Lavafontänen an Kilaueas Spalte Nr. 8. Zudem seht ihr blaue Flammen von brennenden Methan-Gas, welches aus dem Boden in der Nähe der Lavaströme entwich. Die Methan-Konzentration war stellenweise so hoch, dass man es riechen konnte. Zudem gab es im brennenden Wald spontane Methangas-Explosionen. Alle Videos könnt ihr auch auf meinem youtube-Kanal gucken. Wäre schön, wenn Ihr ihn abonnieren würdet.
Hawaii
Hawaii ist eine Inselkette vulkanischen Ursprungs, die sich über einen Hotspot im Pazifik gebildet hat. Auf der Insel Big Island Hawaii gibt es 3 aktive Vulkane: Mauna Loa, Kilauea und der Kama’ehuakanaloa Seamount, der bis vor kurzem Loihi hieß.
Kilauea: von Erdbeben und Spalten
Die besonders hohe Seismik gipfelte gestern in ein weiteres Erdbeben der Magnitude 5,5 unter der Gipfelcaldera des Kilaueas. Nun wo die Spannungen abgebaut sind, ist die Erdbebentätigkeit geringer, es ist wahrscheinlich nur eine Frage von Stunden, bis sie wieder deutlich ansteigt und ein neues starkes Erdbeben generieren wird. Derweilen kommt es zu weiteren Kollaps-Events im Halema‘uma‘u-Krater dessen Boden absackt und praktisch vom früheren Pitkrater (in dem der Lavasee brodelte) gefressen wird. Es ist möglich, dass sich der Halema‘uma‘u-Krater vergrößert, bereits jetzt sieht man, dass sich Teile außerhalb des eigentlichen Kraters absenken. Streng genommen beobachten wir gerade den Prozess einer Calderablidung, da sich der Krater ja nicht durch explosive Eruptionen vergrößert, sondern durch Kollaps aufgrund einer sich entleerenden Magmakammer. Mittlerweile sind auch die Straßen im Bereich des Gipfels ordentlich in Mitleidenschaft gezogen worden, da sich große Risse bildeten, welche die Straßen unpassierbar machen.
Damit kommen wir zur Eruption auf der Küstenebene bei Leilani. Die Bucht von Kapoho wurde komplette mit Lava aufgefüllt. Ein Lavadelta reicht sogar über die ehemalige Bucht hinaus. Die einmaligen tidalen Thermalpools sind vernichtet worden, mit ihnen mehr als 500 (!) Häuser. Seltsamer Weise berichten die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender nicht darüber. Gestern verringerte Spalte 8 ihre Aktivität. Wenig später reaktivierte sich Spalte 24. Es scheint also noch ordentlich Druck auf der Leitung des magmatischen Gangs zu sein.
Fuego mit weiteren Eruptionen
Gestern Mittag manifestierte sich am Fuego eine weitere Eruption, bei der Vulkanasche 5 km hoch aufstieg. Abends wurde ein neuer pyroklastischer Strom generiert. CONRED warnt vor weiteren Eruptionen und Laharen. Die Ausbruchsserie kommt natürlich ausgerechnet zur Regenzeit, wenn sich der Vulkan meistens in Wolken hüllt und visuelle Observationen schwierig sind. Zudem erhöht der Regen die Gefahr von Laharen dramatisch.
Kilauea: neuer ocean entry bei Kapoho
Was seit einigen Tagen befürchtet wurde, ist nun eingetreten: der Lavastrom aus Spalte 8 erreichte bei Kapoho den Ozean. Dabei wurden nicht nur zahlreiche Häuser an der Küste zerstört, sondern auch einmalige Warmwasserbecken. Die Thermalpools waren sehr beliebt und ihr Verlust wird dramatischer eingeschätzt als die Zerstörung der Gebäude. Ob alle Pools zerstört wurden ist noch nicht bekannt, auf jeden Fall zieht sich eine Schneise der Zerstörung durch die paradiesische Bucht von Kapoho.
Nach dem starken Erdbeben der Magnitude 5,5, welches sich vor 2 Tagen ereignete, ging die Seismik für einige Stunden zurück. Heute lebte sie wieder auf und ist mindestens so starke wie vor dem Beben. Die Hypozentren liegen in geringer Tiefe und konzentrieren sich auf den Bereich der Gipfelcaldera.
