Mayon: Erhöhung der Alarmstufe am 01.01.2026

Mayon zeigt deutliche Unruhe – Alarmstufe angehoben

Der erste Bericht des neuen Jahres ist dem philippinischen Vulkan Mayon gewidmet: Aufgrund einer deutlichen Zunahme der Steinschlagaktivität infolge von Domwachstum haben die Vulkanologen von PHILOVLCS am frühen Morgen den Alarmstatus von 1 auf 2 (Gelb) erhöht.

Seismogramm

Wie PHILVOLCS berichtet, addiert sich zu den beschriebenen Symptomen anhaltende Bodenverformungen, die auf verstärkte magmatische Prozesse im Untergrund hindeutet.

Bereits seit November 2025 registrieren visuelle und seismische Messsysteme eine zunehmende Anzahl von Steinschlägen, die vom Lavadom im Gipfelbereich ausgehen. In den letzten beiden Monaten des Jahres wurden insgesamt 599 Steinschlagereignisse erfasst. Besonders auffällig war die Entwicklung in der letzten Dezemberwoche, als sich die tägliche Zahl der Ereignisse mehr als verdoppelte. Am 31. Dezember 2025 wurden sogar 47 Steinschläge an einem einzigen Tag verzeichnet – der höchste Wert des gesamten vergangenen Jahres.

Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Auftreten sogenannter Lava-Spines, die seit Anfang Dezember 2025 am Gipfeldom beobachtet werden. Dabei handelt es sich um steile, zackenartige Lavaauswüchse, die entstehen, wenn zähflüssige, frische Lava aus dem Inneren des Vulkans nach oben gepresst wird. Solche Spines gelten als typisches Anzeichen für verstärktes Domwachstum. Aufgrund ihrer Instabilität brechen sie häufig teilweise ab oder kollabieren, was wiederum zu erhöhter Steinschlagaktivität führt.

Vergleichbare Prozesse wurden auch vor dem Ausbruch des Mayon im Jahr 2023 dokumentiert. Zwar treten derzeit weder auffällige vulkanische Erdbeben noch erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen auf, doch unterscheiden sich die aktuellen Bedingungen deutlich von früheren Phasen. Messungen mittels EDM, GPS und Neigungssensoren zeigen, dass sich der Vulkankörper – insbesondere an den östlichen bis nordöstlichen Flanken – bereits seit Juni 2024 aufbläht. Zusätzlich wurde seit Mai 2025 auch an den westlichen bis südwestlichen Hängen eine kurzfristige Inflation festgestellt.

Die Kombination aus anhaltender Deformation, Domwachstum und instabilen Lava-Spines erhöht die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen explosiven Ausbruchs am Gipfel. Infolgedessen warnt PHIVOLCS eindringlich vor dem Betreten der sechs Kilometer großen Permanent Danger Zone. Gefahren bestehen insbesondere durch plötzliche Explosionen, pyroklastische Ströme, Steinschläge, Erdrutsche und ballistische Gesteinsfragmente.

Lokale Behörden wurden angewiesen, Evakuierungsmaßnahmen vorzubereiten, falls sich die Lage weiter zuspitzt. Auch die Luftfahrt wurde gewarnt, den Gipfelbereich zu meiden. Der Mayon bleibt damit ein Vulkan unter genauer Beobachtung – und ein eindringliches Beispiel dafür, wie scheinbar moderate Unruhezustände rasch in gefährliche Aktivität umschlagen können.

Kanlaon emittiert nach Pause erneut Vulkanasche

Erhöhte Aktivität am Kanlaon: Vulkan auf Negros zeigt erneut Unruhe

Der Vulkan Kanlaon liegt auf der philippinischen Insel Negros und begann heute erneut Zeichen erhöhter Aktivität zu zeigen. Wie aus einer offiziellen VONA-Meldung des  VAAC Tokyo hervorgeht, ereignete sich um 02:29 UTC eine Eruption, bei der Tephra bis in eine Höhe von rund 2.700 Metern über dem Meeresspiegel (FL090) aufstieg. Zwar konnte in den Daten des HIMAWARI-9-Satelliten keine eindeutige Vulkanaschewolke identifiziert werden, dennoch dokumentierten Webcamaufnahmen von PHILVOLCS die Emissionen. Die Situation wird weiterhin genau überwacht.

