Erdbebenschwarm am Montagne Pelée – Starkes tektonisches Beben vor der Küste sorgt für Aufmerksamkeit
Der Montagne Pelée verstärkte in den letzten Tagen die seismische Aktivität signifikant. Messungen des Observatoire Volcanologique et Sismologique de la Martinique (OVSM) zufolge wurden innerhalb einer Woche 119 vulkanotektonische Erdbeben registriert – mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Die Entwicklung wird von Geoforschern als Teil der seit mehreren Jahren anhaltenden Reaktivierungsphase des Vulkans eingeordnet.

Der überwiegende Teil der Ereignisse bestand aus flachen vulkanotektonischen Erdbeben, die in Tiefen zwischen 1,0 und 1,4 Kilometern unterhalb des Gipfels lokalisiert wurden. Diese Beben entstehen durch Mikrorissbildung im Gestein, ausgelöst durch Spannungsänderungen im Vulkangebäude. Das stärkste Ereignis des Schwarms erreichte eine Magnitude von 1,1. Zusätzlich registrierte das OVSM mehrere hybride Erdbeben, die auf die Zirkulation von Gasen und hydrothermalen Fluiden im Inneren des Vulkans hinweisen.
Die Erschütterungen blieben schwach und wurden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Dennoch beobachten die Wissenschaftler die Entwicklung aufmerksam: In den vergangenen vier Wochen wurden insgesamt 252 vulkanische Erdbeben gezählt, was ein typisch während Aufheizungsphasen ist.
Starkes Erdbeben vor der Küste – kein direkter Zusammenhang
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Region durch ein deutlich stärkeres Erdbeben der Magnitude 5,7, das sich am Freitagabend, dem 2. Januar 2026, ereignete. Das Epizentrum lag rund 59 Kilometer nordöstlich von Trinity, vor der Küste der Insel, in einer Tiefe von 32 Kilometern. Das Beben war tektonischen Ursprungs und steht im Zusammenhang mit der aktiven Plattengrenze der Kleinen Antillen, an der die Atlantische Platte unter die Karibische Platte abtaucht.
In den betroffenen Gebieten wurde eine starke Erschütterung (Intensität V) gemessen, lokal könnten – abhängig von den Bodenverhältnissen – sogar Intensitäten bis VI oder VII erreicht worden sein. Schäden wurden bislang nicht gemeldet.
Nach Einschätzung von Seismologen besteht kein direkter Zusammenhang zwischen diesem tektonischen Erdbeben und dem vulkanischen Erdbebenschwarm am Montagne Pelée. Während der Schwarm sehr flach im Vulkangebäude entstand, lag das stärkere Beben deutlich tiefer in der Erdkruste und folgt einem anderen geologischen Mechanismus.
Warnstufe bleibt unverändert
Die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Eruption des Montagne Pelée wird weiterhin als gering eingeschätzt. Dennoch schließen die Experten angesichts der langfristigen Entwicklung eine Veränderung der Situation im mittelfristigen Zeitraum – über Wochen oder Monate – nicht aus. Die vulkanische Warnstufe bleibt auf GELB (Wachsamkeit).
Behörden und Wissenschaftler betonen, dass sowohl tektonische Erdbeben als auch vulkanische Unruhe charakteristische Begleiterscheinungen dieser geodynamisch aktiven Region sind. Die Lage wird kontinuierlich überwacht, weitere Einschätzungen veröffentlicht das OVSM in seinen monatlichen Bulletins.








