufer trat und Hochwasser verursachte. Urlauber und Einheimische wurden zur Vorsicht aufgerufen, da das Wasser voraussichtlich weiter ansteigen würde.

Bis zum frühen Montagmorgen galten inselweit Wetterwarnungen, die inzwischen aufgehoben wurden. Für den restlichen Montag ist überwiegend sonniges Wetter mit Temperaturen bis zu 25 Grad angesagt, während am Dienstag bereits die nächsten Unwetter drohen.

Höhlentour von VGeV-Mitgliedern muss verschoben oder abgesagt werden

Tatsächlich befinden sich zwei Mitglieder der Vulkanologischen Gesellschaft auf Mallorca, die sich dort zu einer Höhlentour trafen. Ein der beiden wurde im Auto von der Sturzflut in einem der Wasserabläufe überrascht und konnte sich gerade so noch in Sicherheit bringen. Die Höhlentour scheint aufgrund der Wetterlage erst einmal gecancelt zu sein.

Ich selbst wurde letzte Woche Zeuge der Regenfälle in Catania, wobei ich das eigentliche Hochwasser nicht mitbekam. Auch auf Stromboli kam es zu starken Regenfällen, die ein weiteres Mal Lahare auslösten. In der Folge der Unwetter kam ich nicht bis zum Stromboli, sondern nur nach Vulcano. Am Ätna konnte ich feststellen, dass sich auf den Straßen Lavaschutt angesammelt hatte, der von den Wassermassen mitgerissen wurde. Zu dieser Zeit kam es auch zu massiven Überschwemmungen in Norditalien und Frankreich. Diese Art der Unwetter häufen sich in den letzten Monaten signifikant. Eine Mitschuld tragen die viel zu hohen Wassertemperaturen des Mittelmeers.

Hurrikan, Taifun und Monsun: Überflutungen rund um die Welt

Drei große Überflutungsgebieten auf unterschiedlichen Kontinenten: USA – Zentralafrika und Nepal

Die Bilder, die uns in diesen Tagen aus drei völlig verschiedenen Regionen der Welt erreichen, gleichen sich auf dramatische Weise: Braune Wassermassen wälzen sich durch Flussbetten und reißen nicht nur Bäume und Fahrzeuge mit, sondern ganze Häuser. Umgeknickte Strommasten, weggespülte Brücken und Straßen, überflutete Äcker. Dort, wo die braunen Fluten zurückweichen, hinterlassen sie Schlamm, Unrat und Verzweiflung. Erschreckend, wie sich die Bilder aus den USA, Zentralafrika und Nepal gleichen. Dabei sind das nicht die einzigen Katastrophengebiete, sondern nur die schlimmsten. Am Wochenende hatte ein Taifun auch die Philippinen und Taiwan schwer getroffen. Doch hier gab es nur wenige Todesopfer, anders als etwa in den USA.

Mindestens 180 Tote nach Hurrikan „Helene“ – 600 Personen werden noch vermisst

Vor einer Woche wütete Hurrikan „Helene“ über dem Südosten der USA, wo er über sechs Bundesstaaten hinwegzog. Der Hurrikan schwächte sich nach seinem Landfall in Florida zwar schnell ab und wurde zu einem Tropensturm herabgestuft, doch er brachte unvorstellbare Niederschlagsmengen mit sich, die in den letzten Tagen schwere Überflutungen sowie Erdrutsche verursachten. Neben Florida traf es South Carolina besonders schlimm, wobei das ganze Ausmaß der Schäden erst nach und nach sichtbar wird. Kleine Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten und nur schwer erreichbar. Bis jetzt wurden 180 Todesopfer bestätigt, 600 Personen gelten als vermisst. Gut 1,3 Millionen Menschen sind von der Stromversorgung abgeschnitten, und auch Trinkwasser gibt es nicht überall. Zahlen und Daten, wie man sie aus einem Entwicklungsland erwarten würde, wie z.B. in Niger oder Somalia.

Über 1000 Todesopfer in Zentralafrika

Ungewöhnlich starke Monsunregenfälle, die sich infolge eines Klimaphänomens verlagert haben, sorgten für Überflutungen in einem breiten Streifen West- und Zentralafrikas. In mehreren Staaten sind hier gut 4 Millionen Menschen von den Überschwemmungen direkt betroffen. Bis letzte Woche wurden bereits über 1000 Todesopfer bestätigt, wobei es eine große Dunkelziffer geben dürfte. Es fehlt an allem, und es drohen Krankheiten und Epidemien wie Cholera. Immerhin, weite Teile der Sahara ergrünen.

