Campi Flegrei: Schwarmbeben am 11. März

Weiterer Erdbebenschwarm erschüttert Campi Flegrei – Erdbeben im Randbereich der Caldera beunruhigt

In der Nacht ereignete sich ein weiteres Schwarmbeben in der italienischen Caldera Campi Flegrei. Es wurden über 40 Erschütterungen registriert. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,0 und ein Hypozentrum in 2,4 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum lag im Südwesten des Solfatara-Kraters. Der Erdstoß konnte in der Caldera deutlich gespürt werden.

Schwarmbeben Campi Flegrei. Der Erdstoß am Nordwestlichen Caldera-Rand beunruhig Forscher. © INGV

Es ist aber nicht dieses Beben im Zentrum der bekannten Aktivität, das für Aufsehen sorgt, sondern ein Erdstoß, der sich bereits am 9. März im Nordwesten der Caldera ereignete. Das Epizentrum befand sich im Neubaugebiet Monterusciello, unter dem es bislang nicht bebte. In einem Interview mit Pozzuoli News 24 sprach der Vulkanologe Giuseppe Mastrolorenzo über die Ereignisse und meinte, dass die durch die Bodenhebung entstehenden Spannungen in den Campi Flegrei mittlerweile so groß geworden sind, dass sie auch Zonen am Rand der Caldera erfassen. Die Angaben zu diesem Erdbeben sind allerdings widersprüchlich, denn auf der INGV-Shakemap wird das Beben mit Mb 1,4 angezeigt, während in dem Interview von einem Beben Mb 2,6 die Rede ist. Möglich, dass die Magnitude nachträglich korrigiert wurde und vom automatischen System zunächst schwächer eingestuft wurde. Giuseppe hält es für möglich, dass in der nun betroffenen Region Störungszonen verlaufen, die durch die wachsenden Spannungen aktiviert wurden.

Der Vulkanologe spricht zudem davon, dass die Ursache für den Bradyseismos nach wie vor unklar sei, und vermutet, dass die Bodenverformungen durch eine Ausdehnung des hydrothermalen Systems verursacht werden könnten. Warum sich das Hydrothermalsystem ausdehnt, lässt er unerwähnt. Dafür erwähnt er aber, dass der Kohlendioxid-Ausstoß auf über 5000 Tonnen am Tag anstieg und dass sich auch der Schwefelwasserstoff-Flux verfünffacht hat.

Meiner Meinung nach redet man weiterhin um den heißen Brei herum: In der Tiefe sammelt sich Magma an, was das Hydrothermalsystem befeuert, was auch ganz klar mit der Steigerung des Ausstoßes vulkanischer Gase einhergeht. Wahrscheinlich sind die gesamten bradyseismischen Prozesse der letzten 80 Jahre auf ein allmähliches Aufheizen des magmatischen Systems des großen Calderavulkans zurückzuführen. Auch wenn man bis jetzt nicht allzu viel über diese Prozesse weiß, so geht die Wissenschaft davon aus, dass sie sich über lange Zeiträume hinziehen und Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte anhalten können, bevor es zu einer Eruption kommt. Diese wird mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann einsetzen, nur wann, das kann bis jetzt niemand sagen.

Argentinien: Starkregen setzt Bahía Blanca unter Wasser

Starkregen überflutet Bahía Blanca in Argentinien – Behörden sprechen von Regen mit historischen Ausmaßen

Am Wochenende kam es in Teilen Argentiniens zu extrem starken Niederschlägen, die besonders in der Provinz Buenos Aires eine verheerende Katastrophe verursachten. Die Küstenstadt Bahía Blanca wurde überflutet, mindestens 16 Menschen kamen in den Fluten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

In der 350.000 Einwohner zählenden Stadt wurden 300 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen – das entspricht gut einem Viertel der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge der Region. Infolge der sintflutartigen Regenfälle verwandelten sich Straßen in reißende Ströme, die Autos mitrissen. Keller liefen voll, und selbst das zentrale José-Penna-Krankenhaus musste evakuiert werden.

Die Schäden an der Infrastruktur sind erheblich: Brücken, Straßen sowie Strom- und Wasserleitungen wurden zerstört. Tausende Menschen stehen ohne Strom und Wasser da. Zudem mussten zahlreiche Bewohner ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen. Besonders dramatisch war die Situation im Krankenhaus, wo selbst Intensivpatienten und Neugeborene evakuiert werden mussten.

