Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.

Marapi eruptierte Aschewolken 1600 m hoch

Marapi erneut ausgebrochen – Vulkanasche 1600 m über Kraterhöhe aufgestiegen

Am Mittwoch ist der Vulkan Marapi in Westsumatra erneut explosiv ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um 09:36 Uhr westindonesischer Zeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule beobachtet, die eine Höhe von etwa 1.600 Metern über dem Gipfel erreichte, was einer Gesamthöhe von rund 4.491 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche sogar bis auf 6000 m Höhe aufgestiegen sein soll und nach Osten driftete. So große Diskrepanzen zwischen visueller Beobachtung und Satellitendaten sind selten, kommen aber vor.  Aktuell gibt es auch eine VONA-Warnung, allerdings ist nur eine kleine Aschewolke unterwegs.




Nach Angaben der Beobachter des Vulkanologischen Observatoriums am Marapi war die Aschewolke grau gefärbt und zeigte eine zunehmende Dichte in nordöstlicher Richtung, was auf die vorherrschenden Windverhältnisse zum Zeitpunkt des Ausbruchs hindeutet. Die Explosion erzeugte ein seismisches Signal mit einer Amplitude von 29 mm und 31 Sekunden Dauer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts hielt die eruptive Aktivität weiterhin an, was darauf schliessen lässt, dass es anhaltende Ascheemissionen gab, die aber relativ „geräuschlos“ verliefen und keine weitere Seismik erzeugten.

Im Rahmen der Eruption gab es auch eine Tremorphase; die restliche Seismizität ist unauffällig und deutet nicht darauf hin, dass ein grosser Ausbruch bevorsteht. Dennoch ist eine gewisse Wachsamkeit in Vulkannähe geboten. Es gilt eine 3-Kiloometer-Sperrzone um den aktiven Krater. von einer Besteigung des Vulkans ist abzusehen. Im Falle starker Regenereignisse drohen Lahare, die auch im weiteren Umfeld des Marapi eine Gefahr darstellen können. Hiervon sind besonders Flussläufe und Schluchten betroffen.

Der Ausbruch unterstreicht die anhaltende Aktivität des Marapi, einem der aktivsten Vulkane Indonesiens. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und bewerten mögliche Gefahren für die umliegenden Regionen.

Auf der Nachbarinsel Java ist der Namensähnliche Merapi aktiv: Er baut an seinem Lavadom und es können jederzeit pyroklastische Ströme abgehen.

Indonesien: Überflutungen auf Lombok

Katastrophale Überflutungen auf Lombok: Ganzes Dorf unter Wasser – keine Hinweise auf Lahare

Bengkang Hamlet, ein kleiner Ortsteil im Südwesten der indonesischen Insel Lombok, steht derzeit vor einer schweren Krise. Nach anhaltenden und starken Regenfällen wurde das Dorf von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht. Innerhalb kürzester Zeit stand das gesamte Siedlungsgebiet einen Meter unter Wasser – Häuser, Straßen und Infrastruktur wurden massiv beschädigt. Hütten schwemmten auf und wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Lombok

Die Ursache der Überflutung liegt in den außergewöhnlich heftigen Monsunregen, die die Region in den vergangenen Tagen heimsuchten. Meteorologen erklären, dass die Regenzeit auf Lombok regelmäßig starke Niederschläge mit sich bringt, doch dieses Mal waren die Regenmengen außergewöhnlich hoch und kamen geballt als Starkregen. Diese Wassermassen führten dazu, dass Flüsse und Bäche über die Ufer traten und das Dorf binnen Stunden unter Wasser setzten.

Zusätzlich verschärfen geologische Faktoren die Situation. Lombok ist vulkanischen Ursprungs, und das Gelände rund um Bengkang Hamlet ist von steilen Hängen und vulkanischem Gestein geprägt. Diese Gegebenheiten führen dazu, dass Wasser schnell abfließt und wenig im Boden versickern kann. Zudem fördert die teilweise fehlende Vegetation den Oberflächenabfluss, wodurch das Wasser mit hoher Geschwindigkeit das Dorf erreicht.

Obwohl der nahegelegene Vulkan Rinjani für seine Intrakrater-Aktivität bekannt ist, gibt es aktuell keine Warnung der Behörden vor Schlammströme (Lahare), die infolge des Starkregens auftreten könnten und die Überschwemmung verstärken könnten. Die Behörden beobachten die Lage jedoch weiterhin genau, da die Kombination aus Vulkanismus und Monsunregen grundsätzlich ein Risiko darstellt.