Zahlreiche Tote in Nepal

Letzten Donnerstag kam es in Nepal ebenfalls zu extrem starken Monsunregenfällen. Die Zahl der Todesopfer ist laut Behördenangaben auf 193 gestiegen. 31 Menschen werden noch vermisst, und 96 Personen wurden verletzt. Die Rettungsarbeiten und die Suche nach den Vermissten dauern weiterhin an, während betroffene Familien in Sicherheit gebracht werden.

Auch bei uns in Europa und speziell in Deutschland war der September überdurchschnittlich regenreich. Die große Flutkatastrophe im Osten der Republik blieb zum Glück aus, auch wenn es an Elbe und Oder Hochwasser gab. Anders sah es in den Nachbarländern Italien, Österreich, Tschechien und Polen aus. Doch woher kommen die Wassermassen? Eine Erklärung der Meteorologen zufolge sind die hohen Meeres- und Ozeantemperaturen verantwortlich, von denen eine hohe Verdunstung ausgeht. Zudem kann warme Luft mehr Wasser aufnehmen als kalte. Treffen warme und wasserreiche Luftmassen auf kalte, kommt es zu Unwettern und starken Niederschlägen.

Der Klimawandel zeichnet sich natürlich für die Flutkatastrophen mitverantwortlich. Da die Maßnahmen im Kampf gegen den anthropogenen Anteil des Klimawandels nicht fruchten, ist ein Ende der Katastrophen nicht in Sicht. Im Gegenteil, sie werden sich weiter verstärken. Sämtliche Maßnahmen kommen 30 Jahre zu spät und werden – meiner Meinung nach – dilettantisch umgesetzt. Ein Beispiel ist der Ausbau der E-Mobilität: Es gelingt nicht, den Bürger mitzunehmen, und man erreicht nur finanzstarke und technikaffine Menschen, die bereit sind, in unnötig hochgezüchtete Fahrzeuge viel Geld zu investieren. In einem dieser Wagen in der Supra-50.000-€-Klasse werden so viele Ressourcen gesteckt wie in drei Kleinwagen. Klimaschutz geht anders!

Medien zu den Naturkatastrophen findet ihr in unserer FB-Gruppe.

Italien: Notstand wegen Überflutungen ausgerufen

Starke Regenfälle verursachten Überflutungen in Norditalien – Politische Kontroverse entbrannt

Nach starken Regenfällen in Norditalien wurde am Samstag der Notstand in den beiden Regionen Emilia-Romagna und Marken ausgerufen. Die Regierung stellte für die Betroffenen 24 Millionen Euro an Soforthilfe bereit. Die gleiche Wetterlage, die sich zuvor für das Hochwasser in Osteuropa verantwortlich zeigte, verursachte in Städten wie Bologna, Modena, Ravenna und dem Badeort Rimini Überflutungen, bei denen zahlreiche Straßen unter Wasser standen und Keller vollliefen. Mehr als 2.500 Menschen mussten evakuiert werden. Ein Feuerwehrmann ertrank, bei einem Rettungsversuch einer vom Wasser eingeschlossenen Person. Zwei weitere Personen gelten als vermisst und sind wahrscheinlich ebenfalls in den Wassermassen umgekommen. Aus Sicherheitsgründen blieben Schulen in der Regionalhauptstadt Bologna und anderen Gemeinden vorübergehend geschlossen. Die Lage begann sich am Wochenende zu stabilisieren und die Aufräumarbeiten begannen.

Parallel zu den Rettungs- und Aufräumarbeiten entfachte sich ein politischer Streit zwischen der rechten Regierung in Rom und der sozialdemokratisch regierten Region Emilia-Romagna. Katastrophenschutzminister Nello Musumeci warf der Regionalregierung vor, bereitgestellte Mittel für den Hochwasserschutz nicht korrekt verwendet zu haben. Emilia-Romagna ist besonders von Überschwemmungen betroffen; im Vorjahr starben dort 17 Menschen, und die Schäden gingen in die Milliarden. Die Vorwürfe wurden jedoch von der Opposition zurückgewiesen, die der Regierung unterstellte, aus wahltaktischen Gründen gegen die Regionalverwaltung vorzugehen. In zwei Monaten stehen in der Region Wahlen an, die traditionell als linke Hochburg gelten.

