Piton Fournaise: Eruption im Norden der Caldera hält an

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise geht weiter: Spalteneruption auf der Nordflanke

Der Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise, der gestern begann, geht auch heute weiter. Von den anfänglich 4 Eruptionsspalten sind noch mindestens zwei aktiv. Während die kleinste Spalte ihre Aktivität bereits einstellte, gibt es zu einer dritten Spalte widersprüchliche Nachrichten. Dem Ausbruch war eine seismische Krise mit schneller Bodenhebung vorausgegangen, die sich innerhalb weniger Stunden zu dem Ausbruch entwickelte. Die Aktivität bleibt bislang auf den unbewohnten Bereich der Enclos-Fouqué-Caldera beschränkt.




Die Eruption begann am Sonntagabend, dem 18. Januar. Ab etwa 19:42 Uhr Ortszeit wurde ein anhaltender vulkanischer Tremor gemessen. Wenige Minuten später zeigten die Überwachungskameras die ersten sichtbaren Anzeichen der Eruption. Die drei Eruptionsspalten öffneten sich nacheinander an der Nordflanke des Vulkankegels Dolomieu innerhalb der Enclos-Fouqué-Caldera. Der Prozess der Spaltenöffnungen dauerte ca. eine Stunde und war gegen 21:00 Uhr beendet. Die am weitesten talwärts gelegene Spalte liegt rund 700 Meter vom nördlichen Rand der Caldera entfernt.

Das OVPF hob die Warnstufe auf Alarm 2-1 an, was einem Ausbruch innerhalb des Naturschutzgebiets ohne unmittelbare Gefährdung von Bevölkerung oder Infrastruktur entspricht.

Am Morgen des 19. Januar war der Ausbruch weiterhin aktiv. Drei Spalten zeigten noch Aktivität, während eine Spalte in der Nähe des Piton Jacob heute Morgen inaktiv war. An den beiden aktivsten Öffnungen hatten sich durch anhaltende Lavaströme kleine Schlackenkegel aufgebaut. Die Lavafontänen blieben vergleichsweise niedrig und erreichten Höhen von maximal 20 Metern.

Die Lavaströme bewegten sich langsam über den Boden der Caldera. Gegen 6:28 Uhr Ortszeit lag die Front des Hauptstroms rund 600 Meter oberhalb der Grandes-Pentes-Verwerfung. Das Material bestand überwiegend aus zähfließender Lava. Mit Hilfe von Satellitendaten konnte die Förderrate in den vergangenen 24 Stunden auf Werte zwischen 2 und 27 Kubikmetern pro Sekunde abgeschätzt werden.

Auch seismisch bleibt der Vulkan aktiv. Zwar nahm die Stärke des vulkanischen Tremors nach einem ersten Höhepunkt am Abend ab, in den frühen Morgenstunden stabilisierte er sich aber auf einem mittelstarken Niveau. Zusätzlich werden weiterhin durchschnittlich rund zehn vulkanotektonische Erdbeben pro Stunde registriert. Nach Einschätzung des OVPF ist daher die Öffnung weiterer Spalten nicht ausgeschlossen. Sie könnten sich insbesondere weiter hangabwärts öffnen.

Pavlof: Erhöhung der Warnstufe

Vulkan Pavlof: Erdbebenschwarm sorgt für Erhöhung der Warnstufe

Der im US-Bundesstaat Alaska gelegene Vulkan Pavlof geriet in den letzten Tagen in den Fokus der Vulkanologen des AVO: Am 14. Januar registrierten Messstationen einen deutlichen  Anstieg langperiodischer Erdbeben unter der Ostflanke des Vulkans. Als Reaktion darauf erhöhte das Alaska Volcano Observatory die Vulkanwarnstufe auf „Achtung“ und den Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“.

