Merapi: Weitere pyroklastische Ströme am 12. November

Merapi mit 2 weiteren pyroklastischen Dichteströmen – 1800 m Reichweite

Der indonesische Vulkan Merapi bleibt weiterhin hochaktiv und erzeugte gestern und heute je einen pyroklastischen Dichtestrom. Außerdem wurden nach Angaben des Zentrums für Vulkanologie und geologisches Katastrophenmanagement (PVMBG) am Montag zahlreiche seismische Ereignisse verzeichnet, die auf anhaltende Aktivität im Inneren des Vulkans hinweisen.




Der pyroklastische Strom heute Vormittag generierte ein seismisches Signal von 125 Sekunden Dauer und einer Amplitude von 9 mm. Die Gleitstrecke betrug ca. 1800 m. Aufgrund dichter Bewölkung gibt es keine Bilder des Ereignisses. Daher gibt es hier heute nur ein Archivfoto eines vergleichbaren Ereignisses. Gestern registrierten die Messinstrumente das Signal eines pyroklastischen Dichtestroms mit einer Amplitude von 32 Millimetern und einer Dauer von 107 Sekunden.

Darüber hinaus wurden 55 Beben von Schuttlawinenabgängen aufgezeichnet, deren Amplituden zwischen 1 und 25 Millimetern und Dauern zwischen 44 und 219 Sekunden lagen. Diese Beben stehen in direktem Zusammenhang mit Materialbewegungen an den steilen Flanken des Merapi.

Ebenfalls von Bedeutung sind 47 hybride Beben, die als Zeichen innerer magmatischer Aktivität gelten und von Magmenbewegungen zeugen. Ihre Anzahl hat in den vergangenen Tagen deutlich nachgelassen. Es gab auch 2 flache vulkanotektonische Erschütterungen, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg verursacht wurden.

Die Vulkanologen betonen, dass die Warnstufe weiterhin auf Stufe III (Orange) bleibt. Bewohner in gefährdeten Zonen werden aufgefordert, wachsam zu bleiben und offizielle Informationen von PVMBG und BPBD genau zu verfolgen. Es gilt die bekannte Sperrzone um den Merapikrater, womit eine Besteigung des Vulkans de facto verboten ist.

Trotz der intensiven seismischen Aktivität zeigen die lokalen Gemeinschaften rund um den Merapi weiterhin hohe Aufmerksamkeit und Routine im Umgang mit der Situation – ein Beleg für die gewachsene Erfahrung im Katastrophenschutz an einem der aktivsten Vulkane Indonesiens.

Der 2911 m hohe Merapi ist einer der bekanntesten und aktivsten Vulkane auf Java in Indonesien. Er gehört aufgrund seines hohen Gefahrenpotenzials zu den Dekaden-Vulkanen, die im Zuge eines speziellen Programms unter besonderer Beobachtung standen.

Merapi: 5 pyroklastische Ströme innerhalb von 2 Tagen

Fünf pyroklastische Ströme am Gunung Merapi – Analyse der jüngsten Gefährdungslage

Der Gunung Merapi liegt im Zentrum der indonesischen Insel Java und zeigt erneut eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität. Am 9. und 10. November wurden insgesamt fünf pyroklastische Ströme registriert. Vier dieser gefährlichen Glutwolken ereigneten sich am 9. November und erzeugten seismische Erschütterungen mit Dauern zwischen 104 und 189 Sekunden sowie Maximalamplituden von bis zu 54 Millimetern. Der am 10. November beobachtete Strom hielt 114 Sekunden an. In den gut drei Minuten eines solchen Ereignisses kann ein pyroklastischer Dichtestrom eine Strecke von rund 2500 Metern zurücklegen.

Die Dichteströme entstanden durch Kollapsereignisse am südwestlichen Lavadom. Dort wurden auch zahlreiche – teils glühende – Schuttlawinen beobachtet: Am Sonntag registrierte das Überwachungszentrum 75 Abgänge, am Montag 112. Die geringere Zahl der Schuttlawinen am Sonntag dürfte auf die höhere Aktivität der pyroklastischen Dichteströme zurückzuführen sein. Beide Phänomene entstehen durch Kollapsvorgänge am Dom, wobei pyroklastische Ströme dann auftreten, wenn größere Lavapakete abbrechen, fragmentieren und teils explodieren und in rascher Bewegung hangabwärts gleiten.

Neben diesen Ereignissen wurden auch zahlreiche Hybriderdbeben festgestellt. Ihre Anzahl bleibt hoch, zeigt jedoch in den letzten Tagen eine leicht rückläufige Tendenz: Am Sonntag wurden 60, am Montag 47 Hybriderdbeben aufgezeichnet. Die Abnahme der seismischen Aktivität bei gleichzeitig vermehrten pyroklastischen Abgängen lässt vermuten, dass Magma derzeit leichter aufsteigen und der Dom rascher wachsen kann. Offenbar sind zuvor blockierte Aufstiegswege nun durchlässiger, was den Druck im Fördersystem verringert. Es ist daher durchaus möglich, dass in den kommenden Tagen größere pyroklastische Ströme auftreten.

Der Alarmstatus bleibt weiterhin auf Stufe III („Orange“). Um den Krater gilt eine asymmetrische Sperrzone mit einem Radius von 5 bis 7 Kilometern. Besonders im süd- bis südwestlichen Sektor des Merapi ist erhöhte Vorsicht geboten. Historisch verlaufen pyroklastische Ströme und Lahare bevorzugt entlang der Flüsse Krasak, Bebeng und Boyong – klassische Abflussrouten für vulkanisches Material.

Der Vulkan erhebt sich rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Yogyakarta und gilt aufgrund seiner Nähe zu dicht besiedelten Gebieten sowie seiner kurzen Ruheintervalle als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens.

Semeru: Lahare schneiden Dörfer von Außenwelt ab

Vulkan Semeru: Nach heftigen Regenfällen isolierten Lahare Dörfer

Extrem starke Regenfälle verursachten am Vulkan Semeru auf der indonesischen Insel Java eine gefährliche Naturkatastrophe: Die Wassermassen vermischten sich am Vulkan mit bereits abgelagerter Vulkanasche und Geröll zu reißenden Schlammströmen, den sogenannten Laharen, die mehrere Dörfer im Verwaltungsbezirk Lumajang von der Außenwelt abschnitten. Besonders hart traf es die Orte Gondoruso und Jugosari.

Semeru. © FB

Der Semeru ist mit 3.676 Metern der höchste Vulkan Javas und einer der aktivsten Indonesiens. Regelmäßig stößt er Asche, Lava und Gesteinsmassen aus. Bei starkem Niederschlag lösen sich auf den steilen Hängen große Mengen Lockermaterial, die sich mit Regenwasser vermischen und als Lahare ins Tal stürzen können. Diese gefährlichen Ströme transportieren Schlamm, Geröll, Sand und oft auch vulkanische Trümmer und können in kurzer Zeit ganze Landstriche verwüsten.

Die heftigen Regenfälle am Gipfel des Semeru führten zu einem Anstieg des Wasserpegels im Semeru-Flussbett. Dabei bildeten sich massive Lahare, die einen Damm brachen und über die Ufer traten und die Zufahrtsstraßen zu mehreren Weilern des Dorfes Gondoruso komplett zerstörten. Etwa 300 Familien sind dadurch von der Außenwelt abgeschnitten und stehen vor großen Herausforderungen, da die Infrastruktur stark beschädigt wurde.

Besonders schwer traf es eine Brücke zwischen den Distrikten Pasirian und Tempursari, die nun für Fahrzeuge nicht mehr passierbar ist. Betroffene müssen lange Umwege in Kauf nehmen. Auch sechs Sandgräber gerieten in die Schlammlawinen, konnten sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Die Behörden warnen eindringlich vor den Gefahren von Laharen, die durch die Kombination aus Vulkanausbrüchen und starken Regenfällen immer wieder zu schweren Zerstörungen führen. Für die umliegenden Gemeinden bleibt der Semeru eine ernste Bedrohung.

Kerinci: Erhöhte Seismizität Anfang November 2025

Erhöhte seismische Aktivität am Vulkan Kerinci – Vulkan steht unter erhöhter Beobachtung

Am höchsten Vulkan Sumatras in Indonesien, dem Gunung Kerinci, haben die Behörden Anfang November eine signifikante Zunahme der seismischen Aktivität registriert. Dabei gab es auch bereits im Oktober seismische Tätigkeit.

Aus einem aktuellen Bericht des PVMBG (Zentrum für Vulkanologie und Geologische Gefahrenabwehr) geht hervor, dass zwischen dem 16. Oktober und 2. November Dampfwolken etwa 50 Meter über den Gipfel aufstiegen – ein Hinweis auf wasserdampfreiche Gasemissionen. Messungen der vulkanischen Überwachungsstation ergaben in diesem Zeitraum bereits eine rege seismische Aktivität: Neben 265 Entgasungen wurden 894 niederfrequente, 1455 hybride und mehrere vulkanotektonische (VT) Erdbeben registriert.

Am Morgen des 3. November verzeichneten die Seismografen einen deutlichen Anstieg der Erdbebentätigkeit. Innerhalb weniger Stunden wurden 46 flache und 13 tiefe VT-Erdbeben gemessen, teils mit Amplituden bis zu 23,9 Millimetern. Diese Daten deuten auf eine verstärkte Bewegung gasdominierter Fluide in größeren Tiefen hin. Visuelle Beobachtungen zeigten zu diesem Zeitpunkt keine Eruption oder Aschefreisetzung.

Die Aktivitätsstufe des Vulkans bleibt derzeit auf Level II (Alarm). Das PVMBG mahnt zur Vorsicht und empfiehlt, einen Sicherheitsradius von drei Kilometern um den Krater einzuhalten. Die Hauptgefahr bestehe derzeit in der Ansammlung vulkanischer Gase, die bei einer plötzlichen Entladung zu explosiven Ausbrüchen mit glühenden Gesteinsfragmenten und Ascheregen führen könnten. Bei starken Regenfällen drohe zudem die Mobilisierung von Laharen entlang der Flüsse am Gipfelhang.

Der 3805 Metern hohe Stratovulkan liegt an der Grenze der Provinzen Westsumatra und Jambi und ist eine markante Landmarke des Bukit-Barisan-Gebirgszugs. Der letzte erwähnenswerte Ausbruch des Kerinci ereignete sich 2023, als Aschewolken einige hundert Meter über dem Krater aufstiegen. Seitdem blieb der Vulkan aktiv, jedoch ohne bedeutende explosive Eruptionen.

Der Aufstieg zum Krater ist anspruchsvoll und besonders in aktiven Zeiten gefährlich, dennoch beschrieben ihn Wanderer als lohnend.

Merapi: 9 pyroklastische Ströme seit gestern

Merapi bleibt erhöht aktiv – mehrere pyroklastische Ströme binnen 24 Stunden

Der indonesische Vulkan Merapi auf Java hat in den vergangenen 24 Stunden eine Serie pyroklastischer Ströme ausgestoßen und damit seine anhaltend hohe Aktivität bestätigt. Zwischen Sonntag und Montagmorgen wurden laut Angaben des BPPTKG neun pyroklastische Ströme registriert, die sich in südwestlicher Richtung bis zu 2.500 Meter weit ausbreiteten. Begleitet wurden sie von Abgängen glühender Schuttlawinen, die denselben Weg entlang der Flusstäler von Bebeng, Krasak und Sat/Putih nahmen.

Das Phänomen ereignete sich in einer Phase zunehmender Regenfälle rund um den Merapi, wodurch sich die Gefahr von Sekundärereignissen wie Laharen zusätzlich erhöhte. Das BPPTKG wies die Bevölkerung in den gefährdeten Gebieten erneut zur Wachsamkeit an. Der Alarmstatus des Merapi bleibt weiterhin auf Stufe III, was die zweithöchste Warnstufe im indonesischen Vulkanüberwachungssystem darstellt.

Aktuelle Daten zum Volumen der beiden Lavadome im Krater des Merapi gibt es leider immer noch nicht. Die jüngsten Werte stammen vom 25. August und wurden im letzten BPPTKG-Wochenbericht vom 8. Oktober veröffentlicht: Der südwestliche Dom erreichte zu diesem Zeitpunkt ein Volumen von etwa 4,41 Millionen Kubikmetern, während der zentrale Dom auf rund 2,36 Millionen Kubikmeter geschätzt wurde. Eigene Beobachtungen durch den Vergleich von Fotos belegen aber, dass der Südwestdom deutlich gewachsen ist und kuppelartig bis an den Kraterrand hinabreicht, weshalb es nun vermehrt zu den Abgängen der pyroklastischen Ströme kommt.

Laut seismischen Daten wurden gestern 143 Schuttlawinenabgänge festgestellt. Sie erzeugten im Seismogramm Amplituden zwischen 1 und 26 Millimetern und Dauern von bis zu 194 Sekunden. Hinzu kamen zahlreiche Hybridbeben, die auf die Bewegung von Magma im Fördersystem hinweisen.

Der Leiter des BPPTKG, Agus Budi Santoso, mahnte am Montag erneut zur Vorsicht: „Die Menschen in den Flusstälern südlich und südwestlich des Merapi sollten bei Regen und erhöhter Aktivität besonders aufmerksam bleiben. Pyroklastische Ströme und Laharabgänge können jederzeit auftreten.“

Nach offiziellen Angaben umfasst die aktuelle Gefahrenzone bis zu 7 Kilometer im südwestlichen Sektor. Auch Aschefall wurde in mehreren Orten des Bezirks Sleman gemeldet.

Merapi: Vier pyroklastische Ströme am 02.11.2025

Vier pyroklastische Ströme am Merapi abgegangen – Glutwolken waren bis zu 5 Minuten lang unterwegs

Am indonesischen Vulkan Merapi traten heute vier pyroklastische Ströme auf. Dies geht aus Notizen des FPMKI hervor, die über den Messengerdienst X veröffentlicht wurden. Auch das VSI berichtete darüber. Die Dichteströme ereigneten sich zwischen 11:04 und 15:00 Uhr WIB und erzeugten seismische Signale mit Amplituden von 51 bis 59 mm. Ihre Dauer lag zwischen 142 und 280 Sekunden, die Gleitstrecken betrugen 1.500 bis 2.500 Meter. Schäden wurden jedoch keine festgestellt.

Merapi

Auf Webcambildern ist erkennbar, dass die beiden stärksten Dichteströme fast den Fuß des Merapi erreichten.

Neben den Dichteströmen treten auch teilweise glühende Schuttlawinen auf, die vom wachsenden Lavadom im Südwesten des Vulkans abgehen. Gestern wurden 105 dieser Abgänge registriert. Auch diese Schuttlawinen legten vergleichsweise lange Strecken zurück und dauerten bis zu vier Minuten an. Zusätzlich wurden 85 Hybriderdbeben festgestellt, die durch Bewegungen magmatischer Fluide im Untergrund verursacht wurden.

Der Mount Merapi auf Java, Indonesien, zeigt weiterhin hohe vulkanische Aktivität. Die Alarmstufe steht auf „3“ und es gibt eine asymmetrische Sperrzone mit einem Radius von 5-7 Kilometern um den Gipfel. Durch pyroklastische Ströme und Lahare besonders gefährdet sind im süd-südwestlichen Bereich die Täler der Flüsse Boyong (bis zu 5 km) sowie Bedog, Krasak und Bebeng (bis zu 7 km).. Im südöstlichen Sektor betreffen die Gefahren die Flusstäler Woro (bis zu 3 km) und Gendol (bis zu 5 km). Explosive Ausbrüche können vulkanisches Material bis zu drei Kilometer um den Gipfel verteilen.

Überwachungsdaten zeigen, dass Magma weiterhin aufsteigt. Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, Aktivitäten in den Gefahrenzonen zu unterlassen und sich der Risiken durch Lavaströme, Aschefall und Schlammströme bei Regen bewusst zu sein. Beeinträchtigungen durch Vulkanasche sind zu erwarten. Bei signifikanten Veränderungen wird die Warnstufe umgehend neu bewertet.

Der Mount Merapi ist mit 2.968 Metern der aktivste Vulkan Indonesiens und liegt nahe der Stadt Yogyakarta. Er ist bekannt für häufige, oft explosive Ausbrüche, die erhebliche Gefahren für die dicht besiedelte Umgebung darstellen. Die Behörden mahnen zur Vorsicht und empfehlen Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Atemmasken bei Aschefall. Besonders bei Regen besteht eine erhöhte Gefahr durch gefährliche Schlammströme.

Semeru: Steigerung strombolianischer Eruptionen

Der aktivster Vulkan Indonesiens -Semeru- steigerte Frequenz strombolianischer Eruptionen signifikant

Der Semeru liegt auf der Insel Java und gilt momentan als aktivster Vulkan des indonesischen Archipels, zumindest was die Häufigkeit seiner Eruptionen anbetrifft: Innerhalb von 24 Stunden registrierte das VSI 119 dieser explosiven Eruptionen, bei denen rotglühende Tephra sowie Vulkanasche gefördert werden. Laut den Beobachtungen der Vulkanologen stiegen die Aschewolken gestern gut 900 m über Kraterhöhe auf. Es gab auch VONA-Warnungen des VAAC Darwin, die nach Westen driftende Asche in 4700 m Höhe über dem Meeresspiegel detektierten. Zudem gibt es im Krater des Semeru einen flachen Lavadom.




Semeru. © Afar-TV

Bei klarem Wetter lassen sich die Eruptionen via Afar-TV-Livecam beobachten. Heute wurde auch ein Zusammenschnitt der Eruptionen der letzten Nacht veröffentlicht, der einen guten Eindruck der Aktivität vermittelt.

Dem seismologischen Histogramm der Erdbebenhäufigkeit zum Semeru beim VSI ist zu entnehmen, dass sich die Anzahl der strombolianischen Eruptionen seit August nahezu verdoppelt hat. Auch die Entgasungsaktivität steigerte sich, während die Anzahl vulkanotektonischer Beben gering blieb. Ein Phänomen strombolisch aktiver Vulkane, die durch ein offenes Fördersystem gekennzeichnet sind, obgleich im Falle des Semeru ja noch ein Lavadom existent ist, was dem eigentlich widerspricht, da die zähe Lava dombildender Vulkane eigentlich dazu neigt, das Fördersystem zu verstopfen, wodurch es zu zahlreichen Hybriderdbeben kommt, wie es aktuell am Merapi auf Java der Fall ist.

Der Merapi liegt westlich des Semeru und erzeugte gestern 86 Hybridbeben und 4 vulkanotektonische Erschütterungen. Außerdem wurden 90 Abgänge glühender Schuttlawinen registriert. Sie erzeugten seismische Signale von mehr als 3 Minuten Dauer. In dieser Zeit kann eine Schuttlawine eine Strecke von gut 2 Kilometern zurücklegen. Der südwestliche Lavadom wächst weiterhin, wobei neue Messungen seines Volumens ausstehen. Am 25. August hatte er ein Volumen von 4.179.900 Kubikmetern.

Da es am Semeru aktuell kaum vulkanisch bedingte Erdbeben gibt, vermute ich, dass sein Dom inaktiv ist oder nur wenig wächst.

Dukono auf Halmahera eruptiert fluide Vulkanasche

Drohne filmt: Vulkan Dukono eruptiert „fluide Vulkanasche“

Der Dukono auf Halmahera ist einer der aktivsten Vulkane des indonesischen Archipels und als wahre Dreckschleuder bekannt: Wer den Vulkan besteigt, kommt schon früh mit der Asche in Kontakt, denn sie bedeckt die Blätter des dichten Buschwerks, das den schmalen Pfad säumt. Der Vulkanwanderer streift die Asche unweigerlich ab und sie vermischt sich mit dem Schweiß, der in dem feuchtwarmen Klima aus jeder Pore quillt. Das Resultat ist selten ästhetisch. 

Fluide Vulkanasche. © André Müller

So dürfte es auch Vnet-Leser André gegangen sein, als er sich vor wenigen Tagen zum Krater des gut 1230 m hohen Dukono durchgekämpft hat. Dort ließ er seine Drohne aufsteigen, um die Eruptionen zu dokumentieren. Doch anstelle sporadischer Explosionen, für die der daueraktive Vulkan bekannt ist, sah er durch das fliegende Auge eine ständig in Wallung befindliche Aschewolke aus dem Schlot aufsteigen, von der André mir schrieb, dass sie ihn an ein brodelndes Fluid erinnere. Im Schnitt wallte die Asche 20 bis 30 m hoch, stärkere Explosionen erreichten die doppelte Höhe.

