Äthiopien: Wärmeanomalie nahe Dofen-Vulkan

Wärmenanomalie nahe Vulkan Dofen im Awash-Erdbebengebiet detektiert

Im äthiopischen Teil des Riftvalleys kam es im Anfangsbereich des Afar-Dreiecks bei Awash in den letzten Monaten zu zahlreichen mittelstarken Erdbeben mit Magnituden im Vierer- und Fünferbereich. Sie standen mit einer Magmenintrusion in Verbindung, die den Boden auf einer Länge von ca. 35 Kilometern um bis zu 130 Zentimeter anhob. Durch die Intrusion stieg der geothermische Gradient und es kam zu hydrothermalen Erscheinungen, zu denen 2 phreatische Eruptionen und die Neubildung von heißen Quellen bzw. Mudpools zählten. Heute wird auf MIROVA erstmalig eine mittelstarke thermische Anomalie angezeigt. Sie hat eine Leistung von 59 MW und geht von einem Gebiet südlich des Vulkans Dofen aus, in dem sich die zuletzt aufgetretene phreatische Eruption ereignet haben muss. Die Quelle der Wärmeanomalie ist bis jetzt unklar, doch es könnte sich um eine weitere phreatische Eruption handeln, obgleich diese normalerweise nicht so eine starke Wärmequelle darstellen. Möglich ist daher auch ein Vegetationsbrand als Quelle der Wärmestrahlung. Die nächsten Messungen bringen vielleicht neue Erkenntnisse.

Bereits am Wochenende berichtete ich über ein weiteres Phänomen, das mit der Intrusion in Verbindung gebracht wird: Am Fentale-Vulkan im Süden des von der Intrusion heimgesuchten Gebiets wurde auf Satellitenbildern eine vermeintliche Dampfwolke entdeckt. Neue Bilder bestätigten das Phänomen und zeigten, dass es ortsstabil ist. Allerdings ändern sich die Strukturen an seinem Rand. Die australischen Kollegen von Extrem Pursuit vertreten nun die neue Theorie, dass sich in der Fentale-Caldera ein Kratersee gebildet haben könnte, von dem eine starke Dampfentwicklung ausgeht. Wobei bei den Lufttemperaturen in der Gegend schon sehr heißes Wasser austreten muss, damit man eine starke Dampfentwicklung erkennt. Gestützt wird die These durch eine Kombination von mehreren Filtern, die unterschiedliche Wellenlängen des Lichts untersuchen und auf ein Wasservorkommen schließen lassen. Zudem gab es am 17. Januar eine schwache thermische Anomalie, die ebenfalls von MIROVA detektiert wurde. Schwefeldioxidwolken konnten noch nicht nachgewiesen werden. Bis jetzt gibt es keine Bestätigungen des Phänomens von Beobachtern vor Ort, von daher muss man die Erklärungsversuche zur Anomalie noch als Spekulationen ansehen.

Die Erdbebentätigkeit im Awash-Gebiet geht auf verringertem Niveau weiter: Gestern manifestierten sich 4 Beben mit Magnituden zwischen 4,4 und 4,6. Erdbeben mit Magnituden kleiner als 4 können aufgrund des Fehlens eines vernünftigen seismischen Netzwerkes nicht detektiert werden.

Taiwan: Erdbeben Mw 6,0 am 20.01.24

Starkes Erdbeben erschüttert Süden von Taiwan – 15 Personen verletzt

Datum 20.01.25 | Zeit: 16:17:26 UTC | Koordinaten:  23.230 ; 120.570 | Tiefe: 10 km | Mw 6,0

Der Süden von Taiwan wurde gestern Nachmittag um 16:17:25 Uhr UTC (12:17:25 Uhr am 21. Januar Ortszeit) von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,0 erschüttert. Das Hypozentrum befand sich in gut 10 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde vom EMSC 16 Kilometer nördlich von Yujing verortet. In dem Ort leben ca. 16.500 Menschen. Die nächstgrößere Stadt ist Tainan mit gut 771.000 Einwohnern. 15 Personen erlitten Verletzungen, da die Erschütterungen Schäden anrichteten. Unter ihnen waren sechs Menschen, darunter ein Kind, die aus einem eingestürzten Gebäude im Stadtbezirk Nanxi in Tainan gerettet wurden. Zudem wurde eine Brücke auf einer Provinzstraße beschädigt und es kam zu kleineren Beschädigungen an mehreren Gebäuden. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet.

