Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Merapi: Neue Volumendaten zum Lavadom liegen vor

Neue Daten zu den Dom-Volumina liegen vor – Nur kleine Veränderungen gegenüber den Messungen vom Oktober

Der Gunung Merapi ist nach wie vor einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und zeigt im auch Dezember 2025 eine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die durch Abgänge von Schuttlawinen und Entgasungen an den beiden Domen gekennzeichnet ist. Zudem ging heute ein kleiner pyroklastischer Strom ab, der eine gleitstrecke von 1000 m hatte. Nach einer mehrmonatigen Wartezeit hat das VSI nun in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Ministerium für Energie und Bodenschätze neue Daten zu den Volumina der beiden Dome im Krater des Merapis veröffentlicht: Trotz mehrerer Phasen, bei denen pyroklastische Ströme abgegangen sind, und bei weiter anhaltenden Abgängen von Schuttlawinen und Steinschlägen hat sich das Domvolumen recht moderat verringert.

Drohnenflüge vom 13. Dezember lieferten aktuelle Luft- und Thermalfotos, die die Veränderungen an den Lavadomen dokumentieren. Das Volumen der Südwest-Kuppel ist um etwa 137.000 Kubikmeter geschrumpft und liegt nun bei knapp 4,17 Millionen Kubikmetern. Die Zentralkuppel blieb mit 2,37 Millionen Kubikmetern konstant. Auffällig ist zudem ein deutlicher Temperaturrückgang an beiden Kuppeln: Die Temperatur des südwestlichen Doms sank um 6,3 °C auf 249,3 °C, die Zentralkuppel kühlte um 10,3 °C auf 209,5 °C ab. Dies kann auf eine geringere Aktivität oder eine Abkühlung des Magmas an der Oberfläche hinweisen.

Die seismischen Messungen zeigen eine erhöhte Erdbebenaktivität gegenüber der Vorwoche. Insgesamt wurden 8 flache vulkanische, 453 hybride Mehrphasenbeben, 4 niederfrequente Erschütterungen und 9 tektonische Beben registriert. Zudem gab es 694 Steinschlagsignale. Trotz dieser Aktivität konnten mittels EDM und GPS keine signifikanten Bodenverformungen festgestellt werden, was auf eine derzeit stabile Magmakammer hindeutet.

Am 14. Dezember gab es starke, lokale Niederschläge mit 28,23 mm Regen in der Stunde, jedoch kam es nicht zu zusätzlichen Laharen oder Abflusssteigerungen in den umliegenden Flüssen. Diesen sollte man aber besonders, wenn es regnet, fernbleiben.

Die asymmetrische Sperrzone, die sich zwischen 3 und 7 Kilometer um den Gipfel ausdehnt, bleibt bestehen. Der Alarmstatus steht auf 3 bzw. orange.
Zusammenfassend zeigt der Gunung Merapi eine anhaltende, aber derzeit relativ stabile Aktivität. Die Beobachtungen lassen keine unmittelbare Gefahr für größere Ausbrüche erkennen, dennoch wird die Situation weiterhin engmaschig überwacht.

Merapi-Drohnenvideo geht viral

Mitte Dezember wurde auch ein eindrückliches Drohnenvideo vom Merapi online gestellt, dass den Abbruch eines größeren Lavapakets am Dom dokumentiert, woraus eine Schuttlawine hervorging. beim Abbruch von größeren und heißeren Paketen entstehen pyroklastische Ströme.

Merapi: 79 Abgänge glühender Schuttlawinen

Anhaltende Aktivität am Lavadom des Merapi – Abgänge glühender Schuttlawinen beobachtet

Am indonesischen Vulkan Merapi auf Java hält die Steinschlag- und Schuttlawinenaktivität weiter an, hat sich seit Oktober aber verringert. Aus den Statistiken des VSI geht hervor, dass gestern 79 sogenannte Lawinenbeben registriert wurden. Hierbei handelt es sich um seismische Signale, die durch Steinschläge und Schuttlawinen entstehen. Sie hatten Amplituden zwischen 2 und 50 Millimeter und dauerten von teils mehr als zwei Minuten. Diese Signale spiegeln die Instabilität der Gipfelregion und der Lavadome wider. Livecamaufahmen dokumentierten die Ereignisse.

