Griechenland: Mittelstarkes Erdbeben auf Chalkidiki

Erdbeben Mw 4,7 erschüttert griechische Halbinsel Chalkidiki – Beben weithin spürbar

Datum 13.12.24 | Zeit: 08:34:12 UTC | Koordinaten: 40.293 ; 24.134 | Tiefe: 10 km | Mw 4,7

Die Drei-Finger-Halbinsel Chalkidiki ist eine beliebte Ferienregion. Sie liegt südöstlich von Thessaloniki im Nordosten Griechenlands. Heute erlitt die Urlaubslaune dort allerdings einen Dämpfer, denn der nördliche Arm der Halbinsel wurde von einem mittelstarken Erdbeben der Momentmagnitude 4,7 heimgesucht. Das Hypozentrum lag in 10 Kilometern Tiefe, während das Epizentrum 20 km ost-nordöstlich von Néa Róda lokalisiert wurde. Das größere Thessaloníki liegt 100 Kilometer entfernt. Es gab mehrere schwächere Erdbeben und natürlich auch unterschiedliche Angaben zur Erdbebenstärke. Nach Angaben lokaler Erdbebendienste brachte es das Beben auf ML 5,1.

Ob 4,7 oder 5,1, das Erdbeben war jedenfalls stark genug, dass es in einem Umkreis von fast 400 Kilometern deutlich gespürt werden konnte. Ein Bebenzeuge in ca. 40 Kilometern Entfernung beschrieb das Beben so: „Es kam grollend heran. Die Schränke vibrierten. Das ganze Haus bebte“.

Es gab nicht nur Nachbeben, sondern auch zwei Vorbeben der Magnituden 3,1 und 3,8. Sie konnten ebenfalls von Bewohnern der Halbinsel gespürt werden und schürten erste Sorgen vor stärkeren Erschütterungen.

Die tektonische Situation der Chalkidiki-Region ist komplex, denn hier verlaufen mehrere Störungszonen, die einerseits vom Serbo-Macedonian-Massiv aus Richtung Nordwesten kommen und im Thessaloniki–Rentina Fault System münden, andererseits aus östlicher Richtung kommend vor der Küste verlaufen und die Verlängerung der Nordanatolischen Verwerfung darstellen. Durch die vielfältigen Erdkrustenbewegungen entstanden auf und um Chalkidiki zahlreiche kurze Störungen. Das aktuelle Erdbeben stand mit einer dieser lokalen Störungen in Verbindung, die westlich des Berges Athos verläuft.

Die Region hat eine Geschichte verheerender Erdbeben. Im September 1932 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,1 den Nordosten von Chalkidiki und zerstörte die Stadt Ierissos. Die Katastrophe forderte 83 Todesopfer, verletzte über 300 Menschen und zerstörte allein in Ierissos 650 Häuser. Mehr als 2000 Häuser in den umliegenden Dörfern wurden entweder zerstört oder unbewohnbar gemacht. Aufgrund dieser Historie reagieren die Anwohner der Region empfindlich und besorgt auf spürbare Erdbeben.

Deutschland: Von Dunkelflaute und Katastrophenschutz

Dunkelflaute: Stillstehende Windräder bei wenig Licht. © Karsten Würth, Unsplash-Lizenz

Deutschland in der Dunkelflaute – Stromausfälle drohen

Im Kampf gegen den Klimawandel setzt die deutsche Politik auf Dekarbonisierung durch Elektrifizierung. Ein kontrovers diskutiertes Unterfangen in Zeiten des Umbruchs, unter dem zusehends Industrie und Privathaushalte leiden, da die Energiepreise auf Dauerhoch stehen, die Inflation antreiben und die Wirtschaft abwürgen. Die weichenstellende Politik hat versagt, indem der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und das Heizungsgesetz beschlossen wurden, lange bevor die nötigen Infrastrukturen geschaffen wurden. Hinzu kam das endgültige Aus der letzten stromliefernden Atomkraftwerke, mitten in einer der größten Energiekrisen des Landes. Last but not least wurden in diesem Jahr weitere Kohlekraftwerke stillgelegt, mit der Folge, dass wir jetzt im Winter Dunkelflaute haben, da es weder genug Wind noch Sonne gibt, um grüne Energien zu erzeugen. Nun droht Stromknappheit und Verbraucher wurden aufgefordert, umsichtig mit Energie umzugehen. Der Industrie drohen Abschaltungen. Da die Fabriken Strom zukaufen müssen, der an der Börse gehandelt wird und dort die Preise explodierten, fahren manche Betriebe ihre Produktion freiwillig herunter: Bei Preisen von 1 € pro Kilowattstunde sind ihre Produkte nicht mehr konkurrenzfähig.