Neben den beschriebenen Beschädigungen fielen zahlreiche Gegenstände um, und in Supermärkten stürzten Waren aus den Regalen zu Boden. Dem EMSC liegen auch zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen vor. Sie stammten aus einem Umkreis von mehr als 300 Kilometern Entfernung zum Epizentrum. Einige Bebenzeugen befanden sich sogar auf dem chinesischen Festland.

Taiwan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, einer Zone mit intensiver seismischer und vulkanischer Aktivität, die den Pazifik umspannt und für die meisten Erdbeben weltweit verantwortlich ist.

Komplexe Tektonik in Taiwan bedingt hohe Seismizität

Die Tektonik Taiwans ist komplex, da an der Westküste zwei große Störungszonen aufeinandertreffen und eine sogenannte Triplejunction bilden. Bei diesen Störungszonen handelt es sich um die aus östlicher Richtung kommende Ryukyu-Subduktionszone, die auf die nord-südlich verlaufende Manila-Subduktionszone trifft, welche aus dem Okinawa-Graben hervorgeht. Zwar ist es auf den tektonischen Karten so dargestellt, dass es zu keinem direkten Kontakt der beiden senkrecht aufeinander stehenden Störungszonen kommt, doch de facto ziehen durch Taiwan zwei weitere große Störungen, die parallel zur Manila-Subduktionszone verlaufen und sich entlang der Westküste der Insel erstrecken. Dabei handelt es sich um die Störungen von Chukou und Lishan. Das Epizentrum lag im Bereich der erstgenannten Störung.

Dem Hauptbeben folgten bislang 9 Nachbeben. Sie hatten überwiegend Magnituden im Viererbereich. Ein Beben brachte es auf Mb 5,1. zudem gab es ein Vorbeben. Weitere Erschütterungen könnten folgen.

Erst im vergangenen April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,4 die östliche Bergregion von Hualien. Damals kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, und über 1.000 wurden verletzt. Dieses Beben war das stärkste in Taiwan seit 25 Jahren und wurde von Hunderten Nachbeben begleitet.

Pompeji: Privater Thermenkomplex ausgegraben

Neue Ausgrabungen in Pompeji enthüllten großen privaten Thermenkomplex

Die Ausgrabungen von Pompeji, die aktuell in der Insula 10 der Regio IX durchgeführt werden, stoßen immer wieder auf ungeahnte archäologische Schätze, die durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. unter einer bis zu 12 Meter mächtigen Ascheschicht konserviert wurden. Die jüngst der Weltöffentlichkeit präsentierte Entdeckung enthüllte einen der größten privat geführten Thermenkomplexe Pompejis. In einem Domus genannten palastgleichen Haus mit einem großen Atrium und Bankettsaal entdeckt man eine Badeanlage, die gut 30 Personen Platz bot. Sie bestand aus mehreren Räumen mit drei Wasserbecken unterschiedlicher Temperatur. Die Dreifaltigkeit setzte sich aus einem Calidarium genannten Heißraum, dem Warmraum Tepidarium, sowie dem Frigidarium (Kaltraum) zusammen. Zudem gab es einen Apodyterium genannten Umkleideraum. Das Frigidarium (Foto oben) wird von den Archäologen des modernen Pompejis als besonders beeindruckend beschrieben: Das Wasserbecken befand sich in einem säulenumstandenen Innenhof und maß gut 10 mal 10 Meter. Diese Daten veranschaulichen, dass es sich bei dem Becken eher um einen Swimmingpool als um eine Badewanne gehandelt hat.




Auf Bildern zur Pressemeldung des Archäologischen Parks Pompeji, sind die Wasserbecken und die mit Fresken verzierten Wände zu sehen. Sie zeigen, dass sogar bleierne Wasserleitungen erhalten sind, die in den Wänden verlegt wurden. Ein Novum in einer Stadt der Antike. Zudem wurden mehrere große Amphoren freigelegt und große Öfen, mit deren Hilfe das Wasser der warmen Becken erwärmt wurde.

