Mayon: Militär bereitet Evakuierungen vor

PHILVOLCS warnt vor Lahar-Gefahr am Vulkan Mayon – Armee mobilisiert Rettungskräfte

Der philippinische Vulkan Mayon ist weiterhin hochaktiv: Seine Aktivität zeichnet sich durch Domwachstum aus, wodurch es zu fortgesetzten Kollapsereignissen kommt. Dadurch entstanden in den letzten 24 Stunden 68 pyroklastische Dichteströme und 308 Schuttlawinen bzw. Steinschlagabgänge. Nachts hinterlassen diese Phänomene Glutspuren auf dem oberen Vulkanhang. Der Mayon stieß zudem 1318 Tonnen Schwefeldioxid aus. Gegenüber der Vorwoche verdoppelte sich der Wert fast. Es wird weiterhin Inflation registriert und Aschewolken steigen auf. Da das Wetter kippt und intensive Regenfälle infolge des Taifuns Ada erwartet werden, gab das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) nun eine Laharwarnung heraus.




Die Behörde ruft die Bevölkerung in der Provinz Albay zu erhöhter Wachsamkeit auf, da anhaltende starke bis intensive Regenfälle in der Region die Gefahr von vulkanischen Sediment- und Schlammströmen deutlich erhöhen.

Die Vulkanologen erklärten, dass die Regenfälle entlang der Ostküste von Süd-Luzon instabile vulkanische Ablagerungen, insbesondere jene von neuen pyroklastische Dichteströme (PDC), mobilisieren und in die Flusssysteme und Schluchten rund um den Mayon einbringen könnten. „Starke Regenfälle können Lahare in den Hauptentwässerungsgräben an den Süd- und Osthängen des Vulkans auslösen“, heißt es in der Warnung. Diese Schlammströme können heiß sein und bei Kontakt schwere Verbrühungen verursachen.

Besonders betroffen sind die Flussbetten und Kanäle Mi-isi, Bonga und Basud, die bereits mit erosionsgefährdeten Ablagerungen gefüllt sind. Mehrere Gemeinden, darunter Daraga, Mabinit und Legazpi City sind demnach durch potenzielle Überschwemmungen durch Schlammströme bedroht. Auch nicht-eruptionsbedingte Lahare, ausgelöst durch ältere Ablagerungen, stellen ein Risiko dar.

Die Lahar-Warnung gilt übrigens auch für den Kanlaon und andere aktive Vulkane der Philippinen.

Armee bereit für Rettungseinsätze

Angesichts dieser und vorangegangenen Bedrohungen hat die philippinische Armee bereits reagiert: Am Montag versicherte ein Armeesprecher, dass Truppen der 9. Infanteriedivision, darunter die 901. und 903. Infanteriebrigade, einsatzbereit sind, um Sicherheit zu gewährleisten und bei Rettungs- und Hilfseinsätzen zu unterstützen. Seit dem 6. Januar ist die Task Force Sagip aktiv und koordiniert präventive Evakuierungen sowie Hilfsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Katastrophenschutzorganisationen.

Derzeit befinden sich rund 2.449 Menschen in Evakuierungszentren in Camalig, Guinobatan, Daraga und Tabaco City. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurden zudem Kontrollpunkte an wichtigen Straßen eingerichtet.

Phivolcs hält weiterhin die Alarmstufe 3 für den Vulkan Mayon aufrecht und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Krater. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, die Hinweise der Behörden zu beachten und sich auf mögliche weitere Entwicklungen vorzubereiten.

Kanlaon: Anstieg der Seismizität Mitte Januar

Zunehmende Unruhe am Vulkan Kanlaon: Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Am Vulkan Kanlaon auf der philippinischen Insel Negros hat sich die Lage erneut verschärft. Nach Angaben des staatlichen Instituts DOST-PHIVOLCS wurde heute Nacht eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Insgesamt wurden innerhalb kurzer Zeit 45 vulkanotektonische Erdbeben aufgezeichnet, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg entstanden sind – ein klarer Hinweis auf verstärkte Prozesse im Untergrund des Vulkans.

Die gemessenen Erdbeben erreichten Magnituden zwischen ML 0,6 und ML 3,9 und hatten Herdtiefen von bis zu 13 Kilometern unter den nordwestlichen Flanken des Kanlaon. Die stärkeren Erschütterungen waren in mehreren Städten spürbar, darunter La Carlota, Bago und Bacolod. Dort wurden Mercalli-Intensitäten zwischen I und IV gemeldet.

