Japan: Erdbeben Mw 5,7 im Westen von Honshu

Starkes Erdbeben erschüttert West-Honshu in Japan – keine Tsunami-Warnung, aber erhöhte Wachsamkeit empfohlen

Datum: 06.01.2026 | Zeit: 01:18:48 UTC | Koordinaten  35.321 ; 133.124 | Tiefe: 10 km | Mw 5,7

Der Westen der japanischen Hauptinsel Honshu wurde am Dienstagmorgen von einem starken Erdbeben der Magnitude 5,7 erschüttert. Der Erdstoß ereignete sich um 10:18 Uhr Ortszeit (01:18 UTC) in einer Region 19 km westlich von Matsue, nahe der Küste des Japanischen Meeres. Das Epizentrum lag bei  den Dezimal-Koordinaten 35.321 ; 133.124, die Herdtiefe betrug zehn Kilometer.  Der Erdstoß wurde nicht nur deutlich gespürt, sondern ließ Gebäude stark schwanken. Größere Schäden wurden bis jetzt nicht gemeldet.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Beben war in weiten Teilen der Präfektur Shimane sowie in angrenzenden Regionen spürbar. In Matsue, rund 19 Kilometer nordnordwestlich des Epizentrums, berichteten Anwohner von deutlich schwankenden Gebäuden und herabfallenden Gegenständen. Auch in Fukuyama, knapp 100 Kilometer entfernt, wurde das Erdbeben noch wahrgenommen. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, da das Hypozentrum an Land lag.

Tektonisch liegt das betroffene Gebiet in einer komplexen Übergangszone. Während große Teile Japans durch die Subduktion der Pazifischen Platte und der Philippinischen Meeresplatte geprägt sind, dominieren im Westen Honshus vor allem intraplattennahe Störungszonen innerhalb der Eurasischen (bzw. Amur-)Platte. Das relativ junge Japanische Meer öffnete sich, und alte Krustenbrüche werden bis heute reaktiviert. Erdbeben in dieser Region entstehen daher häufig durch seitliche Verschiebungen entlang solcher Störungen und nicht ausschließlich durch klassische Subduktionsprozesse.

Historisch ist West-Honshu zwar weniger bekannt für Mega-Beben als der pazifische Küstenraum, blieb jedoch keineswegs verschont. Besonders in Erinnerung ist das Erdbeben von 1872 in der Region Hamada (ebenfalls Präfektur Shimane), das schwere Zerstörungen verursachte und tausende Opfer forderte. Auch im 20. und 21. Jahrhundert kam es wiederholt zu moderaten, aber lokal schadensträchtigen Beben. Das aktuelle Ereignis reiht sich somit in eine lange seismische Geschichte ein und unterstreicht, dass selbst abseits der großen Subduktionszonen Japans ein erhebliches Erdbebenrisiko besteht.

Auffällig ist, dass es in den letzten 24 Stunden entlang des Kamtschatka-Kurilengrabens und entlang des Japangrabens mehrere mittelstarke Erdbeben gab.

Satsuma-Iojima mit Aschewolke in 900 m Höhe

Kleine Ascheeruption am Satsuma-Iojima in der Kikai-Caldera in Japan

Bereits am 28. Dezember 2025 kam es am Vulkan Satsuma-Iojima im Süden Japans zu einer kurzen Ascheeruption. Nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) begann die Aktivität gegen 17:07 UTC. Dabei stieg eine Vulkanaschewolke bis in eine Höhe von etwa FL030 (900 Meter) auf und verlagerte sich zunächst nach Südwesten. In späteren Satellitenbeobachtungen war die Asche jedoch nicht mehr eindeutig identifizierbar, sodass keine weiteren Ascheprognosen ausgegeben wurden. Es war die erste Eruption des Vulkans im auslaufenden Jahr 2025.

