Dukono eruptiert Asche auf 4300 m Höhe

Vulkan Dukono stößt Aschewolken bis auf 4300 m Höhe aus – Seismizität der Molukkensee erhöht

Der Dukono auf der Insel Halmahera (Indonesien) erzeugte heute eine Eruption, bei der laut VAAC Darwin Vulkanasche bis auf eine Höhe von 4300 m aufstieg und in Richtung Westen driftete. Dabei verbreitete sie sich weit über die Molukkensee und legte die halbe Strecke bis nach Sulawesi zurück.

Das VSI berichtete, dass die Aschewolke gut 3000 m über Kraterhöhe aufstieg. Es wurde beobachtet, dass die Eruptionswolke sehr dicht war und eine weiße bis graue Färbung aufwies. Die weiße Farbe deutet auf Wasserdampf hin, während das Grau von Vulkanasche stammt. Wenn ich mir so das Bild betrachte, sehe ich allerdings kein Wasserdampf, sondern nur eine dichte Aschewolke.

Der Dukono ist ein daueraktiver Vulkan, der aber gerade eine erhöhte Aktivität zeigt. Die Eruptionen kommen etwas weniger häufig als sonst, sind dafür aber stärker und steigen höher auf. Gestern wurden 98 Eruptionen festgestellt. Da Regenzeit ist und der Vulkan häufig in den Wolken hängt, sind visuelle Beobachtungen eher selten.

Während am Dukono praktisch keine vulkanotektonischen Erdbeben registriert werden, kommt es in der Region häufig zu tektonischen Erschütterungen. In den letzten Tagen war auch die überregionale Aktivität in der Molukkensee zwischen Halmahera und Sulawesi hoch: Im November gab es bis jetzt 40 Erschütterungen mit Magnituden ab 2,9. Die beiden stärksten Beben brachten es auf Mb 5,4 und 5,2. Bereits bei früheren Phasen mit einer erhöhten Seismizität konnte man beobachten, dass auch die Stärke der Eruptionen am Dukono zunahm.

Darüber hinaus gibt es an einigen Vulkanen der Region eine Zunahme vulkanotektonischer Erdbeben und es könnte sein, dass bald weitere Vulkane auf Sulawesi und den Sangihe-Inseln im Norden von Sulawesi erwachen. Zu diesen Vulkanen zählen der Lokon auf Sulawesi und die Inselvulkane Karangetang und Awu im Sangihe-Archipel, das sich zwischen Nordindonesien und den südlichen Philippinen erstreckt.

Dukono: Vulkanspotter in Lebensgefahr

Dukono mit erhöhter Aktivität – Vulkanspotter begaben sich in Lebensgefahr

Der indonesische Vulkan Dukono liegt auf der Insel Halmahera und ist daueraktiv: Normalerweise erzeugt er fast stündlich Ascheeruptionen und überzieht seine Flanken mit einer feinen Schicht vulkanischen Sand, der sich auch auf den Pflanzen ablagert. Wenn Wanderer dem schmalen Pfad zu seinem Gipfel folgen, streifen sie automatisch die Asche ab und verdrecken dabei von oben bis unten. Dieser Umstand dämpft nicht etwa das Erlebnis der Vulkanbesteigung, sondern setzt dem noch einen oben drauf.

Seit der Erdbebenserie in der Molukkensee, die im Mai/Juni stattfand, erhöhte der Dukono seine Aktivität und eruptierte deutlich öfter als zuvor. Proportional zur Häufung der normalen Eruptionen hat sich auch die Anzahl der größeren Eruptionen gesteigert. Diese werfen Vulkanbomben aus, die bis auf die Vulkanflanke hinausfliegen.

Wie ein neues Drohnenvideo vom 17. August zeigt, wäre so eine größere Eruption beinahe in einer Katastrophe geendet, denn eine Gruppe Vulkanspotter mit mehr als 20 Mitgliedern war auf den Kraterrand geklettert und wurde fast von dem Vulkanausbruch vom selbigen gefegt. Auf dem Video sieht man, wie eine Aschewolke aus dem Krater emporsteigt und dabei den gesamten Krater füllt. Die Menschen am Kraterrand weichen zurück, was in dem zerfurchten Gelände nicht einfach ist, suchen zunächst Deckung, die man dort nicht findet und stürmen dann den Hang hinunter, was man nicht machen sollte, da man hinten keine Augen im Kopf hat und Vulkanbomben nicht ausweichen kann.

