Naturkatastrophen-News: Taifune am 25.09.22

Die diesjährige Wirbelsturmsaison kam nur langsam in Fahrt, doch hat sie mittlerweile stark an Dynamik gewonnen: zum Leidwesen der Betroffenen. Besonders Japan wird in diesen Tagen von Stürmen am laufenden Band getroffen und ein Ende ist nicht in Sicht, denn während der eine Sturm gerade abzieht, baut sich der Nächste bereits auf. Dabei erreicht nicht jeder Wirbelsturm Taifun-Niveau, aber auch die schwächeren Stürme richten Zerstörungen an. Doch der Reihe nach:

Tropische Wirbelstürme in Japan

Gestern wirbelte der tropische Sturm Tales Zentraljapan durcheinander, indem er sintflutartige Regenfälle und starke Windböen mit ich brach. Das JMA (Japanische Meteorologische Agentur) maß im Zentrum des Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h, womit sie nicht stark genug waren, damit Tales als Taifun klassifiziert werden konnte. Dennoch richteten die starken Winde Schäden an und verursachten massive Stromausfälle, von denen über Hunderttausend Haushalte betroffen waren.

Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, fanden 2 Menschen den Tod. Bei den Opfern handelte es sich um einen 40-jährigen Mann, der infolge eines Erdrutsches ums Leben. Ein 29-jähriger Mann wurde tot in seinem Wagen gefunden, nachdem er in einen Stausee gestürzt war.

Die starken Regenfälle begannen bereits am Donnerstag. Seitdem fielen in der Stadt Shizuoka rekordverdächtige 417 mm Niederschlag. Ganze Ortschaften unweit Tokios wurden überflutet. Es kam zu mehreren Erdrutschen. Einer von ihnen riss 2 Strommasten um, woraufhin es zu den beschriebenen Stromausfällen kam.

Tales bewegt sich in nordwestlicher Richtung, wobei er auf seinem Weg zu weiteren Inseln Japans wieder über dem warmen Ozeanwasser Kraft tankt. Es könnte sein, dass er dann doch noch Taifun-Stärke erreicht.

Während Tales abzieht, steht südöstlich von Japan der nächste Sturm in den Startlöchern. Bei Mnidulle handelt es sich um den 16. tropischen Wirbelsturm der Saison und er hat bereits die analoge Hurrikane-Kategorie 3 erreicht. Windstärken von bis zu 180 km/h peitschen über den Pazifik. Er könnte bis zu seinem möglichen Landfall (seine Bahn lässt ich noch nicht genau festlegen) zu einem sehr starken Taifun der Kategorie 5 heranwachsen, in dem Windgeschwindigkeiten von bis zu 288 km/h herrschen.

Dem nicht genug, so wird die philippinische Insel Luzon gerade von einem starken Taifun heimgesucht. Er hört auf den Namen „Noru“ und wird als sich explosionsartig entwickelnder Supertaifun bezeichnet.

Naturkatastrophen: Taifun trifft Japan am 18.09.22

Taifun Nanmadol erreicht Kyushu

Heute trifft Taifun Nanmadol die südjapanische Insel Kyushu. In den Medien wird Nanmadol oft als „Supertaifun“ bezeichnet und wird als Sturm der Kategorie 4  eingestuft: Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h wüten im Inneren des Wirbelsturms. Neben den starken Winden werden sintflutartige Regenfälle erwartet. Sie sollen innerhalb weniger Stunden bis zu 500 mm Wasser auf den Quadratmeter bringen. Es wird mit starken Überflutungen gerechnet. Besonders in bergigen Regionen könnten Erdrutsche und Schlammlawinen entstehen. Auf Kyushu gibt es zahlreiche aktive Vulkane, darunter Aso, Sakurajima und Kirishima. Auf den Vulkanflanken abgelagerte Vulkanasche könnte von den Wassermassen mobilisiert werden, so dass Lahare entstehen. Der Taifun machte seinen Landfall im Süden der Insel, genauer, bei Kagoshima. Die Metropole liegt nur 10 km vom Sakurajima entfernt. Der Vulkan ist zudem aktiv und in Eruption begriffen: eine brisante Mischung.

