Kanlaon setzt Tätigkeit am 25. Dezember fort

Weitere Ascheeruptionen vom Kanlaon – Seismik erhöht

Auf der philippinischen Insel Negros setzt der Vulkan Kanlaon seine eruptive Tätigkeit fort und stößt Aschewolken aus, die bis in eine Höhe von 3000 Metern aufsteigen und Richtung Südwesten driften. Seit dem 23. Dezember hat das VAAC Tokio zehn VONA-Warnungen zu den Aschewolken veröffentlicht, da diese eine Gefahr für tieffliegende Flugzeuge darstellen: Gelangt Vulkanasche in Düsentriebwerke, können die Aschepartikel schmelzen und Schäden am Triebwerk verursachen. Außerdem sind die scharfkantigen Partikel hochgradig erosiv und können Windschutzscheiben so stark beschädigen, dass die Sicht für Piloten erheblich beeinträchtigt wird.

PHILVOLCS registrierte Aschewolken, die bis zu 1200 Meter über Kraterhöhe aufsteigen und Ascheregen in umliegenden Gemeinden verursachen.

In den letzten 24 Stunden wurden sieben Ascheeruptionen mit einer Dauer von 3 Minuten bis zu zweieinhalb Stunden sowie 25 vulkanisch bedingte Erdbeben aufgezeichnet. Die Erdbeben reihen sich entlang einer nordwest-südöstlich verlaufenden Linie, die eine bedeutende Störungszone durch den Vulkan markiert.

Der Schwefeldioxid-Ausstoß betrug gestern 3585 Tonnen pro Tag, deutlich weniger als die 7445 Tonnen, die am 21. Dezember gemessen wurden. Es besteht eine Korrelation zwischen der eruptiven Tätigkeit und dem Schwefeldioxid-Ausstoß: Während ruhigerer Phasen steigt der Schwefeldioxid-Ausstoß, während er bei intensiveren Eruptionen abnimmt.

Der Alarmstatus bleibt auf „Orange“. PHILVOLCS warnt weiterhin vor vulkanischen Gefahren. Eine Sperrzone mit einem Radius von sechs Kilometern um den Krater bleibt bestehen. Bewohner dieser Zone müssen evakuiert bleiben, da pyroklastische Ströme, ballistische Projektile, Ascheregen, Lavaströme und Steinschläge drohen. Lokale Behörden und Katastrophenschutzräte sollten Wetterbedingungen aufmerksam beobachten, da starke Regenfälle Lahare und sedimentreiche Strömungen in den Kanälen der Südflanken auslösen können. Besonders gefährdet sind Barangays in La Castellana und Canlaon City sowie Gebiete, die im Juni 2024 bereits von Laharen betroffen waren.

Piloten sollten Flüge in der Nähe des Vulkans vermeiden, da plötzliche Ascheausbrüche ein erhebliches Risiko darstellen. Katastrophenschutz und Gemeinden werden angehalten, Evakuierungspläne gemäß den DOST-PHIVOLCS-Gefahrenkarten vorzubereiten, falls die vulkanische Aktivität weiter zunimmt.

Lahar-Warnung am Mayon

Für den Süden der philippinischen Insel Luzon wurden starke Regenfälle vorausgesagt. entsprechend hoch ist das Lahar-Risiko am Vulkan Mayon, für den PHILVOLCS eine Lahar-Warnung ausgab.

Kilauea: Weihnachtseruption setzt sich fort

Vulkanausbruch am Kilauea starteten nach Pause am Heiligabend erneut – Lavafontänen speisen Lavasee

Die Eruption am Kilauea auf Hawaii setzte nach einer mehrstündigen Pause gestern wieder ein und überflutete den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters erneut mit Lava.

Die sogenannte Weihnachtseruption begann in der Nacht zum 23. Dezember und war zunächst ca. 13 Stunden lang aktiv, bevor eine mehrstündige Pause begann. Doch die Eruption setzte gestern Morgen gegen 08:00 Uhr HST (bei uns war es bereits 18:00 Uhr) wieder ein. Zunächst quoll die Lava vergleichsweise ruhig aus Schloten am südwestlichen Kraterrand, die auch während der ersten Aktivitätsphase am stärksten eruptierten. Im Verlauf des Vormittags steigerte sich die Aktivität bis hin zum erneuten Erscheinen von Lavafontänen, die gegen 11:00 Uhr HST einsetzten und deren Höhe ich auf gut 40 – 50 m schätze.

Wie zuvor beschränkt sich die eruptive Aktivität auf den Halemaʻumaʻu-Krater und den herabgefallenen Block innerhalb der Caldera. Die Vulkanologen vom HVO betonen, dass in den kommenden Tagen Schwankungen in der Intensität möglich sind. In der östlichen und südwestlichen Riftzone des Kīlauea wurde keine ungewöhnliche Aktivität festgestellt.

Bis gestern Mittag hatten sich Lavaströme über den gesamten Kraterboden ausgebreitet und auch das abgesunkene Blockgebiet im Osten erreicht. Insgesamt wurden etwa 2,6 Quadratkilometer mit Lava bedeckt, was rund einem Viertel des Calderabodens entspricht. Während des Höhepunkts des Ausbruchs wurden glühende Bomben, Bimsstein und Peles Haare in Windrichtung abgelagert.

Instrumentale Messungen des HVO am Kilauea

Die Seismizität am Gipfel war in den letzten 24 Stunden gering. Das seismische Netzwerk registrierte lediglich 8 schwache Erdbeben. Während der ersten Eruptionsphase wurde starker Tremor registriert, der jedoch gegen 15:00 Uhr deutlich nachließ. Die neue Eruptionsphase ruft nur einen schwachen bis mittelstarken Tremor hervor.

Offenbar funktionieren die Neigungsmesser doch, denn sie registrierten nach dem Ausbruchsstart eine schnelle bis mäßige Deflation des Gipfels, gefolgt von einer langsamen Aufblähung ab 15:00 Uhr. Die Daten werden auf einer neue Grafik übertragen.

Schwefeldioxid-Emissionen wurden während der frühen Ausbruchsphase auf über 100.000 Tonnen pro Tag geschätzt, sanken jedoch bis Mittag vor der Pause auf etwa die Hälfte. Heute Morgen gegen 10:00 Uhr zeichnete ein Infraschall-Array ein Signal auf, das einer niedrigen Fontäne entspricht.

MIROVA zeigt eine sehr hohe Wärmestrahlung mit einer Leistung von 6500 MW an. Zeitweise wurden extrem hohe Werte gemessen, die fast doppelt zu hoch waren.

Stromboli: Lavaüberlauf und stärkere Explosion

Stromboli machte mit einem Lavaüberlauf und einer stärkeren Explosion auf sich aufmerksam – Erdbeben südöstlich der Insel

Der Stromboli machte zu Weihnachten mit kontinuierlichem Lavaspattering auf sich aufmerksam, das gestern Nacht in einen Lavaüberlauf überging. Die Lava quoll aus dem nordöstlichsten Krater über und floss in die Schlucht auf der Sciara del Fuoco. Die Schlucht ist so tief, dass sie inzwischen die Lavaströme vor den Blicken der Livecams verbirgt, doch die Vulkanologen berichten, dass sich der Strom im oberen Teil des Hangs bewegte.

In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember ereignete sich dann eine Explosion, die deutlich stärker als die allstündlichen Eruptionen war. Sie ereignete sich um 05:14 UTC und löste eine etwa fünf- bis zehnminütige Phase erhöhter Aktivität aus, in deren Folge glühende Pyroklastika über die Sciara del Fuocco floss. Die Aktivität war von einer Phase erhöhten Tremors begleitet, der schnell in die Höhe schoss und einen Peak im roten Bereich des Seismogramms verursachte. Dennoch blieb er unter dem Peak vom 22. Dezember. Über dieses Ereignis liegen allerdings keine Berichte der Vulkanologen vor.