Merapi

Darüber hinaus traten 59 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben auf. Diese gelten als typisch für aktive Vulkane, da sie sowohl Bruchprozesse im Gestein als auch die Bewegung von Magma oder vulkanischen Gasen anzeigen. Ihre Amplituden lagen zwischen 2 und 27 Millimetern, die gemessenen Magnituden reichten von 0,2 bis 0,8, bei Dauern von bis zu rund einer Minute. Ergänzt wird das seismische Bild durch vier flache vulkanische Erdbeben mit vergleichsweise hohen Amplituden sowie drei tektonische Fernbeben, die ihren Ursprung außerhalb des Vulkans hatten, aber dennoch deutlich registriert wurden.

Auf Basis dieser Daten warnen die Überwachungsbehörden vor einem weiterhin deutlich ausgeprägten Gefahrenpotenzial. Besonders im süd-südwestlichen Sektor des Merapi können Lavalawinen und pyroklastische Ströme auftreten, die dem Lauf des Boyong-Flusses bis zu fünf Kilometer folgen und die Flüsse Bedog, Krasak und Bebeng sogar bis zu sieben Kilometer erreichen können. Im Südosten sind der Woro-Fluss bis zu drei Kilometer und der Gendol-Fluss bis zu fünf Kilometer potenziell betroffen. Sollte es zu einem explosiven Ausbruch kommen, kann ausgeworfenes vulkanisches Material einen Umkreis von bis zu drei Kilometern um den Gipfel erreichen.

Die Beobachtungsdaten deuten darauf hin, dass weiterhin Magma in das Fördersystem nachströmt. Dieser anhaltende Magmanachschub erhöht die Wahrscheinlichkeit von Abbrüchen am Lavadom und kann innerhalb der Gefahrenzonen jederzeit neue Lawinen und sogar pyroklastische Ströme auslösen. Die Bevölkerung wird daher eindringlich aufgefordert, alle Aktivitäten in den ausgewiesenen Gefahrenbereichen zu unterlassen.

Merapi: Pyroklastischer Strom glitt 1500 m weit

Erneuter Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms am Merapi – Datenlage verschlechtert sich

Der indonesische Vulkan Merapi, der an der Grenze zwischen der Sonderregion Yogyakarta und Zentraljava liegt, zeigte gestern Nachmittag erneut deutliche Aktivität. Um 15:48 Uhr WIB kam es nach Angaben der Geologischen Behörde zum Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms. Er glitt ca. 1.500 Meter talwärts und folgte einer südwestlichen Bahn in Richtung des Einzugsgebiets des Flusses Boyong.

Merapi

Seismische Messungen registrierten vom Dichtestrom ausgelöste Bodenerschütterungen und Vibrationen, die eine maximale Amplitude von 13 Millimetern sowie eine Dauer von 132 Sekunden aufwiesen. Zum Zeitpunkt des Ereignisses herrschte Wind aus östlicher Richtung, was den Transport und die Verteilung der Vulkanasche begünstigte.

Neben dem pyroklastischen Strom gingen auch 93 teils glühende Schuttlawinen ab. Zudem wurden 43 Hybriderdbeben detektiert, die auf anhaltenden Magmenaufstieg hindeuten.