Langperiodische Erdbeben gelten als möglicher Hinweis auf Magmabewegungen oder die Zirkulation vulkanischer Fluide im Untergrund. Entsprechend vorsichtig fiel die Einschätzung der Experten aus, zumal der Pavlof für überraschend einsetzende Ausbrüche bekannt ist. Visuelle Beobachtungen lieferten jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption. Weder Satellitendaten noch Webcam-Aufnahmen zeigten thermische Anomalien bzw. frische Ascheablagerungen oder sichtbare Veränderungen am schnee- und eisbedeckten Gipfelbereich.

Bereits zwei Tage nach Beginn der seismischen Unruhe ging die Erdbebenaktivität wieder auf das normale Hintergrundniveau zurück. Dennoch setzt das AVO die intensive Überwachung fort. In der Vergangenheit gingen ähnliche Signale sowohl eruptiven Phasen voraus als auch Episoden, die ohne Vulkanausbruch wieder endeten.

Der Pavlof ist ein 2.518 Meter hoher Stratovulkan und zählt zu den aktivsten Feuerbergen des Aleutenbogens. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden mehr als 40 Ausbrüche dokumentiert. Seine Aktivität ist überwiegend strombolianisch geprägt, mit gelegentlicher Produktion von Lavafontänen und Ascheemissionen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Besonders problematisch sind dabei Aschewolken, die Höhen von bis zu 15.000 Metern erreichen und eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellen.

Der Vulkan liegt rund 950 Kilometer südwestlich von Anchorage. Die nächstgelegene Ortschaft ist King Cove, etwa 48 Kilometer entfernt. Überwacht wird der Pavlof durch ein dichtes Netz aus seismischen und Infraschallsensoren, Satellitenbeobachtungen und Webcams. Ob die jüngste Unruhe ein harmloses Zwischenspiel war oder ein mögliches Vorsignal weiterer Aktivität, bleibt vorerst offen.

Sizilien: Mittelstarkes Erdbeben nahe der Nordküste

Sizilien. © EMSC

Erdbeben Mb 4,2 vor der Nordküste von Sizilien: Moderate Erschütterung von Anwohnern gespürt

Datum: 18.01.2026 | Zeit: 13:54:16 UTC | Koordinaten 38.039 ; 14,675 | Tiefe: 8 km | Mb 4,2




In den letzten Tagen gab es auf und um Sizilien herum mehrere mittelstarke Erdbeben. Die meisten ereigneten sich im Ionischen Meer östlich von Sizilien, aber auch die Ätna-Region geriet zusehends unter Spannungen. Gestern manifestierte sich nun in 8 Kilometern Tiefe ein Erdstoß der Magnitude 4,2 nahe der Nordküste. Das Epizentrum lag rund 13 Kilometer süd-südwestlich von Capo d’Orlando bei Milazzo und etwa 70 Kilometer nordwestlich von Catania, in der Provinz Messina. Milazzo ist als das Tor zu den Liparischen Inseln bekannt, wo die beiden Vulkane Vulcano und Stromboli liegen. Es gab insgesamt 12 Nachbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude 3,5.

Die Erschütterung wurde in weiten Teilen Nord- und Ostsiziliens wahrgenommen. Zahlreiche Einwohner des nächstgelegenen Dorfes Alcara Li Fusi berichteten von grollenden Geräuschen und deutlich spürbaren Vibrationen, klirrenden Fenstern, schlagenden Türen und schwankenden Gegenständen. Auch aus Städten wie Sant’Agata di Militello und Capo d’Orlando gingen Meldungen ein. Die vergleichsweise geringe Herdtiefe von etwa acht Kilometern verstärkte die Wahrnehmung an der Oberfläche.

Nach Angaben der Zivilschutzbehörden und lokaler Medien wurden bislang keine Verletzten oder größere Schäden gemeldet. Dennoch sorgte die plötzliche Erschütterung bei vielen Menschen für Verunsicherung, einige flüchteten aus Angst vor einem stärkeren Erdbeben aus ihren Häuser. Schulen, Verkehrswege und kritische Infrastrukturen blieben unbeeinträchtigt, wurden von Einsatzkräften aber auf Schäden untersucht.