In einem Beitrag der BBC heißt es zudem, dass in dem Haus auch zwei Todesopfer der Katastrophe entdeckt wurden. Dabei handelt es sich um die Überreste einer mittelalten Frau, die im Besitz mehrerer Goldschmuckstücke war, und um das Skelett eines ca. 20-jährigen jungen Mannes. Sie hatten in einem der Räume des Domus Schutz gesucht, fielen dann aber doch einem pyroklastischen Strom zum Opfer. In welcher Beziehung die beiden zueinander standen und ob es Angehörige des Hausbesitzers waren bleibt unbekannt.

Das Domus gehörte einem wohlhabenden Pompejaner, der zu der Elite der Stadt gehörte und rauschende Feste veranstaltete, worauf nicht nur die luxuriöse Badeanlage hindeutet, sondern auch der in unmittelbarer Nähe befindliche Bankettsaal.

Im römischen Reich waren Thermen Ort der gesellschaftlichen Zusammenkunft, und beim Baden tratschte und klatschte man nicht nur, sondern führte auch politische Debatten und besprach Geschäfte. Die Vermutung liegt nahe, dass der Hauseigentümer die Anlage nutzte, um Geschäftspartnern gefällig zu stimmen.

Dieser Komplex zählt zu den größten und aufwendigsten privaten Badeanlagen, die bisher in den Domus von Pompeji freigelegt wurden. Vergleichbare Beispiele dieser Dimension sind selten und umfassen etwa die Thermen der Praedia der Julia Felix, das Haus des Labyrinths oder die Villa des Diomedes.

Die Wände des Domus, der im südlichen Teil der Insula 10 liegt, wurden im 2. und 3. Stil dekoriert, was von der langen Nutzungsdauer des Gebäudes zeugt. Der Eigentümer zählte wohl in den letzten Jahrzehnten vor dem Vesuvausbruch zur städtischen Elite und ließ Räume gestalten, die sowohl zahlreiche Gäste empfangen als auch einen luxuriösen Lebensstil präsentieren konnten.

Deutschland: Weitere Beben bei Klingenthal

Schwache Erdbeben im deutsch-tschechischen Grenzgebiet bei Klingenthal

Datum 19.01.25 | Zeit: 9:51:34 UTC | Koordinaten: 50.374 ; 12.490 | Tiefe: 3,4 km | Mb 1,8

Im Erdbebengebiet bei Klingenthal, an der Grenze zwischen Deutschland und der Tschechei, gab es gestern wieder einige schwache Erdbeben, von denen das Stärkste eine Magnitude von 1,8 aufwies und ein Hypozentrum in 3 Kilometern Tiefe hatte. Das Epizentrum wurde 14 km südöstlich von Falkenstein verortet. Diese Werte stammen vom EMSC, das die schwächeren Beben der Serie nicht erfasste. Die anderen 8 Erschütterungen werden aber auf der Erdbebenseite der Tschechischen Akademie der Wissenschaften angezeigt. Dort ist zu erkennen, dass sich in den letzten Tagen zwei eng beieinander liegende Erdbeben-Cluster gebildet haben, die zwischen den Städten Klingenthal auf der deutschen Seite und Bublava auf der tschechischen Seite liegen. Die Erdbebenserie begann am 2. Januar und setzte sich mit unterschiedlicher Intensität bis gestern fort, wobei damit zu rechnen ist, dass es weitere Beben geben wird.

In den sozialen Medien und auch in einigen Zeitungsartikeln wird darüber diskutiert, ob es sich um ein Schwarmbeben handelt, oder ob es ein Hauptbeben gab und man die folgenden Erschütterungen als eine Nachbebensequenz ansehen muss. Tatsächlich ereignete sich das stärkste Beben der Sequenz am Anfang der Serie und lieferte sozusagen den Startschuss hierzu. Nur, sollte die Verortung stimmen, dann lag es gut 5 Kilometer südwestlich des Erdbebenclusters zwischen den beiden Orten. In diesem Fall liegt die Vermutung nahe, dass der stärkere Erdstoß ein Schwarmbeben triggerte, das sich aber an einem anderen Teil der Störungszone abspielt. Somit wären es keine Nachbeben.

