Island und das Geheimnis der Crystal Ice Cave

Von Eishöhlen, Nordlichtern und ein viel zu teures Butterbrot – Reportage zur Island-Kurzreise im März 2025

Island, die magische Insel im Nordostatlantik, hat weitaus mehr zu bieten als die mannigfaltigen Erscheinungen des Vulkanismus. Nicht umsonst nennt man die Insel international Iceland und assoziiert sie mit dem Bild von „Feuer und Eis“. Obgleich Leroy und ich auf unserem Kurzurlaub über Karneval hofften, dass der lang erwartete Vulkanausbruch auf Reykjanes beginnen würde, war es doch das Eis, das uns letztendlich lockte und den entscheidenden Anstoß zu unserer Reise gab: Auf der Agenda stand ein Besuch der Crystal Ice Cave am Vatnajökull, und falls genug Zeit sein sollte, auch ein Abstecher zur Katla-Eishöhle. Tatsächlich hofften wir auch, ein paar Nordlichter zu Gesicht zu bekommen, und wir wollten auch unser Bad in der Blauen Lagune nachholen, das uns der Vulkanausbruch im letzten März vermasselt hatte. Wer weiß, vielleicht eine der letzten Chancen, dort im warmen Wasser zu dümpeln, bevor der nächste Ausbruch die Lagune verschlingt und mit Lava verfüllt.

Gesagt, getan – wir machten uns am letzten Februartag auf nach Island, natürlich mit einer Beurlaubung für Leroy in der Tasche, denn die zwei freien Tage um Karneval reichten für unser Vorhaben nicht ganz aus. Im Vorfeld unseres Fluges drehte sich mir beim Checken der Wetternachrichten ein wenig der Magen um, denn es war fast kontinuierlich schlechtes Wetter vorausgesagt.

Da wir wieder von Amsterdam aus flogen (die Flugpreise von deutschen Flughäfen aus sind inzwischen nur noch als unverschämt zu bezeichnen), ging der erste Tag doch fast ganz für die Anreise drauf. Erst am späten Nachmittag konnten wir auf Island unseren Minicamper in Empfang nehmen und uns auf den Weg machen, um etwas zu essen zu fassen.

Essen gehen ist auf Island so eine Sache, denn wenn man nicht unbedingt über 100 € für ein Abendessen bezahlen möchte, geht man am besten in einen American Diner, um Burger zu essen, oder zu KFC. Wir wählten Letzteres, das man in Keflavik findet. Von dort aus fuhren wir dann zu den Gunnuhver Hot Springs nahe am Reykjanestá-Leuchtturm. Zum einen gibt es hier einen abseits der Straße gelegenen Parkplatz, auf dem man ganz gut nächtigen kann, zum anderen finde ich das Rauschen und Zischen der Hochdruckgasaustritte dort beruhigend. Natürlich hoffte ich insgeheim auch auf ein spürbares Erdbeben, die hier vor der Küste immer ganz gerne in Schwärmen auftreten. Tatsächlich gab es nachts auch einen scharfen Ruck im Auto, der durch ein Erdbeben ausgelöst worden sein könnte. Oder war es doch nur eine der brutalen Windböen, die uns nachts erfassten und am Wagen rüttelten?

Grindavik und das Bad in der Blauen Lagune – 15 € für ein Butterbrot

Morgens drehten wir im eiskalten Wind eine Runde um das Thermalgebiet und besichtigten dann Grindavík, bevor wir zu unserem Termin in der Blauen Lagune fuhren, den wir bereits zu Hause online (obligatorisch) gebucht hatten. Nur durch das Glück einer Stornierung eines anderen Gastes des Resorts hatten wir eine Woche vor Reiseantritt einen freien Platz für Samstag um 13 Uhr ergattert – für den schlappen Preis von 104 €, wobei der 12-jährige Leroy noch kostenlos durchkam. Im letzten Jahr hatte ich noch 77 € für das Ticket bezahlt, das ich dann ja aufgrund des Ausbruchs und der Schließung der Lagune nicht wahrnehmen konnte – und das natürlich trotz anderslautender Versicherungen vonseiten der Blauen Lagune nicht zurückerstattet wurde. Naja, irgendwie muss man die von Vulkankatastrophen heimgesuchten Isländer ja unterstützen, wobei ich denke, dass der Vulkanausbruch und das unter der Blauen Lagune aufsteigende Magma den Besucheransturm gefördert, anstatt ausgebremst haben. Aber immerhin schafften wir es diesmal.