Der Aktivitätsstatus des Merapi bleibt weiterhin auf Alarmstufe III, einem Niveau, das bereits seit dem 5. November 2020 besteht. Die Behörden betonen eindringlich, dass sowohl die Bevölkerung als auch Besucher der Region die geltenden Sicherheitsempfehlungen strikt einhalten müssen. Aufenthalte in potenziellen Gefahrenzonen sind zu vermeiden; der empfohlene Sicherheitsradius richtet sich nach den Vorgaben des BPPTKG und dient dem Schutz vor möglichen weiteren pyroklastischen Strömen oder sonstigen vulkanischen Gefahren. Die Sperrzone verläuft asymmetrisch und ist den unterschiedlichen Gefahrenbereichen angepasst. Sie schwankt zwischen 3 und 7 Kilometern. Als besonders gefährdet gelten die Abflussrinnen, Schluchten und Flussläufe im Südwesten des Merapi.

Leider wird die öffentlich zugängliche Datenlage der indonesischen Behörden immer schlechter: Die offiziellen Behörden-Webseiten werden nicht mehr regelmäßig gepflegt und sind voller toter Links. Die letzten aktuellen Bulletins zum Merapi stammen von Ende Oktober und werden seitdem entweder nicht mehr veröffentlicht oder wurden an Stellen verschoben, wo sie nicht mehr auffindbar sind. Wenn etwas veröffentlicht wird, dann in sozialen Medien als nicht übersetzbares – oder nur mit einigem Aufwand übersetzbares – Fotodokument mit eingebundener Schrift auf Indonesisch. Ein Trend, der scheinbar immer weiter um sich greift, nicht zuletzt, weil man offenbar Aufwand scheut und Mitarbeiter immer mehr die Fähigkeiten verlieren, vernünftig am PC zu arbeiten, und stattdessen auf ihren Smartphones rumwursteln!

Merapi: Glühende Schuttlawinen fotografiert

Anhaltende Schuttlawinentätigkeit nach Serie pyroklastischer Ströme – Alarmstatus am Merapi bleibt auf Orange

Der indonesische Vulkan Merapi bleibt auch diese Woche aktiv: Nachdem in der vergangenen Woche mehrere pyroklastische Ströme abgegangen sind – der letzte wurde am Sonntag gemeldet – hat sich die Schuttlawinentätigkeit wieder verstärkt. Sie war infolge der Abgänge pyroklastischer Ströme zurückgegangen. Gestern wurden wieder 95 Schuttlawinen detektiert. Nachts hinterließen sie die für sie typischen Glutspuren, die auf langzeitbelichteten Fotos wie Lavaströme aussehen können.

Merapi

Am 2. Dezember 2025 registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 97 Schuttlawinen-Ereignisse. Sie erzeugten Erdbebensignale von bis zu 210,65 Sekunden Dauer und Maximalamplituden von 26 mm. Livecamaufnahmen zeigen, dass sie ziemlich weite Strecken zurücklegten und fast die Basis des Vulkankegels erreichten.

Zudem wurden 68 Hybriderdbeben registriert, die auf Fluidbewegungen hindeuten. Außerdem wurde ein flach liegender vulkanotektonischer Erdstoß registriert.

Die Aktivität setzt sich auch heute fort. In den ersten 6 Tagesstunden wurden 29 Abgänge registriert. Der Koordinator des Aktivitätsberichts, Tri Mujiyanta, erklärte, dass sich alle dieser heißen Schuttströme in südwestliche Richtung bewegten: „Wir haben glühende Schuttlawinen in Richtung Südwesten beobachtet, wo die Flüsse Sat/Putih, Bebeng und Fluss Krasak liegen. Die eine maximale Fließstrecke von bis zu 2.000 Metern erreichten“, heißt es in dem entsprechenden BPPTKG-Bericht.

Im jüngsten Wochenbericht heißt es, dass der südwestliche Dom ein Volumen von 4.308.700 Kubikmetern hatte, während der Zentraldom nur 2.368.800 Kubikmeter maß. Die Daten wurden am 30. Oktober erhoben, also noch bevor es zur Serie pyroklastischer Ströme kam. Der Dom dürfte inzwischen einiges an Volumen eingebüßt haben, wobei unklar ist, wie viel Magma aus der Tiefe aufsteigt und am Dom austritt.