Tektonisch liegt das betroffene Gebiet in einer der komplexesten Zonen des Mittelmeerraums. Nord-Sizilien befindet sich im Einflussbereich der Kollision zwischen der afrikanischen und der eurasischen Platte sowie der Dehnungsprozesse im Tyrrhenischen Becken. Das aktuelle Erdbeben wird nach Einschätzung von Seismologen nicht mit dem nahen Vulkan Ätna in Verbindung gebracht, sondern mit aktiven Störungszonen der oberen Erdkruste. Östlich des Erdbebengebiets liegt die bekannte Capo-d’Orlando-Verwerfung, die grob in Nord-Süd-Richtung verläuft und für die Entstehung des Vulkanismus der Liparischen Inseln mitverantwortlich ist. Sie gehört zu der Nebrodi-Peloritani-Übergangszone, an der sich zwei Gebirgsketten treffen, die mit zum Apennin gehören. Das Beben hat sich an einer dieser Randstörungen dieser Zone ereignet.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat am 18. Januar begonnen

Vulkanausbruch am Piton Fournaise – kurze aber intensive seismische Krise ging voran

Heute Abend ist auf La Réunion der Vulkan Piton de la Fournaise ausgebrochen. Die Eruption begann um 19:42 Uhr Ortszeit (15:48 Uhr UTC), nachdem um 16:34 Uhr eine seismische Krise eingesetzt hatte, die mit einer schnelle Bodenverformung einher ging. Daher hatten Beobachter mit einem baldigen Vulkanausbruch gerechnet. Ersten Beobachtungen und Analysen der Vulkanologen vom OVPF (Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise) zufolge öffnete sich eine Eruptionsspalte unbekannter Länge an der unteren Nordflanke des Kraterkegels Dolomieu innerhalb der Caldera. Die ersten Sichtungen des Ausbruchs erscheinen nur Minuten nach Eruptionsbeginn auf der OVPF-Webcam im Piton Partage.




Auf den ersten Bildern ist leider noch nicht viel mehr als eine rot illuminierte Wolke zu erkennen, da der Ort des Geschehens noch von einer dünnen Wolkenschicht bedeckt ist. Oft ziehen die Wolken während der Nacht ab, so dass bald bessere Aufnahmen erwartet werden können. Allerdings sind die LiveCams derzeit offenbar überlastet, so dass keine Verbindung aufgebaut werden kann.

Bereits seit Ende November 2025 gab es Anzeichen für ein Aufladen des Vulkans. Zunächst setzte langsame Inflation ein, die von vereinzelten vulkanotektonischen Erdbeben begleitet wurde. In den folgenden Wochen kam es zu 3 kurzen Schwarmbeben mit beschleunigter Bodenhebung, ohne dass es das Magma bis zur Erdoberfläche geschafft hätte – typische Vorgänge im Vorfeld einer Eruption, die am Fournaise oft zwischen 2 und 3 Wochen anhält. Ob es diesmal wieder so sein wird, ist ungewiss.

Drei Eruptionsspalten und ein Schlot öffneten sich am Piton Fournaise. © OVPF

Update 18:30: Während weitere Informationen der Vulkanologen auf sich warten lassen, werden in den sozialen Medien weitere Bilder von denjenigen geteilt, die eine Verbindung zu den LiveCams aufbauen können. Auf dem bis jetzt klarsten Foto ist zu erkennen, dass sich drei kurze Eruptionsspalten geöffnet haben, aus denen kleine Lavafontänen aufsteigen, die Lavaströme speisen. Ein einzelner Schlot scheint sich am rechten Bildrand zu befinden.

Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.

Chile: Waldbrand zerstört Vegetation auf 300 Hektar

Waldbrand in Chile – Feuer vernichtet Vegetation auf mehr als 300 Hektar Fläche

In Chile wütet aktuell eine neue Welle schwerer Wald- und Vegetationsbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region del Biobío, wo ein Feuer nahe Concepción außer Kontrolle geraten ist. Entlang der Ruta 152 in Richtung Chillán bot sich Autofahrern gestern ein apokalyptisches Bild, als Flammen direkt neben der Fahrbahn aufloderten und dichter Rauch die Sicht behinderte. Nach Angaben der Behörden wurden durch dieses Feuer bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört. Es wurde die Alarmstufe Rot verhängt und mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiten unter extremen Bedingungen.