Da wir vor unserem Termin noch etwas Zeit hatten und noch nicht gefrühstückt hatten, wagten wir einen Besuch im Self-Service-Restaurant der Lagune. Mich lachte ein eingepacktes Sandwich an, doch in dem Moment, in dem meine Hand sich ihm näherte, erspähte ich den Preis von umgerechnet ca. 15 €! Wie von einem Elektroschocker getroffen, zuckte meine Hand zurück, und ich schlenderte kopfschüttelnd zur Kaffeebar, um dort den teuersten Kaffee zu bestellen, den ich wohl jemals in einer mäßig gemütlichen Atmosphäre zu mir genommen hatte. Irgendwie fühlte ich mich an deutsche Flughäfen erinnert, wobei ein Butterbrot dort etwa die Hälfte kostet. Vielleicht war ich in der Apotheke eines Flughafens gelandet? Leroy und ich schlenderten zu unserem Camper zurück und bereiteten erst einmal eine Brotzeit zu, bevor wir dann endlich schwimmen gehen konnten.

Nun ja, was soll ich sagen – Umkleide und Dusche des Spas haben sicherlich schon bessere Zeiten erlebt und sind zudem viel zu klein dimensioniert für die Besuchermassen, weshalb wohl auch immer nur eine begrenzte Anzahl an Terminen ausgegeben wird. Außerdem gab es nicht einmal Umkleidekabinen, sondern man musste sich vor den Spinden umziehen. Im Eintrittspreis inbegriffen sind aber Handtücher und ein Freigetränk, das man an der Bar im kieselgurgefärbten blauen Wasser zu sich nehmen kann. Das Wasser selbst war deutlich wärmer, als ich es von meinem letzten Besuch hier vor gut 20 Jahren in Erinnerung hatte. Vielleicht kommt das ja durch die zusätzliche Erdwärme des unter einem aufsteigenden Magmas. Baden in einem gigantischen Kochtopf – und man selbst ist die Fleischeinlage. Ein pikanter Gedanke.

Durch das warme Wasser und die kalte Luft dampfte es gewaltig, sodass man hier nicht nur im Wasser, sondern auch im Nebel saß und von der bizarren Landschaft drumherum kaum etwas sah. Apropos Kieselgur: Dieser lagerte sich früher als Schlamm am Boden der Lagune ab, und wer mochte, konnte ihn vom Boden aufnehmen und sich damit einschmieren. Jetzt war der Boden blitzblank, und den Schlamm gab es an einer Ausgabestelle. Im Eintritt inbegriffen war ein Löffel voll Schlamm, um ihn sich als Gesichtsmaske ins Gesicht zu schmieren. Wer mehr wollte, musste dafür nun halb so viel wie für ein Butterbrot bezahlen. Sagt mir mal einer, die Isländer seien nicht geschäftstüchtig!

Nach gut drei Stunden beendeten wir unser Bad und machten uns auf den Weg Richtung Vík, denn für den nächsten Tag stand der Besuch der Eishöhle auf dem Programm. Sie liegt in der Nähe der Gletscherlagune Jökulsárlón am Fuße des mächtigen Vatnajökull – eine ca. sechsstündige Fahrt von Grindavík aus. Wenigstens die Hälfte der Strecke wollte ich noch schaffen. Unser Nachtquartier bezogen wir am Skógafoss unweit der Katla, ein Ort, an dem ich immer wieder gerne bin. Nachts regnete es in Strömen, doch am nächsten Morgen überraschte uns Sonnenschein. Gut gelaunt brachen wir in Richtung Vatnajökull auf, aber nicht, ohne im Einkaufszentrum von Vík zu frühstücken.

Natürlich muss man heutzutage den Besuch einer Eishöhle im Voraus online buchen. Ich erledigte das jedoch erst am Vortag und hatte Glück noch zwei Plätze zu bekommen. Ein nicht ganz billiges Vergnügen, das mit 150 € pro Person zu Buche schlug. Ebenso selbstverständlich war es, dass wir zu einer bestimmten Zeit am Treffpunkt erscheinen mussten, was uns ein wenig unter Zeitdruck setzte. Die Tour-Veranstalter werben damit, dass die Kristall-Eishöhlen auf dem Breiðamerkurjökull liegen und man Helm und Steigeisen braucht, was aber von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden kann. Nur entsprechend stabile Wanderstiefel und wasserdichte, warme Kleidung sollte man mitbringen.

Schock an der Gletscherlagune Jökulsárlón: Wo sind all die Eisberge geblieben?

Um 12 Uhr – eine Stunde vor Tourbeginn – erreichten wir die Gletscherlagune Jökulsárlón, auf deren Parkplatz der Treffpunkt lag. Als ich auf den Parkplatz einbog, traf mich der Schlag! Es kam einer Nahtoderfahrung gleich, bei der vor dem inneren Auge der Film des Lebens abläuft. Ich erinnerte mich, wie ich hier vor 20 Jahren nur einer Handvoll Autos begegnet war. Tagelang campierte ich damals auf einem Feldweg am Ufer der Gletscherlagune und beobachtete den Tanz der Eisberge. Nun waren die Eisberge bis auf einige kümmerliche Reste verschwunden, stattdessen war der große Schotterparkplatz randvoll mit Autos. So voll, dass ich 15 Minuten lang kreiste, ohne einen Stellplatz zu ergattern. Vollkommen entnervt steuerte ich die Küste auf der anderen Seite der Ringstraße an, wo es noch einen Parkplatz gab, von dem aus man etwa zehn Minuten zur Lagune lief. Da der Tourbeginn näher rückte, packten wir hastig unsere sieben Sachen und kramten Steigeisen und Helme hervor – schließlich sollte es auf den Breiðamerkurjökull gehen. Diese gewaltige Gletscherzunge des Vatnajökulls prägte wie kaum eine andere Eismasse das Schicksal der Isländer.