Während die Aufräumarbeiten begonnen haben und Schlamm sowie Schutt aus den Straßen beseitigt werden, bleibt die Angst vor weiteren Regenfällen bestehen.

Wissenschaftler warnen, dass Extremwetterereignisse weltweit zunehmen und durch den Klimawandel verstärkt werden.

Viele Stadtbewohner fragen sich, warum es keine besseren Warnsysteme gibt und weshalb die Infrastruktur dem Unwetter nicht standhalten konnte. Experten kritisieren seit Jahren, dass viele Städte unzureichend auf Extremwetter vorbereitet sind. Es scheint unabdingbar, mehr in den Katastrophenschutz zu investieren und Städte so umzugestalten, dass sie extremen Wettersituationen besser standhalten können. Diese Problematik betrifft nicht nur Argentinien – auch Deutschland steht vor ähnlichen Herausforderungen. Frankreich geht mit gutem Beispiel voran und hat beschlossen, das Land bis zum Ende des Jahrhunderts auf einen klimawandelbedingten Temperaturanstieg von vier Grad vorzubereiten. Es bleibt abzuwarten, ob es bei dieser Absichtserklärung bleibt oder konkrete Maßnahmen folgen.

Jan Mayen: Starkes Erdbeben Mw 6,5


Datum 10.03.2025 | Zeit: 02:33:13 UTC | Koordinaten: 71.190 ; -8.013 | Tiefe: 10 km | Mw 6,5

Erdbeben Mw 6,5 an der Jan-Mayen-Transformstörung zu Fuße des Beerenberg-Vulkans

Die Vulkaninsel Jan Mayen liegt nördlich von Island und östlich von Grönland. Direkt vor der Nordküste der Insel ereignete sich heute Nacht ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,5. Das Hypozentrum wurde in 10 Kilometern Tiefe fixiert. Das EMSC verortete das Epizentrum 975 km nord-nordöstlich von Reykjavík auf Island. Es folgte ein Nachbeben der Magnitude 4,5.

Tektonisch betrachtet liegt Jan Mayen auf der gleichnamigen Transformstörung, die zwei Arme des Mittelozeanischen Rückens des Nordatlantiks miteinander verbindet. Bei den Armen handelt es sich um das von Island kommende Kolbeinsey-Ridge und die an der Transformstörung versetzte Fortführung in Form des Mohns-Ridge. Vor der Nordküste von Jan Mayen und somit etwa in dem Bereich des Erdbebens liegt ein Kreuzungspunkt der Transformstörung mit dem Mohn-Ridge. Wahrscheinlich verursachten Erdbewegungen an diesem Kreuzungspunkt Spannungen, die letztendlich das Erdbeben auslösten.

Schaut man sich die Shakemap an, dann erkennt man, dass sich im Norden von Jan Mayen ein Berg befindet. Hierbei handelt es sich um den Beerenberg-Vulkan, der zuletzt im Jahr 1970/71 größer ausgebrochen ist. Damit zählt er auch heute noch zu den als aktiv eingestuften Vulkanen und könnte theoretisch wieder ausbrechen. Das Erdbeben war sicher tektonischer Natur und stand mit dem Ozeanrücken in Verbindung, wobei es für ein Erdbeben an einer divergenten Störungszone vergleichsweise stark war. Sollte sich ein Magmenkörper unter dem Vulkan akkumuliert haben, könnte das Erdbeben einen Ausbruch triggern. Umgekehrt sind starke Erdbeben aber auch in der Lage, bevorstehende Eruptionen zu verhindern. Sollte ein Ausbruch ausbleiben – was am wahrscheinlichsten ist –, werden wir allerdings kaum erfahren, ob das Erdbeben tatsächlich einen Ausbruch des Beerenberg-Vulkans verhinderte.

Jan Mayen und Island sind über die kontinentale naht des Mittelatlantischen Rückens miteinander Verbunden, dennoch gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen den Erdbeben auf den beiden Inseln.