Ich selbst bin vor gut 10 Jahren dort einmal in eine ähnliche Situation gekommen, als mich eine stärkere Explosion überraschte und Vulkanbomben um mich herum einschlagen ließ. Meine Begleiter und ich versuchten, den Bomben auszuweichen, standen uns selbst dabei im Weg und stolperten über die Gesteinsrippen und Abflussrinnen, die das Gelände schwer begehbar machen. Wir hatten, genauso wie die Gruppe jüngst, großes Glück, dass alle mit dem Schrecken davongekommen sind.




Wie das VSI berichtet, wurden gestern 184 seismische Eruptionssignale festgestellt. Sie hatten Maximalamplituden von 34 mm. Die Ausbrüche dauerten bis zu 57 Sekunden an. Vulkanasche stieg bis auf eine Höhe von 2400 m auf. Da sind schon beachtliche Werte, bei denen man es sich dreimal überlegen sollte, auf den Kraterrand zu steigen. Normalerweise sind bei den Gruppen lokale Vulkanführer dabei, die oft Risiken eingehen, die in Europa kein Verantwortlicher auf sich nehmen würde.

Das Video geht übrigens viral und schaffte es sogar in die indonesischen TV-Nachrichten. Die Warnstufe des Dukonos steht auf „2“ und es gibt offiziell ein besteigungsverbot für den Kraterbereich. Ich bin mal gespannt, ob nach dem Video nun schärfere Regeln (bzw. Kontrolle und Bußgelder) für das Besteigen des Vulkans eingeführt werden.

Weiterführender Link: Bildergalerie Dukono 2014

Ibu eruptierte hoch aufsteigende Aschewolken am 1. Juni

Indonesischer Vulkan Ibu eruptierte Vulkanasche bis auf 7300 m Höhe

Auf der indonesischen Insel Halmahera eruptierte der Vulkan Ibu wieder explosiv und förderte Aschewolken, die bis auf eine Höhe von 7300 m aufgestiegen sind. Das geht sowohl aus VONA-Meldungen für den Flugverkehr hervor als auch aus Notizen beim VSI, wo auf der Website MAGMA die Eruptionen gemeldet werden. Die stärkste Eruption der Serie manifestierte sich heute Nacht um 3:28 Uhr WIB und erzeugte ein seismisches Signal von 258 Sekunden Dauer und einer Amplitude von 28 mm. Mit einer Dauer von über 4 Minuten war es schon ein recht lang anhaltendes eruptives Ereignis, während dessen es bestimmt mehrere Explosionen gegeben hat.

Die Seismizität schnellte diesmal im Vorfeld der Explosionen nicht auf ganz so enorme Höhen wie in den Vorwochen. Doch mit einer täglichen Anzahl von 250 bis 500 Erschütterungen ist die Seismizität immer noch als hoch zu bezeichnen. Sie zeugt von anhaltendem Magmenaufstieg.

Leider gibt es keine Berichte über den Zustand des Lavadoms. Einerseits zeugt die hohe Seismizität von Magmenaufstieg und die Vermutung liegt nahe, dass der Lavadom mit reichlich Schmelze gefüttert wird. Andererseits werden die Explosionen dazu beitragen, dass der Dom an Volumen verliert. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man nur eine kleine Dampfwolke, die einen Teil des Gipfelbereichs verdeckt, aber keine thermische Anomalie.

Nicht nur die vulkanisch bedingte Seismizität am Vulkan Ibu ist hoch, sondern auch die tektonische. Im Bereich von Halmahera kommt es immer wieder zu tektonischen Erdbeben. So ereignete sich am 27. Mai eine Erschütterung Mb 4,8 im Norden der Insel. Sie lag allerdings näher am Vulkan Dukono als am Ibu. Der Dukono ist ebenfalls explosiv aktiv und steigerte die Anzahl seiner Explosionen seit dem Erdbeben enorm: Wurden vor dem 27. Mai täglich weniger als 30 Explosionen registriert, waren es in den letzten zwei Tagen mehr als 150 Explosionen am Tag. Es liegen VONA-Meldungen vor, nach denen Vulkanasche bis auf eine Höhe von 3000 m aufsteigt und nach Westen driftet. Auf Satellitenfotos erkennt man diese Aschewolken sehr gut. Im Infrarotbereich wird eine thermische Anomalie visualisiert. Das Geschehen ist ein weiterer Beweis dafür, dass Erdbeben vulkanische Aktivität beeinflussen können.