Die italienische Regierung prüft außerdem die Einführung einer Pflichtversicherung für Hausbesitzer gegen Unwetterschäden. Musumeci betonte die Notwendigkeit, dass auch Bürger Verantwortung übernehmen und nicht allein auf staatliche Hilfe setzen. Vor allem die Region Emilia-Romagna sei wiederholt von Überschwemmungen betroffen, doch auch andere Gebiete stünden zunehmend vor ähnlichen Risiken.

Der politische Streit lenkt die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie in Zukunft mit den wachsenden Herausforderungen durch extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels umgegangen werden soll.

Im Osten Deutschlands ist es bis jetzt nicht zu den prognostizierten Extremhochwasserlagen an Flüssen wie Elbe und Oder gekommen, wobei zuletzt genannter Fluss den Scheitelpunkt des Hochwassers am Wochenende noch nicht durchlebte.

Paradox: Krisentreffen eines grünen Wirtschaftsministers mit Chefs der Automobilbranche

Auch bei uns kommt immer wieder die Forderung nach einer Pflichtversicherung für Elementarschäden auf. Im Kampf gegen den Klimawandel veranstalten deutsche Politiker inzwischen einen Spagat, denn offenbar kommen teure Klimaschutzmaßnahmen auf Kosten der Bürger bei den Wählern nicht gut an, wie das schlechte Abschneiden der Grünen in den drei ostdeutschen Bundesländern, in denen im September gewählt wurde, zeigt. Auch die Linie der Politiker ist schwer nachzuvollziehen, wie der Autogipfel heute beweist, bei dem der grüne Bundeswirtschaftsminister auf Vertreter der Autoindustrie trifft, um Wege zu finden, wie man den Gewinnrückgang der Autokonzerne stoppen kann. Dabei ist es ja eigentlich genau das, was man mit einer „grünen“ Mobilitätswende erreichen will: weniger Autos auf den Straßen, dafür mehr öffentlichen Nahverkehr. Dass das nicht ohne Verluste für die Autohersteller und einen Rückgang der Steuereinnahmen für den Staat funktioniert, sollte auch den Politikern klar gewesen sein oder habe ich da was falsch verstanden? Ein gesamtgesellschaftliches Dilemma, das unsere Lebensart infrage stellt.

Europa: Teils dramatische Hochwasserlage

Überflutungen im östlichen Mitteleuropa fordern mindestens 13 Menschenleben – Teils dramatische Hochwasserlage

In Teilen Mitteleuropas kämpfen die Menschen mit einer dramatischen Hochwassersituation, bei der bisher elf Menschen ums Leben kamen. Besonders betroffen sind Österreich, Tschechien, Polen und Rumänien, wo sintflutartige Niederschläge am Wochenende weite Landstriche überflutet haben. In den Alpen gingen die Niederschläge in höheren Lagen als Schnee nieder. Steigende Temperaturen verursachen nun Schneeschmelze, die das Hochwasser weiter verschärft. In Rumänien sind bisher die meisten Todesopfer zu beklagen: Sechs Menschen kamen in den Fluten um, und mehrere Personen gelten als vermisst.

In Österreich, besonders in Niederösterreich, halten die Regenfälle an, es werden bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Die Region wurde bereits zum Katastrophengebiet erklärt. Hunderte Menschen mussten gerettet werden, während in Wien der öffentliche Verkehr stark beeinträchtigt ist. Neben der Donau führt auch der Wienfluss Hochwasser und droht, die Altstadt zu überfluten. In Österreich sind bisher fünf Menschen gestorben, darunter ein Feuerwehrmann, der beim Auspumpen eines Kellers verunglückte.

Auch in Tschechien ist die Lage dramatisch und wird als Jahrhunderthochwasser bezeichnet. Es gab einen Todesfall: Eine Person ertrank im Fluss Krasovka. Besonders betroffen ist die Stadt Litovel, wo Straßenzüge unter Wasser stehen. In Städten wie Hradec Králové und Ústí nad Labem gelten die höchsten Alarmstufen, und Hochwasserschutzwände werden errichtet.