Nicht nur die deutsche Industrie leidet unter der Energieknappheit und teuren Preisen: da Deutschland Strom aus den Nachbarländern zukaufen muss schießen auch dort die Preise in die Höhe. So ist man nach Welt-Recherchen etwa in Schweden nicht gut auf Deutschland zu sprechen, da auch dort der Strom teurer und knapper wird.

Im Sommer gibt es das umgekehrte Problem: Zwar gibt es an einigen Tagen eine gute Balance zwischen Ökostromproduktion und Verbrauch bei niedrigen Börsenpreisen, doch an Tagen, an denen zu viel grüner Strom erzeugt wird, müssen deutsche Netzbetreiber den Strom ins Ausland verschenken oder sogar noch für seine Abnahme bezahlen, was wiederum die Preise treibt. Sowohl in Zeiten der Überproduktion als auch jetzt bei Dunkelflaute könnte es zum Kollaps der Stromversorgung kommen. Schlimmstenfalls werden Transformatoren und Netze beschädigt. mit der Folge, dass der Strom lange wegbleibt.

Bevölkerungsschutz empfiehlt Vorbereitung auf Notlagen

Dem nicht genug, berichten Medien darüber, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz den Hinweis erneuert hat, dass sich auch Privathaushalte auf Stromausfälle vorbereiten sollten. Als Grund wurden nicht die Dunkelflaute genannt, sondern hybride Angriffe von Schurkenstaaten wie Russland, China und Iran. Immer häufiger kommt es aus diesen und weiteren Ländern zu Hackerangriffen auf die öffentliche Infrastruktur Deutschlands. Sollten sie Erfolg haben, könnten künstlich herbeigeführte Computerstörungen Infrastrukturen lahmlegen und Stromausfälle herbeiführen. Aus diesem Grund sollte sich jeder Haushalt auf Notlagen vorbereiten und Vorräte anlegen, um mindestens für 72 Stunden autark agieren können.

Eine sinnvolle Empfehlung, denn auch abseits von Dunkelflaute, Hackerangriffen und Sabotageakten können Stromausfälle und Notlagen infolge von Naturkatastrophen auftreten. Eine meist unterschätzte Gefahr sind etwa Blackouts durch Sonnenstürme.

Indonesien: Erdrutsche nach starken Regenfällen

Starke Regenfälle lösten Erdrutsch auf Java in Indonesien aus – Tausende evakuiert

Auf der indonesischen Insel Java kam es nach starken Regenfällen zu Überflutungen, Erdrutschen und Schlammlawinen, von denen fast 21.000 Menschen betroffen sind. Laut offiziellen Angaben starben mindestens 10 Personen. Zwei Menschen gelten als vermisst. Zudem mussten 3464 Personen evakuiert werden. Die Evakuierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahl der Evakuierten noch erhöhen wird.

Nach Angaben der Nationalen Katastrophenschutzbehörde Indonesiens (BNPB) traf es mehrere Gebiete im Landkreis Sukabumi im Westen von Java besonders schlimm. Erdrutsche und Schlammlawinen beschädigten fast 4000 Gebäude, die Hälfte davon schwer. In einigen der zerstörten oder beschädigten Häuser befanden sich noch ihre Bewohner.

Doch nicht nur Gebäude wurden beschädigt, sondern auch Straßen und Brücken. Obwohl die Landeshauptstadt Jakarta nur 170 Kilometer entfernt liegt, herrschen im bergigen Westen Javas dörfische Strukturen vor. Die Verbindung zur Außenwelt verläuft über wenige Straßen deren Zerstörung schnell zur Isolation der Gemeinden führt, die dann nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind.