Aus der Infografik von PHIVOLCS geht hervor, dass sich der Kanlaon derzeit auf Alarmstufe 2 befindet, was auf zunehmende magmatische oder hydrothermale Prozesse im Untergrund hindeutet. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurde ein vulkanotektonisches Erdbeben registriert, während Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen einen Ausstoß von 2.339 Tonnen pro Tag ergaben. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, der auf verstärkte Entgasung eines flachen Magmenkörpers hinweist.

Beobachtet wurde zudem eine etwa 75 Meter hohe Gas- und Dampfsäule, die moderat emittiert wurde und mit dem Wind nach Nordwesten driftete. Geodätische Messungen zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf Druckaufbau im Fördersystem schließen lässt.

Die Behörden warnen eindringlich davor, die 4-Kilometer-Permanent-Danger-Zone (PDZ) zu betreten oder den Vulkan mit Flugzeugen zu überfliegen. Mögliche Gefahren umfassen plötzliche phreatische Explosionen, die ohne Vorwarnung auftreten können, sowie eine mögliche Eskalation hin zu magmatischer Aktivität.

Der Kanlaon ist mit 2.435 Metern Höhe der höchste aktive Vulkan der Insel Negros und zählt zu den aktivsten Feuerbergen der Philippinen. In den letzten zwei Jahren kam es wiederholt zu Unruhephasen mit stärkeren Eruptionen die pyroklastische Ströme generierten, erhöhter Seismizität und Evakuierungen. Mehrfach mussten Sperrzonen durchgesetzt werden, nachdem es zu plötzlichen Explosionen aus dem Gipfelkrater kam, was ein typisches Verhalten für diesen komplexen Stratovulkan darstellt.

Mayon: Wachsende Anzahl an Steinschlägen vom Dom

Lava-Spines am Dom des Mayon treiben Steinschläge in die Höhe – Bis zu 16 Steinschlägen am Tag

Der philippinische Vulkan Mayon zeigt weiterhin Anzeichen vulkanischer Unruhe, wie die neuesten PHILVOLCS-Beobachtungen vom 20. Dezember 2025 bestätigen. Die Behörde meldet sechs Felssturzereignisse innerhalb der letzten 24 Stunden, begleitet von einer anhaltenden Aufblähung des Vulkankörpers infolge von Inflation. Obwohl die Sicht auf den im Krater wachsenden Dom durch Wolken momentan beeinträchtigt ist, zeigten wolkenfreie Momente in den letzten Tagen die Lava-Spines, die sich Anfang des Monats bildeten. Die Schwefeldioxid-Emissionen wurden zuletzt mit rund 307 Tonnen pro Tag gemessen, ein Wert, der auf eine moderate Aktivität hinweist.

Lava-Spine

Den Lava-Spines am Gipfeldom gilt besondere Aufmerksamkeit. Einige der instabilen Lavatürme scheinen weiter gewachsen zu sein. Diese steinernen Auswüchse aus andesitischer bis rhyolithischer Lava sind ein sichtbares Zeichen für Magma, das in den Dom eindringt und die Lavatürme hervorbringt. Ihre Ausbildung geht oft mit Kollapsereignissen am Dom einher und löst häufig Felsstürze aus.

Im Verlauf des Dezembers hat sich die Zahl der Steinschläge erhöht. Während zu Monatsbeginn nur wenige Felsstürze pro Tag verzeichnet wurden, kletterte die Anzahl bis zur zweiten Dezemberwoche auf bis zu 16 Steinschläge täglich. Diese Zunahme steht in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum der Lava-Spines, die durch ihr Gewicht und ihre brüchige Struktur immer wieder Material abbrechen lassen.