Seismik. © PHILVOLCS

Zusätzlich zur seismischen Aktivität beobachteten die Geowissenschaftler erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen. Am 13. Januar lagen die SO₂-Ausstöße bei durchschnittlich 1.248 Tonnen pro Tag. Zwar entspricht dieser Wert in etwa dem mittelfristigen Durchschnitt seit Jahresbeginn, doch war es bereits am 9. Januar zu einem deutlichen Peak von über 4.100 Tonnen pro Tag gekommen. Insgesamt deuten diese Parameter auf einen erneuten Intrusionsprozess hin, der das Potenzial für einen mäßig explosiven Ausbruch birgt.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Alarmstufe für den Kanlaon vorerst bei Level 2, was einen Zustand erhöhter Unruhe beschreibt. PHIVOLCS warnt jedoch, dass die Zunahme der vulkanotektonischen Erdbeben die Wahrscheinlichkeit für plötzlich auftretende, phreatische oder phreatomagmatische Eruptionen erhöht. Diese könnten gefährliche Begleiterscheinungen wie pyroklastische Ströme, Ascheregen und Gesteinswurf verursachen.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Sicherheitsanweisungen strikt zu befolgen. Gemeinden innerhalb der vier Kilometer großen permanenten Gefahrenzone sollen weiterhin evakuiert bleiben, während im Umkreis von sechs Kilometern erhöhte Alarmbereitschaft gilt. Auch vor Laharen wird gewarnt, insbesondere bei Starkregen. Für den Luftverkehr gilt ebenfalls erhöhte Vorsicht: Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da Vulkanasche eine erhebliche Gefahr darstellen kann.

Kanlaon emittiert Vulkanasche am 12. Januar 2026

Kanlaon auf den Philippinen zeigt weiter erhöhte Aktivität – Ascheemissionen und Erdbeben registriert

Der Vulkan Kanlaon auf den Philippinen hat heute – am 12. Januar 2026 – erneut seine Aktivität verstärkt und mehrere Ascheemissionen freigesetzt. Insgesamt wurden vier VONA-Warnmeldungen vom VAAC Tokio veröffentlicht, die auf eine anhaltende Eruptionsphase hinweisen.

Kanlaon Archivbild

Die jüngste Meldung berichtete von einer Eruption gegen 09:10 UTC, bei der Vulkanasche bis in etwa 3.300 Meter Höhe (FL110) ausgestoßen wurde. Die Aschewolke verteilte sich nach West-Südwesten, war jedoch bei späteren Satellitenbeobachtungen nicht mehr eindeutig nachweisbar. Weitere Vorhersagen zur Ausbreitung der Asche waren zunächst nicht verfügbar, weshalb die zuständigen Vulkanbeobachter auf neue Daten warteten.

Zuvor wurden bereits drei VONA-Meldungen herausgegeben, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten und nähere Details lieferten: Es gab separate Aschemissionen mit einer Dauer von 46 bis 80 Minuten. Die Aschesäule erreichte jeweils eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater und driftete ebenfalls in südwestliche Richtungen.

Die seismische Überwachung der letzten 24 Stunden registrierte fünf vulkanotektonische Erdbeben, die auf eine Bewegung von Magma und heißen Gasen im Inneren des Vulkans hindeuten. Gleichzeitig wurde eine erhöhte Freisetzung von Schwefeldioxid registriert. Die Emissionen beliefen sich auf 1.691 Tonnen pro Tag, was für eine aktive magmatische Phase spricht. Darüber hinaus zeigten Bodenverformungsmessungen, dass der Vulkankörper sich aufbläht, was ein Indiz für steigenden Druck im Magmasystem ist.

Vor diesem Hintergrund gelten weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen: Der Zutritt in die permanente Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Gipfel bleibt verboten, ebenso ist das Fliegen von Flugzeugen in unmittelbarer Nähe untersagt.

Experten warnen vor plötzlichen, dampfgetriebenen Eruptionen und raten zur Vorsicht. Die Behörden und das Vulkanobservatorium beobachten die Lage weiterhin genau und werden bei Veränderungen umgehend neue Warnungen herausgeben.