Die Einsatzkräfte haben beschlossen, die Notfalleinsatzfrist bis zum 17. Dezember 2024 zu verlängern. Angesichts der Entscheidung zur Verlängerung der Notlagezeit inspizierte der Chef der BNPB am Mittwoch Sukabumi. Sein Besuch begann mit einer Inspektion des Logistiklagers im Büro der Regionalen Katastrophenschutzbehörde (BPBD) von Sukabumi. Dabei stellte er sicher, dass genügend Vorräte vorhanden sind, um die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge zu decken. Anschließend setzte er seinen Arbeitsbesuch mit der Inspektion eines Flüchtlingslagers im Hauptbüro des Dorfes Nangerang, Bezirk Jampangtangah, fort. Für die Anfahrt nutzte er Zweiräder. Vor Ort sprach er mit den Betroffenen, führte Dialoge und hörte sich ihre Anliegen an.

Der Besuch des BNPB-Chefs endete mit einer symbolischen Übergabe von Hilfsgütern sowie Gesprächen und Fotos mit den Flüchtlingen.

Auf Java ist Regenzeit und Überflutungen und Erdrutsche kommen zu dieser Jahreszeit nicht selten vor. Besonders in bergigen Regionen kommt es dann zu den beschriebenen Erdrutschen und Schlammlawinen. Viele der Berge Westjavas sind vulkanischen Ursprungs: Mount Gede und Papandayan sind nur zwei von ihnen. Im Falle von Eruptionen bilden sich hier auch Lahare.

Hudson: Vulkanotektonische Erdbeben

Vulkan Hudson mit vulkanotektonischen Erdbeben Mb 2,8

Der chilenische Vulkan Hudson stand hier bisher nicht so oft in den Schlagzeilen, doch das könnte sich ändern, denn der Vulkan zeigt eine Zunahme der vulkanotektonischen Erdbebentätigkeit. Diese begann bereits im Mai und setzt sich bis heute fort. Eine Beschleunigung der Tätigkeit gibt es seit Mitte November, seitdem pro Tag oft mehr als 50 Erschütterungen registriert wurden. Einen Peak gab es am 29. November, als 130 Beben den entlegenen Vulkan erschütterten. Gestern manifestierte sich dann um 06:14 UTC ein Beben der Magnitude 2,8. Das Hypozentrum lag in 8 Kilometern Tiefe. Die Erschütterung wird auf Fluidbewegungen zurückgeführt, durch die es zu Gesteinsbruch kam. Wahrscheinlich sammelt sich unter dem Hudson Magma an.

Senapred überwacht weiterhin gemeinsam mit dem Nationalen Geologie- und Bergbaudienst (Sernageomin) die Aktivität des Hudson-Vulkans, der derzeit auf der technischen Alarmstufe Grün steht. Diese signalisiert leichte Unruhen unter dem Vulkan, ohne dass dem Vulkan eine höhere Ausbruchswahrscheinlichkeit zugeschrieben wird. Bei einer weiteren Zunahme der Seismizität könnte sich das allerdings bald ändern.

Der Cerro Hudson ist ein bemerkenswerter Vulkan mit einer etwa 10 Kilometer durchmessenden Gipfelcaldera. Er liegt in der chilenischen Provinz Aysén, etwa 137 Kilometer südöstlich von Coyhaique, im Süden des Landes. Er zählt zu den Anden-Vulkanen und ist 1905 m hoch.

Der letzte größere Ausbruch des Vulkans ereignete sich 1991. Dies war einer der stärksten Ausbrüche des 20. Jahrhunderts in Chile. Er hatte eine Stärke von VEI 5 und führte zu massiven Aschewolken, die bis nach Argentinien und sogar bis Südafrika transportiert wurden. Es kam zu erheblichen Umwelt- und wirtschaftlichen Schäden, insbesondere in der Landwirtschaft.

Da seine Caldera mit Eis gefüllt ist, fürchtet man am Hudson vor allem Lahare, die infolge von Schmelzwasserbildung entstehen könnten, sollte es zu einer größeren Eruption kommen. Im Jahr 2011 gab es kleinere Ascheemissionen, ein großer Ausbruch blieb aber aus.

Island: Bodenhebung beschleunigt

Bodenhebung bei Svartsengi beschleunigte sich – Straße nach Grindavík fast fertig

Mit dem Ende der Eruption auf Island hat sich die Bodenhebung im Svartsengi-Gebiet beschleunigt. Sie erreicht mittlerweile wieder ein Niveau ähnlich der Hebung nach den vorangegangenen Eruptionen. Eine signifikante Abschwächung des Magmenaufstiegs in das flach liegende Reservoir unter Svartsengi ist weiterhin nicht erkennbar. Insgesamt hob sich der Boden bislang um etwa sechs Zentimeter.