Indonesien: Erdbeben Mb 5,0 vor Halmahera

Mittelstarkes Erdbeben Mb 5,0 erschüttert Halmahera – Aktive Vulkane in der Nähe

Datum 19.05.2024 | Zeit: 16:57:2 UTC | Lokation: 2.41 ; 128.712 | Tiefe: 10 km | Mb 5,0

Gestern manifestierte sich vor der Nordspitze der indonesischen Insel Halmahera ein moderates Erdbeben der Magnitude Mb 5,0. Dieser Wert wurde vom GFZ ermittelt. Das EMSC kam auf eine Magnitude von Mb 4,7. Auch die Tiefenangaben schwanken. Während erstgenanntes Institut die Tiefe mit 10 Kilometern angab, kam das EMSC auf 41 Kilometer Tiefe. Das Epizentrum wurde 89 km nordnordöstlich von Tobelo verortet.

Obwohl die Angaben zum Erdbeben schwanken und es auch nicht das stärkste Erdbeben der letzten 24 Stunden war, ist es im Kontext von Vulkane.net von besonderem Interesse, da es sich in der Nähe von 2 aktiven Vulkanen befand, die sich in den letzten Tagen als besonders aktiv erwiesen. Möglicherweise wirkt sich der Erdstoß auf das Verhalten der Vulkane aus. Auf jeden Fall versinnbildlicht es die unruhige Erde der Region.

Bei den Vulkanen handelt es sich um Dukono und Ibu. besonders letzterer Vulkan ist ungewöhnlich aktiv und erzeugt seit letzter Woche explosive Eruptionen, die stärker sind als sonst und Vulkanasche bis zu 5000 Meter über Kraterhöhe fördern. So eine Eruption gab es auch heute wieder. Täglich werden mehr als 1000 vulkanotektonische Erschütterungen detektiert, die darauf hindeuten, dass sich ein größerer Magmenkörper unter dem Vulkan akkumuliert. Im Krater des Vulkans wächst seit Jahren ein Lavadom, der nun ordentlich Nachschub erhalten könnte. Andererseits können die Explosionen den Dom erodieren und sein Volumen verändern. Da der Ibu ziemlich weit vom Schuss liegt, wird er nicht so genau bewacht, wie etwa der Merapi auf Java. Daher fehlen Daten zum Domvolumen.

Der zweite Vulkan ist der Dukono, der näher am Epizentrum des Bebens liegt und in den letzten Wochen ebenfalls außergewöhnlich aktiv war. Auf Sentinel-Aufnahmen sieht man eine thermische Anomalie und es werden immer wieder größere Ascheeruptionen erzeugt, die allerdings nicht ganz so spektakulär wie am Ibu sind. Eine Satellitenaufnahme vom vergangenen Monat zeigte eine mehrere Hundert Kilometer lange Dampfschleppe.

Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben im Zusammenhang mit der Plattengrenze zwischen der Halmahera-Mikroplatte und der Philippinischen Platte und manifestierte sich an einem Arm des hier auslaufenden Philippinengrabens.

Stärkstes Erdbeben der letzten 24 Stunden

Übrigens, das stärkste Erdbeben seit gestern manifestierte sich bei den Fox-Inseln, die zum vulkanischen Inselbogen der Aleuten gehören. Es hatte eine Magnitude von 5,9 und einen Erdbebenherd in 10 Kilometern Tiefe.
Ein weiterer starker Erdstoß der Magnitude 5,5 ereignete sich in der Grenzregion zwischen Kyrgyzstan und der chinesischen Provinz Xinjiang.

Ibu: Starke Eruption erzeugt vulkanische Blitze

Am Ibu gab es ein vulkanisches Gewitter infolge einer starken Eruption – Auch Dukono steigerte Aktivität

Am indonesischen Vulkan Ibu, der auf der Insel Halmahera liegt, kam es letzte Nacht zu einer explosiven Eruption, die deutlich stärker war als die alltäglichen Ausbrüche des Vulkans. Laut dem VAAC Darwin erreichte Vulkanasche eine Höhe von 5500 Metern. Das VSI berichtet von einer Aufstiegshöhe von 4000 m über dem Krater, was sich in etwa mit den VAAC-Angaben deckt. Das Besondere an dieser Eruption war der Umstand, dass vulkanische Blitze in der Eruptionswolke entstanden. Sie sind auf einem Bild zu erkennen, das vom PVMGB online gestellt wurde.