Auch beim weiter südlich gelegenen Franzenbad gab es zum Jahresanfang eine Erdbebenserie, die sich aber nicht weiter fortzusetzen scheint. Die Beben hier lagen in Tiefen um 10 Kilometer. Ich gehe davon aus, dass sie an beiden Lokationen tektonischer Natur waren. Es ist aber nicht auszuschließen, dass ein Magmenkörper im tieferen Untergrund Spannungen verursacht, die letztendlich zu den Erdbeben führen. An beiden Lokationen muss man generell immer mit weiteren Schwarmbeben rechnen.

Weiterführender Link: Magmatismus im Cheb Becken

Sakurajima mit weiteren Eruptionen am 20. Januar

Sakurajima stößt Asche bis auf 2700 m Höhe aus – langanhaltende Emissionen belasten Anwohner

Der japanische Halbinselvulkan Sakurajima liegt in der Bucht von Kagoshima auf Kyushu und setzt seine Eruptionsserie fort. Wie den VONA-Meldungen des VAAC Tokio zu entnehmen ist, gab es mehrere Eruptionen, bei denen Vulkanasche bis auf eine Höhe von 2.700 m über Normalnull aufgestiegen ist und in Richtung Südosten driftete. Dabei breitete sich die Aschewolke senkrecht zur Driftrichtung zu einem lang gestreckten Band aus, das über die offene See abzog. Doch zuvor querte das Ascheband noch bewohntes Gebiet und verursachte Ascheniederschlag, der aufgrund der lang anhaltenden Emissionen zunehmend zu einem Problem für die Anwohner wird. Diese sind ständig damit beschäftigt, Infrastruktur und Fahrzeuge von der Vulkanasche zu befreien. Zudem stellen hohe Feinstaubkonzentrationen eine Belastung für die Gesundheit dar. Hinzu kommen erhöhte Schwefeldioxidwerte in der Luft, die ebenfalls belasten.


Das Video zeigt die Eruption vom 19. Januar aus verschiedenen Perspektiven

Falsche Darstellung von Vulkanasche in Filmen

In diesem Zusammenhang sei einmal mehr erwähnt, dass Vulkanasche absolut nichts mit der Asche als Verbrennungsprodukt eines Feuers gemein hat. Tatsächlich scheint sich diese Erkenntnis bis heute nicht zu Filmemachern herumgesprochen zu haben, wie man in der neuen Netflix-Serie „La Palma“ sehen kann. Wenn Drehbuchautoren nicht in der Lage sind, Grundsätzliches in Bezug auf Vulkanismus zu recherchieren, ist das ein echtes Armutszeugnis! In der Serie schwimmt die Asche auf dem Wasser eines Swimmingpools, und die vermeintlichen Wissenschaftler sprechen davon, dass zum Glück nur Vulkanasche und keine Lava eruptiert wurde. Leute, Vulkanasche ist nichts anderes als Lava, die von Explosionen zu sandkorngroßen Partikeln zersprengt wurde. Genau genommen ist es also Lavasand, der weder schwimmt noch Flocken bildet, die an verbranntes Papier erinnern! Der Begriff „Vulkanasche“ stammt noch aus der Zeit, als man annahm, dass Vulkane die Manifestation brennender Kohleflöze seien – was einige Jahrhunderte her ist. Anders als etwa Quarzsand, der durch Erosionsprozesse entsteht und meist aus fein gerundeten Körnchen besteht, sind die zerfetzten Partikel der Vulkanasche scharfkantig und wirken etwa auf Autolack sehr abschleifend bzw. zerkratzend. Daher sollte man Vulkanasche immer mit viel Wasser vom Wagen abspülen, ohne dabei zu wischen.