Auf Kyushu wurden vier Millionen Menschen zur Evakuierung aufgefordert und das zu einem Zeitpunkt, als der Flug- und Zugverkehr bereits eingestellt wurde. Auch der Fährbetrieb kam zum erliegen.

Die Japanische Meteorologe-Behörde warnte, dass besonders entlang der Küste Häuser kollabieren könnten. Es wird mit Sturmfluten gerechnet, die meterhohe Wellen gegen die Küsten branden lassen. Man warnte davor, dass Taifun Nanmadol das Potenzial habe, stärker als Taifun Jebi zu wirken, der im Jahr 2018 vierzehn Menschenleben forderte.

In dieser Sturmsaison wurde Japan bereits von 13 Wirbelstürmen getroffen. Nanmadol ist Nummer 14 und wird wahrscheinlich der stärkste dieser Stürme sein.

Japan ist auf Stürme und Naturkatastrophen im Allgemeinen gut vorbereitet. Wissenschaftler sagen allerdings, dass der Klimawandel die Stürme größer und zerstörerischer macht. Das macht weitere Bemühungen in Bezug auf den Katastrophenschutz nötig.

In Sachen Katastrophenschutz ist uns Japan um einiges voraus: Stürme, Erdbeben und Vulkanausbrüche kommen häufig vor. In Deutschland schafft man es bislang nicht einmal automatisch per SMS zu warnen. Dabei werden auch bei uns klimabedingte Naturkatastrophen zunehmen.

Oshamambe-dake: Neuer Geysir in Japan entstanden

In Japan sorgt die spontane Entstehung eines Geysirs für Aufsehen. Er bildete sich am 8. August und sprudelt seitdem unablässig eine 30-40 m hohe Wasserfontäne heraus. Der Geysir entstand in einem Wald, in unmittelbarer Nähe zu einem Shinto-Schrein auf der japanischen Nordinsel Hokkaido. Zahlreiche Schaulustige -aber auch Anhänger des Shintoismus- pilgern seitdem zum Geysir und bewundern das mysteriöse Naturphänomen.

Geysir nahe eines Thermalbades

Während spirituelle Menschen gerne an Wunder glauben, dünkt mir, dass hinter dem Springen des Geysirs die Kräfte des Vulkanismus stecken. In den Medien wird berichtet, dass das Wasser des Geysirs ca. 20 Grad warm sei und nach Schwefelwasserstoff riecht. In der Nähe des Geysirs liegt ein Onsen (japanisches Thermalbad) das in einem schönen Kalksinterrücken eingelassen wurde. Das Bad heißt Futamata Radium Onsen und liegt am Berg Oshamambe-dake. Was einen weiteren Hinweis liefert, denn „dake“ ist die japanische Bezeichnung für Krater. So kann man davon ausgehen, dass sich der Geysir praktisch am Fuß, bzw. auf der Flanke eines Vulkans bildete. Der Oshamambe-dake wird zwar nicht in den Listen des GVP als aktiver Vulkan geführt, aber auch an Vulkanen, die seit mehr als 10.000 Jahren nicht mehr eruptierten, können sich warme Quellen, Geysire und Kalksinterrücken bilden. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Monte Amiata in der Toskana.

Doch zurück zum Spirituellen: Der Geysir entstand am Vorabend einer jährlichen Prozession am Schrein. Und obwohl der Priester schnell vermutete, dass es sich um ein postvulkanisches Heißwasserphänomen handelt, bleibt dem Ereignis ein Hauch des Spirituellen haften, denn in der Nähe des Schreins gab es vor 60 Jahren ein ähnliches Phänomen zu bewundern.

Lokale Wissenschaftler gehen nicht davon aus, dass eine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Anwohner beschweren sich allerdings über den Lärm des herausschießenden Wassers und über die hohe Luftfeuchtigkeit.