Derzeit sind viele Bewohner in Bengkang Hamlet in einer kritischen Lage. Zahlreiche Familien mussten ihre Häuser verlassen, da die Wassermassen die Wohnräume unbewohnbar machten. Straßen sind unpassierbar, die Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser ist stark eingeschränkt.

Die indonesischen Katastrophenschutzbehörden haben Hilfsmaßnahmen eingeleitet, um die Betroffenen zu unterstützen. Zugleich warnen Meteorologen vor weiteren Regenfällen in der Region, was die Situation weiter verschärfen könnte.

Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Marapi: Explosive Eruption verursachte lauten Knall

Lauter Knall: Eine explosive Eruption erschütterte den Marapi auf Sumatra

Die Anwohner des indonesischen Vulkans Marapi wurden heute Abend vom Knall einer lauten Explosion aus ihrer Ruhe gerissen, als es gegen 19:59 Uhr Ortszeit zu einem Ausbruch kam. Das Unheimliche an dem Geschehen war, dass die Eruption nur zu hören, aber aufgrund dichter Bewölkung nicht zu sehen gewesen war. Dennoch gab es vom VAAC Darwin eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke in fast 4000 m Höhe (Fl130) vermutet wurde und ostwärts trieb.

VONA-Warnung Marapi

Der Ausbruch wurde vom zuständigen Observatorium seismisch registriert. Auf dem Seismogramm zeigte sich eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von rund 35 Sekunden.

Bislang liegen keine Berichte über Aschefall in bewohnten Gebieten vor. Der Vulkan verbleibt weiterhin in Warnstufe II (Waspada). Die Behörden empfehlen dringend, alle Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern um den Krater zu unterlassen.

Die Eruption kam nicht ganz ohne Ankündigung, denn in den letzten 24 Stunden wurden 4 Tremor-Signale mit Maximalamplituden von 1,8 Millimetern und bis zu 113 Sekunden Dauer aufgezeichnet. Tremor deutet im Allgemeinen auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. Vermutlich war Grundwasser verdampft worden und es kam zu einer phreatischen Explosion.

Zudem gab es zwei tiefe vulkanotektonische Erdbeben mit Amplituden von 0,9 bis 1,5 Millimetern und 5 tektonisch bedingte Erschütterungen. Bis auf den Tremor war die Erdbebenaktivität unauffällig.

Die indonesischen Vulkanologen und die Regionalregierung rufen die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf. Insbesondere bestehen sie auf strikter Einhaltung des Sperrradius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater. Anwohner entlang von Tälern und Flussläufen, die am Marapi entspringen, sollen sich der Gefahr von Laharen bewusst sein. Bei möglichem Aschefall wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen, insbesondere mit Bergsteigern, die sich zu nah am Krater aufhielten. Daher gilt Marapi als Vulkan, bei dem Zugangsverbote strikt durchgesetzt werden müssen.

Der Mount Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens. Er liegt auf der Insel Sumatra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bukittinggi, und erreicht eine Höhe von rund 2.891 Metern. Der Stratovulkan gehört zum Sunda-Vulkanbogen, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte entsteht.

Semeru: Lahar trifft pyroklastischen Strom

Pyroklastischer Strom am Mount Semeru – bestätigter Lahar entlang des Besuk Kobokan

Gestern ging es am Mount Semeru geschäftig her, als es zu mehreren interessanten Ereignissen vulkanischen Ursprungs gekommen ist. Am Sonntagnachmittag bildete sich infolge starker Regenfälle ein Lahar, der durch den Fluss Besuk Kobokan floss. Wenige Stunden später ging dann ein pyroklastischer Strom ab, der über die Südostflanke bis zur Basis des Vulkans glitt.




Der pyroklastische Strom bildete sich nach einer explosiven Eruption am Krater, bei der ein Teil des Lavadomes abbrach. Der pyroklastische Strom legte eine Gleitstrecke von etwa fünf Kilometern zurück und erzeugte ein seismisches Signal von 696 Sekunden Dauer, wie die Vulkanüberwachung bestätigte.

Der explosive Ausbruch ereignete sich gegen 22:25 Uhr Ortszeit. Dabei entstand auch eine bis zu 2000 m hohe Aschewolke Sie driftete in östliche bis südöstliche Richtung.