Von der bewegten Geschichte des Breiðamerkurjökull erzähle ich an anderer Stelle mehr. Hier nur so viel: Die ersten Siedler Islands fanden an seiner Stelle ein bewaldetes Tal vor, das erst durch einen Kälteeinbruch und eine Vulkankatastrophe entwaldet und für Jahrhunderte unbewohnbar wurde. In dieser Phase drang die Gletscherzunge bis zur Küste vor. Heute zieht sich der Gletscher dank des menschengemachten Klimawandels im Rekordtempo zurück – so weit, dass kaum noch Eisberge in die vom Gletscher geschaffene Schmelzwasserlagune Jökulsárlón kalben, oder besser gesagt kalbten, denn ich habe die Gletscherlagune noch nie so Eisbergfrei gesehen wir jetzt.

Aufgerödelt und overdressed erreichten Leroy und ich den Parkplatz und fanden den Superjeep, der uns auf das Eis bringen sollte – oder zumindest dachten wir das. Mit uns versammelten sich 13 weitere Reisende, von denen die wenigsten für eine Gletschertour gewappnet schienen. Doch der Jeep war es: mit einem Meter durchmessenden Reifen, deren Luftdruck sich vom Fahrersitz aus regulieren ließ. Vom Parkplatz aus fuhren wir gut drei Kilometer über die Ringstraße, bevor wir auf eine Piste abbogen. Mit großem Brimborium ließ der Fahrer Luft aus den Reifen ab – schließlich könne man nur mit einem Superjeep diese Strecke bewältigen. Ich beobachtete etwas zweifelnd einen normalen SUV, der uns entgegenkam.




Das Geheimnis der Kristall-Eishöhle – Sie liegt nicht auf dem Breiðamerkurjökull

Während der Fahrt erzählte der Guide, dass sich die Eishöhlen ständig verändern und sie immer wieder neue entdeckten. Nach gut sechs Kilometern Pistenfahrt stoppten wir auf einer Schotterfläche, etwa einen Kilometer vom Rand der Gletscherzunge entfernt. „Nanu, schon Pinkelpause?“, dachte ich. Doch nichts da – im Eiltempo marschierten wir auf einen nahegelegenen Bergrücken zu. Dessen Rand war noch vor wenigen Jahren vom zurückweichenden Gletscher geschliffen worden, und auf ihm hatten sich Massen von Schotter aus den Seitenmoränen abgelagert. Genau auf diese Moräne steuerte unser Guide zielsicher zu. Nach fünf Minuten standen wir vor einem unscheinbaren Loch im Schotter, unter dem sich offenbar noch Resteis befand. Einer nach dem anderen verschwand in dieser Öffnung. Eine der Mitreisenden hielt kurz vor der Schwärze inne und fragte den Guide ernsthaft, ob es in der Höhle dunkel und eng sein könnte, denn sie und ihr Mann litten ein wenig unter Klaustrophobie. Meine Steigeisen hatte ich übrigens im Jeep gelassen.

Die ganze Tour erinnerte mich immer mehr an den Besuch des Antelope Canyons, den ich im Sommer nach 30 Jahren ein zweites Mal besucht hatte, was ich hätte besser sein lassen sollen! In der Resteishöhle war es ähnlich voll, sodass sich bei mir kein richtiges Abenteuergefühl einstellen wollte. Das Eis war jedoch stellenweise von einem beeindruckend klaren Blau, wie man es in der Natur nur selten sieht. Ich kam mir vor wie im Inneren eines riesigen Wick-Blau-Hustenbonbons und wartete darauf, jeden Moment ausgespuckt oder runtergeschluckt zu werden.

Wie immer auf Gruppenführungen blieb zu wenig Zeit, um in Ruhe vom Stativ zu fotografieren und Leute anzumotzen, die einem durchs Bild rennen, also begnügte ich mich damit, mit dem Smartphone einige Bilder zu knipsen. Jetzt, wo ich wusste, dass man die Höhle bequem mit einem SUV erreichen konnte und sie außerhalb der Tourenzeiten wohl menschenleer wäre, nahm ich mir vor, bei meiner nächsten Islandreise hierher zurückzukehren, um ungestört Bilder zu schießen.