Die Erdbebentätigkeit im Eruptionsgebiet ist gering, mit nur vereinzelten Erschütterungen. Eine höhere Aktivität wurde jedoch im Krysúvik-System und bei Raufarhólshellir registriert, wo gestern ein kleiner Erdbebenschwarm auftrat. Die Gegend um Raufarhólshellir, Islands viertlängste Lavahöhle, liegt in einem Lavastrom des Schildvulkans Leitin, der zum Brennisteinsfjöll-System gehört. Zu Beginn der Eruptionsserie auf der Reykjanes-Halbinsel im Jahr 2021 wurde spekuliert, dass auch weitere Vulkansysteme der Halbinsel aktiv werden könnten. Diese Diskussion ist inzwischen aus den Medienberichten verschwunden, vermutlich weil die Zeiträume für ein Erwachen anderer Systeme zu lang sind, um kurzfristig relevant zu sein.

Unterdessen schreiten die Arbeiten zur Schadensbeseitigung in Svartsengi zügig voran. Der Bau der neuen Grindavíkurvegar-Straße nähert sich der Fertigstellung, und die Eröffnung für den Privatverkehr ist für dieses Wochenende geplant. Das bestätigte Úlfar Lúðvíksson, Polizeichef in Suðurnes, in einem Interview mit MBL. Die Straße war durch Lava des jüngsten Vulkanausbruchs der Sundhnúkur-Kraterserie zerstört worden, der am 20. November begann und am Montag endete.

Laut Úlfar werden die Besucher der Blauen Lagune weiterhin über Grindavík mit Shuttles zur Lagune gebracht. Der Betrieb läuft reibungslos, und der Verkehr in der Region bleibt gering, beschränkt auf Lagunenbesucher und Übernachtungsgäste im Northern Light Inn Hotel. Der ursprüngliche Parkplatz der Blauen Lagune wurde von Lava bedeckt, doch ein neuer Parkplatz soll in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden. Bis dahin bleibt der Shuttleservice aus Grindavík im Einsatz.

Da ein Ende der vulkanischen Aktivität nicht in Sicht ist, werden weiterhin Schutzmaßnahmen für das Geothermalkraftwerk in Svartsengi umgesetzt. Auch in Grindavík werden Sicherheitskontrollen durchgeführt, um potenzielle Risiken zu minimieren.

Forscher finden lavaähnliches Gestein in der MAPCIS

Forscher entdeckten Schmelzgesteine in der Massive Australian Precambrian-Cambrian Impact Structure

Noch bevor sich höher entwickeltes Leben auf der Erde formte, könnte ein katastrophales Ereignis von unvorstellbarem Ausmaß stattgefunden haben, das sowohl die Geologie unseres Planeten als auch die Evolution des Lebens nachhaltig beeinflusst haben könnte. Hinweise auf dieses Ereignis wurden im Jahr 2010 entdeckt, als Forscher mehrere geologische Anomalien in Australien untersuchten. Zunächst hielt man diese Anomalien für voneinander unabhängig. Nach eingehender Analyse stellte sich jedoch heraus, dass sie zu einer übergeordneten Struktur mit einem Durchmesser von etwa 600 Kilometern gehören. Inzwischen gibt es die Hypothese, dass es sich dabei um einen gigantischen Einschlagskrater eines Asteroiden handelt.

Der Einschlag soll sich vor etwa 1 Milliarde bis 538,8 Millionen Jahren ereignet haben, also im Übergangszeitraum zwischen dem Präkambrium und dem Kambrium. Diese Struktur wird als Massive Australian Precambrian-Cambrian Impact Structure (MAPCIS) bezeichnet.

Im Präkambrium existierte noch kein komplexes Leben auf der Erde. Der Planet war von Mikroorganismen dominiert, während sich die ersten mehrzelligen Organismen allmählich entwickelten. Gegen Ende des Präkambriums, vor etwa 720 bis 635 Millionen Jahren, ereignete sich die sogenannte Schneeball-Erde-Phase – eine Periode globaler Vereisung mit weitreichenden Auswirkungen auf die Entwicklung des Lebens. Im Übergang zum Kambrium, vor etwa 541 Millionen Jahren, fand die sogenannte kambrische Explosion statt, eine Phase, in der sich eine Vielzahl komplexer Lebensformen entwickelte. Dies wirft die Frage auf, ob der Einschlag eines gewaltigen Asteroiden die vollständige Vereisung der Erde mitverursacht haben könnte.

Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University, darunter Daniel Connelly und Dr. Arif Sikder, widmen sich der Erforschung der geologischen Beweise, die die Einschlag-Theorie untermauern könnten. Zu diesen Beweisen zählen massive Ablagerungen von Pseudotachylit-Brekzie und Schmelzgestein, die in der Nähe des vermuteten Kraterzentrums gefunden wurden. Zusätzlich entdeckten die Forscher geschockte Mineralien wie Lonsdaleit und Iridium, die charakteristische Merkmale eines Asteroideneinschlags sind.

Tachylit ist ein schwarzgrünes bis schwarzes vulkanisches Glas mit basaltischer Chemie, das ähnlich wie Obsidian entsteht. Pseudotachylit hingegen bildet sich normalerweise entlang von Störungszonen durch Reibungshitze. Im Fall der MAPCIS-Struktur wird angenommen, dass die enorme Wärmeenergie des Impakts die Entstehung dieser Gesteinsart ausgelöst hat.

Laut den Forschern könnten die Daten zur MAPCIS-Struktur wertvolle Einblicke in die geologischen Prozesse liefern, die die Erdkruste formten. Darüber hinaus könnten sie die wissenschaftliche Untersuchung der geologischen Vergangenheit der Erde erheblich vorantreiben.

Die Zentrum der MAPCIS-Struktur liegt im australischen Northern Territory, etwa auf halbem Weg zwischen Uluru (Ayers Rock) und Mount Conner. Sollte sich die Impakt-Theorie bestätigen, dann wäre es der größter Impakt-Krater auf der Erde. Aufgrund des enormen Alters ist die Impaktstruktur aber nicht mit dem bloßen Auge sichtbar, auch nicht auf Satellitenfotos. (Quelle: www.sci.news)

Mount Spurr – Steckbrief

Mount Spurr: Subduktionszonenvulkan in Alaska

Mount Spurr ist ein aktiver Stratovulkan im US-Bundesstaat Alaska. Mit einer Höhe von 3.374 m ist er etwas niedriger als der Ätna auf Sizilien, gehört aber dennoch zu den beeindruckenden Vulkanen der Region. Mount Spurr zählt zu den Subduktionszonenvulkanen Alaskas, die Teil des Aleutenbogens sind. Er liegt nur 130 Kilometer westlich von Anchorage, der größten Stadt des 49. Bundesstaates der USA.

Die Aleutenkette entstand durch die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Nordamerikanische Platte. Bei diesem Prozess schmilzt die Ozeankruste teilweise im Erdmantel, wodurch Magma entsteht, das an den Vulkanen hinter der Subduktionszone als Lava austritt. Die tektonische Aktivität entlang dieser kontinentalen Naht führt nicht nur zu Vulkanausbrüchen, sondern auch zu starken Erdbeben, die potenziell Tsunamis auslösen können.

Der Gipfel des Mount Spurr wird von einem großen Lavadom gebildet, der sich innerhalb eines etwa 5 km breiten, nach Süden geöffneten Amphitheaters befindet. Dieses Amphitheater entstand durch den Kollaps einer Vulkanflanke eines Vorgängervulkans in der späten Eiszeit oder im frühen Holozän. Der Kollaps verursachte eine massive Schuttlawine, die von pyroklastischen Strömen begleitet wurde. Gesteinsmassen wurden dabei über 25 km in südöstliche Richtung transportiert. Die resultierenden Ablagerungen enthalten Blöcke mit Durchmessern von bis zu 100 Metern, was die enorme Energie des Ereignisses verdeutlicht.

Eruptionen am Mount Spurr

Nach diesem Kollaps bildeten sich mehrere Kegel und Lavadome innerhalb der offenen Depression. Der jüngste und aktivste Schlot, Crater Peak, befindet sich am südlichen Rand des Amphitheaters und ist teilweise von Eis bedeckt.