Aufgrund der weiterhin erhöhten Aktivität hält das BPPTKG über das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) die Gefahrenstufe des Merapi bei Stufe „3“ (Orange) aufrecht. Eine Besteigung des Vulkans ist damit verboten. Es gilt eine asymmetrische Sperrzone mit einem Radius zwischen 3 und 7 Kilometern.

Der Merapi ist ein 2911 m hoher Stratovulkan in Zentraljava. An seinen Hängen liegen mehrere Dörfer, die oft von pyroklastischen Strömen und Laharen erreicht werden.

Merapi: Zwei Pyroklastische Ströme in dieser Woche

Merapi erzeugte 2 pyroklastische Ströme – Anzahl der Schuttlawinen heute rückläufig

Auf der indonesischen Insel Java ist der Merapi weiterhin effusiv aktiv und baut an seinem Lavadom im Südwesten des Kraters. Abbrüche größerer Lavapakete verursachten am 24. und 25. November je einen pyroklastischen Strom. Sie erzeugten seismische Signale, die bis zu 144 Sekunden anhielten. In dieser Zeit legten sie Gleitstrecken von bis zu 1500 m zurück.

Überwachungskameras dokumentierten das Geschehen gestern und fingen in beeindruckenden Bildern auf, wie der pyroklastische Strom den Vulkanhang hinunterglitt. Die Glutwolke hinterließ eine hellbraune Aschewolke, die vom Wind schnell verweht wurde. Der pyroklastische Strom vom Montag ging in der Nacht ab und erzeugte Glutnester, die lange sichtbar blieben.

Die beiden Abgänge dürften einiges an instabilem Material am Dom abgebaut haben, denn heute hatte sich die Anzahl der Schuttlawinen gegenüber den Tagen vor den pyroklastischen Strömen fast halbiert. Aber immerhin wurden 68 Lawinenabgänge gezählt.

Inzwischen ist das gute Wetter der letzten Tage auf Java auch vorbei und mit einsetzenden Regenfällen steigt das Lahar-Risiko. Besonders nach den Abgängen der pyroklastischen Ströme befindet sich auf der Südwestflanke des Merapi viel Lockermaterial, das sich in Schlamm verwandeln könnte, so wie es aktuell immer noch am Semeru der Fall ist. Die pyroklastischen Ströme, die dort in der letzten Woche abgingen, waren aber um einiges größer als jene vom Merapi.

Während am Semeru die Warnstufe noch auf „Rot“ steht, wurde die des Merapis auf „Orange“ belassen. Es gilt weiterhin ein Besteigungsverbot des Vulkans sowie eine asymmetrische Sperrzone mit einem 3-Kilometer-Radius um den Krater, die in besonders gefährdeten Zonen mit vielen Flussläufen bis auf 7 km ausgeweitet wurde.

Tatsächlich gibt es in Indonesien mit dem Lewotobi Laki-Laki noch einen weiteren Vulkan, der auf Warnstufe „Rot“ steht. Grund hierfür ist eine signifikante Zunahme der Seismizität, so wie es in den letzten Monaten häufig vor Paroxysmen beobachtet wurde. Dementsprechend herrscht an diesem Vulkan auf Flores ein hohes Gefahrenpotenzial.

Merapi: Neue Daten zum Lavadom

Pyroklastischer Strom am Merapi im Jahr 2006. © Marc Szeglat

Dom des Merapi seit Oktober geschrumpft – Ursache liegt in Abgängen pyroklastischer Ströme

Der 2.930 m hohe Stratovulkan Merapi liegt auf der indonesischen Insel Java und zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. Auch derzeit zeigt er eine anhaltend Aktivität, was die aktuellen seismischen Daten des VIS belegen. Demnach wurden gestern 105 Schuttlawinenabgänge registriert, die bis zu 199 Sekunden andauerten. Zudem traten 64 Hybriderdbeben auf, die durch die Bewegung heißer Fluide im Fördersystem ausgelöst werden. Diese Daten sprechen dafür, dass der Lavadom weiterhin wächst, wenngleich neue Auswertungen zeigen, dass er während der erhöhten Aktivitätsphase der letzten Wochen – als mehrere pyroklastische Ströme entstanden – zeitweise an Volumen verloren hat.