Als wir die Höhle nach gut 30 Minuten verließen, schien es, als träten wir in eine andere Zeit: Der Sonnenschein war einem beginnenden Schneesturm gewichen, die Sicht war eingeschränkt. Zurück an der Gletscherlagune peitschte uns auf dem Weg zum Auto Hagel ins Gesicht – und Leroy erfuhr, was echtes Wetter ist. Auf der Rückfahrt zum Skógafoss wurde es immer heftiger, und im Nu verwandelte sich die Ringstraße in einen Eiskanal. Da hatte ich ihn, den Abenteueraspekt, den ich in der Eishöhle vermisst hatte. Aus der eigentlich dreistündigen Fahrt wurden fünf Stunden mit Sichtweiten von teilweise unter 50 Metern. Als wir – ohne Schneeketten dabei zu haben – den steilen Straßenabschnitt hinter Vík passiert hatten und uns dem Campingplatz bei Skógafoss näherten, war ich verdammt froh.

Der Schneefall ging erst in den Morgenstunden in Regen über, und da das Wetter nicht besser wurde, verwarfen wir die Idee, die Katla-Eishöhle zu besuchen, und entschieden uns stattdessen für das Eyjafjallajökull-Vulkanmuseum mit seiner Lava-Show. Angesichts des horrenden Eintrittspreises begnügten wir uns aber damit, einen Kaffee aus dem Automaten zu trinken und den 20-minütigen Vulkanfilm zu gucken, was bereits mehr kostete, als ein Kinoabend in Deutschland.

Mittags machten wir uns auf den Weg zum Haukadalur und dem Geysir Strokkur. Doch auch hier war es bewölkt, sodass das Fotografieren des Geysirs wenig Sinn machte – zumal er trotz des schlechten Wetters von unzähligen Touristen umringt war. Beeindruckt hat mich jedoch die wild sprudelnde Quelle Blesi, die im vergangenen Sommer plötzlich einen Hitzeschub bekam und anfing zu kochen.

Einmal Sky-Lagoon bitte sehr

Am Nachmittag fuhren wir zurück nach Reykjavik und bezogen in einem kleinen Ort vor der Stadt Quartier. Da keine Wetterbesserung in Sicht war, beschlossen wir, unseren letzten Tag noch einmal dem Baden zu widmen und testeten die Sky Lagoon. Einmal baden gehen für ca. 150 € ist zwar verrückt, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Natürlich musste man auch hier online reservieren und eine feste Eintrittszeit einhalten. Im Gegensatz zur Blauen Lagune war das Spa jedoch modern ausgestattet, und der in einem Lavastrom an der Küste angelegte Poolbereich war ansprechend gestaltet – wäre da nicht der unablässige Wind gewesen, der einem das Gehirn gefror und Hagel ins Gesicht peitschte. Das siebenstufige Saunaritual, das hier zelebriert wird, sollte man sich aber nicht entgehen lassen.

Am Abend fuhren wir zurück nach Keflavik, wo unser Flieger am frühen Morgen startete. Unser Quartier war ein beschrankter Campingplatz, dessen Schranke sich nur nach Online-Zahlung öffnete. Wie ich es hasse! Doch nachts hatten wir dann doch noch Glück: Gegen Mitternacht rissen die Wolken auf, und wir konnten über der Reykjanes-Halbinsel und dem wilden Nordatlantik eine spektakuläre Nordlicht-Show erleben, womit Leroys größter Wunsch für diese Reise in Erfüllung ging!

Vogtland: Weiteres Erdbeben M 2,2 am Morgen

Schwarmbeben im Vogtland klingt langsam ab – dennoch weiteres Beben M 2,2 detektiert

Der Erdbebenschwarm im Vogtland an der Grenze zwischen Deutschland und der Tschechei hat bereits gestern angefangen nachzulassen, doch heute Morgen hat es wieder eine Serie von Erdbeben gegeben, die zum Teil von den Anwohnern gespürt worden sein sollen. Dabei hatte das stärkste Beben eine Magnitude von 2,2 und lag damit deutlich unter der eigentlichen Wahrnehmbarkeitsgrenze von M 3,0. Werden schwächere Erschütterungen wahrgenommen, dann liegen die Erdbebenherde besonders flach, was hier aber auch nicht der Fall war, denn die Tiefe des Hypozentrums wird vom Thüringer Erdbebendienst mit 10600 m angegeben. Das Epizentrum wurde westlich von Luby lokalisiert. Dieses Erdbeben ereignete sich um 06:18:13 UTC. Zudem gab es drei weitere Erschütterungen mit Magnituden zwischen 1,3 und 1,6.




Die Anzahl manuell ausgewerteter Erdbeben, die sich innerhalb von 3 Tagen manifestierten, betrug 79. Diese Zahl steht in einem krassen Kontrast zu 13218 automatisch erfassten Erdbeben, die vom Portal Erdbebennews veröffentlicht wurden. Hierbei handelt es sich um Beben der beiden Erdbebenschwärme bei Luby und Klingental. Sollte diese Zahl stimmen, wären das in Bezug auf die Anzahl der Beben zwei sehr starke Schwarmbeben gewesen, die ihresgleichen suchen.

Die automatisch detektierten Beben wurden auch auf der Erdbebenwebsite der Tschechischen Akademie der Wissenschaften angezeigt, die aber inzwischen offline genommen wurde. Zu finden ist nur noch eine Seite, die eine Handvoll manuell überprüfter Beben anzeigt. Da stellt man sich natürlich die Frage, ob die übermittelten bzw. automatisch übernommenen Daten korrekt sind. Auf den Seismogrammen sind jedenfalls sehr viele kleine Zipper zu sehen, die auf Mikrobeben hindeuten.

Im Vogtland kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu Erdbebenschwärmen, die nach Auffassung vieler Geowissenschaftler mit der Bewegung magmatischer Fluide zusammenhängen. In den letzten Jahren wanderten die Epizentren nordwärts und die Hypozentren in Richtung Oberfläche.

Ätna: Tremor im roten Bereich

Tremor am Ätna ist im roten Bereich – strombolianische Eruptionen vermutet

Am Ätna auf Sizilien könnte die nächste Eruption im Gang sein, denn der Tremor ist über Nacht schnell in den roten Bereich gestiegen und hat inzwischen ähnliche Werte wie während der kurzen, aber intensiven Phase strombolianischer Eruptionen eingenommen, die sich am 19. März manifestierte. Anders als in der letzten Woche ist das Wetter aktuell schlecht, so dass es keine visuellen Observierungen gibt und die Form der Aktivität unklar ist.

Das INGV brachte eine kurze Notiz heraus, in der beschrieben wird, dass der Tremor gegen 04:00 UTC zu steigen begann. Der Schwerpunkt der Tremorquellen liegt im Bereich des Südostkraters auf einer Höhe von etwa 2900 m über dem Meeresspiegel. Das deutet an, dass sich das unter dem Südostkrater akkumulierte Magma in Bewegung gesetzt hat. Es wurde aber keine Infraschalltätigkeit festgestellt, die auf Explosionen hingedeutet hätte. Man wies darauf hin, dass das aber auch dem schlechten Wetter am Gipfel des Ätnas geschuldet sein könnte. Dennoch wurden vorsorglich Prognosemodelle zur Ausbreitung einer potenziellen Aschewolke erstellt, die zeigten, dass sich eine Aschewolke in Richtung Nordosten ausbreiten würde und den Flugrouten nahekommen würde. Eine VONA-Warnung vom VAAC Toulouse gibt es aber noch nicht, offenbar wurde noch keine Vulkanasche detektiert.

Daten aus den klinometrischen und GNSS-Bodendeformationsüberwachungsnetzwerken des Ätna zeigten bei keinem der gemessenen Parameter signifikante Abweichungen.

Alles in allem ist die Datenlage recht dünn und einzig der Tremor liefert einen Hinweis darauf, dass eine Eruption im Gang sein könnte. Die Schnelligkeit des Tremoranstiegs entspricht dem, was wir von Paroxysmen her kennen, doch in diesem Fall hätte es wahrscheinlich eine messbare Bodendeformation gegeben und es wären Berichte zu Ascheniederschlag eingegangen. So ist es am wahrscheinlichsten, dass es strombolianische Eruptionen gibt und vielleicht auch ein Lavastrom zu fließen anfängt, obgleich in solchen Fällen der Tremor meistens langsamer ansteigt.

Update 12:30 Uhr: Das INGV bestätigte inzwischen, dass nach einer Wetterbesserung Explosionen am Südostkrater beobachtet werden konnten. Zudem wurde inzwischen auch Infraschalltätigkeit detektiert. Der Tremor hat seinen Höhepunkt offenbar erreicht und evtl. auch schon überschritten.

Popocatepetl: 461 Minuten Tremor registriert

Lang anhaltender Tremor und Asche-Dampf Exhalationen am Popocatepetl

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl steigert nach der recht ruhigen Phase der letzten Monate seine Aktivität: Das VAAC Washington brachte heute eine VONA-Warnung heraus, nach der eine Eruptionswolke bis auf 6700 m Höhe aufgestiegen ist. Auf der Aufzeichnung der Livecam kann man noch eine mehrere Stunden dauernde Exhalationsphase sehen, die bei wenig Wind eine Dampfwolke erzeugte, die sehr hoch aufgestiegen ist und wahrscheinlich auch einen geringen Ascheanteil hatte. Aktuell steigt weniger Dampf auf, doch dieser ist rot illuminiert, woraus man schließen kann, dass glühendes Magma oben im Schlot steht.

Die Vulkanologen von CENAPRED berichten in ihrem täglichen Update, dass es gestern zu 31 Exhalationen gekommen ist. Zudem wurden 461 Minuten Tremor aufgezeichnet. Das ist fast eine Verdopplung der Tremordauer gegenüber dem Vortag. Eine solche war bereits am Freitag zu beobachten gewesen. Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass ein Magmenkörper aufsteigt und somit die Wahrscheinlichkeit für stärkere Eruptionen zunimmt.