Mein Erklärungsversuch ist, dass die starken Regenfälle, die es in den letzten Wochen in Japan gab, viel Regenwasser in das Hydrothermalsystem geleitet hat. Dort geriet es unter Druck und es bahnt sich einen Weg an die Oberfläche. Der Druck könnte von magmatischen Gasen herrühren. Dafür, dass es sich um eine magmatische Manifestation handelt, spricht die Nähe zum Tōya-See. Dieser liegt in einer Caldera. Die Mechanismen eines klassischen Geysirs kommen hier nicht zum Tragen, denn dafür ist das Wasser zu kalt. Genaugenommen muss man diese Springquelle als Kaltwasser-Geysir bezeichnen. Diese gibt es in der Vulkaneifel und werden von magmatischen Kohlendioxid zum Springen gebracht. Doch kontinuierliche Fontänen erzeugen sie normalerweise nicht.

Am Oshamambe-dake wird auch Bergbau betrieben. Hier kommt neben Kupfer und Silber auch Gold vor. So kann ein Zusammenhang zu den Minen nicht ausgeschlossen werden.

Erdbeben-News 21.06.22: Japan

Bonin Islands: Erdbeben Mw 6,1

Datum: 21.06.22 | Zeit: 07:14:57 UTC | Lokation: 27.86 N ; 142.59 E | Tiefe: 40 km | Mw 6,1

In der Region der japanischen Bonin-Inseln gab es heute Morgen ein Erdbeben der Magnitude 6,1. Die Tiefe des Hypozentrums lag bei 40 km. Das Epizentrum wurde 833 km südlich von Tateyama lokalisiert. Die Daten stammen vom EMSC und sind noch so frisch, dass sie noch korrigiert werden könnten. Ein Blick auf die Shakemap enthüllt, dass es in der Region öfters bebte.

Die Bonin-Inseln sind auch als Ogasawara-Archipel bekannt, dass aus 2 Inselketten und drei einzelnen Inseln besteht. Das Archipel liegt ca. 1000 km südlich von Tokio und ist vulkanischen Ursprungs. Einige der Vulkane werden noch als aktiv eingestuft. Tatsächlich gehört der Inselvulkan Nishinoshima zum Archipel und ist auf vulkane.net häufig in den News zu finden. Nishinoshima ist eine der isoliert liegenden Inseln und liegt etwa 150 km südwestlich des Epizentrums und damit noch in dem Bereich, in dem sich starke Erdbeben auf das Verhalten der Vulkane auswirken können. Es könnte ein Vulkanausbruch getriggert werden, oder aber auch eine bestehende Eruption gestoppt werden. Der aktuelle Stauts von Nishinoshima ist ungewiss, da nur wenige Augenzeugenberichte von dem Vulkan reinkommen. Letzte Woche detektierte MIROVA eine schwache thermische Anomalie, die wahrscheinlich von heißen Gasen ausging.

Tektonisch betrachtet bilden die Bonin-Inseln, zusammen im den Archipelen von Izu und den Mariannen, den Izu-Bonin-Mariannen Inselbogen im Westpazifik. Die Inselbögen verlaufen entlang einer 2800 km langen Subduktionszone, die an der japanischen Hauptinsel Honshu beginnt und bis südlich von Guam reicht. An der Subduktionszone liegt nicht nur der Bonin-Graben, sondern auch der Mariannen-Graben, der den tiefsten Punkt der Erde bildet. Hier senkt sich der Meeresboden an der Subduktionszone bis auf fast 11.000 m ab. Kein Wunder, dass es hier häufig bebt!

Erdbeben-News 13.06.22: Japan

Japan: Erdbeben Mb 5,1 vor Sendai

Datum: 12.06.22 | Zeit: 12:45:52 UTC | Lokation: 37.68 N ; 141.64 E | Tiefe: 60 km | Mb 5,1

Vor der Ostküste der japanischen Insel Honshu gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,1. Sein Epizentrum wurde 60 km östlich von Namie verortet, der Erdbebenherd lag 60 km Tief. Ein Blick auf die Shakemap enthüllt, dass es in den letzten Tagen mehrere moderate Erdbeben in der Region gab. Dort liegt auch das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima, das durch ein starkes Erdbeben nebst Tsunami beschädigt wurde.


Erdbeben Mb 5,0 am türkischen Van-See

Datum: 13.06.22 | Zeit: 18:35:19 UTC | Lokation: 38.84 N ; 43.54 E | Tiefe: 19 km | Mb 5,0

Am Ostufer des anatolischen Sees Van gab es ein Erdbeben der Magnitude 5,0. Es folgten zahlreiche Nachbeben, so dass ein netter Cluster entstand. Das Hypozentrum lag 19 km tief. Das Epizentrum befand sich 26 km südöstlich von Erciş. In der Region kommt es öfters zu moderaten-starken Erdbeben. Sie wird von der Ostanatolischen Verwerfungszone geprägt, einer signifikanten Erdbebenzone der Türkei.


Island: Schwarmbeben Grindavik

Datum: 11.06.22 | Zeit: 15:40:52 UTC | Lokation:  54.28 N ; 35.34 W | Tiefe: 10 km | Mb 4,9

Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel gehen die Beben weiter. Zwar hat sich die Aktivität gegenüber dem Monatsanfang abgeschwächt, doch es kommt weiterhin zu zahlreichen Erdbeben im Bereich von Grindavik. Aktuell werden 135 Erschütterungen für die letzten 48 Stunden angezeigt. Gestern waren es mehr als 200. Weiter Seewärts, gab es am Reykjanes-Ridge mehrere moderate Erdbeben. Das stärkste manifestierte sich Vorgestern und hatte eine Magnitude 4,9. Es zeigt, dass es am Mittelatlantischen Rücken durchaus Bewegungen gibt, die auch ein starkes Erdbeben erzeugen könnten. Das Beben ereignete sich in 10 km Tiefe und hatte ein Hypozentrum, das 1331 km südlich von Reykjavík lag.

Erdbeben-News 23.05.22: Japan

Japan: Erdbeben Mw 6,0

Datum: 22.05.22 | Zeit: 15:17:33 UTC | Lokation: 33.19 N ; 141.42 E | Tiefe: 28 km | Mw 6,0

Japan ist nicht nur vulkanisch gesehen ein Aktivitäts-Hotspot, sondern auch seismisch sehr aktiv. Das Inselreich erstreckt sich entlang von Subduktionszonen, die zum zirkumpazifischen Feuergürtel gehören. Daher bebt es entlang der Pazifikküste Japans häufig.

Das stärkste Beben brachte es gestern auf eine Magnitude von 6,0 und lag südöstlich der Insel Honshu. Die Tiefe des Hypozentrums wurde vom EMSC mit 28 km angegeben. Das Epizentrum befand sich 245 km südöstlich von Tateyama und gut 270 km von Tokio entfernt. In der Region gab es in den vergangenen Tagen mehrere Erdbeben.

Ähnlich verhält es sich mit einem weiteren Bebenspot, der sich in ähnlicher Distanz zu Tokio zutrug, aber nordöstlich, an der Küste von Honshu lag. Das stärkste Beben dort hatte eine Magnitude von 5,4 und einen Erdbebenherd in 10 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich 43 km östlich von Iwaki.

Auch vor der nördlichsten der großen Inseln Japans bebte es. Heute manifestierte sich an der Südküste von Hokkaido ein Erdbeben MW 5,5. Es hatte ein Hypozentrum in 40 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 102 km südlich von Urakawa lokalisiert. Bereits gestern bebte es dort mit Mw 4,7.

Bei so vielen Erdbeben ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein weiteres Starkbeben manifestiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Beben Tokio trifft und dort große erdbebensicher gebaut, doch die Vielzahl normaler Häuser ist es nicht. Eine Katastrophe ist vorprogrammiert. Sie könnte sich sogar global auswirken, da Tokio eines der wichtigsten Industrie- und Finanzzentren der Welt ist. Neben einem Börsencrash, käme es zu weiteren Einschränkungen in den Lieferketten.