Dass es zuletzt kaum aktuelle Angaben zum Domwachstum gab, liegt an strukturellen Änderungen in der Informationspolitik der indonesischen Behörden. Die wöchentlichen Berichte erscheinen nicht mehr auf der Website von Badan Geologi, sondern ausschließlich über deren Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook. Zudem werden die Inhalte zunehmend als Bilddateien veröffentlicht, was das Kopieren und Übersetzen deutlich erschwert.

Trotz dieser Hürden lassen sich die wichtigsten Werte für den Merapi rekonstruieren: Ende August besaß der aktive Südwestdom ein Volumen von rund 4.179.900 Kubikmetern. Bis Anfang Oktober stieg es auf etwa 4.415.000 Kubikmeter an, bevor es sich bis Monatsende auf 4.309.000 Kubikmeter reduzierte. Insgesamt ging damit ein Volumen von über 100.000 Kubikmetern verloren, das durch die pyroklastischen Ströme Anfang November wahrscheinlich weiter abgenommen hat.

Auffällig ist die weiterhin geringe Zahl vulkanotektonischer Erdbeben. Dies deutet darauf hin, dass die magmatischen Aufstiegswege in der Tiefe relativ frei sind. Der erhöhte Druck entsteht hauptsächlich im oberen Bereich des Fördersystems und äußert sich in den zahlreichen Hybriderdbeben.

Für Aufmerksamkeit sorgt heute ein auf Social Media geteiltes FPV-Drohnenvideo, das eindrucksvoll den Verlauf einer glühenden Schuttlawine/ pyroklastischen Dichtestroms entlang der Feuerrutsche dokumentiert. Die Nahaufnahmen vermitteln einen seltenen Einblick in die Dynamik der aktuellen Domaktivität und verdeutlicht, dass es jederzeit zu weiteren Abgängen pyroklastischer Ströme kommen kann, so wie es in den letzten Tagen am Semeru geschah.

Merapi: Weitere pyroklastische Ströme am 12. November

Merapi mit 2 weiteren pyroklastischen Dichteströmen – 1800 m Reichweite

Der indonesische Vulkan Merapi bleibt weiterhin hochaktiv und erzeugte gestern und heute je einen pyroklastischen Dichtestrom. Außerdem wurden nach Angaben des Zentrums für Vulkanologie und geologisches Katastrophenmanagement (PVMBG) am Montag zahlreiche seismische Ereignisse verzeichnet, die auf anhaltende Aktivität im Inneren des Vulkans hinweisen.




Der pyroklastische Strom heute Vormittag generierte ein seismisches Signal von 125 Sekunden Dauer und einer Amplitude von 9 mm. Die Gleitstrecke betrug ca. 1800 m. Aufgrund dichter Bewölkung gibt es keine Bilder des Ereignisses. Daher gibt es hier heute nur ein Archivfoto eines vergleichbaren Ereignisses. Gestern registrierten die Messinstrumente das Signal eines pyroklastischen Dichtestroms mit einer Amplitude von 32 Millimetern und einer Dauer von 107 Sekunden.

Darüber hinaus wurden 55 Beben von Schuttlawinenabgängen aufgezeichnet, deren Amplituden zwischen 1 und 25 Millimetern und Dauern zwischen 44 und 219 Sekunden lagen. Diese Beben stehen in direktem Zusammenhang mit Materialbewegungen an den steilen Flanken des Merapi.

Ebenfalls von Bedeutung sind 47 hybride Beben, die als Zeichen innerer magmatischer Aktivität gelten und von Magmenbewegungen zeugen. Ihre Anzahl hat in den vergangenen Tagen deutlich nachgelassen. Es gab auch 2 flache vulkanotektonische Erschütterungen, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg verursacht wurden.

