Papua Neuguinea: Erdbeben Mw 6,9

Datum: 04.04.2025 | Zeit: 20:04:40 UTC | Koordinaten: -6.188 ; 151.637 | Tiefe: 15 km | Mw 6,9

Starkes Erdbeben erschüttert Osten von Papua Neuguinea – Vulkane in der Nähe

Der Inselstaat Papua-Neuguinea wurde gestern Abend um 20:04:40 UTC von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,9 erschüttert. Das Hypozentrum befand sich in 15 Kilometern Tiefe, das Epizentrum wurde 180 km ostsüdöstlich von Kimbe verortet. Damit lag es offshore. Auf der Shakemap ist ein schönes Ensemble von Nachbeben zu erkennen.

Kimbe ist eine Hafenstadt auf der Insel Neubritannien, der größten Insel des Bismarck-Archipels, östlich der Hauptinsel von Papua-Neuguinea. Die Region liegt am pazifischen Feuerring, der die Plattengrenze des Pazifiks markiert. Entlang der pazifischen Störungszonen findet in der Regel Subduktion statt, so dass Magma entsteht, das dann die Vulkane hinter der Subduktionszone wachsen lässt. Im Falle von Neubritannien wird die Solomonsee-Platte entlang eines Tiefseegrabens unter die Bismarck-Platte subduziert. Die Neubritannien-Subduktionszone ist ein Beispiel für den Beginn einer Subduktion durch Polaritätsumkehr, bei der in einer Backarc-Region eine neue Subduktionszone mit der entgegengesetzten Subduktionsrichtung zu der zuvor zwischen zwei großen Platten wirksamen Zone entsteht. Das Erdbeben manifestierte sich an genau jener Subduktionszone. Ungewöhnlich ist nur, dass es sich vor dem Tiefseegraben ereignete und nicht dahinter.

In der Region gibt es zahlreiche aktive Vulkane. Einer der dem Epizentrum am nächsten liegenden Vulkane ist der Ulawun. Er befindet sich an der Nordküste von Neubritannien und eruptierte im November 2023 groß. Aber auch danach erzeugte er mehrere kleinere Eruptionen. Bekannt ist auch die Rabaul-Caldera im Nordosten von Neu-Britannien. Hier war in den letzten Jahren besonders der Tavuvur aktiv. Vor der Nordwestküste von Neu-Britannien liegen die Inselvulkane Manam und Kadovar. Jeder der Vulkane liegt im Wirkungskreis des Bebens und könnte in seiner Aktivität von dem Beben beeinflusst werden.

In den letzten 2 Wochen kam es zu ungewöhnlich vielen Erdbeben mit Magnituden ab 6. Die meisten dieser Beben ereigneten sich an den Pazifischen Subduktionszonen. Aber auch der Mittelatlantische Rücken ist seismisch ungewöhnlich aktiv. Heute gab es dort noch ein Beben Mw 5,5. Es handelt sich um ein Nachbeben am Reykjanes-Ridge von dem starken Beben Mw 6,9 vom 3. April.