Suwanosejima schlägt zurück

Doch zurück zu den Vulkanen Japans, denn nicht nur der Sakurajima hat seine Aktivität gesteigert, sondern auch der weiter südlich gelegene Inselvulkan Suwanosejima. Hier meldete das VAAC heute drei Aschewolken, die bis auf 1.800 m Höhe aufstiegen und ebenfalls nach Südosten drifteten. Es hat den Anschein, als könne er die verstärkte Aktivität am Sakurajima nicht einfach schlucken, ohne selbst aufzudrehen. Natürlich könnte auch das starke Erdbeben MW 6,8 vom 13. Januar die verstärkte eruptive Aktivität der beiden Vulkane getriggert haben. Fehlt nur noch, das Aso-san und Kirishima mit einstimmen.

Kanlaon: Anhaltende Ascheemissionen am 20. Januar

Kanlaon stößt weiter Asche und viel Gas aus – Mehr als 4000 Tonnen Schwefeldioxid

Auf den Philippinen stößt der Vulkan Kanlaon weiterhin Asche aus. Das VAAC Tokio veröffentlichte heute zwei VONA-Warnungen, nach denen die Aschewolken in einer Höhe von 2700 m nach Südwesten driften und eine Gefahr für tief fliegende Flugzeuge darstellen könnten. PHIVOLCS berichtet in seinem täglichen Update von drei Ascheemissionen innerhalb von 24 Stunden. Sie dauerten zwischen 9 und 23 Minuten und wurden von vulkanischem Tremor begleitet. Dem Vulkan entweicht aber nicht nur Vulkanasche, sondern auch viel Gas. Zu den vulkanischen Gasen zählt das Schwefeldioxid, von dem in den letzten 24 Stunden 4023 Tonnen emittiert wurden. Gegenüber dem Vortag hat sich der Wert fast verdoppelt.

Zu den beschriebenen Phänomenen gesellte sich eine mittelstarke Seismizität in Form von vulkanotektonischen Erdbeben und Tremor. Innerhalb eines Tages wurden 13 seismische Signale detektiert, von denen 11 von VT-Erdbeben verursacht wurden. Die vulkanisch bedingten Erdbeben werden überwiegend von Magmabewegungen im Untergrund ausgelöst, die aufsteigen und in einem Magmenkörper unter dem Vulkan zwischengespeichert werden und eine Versteilung der Vulkanflanken bedingen. Daher gilt der Vulkan als geschwollen. Vor Ort fürchtet man einen stärkeren Vulkanausbruch, der sich ohne weitere Vorwarnungen ereignen könnte. Es gibt eine Sperrzone mit einem 6-Kilometer-Radius um den Krater. Der Alarmstatus steht auf „3“ (Orange). Man warnt vor Explosionen mit Ascheniederschlag und pyroklastischen Strömen. Zudem stellen bereits jetzt Aschepartikel und Gase in der Luft eine Gesundheitsgefährdung für die Anwohner des Vulkans dar. Tausende wurden bereits evakuiert und harren seit Monaten in Flüchtlingslagern aus.

Taal Vulkan mit verstopften Fördersystem

Neben dem Kanlaon ist der Taal-Vulkan ein weiterer Feuerberg der Philippinen, der als aktiv eingestuft und besonders überwacht wird. In den letzten Monaten gab es immer wieder phreatische und sogar phreatomagmatische Eruptionen sowie über die meiste Zeit hinweg einen sehr hohen Schwefeldioxidausstoß mit Durchschnittswerten von mehr als 4000 Tonnen am Tag. Seit einigen Tagen hat sich der Ausstoß des Gases signifikant reduziert und hat die niedrigsten Werte seit Jahren erreicht: Bei der letzten Messung am 18. Januar wurden nur 890 Tonnen Schwefeldioxid am Tag nachgewiesen. Die Vermutung liegt nahe, dass das Fördersystem verstopft ist, wodurch sich ein hoher Gasdruck aufbaut, der letztendlich zu phreatischen oder phreatomagmatischen Eruptionen führen könnte.

Awash: Satellitenfoto enthüllt Dampfwolke am Fentale

Satellitenfoto zeigt Dampfwolke über Vulkan Fentale in Äthiopien – Seismizität rückläufig

Heute geht ein Satellitenfoto in der Vulkan-Community um, das für einige Aufregung sorgt, denn es zeigt eine Dampfwolke über der Caldera des Fentale-Vulkans in der äthiopischen Awash-Region. Vulkan und Region stehen seit einigen Wochen im Fokus des Interesses, weil es hier eine große Magmenintrusion gab, die zwischen den Vulkanen Fentale und dem weiter nördlich gelegenen Dofan in den flacheren Untergrund eingedrungen war und nicht nur eine starke Erdbebentätigkeit auslöste, sondern auch für verschiedene hydrothermale Manifestationen sorgte. Hierzu zählten nicht nur die Entstehung von Schlammquellen, sondern auch mindestens 2 Dampfexplosionen an unterschiedlichen Lokationen entlang des magmatischen Gangs.