Die Vulkanologen betonen, dass die Warnstufe weiterhin auf Stufe III (Orange) bleibt. Bewohner in gefährdeten Zonen werden aufgefordert, wachsam zu bleiben und offizielle Informationen von PVMBG und BPBD genau zu verfolgen. Es gilt die bekannte Sperrzone um den Merapikrater, womit eine Besteigung des Vulkans de facto verboten ist.

Trotz der intensiven seismischen Aktivität zeigen die lokalen Gemeinschaften rund um den Merapi weiterhin hohe Aufmerksamkeit und Routine im Umgang mit der Situation – ein Beleg für die gewachsene Erfahrung im Katastrophenschutz an einem der aktivsten Vulkane Indonesiens.

Der 2911 m hohe Merapi ist einer der bekanntesten und aktivsten Vulkane auf Java in Indonesien. Er gehört aufgrund seines hohen Gefahrenpotenzials zu den Dekaden-Vulkanen, die im Zuge eines speziellen Programms unter besonderer Beobachtung standen.

Merapi: 5 pyroklastische Ströme innerhalb von 2 Tagen

Fünf pyroklastische Ströme am Gunung Merapi – Analyse der jüngsten Gefährdungslage

Der Gunung Merapi liegt im Zentrum der indonesischen Insel Java und zeigt erneut eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität. Am 9. und 10. November wurden insgesamt fünf pyroklastische Ströme registriert. Vier dieser gefährlichen Glutwolken ereigneten sich am 9. November und erzeugten seismische Erschütterungen mit Dauern zwischen 104 und 189 Sekunden sowie Maximalamplituden von bis zu 54 Millimetern. Der am 10. November beobachtete Strom hielt 114 Sekunden an. In den gut drei Minuten eines solchen Ereignisses kann ein pyroklastischer Dichtestrom eine Strecke von rund 2500 Metern zurücklegen.

Die Dichteströme entstanden durch Kollapsereignisse am südwestlichen Lavadom. Dort wurden auch zahlreiche – teils glühende – Schuttlawinen beobachtet: Am Sonntag registrierte das Überwachungszentrum 75 Abgänge, am Montag 112. Die geringere Zahl der Schuttlawinen am Sonntag dürfte auf die höhere Aktivität der pyroklastischen Dichteströme zurückzuführen sein. Beide Phänomene entstehen durch Kollapsvorgänge am Dom, wobei pyroklastische Ströme dann auftreten, wenn größere Lavapakete abbrechen, fragmentieren und teils explodieren und in rascher Bewegung hangabwärts gleiten.

Neben diesen Ereignissen wurden auch zahlreiche Hybriderdbeben festgestellt. Ihre Anzahl bleibt hoch, zeigt jedoch in den letzten Tagen eine leicht rückläufige Tendenz: Am Sonntag wurden 60, am Montag 47 Hybriderdbeben aufgezeichnet. Die Abnahme der seismischen Aktivität bei gleichzeitig vermehrten pyroklastischen Abgängen lässt vermuten, dass Magma derzeit leichter aufsteigen und der Dom rascher wachsen kann. Offenbar sind zuvor blockierte Aufstiegswege nun durchlässiger, was den Druck im Fördersystem verringert. Es ist daher durchaus möglich, dass in den kommenden Tagen größere pyroklastische Ströme auftreten.

Der Alarmstatus bleibt weiterhin auf Stufe III („Orange“). Um den Krater gilt eine asymmetrische Sperrzone mit einem Radius von 5 bis 7 Kilometern. Besonders im süd- bis südwestlichen Sektor des Merapi ist erhöhte Vorsicht geboten. Historisch verlaufen pyroklastische Ströme und Lahare bevorzugt entlang der Flüsse Krasak, Bebeng und Boyong – klassische Abflussrouten für vulkanisches Material.

Der Vulkan erhebt sich rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Yogyakarta und gilt aufgrund seiner Nähe zu dicht besiedelten Gebieten sowie seiner kurzen Ruheintervalle als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens.