In den letzten 2 Tagen registrierte das VAAC Tokyo vor allem Eruptionen an den japanischen Vulkanen. Die explosive Tätigkeit der Feuerberge auf Kamtschatka scheint leicht nachgelassen zu haben. Kliuchevskoi war gestern nur mit einer Meldung vertreten. Dafür brachte es Aso-san seit gestern auf 7 Ascheeruptionen. Sakura-jima eruptierte 8 Mal und ist damit wieder in Bestform. Suwanose-jima ist mit 6 Eruptionen auch noch gut im Rennen. Von diesem Vulkan liest man ja nicht täglich in den Schlagzeilen.
Japan
Aso: Eruption in Japan
Auf der japanischen Insel Kyushu ist gestern der Vulkan Aso ausgebrochen. Vulkanasche stieg ca. 1 km über den Krater auf und driftete 30 km weit. Um den Krater wurde eine 1 km Sperrzone errichtet und Touristen wurden evakuiert.
Japan: starkes Erdbeben M 6,8
Auf der japanischen Hauptinsel Honshu ereignete sich gestern ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,8. Das EMSC gibt die Magnitude 6,2 an. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe im Wintersportort Hakuba. Es stürzten 37 Häuser ein. 39 Menschen wurden verletzt. Es folgten bereits zahlreiche Nachbeben. Der Hauptstoß war auch im 200 km entfernten Tokyo deutlich zu spüren.
Außer dem Erdbeben in Japan ereigneten sich starke Beben in China (M 6,0), Rumänien (M 5,6) und Afghanistan (M 5,5). Vor Hawai wurde eine Erschütterung der Magnitude 3,3 gemessen. Im Augenblick scheinen sich wieder schwere Erdbeben zu häufen.
Ontake-san: Opferzahlen gestiegen
Das VAAC Tokyo registrierte gestern 4 Ascheeruptionen und heute 2. Seit letztem Samstag wurden 31 Aschewolken beobachtet. Der Vulkan scheint in einer relativ stabilen Eruptionsphase eingetreten zu sein. Erhöhte Erdbebentätigkeit zeugte in den letzten Tagen von Magmaaufstieg.
Die Zahl der Todesopfer ist auf 48 gestiegen. Die meisten Opfer erstickten an Vulkanasche und giftigen Gasen.
Ontake-san: Vulkanausbruch in Japan
Update 30.09.2014: Die katastrophalen Folgen des Vulkanausbruchs vom Samstag sind größer als bisher angenommen: bisher wurden 36 Todesopfer bestätigt. Viele Leichen konnten noch nicht geborgen werden, da hohe Gaskonzentrationen die Bergungstrupps immer wieder zum pausieren nötigen. In einer Pressemeldung hieß es zudem, dass Erdbeben die Bergungsarbeiten behindern. Diese Beben wären ein möglichen Indiz für einen weiteren bevorstehenden Vulkanausbruch. Mittlerweile sind Berichte von Anwohnern bekannt geworden, nach denen schon Tage vor der Eruption Erdbeben zu spüren gewesen seien. Das JMA räumte inzwischen ein, dass es am 10. und 11. September erhöhte Seismik gab, diese in den folgenden Tagen aber wieder abnahm. Phreatische Eruptionen sind in der Tat schwer vorherzusagen, dennoch wird eine Untersuchungskommission überprüfen, ob das Frühwarnsystem richtig funktionierte.
Zumindest die Technik des VAAC Tokyos scheint zu funktionieren. Heute wurden bereits 2 Aschewolken registriert die vom Ontake-san aufstiegen.
Update 28.09.2014: Rettungskräfte fanden in der Nähe des Kraters 30 Tote. Sie wurde Opfer der unerwarteten Eruption des Vulkans, der ein beliebtes Wandergebiet ist. Mindestens 34 Menschen wurden verletzt, einige schwer. Zahlreich Wanderer fanden in Berghütten Zuflucht und konnten heute Morgen geborgen werden. Das VAAC Tokyo verzeichnete heute 2 weitere Aschewolken. Hier gibt es eine Livecam.
Update: Nach offiziellen Angaben sitzen ca. 250 Wanderer am Vulkan fest. Die Vulkanasche (evtl. pyroklastischer Strom) schneidet ihnen den Rückweg ab. Viele Wanderer seien auf dem Wanderweg kollabiert. Fotos zeigen Gebäude die von Vulkanasche bedeckt sind.