Mit dieser Analogie liegt der erfahrene Vulkanbeobachter nicht falsch, denn tatsächlich kann sich ein heißes Asche-Gas-Gemisch wie ein Fluid verhalten und weist entsprechende physikalische Eigenschaften auf. Das gilt insbesondere für pyroklastische Dichteströme. Wohlmöglich hat sich die durch kleine Explosionen ständig in Wallung gehaltene Asche im Krater des Dukono in ein Gas-Feststoff-Fluid verwandelt. Infolge sehr hoher Gastemperaturen von mehreren Hundert Grad und einer sehr feinen Fragmentierung der Asche, die immer wieder in den Schlot zurückfällt, ist das zumindest ein denkbarer Prozess.

Heute gab es am Dukono wieder stärkere Explosionen, die zuletzt Vulkanasche bis auf 2700 m Höhe förderten und VONA-Warnungen auslösten. Schaut man sich allerdings das Histogramm der Erdbebentätigkeit beim VSI an, staunt man über den starken Aktivitätsrückgang in Bezug auf die Anzahl der täglichen Eruptionen, der in der zweiten Augusthälfte einsetzte. Möglicherweise kündigt das von André dokumentierte Phänomen eine neue Verstärkung der Aktivität an.

Papua Indonesia: Starkes Erdbeben Mw 6,5

Starkes Erdbeben Mw 6,5 erschüttert Papua – an der Sorong-Verwerfung

Datum: 16.10.2025 | Zeit: 05:48:54 UTC | Koordinaten  -2.186 ; 138.894 | Tiefe: 26 km | Mw 6,5

Ein kräftiges Erdbeben der Magnitude 6,5 hat am Donnerstag, den 16. Oktober 2025, um 05:48 UTC (14:48 Uhr Ortszeit) den Norden der indonesischen Provinz Papua erschüttert. Nach Angaben internationaler Erdbebendienste lag das Epizentrum etwa 206 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Jayapura. Der Erdstoß ereignete sich in einer Tiefe von rund 26 Kilometern und war in weiten Teilen Nordneuguineas deutlich zu spüren.

Papua. © GFZ-Potsdam

Nach ersten Berichten kam es zu kurzzeitigen Stromausfällen und kleineren Gebäudeschäden in mehreren Küstenorten, größere Zerstörungen oder ein Tsunami wurden jedoch nicht gemeldet. Die indonesische Katastrophenschutzbehörde (BNPB) überwacht die Lage weiterhin, da Nachbeben möglich sind.

Das Erdbeben steht wahrscheinlich mit der Sorong-Verwerfung im Zusammenhang, einer der aktivsten Transformstörungen Südostasiens. Sie verläuft quer durch den Norden Neuguineas und markiert die Grenze zwischen mehreren Mikroplatten, die hier Teil der komplexen Kollisionszone zwischen der australischen und der pazifischen Platte sind. Entlang dieser Störungszone kommt es regelmäßig zu starken, horizontalen Verschiebungen der Erdkruste. Allerdings verläuft der Papua-Neuguinea-Graben parallel zur Küste, so dass sich der Erdstoß auch einem subduzierten Krustenstück ereignet haben könnte, das bis unter dem Küstenbereich von Papua abgetaucht ist.

Vor der Küste von Papua traten mehrere schwächere Beben auf, die mit der Subduktionszone des Neuguinea-Grabens in Verbindung standen. Wahrscheinlich wurden diese Beben von dem starken Erdstoß an der Sorong-Verwerfung getriggert, sofern nicht der Graben für das Beben verantwortlich war.

Die Region ist für ihre hohe seismische Aktivität bekannt: Bereits in den vergangenen Jahrzehnten hatten mehrere Beben entlang der Sorong-Fault Schäden verursacht. Seismologen weisen darauf hin, dass die tektonischen Spannungen in dieser Zone nur teilweise abgebaut sind und mit weiteren Erschütterungen gerechnet werden muss.

Behörden rufen die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten auf, Ruhe zu bewahren, Gebäude auf Schäden zu prüfen und sich über offizielle Kanäle über mögliche Nachbeben zu informieren.