Island: Beschleunigung der Bodendeformation Anfang Januar

Bodendeformation bei Svartsengi auf Island beschleunigte sich – weiterhin geringe Seismizität

Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel hat sich die Bodenhebung bei Svartsengi in diesem Jahr wieder etwas beschleunigt. Ende Dezember zeigten die GNNS-Messwerte kurzzeitig eine Subsidenz an, wobei es sich wahrscheinlich ein weiteres Mal um Messungenauigkeiten gehandelt haben dürfte. Zeitgleich beschleunigte sich die Ostkomponente des horizontalen Versatzes, die auch jetzt noch erhöht ist. Das alles, bei weiterhin geringer Seismizität, was etwaige Prognosen zu einem möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch erschwert.

Wir wissen, dass sich im flachen Untergrund weiterhin magmatische Fluide ansammeln, die den Druck im Speichersystem erhöhen, womit die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption oder Gangintrusion ansteigt. Seit dem Ende der letzten Eruption im August haben sich fast 20 Millionen Kubikmeter neue Schmelze unter Svartsengi akkumuliert. Bei der Eruption entleerte sich aber nicht die gesamte Schmelze i flachen Speichersystem, so dass die tatsächlich vorhandene Magmamenge deutlich höher sein durfte und meinen Schätzungen nach bei 25 Millionen Kubikmetern liegen dürfte – eine der größten Magmaakkumulationen des Eruptionszyklus, der im November 2023 mit der Gangintrusion unter Grindavik begann.

Eigentlich sollte man erwarten, dass die Eruption bald beginnt, doch da bei den meisten vorangegangenen Ausbrüchen ein immer höherer Druck im Speichersystem vorhanden sein musste, als es zuvor der Fall war, damit eine Eruption startet und sich der Druckaufbau insgesamt verlangsamt zu habe scheint, lässt sich der Zeitraum des erwarteten Eruptionsbeginn nicht mehr eingrenzen.

Die IMO-Vulkanologen veröffentlichten am 6. Januar eine neue Gefahreneinschätzung, die sich gegenüber der vorherigen aber nicht geändert hat. Die größte Gefahr besteht entlang der Sundhnukur-Kraterreihe und es gilt die Empfehlung sich von diesem Gebiet Gebiet fern zu halten. Für das Kraftwerk Svartsengi, die Blaue Lagune und Grindavik gilt nur ein mittelstarkes Gefahrenpotenzial.

Erweitert man die Betrachtungen zu Svarstengi weiter aus und schaut auf die benachbarten Spaltensysteme, stellt man fest, dass es auch im Krysuvik-System eine deutliche Veränderung in der Ostkomponente der horizontalen Bodendeformation gibt. Während des Sommers war hier eine deutliche Subsidenz aufgetreten, die zu zahlreichen Erdbeben geführt hat. In der letzten Woche zeigen die Messwerte eine deutliche Inflation, wobei noch unklar ist, ob die Messungen korrekt sind.

Deutschland: Wintersturm-Prognose legt Land teilweise lahm

Wintersturm beeinträchtigt in Teilen Deutschlands das öffentliche Leben – Schulschließungen und Unfälle

Sturmtief Elli sorgt in weiten Teilen Deutschlands für winterliche Extrembedingungen und bringt Schnee, Eisregen und kräftigen Wind. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starken Verkehrsbehinderungen, glatten Straßen und Schneeverwehungen. Besonders betroffen sind der Norden sowie die östliche Mitte des Landes, während im Süden verbreitet gefrierender Regen fällt und Blitzeis entstehen könnte. In Küstennähe treten teils schwere Sturmböen auf, die auf den Nordseeinseln Orkanstärke erreichen könnten. In 25 Landkreisen wurde die zweithöchste Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen: Es besteht Gefahr für Leib und Leben.