Penco

Auch in anderen Teilen Chiles sind Brände aktiv. Ein verheerender Waldbrand bei Penco hat sich in den letzten Stunden massiv ausgedehnt und bedroht mehr als 3000 Häuser. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen, dass die Flammen bereits auf Gebäude übergegriffen haben, und dokumentieren den verzweifelten Kampf von Bewohnern und Feuerwehr gegen die Feuersbrunst.

Seit Dezember letzten Jahres brannte die Vegetation auf fast 4000 Hektar Land ab. Mindestens 2 Personen starben infolge der Feuer, 10 wurden schwer verletzt. Fast 160 Personen erlitten leichtere Verletzungen und Rauchvergiftungen. Es kam zu infrastrukturellen Schäden, Straßensperrungen und Evakuierungen, von denen fast 3000 Personen betroffen sind.

Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und starkem Wind begünstigt eine schnelle Ausbreitung der Feuer. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: ausgedehnte Forstplantagen mit leicht entzündlichen Baumarten, trockene Vegetation nach niederschlagsarmen Monaten und menschliche Einflüsse wie fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

Parallel dazu kämpft auch Patagonien auf argentinischer Seite mit schweren Bränden, etwa in den Provinzen Chubut und Río Negro. Zwar stehen diese Feuer nicht in direktem Zusammenhang mit den Bränden in Zentralchile, doch sie zeigen ein ähnliches Muster und sind großflächiger Trockenheit, starken Winden und extremer Sommerhitze geschuldet. Meteorologen sprechen von einer regionalen Häufung von Extremereignissen im südlichen Südamerika.

Eine mögliche übergeordnete Rolle spielt das Klimaphänomen La Niña. Dabei kühlen sich Teile des tropischen Pazifiks ab, was globale Wetterzirkulationen verändert. In Südamerika kann La Niña zu trockeneren und heißeren Bedingungen führen, insbesondere in Chile und Teilen Argentiniens. In Australien hingegen wird es feuchter, was sich dort aktuell in Überschwemmungen manifestiert. Zwar gilt das aktuelle Signal als eher schwach und unsicher, doch selbst geringe Abweichungen können Wetterextreme deutlich erhöhen.

Póas: Neue Phase phreatischer Eruptionen Mitte Januar

Vulkan Póas steigerte seine Aktivität und erzeugte mehrere phreatische Eruptionen

Der costa-ricanische Vulkan Poás liegt in der Zentralkordillere des mittelamerikanischen Staates und befindet sich ein weiteres Mal in einer Phase erhöhter vulkanischer Unruhe. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden in den letzten zwei Tagen mehrere phreatische Eruptionen registriert, die in das Bild einer seit 2024 andauernden Aktivitätsphase passen. Aschewolken wurden nicht detektiert und VONA-Warnungen blieben aus.

Póas. © OVISCORI-UNA

Am 16. Januar kam es innerhalb eines Tages zu mindestens drei kleinen phreatischen Ausbrüchen. Die Eruptionen wurden durch Seismographen und Infraschallsensoren eindeutig erfasst. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse durch dauerhafte Bewölkung im Gipfelbereich konnte die Höhe der Eruptionssäulen nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheregen lagen nicht vor, was darauf hindeutet, dass überwiegend schlammige Sedimente und Dampf ausgestoßen wurden.

Die Aktivität setzte sich auch am Folgetag fort: Um 03:44 Uhr Ortszeit registrierte das seismische Netzwerk einen weiteren kleinen phreatischen Ausbruch, dessen Energie mit jener der Ereignisse vom Vortag vergleichbar war. Eine zweite phreatische Eruption folgte um 16:27 Uhr, die in puncto Stärke mit ihren Vorgängern vergleichbar war.