Während der Popocatepetl in diesem Jahr vergleichsweise ruhig blieb, sah es letztes Jahr anders aus: Im Frühjahr gab es eine Phase deutlich erhöhter Aktivität und man stand kurz davor, die Alarmstufe zu erhöhen, bevor sich der Vulkan wieder beruhigte. Im Dezember gab es dann erneut eine Phase mit intensivem Tremor, dem dann wieder stärkere Ascheeruptionen folgten. Bei diesen starken Ausbrüchen kommt es gelegentlich vor, dass Vulkanasche bis nach Mexiko-Stadt geweht wird und dort den internationalen Flughafen lahmlegt.

Theoretisch wären auch so starke Eruptionen möglich, dass das öffentliche Leben eines der größten Ballungsräume der Erde zum Erliegen kommt. Darüber hinaus wird die Metropolregion von Erdbeben bedroht. In den Jahren 1985 und 2017 richteten starke Erdbeben Schäden an, Tausende starben. Während das Erdbeben von 2017 eine Magnitude 7,1 hatte, war jenes von 1985 noch schlimmer: Es hatte sogar eine Magnitude von 8,1. .

Island: Schwarmbeben in Öxarfjörður an der TFZ

Schwarmbeben in an der Tjörnes-Fracture-Zone auf Island

Heute Morgen begann im Norden von Island ein Erdbebenschwarm, der sich aus mehr als 7 Erschütterungen zusammensetzt. Die Epizentren manifestierten sich etwa 10 km westlich der Stadt Kópasker in der Bucht von Öxarfjörður. Das stärkste Ereignis der Magnitude 2,4 wurde um 14:39 Uhr registriert. Kurz danach ließ die Intensität des Schwarms stark nach. Bereits um 11:11 Uhr gab es ein Erdbeben der Magnitude 2,3. Es liegen keine Meldungen über spürbare Erdbeben vor.

Die Bucht von Öxarfjörður gehört zur Erdbebenzone Tjörnes, und Erdbeben sind in der Region relativ häufig.

Bei der Tjörnes-Fracture-Zone (TFZ) handelt es sich um eine seismisch aktive Transformstörung vor der Nordküste Islands. Sie verbindet das nordöstliche Ende des Mittelatlantischen Rückens (Reykjanes-Laugarnes-Riftzone) mit dem Kolbeinsey-Rücken weiter nördlich. Die TFZ besteht aus mehreren Strike-Slip-Störungen (Blattverschiebungen) und Verwerfungen, die durch die westwärts gerichtete Verschiebung der nördlichen Riftzone entstehen. Die Tjörnes-Fracture-Zone ist eine der aktivsten seismischen Regionen Islands. In den Jahren 2012 und 2013 gab es eine Schwarmbebenserie mit mehreren Erdbeben über M 5,0.

Deutliche Steigerung der Seismizität bei Sundhnúhur

Heute bebte es aber nicht nur an der TFZ, sondern auch in anderen Regionen von Island, so dass in den letzten 48 Stunden 215 Beben detektiert wurden. 27 Beben ereigneten sich in der Vatnajökull-Region und 26 waren es im Süden von Island, wobei es auch ein Beben an der Hekla gab. Auf der Reykjanes-Halbinsel wurden 71 Beben festgestellt, die sich an mehreren Spaltensystemen ereigneten. Auffallend ist, dass es im Svartsengi-Gebiet und hier speziell entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe eine deutliche Zunahme der Aktivität gab: In den letzten 24 Stunden manifestierten sich fast 2 Dutzend Beben, als praktisch jede Stunde eine Erschütterung. Doch da die Natur nicht viel von Statistik hält, kamen die Beben gehäuft vor und die meisten manifestierten sich gestern Abend und heute Morgen. Natürlich liegt die Vermutung nahe, dass sie durch das aufsteigende Magma entstanden ist und der Druck im Fördersystem steigt. Die Bodenhebung hat in den letzten Tagen stark nachgelassen, so wie es vor der letzten Eruptionen der Fall gewesen war. Durchaus möglich, dass der erwartete Ausbruch doch bald beginnt.

Spanien: Überflutungen nach Unwettern

Heftige Unwetter und Überschwemmungen in Spanien – Lage bleibt angespannt

Die Dürre, unter der Spanien jahrelang litt, scheint vorbei zu sein, das ist die gute Nachricht. Doch wie so oft wurde der Mangel durch einen Überfluss abgelöst und Spanien leidet regional seit Wochen unter Starkregen, der Hochwasser und Überflutungen verursacht. Zudem kommt es durch diese Phänomene verstärkt zu Erdrutschen und Erosion, denn die zuvor ausgetrockneten Böden können die Wassermassen nicht aufnehmen. Zurück bleiben zerstörte Böden und eine Landschaft die langfristig zur Wüste wird.

Von Hochwasser besonders betroffen ist die Kleinstadt Escalona südwestlich von Madrid, wo der Fluss Alberche den höchsten Wasserstand seit 40 Jahren erreichte. Mehrere Gemeinden wurden gewarnt, rund 100 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zusätzlich droht Wasser aus nahegelegenen Stauseen den Pegel weiter ansteigen zu lassen. Auch der Fluss Tajo führt große Wassermengen, was die Behörden besorgt.