Winter in Deutschland

In der Nacht kam es bereits zu ersten Glätteunfällen, unter anderem rutschte in Baden-Württemberg ein Bus einen Hang hinunter, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt meldeten die Lagezentren der Bundesländer zunächst einen vergleichsweise ruhigen Verlauf. Dennoch wurde der Verkehr vorsorglich eingeschränkt. Zahlreiche Bahnverbindungen fallen aus oder sind verspätet. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr Norddeutschlands wurde der Betrieb teilweise ganz eingestellt. Auch viele Buslinien fahren nicht mehr, insbesondere in Niedersachsen und angrenzenden Regionen.

Der Wintereinbruch wirkt sich zudem auf den Alltag aus. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, Schulen wechseln auf Distanzunterricht oder bieten Notbetreuung an. Kommunen warnen vor Problemen bei der Müllabfuhr und bitten Bürger, Wege freizuhalten und Tonnen zugänglich zu platzieren. Krankenhäuser bereiten sich auf eine erhöhte Zahl an Unfallverletzten vor und verschieben planbare Eingriffe. Gleichzeitig wird in einigen Städten die Winternothilfe für Obdachlose ausgeweitet, da die Kälte ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.

Flughäfen wie der in Frankfurt haben sich gut auf den Schnee vorbereitet und haben zahlreiche Spezialfahrzeuge im Einsatz um den Flugbetrieb aufrecht zu halten. Probleme gab es bis jetzt in erster Linie bei der Anfahrt zum Flughafen mit der Bahn.

Parallel zur Wetterlage sorgt die öffentliche Bewertung des Sturmtiefs für Diskussionen. Während einige Meteorologen die Warnungen angesichts der komplexen Wetterkonstellation für notwendig halten, warnen andere vor einer Überdramatisierung, die langfristig die Akzeptanz ernsthafter Unwetterwarnungen schwächen könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Elli vielerorts zu signifikanten Einschränkungen führt und erhöhte Vorsicht erforderlich macht.

Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin begründet, dass einige Medienvertreter aus Gründen des Clickbaits frühe Wettermodelle aufschnappen und von diesen die „Worst-Case-Szenarien“ als offizielle Prognosen verbreiten. In einigen Berichten wurde so überdramatisiert, dass sogar von Temperaturen jenseits der -20 Grad die Rede war. Tatsächlich waren es heute Nacht in den betroffenen Gebieten -7 Grad. Bei mir in Oberhausen blieb die letzte Nacht frostfrei und der Schnee vergangener Tage ist geschmolzen.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten meiner Jugend, als so ein Winterwetter typisch war und wegen Blitzeis und Schnee oft die Schule ausfiel. Damals sprach man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit, das war, bevor der Klimawandel die Erde verbrennen ließ. Nun ist zu lesen, dass sogar Geheimdienste einen Zusammenbruch des Atlantischen Golfstroms propagandieren: In der Folge befürchtet man, dass die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 10 Grad fallen könnten. Na dann, viel Spaß mit der Wärmepumpe!

Piton de la Fournaise zeigt anhaltenden Magmenaufstieg

Piton de la Fournaise unter Druck: Magma bleibt in Bewegung und bereitet Vulkanausbruch vor

Der Piton de la Fournaise zeigt weiterhin klare Anzeichen innerer Unruhe, die von aufsteigendem Magma verursacht wird. Nach mehreren magmatischen Intrusionen in den letzten Wochen hält die erhöhte Aktivität unter dem Gipfel an. Seismische Messungen und Deformationsdaten deuten darauf hin, dass das oberflächennahe Magmareservoir weiter unter Druck gerät: ein Zustand, der in einem Ausbruch gipfeln kann.

Distanzvergrößerung am Piton Fournaise. © OVPF

Bereits im Dezember 2025 hatte sich eine entsprechende Entwicklung abgezeichnet. Am 14. Dezember 2025 endete eine mehrjährige Phase relativer Ruhe und der Piton Fournaise begann, sich aufzublähen. Die Inflation gilt als Zeichen dafür, dass Magma in flache Speicherzonen aufsteigt und dort Druck aufbaut. Der Prozess kulminierte schließlich in mehrere Intrusionen, eine erst zu Jahresbeginn, bei der Magma in das Fördersystem eindrang, ohne jedoch die Oberfläche zu erreichen.