In Polen kam ebenfalls ein Mensch ums Leben. Besonders schwer betroffen sind der Südwesten des Landes und die Region Oppeln, wo Straßenzüge und Krankenhäuser überflutet wurden. In der Nähe der tschechischen Grenze brach ein Staudamm. Die Orte Klodzko (Polen) und Krnov (Tschechien) sind infolge des Dammbruchs komplett überflutet worden. Das Kabinett unter Regierungschef Donald Tusk berät über die Ausrufung des Katastrophenzustands.

Auch im Osten Deutschlands steigen die Pegelstände, insbesondere an der Elbe. In Dresden wurde bereits die Alarmstufe 2 ausgerufen, der Pegelstand erreichte 5,63 Meter. Die Alarmstufe 3 (6 Meter) könnte bald erreicht werden. Nahe der tschechischen Grenze, in Schöna, wurde diese bereits überschritten. An der Lausitzer Neiße bei Görlitz steht das Wasser kurz vor der höchsten Alarmstufe 4. Eine Besserung der Lage ist noch nicht in Sicht und die Pegel im Osten Deutschlands könnten bis mindestens Mittwoch weiter steigen. In denn betroffenen Regionen bereitet man sich auf ein weitere Steigerung der Überflutungen vor und baut in Stadtgebieten Wasserschutzwände auf. Unzählige Sandsäcke werden befüllt um evtl. brechende Deiche entlang der Flussläufe zu stabilisieren.

Die gewaltigen Regenfälle werden durch den Zusammenprall einer Kaltfront aus dem Nordwesten mit feuchtwarmen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum verursacht. Es kam zu ein besonderen Vb-Wetterlage, die die Luftmasse zunächst in den Alpenraum und dann in den Osten Europas lenkte.

Hochwasser und Überflutungen Nachbarländern von Deutschland

In den südlich und östlich gelegenen Nachbarländern von Deutschland führt starker Dauerregen zu Überflutungen

Zusammenfassung:

  • Starker Dauerregen durch Vb-Wetterlage im Südosten von Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen
  • Niederösterreich ruft Notstand aus
  • Massive Stromausfälle in Tschechien
  • Staudamm in Polen übergelaufen
  • Hochwasseralarmstufe 1 in Dresden

In mehreren mitteleuropäischen Ländern, darunter Polen, Österreich, Tschechien und Deutschland, bereiten sich die Menschen auf schwere Überschwemmungen vor, da die Pegel vieler Flüsse durch den anhaltendem Niederschlag stark angestiegen sind. Lokal fielen bis zu 400 mm Niederschlag in wenigen Stunden. Die ungewöhnlich schweren Niederschläge finden ihren Ursprung in einer Vb-Wetterlage.

Teile von Österreich werden von starken Niederschlägen getroffen, die in Höhenlagen als Schnee niedergehen. So gingen bereits Lawinen ab und ein Wanderer starb. Da es wärmer werden soll, steigt die Schneefallgrenze und es kommt zur Schneeschmelze, was die Hochwassersituation weiter verstärkt. Die Wassermassen bereiten besonders in Niederösterreich Probleme, wo mehrere Flüsse Hochwasser führen und bereits über die Ufer getreten sind. Mehrere Straßen wurden gesperrt, und die Feuerwehr ist wegen Überschwemmungen und Sturmschäden im Dauereinsatz. In Niederösterreich wurde der Notstand ausgerufen, damit Einsatzkräfte aus nicht so starke betroffenen Regionen in die Krisengebiete verlegt werden können. Die Österreichische Bundesbahn rief dazu auf, nicht notwendige Reisen zu verschieben, da es zu Behinderungen im Zugverkehr kommt.

In Polen ist vor allem der Südwesten des Landes betroffen. Mehrere Dörfer wurden bereits evakuiert, insbesondere in der Region Oppeln. In der Nähe von Glucholazy, einer Stadt an der Grenze zu Tschechien, mussten 400 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Es wurde vor einem drohenden Dammbruch gewarnt. Der Staudamm in Miedzygorze läuft bereits seit der Nacht über. Obwohl bereits vor dem Dauerregen vorsorglich Wasser abgelassen wurde, hat er inzwischen seinen Höchststand erreicht! Die Situation sei kritisch, die Bewohner der tiefer gelegenen Dörfer würden evakuiert, teilte die Regionale Wasserwirtschaftsbehörde in Breslau mit.