Zu Wochenbeginn verursachte das Tief „Laurence“ bereits schwere Schäden in Andalusien und besonders in Murcia, wo mindestens drei Menschen ums Leben kamen. Nun ist vor allem Zentralspanien betroffen. In Madrid mussten Stadtautobahnen gesperrt werden, der Fluss Manzanares führt ungewöhnlich viel Wasser.

In Avila ist die Lage kritisch. Die Stadt gleicht stellenweise einer Seenlandschaft, Straßen und Gebäude stehen unter Wasser. Nach den späten Warnungen bei der Flutkatastrophe in Valencia vor fünf Monaten sind die Behörden alarmiert. Dort starben über 230 Menschen, und die Kritik an der Krisenbewältigung hält an.

Die Wetterdienste warnen weiter vor Niederschlägen und Meteorologen gaben bekannt, dass es der nasseste März seit Beginn der Aufzeichnungen ist. Das nächste Tiefdruckgebiet mit dem Namen „Martinho“ steht schon in den Startlöchern und könnte weitere starke Regenfälle, Schnee und später Hochwasser durch Schneeschmelze bringen.

Auch wenn die gefüllten Stauseen Landwirten Hoffnung geben, dass die Dürre endgültig vorbei sein könnte, überwiegt die Sorge: Die jüngsten Katastrophen zeigen, wie verwundbar Spanien gegenüber extremen Wetterereignissen ist.

Doch Spanien ist nicht die einzige Mittelmeerregion, die von Unwettern mit Starkregen heimgesucht wird. Auch der Norden Italiens ist Schauplatz starker Regenfälle. So kam es am Wochenende in Genua zu Unwettern und Überflutungen.

Sakurajima eruptiert am 23.03.25 stundenlang Vulkanasche

Sakurajima stieß stundenlang Vulkanasche aus und verursachte Ascheniederschlag

Auf Kyushu, der südlichsten der großen Inseln des japanischen Archipels, eruptierte der Sakurajima stundenlang. Die Eruption begann um 05:55 Uhr Ortszeit und endete erst zweieinhalb Stunden später. Es wurde eine VONA-Warnung herausgegeben, nach der die Aschewolke eine Höhe von 3000 m erreichte und nach Südosten driftete. Der Wind war vergleichsweise stark und drückte die Aschewolke nach unten, weshalb sie nicht noch höher aufgestiegen war. Dieser Effekt verstärkte zudem den Ascheniederschlag in Windrichtung, wobei ein Großteil der Asche in Vulkannähe abregnete. Laut dem JMA stieg die Asche 1800 m über Kraterhöhe auf, was sich mit den Höhenangaben vom VAAC Tokio deckt.

Der Ausbruch kam keineswegs überraschend, denn in den Stunden vor der Explosion gab es bereits einige Ascheexhalationen, die am Sakurajima in der Regel größeren Explosionen vorangehen.

Die Aktivität erfolgte wieder aus dem Minami-dake, während der Showa-dake ruhig blieb bzw. entgaste.

Langfristige GNSS-Messungen zeigen weiterhin eine fortschreitende Ausdehnung tief unter der Aira-Caldera, was auf anhaltende Magmaansammlungen hindeutet. Zudem stößt der Sakurajima weiterhin eine große Menge an Schwefeldioxid aus und ist seismisch mäßig aktiv. Im Beobachtungszeitraum vom 17. März bis zum 21. März wurden 10 vulkanotektonische Erdbeben registriert.

Im letzten JMA-Bulletin warnten die Vulkanologen weiterhin vor den Gefahren des Vulkanismus und hielten es für möglich, dass Lahare und pyroklastische Ströme generiert werden. Zudem warnten sie vor größeren Vulkanbomben und Blöcken, die in einem 1-Kilometer-Umkreis (womit der Radius gemeint ist) um den Gipfelkrater niedergehen könnten. Starke Explosionen könnten durch ihre Druckwellen Fensterscheiben zum Bersten bringen und umherfliegende Glassplitter Menschen gefährden. Die Vulkanalarmstufe blieb auf 3 und die Zugangsbeschränkungen wurden aufrechterhalten.

Der Sakurajima ist ein 1117 m hoher Somma-Vulkan vom Vesuv-Typ und liegt in der Bucht von Kagoshima. Die gleichnamige Großstadt mit ihren fast 600.000 Einwohnern liegt nur 10 Kilometer vom Vulkan entfernt. Aber auch direkt um den Vulkan herum, der eine Halbinsel in der Bucht bildet, gibt es Siedlungen.