Trotz der erhöhten Instabilität am Dom und dem damit verbundenen erhöhten Risiko von Abgängen pyroklastischer Ströme lässt PHILVOLCS die Warnstufe auf 1 (niedriges Unruheniveau) und weist darauf hin, dass die permanente Gefahrenzone von 6 Kilometern um den Vulkan strikt zu meiden ist. Gefahren durch plötzliche phreatische Eruptionen, Erdrutsche und Schlammströme bei starkem Regen bleiben bestehen. Explizit vor pyroklastischen Strömen – die im Extremfall auch über die Grenzen des Sperrgebiets hinaus gleiten können – warnt PHILVOLCS seltsamerweise nicht.

Die Entwicklungen am Mayon sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie ein Vulkan trotz geringer Aktivität dynamische Veränderungen an seiner Oberfläche zeigt. Beobachter und Anwohner werden weiterhin dringend zur Vorsicht aufgerufen, während die Vulkanologen die Situation aufmerksam verfolgen.

Mayon: Steinschlagaktivität und Überflugverbot

Anhaltende Unruhe am Vulkan Mayon: Steinschläge, Gasemissionen und Flugbeschränkungen

Am philippinischen Vulkan Mayon (Provinz Albay) hält die vulkanische Unruhe weiter an. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) registrierte innerhalb von 24 Stunden sechs Steinschlagereignisse am Vulkankegel. Die Beobachtungen erfolgten zwischen Sonntagmittag und Montagmittag und sind Teil der laufenden Überwachung des als aktivsten Vulkan des Landes geltenden Mayon.

Nach Angaben der Vulkanologen wurden im selben Zeitraum keine vulkanischen Erdbeben aufgezeichnet. Dennoch beobachteten die Wissenschaftler ein schwaches Kraterglühen, das nur mit einem Teleskop sichtbar war. Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, dass diese Phänomene weiterhin auf eine geringe, aber anhaltende Aktivität des Vulkans hinweisen. Zudem bleibt der Vulkan aufgebläht, was auf magmatische Prozesse im Inneren des Fördersystems schließen lässt. Der Dom wächst langsam weiter – erst in der letzten Woche schoben sich markante Spines aus ihm heraus. Diese turmartigen Gebilde aus Lava sind kollapsgefährdet.

Bei den jüngsten Schwefeldioxidmessungen vom 10. Dezember wurden Emissionswerte von 307 Tonnen pro Tag gemessen. Mäßige Dampffahnen stiegen aus dem Gipfelbereich auf und drifteten in Richtung Westnordwest und Westsüdwest.

Angesichts der anhaltenden Unruhe bleibt für den Mayon weiterhin Alarmstufe 1 in Kraft. Diese steht für eine geringe vulkanische Aktivität, schließt einen kurzfristigen Ausbruch jedoch nicht völlig aus. Laut Phivolcs besteht derzeit keine unmittelbare Ausbruchsgefahr.

Die philippinische Zivilluftfahrtbehörde (CAAP) verlängerte unterdessen ihre Flugsicherheitswarnung (NOTAM) und hält die Flugbeschränkungen im Umfeld des Vulkans aufrecht. Der gesperrte Luftraum reicht bis in eine Höhe von 11.000 Fuß (ca. 3350 m). Flugbetreiber werden angewiesen, das Gebiet zu meiden.

Anwohner werden weiterhin vor möglichen Gefahren gewarnt, darunter plötzlich auftretende phreatische Eruptionen, Steinschläge, Erdrutsche sowie Schlammströme, sofern starke Regenfälle auftreten sollten. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern um den Gipfel bleibt strikt untersagt.