Auch in Tschechien ist die Situation angespannt. Rund 60.000 Haushalte sind ohne Strom, vor allem im Nordwesten des Landes. Bäume, die aufgrund durchnässter Böden umgestürzt sind, beschädigten Stromleitungen. Zudem sind einige Dörfer, wie Mikulovice, stark von den Wassermassen betroffen. In der Region Mährisch-Schlesien sowie in der Umgebung von Olomouc herrscht nach Angaben der Behörden eine akute Gefahrenlage. Durch heftige Regenfälle haben selbst kleine Bäche reißende Ströme gebildet, was zu großflächigen Überschwemmungen führte. Tausende Menschen müssen evakuiert werden. Einige Betroffene konnten nur mit Booten gerettet werden. Bilder zeigen überflutete Straßen, mit Autos die im Wasser treiben.

Meteorologen erwarten, dass die Flusspegel weiter steigen, denn obwohl es heute in einigen Gebieten aufhören könnte zu regnen, sind am Montag weitere Starkregenereignisse sowie Dauerregen vorausgesagt.

Auch in Deutschland, besonders im Südosten Bayerns und in der Lausitz, kam es bereits zu Überschwemmungen. Die Behörden warnen, dass die Niederschläge in den kommenden Tagen die Hochwassergefahr weiter verschärfen könnten. In Dresden steigt der Pegel der Elbe weiter und es wurde die Hochwasseralarmstufe 1 ausgerufen.

In vielen Regionen entlang von Elbe und Donau drohen in den kommenden Tagen extreme Überflutungen, die ähnliche Ausmaße wie 2002 und 2013 annehmen könnten. Die Bewohner der Region sollten sich darauf vorbereiten und ihre Wertsachen aus Kellern und Erdgeschossen in höhere Stockwerke verlagern.

Taifun Yagi erreicht Vietnam

Supersturm Yagi richtet große Zerstörungen in Südostasien an und forderte fast 80 Menschenleben

Taifun Yagi gilt als der stärkste Taifun der diesjährigen Saison und richtete bereits in der letzten Woche große Schäden im Süden Chinas und auf den Philippinen an. Dort starben bereits 24 Personen. Am Wochenende erreichte Yagi Vietnam. Obwohl sicher der ehemalige Taifun zu einem Tropensturm abschwächte, verursachte er große Zerstörungen: sie kamen weniger durch die starken Winde zustande, sondern viel mehr durch die gewaltigen Regenmassen, die das mit dem Sturm assoziierte Tiefdruckgebiet mit sich brachte. Es kam zu starken Überflutungen und zahlreichen Erdrutschen, in deren Folge mindesten 59 Menschen starben und hunderte Personen verletzt wurden.

Yagi erreichte am Samstag die Nordostküste Vietnams und führte auch zu Unterbrechungen in der Strom- und Telekommunikationsversorgung, insbesondere in den Regionen Quang Ninh und Haiphong.

In der Provinz Hoa Binh im Norden Vietnams starb eine vierköpfige Familie, als heftiger Regen einen Berghang zum Einsturz brachte. Weitere Opfer wurden durch umstürzende Bäume und umherfliegende Trümmer getötet. Auch Boote sanken in dem Sturm. Am Sonntagnachmittag kamen zudem sechs Menschen, darunter zwei Kleinkinder, bei einem Erdrutsch in den Hoang Lien Son-Bergen ums Leben.

In der UNESCO-Weltkulturerbestätte Ha Long Bucht wurden am Sonntagmorgen erhebliche Schäden an Fischerbooten festgestellt, nachdem 30 Schiffe von starken Winden und Wellen versenkt worden waren. Insgesamt beschädigte der Taifun fast 3.300 Häuser und verwüstete mehr als 120.000 Hektar Ackerland im Norden Vietnams.

Die Wetterbehörden warnten am Montag vor weiteren Überschwemmungen und Erdrutschen, da in den letzten 24 Stunden Regenmengen zwischen 208 mm und 433 mm gemessen wurden. Das Nationale Zentrum für hydrometeorologische Wettervorhersage betonte die Bedrohung, die Überschwemmungen und Erdrutsche für Umwelt und Menschen darstellen, und wies auf besonders hohe Risiken in den Provinzen Lang Son, Cao Bang, Yen Bai und Thai Nguyen hin.