Der Satsuma-Iojima liegt auf einer kleinen Insel am Rand der Kikai-Caldera, einer großen submarinen Caldera südlich von Kyushu. Der aktive Schlot auf der Insel ist der Iōdake, der für regelmäßige Gas-, Dampf- und kleinere Ascheemissionen bekannt ist. Die Region gilt als einer der dauerhaft überwachten Vulkangebiete Japans, da frühere Ausbrüche gezeigt haben, dass auch vergleichsweise kurze Eruptionen Auswirkungen auf die Luftfahrt haben können.

Großräumige Gefährdungen für die Bevölkerung wurden bei diesem Ereignis nicht gemeldet. Die VAAC-Meldung diente in erster Linie der Flugsicherheit. Weitere Warnungen oder Beratungen sollen nur dann erfolgen, wenn erneut Vulkanasche in Satellitenbildern nachgewiesen wird.

Japan: Erdbeben Mw 6,0 am 31.12.2025

Erdbeben der Magnitude 6,0 vor Japans Nordostküste – keine Tsunamiwarnung

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0 hat am Dienstagabend, 31. Dezember 2025, die Küstenregionen im Nordosten Japans erschüttert. Nach Angaben internationaler und japanischer Erdbebendienste ereignete sich das Beben um 23.26 Uhr Ortszeit (14.26 Uhr UTC) vor der Ostküste der Hauptinsel Honshū.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Epizentrum lag rund 120 Kilometer ostsüdöstlich von Hachinohe und etwa 89 Kilometer nordöstlich von Miyako in der Präfektur Iwate. Die Herdtiefe betrug etwa 21 Kilometer, was das Beben in weiten Teilen der Küstenregion spürbar machte. Bewohner berichteten von deutlich wahrnehmbaren Erschütterungen, vereinzelt kam es zu kurzzeitigen Strom- und Verkehrsunterbrechungen.

Die Japanische Meteorologische Behörde (JMA) gab keine Tsunamiwarnung heraus. Auch internationale Stellen stuften das Tsunamirisiko als gering ein. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen bis zum späten Abend nicht vor. Die Behörden überprüften vorsorglich Infrastruktur, Häfen und Küstenanlagen.

Seismologen ordnen das Ereignis als typisches Subduktionsbeben entlang des Japan-Grabens ein, wo die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte abtaucht. Die Region zählt zu den aktivsten Erdbebenzonen der Welt und wird regelmäßig von teils starken Beben erschüttert. Erst in den vergangenen Wochen war es in Nordostjapan zu mehreren spürbaren Erdstößen gekommen.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, aufmerksam zu bleiben und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Japan verfügt über eines der weltweit dichtesten Frühwarn- und Katastrophenschutzsysteme, dennoch erinnern Ereignisse wie dieses an die anhaltende seismische Gefährdung des Landes.

Starkes Erdbeben in Japan trifft Honshus Ostküste

Starkes Erdbeben Mw 6,7 vor der Nordküste Honshus in Japan – Tsunamialarm gegeben

Datum: 12.12.2025 | Zeit: 02:44:13 UTC | Koordinaten 40.962 ; 142.767 | Tiefe: 20 km | Mw 6,7

Am 12. Dezember 2025 um 11:44 Uhr Ortszeit hat ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,7 die Region vor der Ostküste der Präfektur Aomori erschüttert. Das Hypozentrum lag rund 20 km tief im Pazifik, etwa 118 km nordöstlich von Hachinohe und 172 km östlich-nordöstlich von Aomori. Damit lag das Epizentrum in der gleichen Region wie das starke Erdbeben Mw 7,5 vom Montag und manifestierte sich östlich der Straße von Tsugaru, jener Meerenge zwischen Honshu und der Nordinsel Hokkaido. Genau genommen handelt es sich also um ein starkes Nachbeben, von denen es mehrere gibt.

Japan. © EMSC/Leaflet

Die Erschütterungen waren in vielen Teilen Nord- und Nordostjapans deutlich zu spüren, besonders entlang der Pazifikküste. Auf der japanischen Intensitätsskala erreichte das Beben stellenweise einen Wert von 4.

Kurz nach dem Ereignis gab die Japan Meteorological Agency (JMA) eine Tsunamiwarnung für die Küsten von Hokkaido sowie die Präfekturen Aomori, Iwate und Miyagi aus. Erste Wellen von etwa 20 Zentimetern Höhe wurden an den Küsten Hokkaidos und Aomoris registriert. Die Behörden mahnten die Bevölkerung in Küstennähe zur Vorsicht und forderten dazu auf, Warnmeldungen aufmerksam zu verfolgen, auch wenn zunächst keine größeren Wellen beobachtet wurden. Verletzte oder Schäden wurden bislang nicht gemeldet; die Kernkraftwerke Higashidori und Onagawa arbeiteten nach Angaben des Betreibers Tohoku Electric Power Co. ohne Auffälligkeiten.

Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben mit der Subduktion entlang des Japangrabens in Verbindung, der hier aus dem Kurilen-Kamtschatka-Graben hervorgeht: Vor der Küste Nordostjapans taucht die Pazifische Platte mit einer Geschwindigkeit von mehreren Zentimetern pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte (bzw. die Okhotsk-Mikroplatte, die oft als Teil der Nordamerikanischen Platte betrachtet wird) ab. Durch diesen Prozess entsteht auch Magma, das an den Vulkanen Nordjapans austritt.

Auffällig ist auch, dass es seit dem starken Erdbeben am Montag vermehrt schwache Erdbeben in Mitteleuropa gibt. Möglich, dass durch die starken Erschütterungen in Japan Mikrospannungen an den europäischen Störungszonen entstanden sind.

Das Beben ereignete sich nur wenige Tage nach einem schwereren Erdbeben der Magnitude 7,5, das am Montag den Nordosten Japans getroffen hatte. Bei diesem Ereignis wurden 30 Menschen verletzt, mehrere Gebäude und Straßen erlitten Schäden, und auch hier waren Tsunamiwarnungen ausgesprochen worden. Die JMA hatte bereits damals vor der Möglichkeit weiterer starker Nachbeben gewarnt.

Die jüngsten Erschütterungen richten die Aufmerksamkeit erneut auf das Risiko eines möglichen Mega-Erdbebens in Japan. Im September schätzte das nationale Erdbebenuntersuchungsgremium die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses im Nankai-Graben innerhalb der nächsten 30 Jahre auf 60 bis 90 Prozent. Ein Mega-Beben könnte einen gewaltigen Tsunami auslösen und verheerende Folgen haben.

Die Behörden betonen, dass zwar keine konkrete Vorhersage möglich sei, das Risiko eines weiteren starken Bebens jedoch weiterhin bestehe. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Vorbereitungen zu prüfen und Notfallpläne aktuell zu halten. Besucher Japans sollten sich ebenso auf mögliche Katastrophenszenarien vorbereiten. Dazu gehört, auf die Bausubstanz von Hotels zu achten, möglichst nicht an der Küste zu verweilen und sich Fluchtwege zu höher gelegenem Terrain einzuprägen.

Sakurajima: Vulkanascheneruption bis auf 3000 m Höhe

Ascheeruption am Vulkan Sakurajima testet in Japan erneut die Alarmbereitschaft

In der Nacht zum Mittwoch kam es um 01:14 Uhr (UTC) am japanischen Vulkan Sakurajima zu einer kräftigen explosiven Eruption. Dabei steig eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa 3.000 Metern (Flughöhe 10000 Fuß) auf und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten in südöstlicher Richtung. Die Japan Meteorological Agency (JMA) und das Vulkanasche-Warnzentrum Tokyo (VAAC Tokyo) warnten vor der potenziellen Gefahr für den Flugverkehr und vor Ascheregen in der Region unter der Eruptionswolke. Beobachtungen zeigen, dass sich die Aschewolke im Verlauf des Tages weiter ausbreitete, während für die kommenden Stunden eine allmähliche Abschwächung erwartet wird.

Der Vulkan Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans und hält seit mehreren Tagen die Region mit einer neuen Eruptionsserie in Atem: Seit dem 9. Dezember wurden 7 VONA-Warnungen veröffentlicht.

Wie das JMA berichtet, kam es zwischen dem 5. und 8. Dezember zu insgesamt zehn Ausbrüchen am Gipfelkrater Minami-dake, von denen vier explosionsartig waren. Vulkanische Gesteinsblöcke erreichten dabei die siebte Messstation, rund 700 Meter vom Krater entfernt. Die Aschesäule stieg zeitweise bis zu 1.700 Meter über den Kraterrand. Nachts registrierten Überwachungskameras zudem kleine Flammenerscheinungen im Krater. Am Showa-Krater hingegen blieben eruptive Aktivitäten aus, es wurden aber Dampfexhalationen beobachtet.

Eine Analyse der Schwefeldioxid-Emissionen ergab weiterhin hohe Werte, mit etwa 2.300 Tonnen pro Tag, was auf anhaltende Magmaaktivität tief unter der Erde hinweist. Vulkanische Erdbeben treten zwar selten auf, doch gelegentliche Erschütterungen wurden gemessen. Die Ausdehnung des tiefen Untergrunds hält weiter an.

Die Behörden warnen, dass große vulkanische Bomben und pyroklastische Ströme in einem Umkreis von zwei Kilometern um die Krater nicht ausgeschlossen werden können. Zudem besteht Gefahr durch vom Wind verwehte Schlacken und Aschepartikel, die auch auf weiter entfernten Gebieten niedergehen können. Aufgrund starker Luftdruckschwankungen sind Schäden an Fensterscheiben möglich.

Die Bevölkerung wird aufgefordert, die aktuellen Warnungen zu beachten und auf mögliche Schlammlawinen nach Regenfällen vorbereitet zu sein.

Magmalink zwischen Sakurajima und Kirishima nachgewiesen

Verborgene Vulkanverbindungen: Neue Studie zeigt überraschenden Magmalink zweier Vulkane im Süden Japans

Japan gilt als eine der aktivsten vulkanischen Regionen des Pazifischen Feuerrings, wobei besonders die Vulkane im Süden als ausgesprochen aktiv und gut erforscht gelten – und doch überrascht die Wissenschaft immer wieder mit neuen Erkenntnissen darüber, wie komplex das unterirdische System der Insel Kyūshū tatsächlich ist. Eine Studie eines Forscherteams um E. Brothelande von der University of Miami zeigt, dass zwei der bedeutendsten Vulkane der Region – die Aira-Caldera mit dem aktiven Sakurajima sowie die Kirishima-Vulkangruppe – tiefer miteinander verbunden sein könnten, als bislang angenommen.

Blitz am Sakurajima. © Marc Szeglat

Die Aira-Caldera liegt im Süden Kyūshūs, eingebettet in die Meeresbucht von Kagoshima. Der eindrucksvolle Stratovulkan Sakurajima dominiert hier nicht nur die Landschaft, sondern auch den Alltag der Bevölkerung: Mehrmals pro Woche – oft sogar mehrmals am Tag – kommt es zu kleineren Explosionen und Ascheemissionen. Die Aktivität ist anhaltend, aber vergleichsweise moderat, wobei GPS-Messungen über viele Jahre eine stetige Inflation des tieferliegenden Magmareservoirs belegen, was ein Hinweis darauf ist, dass kontinuierlich Magma aus dem Mantel in das System nachströmt.

Rund 60 Kilometer nordöstlich erhebt sich die Kirishima-Vulkangruppe, ein Komplex aus mehr als 20 einzelnen Vulkanzentren. Besonders bekannt ist der Shinmoedake, der 2011 und 2017 mit einer Serie explosiver Ausbrüche und starkem Lava-Dom-Wachstum international Aufmerksamkeit erregte. Seitdem zeigt das System immer wieder Phasen erhöhter Aktivität mit explosiven Eruptionen, so auch 2025. Messdaten deuten auf ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Magmazufuhr und periodischer Entgasung hin.

Die beiden Vulkane liegen in der Kagoshima-Rift-Zone. Sie bildet eine lokal ausgeprägte Dehnungszone im südlichen Kyūshū, die eng mit der Dynamik des Back-Arc-Rifts infolge der Subduktion am Ryūkyū-Graben verknüpft ist. Die beiden Vulkane haben also eine tektonische Verknüpfung.

Die neue Studie analysierte geodätische Messungen aus den Jahren um die Shinmoedake-Eruption von 2011. Zu dieser Zeit war auch der Sakurajima sehr aktiv. Computermodellierungen der Daten lieferten ein Ergebnis, das ebenso erstaunlich wie eindeutig ist: Während das Kirishima-System im Jahr 2011 schlagartig Magma freisetzte und inflationäre Bodenhebung zeigte, setzte in der Aira-Caldera fast zeitgleich eine deutliche, zuvor Deflation ein und der Boden, der sich zuvor 20 Jahre lang gehoben hatte, begann sich zu senken. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass beide Systeme durch ein gemeinsames tiefes Reservoir verbunden sein könnten. Magma scheint – zumindest episodisch – zwischen den Vulkanen „umzupumpen“, was bedeutet, dass Aktivität an einem Vulkan unmittelbare Auswirkungen auf den anderen haben kann.

Für die Region Kyūshū bedeutet dies eine wichtige Erweiterung des bisherigen Gefahrenbildes. Die Vulkane arbeiten offenbar nicht isoliert, sondern als Teile eines vernetzten Systems. Eine zukünftige größere Eruption könnte daher nicht nur lokal, sondern regional beeinflusst werden – ein Aspekt, der für das vulkanologische Monitoring und für den Zivilschutz gleichermaßen relevant ist.

Die angewandten Techniken der Forschung lassen sich vielleicht auch an anderen Vulkanen anwenden, denn es gibt mehrere benachbarte Vulkane, bei denen man seit langem vermutet, dass die Magmenreservoire verlinkt sein könnten. Zu diesen Feuerbergen zählen unter anderem Mauna Loa und Kilauea (wo die Verlinkung inzwischen ebenfalls nachgewiesen wurde), als auch der Vesuv und die Campi-Flegrei-Caldera.

Quelle: Brothelande, E., Amelung, F., Yunjun, Z. et al. Geodetic evidence for interconnectivity between Aira and Kirishima magmatic systems, Japan. Sci Rep 8, 9811 (2018). https://doi.org/10.1038/s41598-018-28026-4, Lizenz der CC

Japan: sehr starkes Erdbeben vor Hokkaido

Sehr starkes Erdbeben Mw 7.6 vor der Küste Hokkaidō in Japan – Tsunamiwarnung und mehrere Verletzte

Heute Nachmittag ereignete sich um 14:15 UTC (23:15 JST) in der japanischen Region Hokkaidō ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude Mw 7.6. Das Hypozentrum lag bei den Geokoordinaten 41.035° N, 142.148° E in einer Tiefe von 58 km. Das Epizentrum wurde 81 km nordnordöstlich von Hachinohe verortet. Der nächstgelegene Besiedlungsschwerpunkt ist Aomori, etwa 121 km vom Epizentrum entfernt. Das Beben schreckte viele Menschen aus dem Schlaf, die aufgeregt auf die Straßen liefen. Ersten Berichten zufolge kam es zu Schäden und Verletzten. Es folgten mehrere Nachbeben. Eine Tsunamiwarnung wurde ausgegeben: das Warnzentrum hielt Wellenhöhen von bis zu 3 m für möglich.