Crater Peak war die Quelle von etwa 40 holozänen Tephra-Schichten, die durch verschiedene Ausbrüche entstanden. Die Ablagerungen bestehen überwiegend aus Andesit und basaltischen Andesit. In geringeren Mengen kommen auch Basalt, Dazit und Rhyolith vor. Mount Spurr eruptierte also ein ungewöhnlich großes Spektrum unterschiedlichster Lavaarten.

Besonders hervorzuheben sind die beiden jüngsten Ausbrüche von 1953 und 1992, bei denen Asche bis nach Anchorage gelangte und den Flugverkehr stark beeinträchtigte. Beide Eruptionen brachten es auf einen VEI 4.

Jüngste Ereignisse am Mont Spurr

Im Jahr 2024 wurden Schwarmbeben registriert, und der Wärmefluss erhöhte sich, was zum Abschmelzen des Gletschereises auf dem Crater Peak führte. Dabei entstand ein kleiner Kratersee, der auf zunehmende vulkanische Aktivität hinweisen könnte. Der Alarmstatus wurde auf „Gelb erhöht.

Mount Spurr ist ein Beispiel für die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Vulkanismus, Tektonik und eiszeitlich geprägten Prozessen, die die Geologie Alaskas maßgeblich beeinflussen. Sein geologischer Aufbau und seine eruptive Geschichte machen ihn zu einem wichtigen Objekt für die Erforschung von Vulkanprozessen in subduktionsgeprägten Zonen.

Türkei: Mittelstarkes Erdbeben besorgt Bürger

Mittelstarkes Erdbeben Mb 4,5 war im weiten Umkreis spürbar – Meldungen besorgter Bürger

Datum 12.12.24 | Zeit: 11:34:52 UTC | Koordinaten: 40.429 ; 26.230 | Tiefe: 12 km | Mb 4,5

Heute Mittag manifestierte sich um 11:34:52 UTC (14:34:52 Uhr Lokalzeit) ein Erdbeben der Magnitude Mb 4,5. Das Hypozentrum wurde in 12 Kilometern Tiefe verortet. Das Epizentrum befand sich laut EMSC-Angaben 34 km nordwestlich von Çanakkale, kurz vor der Nordwestküste des Mittelmeeres und nahe der Grenze zu Griechenland. Obwohl es sich nur um ein mittelstarkes Erdbeben handelte, war es in einem Umkreis von mehr als 300 Kilometern zu spüren gewesen. Dem EMSC gingen sogar Meldungen aus Bulgarien und Istanbul ein. Vermutlich dachten die Anwohner von Istanbul, dass sich ein Beben in ihrer Nähe ereignet hatte, denn die Stadt liegt an der Nordanatolischen Verwerfung und gleicht einem tektonischen Pulverfass, denn man wartet seit Jahren auf das „Big One“: ein Starkbeben mit großer Zerstörungskraft. Seismologen berechneten eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben innerhalb der nächsten 30 Jahre mit der Magnitude 7 oder mehr. Dementsprechend nervös ist man am Bosporus.

Das aktuelle Beben ereignete sich am Nordarm der Nordanatolischen Verwerfung, die sich am Marmara-Meer in drei Arme teilt. Bei der Störung handelt es sich um eine rechtsversetzende Blattverschiebung, die dem San-Andreas-Fault in den USA gleicht, und sie bildet die Grenze zwischen der Anatolischen Platte und dem eurasischen Kontinent. Die Relativgeschwindigkeit der Platten entlang der Verwerfung beträgt etwa 20–25 mm pro Jahr. Da die Platten nicht widerstandslos aneinander vorbeigleiten, kommt es zu Blockaden und Spannungsaufbau entlang der Störung. Sie lösen sich in einem fast als explosiv zu beschreibenden Ereignis, das die Erdbebenwellen auslöst.

Die südliche Grenze der Anatolischen Platte ist nicht weniger gefährlich, denn hier manifestierte sich das verheerende Gaziantep-Erdbeben. Ein Erdbeben nahe Istanbul hätte wahrscheinlich ähnlich dramatische Folgen.

Gestern ereignete sich übrigens ein vergleichbares Erdbeben (Mb 4,5) südwestlich von Kreta. Betrachtet man die Shakemap genau, dann erkennt man auch wieder ein schwaches Beben nördlich der Vulkaninsel Santorin. Hier kam es in den letzten Tagen häufiger zu Erschütterungen.