Weitere Meldungen:

Fiji: Erdbeben Mw 6,3

Datum: 22.05.22 | Zeit: 07:06:27 UTC | Lokation: 26.23 S ; 178.38 E | Tiefe: 580 km | Mw 6,3

Südlich von Fiji gab es gestern ein Erdbeben Mw 6,3. Es lag in der ungewöhnlich großen Tiefe von 580 km, mit einem Epizentrum das 899 km südlich von Suva festgestellt wurde. Beben in diesen Tiefen ereignen sich für gewöhnlich an subduzierter Erdkruste, die bis in den Erdmantel abgetaucht ist.


Iran: Erdbeben Mw 5,3

Datum: 23.05.22 | Zeit: 07:36:46 UTC | Lokation: 29.00 N ; 59.94 E | Tiefe: 580 km | Mw 5,3

Heute Früh ereignete sich im Südosten des Irans ein Erdbeben Mw 5,3. Das Hypozentrum lag 10 km tief. Das Epizentrum wurde 105 km südwestlich von Zahedan lokalisiert. Erdbeben dieser Magnitude können an betagter Bausubstanz bereits Schäden verursachen.

Erdbeben-News 17.05.22: Alicudi

Japan: Erdbeben Mw 5,6

Datum: 17.05.22 | Zeit: 06:04:53 UTC | Lokation: 33.41 N ; 141.67 E | Tiefe: 10 km | Mw 5,6

Vor der Südküste der japanischen Insel Honshu bebte es mit einer Magnitude von 5,6. Das Hypozentrum lag 10 km tief. Das Epizentrum wurde 237 km südöstlich von Kamogawa festgestellt. Der Erdstoß ereignete sich am Nordende des Izu-Bonin Trogs, kurz vor seiner Schnittstelle mit dem Japangraben und dem Sagami-Trog, dessen Verwerfungszone auf die Landeshauptstadt Tokio zuläuft. Ein Starkbeben dort ist ein Horrorszenario der Japaner.


Alicudi mit Erdbeben M 4,1

Datum: 14.05.22 | Zeit: 11:57:17 UTC | Lokation: 38,53; 14,39 | Tiefe: 12 km | Ml 4,1

Vor der Ostküste der Lipareninsel Alicudi kam es zu einem Erdbeben der Magnitude 4,1. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 12 km. Der Erdstoß löste mehrere Nachbeben aus. Das INGV zeigt 6 Erschütterungen an. Außerdem kam es zu einem schwachen Erdbeben auf Vulcano. Dort hat sie Seismizität gegenüber dem Vormonat deutlich nachgelassen.


Mount Rainier wird von Erdbeben erschüttert

Datum: 17.05.22 | Zeit: 02:11:24 UTC | Lokation:  46.79 N ; 121.97 W | Tiefe: 9 km | Ml 2,3

Der Mount Rainier liegt im US-Bundesstaat Washington und wurde nun von 2 Beben erschüttert. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 2,3. Der Erdbebenherd lag in 9 km Tiefe. Das Epizentrum befand sich an der Südwestbasis des Vulkans. Das 2. Beben brachte es auf Ml 2,1. Anhand der Beben lässt sich keine bevorstehende Eruption orakeln. Doch sollte es einmal dazu kommen, dann wäre die Aufregung groß, da sich der Mt. Rainier in der Nähe der Großstadt Seattle befindet.

Funka Asane: Weitere Eruption am 29.03.22

Staat: Japan| Koordinaten: 25.42, 141.28 | Eruption: Submarin

Der submarine Vulkan Funka Asane erzeugte weitere Eruptionen. Das VAAC Tokio meldete gestern Abend um 18:00 Uhr UCT Vulkanasche in einer Höhe von 8000 m. Die Eruptionswolke driftete in Richtung Nordosten. Heute um Mitternacht erreichte die Asche noch eine Höhe von 3700 m. Das JMA meldete, dass bislang keine schwimmenden Bimssteine in der Gegend entdeckt wurden. Bimssteinteppiche können eine Gefahr für den Schiffsverkehr darstellen. Besonders kleinere Boote können in ernste Schwierigkeiten gelangen.