Japan. © EMSC

Bereits kurz nachdem die Tsunamiwarnung für die Küstenregionen der Präfekturen Hokkaidō, Aomori und Iwate herausgegeen worden war, wurden an mehreren Häfen erste Tsunamiwellen registriert. Sie erreichten an der Küste von Aomori und Hokkaidō etwa 40 cm Höhe.

In der Küstenstadt Hachinohe in der Region Aomori meldeten Medien mehrere Verletzte. Unter den Opfern befinden sich Gäste eines Hotels, die offenbar von herabgefallenen Teilen verletzt wurden. Es kam zu Panikartigen Zuständen während der Evakuierung aus Hotels und Wohnhäusern.

Rasche Evakuierungen wurden veranlasst, der Zugverkehr wurde zeitweise eingestellt, Stromausfälle und Unterbrechungen in Teilen der Infrastruktur wurden berichtet. Trotz der Warnung vor einem stärkeren Tsunami wurden größere Überflutungen bislang nicht bestätigt.

Die Hypozentraltiefe von 58 km weist auf ein Zwischenbeben innerhalb der subduzierten Pazifischen Platte hin, die vor der Ostküste Nordjapans unter die Platte Nordamerikas abtaucht. Die Subduktionszone am Japangraben stellt eine südwestliche Verlängerung des Kamtschatka-Kurilengrabens dar, wo es vor der Südspitze Kamtschatkas Ende Juli ebenfalls eine Starkbebenserie gegeben hatte.

Diese tektonische Situation macht die Region um Hokkaidō und das nördliche Honshū besonders anfällig für starke Erdbeben — und gelegentlich auch für Tsunamis. Doch in diesem Fall blieb das Worst-Case-Szenario glücklicherweise aus: Die registrierten Tsunamiwellen waren deutlich kleiner als prognostiziert, und größere Schäden sind derzeit nach ersten Berichten ausgeblieben.

Sakurajima: Serie starker Ascheexhalationen

Serie starke Ascheexhalationen am Sakurajima – Ausbruchscharakter variiert

Der japanische Vulkan Sakurajima befindet sich weiterhin in einer Phase erhöhter Aktivität. Seit gestern wurden zwölf VONA-Warnungen herausgegeben – ein deutliches Zeichen für die anhaltende eruptive Aktivität, die vor allem vom Minamidake-Gipfelkrater ausgeht. Die jüngste Eruption wurde am 07. Dezember 2025 um 11:53 UTC registriert – Vulkanasche driftete in 2700 m Höhe in Richtung Südosten. Unter der Aschewolke kam es zu Ascheniederschlag, vor dem die Behörden warnten.

Obgleich es eine große Anzahl an Eruptionen gibt, sind diese eher exhalativer Natur: Es werden zwar größere Mengen feiner Vulkanasche ausgestoßen, die bei schwachem Wind vergleichsweise hoch aufsteigen, doch es fehlt der Druck stärkerer Explosionen und der Ausstoß glühender Tephra. Somit wirken die Eruptionen kraftlos. Unter diesen Bedingungen entstehen auch keine vulkanischen Blitze, für die der Sakurajima bekannt ist.

Laut dem letzten JMA-Bericht, veröffentlicht am 5. Dezember um 16:00 Uhr, wird die Vulkanwarnstufe 3 aufrechterhalten. Das Betreten des Vulkangebietes bleibt stark eingeschränkt.

Zwischen dem 1. und 5. Dezember wurden am Minamidake insgesamt zehn Ausbrüche, darunter fünf Explosionen, registriert. Ballistisch ausgeworfene Gesteinsblöcke erreichten dabei die Zone um die achte Station, nur etwa 60 Meter vom Kraterrand entfernt. Die Aschewolken stiegen zeitweise bis zu 2 100 Meter über den Kraterrand auf. In den Nächten beobachteten Überwachungskameras zudem deutliche Glutreflexionen im Kraterinneren. Der benachbarte Showa-Krater blieb dagegen ohne eruptive Aktivität.