Der Mayon ist nicht der einzige als aktiv eingestufte Vulkan der Philippinen. Obwohl es in den letzten Wochen um den Kanlaon ruhiger geworden ist, könnte er jederzeit seine Aktivität verstärken. Der Vulkan gilt immer noch als aufgebläht und in den letzten 24 Stunden wurden 6 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Der Schwefeldioxidausstoß lag bei 1340 Tonnen am Tag und somit deutlich höher als man Mayon.

Mayon: Neue Lava-Spines am Lavadom

Instabile Lava-Spines am Mayon-Dom. © DOST-PHILVOLCS

Intrusion am Mayon bildet Lava-Spines: Neue Aktivität verursacht steigendes Gefahrenpotenzial

Der Mayon, einer der aktivsten und zugleich ikonischsten Stratovulkane der Philippinen, zeigt gesteigerte Aktivität. Neue Nahaufnahmen des Gipfels, die in wolkenfreien Momenten zwischen dem 8. und 10. Dezember 2025 gefertigt wurden, dokumentieren frische, dunkle Lava-Spines, die aus dem Lavadom im Gipfelkrater ausgetreten sind. Diese turmähnlichen Gebilde aus erkalteter Lava werden aus dem Dom gedrückt, wenn frische Lava durch den Schlot in diesen intrudiert. Das ist ein deutliches Warnsignal, dass sich am Mayon demnächst Ungemach ausbreiten könnte.

Dieses Ungemach könnte in Form von pyroklastischen Strömen über das Umland des Mayons hereinbrechen: Sie können entstehen, wenn Teile des Lavadoms instabil werden und kollabieren. So ein Kollaps kann jederzeit und ohne weitere Vorwarnung eintreten. Da der Dom den Förderschlot verstopfen kann und somit die Entgasungsprozesse der Magma beeinträchtigt, könnte sich zudem ein hoher Gasdruck aufbauen, der Explosionen generiert, was wiederum zu pyroklastischen Strömen führen könnte.

Die jüngsten Messdaten unterstreichen diese Einschätzung. Das aktuelle Tagesprotokoll verzeichnet 15 Felssturzereignisse, ein Wert, der über dem langjährigen Durchschnitt liegt und mit der frischen Lava sowie dem instabilen Material am Dom zusammenhängt. Am Banaag-Sektor wurde nachts zudem ein schwaches Kraterglühen beobachtet, das jedoch nur mit Teleskop sichtbar war und auf hohe Temperaturen im Gipfelbereich hinweist.

Die Gasemissionen bleiben ein wichtiger Indikator: Der zuletzt gemessene SO₂-Ausstoß lag bei 534 Tonnen pro Tag, ein Wert, der auf fortgesetzte Entgasung und damit auf frisches Magma im System hindeutet. Es gibt mäßige Dampfemissionen, die in Richtung Westnordwest und West verdriften. Gleichzeitig bestätigen Bodenverformungsdaten, dass das Vulkangebäude derzeit aufgebläht ist, was ein klassisches Signal für zunehmenden inneren Druck darstellt.

Trotz dieser Hinweise blieb die seismische Aktivität niedrig. In den vergangenen 24 Stunden wurden keine vulkanischen Erdbeben registriert; auch in einem Zwei-Wochen-Fenster blieb die Seismik unauffällig. Dies ist nicht untypisch für den Mayon, da viele seiner Domprozesse ruhig und ohne starke Erdbebensignaturen ablaufen, was auf freie Magmaaufstiegswege in der Tiefe hindeutet.

Die Behörde DOST-PHIVOLCS hält weiterhin Alarmstufe 1 aufrecht, warnt jedoch eindringlich vor dem Betreten der sechs Kilometer breiten permanenten Gefahrenzone. Mögliche Gefahren bleiben phreatische Explosionen, Felsstürze, pyroklastische Ablagerungen sowie Lahare bei starken Regenfällen.