Die Ereignisse lösten die ungeordnete Evakuierung von gut 80.000 Menschen aus, die überwiegend vom Stamm der Afar sind und teilweise nicht genau wussten, wohin sie denn flüchten sollten, da es keine staatlich eingerichteten Evakuierungszentren gab.

Die Seismizität, in deren Zuge zahlreiche Erdbeben mit Magnituden im Fünferbereich generiert wurden, hat in den letzten Tagen spürbar nachgelassen: Das bislang letzte stärkere Erdbeben mit einer Magnitude von 5,1 (GFZ) gab es vor 2 Tagen.

Interessanterweise sind jetzt die ersten Wissenschaftler vor Ort eingetroffen, die den Phänomenen genauer auf die Spur kommen wollen. Enku Muguleta – ein äthiopischer Reiseunternehmer, der auf Geotouren spezialisiert ist – nahm sie gestern in Empfang und startete mit ihnen in Richtung Awash. Der Reiseunternehmer postete auch neue Fotos einiger der hydrothermalen Erscheinungen: Diese scheinen teilweise noch aktiv zu sein, doch die Pegel der hydrothermalen Flüssigkeiten sind deutlich gefallen.

Vielleicht kommen die Forscher auch dem Phänomen der Dampfentwicklung am Fentale auf die Spur, ohne dass wir einige Tage lang auf das nächste Satellitenfoto warten müssen. Haben sich dort neue Fumarolen gebildet, oder kam es sogar zu einer phreatischen Eruption? Oder ist die einzelne Dampfwolke doch nur ein meteorologisches Phänomen? Fragen, auf die es hoffentlich bald präzisere Antworten geben wird.

Generelle ist die Gefahr eines möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruchs zwar noch nicht ganz gebannt, aber es sieht so aus, als würde die Intrusion erst einmal abklingen, ohne eine Eruption auszulösen. Bei einer weiteren Intrusion steigt das Risiko dann signifikant an.

Island: Erdbeben M 3,2 beim Keilir

Der Keilir liegt auf der Reykjanes-Halbinsel. © Marc Szeglat

Schwarmbeben beim Keilir auf Reykjanes – Stärkste Erschütterung M 3,2

Datum 19.01.25 | Zeit: 13:45:09 UTC | Koordinaten: 63.938 ; -22.095 | Tiefe: 3,8 km | Mb 3,2

Gestern Nachmittag ereignete sich auf Island um 13:45 Uhr UTC ein Erdbeben der Magnitude 3,2. Das Epizentrum wurde 3,8 Kilometer östlich des vulkanisch geprägten Berges Keilir detektiert, der im Norden zwischen den Systemen von Fagradalsfjall und Krysuvik liegt, aber noch zu letzterem zählt. Wir erinnern uns, dass in dem Areal der magmatische Gang endete, der vor der ersten Eruption am Fagradalsfjall intrudierte und damals die neue Eruptionsphase auf der Reykjaneshalbinsel einläutete.

Keilir liegt zwischen den Orten Hafnarfjörður und Keflavík und unweit der Hauptstadt Reykjavik. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name übrigens Kegel, was ziemlich gut passt. Der Grund, warum ich den Keilir als „vulkanisch geprägten Berg“ bezeichne, liegt an der Abwesenheit eines erkennbaren Kraters. Dennoch ist er vulkanischen Ursprungs: Er entstand durch mehrere Ausbrüche an der gleichen Stelle unter der Gletscherbedeckung der Eiszeit und setzt sich aus Palagonit zusammen.