Seismisch zeigt der Vulkan weiterhin geringe, aber konstante Bewegung. Vulkanische Erdbeben traten im Beobachtungszeitraum nur vereinzelt auf, vulkanische Erschütterungen gelegentlich. Langzeitmessungen der GNSS-Stationen weisen jedoch auf eine langsame Aufwölbung tief unter der Aira-Caldera hin – ein Hinweis darauf, dass sich in größerer Tiefe weiterhin Magma ansammelt. Gleichzeitig bleiben die Schwefeldioxid-Emissionen auf einem erhöhten Niveau, was auf anhaltende Magmazufuhr schließen lässt.

Für die umliegenden Gemeinden bedeutet die Aktivität fortgesetzte Wachsamkeit: In einem Radius von zwei Kilometern um die Krater besteht Gefahr durch vulkanische Bomben und mögliche pyroklastische Ströme. Druckwellen starker Explosionen können zudem Fensterscheiben beschädigen, und bei Regenfällen drohen auf der Basis frischer Ascheablagerungen Schlammlawinen.

Sakurajima: 3 Eruptionen hintereinander

VONA-Warnungen vom Sakurajima eingegangen – drei Eruptionen erfolgten innerhalb von 90 Minuten

Der japanische Vulkan Sakurajima bleibt hochaktiv: Heute kam es innerhalb von knapp 90 Minuten zu 3 Ascheeruptionen, die beim VAAC Tokio VONA-Warnungen auslösten. Demnach erreichte die Asche eine Höhe von bis zu 2700 m und verteilte sich über ein großes Areal in nordöstlicher Richtung. Es kam zu Ascheniederschlägen, vor denen das JMA warnte. Den Aussagen der Vulkanologen zufolge erreichte die Asche zuletzt eine Höhe von 1100 m über dem Krater.

Livecamaufnahmen dokumentierten die Eruptionen, die vergleichsweise still abliefen und weder rotglühende Tephra förderten noch vulkanische Blitze generierten, aber dennoch einen beständigen Strom Asche aufsteigen ließen.

Das JMA warnt weiterhin davor des Sakurajima zu besteigen. Die Alarmstufe 3 bleibt nach wie vor bestehen. Besonders gefährdet ist der Umkreis von einem Kilometer um die beiden Krater Minamidake und den Showadake: Hier landen bevorzugt die bei stärkeren Eruptionen ausgeworfenen vulkanischen Blöcke. Die Gefahr eines größeren Ausbruchs mit pyroklastischen Strömen besteht unverändert, wobei ich es für wahrscheinlicher halte, dass Lahare bewohntes Gebiet erreichen als pyroklastische Ströme.

Die Vulkanologen beobachteten Sakurajima genau. Wissenschaftlich besonders bedeutsam sind die langfristigen GNSS-Daten aus der Aira-Caldera, die die gesamte innere Kagoshima-Bucht umfasst. Sie zeigen eine anhaltende Ausdehnung tief im Untergrund. Dies deutet darauf hin, dass sich seit Jahren Magma im System ansammelt – ein Prozess, der die vulkanische Aktivität des Sakurajima speist und langfristig erhöhen kann. Begleitet wird die Situation von hohen Schwefeldioxid-Emissionen, ein weiterer Hinweis auf kontinuierliche Magmazufuhr.

Die Behörden raten weiterhin zu erhöhter Vorsicht. Auf der windabgewandten Seite kam es zu Niederschlag von Vulkanasche und feinen Schlackenpartikeln, die bis in entferntere Gebiete getragen wurden. Zudem können starke Luftdruckschwankungen während explosiver Phasen Fensterscheiben beschädigen. Sollte es zu intensiveren Ascheablagerungen kommen, steigt auch das Risiko von Schlammlawinen bei Regenfällen. Die Lage bleibt daher angespannt, aber unter fortlaufender Beobachtung. Starke Eruptionen sind möglich, momentan aber eher unwahrscheinlich.