Fuego: Paroxysmus am 10. März

Paroxysmus am Fuego. © Afar-TV-Livecam

Fuego generiert Paroxysmus – Lavafontänen, hoch aufsteigende Aschewolke und pyroklastische Ströme gemeldet

In Guatemala legt sich der Fuego mächtig ins Zeug und macht seinem Namen alle Ehre: Vom Feuervulkan geht eine beständige Lavafontäne aus, die mehrere hundert Meter hoch aufsteigt und den Hang mit glühender Tephra eindeckt. Zudem wird eine Aschewolke gefördert, die laut INSIVUMEH bis auf eine Höhe von 7000 m über dem Meeresspiegel aufsteigt und vornehmlich in westlicher Richtung driftet. Der Wind fächert die Eruptionswolke auf, so dass sie sich über ein großes Gebiet verteilt und sogar bis auf den Pazifik hinaus zieht. In Ortschaften, die unter die Aschewolke geraten, kommt es zu starkem Ascheniederschlag.




Der Paroxysmus bahnte sich gestern bereits an, denn nach einer gut 40 Tage dauernden Ruhephase erzeugte der Vulkan periodisch starke strombolianische Eruptionen, die mehrere Minuten lang anhielten.

Heute Nacht war der Livecam-Blick zeitweise wolkenverhangen, doch durch ein kleines Wolkenloch kurz vor Mitternacht konnte man erkennen, dass der Paroxysmus langsam anfing. MIROVA registriert eine sehr hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 3650 MW. Das zugehörige Signal ist langgestreckt und es könnte sein, dass auch ein Lavastrom auf der Westflanke unterwegs ist. Falls nicht, dann fließt hier vermehrt die ausgestoßene glühende Tephra in Form eines Debris Flows über die Vulkanflanke.

Die Katastrophenschutzbehörde CONRED brachte mehrere Bulletins zu der aktuellen Aktivität heraus und warnt vor pyroklastischen Strömen, die sich durch die Schluchten Las Lajas, El Jute, Seca und Ceniza bewegen. Momentan lässt diese besonders gefährliche vulkanische Erscheinung etwas nach. Dennoch dürften sich die besorgten Anwohner des Vulkans an die Vorkommnisse von 2018 erinnern, als bei einem Paroxysmus große pyroklastische Ströme abgingen, die bewohntes Gebiet erreichten. Das Problem ist, dass diese nun jederzeit und ohne weitere Vorwarnungen auftreten können, und da sie sich teils schneller als ein Auto bewegen, ist eine Flucht dann auch schwierig. Für die Behörden und die Bevölkerung sicherlich eine schwierige Situation, in der sich die Frage stellt: evakuieren oder bleiben?

CONRED empfahl den Anwohnern des Vulkans bereits gestern, besonders achtsam zu sein und eine Notfalltasche mit den wichtigsten Dingen des Lebens zu packen. Diese sollte ausreichend Material enthalten, um 72 Stunden fernab der Heimat auszukommen. Auch jetzt sind Teams vor Ort und betreuen die Bürger. Den Empfehlungen der Spezialisten ist unbedingt Folge zu leisten.

Island: Schwarmbeben bei Setlun

Schwarmbeben im Krysúvik-System nahe Thermalgebiet Setlun – Über 100 Beben detektiert

Auf der isländischen Reykjaneshalbinsel war gestern aus seismischer Sicht einiges los, denn es gab eine erhöhte Seismizität im Krysúvik-Spaltensystem, in deren Folge mehr als 100 Beben registriert wurden. Die meisten Erschütterungen manifestierten sich westlich des Thermalgebiets Setlun, das ich bei meinem Islandbesuch im letzten Jahr besichtigen konnte. Während die meisten Beben Magnituden kleiner 1 hatten und somit in den Bereich der Mikroseismizität fielen, brachte es der stärkste Erdstoß auf eine Magnitude von 3,0. Das Hypozentrum lag in 5 Kilometern Tiefe. In diesem Tiefenbereich ereigneten sich auch die meisten anderen Beben. Dieser ist typisch für magmatisch bedingte Erschütterungen infolge einer Magmenakkumulation, obgleich in dem Areal in den letzten Monaten keine Bodenhebung detektiert wurde, sondern sogar eine Absenkung. Eine mögliche Trendwende setzte im Februar ein, wobei unklar ist, ob eine vermeintliche Bodenhebung nicht mit der Aktivität bei Svartsengi zusammenhängt.