Kilauea: Video ocean entry
Dieses Video zeigt den ocean entry auf Big Island Hawaii. Der Lavastrom wurde von der Spalte 22 in Leilani eruptiert. Die Aufnahmen entstanden zwischen dem 25. und 27. Mai 2018. Kurz danach versiegt der Lavastrom. Ein Weiterer startete am 04. Juni. Das Besondere an diesen Aufnahmen ist ein vulkanischer Blitze in der Dampfwolke, sowie litorale Explosionen. Diese entstehen, wenn Magma mit Wasser in Kontakt kommt.
Kilauea: Eruption der Spalte 22
Dieses Video zeigt die Spalte Nr. 22, welche sich in der Siedlung Leilani Estates bei Pahoa öffnete. Die Spalte war einige Tage lang aktiv und eruptierte Lavafontänen, welche Lavaströme speisten. Diese erreichten den Ozean.
Kilauea: Lava erreicht Kapoho
Der Kilauea kommt nicht zur Ruhe und die Leilani-Eruption richtet weiterhin große Zerstörungen an. Gestern wurde eine wichtige Straßenverbindung gekappt, heute marschiert die Lava durch Kapoho und Vacationland. Die Lavamassen stehen kurz davor den Ozean zu erreichen und dort einen großen ocean entry zu generieren.
Bei der zerstörten Straßenverbindung gestern, handelt es sich um die Kreuzung der Highways 132 und 137. Da beide Routen nun zerstört wurden, sind Kapoho und Vacationland von der Außenwelt abgeschnitten. Zumindest der Landweg ist blockiert und wenn es nun zum neuen ocean entry kommt, sind die Siedlungen auch nicht mehr vom Ozean aus erreichbar. Alle Anwohner der Region wurden angewiesen ihre Häuser zu verlassen. Selbst wenn die Gebäude nicht alle von der Lava zerstört werden sollten, sind die Restlichen abgeschnitten, evtl. Bewohner zwischen den Lavaströmen gefangen. Bereits vor 2 Wochen kam es zu ocean entrys westlich von Kapoho. Diese konnte ich während meines Aufenthaltes dort dokumentieren.
Gestern nahm die Seismik vorübergehend ab, heute ist sie wieder hoch. Die meisten Erdbeben konzentrieren sich im Bereich der Gipfelcaldera. Der Halemaumau-Krater ist weiter von Kollaps-Ereignissen betroffen. Der ehemalige Pitkrater nimmt mehr und mehr Platz ein und bildet eine tiefe Depression. Bisher ist es noch unklar, ob nun schon die Lava des abgeflossenen Lavasees das untere Ostrift erreicht hat und dort eruptiert. Chemische Analysen werden dies feststellen können, sobald die Lava dort auftaucht. Dies bedeutet, dass der Vulkanausbruch noch stärker werden könnte. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür das er bald endet. Vor Ort muss man sich auf eine lange andauernde Eruption einstellen. Jetzt schon ist es der größte Ausbruch sein 1980. Aktuelle Bilder und Videos gibt es in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism„.
Zurück vom Kilauea
Nach meiner 10-tägigen Hawaii-Reise mit Ziel Kilauea melde ich mich zurück. Leider war es mir aus technischen Gründen nicht möglich von Unterwegs zu berichten, da ich mich nicht in den Blog einloggen konnte. Dafür wird in den nächsten Tagen ein ausführlicher Bericht über die Eruption folgen, natürlich samt Fotos und Videos. Das Bild hier zeigt den ocean entry zur Morgendämmerung. Besonders spannend waren litorale Explosionen, die Martin und ich fotografieren konnten.
Nicht nur auf Hawaii ging es heiß her, sondern auch am Ätna. Dort manifestierten sich in den letzten Tagen mehrere Schwarmbeben. Nach wie vor, lässt es sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob eine Eruption erfolgen wird, dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch, der sich mittelfristig ereignen könnte.
Am Fuego in Guatemala gab es zwar keinen richtigen Paroxysmus, allerdings eine Serie ungewöhnlich starker strombolianischer-vulcanianischer Eruptionen. Wie es aussieht, scheint die Serie von Paroxysmen erst einmal vorüber zu sein.
Kilauea: Lava erreicht den Ozean
Update 14:00 Uhr: Eine Person wurde von einem Lavabrocken getroffen und schwer verletzt. Der Mann saß auf dem Balkon seines Hauses, dass sich im Sperrgebiet befindet. Die Lavabombe wirbelt durch die Luft und traf das Schienbein des Mannes, welches zertrümmert wurde. In den Sozialen Netzwerken geht das Gerücht um, dass es sich bei dem Mann um eine der Personen handeln könnte, die uns in den letzten Tagen mit livestreams des Geschehens versorgten.