Taal: Phreatische Eruption am 3. Dezember

Eruption vom Taal lässt Eruptionswolke auf 1500 m Höhe aufsteigen – VONA-Warnung veröffentlicht

Am philippinischen Taal-Vulkan kam es heute zu einer explosiven Eruption. Laut dem Vulkanaschewarnzentrum in Tokio begann der Ausbruch um 16:59 UTC. Auf den Philippinen war es zu diesem Zeitpunkt 00:59 Uhr Ortszeit. Die Aschewolke erreichte eine Höhe von etwa 1.500 Metern über dem Krater, was dem Flugniveau FL050 entspricht.

Die Beobachtungen basieren auf Daten des Himawari-9-Wettersatelliten sowie auf Informationen der philippinischen Vulkanbehörde PHIVOLCS. Zum Zeitpunkt der letzten Auswertung um 17:00 UTC konnte in den Satellitenbildern aufgrund dichter Bewölkung keine klar erkennbare Vulkanaschewolke festgestellt werden. In der betroffenen Höhe herrschten Winde aus Nordost mit rund 28 Knoten.

Taal © PHILVOLCS

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich um eine phreatische oder phreatomagmatische Eruption, wie sie für den Taal in den letzten Jahren typisch ist. Aufgrund der VONA-Warnung kann von einem gewissen Ascheanteil in der Eruptionswolke ausgegangen werden, was nahelegt, dass es sich um eine der stärkeren phreatomagmatischen Eruptionen handelte. Diese Eruptionsform geht vom Kratersee auf Volcano Island aus.

Der Inselvulkan war in den letzten Tagen Schauplatz einer langanhaltenden Tremorphase, die am 1. Dezember begann. Solche Tremorphasen werden durch starke Fluidbewegungen verursacht und treten besonders dann auf, wenn das Fördersystem des Vulkans blockiert oder verstopft ist. Bereits am 27. November betrug der Schwefeldioxidausstoß 208 Tonnen pro Tag. Der Wert wurde seitdem nicht aktualisiert. In meinem letzten Update zum Taal hatte ich darüber spekuliert, dass sich das Vulkansystem langsam abkühlen könnte. Die heutige Eruption scheint dem zu widersprechen. Von anderen Vulkanen ist jedoch bekannt, dass es in einer Abkühlphase vermehrt zu phreatischen Eruptionen kommen kann, weil sinkende Gastemperaturen Kondensations- und Kristallisationsprozesse in den Aufstiegswegen begünstigen, was zu den erwähnten Blockaden führt.

Handelte es sich jedoch um eine phreatomagmatische Eruption, müsste Magma mit Grundwasser in Kontakt gekommen sein. Das stünde eher im Gegensatz zu einer fortschreitenden Abkühlphase.

Update: Gerade als ich mit dem Schreiben des Artikels fertig geworden bin, veröffentlichte PHILVOLCS Bilder der Überwachungskameras. Die Aufnahmen bestätigen meine Spekulationen betreffend des Ausbruchscharakters: Es war eine phreatomagmatische Eruption. Vor diesem Ausbruch gab es eine kleine hydrothermale Explosion.

Taal: Erhöhte Seismizität Ende November

Vulkan Taal zeigt weiterhin erhöhte seismische Aktivität – Risiko phreatischer Eruptionen hoch

In den letzten 24 Stunden registrierten die Geoforscher am philippinischen Vulkan Taal insgesamt 20 vulkanische Erdbeben, darunter 4 Tremorereignisse, die zwischen 2 und 403 Minuten andauerten. Die Temperatur im Hauptkratersee lag bei 58,1 Grad Celsius, während der Säuregrad des Wassers bei einem pH-Wert von 0,3 blieb. Die Schwefeldioxid-Emissionen beliefen sich auf rund 208 Tonnen pro Tag, was ein vergleichsweise niedriger Wert ist. Eine Dampffahne stieg bis zu 800 Meter hoch und wurde als moderate Emission eingestuft, die in südwestlicher Richtung abtrieb. Gleichzeitig zeigten Messungen eine Aufwölbung der Vulkaninsel, ein Hinweis auf eine mögliche Magmabewegung unter der Oberfläche.