Auch bei diesen beiden Ereignissen blieb die Eruptionssäulenhöhe unbekannt, da der Gipfelbereich des Poás wolkenverhangen war. Aschefall wurde nicht gemeldet. Die Vulkanwarnstufe blieb auf „gelb“.

Die aktuelle Entwicklung kam nicht völlig überraschend: Nach einigen Wochen mit Deflation und geringer Seismizität zog der Tremor Mitte Dezember wieder deutlich an und es kam zu einer Ausdehnung der Messstrecke zwischen zwei Messpunkten, was auf Inflation hindeutet. In den letzten 4 Wochen wurden keine Bulletins veröffentlicht, so dass die jüngsten geophysikalischen Entwicklungen nicht öffentlich bekannt geworden sind.

Die aktuellen Ereignisse setzen eine Eruptionsserie fort, die bereits Ende 2024 begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Monaten des letzten Jahres erreichte. Im vergangenen Jahr fiel der Kratersee trocken und es kam wiederholt zu phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, die oft ohne lange Vorwarnzeit auftraten. Der Póas-Nationalpark wurde daraufhin für mehrere Monate geschlossen, ist seit dem Sommer 2025 aber wieder für Besucher zugänglich.

Angesichts der anhaltenden Aktivität betonen die Vulkanologen von OVSICORI-UNA, dass weitere phreatische Eruptionen jederzeit möglich sind. Entsprechend wird dringend empfohlen, die Vorgaben der zuständigen Behörden wie SINAC und CNE strikt einzuhalten.

Russland: Schneechaos auf Kamtschatka

Schneechaos auf Kamtschatka: Schneemassen reichen bis zum vierten Stock

Eine ungewöhnlich heftige Wintersturmfront hat große Teile der russischen Halbinsel Kamtschatka in eine beispiellose Notsituation gestürzt. Seit mehreren Tagen fallen bei starkem Wind große Mengen Schnee, was zu massiven Verwehungen führt, in deren Folge Straßen und Hauseingänge blockiert wurden und teils lebensbedrohliche Bedingungen entstanden sind. Mindestens zwei Männer starben durch herabstürzende Schneemassen bzw. abgegangene Dachlawinen.



Schneechaos

Augenzeugen und lokale Behörden berichten von Schneeverwehungen, die in einigen Stadtteilen so hoch sind, dass sie Hausfassaden bis in den dritten und vierten Stock hinein bedecken und Eingänge blockieren. Bilder und Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen vollständig verschüttete Eingänge: Die Bewohner der Häuser konnten sich nur über ausgegrabene Schneetunnel Zugang zu ihren Wohnungen verschaffen oder mussten den Weg übers Fenster wählen.

„Der Schnee türmt sich hier meterhoch. Wir mussten uns einen Weg durch die Schneewehen graben, um überhaupt aus dem Haus zu kommen“, berichtet eine Bewohnerin von Petropawlowsk-Kamtschatski. Fahrzeuge liegen tief verschüttet an Straßenrändern, der öffentliche Nahverkehr ist weitgehend eingestellt und das öffentliche Leben kam zum großen Teil zum Erliegen. Um die wichtigsten Verbindungen aufrechtzuerhalten wurden Busse durch geländegängige LKW ersetzt, die sonst Touristen zu den Vulkanen Kamtschatkas fahren.

Die außergewöhnliche Kombination aus intensiven Schneefällen und heftigen Winden hat die Lage verschärft. Die Räumungsarbeiten sind vielerorts nur stockend möglich, da die Schneeverwehungen wiederholt neue Barrieren schaffen. Notfallteams kämpfen gegen die Zeit, um wichtige Verkehrswege und Versorgungslinien freizuhalten.

Meteorologen führen das extreme Wetter auf ein stark ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem Nordpazifik zurück, das feuchte Luftmassen ins Landesinnere zieht und für dauerhafte Niederschläge sorgt. Obwohl Kamtschatka regelmäßig mit schneereichen Wintern konfrontiert ist, bezeichnet ein Vertreter des regionalen Wetterdienstes den aktuellen Sturm als „historisch intensiv“.