Kanlaon: Eruptionen und dicke Luft

Den Vulkan im Visir: Observierungsflug der Kanlaon-Taskforce mit einem bewaffneten Militärhubschrauber. Wo ist das Moorhuhn? © Taskforce Kanlaon

Ascheeruptionen und hoher Gasausstoß sorgen für „dicke Luft“ am Kanlaon

Der philippinische Vulkan Kanlaon eruptierte heute Morgen erneut Vulkanasche, die bis auf eine Höhe von 2700 m aufstieg und in südwestlicher Richtung driftete. Solche Ascheemissionen sorgen für leichten Ascheniederschlag in Vulkannähe und können für Anwohner lästig sein. Außer, dass man die Vulkanasche ständig beseitigen muss, belastet sie die Atemluft mit gesundheitsschädlichem Feinstaub. Hinzu kommt im Fall des Kanlaon, dass gestern wieder sehr hohe Mengen Schwefeldioxid ausgestoßen wurden: PHILVOLCS meldete mehr als 7000 Tonnen des vulkanischen Gases, die gestern emittiert wurden. Der Wind trieb die Gasschwaden über bewohntes Gebiet und verursachte dort VOG.

Das Department of Environment and Natural Resources führte nahe eines Evakuierungszentrums in Barangay Balingasag bei Bago City Luftqualitätsmessungen durch und hat eine hohe Feinstaubkonzentration PM10 (Partikel mit einem Durchmesser von höchstens 10 Mikrometern) von 165 µg/m³ nachgewiesen. Das ist ein sehr hoher Wert, der sämtliche bei uns gültigen Grenzwerte übersteigt. Bei uns liegt der Tagesmittelgrenzwert PM10 bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und darf nur an maximal 35 Tagen überschritten werden. Bereits eine dauerhafte Feinstaubbelastung von 10 µg/m³ kann das Leben um ein halbes Jahr verkürzen.

Besonders Personen mit Herz- oder Atemwegserkrankungen wie Asthma können auf Feinstaubbelastung besonders stark reagieren. Daher wird ihnen geraten, sich nicht im Freien aufzuhalten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Gesundheitsbehörden empfehlen das Tragen von Atemschutzmasken und Brillen, um auch Augenreizungen zu vermeiden. Die Empfehlungen gelten nicht nur für vorerkrankte Personen, sondern insbesondere für Kinder und Ältere. Darüber hinaus gibt es weitere empfohlene Verhaltensregeln:

Empfohlene Schutzmaßnahmen:

  • Tragen von N95-Masken oder ähnlicher Schutzausrüstung sowie Schutzbrillen bei Aufenthalt im Freien.
  • Langärmelige Kleidung, um Hautkontakt mit Asche zu vermeiden.
  • Schließen von Fenstern, Türen und Lüftungssystemen, um das Eindringen von Asche zu verhindern.
  • Vermeidung unnötiger Autofahrten aufgrund eingeschränkter Sicht und potenzieller Schäden an Fahrzeugen.
  • Fahrzeuge mit viel Wasser abwaschen, ohne zu wischen.
  • Nutzung feuchter Tücher zum Reinigen von Oberflächen, anstatt diese mit bloßen Händen zu berühren.
  • Abdeckung von Wasserbehältern und gründliches Waschen von Lebensmitteln, um Verunreinigungen zu verhindern.

Prognosen sind am Kanlaon schwierig zu erstellen

Wie es am Kanlaon weitergehen wird, ist ungewiss. In den letzten 24 Stunden verringerte sich die Anzahl der vulkanotektonischen Erdbeben auf 2. Der hohe Gasausstoß deutet an, dass viel Magma im Speichersystem vorhanden ist, die Aufstiegswege aber frei sind. Das spricht eher dafür, dass der Vulkan seinen Druck abbauen kann und mit schwächeren Eruptionen fortfährt. Dennoch ist es möglich, dass es zu weiteren starken Explosionen kommt, besonders wenn Grundwasser mit Magma interagieren sollte. Die 12.000 evakuierten Anwohner des Vulkans müssen wohl noch eine Weile in den Evakuierungszentren ausharren.
Immerhin werden die Evakuierten und ihre zurückgelassenen Häuser gut bewacht, denn es wurde eine Kanlaon-Taskforce gegründet. Die Bilder des Artikels entstanden bei einem heute durchgeführten Überwachungsflug mit Hilfe eines Militärhubschraubers.