Am Nachmittag hatte bereits der Lahar für Alarmstimmung gesorgt. Die Seismographen fingen ein entsprechendes seismisches Signal mit einer Amplitude von 35 Millimetern und einer außergewöhnlich langen Dauer von 6.120 Sekunden auf. Dieses Signal wird offiziell als Lahar-Ereignis interpretiert und steht im Zusammenhang mit einer Überschwemmung entlang des Besuk Kobokan. Lahare entstehen, wenn starke Niederschläge lockeres vulkanisches Material mobilisieren und als Schlamm- und Geröllströme die Flusstäler hinabfließen. Auf den Livecams waren wieder sekundäre Explosionen zu sehen gewesen, da die Schlammmassen den gleichen Weg wählten wie die pyroklastischen Ströme im November. Das belegt, wie lange die Ignimbrit-Ablagerungen unter der Oberfläche glühend heiß bleiben.

Der Mount Semeru befindet sich weiterhin auf Alarmstufe III (Siaga). Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) hat die Bevölkerung erneut eindringlich gewarnt:

Im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan sind alle Aktivitäten innerhalb eines Radius von 13 Kilometern vom Gipfel untersagt. Darüber hinaus gilt ein Aufenthaltsverbot im Umkreis von 500 Metern entlang der Flussufer, da sich pyroklastische Ströme und Lahare bis zu 17 Kilometer vom Gipfel ausbreiten können.

Zusätzlich dürfen sich Menschen nicht innerhalb von fünf Kilometern um den Krater- und Gipfelbereich aufhalten, da jederzeit glühendes Gestein ausgeworfen werden kann.

Indonesien: Sturzfluten nach Unwettern auf Sulawesi

Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser

Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.

Sturzflut reißt Auto mit

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm, Geröll und Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und andere Güter. Es entstanden große Schäden an Häusern, Brücken und Verkehrswegen. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.

Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.

Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.

In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.

Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.

Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.

Merapi: Neue Volumendaten zum Lavadom liegen vor

Neue Daten zu den Dom-Volumina liegen vor – Nur kleine Veränderungen gegenüber den Messungen vom Oktober

Der Gunung Merapi ist nach wie vor einer der aktivsten Vulkane Indonesiens und zeigt im auch Dezember 2025 eine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die durch Abgänge von Schuttlawinen und Entgasungen an den beiden Domen gekennzeichnet ist. Zudem ging heute ein kleiner pyroklastischer Strom ab, der eine gleitstrecke von 1000 m hatte. Nach einer mehrmonatigen Wartezeit hat das VSI nun in Zusammenarbeit mit dem indonesischen Ministerium für Energie und Bodenschätze neue Daten zu den Volumina der beiden Dome im Krater des Merapis veröffentlicht: Trotz mehrerer Phasen, bei denen pyroklastische Ströme abgegangen sind, und bei weiter anhaltenden Abgängen von Schuttlawinen und Steinschlägen hat sich das Domvolumen recht moderat verringert.

Drohnenflüge vom 13. Dezember lieferten aktuelle Luft- und Thermalfotos, die die Veränderungen an den Lavadomen dokumentieren. Das Volumen der Südwest-Kuppel ist um etwa 137.000 Kubikmeter geschrumpft und liegt nun bei knapp 4,17 Millionen Kubikmetern. Die Zentralkuppel blieb mit 2,37 Millionen Kubikmetern konstant. Auffällig ist zudem ein deutlicher Temperaturrückgang an beiden Kuppeln: Die Temperatur des südwestlichen Doms sank um 6,3 °C auf 249,3 °C, die Zentralkuppel kühlte um 10,3 °C auf 209,5 °C ab. Dies kann auf eine geringere Aktivität oder eine Abkühlung des Magmas an der Oberfläche hinweisen.

Die seismischen Messungen zeigen eine erhöhte Erdbebenaktivität gegenüber der Vorwoche. Insgesamt wurden 8 flache vulkanische, 453 hybride Mehrphasenbeben, 4 niederfrequente Erschütterungen und 9 tektonische Beben registriert. Zudem gab es 694 Steinschlagsignale. Trotz dieser Aktivität konnten mittels EDM und GPS keine signifikanten Bodenverformungen festgestellt werden, was auf eine derzeit stabile Magmakammer hindeutet.