Japan: Wobbeln verursacht starke Erdbeben

  • Die Schäden nach dem Erdbeben am 16. März sind größer als angenommen
  • Eine Studie kommt den Starkbeben Japans auf die Spur

Zwei Tage nach dem starken Erdbeben der Magnitude 7,3, dass sich vor der Küste der japanischen Insel Honshu ereignete, wurde klar, dass die Schäden größer waren, als zunächst angenommen. Mindestens 4 Menschen starben, mehr als Hundert Personen wurden verletzt. Es kam zu Stromausfällen und zu Störungen an der Atomruine von Fukushima. Zudem entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug, die Passagiere blieben unverletzt.

Forschungsarbeit kommt den Starkbeben auf die Spur

Eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2020 kam einer möglichen Ursache von Starkbeben in Japan auf die Spur. Die Arbeit bezieht sich auf das Starkbeben vom 11. März 2011, das zur Havarie des Atomkraftwerks von Fukushima führte. Es hatte die Magnitude 9,1 und setzte damit fast Tausendmal soviel Energie frei, wie das aktuelle Erdbeben der Magnitude 7,3. Damals starben mehr als 15.500 Menschen. Der Hauptautor der Studie, Jonathan Bedford, vom Deutschen Geo-Forschungs-Zentrum Potsdam, untersuchte die GPS-Daten des umfangreichen japanischen Netzwerkes. Dabei fand er heraus, dass sich die Erdkruste Japans in den Monaten vor dem Beben erst von Osten nach Westen und dann wieder nach Osten verschoben hat. Diese Bewegung Japans bezeichnet er als „Wobbeln“. Dieses Wobbeln, bzw. Wackeln entsteht durch die Subduktion Ozeanischer Kruste unter Kontinentaler Kruste. Die abtauchende Platte verhakt sich am Gestein der darüberliegenden Platte. Wenn sich die Verhakungen lösen, entsteht ein Erdbeben. Im Falle Japans sind 4 Platten beteiligt, von denen 2 Platten unter Japan subduziert werden. Diese Subduktion erfolgt mit verschiedenen Geschwindigkeiten und ist aufgrund der Verhakungen nicht gleichmäßig. Dadurch wird Japan mal in die eine Richtung verschoben, mal in die Andere. Die resultierenden Spannungen sind enorm, so dass es zu Starkbeben kommen kann.

Hier eine Animation der Bewegungsvektoren. © japantimes.co.jp/GFZ/Jonathan Bedford

Das internationale Forscherteam beobachtete eine gegenläufige Verschiebung Japans. Die genaue Analyse der Daten ergab, dass sich die Erdkruste einige Monate lang, zwischen 4 und 8 Millimeter nach Osten bewegte, dann nach Westen und wieder nach Osten. Es kam aber nicht nur zu einer gegenläufigen horizontalen Verschiebung, sondern auch zum Absenken und Anheben der Erdkruste. Die Rate belief sich auf 0,1 mm/Tag. Diese Bewegungen unterschieden sich deutlich von den gleichmäßigen Verschiebungen, die die Kontinentalplatten der Erde ständig vornehmen. Wiederholt sich dieses Bewegungsmuster künftig, könnte es ein Indiz sein, dass sich ein neues Starkbeben anbahnt.

Die Wissenschaftler der Studie gehen davon aus, dass es an anderen Plattengrenze solche wobbelnden Bewegungsmuster nicht gibt. Falls doch, dann sind sie mangels eines entsprechend gut ausgebauten GPS-Netzes nicht zu erfassen. (Quelle: scienceunavco.org/Linda Rowan/Jonathan Bedford u.w.)