Schaut man sich die Videoaufzeichnungen des Events an, dann schaut die Explosion gar nicht so stark aus. Sie bewirkte vielmehr einen partiellen Kollaps der Kraterwand um den Förderschlot, was dann den Abgang pyroklastischen Materials verursachte.

Messungen der Bodenverformung mithilfe von Klinometern und dem GPS-Netzwerk zeigten keine signifikanten Veränderungen, die mit dem Ereignis in Verbindung gebracht werden können. Das INGV berichtet zudem, dass der Lavaüberlauf im Nordkratergebiet inzwischen gestoppt hat und abkühlt.

Die strombolianische Aktivität und das Lavaspattering im Nordkratergebiet setzten sich mit unterschiedlicher Intensität am Morgen fort, ebenso wie die strombolianische Aktivität im zentralen und südlichen Kratergebiet.

Auch die Sensoren des LGS erfassten die ungewöhnliche Aktivität. Die Daten bestätigen im Wesentlichen die Beobachtungen vom INGV, ergänzen diese aber mit weiteren Daten.

Demnach zeigte der Vulkan bereits am Morgen des 23. Dezember eine sehr hohe Entgasungsaktivität, die sich insbesondere durch starkes Puffen mit einem Druck von 160 mbar manifestierte. Die explosive Aktivität war moderat, mit einem maximalen Schalldruck von 1,5 bar. Der vulkanische Tremor erreichte hohe Werte, während die Anzahl der VLP-Ereignisse als mittel eingestuft wurde.

Die thermischen Daten von MODIS/VIIRS wiesen keine Auffälligkeiten auf. Gasemissionen zeigten niedrige SO₂-Werte und mittlere CO₂-Konzentrationen. Die Steinschlagaktivität war jedoch hoch, was mit der außergewöhnlichen Eruption im Zusammenhang stand.

Bemerkenswert ist, dass am 22. Dezember ein sehr hoher Kohlendioxid-Ausstoß gemessen wurde. Dieser lag bei 2350 Tonnen am Tag und könnte ein Vorzeichen der Explosion gewesen sein.

Interessant ist, dass es gestern Mittag ein Erdbeben der Magnitude 4,3 (Daten GFZ) gab, das sich in einer Tiefe von 212 Kilometern unter dem Tyrrhenischen Meer ereignete. Das Epizentrum lag süd-südöstlich von Stromboli, etwa auf der Breite von Panarea.

Raung: Explosive Eruptionen am 24.12.24

Raung eruptiert explosiv – Vulkanasche in 7900 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Raung erzeugte heute Morgen um 7:05 UTC eine stärkere Ascheeruption und förderte Asche bis auf eine Höhe von 7900 m über dem Meeresspiegel. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Nord-Nordwest. Das VAAC Darwin brachte eine VONA-Warnung heraus. Der Alarmstatus für den Flugverkehr wurde auf „Orange“ erhöht.

Aufgrund von meteorologischen Wolken war die Vulkanasche zuletzt auf Satellitenbildern nicht mehr klar identifizierbar. Experten gehen davon aus, dass sich die Vulkanasche innerhalb der nächsten 12–15 Stunden auflösen wird. Eine gewisse Gefahr für den Flugverkehr besteht also zurzeit noch.

Laut Berichten des VSI stieg die Aschewolke bis auf 2000 m über Kraterhöhe auf. Berücksichtigt man, dass der Raung 3332 m hoch ist, kam die Aschewolke nur bis auf eine Höhe von 5332 m über dem Meeresspiegel. Eine deutliche Diskrepanz zu den Angaben des VAAC. Auf Bildern einer Überwachungskamera vom VSI sieht man aber, dass die Aschewolke vom Observatorium aus durch eine Wolkenlücke nur teilweise sichtbar war. Vermutlich konnte man die Krone der Eruptionswolke gar nicht einsehen.

Das VSI gab an, dass die Eruption ein seismisches Explosionssignal von 282 Sekunden Länge verursachte. Es hatte eine Maximalamplitude von 32 mm.

Dieser Ausbruch war die Initialzündung einer Reihe schwächerer Explosionen. Wie hoch die Asche aufstieg, konnte aufgrund von Bewölkung nicht ermittelt werden. Die seismischen Signale und ihre Dauer waren etwas halb so groß wie bei der Initialeruption.

Vor einer Woche begann sich der Raung zu regen und erzeugte eine kleinere Aschewolke. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, ob es sich um eine phreatische oder magmatische Eruption gehandelt hatte. Die aktuelle Tätigkeit legt nahe, dass nun letzteres der Fall ist, obwohl die Seismizität weiter gering ist und es keine Anzeichen für Magmenaufstieg gibt.

Vulkanischer Hintergrund

Der Vulkan Raung liegt im Osten der Insel Java. Er befindet sich im Ijen-Massiv und gehört zu den aktivsten Vulkanen des Landes und erreicht eine Höhe von 3.260 Metern über dem Meeresspiegel. Raung ist bekannt für seinen markanten Krater mit einem Durchmesser von etwa 2 Kilometern, aus dem häufig vulkanische Aktivität in Form von Gasemissionen und Ascheausstößen beobachtet wird.

Kilauea: Spektakuläre Eruption schwächte sich ab

Vulkanausbruch am Kilauea überflutete Kraterboden mit Lava und schwächte sich schnell ab

Der Vulkanausbruch am Kilauea schwächte sich genauso schnell ab, wie er begonnen hatte, allerdings muss man die Aktivitätsphase als spektakulär und ungewöhnlich bezeichnen: Ungewöhnlich deshalb, weil der Ausbruch praktisch ohne Vorwarnung begann und in kurzer Zeit viel Lava förderte, die den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters flutete und diesen in einen sekundären Lavasee verwandelte, der jetzt langsam abkühlt und erstarrt. Zuvor zeigten Webcam-Aufnahmen und Feldbeobachtungen Lavafontänen aus T-förmigen Spalten im südwestlichen Teil der Caldera. Zuletzt war nur noch das Spaltensegment des oberen Balkens des „T“ aktiv, das parallel zum westlichen Kraterrand verlief.

Der Ausbruch begann am 23. Dezember, um 2:20 Uhr HST (UTC -10 Stunden) und begann sich gegen 15:00 Uhr HST signifikant abzuschwächen. Seit 16 Uhr HST wurde keine frisch austretende Lava mehr beobachtet. Somit hielt der Ausbruch nur ca. 14 Stunden an. Er spielte sich komplett im Halemaʻumaʻu-Krater der Kaluapele (Kīlauea-Gipfel-Caldera) ab.

Das Ereignis manifestierte sich in einem abgesperrten Bereich des Hawaii-Volcanoes-Nationalparks und stellte keine direkte Gefahr für Menschen oder Infrastruktur dar. Allerdings waren die Emissionen vulkanischer Gase erheblich und zeitweise wurde sogar etwas Vulkanasche gefördert.

Trotz der Absperrungen drangen einige einheimische Vulkanspotter bis zum Kraterrand vor und teilten in den Sozialen Medien ihre Aufnahmen.

Daten vom HVO zur Eruption am Kilauea

Die frisch geförderte Lava bedeckt eine Fläche von 2.630.459 Quadratmetern (2,6 Quadratkilometern), und schließt nicht nur den gesamten Halemaʻumaʻu-Krater ein, sondern auch einen Großteil des angrenzenden herabgefallenen Blocks aus der Calderaumrandung. Das von Lava bedeckte Gebiet umfasst etwa ein Viertel der Fläche der Kaluapele-Caldera. Die Lava erreichte eine durchschnittliche Mächtigkeit von etwa 1 Meter, was auf eine Effusionsrate von etwa 85 Kubikmetern pro Sekunde in den ersten 8 Stunden des Ausbruchs schließen lässt.

Die anfänglichen Lavafontänen erreichten eine Höhe von 80 bis 90 Metern, sanken jedoch bis 13:00 Uhr auf etwa 50 Meter ab. Die heftigen Eruptionen erzeugten eine Wolke aus vulkanischem Gas und Partikeln, die vom Wind in südwestlicher Richtung über den abgesperrten Bereich des Parks getragen wurde. Aufgrund der Bedingungen konnten die Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) nicht direkt gemessen werden. Dennoch schätzten nahe gelegene Überwachungsstationen die Emissionsrate auf über 100.000 Tonnen SO₂ pro Tag am Morgen, mit einer Abnahme um etwa die Hälfte am Nachmittag. Diese Werte sind vergleichbar mit früheren Gipfelausbrüchen in den letzten vier Jahren.

Gegen 15:00 Uhr hörte die Deflation am Gipfel auf und das seismische Zittern nahm deutlich ab. Bis 15:30 Uhr waren die Lavafontänen kaum noch sichtbar, und um 16:00 Uhr waren sie vollständig erloschen. Das seismische Zittern kehrte nahezu auf das Hintergrundniveau zurück, während auch die vulkanischen Gasemissionen deutlich abnahmen. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass der Ausbruch stark an Intensität verloren hat und derzeit pausiert.

Öffentlich zugängliche Daten mangelhaft

Auf den öffentlich zugänglichen Diagrammen zur Bodendeformation sieht man seit Wochen praktisch nur eine minimal fallende Flatline. Während der Eruption zeigte sie einige Schwankungen, die aber bei weitem nicht dem üblichen Maß während einer Eruption entsprechen. Ich vermute mittlerweile, dass die Anzeigen nicht korrekt sind und dass die Datenübermittlung oder die webtaugliche Darstellung nicht funktioniert. Eigene Interpretationen des Geschehens bzw. Vorwarnungen sind unter diesen Umständen nicht möglich.

Bosnien: Stromausfälle und Verkehrschaos durch Schneesturm

Bosnien kämpft mit den Folgen extremer Winterwetterlagen – 180.000 Haushalte ohne Strom

In Bosnien verursachte ein Wintersturm mit starken Schneefällen bei eisigen Temperaturen massive Stromausfälle und Verkehrschaos. Das öffentliche Leben kam kurz vor Weihnachten praktisch zum Stillstand: Am Montagmorgen fiel für rund 180.000 Haushalte der Strom aus. Bis zum Nachmittag konnte die Stromversorgung nur für gut zwei Drittel dieser Haushalte wiederhergestellt werden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass noch ca. 60.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Zum Glück schmorte die Weihnachtsgans noch nicht im Ofen.

Medienberichten zufolge traf es die Region Una-Sana im äußersten Nordwesten des Landes besonders schwer, aber auch Städte wie Tuzla im Nordosten, Zenica im Zentrum und zahlreiche Gebiete der Republik Srpska meldeten großflächige Stromausfälle. Dutzende Stromleitungen wurden beschädigt. Oft ist es bei solchen Ereignissen so, dass sich auf den Stromleitungen und Masten ein Schnee- und Eispanzer bildet, der aufgrund des hohen Gewichts die Leitungen und Masten beschädigt. Überdies könnten Bäume unter der Schneelast zusammengebrochen und gegen die Strommasten gestürzt sein.

Die Zahl der von den Stromausfällen betroffenen Haushalte schwankt je nach Quelle stark. In manchen Berichten ist von 130.000 betroffenen Haushalten die Rede.

In den Newstickern wird auch berichtet, dass Schulen aufgrund des Schneechaos geschlossen blieben. Scheinbar haben die armen Schüler in Bosnien noch keine Weihnachtsferien.