Ein Grund, warum die Eruption stärker als gewöhnlich ausfiel, könnte darin gelegen haben, dass es am Vortag keine Eruptionen gegeben hat, dafür aber eine hohe Anzahl an vulkanisch bedingten Erdbeben. Es wurden 381 vulkanotoktonische Erdbeben registriert. Zudem gesellten sich drei Tornillos, die als Anzeichen ungewöhnlicher Aktivität gewertet werden können. Möglicherweise war der Schlot verstopft und es hatte sich ein hoher Gasdruck im Vulkaninneren aufgebaut, der letztendlich dafür sorgte, dass der Pfropf aus erstarrter Lava aus dem Schlot gesprengt wurde.

Es blieb aber nicht bei der einen Explosion, denn das VIS berichtete über 5 Ausbrüche, die sich in der Zeit zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens ereigneten. Es entstand auch mindestens eine Eruption, bei der rotglühende Tephra in einem großen Umkreis verteilt wurde. Es dürfte auch zu Einschlägen von Pyroklastika auf dem Kraterrand und den oberen Vulkanflanken gekommen sein, wo sich oft Vulkanspotter aufhalten. Ob es Verletzte gab, ist noch nicht bekannt.

Seit dem stärkeren Erdbeben von Anfang April ist eine Aktivitätssteigerung der Vulkane im Gebiet der Molukkensee zu beobachten. So brach im Anschluss des Bebens der Raung groß aus und könnte weitere Paroxysmen erzeugen. Ob dem so ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Vom Dukono, der ebenfalls auf Halmahera liegt, gibt es ebenfalls eine Meldung einer Eruption, die stärker als die Üblichen war. Hier stieg eine Aschewolke 1100 m über Kraterhöhe auf.

Dukono eruptiert Aschewolken am 18.01.24

Staat: Indonesien | Lokation: 1.70, 127.87 | Aktivität: Ascheeruptionen

Dukono eruptiert stärker – Vulkanasche in 3000 m Höhe

Der indonesische Vulkan Dukono zeigt seit gestern eine Zunahme der eruptiven Aktivität in Bezug auf Anzahl der Explosionen und Höhe der Eruptionswolken. Das VAAC warnt aktuell vor Vulkanasche in einer Höhe von 3000 m. Die Aschewolke driftet in Richtung Südwesten. Die Vulkanologen vom VSI melden Vulkanasche, die bis zu 1800 m über Kraterhöhe aufsteigt, was sich in etwa mit den Beobachtungen der Satelliten deckt. Gestern wurden 60 seismische Eruptionssignale aufgezeichnet. Sie hatte Amplituden zwischen 4-34 mm und dauerten bis zu 56 Sekunden. Am Vortag wurden nur 19 Ausbrüche festgestellt, also kann man von einer signifikanten Aktivitätssteigerung sprechen.

Schaut man sich das Histogramm zu den seismischen Aktivitäten an, dann erkennt man, dass es am Dukono alle paar Wochen Phasen erhöhter Explosivität gibt. Neben den Explosionssignalen werden nur tektonische Erdbeben registriert. Andere Erdbebenarten fehlen. Es gibt auch keine Signale, die auf starke Entgasungen oder Steinschläge hindeuten. Das Fehlen letzterer Signale zeigt, dass die Aktivität auf den Krater beschränkt ist und nur wenige größere Tephrabrocken eruptiert werden. Für die Bevölkerung der Gegen besteht keine Gefahr. Dennoch steht die Vulkanwarnstufe auf „2“ und es gibt eine 3 km Sperrzone um den Krater. Diese wird von Vulkanspottern meistens ignoriert. Meines Wissens nach gibt es auch keine Kontrollen des Zutrittsverbots. Allerdings sollten sich Gipfelstürmer im Klaren darüber sein, dass ein Aufenthalt im Sperrgebiet und insbesondere am Kraterrand lebensgefährlich ist. Besonders in Phasen erhöhter Aktivität fliegen doch immer mal wieder größere Tephrabrocken bis über den Kraterrand hinaus. Dies schlagen dann im Bereich des Kraterrands hinein. Auch das zerfurchte Gelände auf der Außenflanke des Kraterkegels ist nicht einfach zu begehen.