Aufgrund dieser Entwicklungen bleibt das Betreten der Vulkaninsel, insbesondere des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalten, weiterhin verboten. Auch das Befahren des Taal-Sees mit Booten sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans sind untersagt, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Ein Blick auf die gesamte Aktivität im November zeigt, dass der Vulkan Taal mit 514 vulkanischen Erdbeben und 98 Tremorereignissen deutlich aktiver war als in den Vormonaten. Im Oktober wurden 367 Beben und 69 Tremore registriert, im September 189 Beben und 129 Tremore. Diese Zunahme unterstreicht die anhaltende Unruhe des Vulkans.

Die Vulkanbeobachter erklären, dass vulkanische Erdbeben durch magmatische Bewegungen im Untergrund verursacht werden. Die Tremore sind niederfrequente Schwingungen, die durch resonierendes Magma oder kleinere interne Explosionen entstehen. Trotz der erhöhten seismischen Aktivität gilt weiterhin Alarmstufe 1, was ungewöhnliche Bedingungen und die Möglichkeit plötzlicher, dampfgetriebener Eruptionen signalisiert. Dazu kommen mögliche Aschefälle und gefährliche Gasfreisetzungen, die vor allem die Insel rund um den Vulkan betreffen können. Die Bevölkerung wird daher weiterhin dringend aufgefordert, die Gefahrenzone nicht zu betreten und den Sicherheitsanweisungen Folge zu leisten.

Generell sprechen 2 Beobachtungen für ein Abkühlen des magmatischen Systems: der deutlich verringerte Schwefeldioxidausstoß sowie die deutlich verringerte Temperatur des Kratersees. Hier scheint es nicht nur zu einer kurzfristigen Blockade des Fördersystems gekommen zu sein, sondern zu einer Verringerung der Entgasung der Schmelze in der Tiefe. Trotzdem ist in Vulkannähe weiterhin Vorsicht geboten.

Kanlaon: Laharwarnung wegen Tropensturm

Laharwarnung für Vulkan Kanlaon – Tropensturm Verbena erreicht Philippinen

Der Vulkan Kanlaon liegt auf der philippinischen Insel Negros und zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität, die Behörden und Bevölkerung in Alarmbereitschaft versetzt. Am 24. November bestätigte PHIVOLCS eine erneute Zunahme der seismischen Unruhe: Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 26 vulkanische Erdbeben registriert, und der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei über 2.400 Tonnen pro Tag. Zudem ist der Vulkan aufgebläht, was auf eine Magmaakkumulation unter dem Vulkan hinweist.

Kanlaon

Aufgrund seiner erhöhten Aktivität gilt für den Kanlaon die Alarmstufe „2“. DOST-PHIVOLCS warnt eindringlich davor, die 4-Kilometer-Sperrzone um den Vulkan zu betreten, und betont die Möglichkeit plötzlich auftretender phreatischer Eruptionen oder einer Intensivierung der magmatischen Aktivität.

Parallel zu den vulkanischen Gefahren zieht der Tropensturm „Verbena“ über die Zentralphilippinen hinweg. Verbena landete am Morgen in der Provinz Surigao del Sur im Nordosten von Mindanao und bewegt sich derzeit mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h weiter in Richtung Visayas und Negros. Starke Regenfälle sind in den kommenden Tagen in weiten Teilen der Zentralphilippinen zu erwarten.

Diese Kombination aus starken Niederschlägen und erhöhter Vulkanaktivität führt zu einer gefährlichen Situation: Die Regenfälle könnten vulkanische Lockerstoffe, die bei den jüngsten Eruptionen des Kanlaon abgelagert wurden, in mobilisieren und in Schlamm verwandeln. Dadurch steigt das Risiko von Laharen, die Flüsse und Täler mit Geröll füllen und für Menschen, Infrastruktur und Landwirtschaft lebensbedrohlich sein können.