Studien deuten darauf hin, dass sich Taifune aufgrund des Klimawandels schneller intensivieren, näher an der Küste entstehen und länger über Land verbleiben. (Quellen Reuters/AFP/X)

Marokko: Überflutungen fordern Menschenleben

Schwere Überflutungen in Marokko kosten mindestens 11 Menschen das Leben – Ein Ausländer unter den Opfern

Das nordafrikanische Marokko ist normalerweise für sein arides Klima und wüstenhafte Landschaften bekannt, doch derzeit herrscht dort Land unter, da ungewöhnlich heftige Niederschläge zu Überflutungen führten, von denen nicht nur Marokko betroffen ist, denn in mehreren Staaten nördlich der Sahara gibt es starke Regenfälle und Überflutungen, darrunter auch in Algerien.

Besonders stark traf es die Provinzen Tata, Tiznit und Errachidia, wo mindestens elf Menschen ums Leben kamen und neun weitere Personen vermisst werden. Eines der Todesopfer soll eine ausländische Staatsangehörigkeit gehabt haben, wobei noch unklar ist, ob es sich um einen Touristen handelt.

Laut offiziellen Angaben zerstörten die Überschwemmungen etwa 40 Häuser, beschädigten 93 Straßen und unterbrachen die Versorgung mit Strom, Wasser und Telefon in verschiedenen Dörfern. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Niederschlagsvolumen, das innerhalb von zwei Tagen fiel, den jährlichen Durchschnitt für diese Regionen überstieg. In Ouarzazate beispielsweise wurden innerhalb von nur drei Stunden 47 Millimeter Regen gemessen.

Die marokkanischen Behörden berichteten von einem ungewöhnlichen Klimaphänomen, das die südlichen Regionen des Landes traf und für die schweren Überschwemmungen verantwortlich ist. Doch nicht nur der Süden Marokkos wurde von den Niederschlägen betroffen, auch in großen Teilen der nördlichen Sahara kam es in diesen Tagen zu starken Regenfällen. Ursache dafür ist die nordwärts gerichtete Verlagerung der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ), ein Bereich um den Äquator, wo Passatwinde aufeinandertreffen, was zu schwachen Winden und hoher Luftfeuchtigkeit führt. Diese Verschiebung der ITCZ, die in den letzten zehn Tagen um 1 bis 3 Grad (etwa 100 bis 300 Kilometer) erfolgte, könnte auch in unserer Region das Wetter beeinflussen und zu starken Regenfällen führen.

Diese ungewöhnlichen Wetterbedingungen führten zur Zerstörung von Infrastruktur und zur Unterbrechung lebenswichtiger Versorgungsleitungen. Auch der Süden Algeriens war von den starken Regenfällen betroffen.

Die betroffenen Gebiete in Marokko leiden seit mehreren Jahren unter einer anhaltenden Dürre, und die jüngsten Überschwemmungen haben die ohnehin durch Wassermangel belastete Region stark getroffen. Ende August lag der Wasserstand in den Staudämmen des Landes bei unter 28 Prozent der Kapazität.

Marokko hat die Folgen des Erdbebens vom 8. September 2023 nicht überwunden

Zusätzlich zu den Regenfällen trifft die Region des Atlasgebirges, die vor einem Jahr von einem schweren Erdbeben der Magnitude 6,8 erschüttert wurde, erneut ein schwerer Schlag. Damals starben mehr als 3000 Menschen, und die Bevölkerung leidet noch immer unter den Folgen des Erdbebens und der zerstörten Infrastruktur. Die starken Regenfälle verschlimmern die Situation der Menschen zusätzlich.

Überflutungen im Sudan fordern mehr als 50 Menschenleben

Die Situation im Sudan, das anders als Marokko nicht im Nordwesten, sondern im Osten Afrikas liegt, wird von Hilfsorganisationen als Desolat bezeichnet. Hier kam es bereits in der letzten Woche zu starken Überflutungen, in denen mehr als 50 Personen den Tod fanden. In dem vom Bürgerkrieg, Dürren und nun vom Hochwasser gezeichneten Staat droht eine humanitäre Katastrophe.