Am 14. Dezember gab es starke, lokale Niederschläge mit 28,23 mm Regen in der Stunde, jedoch kam es nicht zu zusätzlichen Laharen oder Abflusssteigerungen in den umliegenden Flüssen. Diesen sollte man aber besonders, wenn es regnet, fernbleiben.

Die asymmetrische Sperrzone, die sich zwischen 3 und 7 Kilometer um den Gipfel ausdehnt, bleibt bestehen. Der Alarmstatus steht auf 3 bzw. orange.
Zusammenfassend zeigt der Gunung Merapi eine anhaltende, aber derzeit relativ stabile Aktivität. Die Beobachtungen lassen keine unmittelbare Gefahr für größere Ausbrüche erkennen, dennoch wird die Situation weiterhin engmaschig überwacht.

Merapi-Drohnenvideo geht viral

Mitte Dezember wurde auch ein eindrückliches Drohnenvideo vom Merapi online gestellt, dass den Abbruch eines größeren Lavapakets am Dom dokumentiert, woraus eine Schuttlawine hervorging. beim Abbruch von größeren und heißeren Paketen entstehen pyroklastische Ströme.

Semeru: Ascheemissionen und sekundäre Explosionen

Sekundäre Explosionen am Semeru. &copy, Afar-TV-Livestream

Zahlreiche Ascheeruptionen sowie sekundäre Explosionen im Flussbett am Semeru

Der indonesische Vulkan Semeru in Ostjava war und ist heute besonders fleißig und erzeugt am laufenden Band Ascheeruptionen. Die größte manifestierte sich morgens um 7:30 Uhr westindonesischer Zeit und ließ eine Aschewolke bis zu 1.000 Meter über dem 3.676 Meter hoch gelegenen Gipfel aufsteigen. Die Aschesäule war hellgrau gefärbt und bewegte sich vorwiegend nach Osten. Insgesamt wurden zwischen Mitternacht und 7:30 Uhr elf Eruptionen mit Aschenwolkenhöhen zwischen 700 und 1.100 Metern registriert. Die seismischen Messungen zeigten eine starke vulkanische Aktivität mit 50 Ausbruchsbeben und sieben Steinschlagbeben in den frühen Morgenstunden.

Das interessanteste Ereignis am Semeru spielte sich heute allerdings nicht an seinem Krater ab, sondern in einem Flusstal am Fuß des Vulkans: Starkregen löste Lahare aus und über die immer noch heißen Ablagerungen der pyroklastischen Ströme flossen, die sich Ende November vom Dom lösten. Dabei entstanden abermals sekundäre Explosionen, die an mehreren Stellen Asche-Dampfwolken aufsteigen ließen. Eine bedrohlich wirkende Szene, die von der Afar-TV-Livecam aufgefangen wurde.

Auf Tagessicht wurden gestern 102 seismische Eruptionssignale registriert. Hinzu kamen 20 Abgänge von Schuttlawinen und 2 Tremore. Auf Jahressicht war der Semeru laut Statistik des VSI sogar der aktivste Vulkan des indonesischen Archipels und erzeugte bis jetzt 3078 explosive Eruptionen, gefolgt vom Ibu mit 2690 Ausbrüchen. Ich habe einen Screenshot aus diesem Livestream von einer KI etwas aufpeppen lassen, allerdings ohne die Kernaussage des Fotos zu beeinflussen oder Details, die über den erweiterten Vordergrund hinausgehen, hinzufügen zu lassen.

Der Vulkan ist weiterhin auf Alarmstufe III, weshalb das Vulkanologie-Zentrum (PVMBG) die Bevölkerung vor pyroklastischen Strömen, Lavaströmen und Laharen warnt. Besonders gefährlich sind der südöstliche Bereich entlang des Flusses Besuk Kobokan bis 13 Kilometer vom Gipfel sowie ein 500-Meter-Radius entlang des Flussufers. Aktivitäten sollten im Umkreis von 5 Kilometern um den Krater unbedingt vermieden werden, da dort glühendes Gestein ausgeworfen werden kann.

Die Behörden raten dringend, vorsichtig zu sein und Flüsse und Täler wie Besuk Kobokan, Besuk Bang, Besuk Kembar und Besuk Sat zu meiden, da dort pyroklastische Lawinen und Lahare möglich sind. Die Situation bleibt weiterhin angespannt.