Im Sommer 2023 hatte sich der Boden bei Krysúvik deutlich gehoben und Vulkanologen rechneten sogar damit, dass sich die Aktivität vom damals noch aktiven Fagradalsfjall-Bereich ins benachbarte Krysúvik-System verlagern würde. Doch wie wir wissen, kam es anders und die Aktivität wanderte ins westlich gelegene Svartsengi-Gebiet, anstatt nach Osten. Gestern bebte es auch im Bereich Fagradalsfjall-Keilir, wo die Eruptionsserie auf Reykjanes 2021 begann.





Einige Erdstöße wurden auch im Bereich der Sundhnukur-Kraterreihe verzeichnet. Die Bebentätigkeit hier lag in etwa auf dem Niveau der Vortage. Das gleiche gilt für die Bodenhebung, die nach einem sehr wahrscheinlich messtechnisch bedingten Rücksetzer weiter anhält. Nach Einschätzung des Vulkanologen Þorvaldur Þórðarson könnte sich eine Eruption um den 20. März ereignen, wobei es natürlich immer sein kann, dass die unterirdische Aktivität stoppt, ohne dass es zu einer weiteren Eruption kommen kann.

Þorvaldur spekuliert in einem MBL-Interview darüber, dass die vulkanische Aktivität auf Reykjanes sogar 200 bis 300 Jahre anhalten könnte – ein Garant dafür, dass es uns Vulkanspottern nicht langweilig wird, insbesondere, da es auch an anderen Stellen auf Island zu Vulkanausbrüchen kommen wird. Ziemlich weit oben auf der Liste möglicher Vulkanausbrüche stehen die Vulkane unter dem Vatnajökull einschließlich der Askja nördlich des Gletschers.

Fuego: Schloträumer beendete Pause

Starke Explosion am Fuego deckte Gipfelbereich mit glühender Tephra ein. © Afar-TV

Starke Explosion beendete mehrwöchige Eruptionspause am Fuego – Glühende Tephra deckte Gipfelbereich ein

Heute Nacht begann der guatemaltekische Vulkan Fuego nach gut 7-wöchiger Ruhe wieder mit seinen Eruptionen. Auf der Afar-Livecam ließ sich das Erwachen des Vulkans gut verfolgen, denn die Wetterbedingungen waren gut, so dass man sogar auf den Gipfel zoomen konnte, ohne dass das Bild verwackelte. Ein Erwachen des Vulkans kündigte sich gegen 01:24:00 Uhr an, als langsam Lava im Förderschlot aufzusteigen begann und aufsteigender Dampf rot illuminiert wurde. Die Initialzündung der eruptiven Tätigkeit manifestierte sich um 02:54:45 Uhr. Eine besonders starke Explosion warf glühendes Material mehrere hundert Meter hoch aus und deckte den gesamten Gipfelbereich mit glühender Tephra ein. Sie rutschte in Form von Schuttlawinen durch die Abflussrinnen auf der Vulkanflanke und dürfte auch die Vegetationsgrenze erreicht haben. Die Tätigkeit dauerte ca. 3 Minuten, bis wieder Ruhe einkehrte. Doch diese währte nicht lange, denn im Laufe der Nacht kam es zu mehreren Explosionen und Phasen länger anhaltender Aktivität, so dass eine kleine Lavafontäne entstand. Im Laufe des Morgens gab es einige kleinere Eruptionen.

MIROVA registrierte eine hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 147 MW. Sie dürfte in Verbindung mit der starken explosiven Tätigkeit gestanden haben. Das VAAC Washington brachte eine VONA-Warnung heraus, nach der Vulkanasche in 4800 m Höhe detektiert wurde, was sich mit den Angaben der Vulkanologen von INSIVUMEH deckt. Dort heißt es, dass es zu Ascheniederschlag in Ortschaften am Fuß des Vulkans gekommen ist. Man verweist auf die Vulkangefahren und darauf, dass man auch in den Ortschaften besondere Vorsicht walten lassen sollte: Gase und Asche sind gesundheitsgefährdend und starke Explosionen könnten Fensterscheiben zum Bersten bringen.