Seitdem registrieren die Überwachungsstationen eine anhaltende seismische Aktivität. Im Durchschnitt werden rund dreißig flache vulkanotektonische Erdbeben pro Tag registriert. Sie liegen in Tiefen zwischen 1,5 und 2,2 Kilometern und konzentrieren sich unter dem nördlichen und südlichen Rand des Dolomieu-Kraters. Diese Beben spiegeln Spannungsbrüche im Gestein wider, verursacht durch das Eindringen und Umlagern von Magma.

Parallel dazu bleibt auch eine tiefere, wenn auch schwache Seismizität bestehen. Ein einzelnes vulkanotektonisches Erdbeben konnte in rund neun Kilometern Tiefe unter dem nordwestlichen Gipfelbereich lokalisiert werden. Solche Signale gelten als Hinweis darauf, dass weiterhin Magma aus tieferen Zonen in das flache System nachgeliefert wird.

Die anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs bestätigt dieses Bild: Der Druck im oberflächennahen Reservoir nimmt nicht ab. Erfahrungsgemäß kann eine solche Phase Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Ob es letztlich zu einem Ausbruch kommt, hängt davon ab, ob das „Dach“ des Reservoirs nachgibt – oder ob der Druck wieder abgebaut wird, ohne dass Magma austritt.

Derzeit gilt weiterhin die Warnstufe „Wachsamkeit“ Die Situation bleibt dynamisch, und Schwankungen der seismischen Aktivität sind typisch für diese Phase.

Campi Flegrei: Weitere alarmierende Daten veröffentlicht

Campi Flegrei mit weiter steigendem CO₂-zu-H₂O Verhältnis – wahrscheinliche Magma-Akkumulation in der Tiefe

Der Calderavulkan Campi Flegrei südwestlich von Neapel zeigt weiterhin deutliche Anzeichen anhaltender Unruhe. Das jüngst veröffentlichte INGV-Monatsbulletin für Dezember beschreibt eine Situation erhöhter, aber stabiler Aktivität, wie sie das Gebiet seit mehreren Jahren prägt. Die meisten Werte sind stabil, bis auf ein auffallend hohes CO₂-zu-H₂O-Verhältnis.




Im Dezember wurden 348 Erdbeben lokalisiert, überwiegend mit geringer Magnitude. Die Beben konzentrieren sich auf den zentralen Teil der Caldera und stehen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Bradyseismus – der langsamen Hebung des Bodens. Geodätische Messungen bestätigen, dass sich der Untergrund weiter hebt, wenn auch ohne abrupte Beschleunigung. Die Hebegeschwindigkeit lag weiterhin bei 25 mm pro Monat. Diese Hebung gilt als Ausdruck eines unterirdischen Druckaufbaus, verursacht durch Fluide und Gase im flachen Untergrund. Seit Beginn der Krise im Jahr 2005 hob sich der Boden um 160 Zentimeter.

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Bulletin der Geochemie der Fumarolen, insbesondere im Gebiet Solfatara–Pisciarelli. Hier werden hohe Gasemissionen gemessen, vor allem von Kohlendioxid (CO₂) und Wasserdampf (H₂O). Ein zentraler Parameter ist das Verhältnis von CO₂ zu H₂O. Dieses Verhältnis ist deutlich erhöht und nahm im Dezember weiter zu.

Das CO₂/H₂O-Verhältnis liefert Hinweise auf Prozesse in der Tiefe. Kohlendioxid entgast bereits bei hohem Druck und großer Tiefe, während Wasserdampf erst näher an der Oberfläche freigesetzt wird. Ein vergleichsweise hoher CO₂-Anteil kann daher auf einen stärkeren magmatischen Einfluss oder auf einen Zustrom tiefer Fluide hindeuten. Das Bulletin betont jedoch, dass diese Interpretation nicht eindeutig ist: Auch hydrothermale Prozesse, etwa die Kondensation von Wasserdampf im Untergrund, können das Verhältnis erhöhen, ohne dass frisches Magma aufsteigt.

Die Geoforscher des INGV ziehen daher keine alarmistische Schlussfolgerung. Das erhöhte CO₂/H₂O-Verhältnis wird als Teil eines komplexen, langfristigen Trends verstanden, der mit der allgemeinen Aufheizung und Druckbeaufschlagung des hydrothermalen Systems zusammenhängt. Entscheidend sei die gemeinsame Betrachtung aller Überwachungsdaten – Seismik, Deformation, Gaschemie und Temperatur. Die meisten Parameter haben sich im Dezember nicht mehr erhöht und zeigten teils eine leicht rückläufige Tendenz, was aber auch jahreszeitlich bedingt sein kann, da der Eintrag von viel Regenwasser ins Hydrothermalsystem dieses beeinflussen kann. Die Parameter sind in der Regel weit jenseits der Norm und meiner Meinung nach deutet das seit Monaten steigende CO₂/H₂O-Verhältnis auf eine beschleunigte Magmenakkumulation in Tiefen von mehr als 5 km hin.

Zusammengefasst bleibt die Lage an den Campi Flegrei angespannt. Die Messwerte bestätigen eine anhaltende Unruhe des Systems, liefern jedoch keinen Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption.

Shiveluch eruptiert Vulkanasche bis auf 6000 m

Shiveluch eruptiert Vulkanasche auf 6000 m Höhe – VONA-Warnung ausgegeben

Der Vulkan Shiveluch liegt auf der abgelegenen Kamtschatka-Halbinsel und sorgt erneut für Aufmerksamkeit in der globalen Vulkanbeobachtung. Eine Eruption ließ heute eine Aschewolke aufsteigen, die eine Höhe von 6000 m (FL200) erreichte und mit einer Geschwindigkeit von etwa 9 km/h in östlicher Richtung driftete.




Shiveluch-Archivbild

Nach Angaben des VAAC wurde die Aschewolke um 04:58 UTC auf Satellitenfotos gesichtet. Später, um 06:00 UTC konnten die aktuellen Satellitendaten jedoch keine eindeutige Aschewolke mehr nachweisen, weshalb keine Prognosen für die nächsten Stunden erstellt werden konnten und vorerst kein Folgebericht geplant ist. Sollte sich erneut Asche in den Satellitenbildern zeigen, wollen die Behörden jedoch wieder warnen.

Shiveluch gehört zu den aktivsten Vulkanen Kamtschatkas, einer Region, in der Erdbeben und vulkanische Eruptionen regelmäßig häufig auftreten. In den vergangenen Monaten und Jahren haben wiederholte Ausbrüche immer wieder Aschewolken, Lava-Dom-Wachstum und heftige Explosionen produziert.

In den letzten 3 Monaten haben Observatorien mehrfach explosive Aktivität und Warnungen vor aufsteigenden Aschewolken gemeldet – teils mehrere Kilometer hoch und mit Aschefahnen, die Hunderte Kilometer weit drifteten. Trotz dieser Aktivität war es zuletzt aber vergleichsweise ruhig um den Vulkan bestellt gewesen. KVERT bestätigt aber in seinen täglichen Meldungen, dass das Domwachstum im Jungen Shiveluch anhält und von starken Gasemissionen begleitet wird. Der zweite Dom in der älteren-Karan-Gruppe hat seine Aktivität offenbar eingestellt, zumindest taucht er seit einigen Wochen nicht mehr in den Berichten auf. Der larmstatus des Shiveluch steht auf „Orange“.

Der Shiveluch liegt nördlich der zentralen Vulkangruppe Kamtschatkas, zu der die aktiven Vulkane Klyuchevskoy und Bezymianny zählen. Letzterer Vulkan macht durch langsames Domwachstum auf sich aufmerksam Der Klyuchevskoy zeigt aktuell keine Eruptionen.

Anders sieht es am Krasheninninkov aus, der seit dem starkbeben Ende Juli 2025 aktiv ist. Er ist überwiegend effusiv tätig und förderte einen zweiarmigen Lavastrom, der über die Ostflanke des Vulkans fließt. Gelegentlich kommt es zu Ascheemissionen aus dem Gipfelkrater.

Ätna: Status der Eruption unklar

Unklarer Status der Eruption am Ätna – Kontroverse Diskussionen über Sicherheitsmaßnahmen

Der Status der Eruption am Ätna ist aufgrund schlechten Wetters unklar. Bereits gestern hüllten sich der Gipfel und die Ostseite des Vulkans den ganzen Tag in Wolken, sodass visuelle Observierungen via Livecam erfolglos blieben. Am Nachmittag berichtete das INGV allerdings, dass die tiefere Lavafront ihre Aktivität stoppte und abkühlte. Zugleich war es relativ still am Gipfel. Zumindest konnten keine Explosionen gehört werden und auch die Infraschallsensoren registrierten nur Wind. Der Tremor bewegte sich auf mittelhohem bis niedrigem Niveau. Also sprach alles für ein Ende der Eruption. Doch heute Morgen stieg der Tremor wieder bis in den unteren roten Bereich, was ein Indiz dafür ist, dass sich die Gipfelaktivität fortsetzt bzw. wieder einsetzt.

Tremor. © INGV

In den sozialen Medien werden die Sicherheitsmaßnahmen, die von den Verantwortlichen der Kommune Milo in Bezug auf den Zugang zum Eruptionsgebiet im Valle del Bove erlassen wurden, als unverhältnismäßig bis vollkommen übertrieben bezeichnet. Diese Äußerungen stammen sowohl von Vulkanführern als auch von einem uns bekannten Vulkanologen, der sich aber privat äußerte. Zuletzt durften nur noch von zertifizierten Führern geführte Gruppen in das Valle del Bove steigen und sich bis maximal 200 m der Lava nähern. Um 18 Uhr hatten sie sich wieder an der Kontrollstation einzufinden, was bedeutete, dass man schon vor der Dunkelheit das Gebiet des Lavastroms verlassen musste – also bevor es so richtig interessant wird, da die Lava im Dunklen bzw. Dämmerlicht am fotogensten ist.

Langsam dämmert es wohl nicht nur mir, dass wir in einer überkontrollierten Gesellschaft leben, in der es verboten ist, persönliche Risiken einzugehen, aus Angst, dass Behörden und Kommunen auf Entschädigung verklagt werden, sollte was passieren. Diese durchaus begründete Angst ist der aus den USA zu uns übergeschwappten Klagewut zu verdanken, in der jeder hofft, selbst aus Unglücken noch Kapital zu schlagen. Leider ersticken die überbordenden Restriktionen jeden Forscherdrang, eigentlich ein Teil der Persönlichkeit vieler Menschen. Hinzu kommen natürlich noch die Reisepreise, die seit der Pandemie unverhältnismäßig in die Höhe geschossen sind.

Angst und überzogenes Sicherheitsbedürfnis auf der einen Seite, Habgier und Skrupellosigkeit auf der anderen, spiegeln sich leider auch immer mehr in der Politik wider. Das schreibe ich jetzt nicht unbedingt in Bezug auf Italien und den Ätna, sondern auf die große Bühne des Weltgeschehens, wo uns Machthaber voller Psychosen und nahe der Geisteskrankheit langsam aber sicher auf einen dritten Weltkrieg zusteuern!

Mayon: Domwachstum und Aktivitätssteigerung

Mayon zeigt frische Lava am Dom – Zahlreiche pyroklastische Ströme unterwegs

Der philippinische Vulkan Mayon steigerte in den letzten Stunden seine Aktivität weiter und erzeugt am laufenden Band Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme, die immer größere Gleitstrecken haben. Die Ursache liegt in einem beschleunigten Domwachstum: Auf Livecamaufnahmen erkennt man zwischen den Aschewolken der pyroklastischen Ströme, dass sich am Dom eine neue, schwarze Lavafläche gebildet hat. Hierbei handelt es sich prinzipiell um einen sehr zähen, instabilen Lavastrom, an dem es infolge nachströmender Lava zu ständigen Abbrüchen kommt, die die eingangs beschriebenen Phänomene verursachen.




Mayon

Auch die geophysikalischen Daten von PHIVOLCS spiegeln die gesteigerte Aktivität der letzten 24 Stunden wider. Das seismische Netzwerk registrierte nicht nur ein vulkanotektonisches Erdbeben, sondern auch 162 Steinschlagereignisse, teils gepaart mit Schuttlawinenabgängen, sowie die Signale von 50 pyroklastischen Dichteströmen – eine bemerkenswert hohe Anzahl.

Visuelle Beobachtungen ergaben, dass der Dom am Banaag-Krater heißer geworden ist: Die Rotglut intensivierte sich und war bei günstigen Bedingungen mit bloßem Auge erkennbar. Zuvor konnte sie nur mithilfe eines Teleskops beobachtet werden.

Die Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) ergaben am 5. Januar 2026 einen Ausstoß von rund 702 Tonnen pro Tag, was auf eine weiterhin aktive Magmazufuhr hinweist.

Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater. Es handelte sich um eine moderate Emission, wobei die Asche- und Gasfahne in nordöstliche Richtung verfrachtet wurde. Diese Höhenangaben decken sich in etwa mit den zahlreichen VONA-Warnungen für den Flugverkehr, die Vulkanasche in rund 2.700 Metern Höhe detektierten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Aschewolken von den pyroklastischen Strömen aufsteigen und ihre volle Ausdehnung erst unterhalb des Kraters entfalten, der sich auf 2.462 Metern Höhe über dem Meeresspiegel befindet.

Darüber hinaus zeigen geodätische Messungen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf einen anhaltenden Druckaufbau im Untergrund schließen lässt.

Die Alarmstufe steht seit dem 1. Januar auf Stufe 3, und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Gipfel des Mayon. Sollten größere pyroklastische Ströme entstehen, könnten diese das Sperrgebiet verlassen. Besondere Gefahr besteht entlang von Schluchten und Flussläufen.

Fuego eruptiert in kurzer Frequenz

Fuego in Aktion. © Afar-TV-Livestream

Fuego eruptiert Asche und Lava – Eruptionen erfolgen schnell hintereinander

In Guatemala ist der Fuego weiterhin sehr aktiv und eruptiert in schneller Frequenz strombolianisch. Dab steigen Aschewolken bis auf 5200 m Höhe (FL170) auf und verteilen sich in Richtung Westen und regnen über bewohntem Gebiet ab. Glühende Tephra wird bis zu 200 m hoch ausgeworfen. Im Gipfelkrater sind mehrere Schlote aktiv, die abwechselnd feuern, wobei ein Schlot recht schräg schießt, so dass die glühende Tephra auf den Südwesthang fällt und in Form von glühenden Schuttlawinen fast bis zur Vegetationsgrenze hinabrollt.  INSIVUMEH veröffentlichte heute eine Satellitenaufnahme von Landsat 9, die die Glutspur einer solchen Schuttlawine zeigt.

Auf dem AFAR-TV-Livestream lassen sich die Eruptionen sehr schön beobachten. Sie folgen teilweise in kurzem Abstand von nur wenigen Minuten aufeinander, wobei nicht jeder Ausbruch eine weit hinreichende Schuttlawine erzeugt.

Fuego

Dem letzten Bericht der Vulkanologen vom 7. Januar mit Beobachtungen vom Vortag ist zu entnehmen, dass der Fuego schwache, mittelstarke und starke Explosionen erzeugte und etwa 8 bis 12 Mal pro Stunde eruptierte. Dabei stiegen Gas- und Aschewolken bis auf eine Höhe von rund 4.800 Metern über dem Meeresspiegel und wurden vom Wind in Richtung Westen getragen. Dadurch kam es in San Pedro Yepocapa sowie in den umliegenden ländlichen Gemeinden zu leichtem Ascheregen. Lavafragmente wurden bis zu 200 Meter hoch über den Kraterrand geschleudert und fielen rund um den Vulkan sowie in die oberen Abschnitte der Schluchten Santa Teresa, Ceniza und Las Lajas und erreichten teilweise den Rand der Vegetation. Diese vulkanische Aktivität wurde von Grollen, Druckwellen und lauten Geräuschen begleitet, die an den Klang einer Lokomotive erinnerten und in den nahegelegenen Ortschaften zu hören waren.

Mit dem Santiaguito ist ein weiterer Vulkan in Guatemala aktiv. Er förderte zuletzt kleinere Aschewolken, die bis auf eine Höhe von 4100 m aufstiegen und ebenfalls nach Westen verfrachtet wurden. Die Explosionen traten weniger häufig als am Fuego auf: Pro Stunde wurden bis zu 2 Eruptionen gezählt. Es kommt zu Steinschlägen und Schuttlawinen auf den Domflanken.

Äthiopien: Erdbeben Mb 4,8 im Afar-Dreieck

Erdbeben in Ost-Äthiopien: Ein weiteres Signal aus dem aufreißenden Afar-Dreieck

Ein Erdbeben der Magnitude 4,8 hat am Morgen des 7. Januar 2026 die Afar-Region im Osten Äthiopiens erschüttert. Das Epizentrum lag rund 13 Kilometer westnordwestlich des Ortes Gelemso. Die Herdtiefe wurde vom EMSC mit 10 Kilometern angegeben. Schäden wurden bislang nicht gemeldet, doch das Beben reiht sich ein in eine Serie dynamischer Ereignisse, die zeigen: Der Untergrund der Region ist alles andere als stabil.

Äthiopien. © EMSC/Leaflet

Das betroffene Gebiet liegt am östlichen Rand des Main Ethiopian Rift, der wiederum – nicht ganz so untrennbar, wie es scheint – mit dem Afar-Dreieck verbunden ist. Hierbei handelt es sich um eine der geologisch aktivsten Regionen der Erde. Hier treffen drei große Riftzonen aufeinander: der Ostafrikanische Graben, der Rote-Meer-Graben und der Golf-von-Aden-Graben. Afrika wird in diesem Bereich buchstäblich auseinandergezogen. Die Erdkruste ist stark ausgedünnt, heiß und von Störungszonen durchzogen.

Besonders ist, dass diese Dehnung nicht nur durch tektonische Brüche erfolgt, sondern zu einem großen Teil mit magmatischen Prozessen gekoppelt ist: Magma steigt aus dem oberen Mantel auf und dringt als sogenannte Gänge (Dykes) seitlich in die Kruste ein. Dieses Zusammenspiel aus Magmenbewegung und tektonischer Spannung bezeichnet man als vulkanotektonisches Rifting.

Wie aktiv dieses System ist, zeigte sich bereits vor etwa einem Jahr. Damals berichtete Vnet mehrfach über Gangintrusionen im Afar-Dreieck, insbesondere im Bereich des Awash-Beckens zwischen den Vulkanen Fentale und Dofen. Satellitendaten belegten deutliche Bodenhebungen, begleitet von intensiven Erdbebenschwärmen und Rissbildungen. Teilweise erreichten die Beben Magnituden über 5. Zudem kam es zu hydrothermalen Explosionen.

Das aktuelle Erdbeben unterscheidet sich insofern, als es keinen unmittelbaren Hinweis auf eine neue Magmaintrusion gibt. Dennoch steht es im gleichen geodynamischen Kontext. Nach Phasen magmatischer Aktivität folgen häufig Zeiträume, in denen sich verbliebene Spannungen tektonisch entladen. Sollten an gleicher Stelle weitere Beben auftreten, könnte auch Magma wieder seine Finger im Spiel haben.

Für die Bevölkerung sind solche Erdbeben meist wenig erfreulich, für Geowissenschaftler jedoch wertvolle Indikatoren. Sie zeigen, dass der Prozess der kontinentalen Aufspaltung unvermindert anhält. Langfristig betrachtet könnte hier ein neuer Ozean entstehen. Kurzfristig bleibt das Afar- und Rift-System jedoch eine Region, in der Erde, Magma und Spannung immer wieder spürbar in Bewegung geraten.