Der Dukono liegt auf der Insel Halmahera und zählt zu den aktivsten Vulkanen des Archipels. In Indonesien sind auch andere Vulkane aktiv. Einer von ihnen ist der Lewotobi, der weiterhin eruptiert. Am Anak Krakatau bleibt die Seismizität deutlich erhöht.

Gamalama mit Anstieg der Seismizität am 05.01.24

Erdbebenaktivität am Gamalama angestiegen – Phreatischer Ausbruch droht

Der indonesische Vulkan Gamalama liegt nahe der Stadt Ternate auf Halmahera. Wie das VSI berichtete, steigerte sich die seismische Aktivität des Vulkans signifikant. Gestern wurden 62 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Hinzu kam gut 20 tektonische Erschütterungen. Im Durchschnitt des letzten Jahres wurden täglich etwa 2 bis 3 vulkanotektonische Erschütterungen festgestellt. Vulkanotektonische Erdbeben entstehen durch den Aufstieg von vulkanischen Fluiden (Gas, Tiefenwässer, Magma), die Gesteinsbruch verursachen. Vom Krater ging gestern eine Dampfwolke aus, die bis zu 120 m hoch aufstieg. Vulkanbeobachter gehen davon aus, dass der Dampfausstoß im Zusammenhang mit den Erdbeben stand.

Es wird eine phreatische Eruption erwartet, die Tephra und bereits abgelagertes Material ausstoßen könnte, das sich in einem 1,5-km-Radius vom Kraterzentrum verteilt. Je nach Wind kann es zu leichtem Ascheregen kommen.

Die letzte Eruption am Gamalama ereignete sich am 4. Oktober 2018, als eine kleine Aschewolke eruptiert wurde. Sie stieg ca. 250 m über Kraterhöhe auf.

Der Gamalama überragt die Küste um 1715 m. Größere Eruptionen könnten die nahe gelegene Stadt Ternate gefährden. Dort befindet sich auch ein Flughafen, dessen Flugverkehr beeinflusst werden könnte.

Der Alarmstatus steht auf „Gelb“ und man soll sich dem Krater nicht nähern.

Auf Halmahera liegen noch die aktiven Vulkane Ibu und Dukono, die anders als der Gamalama in dauernden Eruptionen begriffen sind.

Halmahera ist eine der größten Inseln in der indonesischen Provinz Nord-Maluku (Maluku Utara). Sie liegt zwischen der Molukkensee im Westen und dem Pazifischen Ozean im Osten. Die Molukken gelten als Gewürzinseln und es wird auch Kakao angebaut. Dieser wächst auch auf den Hängen der Vulkane.

Im letzten Jahr gab es mehrere Erdbeben in der Molukkensee, die sich auch auf die Vulkane von Halmahera auswirken könnten. Während man früher annahm, dass solche Auswirkungen innerhalb eines Jahres sichtbar werden, zeigte eine neuere Studie, dass Beben über einen deutlich längeren Zeitraum vulkanische Aktivität beeinflussen können.

Dukono mit Ascheeruptionen am 09.12.23

Dukono fördert Asche 1200 m über Kraterhöhe

Der indonesische Vulkan Dukono liegt auf der Insel Halmahera und gilt als daueraktiv. Dennoch gibt es immer wieder Phasen erhöhter Aktivität, bei denen die Explosionen stärker als sonst sind. Manchmal sind die aufsteigenden Aschewolken aufgrund des Wetters auch einfach nur besser sichtbar als sonst. Momentan ist das Wetter gut und heute Morgen stieg eine besonders dunkle Aschewolke auf, die laut VAAC eine Höhe von 3000 m erreichte und vom Wind in Richtung Süden geweht wurde. Das VSI brachte eine Eruptionsmeldung heraus, nach der die Aschewolke 1200 m über Kraterhöhe aufstieg. Gestern wurden 7 Eruptionen registriert. Die Seismizität beschränkte sich auf tektonische Erschütterungen. Alles in allem scheint sich die Aktivität auf normalem Niveau zu befinden, sieht man von der aktuell gemeldeten Eruption ab. Sie könnte allerdings den Anfang einer neuen Phase erhöhter Aktivität markieren. Mitte November durchlebte der Dukono hingegen eine Hochphase, bei der täglich über 100 Explosionen registriert wurden. Aufgrund der Berichterstattung zu Island habe ich diesem Ereignis hier wenig Platz eingeräumt und hatte nur einmal darüber berichtet.