Neben dem Kanlaon bleibt auf den Philippinen auch der Mayon hochaktiv. Hier wurden weitere pyroklastische Ströme generiert. Vulkanasche stieg auf, blieb aufgrund der Bewölkung auf Satellitenaufnahmen aber unsichtbar, weshalb Höhenangaben fehlen.

Mayon: Zunahme der Hintergrundseismizität

Glühende Schuttlawine am Mayon. © AFAR-TV

Mayon-Vulkan: Unruhe wächst – Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Der Mayon-Vulkan auf den Philippinen zeigt in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität, die sowohl Vulkanologen als auch Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Heute gab PHILVOLCS-DOST ein Sonderbulletin heraus, nach dem es zu einer deutlichen Erhöhung der Signalstärke von Hintergrundbeben gekommen ist, obgleich es nicht zu einer Zunahme vulkanotektonischer Beben kam. Diese Art der Seismizität könnte auf einen verstärkten Magmenaufstieg in einem offenen Förderkanal hindeuten, was in einem erhöhten Domwachstum und einer Zunahme der Aktivität resultiert.

Der perfekt geformte Stratovulkan, der als einer der aktivsten des Landes gilt, hat seit Jahresbeginn eine Phase intensiver Unruhe durchlaufen, die am 6. Januar bereits zur Erhöhung des Alarmstatus auf Stufe 3 führte. Diese Stufe signalisiert einen „erhöhten Hang zu gefährlichen Eruptionen“ und wird von den philippinischen Vulkanologen des DOST-PHIVOLCS nicht leichtfertig ausgegeben.

Die Entwicklung begann bereits am 1. Januar, als die Behörden die Warnstufe von Level 1 auf Level 2 anhoben, nachdem vermehrt Steinschläge und seismische Unruhen registriert worden waren, die infolge des beschleunigten Wachstums des Lavadoms auftraten, bevor Teile davon kollabierten und pyroklastische Dichteströme (PDCs) talwärts rasten, was ein charakteristisches, aber gefährliches Zeichen fortschreitender Aktivität darstellt.

Am 8. Januar bildete sich am Lavadom ein neuer dunkler Bereich aus frischer Lava, begleitet von wiederholten pyroklastischen Strömen, die durch verschiedene Schluchten des Vulkanhangs abgingen, darunter der Miisi- und Bonga-Gully. Diese Ströme können Dimensionen erreichen, die für Menschen und Infrastruktur lebensbedrohlich sind, und die Behörden veranlassten die Evakuierung von tausenden Bewohnern aus den umliegenden Gemeinden.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigen überwachte Parameter ein gemischtes Bild: Zwar stieg die seismische Energie zuletzt spürbar an, doch Bodenverformung und Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, was nahelegt, dass der Vulkan derzeit effusiv („ausfließend“) statt explosiv aktiv ist.

PHIVOLCS warnt jedoch ausdrücklich, dass sich die Lage schnell verschärfen kann, wenn weitere Magmaintrusionen stattfinden. In diesem Fall könnte die Eruption in den kommenden Tagen oder Wochen an Heftigkeit zunehmen. Bis dahin gilt: Rund um den Mayon besteht eine ernsthafte Gefahr durch Lava, Lahare, Gesteinslawinen, pyroklastische Ströme und mögliche Aschewolken – und die Bevölkerung bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft.

Taal: deutliche Zunahme der Seismizität am 11. Januar

Zunehmende Unruhe am Taal-Vulkan: Erdbeben, Gasemissionen und Bodenhebung registriert

Am Taal-Vulkan in der philippinischen Provinz Batangas ist in den vergangenen Tagen eine deutliche Zunahme der seismovulkanischen Aktivität beobachtet worden: Nachdem es am Freitag zu 2 kleinen phreatischen Eruptionen aus dem Kratersee auf Volcano Island gekommen war, steigerte sich am Samstag die Erdnebenaktivität: Nach Angaben der Überwachungsbehörden wurden 20 vulkanische Erdbeben registriert, darunter 14 vulkanische Tremor-Episoden, die zwischen einer und 125 Minuten andauerten. Die Messwerte deuten auf eine erneute Unruhe im Vulkansystem hin, bei der sich der Druck im Fördersystem erhöht. Die Gefahr weiterer phreatischer Eruptionen steigt somit.