Der Erdbebenschwarm setzte sich aus einem Dutzend Beben zusammen und auch wenn der Keilir als Orientierungspunkt der Verortung herangezogen wurde, manifestierte sich der Erdbebenschwarm doch an einem anderen Vulkanberg ähnlicher Entstehung: dem Trölladyngja, der definitiv zum Krysuvik-System gehört.

Weitere Schwarmbeben auf der Reykjanes-Halbinsel ereigneten sich an den Lokationen Raufarhólshellir, Skeggi á Hengli und Reykjanestá. Insgesamt wurden in den letzten 48 Stunden 70 Erschütterungen detektiert. Bei Svartsengi gab es nur ein einziges Mikrobeben.

Die Bodenhebung bei Svartsengi entschleunigte sich in den letzten 2 Tagen, wenigstens wenn man dem Verlauf des Grafen zu den GNNS-Messungen Glauben schenkt. Es könnte aber auch sein, dass es abermals zu schwachen Abweichungen in den Satellitenlaufbahnen gekommen ist, die die Messwerte verfälschen. Oft sind es gravitative Einflüsse der Gezeitenkräfte, die solche Abweichungen hervorrufen. Vielleicht zeigt sich hier die Planetenkonstellation von Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun für verantwortlich, die in 2 Tagen stattfinden wird. Manch einer fürchtet bei solchen Konstellationen den Weltuntergang in Form von verheerenden Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Mal gucken, ob wir in 3 Tagen noch hier sein werden. Falls es zum Weltuntergang kommt, berichte ich natürlich darüber.

Sakurajima: Neue Eruptionsserie am 19. Januar

Sakurajima lässt Erde erschüttern und Asche aufsteigen

In Japan eruptierte der Sakurajima Vulkanasche, die bis auf eine Höhe von 3400 m aufgestiegen und in Richtung Osten driftete. Obwohl die Eruptionen weiterhin aus dem Minami-dake genannten Zentralkrater aufsteigen, sieht man auf Livecamaufnahmen auch Dampf aus dem Showa-dake aufsteigen. Die Eruptionen aus diesem Krater zeigten sich noch vor gut 10 Jahren (ja, so lange ist es auf einmal her) für die spektakulären vulkanischen Gewitter verantwortlich, die den Sakurajima weltweit bekannt haben werden lassen. Seitdem der Krater seine Aktivität weitestgehend eingestellt hat, hoffen zahlreiche Vulkanspotter darauf, dass er wieder in das Geschehen am Vulkan in der Bucht von Kagoshima einstimmen wird.




Die aktuelle Explosionsserie löste eine Meldung beim JMA aus, in der es heißt, dass die Vulkanasche gut 2000 m über Kraterhöhe aufgestiegen ist. Die Intensität der Aschewolke wurde als „eher groß“ bezeichnet. Die Forscher warnten davor, dass größere Vulkanblöcke bis zu 700 m weit vom Kraterrand entfernt auf der Vulkanflanke niedergingen. Das entspricht dem Standort der 8. Messstation. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass der Aufstieg auf den Vulkan weiterhin verboten bleibt.

Generell werden vom JMA die Warnungen zu den Vulkangefahren aufrechterhalten. Insbesondere weist man darauf hin, dass in einem Umkreis von 2 Kilometern um den Minami-dake und den Showa-Krater weiterhin die Gefahr besteht, von großen Vulkanblöcken und pyroklastischen Strömen erwischt zu werden, sollte man so lebensmüde sein, sich dorthin zu begeben. Außerdem besteht in den Siedlungen am Fuß des Vulkans die Gefahr, dass die Druckwellen der Explosionen Fensterscheiben nicht nur zum Klirren, sondern im Extremfall auch zum Bersten bringen. Im Falle starker Regenfälle könnten Lahare und Muren abgehen.

Darüber hinaus gibt es im Bereich von Kagoshima ein erhöhtes Erdbebenrisiko. Besonders am 15. und 16. Januar wurde ein moderater Anstieg vulkanisch bedingter Seismizität festgestellt. An diesen Tagen gab es 12 bzw. 15 VT-Erdbeben. Der Ausstoß an Schwefeldioxid ist weiterhin hoch und betrug zuletzt 2300 Tonnen am Tag. Von den Schwefelgasen geht eine latente Gesundheitsgefährdung für die Anwohner der Region aus.