Der Fuego brach zuletzt im Jahr 2018 katastrophal aus. Damals erreichten pyroklastische Ströme die Ortschaften am Fuß des Vulkans und töteten mehr als 300 Menschen.

Eingangs schrieb ich, dass die Ruhepause des Fuegos durch die Explosion beendet wurde. Ganz ruhig war der Vulkan aber in dieser Ruhephase auch nicht, denn es stieg Dampf auf, der zeitweise auch leichte Ascheemissionen enthielt.

Montagne Pelée: Steigerung der Erdbebenaktivtät

Anstieg der seismischen Aktivität unter dem Montagne Pelée festgestellt – 27 Beben in einer Woche

Die seismische Aktivität unter dem Montagne Pelée, einem aktiven Schichtvulkan auf der Karibikinsel Martinique, zeigt weiterhin einen leichten Anstieg. Doch auch wenn sich die Zahl der registrierten Erdbeben verdoppelt hat, bleibt die seismische Aktivität insgesamt moderat. Kurzfristig ist nicht mit einer neuen Eruption zu rechnen, langfristig betrachtet kann es jedoch anders aussehen.

Laut dem aktuellen Wochenbericht des Observatoire Volcanologique et Sismologique de Martinique (OVSM) wurden während des Beobachtungszeitraums zwischen dem 28. Februar und dem 7. März 2025 insgesamt 27 vulkanotektonische Erdbeben mit geringen Magnituden im Bereich der Mikroseismizität registriert. Keines der jüngsten Erdbeben war für die Bevölkerung spürbar. Diese seismischen Ereignisse traten in einer bekannten aktiven Zone des Vulkans in einer Tiefe zwischen 1.000 und 1.400 Metern unterhalb des Gipfels auf.

Vulkanotektonische Erdbeben entstehen durch Fluidaufstieg, der Mikrofrakturen im Gestein verursacht. Diese Beben treten am Montagne Pelée seit sieben Jahren auf und stehen im Zusammenhang mit der langsamen Aufheizung des Vulkans.

In der Vorwoche verzeichnete das OVSM zwölf vulkanisch bedingte Erdbeben. Damit ergibt sich für den Zeitraum der vergangenen vier Wochen eine Gesamtzahl von 41 registrierten Erdbeben, was einem wöchentlichen Durchschnitt von 10 bis 11 Ereignissen entspricht.

Während Phasen vulkanischer Reaktivierung, wie sie bei Schichtvulkanen wie dem Montagne Pelée auftreten können, ist es üblich, dass die seismische Aktivität sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Intensität variiert.

Derzeit bleibt die Alarmstufe auf „Gelb“, was bedeutet, dass der Vulkan bald ausbrechen könnte, aber noch keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht.

Der Montagne Pelée wurde durch seinen katastrophalen Ausbruch am 8. Mai 1902 weltbekannt, bei dem große pyroklastische Ströme die Stadt Saint-Pierre auslöschten. Diese Eruption gilt als eine der tödlichsten des 20. Jahrhunderts: Von den rund 28.000 Einwohnern der Stadt überlebten nur zwei Menschen, darunter der Gefangene Ludger Sylbaris, der sich in einer fensterlosen Zelle befand.

Die Eruption war so charakteristisch, dass nach ihr ein eigener Eruptionstyp benannt wurde: die peléanische Eruption, die durch seitwärts gerichtete Explosionen gekennzeichnet ist.

USA: Waldbrand verursacht Ausnahmezustand auf Long Island

Waldbrände im US-Bundesstaat New York löst Ausnahmezustand aus – Long Island besonders betroffen

In einigen Gebieten der US-Ostküste herrscht aktuell eine große Trockenheit. Sie begünstigt das Entstehen von Waldbränden, die in Kombination mit starken Winden gestern dazu führten, dass sich die Feuerfronten von vier Waldbränden auf Long Island bei New York City schnell ausbreiteten. Während drei der Brände inzwischen eingedämmt werden konnten, ist einer weiterhin außer Kontrolle und zerstörte mehrere Gebäude nahe eines Militärflughafens. Gouverneurin Kathy Hochul rief den Ausnahmezustand aus.