Vielerorts kam es zu Verkehrschaos und kleinere Gemeinden in Höhenlagen könnten sogar von der Außenwelt abgeschnitten worden sein.

Kemal Ganic, der Bildautor des Fotos oben, schrieb auf X: „Das wird langsam besorgniserregend, der Schnee hört nicht auf zu fallen. Wenn wir das überleben, werden wir weitermachen.“ Das Bild entstand in Vlašić und zeigt ein komplett eingeschneites Auto.

Zu einem starken Wintereinbruch kam es aber auch in anderen Balkanstaaten, etwa in Kroatien. Und selbst in Norditalien und Österreich und Süddeutschland schneite es in den Höhenlagen der Alpen stark, was viele Winterurlauber freuen dürfte, sofern sie aufgrund der Witterungsbedingten anreisen können.

Bosnien-Herzegowina, ein gebirgiges Land auf der Balkanhalbinsel, ist für seine raue Topografie bekannt, die bei extremen Wetterlagen wie starken Schneefällen oder Überschwemmungen schnell zu Problemen führen kann. Im Winter stellen die Dinarischen Alpen im Landesinneren häufig eine Wetterscheide dar, die Schneestürme und heftigen Frost begünstigt. Das Meteorologische Institut der Republik Srpska warnte, dass bis Dienstagabend in bergigen Regionen bis zu ein Meter Neuschnee fallen könnte.

Extremwetter ist in Bosnien-Herzegowina keine Seltenheit. Bereits im November führten Schneestürme in Bosnien und anderen Balkanländern zu Stromausfällen. Auch der Herbst brachte schwere Naturkatastrophen mit sich: Im Oktober starben 27 Menschen im Südwesten des Landes bei verheerenden Überschwemmungen, die durch sintflutartige Regenfälle ausgelöst wurden.

Solche Ereignisse verdeutlichen die Verwundbarkeit Bosnien-Herzegowinas gegenüber den Folgen von Naturkatastrophen. Die Kombination aus steilen Berghängen, dichten Flusstälern und oft unzureichender Infrastruktur macht das Land besonders anfällig für die Auswirkungen von Extremwetterlagen. Angesichts der sich häufenden Wetterextreme wächst der Druck auf die Regierung, langfristige Maßnahmen zur Anpassung und besseren Katastrophenvorsorge zu ergreifen.

Kilauea: Eruption zu Weihnachten gestartet

Am Kilauea begann eine Eruption – Weihnachtsausbruch überrascht

Heute Nachmittag begann ein neuer Vulkanausbruch am Kilauea auf Hawaii. Die Eruption startete ziemlich überraschend um 2:20 Uhr HST (13:20 UTC) und flutete innerhalb von Minuten den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters mit Lava.

Der Eruptionsbeginn war via Livestream zu verfolgen: Außerhalb des rechten Bildrandes und somit im Westen des Kraters öffnete sich eine Eruptionsspalte, die schnell ins Sichtfeld der Kamera gelangte und sich über einen Großteil des Kraterbodens ausbreitete. Aus einem Teil der Spalte, an der Stelle eines früheren Eruptionszentrums, schoss eine relativ massive Lavafontäne empor, die aber nur von kurzer Dauer war. Nach gut 35 Minuten hatte sich die Lava über einen Großteil des Kraterbodens ausgebreitet und bildet seitdem einen sekundären Lavasee. Dieser wird jetzt noch maßgeblich von einer Lavafontäne am westlichen Kraterrand gespeist.

Dem Ausbruch voran ging nur eine kurze seismische Krise, die gegen 02:00 Uhr HST begann. Gestern wurde eine erhöhte seismische Aktivität registriert. Innerhalb von 24 Stunden ereigneten sich etwas mehr als 180 Erschütterungen. Zuletzt war die Seismizität am 4. Dezember erhöht. Seitdem war die Seismizität unauffällig. Eine deutliche Inflation, so wie sie sonst in den Wochen und Tagen vor den Eruptionen gemessen wird, wurde diesmal nicht registriert.