In Indonesien sind neben dem Dukono aber auch noch andere Vulkane dauernd aktiv. Einer davon ist der Semeru, der täglich ca. 80 Eruptionen erzeugt, bei denen Vulkanasche bis auf 4700 m Höhe aufsteigt. Glühende Tephra landet häufig auf der Außenflanke des Vulkans und löst glühende Schuttlawinen aus. Aktuell scheint das Wetter in Indonesien wieder etwas besser zu werden und es gibt gelegentlich visuelle Beobachtungen des Geschehens. Der Aufstieg zum Gipfel bleibt aber gesperrt.

Ein weiterer Vulkan des Archipels, der mittlerweile als daueraktiv eingestuft werden kann, ist der Lewotolok auf Lembata. Hier steigt Vulkanasche bis auf eine Höhe von ca. 400 m über Kraterhöhe auf. Damit handelt es sich um typische strombolianische Eruptionen.

Anak Krakatau ist phasenweise aktiv und eruptierte gestern nicht. Es könnte also sein, dass die jüngste Phase zu Ende ist. Auch am Merapi ist es etwas ruhiger geworden und in den letzten Stunden gingen keine pyroklastischen Ströme mehr ab.

Der Ibu liegt quasi in Sichtweite des einführend genannten Vulkans Dukono und zählt ebenfalls zu den indonesischen Dauerbrennern. In seinem Krater wächst ein Lavadom und es werden oft Aschewolken eruptiert. Heute liegen aber keine Meldungen darüber vor. In den letzten Tagen wurden knapp unter 30 Explosionen am Tag registriert. Interessant ist die hohe Seismizität der letzten Wochen. Sie deutet auf den langsamen Aufstieg eines Magmenkörpers hin.

Dukono mit Eruption am 16.11.23

Dukono fördert Vulkanasche bis auf 2300 m Höhe und steigerte seien Aktivität

Auf der indonesischen Insel Halmahera ist der daueraktive Dukono gerade besonders aktiv und erzeugt zahlreiche Ascheeruptionen. Heute erzeugte der Vulkan um 12:01 Uhr WIT eine Explosion, die Asche bis auf eine Höhe von 1200 m über den Krater aufsteigen ließ, was einer Höhe von gut 2300 m über dem Meeresspiegel entspricht.

Die Vulkanologen des zuständigen vulkanischen Außenpostens beobachteten, dass die Aschesäule sehr dicht war und neben weißem Wasserdampf auch viele Aschepartikel enthielt. Sie driftete in Richtung Osten.

Schaut man sich das Tätigkeitsdiagramm von MAGMA an, dann sieht man, dass der Vulkan seit Anfang November besonders aktiv ist und sich signifikant steigerte. Gestern wurden 75 Explosionen am Tag gezählt. Zuvor waren es fast 150. In den Wochen vor der Aktivitätssteigerung wurden täglich weniger als 25 Explosionen festgestellt.

Die Warnstufe des Vulkans Dukono steht auf „Gelb“. Die Vulkanologen geben folgende Empfehlungen heraus:

  • Den Menschen rund um den Berg Dukono und Besuchern/Touristen wird empfohlen, in einem Umkreis von 2 km keine Aktivitäten durchzuführen, nicht zu klettern oder sich dem Krater Malupang Warirang zu nähern.
  • In Anbetracht der Tatsache, dass es regelmäßig zu Ausbrüchen mit Vulkanasche kommt und die Verteilung der Asche der Richtung und Geschwindigkeit des Windes folgt, so dass der Aschelandeplatz nicht festgelegt ist, wird empfohlen, dass die Gemeinde rund um den Berg Dukono immer Masken/Masken bereitstellt. Nasen- und Mundschutz zur Verwendung bei Bedarf, um die Gefahr von Vulkanasche für die Atemwege zu vermeiden.

Interessant ist, dass sich die stärksten Peaks in den Aktivitätssteigerungen ergaben, nachdem es am 8. November zwei starke Erdbeben in der nahe gelegenen Bandasee gegeben hatte. Damals sprang die Eruptionszahl von unter 75 auf gut 140. Es ist gut möglich, dass dieser Peak durch die Erdbeben getriggert wurde. Eine moderate Aktivitätssteigerung wurde bereits in der letzten Oktoberwoche festgestellt. Interessanter Weise nahm zu diesem Zeitpunkt auch der Tremor am nahegelegenen Vulkan Ibu zu. Hier wird es wohl einen übergeordneten Zusammenhang geben.