Nach diesem Vorfall werden die Sicherheitsvorkehrungen bestimmt nochmals verstärkt. Das Gebiet ist bereits großräumig abgesperrt. Nur Anwohnern mit einer speziellen Zugangserlaubnis ist es gestattet das Gebiet zu betreten. Journalisten werden auf Pressetouren in das Gebiet geführt, wobei sie von Vertretern der Nationalgarde begleitet werden. Je nach Situation werden diese Pressetouren ausgesetzt.
Sehr wahrscheinlich werden bald wieder Bootstouren zu ocean entry angeboten. Die Lava one wurde bereits gesichtet. Für kleinere Boote wird die Strecke von Hilo aus allerdings zu weit sein.
Originalmeldung 10:45 Uhr: Am Kilauea auf Hawaii steigerte sich die Aktivität in den letzten 24 Stunden deutlich. Die Spalten 16 und 20 vereinigten sich und eruptieren Lavafontänen, welche einen dünnflüssigen Lavastrom speisen, der schnell voranschreitet. Die Lavafront bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 100 m pro Stunde. Vor wenigen Minuten erreichte der Strom bereits den Ozean. Vorher unterbrach er den Highway 137, welcher eine wichtige Evakuierungsroute für die Anwohner des betroffenen Distrikts war. Die Inflation in der unteren Ostriftzone stoppte, es fließt also mindestens so viel Lava aus den Spalten, wie in den Untergrund einströmt.
Derweilen bereite ich mich auf meinen Flug nach Hawaii vor, der morgen startet. Daher ist die Berichterstattung hier im Blog derzeit etwas knapp gehalten. Ich werde versuchen live vom Kilauea zu berichten.
Kilauea: neues Magma erreicht Puna
Die Spalteneruption am Kilauea auf Hawaii hat sich verstärkt. Grund hierfür ist die Ankunft des neuen Magmas, welches aus dem oberen Ostrift stammt und vor 17 Tagen begann dort abzulaufen. Bis vor 2 Tagen wurde ausschließlich Lava gefördert, die die gleiche chemische Zusammensetzung hatte wie die Lava der Eruption von 1955. Bei den Lavaströme wurde zähflüssige Aa-Lava gefördert. Die neue Lava ist heißer und dünnflüssiger und generiert Pahoehoe Lavaströme. Diese Lavaströme fließen schneller und haben das Potenzial den Ozean zu erreichen, wenn in den nächsten Tagen genug Nachschub kommen sollte. Es liegt die Vermutung nahe, dass nun das frische Magma aus dem oberen Ostrift den Puna-Distrikt erreicht hat. Jetzt wird sich zeigen, welches zerstörerisches Potenzial in der Eruption steckt.
Aktuell wird die Lava überwiegend aus den Spalten 18 und 20 eruptiert. Der Lavastrom aus Spalte 18 ist über 1 km lang. Spalte 15 produzierte einen Lavastrom, der die Pohoiki Straße abschnitt. Aus Spalte 17 eruptierte gestern relativ viel Lava, welche aber nur auf dem bereits bestehenden Lavafeld floss. Die verschiedenen kurzen Spalten sind alle Teil eines zusammenhängenden Systems, welches sich über dem Dyke bildete. Die Gas-Konzentration ist hoch und der Zugang zum Eruptionsgebiet gesperrt. Die Bewohner in Windrichtung werden aufgefordert das Leilani-Estates zu verlassen. Bisher sieht man noch von Zwangsevakuierungen ab.
Unter dem Gipfelbereich zog die Seismik in den letzten Stunden an. Allerdings war kein Erdbeben größer als M 3,5. Die Deflation unter dem Gipfel hält an und es drohen weitere Kollaps-Ereignisse und explosive Eruptionen aus dem Halema’uma’u-Krater. Der Pitkrater, in dem früher der Lavasee stand, hat sich deutlich vergrößert. Hält die Deflation an, dann könnte der Boden des gesamten Halema’uma’u-Kraters kollabieren.
In unserer FB-Gruppe: „volcanoes and volcanism“ sind viele Mitglieder damit beschäftigt, Euch auf dem Laufenden zu halten und teilen zahlreiche aktuelle Berichte und Fotos.