Die Gefahr durch die Schneemassen ist nicht nur logistischer Natur: Lokale Behörden bestätigten, dass mindestens zwei Männer ihr Leben verloren haben, nachdem sie von herabfallendem Schneemassen getroffen wurden. In Anbetracht der schwierigen Bedingungen riefen die Behörden zu äußerster Vorsicht auf und baten die Bevölkerung, nur dringend notwendige Wege zu unternehmen.

In verschiedenen Städten und Siedlungen leiden die Menschen nicht nur unter blockierten Straßen, sondern auch unter Versorgungsengpässen. Schulen und Behördenämter blieben geschlossen, und es wird befürchtet, dass die Aufräumarbeiten sich noch über Tage erstrecken könnten.

Lewotolok: Aktivitätssteigerung mit Lavaüberlauf

Lewotolok im Sommer. © Jochen Felkl

Aktivitätsanstieg am Vulkan Gunung Ili Lewotolok: Behörden warnen vor Gefahren

Der Vulkan Gunung Ili Lewotolok auf Lembata in Indonesien zeigt seit Anfang des Jahres eine deutliche Zunahme seiner vulkanischen Aktivität. Es kommt zu zahlreichen strombolianischen Eruptionen und seit gestern zu einem Lavaüberlauf aus dem Gipfelkrater, der einen Lavastrom generiert. Die jüngste Eruption heute Morgen schickte eine Aschesäule bis auf 500 Meter Höhe über den Krater und löste eine VONA-Warnung beim VAAC Darwin aus. Auch das indonesische Vulkanologie- und Katastrophenschutzzentrum berichtet über die Aktivität und spricht Warnungen vor einer möglichen Eskalation der Situation aus.




Die seismischen Messungen registrierten in den vergangenen Tagen ca. 900 unterschiedliche Erdbebensignale täglich. Mehr als 500 dieser Signale wurden gestern von explosionsartigen Entgasungen verursacht, 277 Beben zeugten von Eruptionen. Das stärkste Signal hatte eine maximalen Amplitude von 34 Millimetern und eine Dauer von 100 Sekunden.

Die Aktivität steigerte sich seit dem 5. Januar sprunghaft. Neben den beschrieben Erdbebensignalen werden auch zahlreiche Tremorphasen registriert, die von starken Fluidbewegungen im Fördersystem verursacht werden.

Die Warnstufe für Gunung Ili Lewotolok steht weiterhin auf Level II (Waspada, deutsch: Vorsicht). Die Behörden appellieren an die Bevölkerung und Besucher, den Sicherheitsbereich mit einem Radius von mindestens 2 Kilometern um den Krater sowie bestimmte angrenzende Sektoren im Umkreis von 2,5 Kilometern strikt zu meiden.

Besonders gefährdet sind die südlichen, südöstlichen, westlichen und nordöstlichen Sektoren, wo vermehrt mit pyroklastischen Strömen und Gesteinsabbrüchen gerechnet wird. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, Ruhe zu bewahren und sich auf mögliche weitere Eruptionen einzustellen. Die typischen Geräusche von Grollen oder Explosionslauten aus dem Krater sollten nicht zu Panik führen, da sie natürliche Zeichen einer aktiven Vulkanphase sind.

Der Vulkan Ili Lewotolok hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit Ausbrüchen bemerkbar gemacht. Nach einer vergleichsweise ruhigen Phase im Jahr 2024 wurde seit Mitte 2025 eine neue Aktivitätsphase mit mehreren Eruptionen und Aschewolken registriert. Experten beobachten die Situation mit großer Aufmerksamkeit, da die anhaltende seismische Unruhe Hinweise auf eine weiterhin instabile Magmabewegung gibt.

Die indonesischen Behörden raten dringend, die Sicherheitsvorkehrungen ernst zu nehmen und Warnungen zu beachten, um Gefahren für Menschenleben und Infrastruktur zu minimieren.