Vogtland: Starker Erdbebenschwarm in der Nacht

Starkes Schwarmbeben erschüttert Vogtland – Mehr als 1500 Erschütterungen detektiert

Die deutsch-tschechische Grenzregion im Vogtland wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von einem starken Erdbebenschwarm erschüttert, wobei sich erste Beben bereits am 20. März manifestierten. Insgesamt wurden mehr als 1500 Erschütterungen detektiert. Die meisten von ihnen waren sehr schwach, doch heute Morgen gab es auch drei Beben mit Magnituden im Zweierbereich, wobei der stärkste Erdstoß die Magnitude 2,3 aufwies. Nach diesen Beben, die von den Anwohnern gespürt werden konnten, ließ die Intensität des Schwarmbebens schnell nach. Die meisten Hypozentren lagen in Tiefen von ca. 9 Kilometern. Die Epizentren konzentrierten sich auf ein schmales Areal gut 3,5 Kilometer östlich des Ortes Luby, der auf deutschen Karten auch Schönbach genannt wird.

In der Region kommt es immer wieder zu Erdbebenschwärmen, deren Ursache nicht zur Gänze geklärt ist. Eine der gängigsten Theorien zu den Schwarmbeben hier ist, dass sie im Zusammenhang mit Fluidbewegungen auftreten, wobei es sich um Fluide magmatischen Ursprungs handeln soll. In der Region gibt es zahlreiche Quellen mit Mineral- und Thermalwasser und auch Mofetten, aus denen Kohlendioxid austritt. In den Gasen sind auch unterschiedliche Helium-Isotope vorhanden, deren Verhältnis zueinander auf einen magmatischen Ursprung hindeutet.

In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Phasen intensiver seismischer Aktivität. Am bekanntesten sind die Phasen von 1985/86 und den Nuller Jahren des neuen Jahrtausends. Damals lagen die Hypozentren fast doppelt so tief wie heute, was darauf hindeutet, dass sich die Fluide weiter Richtung Oberfläche verlagern. Außerdem migrierten auch die Epizentren.

Dieses Jahr scheint sich die Aktivität zu verstärken, denn es gab bereits zu Jahresanfang mehrere Schwarmbeben, nicht nur bei Luby, sondern auch im deutschen Klingenthal. Hier kam es zuletzt in der ersten Märzwoche zu einem Schwarmbeben.

Obwohl die Fluidtheorie als Ursache für die Schwarmbeben favorisiert wird, lässt sich auch eine tektonische Ursache für die Beben nicht ganz ausschließen, denn in der Region gibt es mehrere Störungszonen.

Island: Sundhnúkur-Eruption mit Krafla verglichen

IMO-Wissenschaftler ziehen Parallelen zwischen Sundhnúkur und Krafla – Eruption könnte weiter auf sich warten lassen

Unter dem Svartsengi-Gebiet auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel sammelt sich weiterhin Magma an, was heute ein paar Erdbeben mehr auslöste als in den vergangenen Tagen. In der Region wurden in den letzten 24 Stunden zehn schwache Erschütterungen registriert. Drei der Beben manifestierten sich nordwestlich von Grindavik. Diese leichte Zunahme der seismischen Aktivität lässt jedoch keine verlässlichen Rückschlüsse darauf zu, wann der nächste Ausbruch stattfinden wird.

In den letzten Wochen hat sich der Magmenaufstieg deutlich verlangsamt. Je langsamer sich Magma ansammelt, desto schwieriger wird es, den Zeitpunkt des nächsten Ausbruchs mit einer Genauigkeit von mehr als ein paar Monaten abzuschätzen – oder überhaupt sicherzustellen, dass es erneut zu einer Eruption kommt.

Allerdings gibt es bislang keine Hinweise in den verfügbaren Daten oder Modellberechnungen, die eine erneute Beschleunigung der Magmaansammlung unter Svartsengi in Zukunft ausschließen.

Noch vor wenigen Wochen war das IMO davon überzeugt, dass es im März zu einem Ausbruch kommen würde. Doch laut einer aktuellen Stellungnahme scheinen die Forscher mittlerweile weniger sicher. Sie ziehen Parallelen zur Krafla-Eruptionsserie im Norden Islands, die zwischen 1975 und 1984 andauerte. Ähnlich wie bei der aktuellen Situation kam es damals zu mehreren eruptiven Episoden mit immer längeren Pausen dazwischen. Vor der letzten Krafla-Eruption pausierte die Aktivität sogar über zwei Jahre. Ein Szenario, das nun auch für Sundhnúkur nicht mehr ausgeschlossen wird.

Nach dem Ende der Krafla-Eruption setzte sich die Bodenhebung über Jahre fort, ohne dass es zu weiteren Ausbrüchen kam. Erst 1990 endeten die Bodendeformationen endgültig.

Der Vergleich zwischen Sundhnúkur und Krafla ist nicht neu und wurde bereits vor über einem Jahr angestellt. Doch während frühere Eruptionen wertvolle Erkenntnisse liefern, lassen sie sich selten eins zu eins auf aktuelle Ereignisse übertragen. Somit bleibt es möglich, dass es bald zu einem weiteren Ausbruch in der Sundhnúkur-Kraterreihe kommt – ebenso wie eine Verlagerung der Aktivität in ein anderes Spaltensystem auf Reykjanes nicht ausgeschlossen werden kann. Natürlich könnte die Aktivität auch ohne einen weiteren Ausbruch enden.