Originalmeldung: In Japan ist der 3067 m hohe Vulkan Ontake-san überraschend ausgebrochen. In Medienberichten wird von einer hoch aufsteigenden Aschewolke gesprochen, die mindestens 3 km breit gewesen sein soll. Entweder haben starke Winde die Eruptionswolke nach unten gedrückt, oder es handelte sich um einen kleinen pyroklastischen Strom. Das VAAC Tokyo registrierte 4 Aschewolken, die innerhalb von 3 Stunden aufstiegen. Es wurden mindestens 8 Menschen verletzt, die auf dem Vulkan wanderten. Der Aufstieg zum Vulkan wurde gesperrt und es wird vor dem Auswurf von Pyroklastika in einem Radius von 4 km gewarnt.
Der Komplex-Vulkan liegt auf der Insel Honshu zwischen den Provinzen Nagano und Gifu. Der Ontake-san ist nach dem Fuji der 2. höchste Vulkan Japans. Die Hauptstadt Tokyo liegt nur ca. 200 km entfernt. Der Vulkan hat mehrere Gipfel und bildete sich in einer Caldera. Seine letzte und einzige eruptive Phase in historischen Zeiten ereignete sich 1979/80.
Vulkane weltweit
Heute geben 2 Vulkane Lebenszeichen von sich, die vom VAAC Tokyo beobachtet werden:
Sakurajima in Japan erwachte aus seinen Dornröschenschlaf und erzeugte seit gestern 8 explosive Eruptionen mit Aschewolken. Sakurajima ist seit einigen Jahren daueraktiv, ist in diesem Jahr aber ruhiger, als er es in den letzten 3 Jahren war.
Zhupanovsky auf Kamtschatka ist auch wieder sehr aktiv geworden. Es wurden 4 Aschewolken detektiert, die von diesem Vulkan aufstiegen. Der Vulkan erwachte im Oktober letzten Jahres aus seinem Schlaf und ist seitdem sporadisch aktiv.
Taifun in Japan und Tornado in Deutschland
Am Wochenende zog ein starker Wirbelsturm über die Inseln Japans hinweg und richtete große Zerstörungen an. Der Sturm brachte starke Regenfälle mit sich, die zu Überschwemmungen führten. Besonders schlimm betroffen war die Insel Shikoku. Dort wurden 2 Städte mit 570.000 Menschen evakuiert. Mindestens 2 Menschen starben.
Auch Deutschland ist wieder von schweren Unwettern heimgesucht worden. Diesmal lag Hessen im Fokus der Gewitterstürme. In Bad Schwalbach bildete sich ein Tornado, der eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Bäume kippten um und zerstörten Gebäude und Fahrzeuge.
Kuchinoerabu-jima: Vulkanausbruch registriert
Das VAAC Tokyo registrierte heute eine Aschewolke, die vom japanischen Vulkan Kuchinoerabu-jima ausging. Es ist das erste Mal, dass der Vulkan bei den News von vulkane.net auftaucht. Kuchinoerabu-jima ist 657 m hoch und liegt auf den Satsunan Inseln, ca. 120 km südlich von Kagoshima. Die Inselgruppe zählt 170 Einwohner und kann nur per Boot erreicht werden.
Die Eruptionen am Kuchinoerabu-jima sind normalerweise phreatisch, oder vulcanisch, es kamen aber auch schon Pyroklastische Ströme vor.
Update: In unserer Facebookgruppe wurden Fotos und ein Video der Eruption gepostet. Es entstand tatsächlich ein Pyroklastischer Strom. Ein Augenzeuge berichtet in seinem Blog, dass der Vulkan die meiste Zeit über in den Wolken hing. Nach einem Erdstoß und einem lauten Knall wurde das Dorf Motomura evakuiert. Die Menschen mussten sich im Gemeindezentrum einfinden. Die Insel ist für ihre Thermalquellen bekannt. Es wurde die Alarmstufe „3“ ausgerufen. Der Zugang zum Vulkan ist gesperrt.
Japan: Super-Taifun im Anmarsch
Dem japanischen Inselstaat droht eine neue Naturkatastrophe: einer der stärksten Taifune der letzten Jahrzehnte braut sich über dem Ostpazifik zusammen und zieht auf Okinawa zu. Für die vorgelagerte Insel Miyako wurde bereits die höchste Alarmstufe ausgerufen. Taifun „Neoguri“ erreicht Windgeschwindigkeiten von fast 200 km/h. Neben Sturmböen und Regenfällen droht hoher Seegang.