Long Island ist vielen Deutschen sicherlich aus amerikanischen Spielfilmen als Wohnort der Reichen von New York bekannt. Die etwa 190 Kilometer lange Insel wird durch den East River von Manhattan und dem Rest von New York City getrennt und zählt zu den dicht besiedelten Inseln der USA. Die Hamptons sind eine wohlhabende Region im Osten von Long Island, die für ihre luxuriösen Anwesen mit Strandblick bekannt ist. Ausgerechnet am Rand dieser Region entstanden die vier Brände und sorgten für Besorgnis unter den Anwohnern, insbesondere nach den Dramen, die sich im Januar in Malibu bei Los Angeles abspielten. In diesem Zusammenhang darf über die Ursache der Brände spekuliert werden – möglicherweise handelt es sich um Brandstiftung.

Starke Winde fachten die Flammen an, wodurch dichter Rauch aufstieg. Infolgedessen wurde ein Militärstützpunkt evakuiert und eine wichtige Autobahn gesperrt. Die Feuer wüteten in Center Moriches, East Moriches, Eastport und Westhampton. Bereits kurz nach 13 Uhr breitete sich dichter Rauch über das East End von Long Island aus und bedrohte Wohngebiete.

Zwei Geschäftsgebäude wurden beschädigt, Wohnhäuser blieben jedoch verschont. Ein Feuerwehrmann erlitt Gesichtsverbrennungen und wurde ins Krankenhaus geflogen.

Gouverneurin Kathy Hochul sicherte staatliche Unterstützung für die Brandbekämpfung in den Pine Barrens zu – einem Waldgebiet mit mehreren Pendlerstädten östlich von New York City. Sie erklärte, dass Evakuierungen in Westhampton notwendig seien und weitere nicht ausgeschlossen werden könnten.

Merapi: Steigerung der Erdbebentätigkeit im März

Merapi steigert Seismizität deutlich – Domwachstum und Schuttlawinenabgänge

Der indonesische Vulkan Merapi auf Java hat seine seismische Aktivität deutlich gesteigert. Der Anstieg der Hybriderdbeben begann bereits in der letzten Februarwoche, wie aus einem Histogramm zur Erdbebenhäufigkeit hervorgeht, das beim VSI eingesehen werden kann. Am 22. Februar wurde nur eine sehr geringe Anzahl dieses Erdbebentyps festgestellt – damals registrierte man 25 Hybriderdbeben. Bis gestern stieg der Wert auf 131 an.

Hybriderdbeben weisen sowohl Eigenschaften von langperiodischen Beben als auch von vulkanotektonischen Erschütterungen auf. Sie stehen mit Fluidbewegungen im Zusammenhang, die Gesteinsbrüche verursachen können, und deuten daher auf Magmenaufstieg hin. Am Merapi erfolgt dieser Prozess immer wieder in Phasen.

Mit einer gewissen Verzögerung setzt dann meist auch ein beschleunigtes Domwachstum ein – ein Phänomen, das derzeit erneut beobachtet wird. Die aktuellen Werte des jüngsten Wochenbulletins des BPPTKG beziehen sich jedoch nur auf den 20. Februar, eine Zeit, in der die seismische Aktivität und der Magmenaufstieg noch vergleichsweise gering waren. Trotzdem war das Volumen des Doms am südwestlichen Kraterrand bereits auf 3.546.200 Kubikmeter angewachsen, während der zentrale Lavadom weitgehend unverändert blieb.

Nicht nur die Anzahl der Hybriderdbeben nahm zu, sondern auch die seismischen Signale von Steinschlägen und Schuttlawinen. Allein gestern wurden 143 solcher Ereignisse von Seismografen registriert, darunter auch einige glühende Schuttlawinen. Im Vergleich zum 22. Februar entspricht das einem Anstieg von knapp 10 %. Die maximale Reichweite der Abgänge betrug in der vergangenen Woche zwei Kilometer, wobei sich die Lawinen durch verschiedene Schluchten an den Vulkanhängen bewegten.

In Phasen beschleunigten Domwachstums steigt auch das Risiko pyroklastischer Ströme. Deshalb ist in diesen Zeiten besondere Vorsicht am Merapi geboten.

Der Alarmstatus des Merapi bleibt auf „Orange“. Um den Gipfelkrater besteht eine asymmetrische Sperrzone, die je nach Gebiet zwischen drei und sieben Kilometern variiert. (Bild: © VSI)