Aktuelle Maßnahmen und Alarmstufen

Das HVO erhöhte die Vulkan-Alarmstufe des Kīlauea von VORSICHTIG auf WARNUNG, während der Flugfarbcode für die Luftfahrt von GELB auf ROT geändert wurde. Diese Änderungen reflektieren die eskalierende Aktivität und die potenziellen Gefahren, die mit dem Ausbruch verbunden sind.

Vulkangefahren und Risiken

Die aktuellen Gefahren durch den Ausbruch umfassen:

  1. Lavafontänen und Lavaströme: Diese beschränken sich momentan auf die Caldera, können jedoch umliegende Gebiete gefährden, falls sich die Aktivität ausweitet.
  2. Gasemissionen: Der Kīlauea stößt große Mengen Schwefeldioxid (SO₂) aus, das die Luftqualität verschlechtert und sauren Regen verursachen kann.
  3. Aschefall: Kleinere Ascheauswürfe können die umliegenden Gebiete beeinträchtigen.
  4. Bodeninstabilität: Erdbeben können durch die vulkanische Aktivität zunehmen und Schäden an Gebäuden und Straßen verursachen.

Hintergrundinformationen zum Kīlauea

Der Hotspotvulkan Kīlauea liegt auf Big Island Hawaii. Es handelt sich um einen 1247 m hohen Schildvulkan, der für seine häufigen Eruptionen bekannt ist. Seine letzte größere Ausbruchsperiode begann im Mai 2018 und führte in der Siedlung Leilani zur Zerstörung von Hunderten Häusern und zur Umgestaltung der Landschaft. Im Krater Halemaʻumaʻu bildete sich nach der Eruption von 2018 öfters periodische Lavaseen. Die beiden letzten Ausbrüche in 2024 manifestierten sich in den oberen Riftzonen außerhalb der Gipfelcaldera.

Wie lange der aktuelle Ausbruch anhalten wird ist nicht vorhersagbar, besonders, da man ihn nicht einmal auf dem Radar hatte.

Kuba: Erdbeben Mw 5,9 am 23.12.24

Starkes Erdbeben der Magnitude 5,9 erschütterte Kuba – Weitere Erdbeben möglich

Datum 23.12.24 | Zeit: 06:00:59 UTC | Koordinaten: 19.916 ; -76.515 | Tiefe: 22 km | Mw 5,9

Kuba wurde von einem Erdbeben der Magnitude 5,9 getroffen. Das Epizentrum befand sich an der Südküste der Insel und wurde 38 km südsüdöstlich von Guisa verortet, wo ca. 18.400 Menschen leben. Das Hypozentrum lag in 22 Kilometern Tiefe. Das Beben ereignete sich nachts um 01:00:59 Uhr Lokalzeit (06:00:59 UTC).

Nach Angaben der örtlichen Behörden gab es bis Montagmorgen weder Berichte über größere Schäden noch Meldungen über Verletzte oder Todesopfer.

Wie so oft ermittelten die verschiedenen Erdbebendienste unterschiedliche Daten zum Erdbeben. Während die Daten oben vom EMSC stammen, ermittelte der kubanische nationale Seismologische Dienst eine Magnitude von 6,1 und lokalisierte das Epizentrum vor der Küste im Osten von Santiago de Cuba. Bis zum Morgengrauen wurden über 100 Nachbeben registriert.

Bereits im November erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,9 die benachbarte Provinz Granma. Dieses führte zu einigen Gebäudeschäden, jedoch ohne Todesopfer.