Besonders betroffen sind die Gemeinden entlang der Hauptflüsse an den Süd-, West- und Osthängen des Vulkans Kanlaon, darunter Bago City, Moises Padilla und San Carlos City sowie Canlaon City in Negros Oriental. Die Behörden haben bereits Evakuierungsempfehlungen ausgesprochen und raten dringend dazu, Flüsse nicht zu überqueren und die Gefahrenzonen strikt zu meiden.

Neben den Laharen warnen Meteorologen auch vor Überschwemmungen und Erdrutschen, da der Taifun Tino in den vergangenen Wochen das Gebiet bereits geschwächt hatte. Die Kombination aus vulkanischem Material, intensivem Regen und instabilen Hängen erhöht die Gefahr von Massenbewegungen deutlich.

Taal: Phreatische Eruption nach Erdbebenanstieg

Phreatische Eruption am Taal – Erdbebenanstieg ging voran

Am philippinischen Taal-Vulkan kam es heute Morgen um Kurz vor 10 Uhr Ortszeit zu einer phreatischen Eruption, deren auftreten wenig überraschend kam, da in den letzten Tagen der Gasausstoß deutlich zurückgegangen war und die Erdbebentätigkeit signifikant anstieg, allerdings offenbar ohne Tremor zu erzeugen.

Taal

Insgesamt wurden in den letzten 24 Stunden 27 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Die SO₂-Emissionen waren seit Tagen niedrig und betrugen bereits bei der letzten Messung am 17. November nur 72 Tonnen am Tag – ein Bruchteil dessen, was sonst üblich ist. Damit ist klar, dass es eine Blockade im Fördersystem gab, die der Vulkan nur mit einer Explosion lösen konnte. Ob die Sache bereits erledigt ist, bleibt fraglich, denn bei der Explosion heute handelte es sich um ein vergleichsweise schwaches Ereignis. Meiner Meinung nach muss man mit weiteren dampfgetriebenen Explosionen bis hin zu phreatomagmatischen Eruptionen rechnen.

Der See im Krater von Volcano Island zeigt weiterhin deutliche Anzeichen vulkanischer Aktivität: Der pH-Wert liegt stark im sauren Bereich. Zudem wurde am 20. November 2025 eine neue Messung der Wassertemperatur durchgeführt, die nur noch 58,1 °C betrug und damit um 12 Grad unter dem Wert der letzten Messung im Frühjahr lag. Dieser deutliche Temperaturrückgang könnte mit der Blockade des Fördersystems zusammenhängen oder tatsächlich darauf hindeuten, dass die Aktivität runterfährt. Dagegen sprechen allerdings die frequenten phreatischen Eruptionen.

Der Vulkan stößt zudem eine Dampf- und Gasfahne aus, die bis heute Morgen bis zu 600 m hoch aufstieg und leicht nach Südwesten verfrachtet wurde. Messungen zur Bodenverformung zeigen eine kurzfristige Inflation des Taal Volcano Island, was auf eine leichte Zufuhr magmatischer Fluide im Untergrund hinweist.

Der Alarmstatus „1“ bleibt bestehen und damit das Verbot, Volcano Island zu betreten oder zu überfliegen.

Der Volcano Island ist ein komplexer Inselvulkan mit mehreren Kratern im Südwesten der philippinischen Insel Luzon, rund 60 km südlich von Manila. Er liegt innerhalb der großen Taal-Caldera, die heute überwiegend vom Taal-See ausgefüllt wird. Trotz seiner relativ geringen Höhe von etwa 311 m zählt Taal zu den gefährlichsten Vulkanen der Philippinen, da er hochexplosive Ausbrüche erzeugen kann und in einer dicht besiedelten Region liegt.