Indonesien: Starkes Erdbeben erschüttert Sulawesi

Starkes Erdbeben Mw 6,1 vor der Küste von Sulawesi in Indonesien

Datum 25:02.25 | Zeit: 22:55:46 UTC | Koordinaten: 0.395 ; 124.858 | Tiefe: 9 km | Mw 6,1

Vor der Nordostküste der indonesischen Insel Sulawesi manifestierte sich gestern Abend ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,1. Die Tiefe des Erdbebenherds lag in nur 9 Kilometern. Das Epizentrum wurde 101 km südlich von Tondano verortet. Tsunami-Alarm wurde nicht gegeben und Berichte über Schäden liegen auch nicht vor. Es gab aber zahlreiche Nachbeben, so dass ein eindrucksvoller Erdbebencluster entstand.

Der Erdstoß war in der gesamten Region deutlich zu spüren gewesen und hat die Menschen in den Morgenstunden aufgeschreckt. In Indonesien war es zum Zeitpunkt des Bebens 5:55 Uhr.

Indonesien liegt am zirkumpazifischen Feuerring, der entlang der Plattengrenze des Pazifiks verläuft. Wie der Name vermuten lässt, kommt es hier nicht nur häufig zu Erdbeben, sondern auch zu Vulkanausbrüchen. In der Nähe des Epizentrums des Bebens vor Sulawesi liegen mehrere als aktiv eingestufte Vulkane. Zu diesen Vulkanen gehören Lokon-Empung und Soputan im Norden Sulawesis, aber auch die Feuerberge auf der benachbarten Insel Halmahera. Hier sind es vor allem Dukono und Ibu, die auf das Erdbeben reagieren könnten. Nördlich von Sulawesi liegt das Sanghie-Archipel, das vulkanischen Ursprungs ist. Der bekannteste Vulkan hier ist der Karangetang. Bis jetzt gibt es keine sichtbaren Anzeichen, dass einer der Vulkane durch eine Verhaltensänderung auf das Beben reagiert.




Tektonisch betrachtet stand der Erdstoß mit dem Sangihe-Graben in Verbindung und manifestierte sich am südlichen Ausläufer der Subduktionszone, die die Molukkenseeplatte im Westen begrenzt. Die Ostbegrenzung der kleinen tektonischen Platte der Molukkensee wird vom Halmahera-Graben gebildet. Damit liegt hier der seltene, wenn nicht sogar einzigartige Fall vor, dass eine Mikroplatte von 2 Subduktionszonen eingerahmt ist. Im Osten subduziert sie unter die Halmahera-Platte und im Westen unter die Sundaplatte, auf der Sulawesi liegt. Diese beiden Subduktionszonen sind maßgeblich für die zahlreichen Vulkane der Region verantwortlich und natürlich auch für viele der hier stattfindenden Erdbeben. Davon gibt es übrigens auch mehrere außerhalb der oben beschriebenen Erdbebenzone. So ereignete sich auch ein Beben M 4,9 in direkter Nachbarschaft zum Karangetang.