Taal-Archivbild

Generell gab es im letzten Jahr Hinweise auf ein Abkühlen des Vulkansystems am Taal, obwohl es zugleich eine Häufung phreatischer Eruptionen gab, was allerdings kein Widerspruch sein muss: Neuere Studien belegen, dass es während Abkühlungsphasen zu einer Zunahme phreatischer Eruptionen kommen kann, da der Druck durch Verschließung von Poren und Klüften in einem Hydrothermalsystem zunehmen kann. Der zuletzt am 19. Februar 2025 gemessene pH-Wert des Wassers im Kratersee lag bei 0,3, was weniger sauer war als noch ein Jahr zuvor. Auch die Wassertemperatur verringerte sich und wurde am 20. November 2025 mit 58,1 Grad Celsius angegeben. Mit Spannung darf man die neuen Messungen erwarten, die in den nächsten Wochen stattfinden sollten.

Was gegen eine Abkühlung des Systems spricht, ist eine weiterhin anhaltende Inflation von Teilen des Inselvulkans, die sich in Form einer leichten Bodenhebung widerspiegelt. Diese Deformation wird üblicherweise mit Druckaufbau im flachen Magmareservoir in Verbindung gebracht, wobei es aber auch ein Effekt des Hydrothermalsystems sein kann.

Die Kombination der Messwerte unterstreicht, dass sich der Taal-Vulkan weiterhin in einem Zustand erhöhter Unruhe befindet. Die Behörden setzen die engmaschige Überwachung fort und weisen darauf hin, dass plötzliche Dampf- oder Ascheeruptionen auch ohne längere Vorwarnzeit möglich sind. Das Betreten von Volcano Island bleibt verboten.

Mayon: Lavadomwachstum generiert pyroklastische Ströme

Starkes Domwachstum am Mayon – 90 pyroklastische Ströme innerhalb von 24 Stunden

Am philippinischen Vulkan Mayon wird weiterhin eine signifikante eruptive Aktivität beobachtet, geprägt durch Lavadom-Wachstum, wobei sich eine Lavazunge bildet, die über den eigentlichen Kraterbereich hinauswächst Die Seiten und Fronten solcher Lavazungen, bei denen es sich im Endeffekt um kurze Lavaströme handelt, sind äußerst instabil. Dadurch kommt es zu zahlreichen Abbrüchen, die Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Ströme generierten.  In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 150 Felsstürze nebst Schuttlawinen sowie etwa 90 pyroklastische Dichteströme registriert, was die anhaltende Instabilität im Gipfelbereich widerspiegelt.




Von den Ereignissen kursieren zahlreiche Aufnahmen im Netz, die überwiegend von Anwohnern online gestellt wurden. Darüber hinaus berichten die Vulkanologen von PHILVOLCS, dass im Kraterbereich inzwischen mit bloßem Auge deutliches Kraterglühen zu beobachten ist – in der vergangenen Woche war das nur mit Hilfe von Teleskopen möglich. Dies belegt zusätzlich der beschriebenen Phänomenologie die oberflächennahe, hochtemperierte Magmaaktivität.

Die Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) lagen am 8. Januar 2026 bei etwa 195 Tonnen pro Tag. Obwohl die Daten für einen aktiven Vulkan, der in Eruption begriffen ist, nicht sonderlich hoch sind, bestätigen die Emissionen eine fortgesetzte Entgasung des aufsteigenden Magmas. Zusätzlich steigt von den pyroklastischen Dichteströmen Vulkanasche auf, die eine Höhe von rund 500 Metern über Gipfelhöhe erreicht und auch VONA-Warnungen hervorruft. Die Asche- und Gasemissionen drifteten überwiegend in westnordwestliche bis südwestliche Richtung.

Messungen zur Bodenverformung zeigen, dass sich das Vulkangebäude weiterhin aufbläht, was auf Magmazufuhr in flacheren Reservoirebenen schließen lässt. Aktuell wurden keine vulkanischen Erdbeben mit ausreichenden Standortdaten erfasst.

Der Zutritt zur permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von 6 Kilometern um den Gipfel ist weiterhin strikt untersagt. Ebenso ist das unbefugte Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) nicht erlaubt. Der Flugverkehr in der Nähe des Vulkans sollte vermieden werden.

Zu den derzeit relevanten Risiken zählen Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, das Auswerfen geballter vulkanischer Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen in den Abflussrinnen des Vulkans.