Beide Beben ereigneten sich an der gleichen Störungszone, allerdings so weit voneinander entfernt, dass ich sie als eigenständige Beben ansehe. Bei der Störungszone handelt es sich um die Oriente-Fault-Zone. Sie stellt die Plattengrenze zwischen der Karibischen Platte und der Nordamerikanischen Platte dar und ist als Transformstörung angelegt. Ähnlich wie an der San-Andreas-Fault in Kalifornien gleiten hier die beiden Platten aneinander vorbei. Wenn es zu Verhakungen des Gesteins kommt, bauen sich Spannungen in der Erdkruste entlang der Störung auf, die sich dann in Erdbeben entladen. Oft kommt es dabei zu ruckartigen Versätzen entlang der Störung.

Da es hier in kurzer Zeit zwei starke Beben gegeben hat, liegt die Vermutung nahe, dass es an anderer Stelle der Störungszonen ebenfalls starke Erdbeben geben könnte. Die Erdbebengefahr ist also groß.

Masaya: Ascheemissionen verursachen Parkschließung

Ascheemissionen am Masaya verursachten Schließung des Masaya-Nationalparks – Rissbildungen beobachtet

In Nicaragua kam es zu Ascheemissionen am Vulkan Masaya. In den sozialen Medien geteilte Fotos zeigen eine Aschewolke, die mehrere Hundert Meter hoch aus dem Santiago-Krater des Masaya aufsteigt. Laut den Beiträgen soll das Instituto Nicaragüense de Estudios Territoriales (INETER) berichtet haben, dass es zu Rissbildungen am Santiago-Krater kam. Diese Risse beschränkten sich demnach nicht nur auf den Kraterboden, sondern breiteten sich bis zum Aussichtspunkt Mirador 2 am Kraterrand aus. Infolgedessen wurde der Nationalpark für Besucher gesperrt. Diese Meldung konnte ich allerdings nicht durch Angaben offizieller Stellen verifizieren.

Bei meinen Recherchen zur Seismizität am Masaya fand ich lediglich Hinweise auf einen kleinen Erdbebenschwarm, der sich in der Nähe eines anderen Vulkans in Nicaragua ereignete: dem San Cristóbal. Dieser Vulkan eruptierte zuletzt im Juni 2024. Satellitenaufnahmen zeigen, dass der Krater des San Cristóbal aktuell kalt ist und lediglich kleine Dampfwolken freisetzt.

Am Masaya hingegen zeigt sich ein anderes Bild. Im Krater des Santiago emittieren zwei Schlote Wärme und weisen im Infrarotspektrum Anomalien auf. Der kleine Lavasee, der im Jahr 2015 dort aktiv wurde, ist mittlerweile verschwunden. Dieser war noch bis Anfang März 2024 in abgeschwächter Form aktiv, bevor mehrere große Erdrutsche innerhalb des Kraters ihn verschütteten. Seitdem hat sich der Lavasee nicht mehr etabliert.

Ob die Ascheemissionen durch Explosionen verursacht wurden, bei denen frische Lava eruptiert wurde, oder ob es sich um Aschewolken handelt, die bereits abgelagertes Material durch Kollapsereignisse aufwirbelten, ist unklar. Die beobachteten Risse könnten sowohl durch Kollapsereignisse infolge von Deflation entstanden sein als auch durch Inflation, die mit einer Aufblähung des Kraterbereichs einhergeht.

Der Masaya ist ein Komplexvulkan mit mehreren Kraterkegeln, die sich in einer Caldera bildete. Die Namensgebung der Krater ist auf Karten nicht immer einheitlich und kann Verwirrung auslösen. So zeigt Google Maps die Anomalien in einem Kraterabschnitt, der als Masaya-Krater bezeichnet wird, während der Santiago westlich davon eingetragen ist. Zugleich gibt es einen älteren Krater mit dem Namen Masaya.

Die beiden hier beschriebenen Vulkane gehören zu einer Vulkankette, die sich parallel zur Cordillera de Maribios in Nicaragua erstreckt. Weitere bekannte Vulkane dieser Kette sind der Momotombo und der Telica.