Taal mit 2 kleinen phreatischen Eruptionen am 9. Januar

Taal erzeugte heute 2 kleine phreatische Eruptionen – Gasausstoß vergleichsweise niedrig

Auf den Philippinen sind nicht nur Mayon und Kanlaon aktiv, sondern auch der Taal: Heute manifestierten sich dort zwischen 07:11 und 07:15 Uhr Lokalzeit zwei kleine phreatische Eruptionen im Kratersee von Volcano Island. Die Explosionen erzeugten schlammige Fontänen und ließen Dampf aufsteigen. Eine VONA-Warnung gab es nicht, was darauf hindeutet, dass kein frisches Magma an der Eruption beteiligt gewesen war.

Taal. © PHILVOLCS

Direkte Warnzeichen in Form von Tremor gab es diesmal nicht, allerdings war der Schwefeldioxidausstoß in den letzten Tagen sehr niedrig. Er erhöhte sich allerdings bereits vor den Explosionen wieder. So wurden gestern 160 Tonnen des vulkanischen Gases emittiert. Zudem registriert das seismische Netzwerk 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Das Vulkangebäude des Inselvulkans innerhalb der Taal-Caldera zeigt weiterhin Anzeichen der Inflation: Auch wenn aktuell kein Magma an der Eruption beteiligt war, befindet sich im flachen Magmenspeicher unter dem Vulkan Schmelze. Sie ist für die Erdwärme verantwortlich, die Grundwasser explosionsartig verdampfen lässt, wodurch die phreatischen Eruptionen entstehen.

Seit einem Jahr sind die geophysikalischen und geochemischen Messgrößen am Taal generell rückläufig. Phreatische Eruptionen können auch verstärkt während Abkühlungsphasen auftreten und müssen nicht zwingend an ein Aufheizen eines Vulkansystems gekoppelt sein. Daher bleibt unklar, ob der Taal aktuell zu einer größeren Eruption befähigt ist, die über phreatomagmatische Explosionen hinausgeht.

Mit der Alarmstufe „1“ hält PHILVOLCS den Alarmstatus des Vulkans niedrig. Es gilt eine 2-Kilometer-Sperrzone um den Krater auf Volcano Island und die Insel darf nicht betreten werden. Es gilt auch ein Überflugverbot in geringer Höhe. Passagiermaschinen sind hiervon aber nicht betroffen.

Der Mayon hingegen steigerte in den letzten Tagen seine Aktivität signifikant. Hier könnte sich ein lohnendes Ziel für Vulkanspotter entwickeln, besonders falls es wie bei den beiden vorangegangenen Eruptionsserien zu Paroxysmen kommen sollte. Stay tuned!

Mayon: Domwachstum und Aktivitätssteigerung

Mayon zeigt frische Lava am Dom – Zahlreiche pyroklastische Ströme unterwegs

Der philippinische Vulkan Mayon steigerte in den letzten Stunden seine Aktivität weiter und erzeugt am laufenden Band Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme, die immer größere Gleitstrecken haben. Die Ursache liegt in einem beschleunigten Domwachstum: Auf Livecamaufnahmen erkennt man zwischen den Aschewolken der pyroklastischen Ströme, dass sich am Dom eine neue, schwarze Lavafläche gebildet hat. Hierbei handelt es sich prinzipiell um einen sehr zähen, instabilen Lavastrom, an dem es infolge nachströmender Lava zu ständigen Abbrüchen kommt, die die eingangs beschriebenen Phänomene verursachen.




Mayon

Auch die geophysikalischen Daten von PHIVOLCS spiegeln die gesteigerte Aktivität der letzten 24 Stunden wider. Das seismische Netzwerk registrierte nicht nur ein vulkanotektonisches Erdbeben, sondern auch 162 Steinschlagereignisse, teils gepaart mit Schuttlawinenabgängen, sowie die Signale von 50 pyroklastischen Dichteströmen – eine bemerkenswert hohe Anzahl.

Visuelle Beobachtungen ergaben, dass der Dom am Banaag-Krater heißer geworden ist: Die Rotglut intensivierte sich und war bei günstigen Bedingungen mit bloßem Auge erkennbar. Zuvor konnte sie nur mithilfe eines Teleskops beobachtet werden.

Die Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) ergaben am 5. Januar 2026 einen Ausstoß von rund 702 Tonnen pro Tag, was auf eine weiterhin aktive Magmazufuhr hinweist.

Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater. Es handelte sich um eine moderate Emission, wobei die Asche- und Gasfahne in nordöstliche Richtung verfrachtet wurde. Diese Höhenangaben decken sich in etwa mit den zahlreichen VONA-Warnungen für den Flugverkehr, die Vulkanasche in rund 2.700 Metern Höhe detektierten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Aschewolken von den pyroklastischen Strömen aufsteigen und ihre volle Ausdehnung erst unterhalb des Kraters entfalten, der sich auf 2.462 Metern Höhe über dem Meeresspiegel befindet.

Darüber hinaus zeigen geodätische Messungen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf einen anhaltenden Druckaufbau im Untergrund schließen lässt.

Die Alarmstufe steht seit dem 1. Januar auf Stufe 3, und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Gipfel des Mayon. Sollten größere pyroklastische Ströme entstehen, könnten diese das Sperrgebiet verlassen. Besondere Gefahr besteht entlang von Schluchten und Flussläufen.

Philippinen: Starkes Erdbeben Mw 6,4 vor Mindanao

Philippinen von starkem Erdbeben Mw 6,4 erschüttert – Epizentrum vor der Ostküste von Mindanao

Datum: 07.01.2026 | Zeit: 03:02:58 UTC | Koordinaten 7.379 ; 126.805 | Tiefe: 53 km | Mw 6,4

Am 7. Januar 2026 wurde der Süden der Philippinen von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,4 erschüttert. Das Beben ereignete sich um 03:02:58 UTC (11:02 Uhr Ortszeit) und hatte sein Epizentrum vor der Ostküste Mindanaos, rund 80 Kilometer nordöstlich der Stadt Mati und 34 Kilometer nordöstlich von Manay in der Provinz Davao Oriental. Der Erdbebenherd lag in etwa 53 Kilometern Tiefe, was auf ein sogenanntes Subduktionsbeben in mittlerer Tiefe hinweist.

Philippinen. © EMSC/Leaflet

Das Erdbeben wurde in weiten Teilen östlichen und zentralen Mindanaos deutlich gespürt. Bebenzeugen berichteten von schwankenden Gebäuden und kurzzeitigem Stillstand des öffentlichen Lebens. Zahlreiche Menschen verließen panikartig die Gebäude aus Angst vor einstürzenden Bauten. Trotz der vergleichsweise hohen Magnitude blieben größere Schäden bislang aus. Die zuständigen Behörden meldeten keine Todesopfer und keine schwer beschädigte Infrastruktur. Aufgrund der Tiefe des Hypozentrums gab es keine Tsunami-Warnung.

Geowissenschaftler erklären die Ursache des Bebens mit der Subduktion der Philippinischen Seeplatte, die entlang des Philippinengrabens unter Mindanao abtaucht. Dabei kam es zu Spannungen im abtauchenden Teil der Platte, die sich in dem Beben lösten.

Die Philippinen liegen im Pazifischen Feuerring, einer der weltweit aktivsten tektonischen Zonen. Erdbeben dieser Stärke sind in der Region nicht ungewöhnlich, können jedoch aufgrund der Bevölkerungsdichte erhebliche Risiken bergen. Die größere Herdtiefe des aktuellen Bebens trug dazu bei, dass die Erschütterungen zwar weitreichend, an der Oberfläche jedoch weniger zerstörerisch waren.

Nach dem Hauptbeben warnten Experten vor möglichen Nachbeben, die in den folgenden Tagen auftreten könnten. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, beschädigte Gebäude zu meiden und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Tatsächlich wurden bereits mehrere Nachbeben registriert.

In der Umgebung befinden sich mehrere potenziell aktive Vulkane, darunter Mount Apo, Mount Parker und Mount Matutum. Kanlaon, Mayon und Taal liegen weiter weg, aber nicht im theoretischen Wirkungskreis des Erdbebens. Auch wenn es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass das Erdbeben unmittelbare Auswirkungen auf deren Aktivität hat, ist es nicht völlig auszuschließen.

Das Ereignis erinnert dennoch eindrücklich an die anhaltende seismische Gefährdung der Philippinen – und an die Bedeutung funktionierender Frühwarnsysteme und erdbebensicherer Bauweise in einer der dynamischsten Regionen der Erde.