Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.




Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Australien: Hochwasser in Queensland

Hubschrauber im Dauereinsatz: Schweres Hochwasser trifft Clermont im australischen Queensland

Obwohl Australien ein vergleichsweise trockener Kontinent ist, kommt es in den feuchteren Regionen des Ostens immer wieder zu Überflutungen. Aktuell wird Clermont in Zentral-Queensland von einem der schwersten Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre heimgesucht. Nach extremen Regenfällen, ausgelöst durch die Überreste des Ex-Tropenzyklons Koji, sind weite Teile der Region überflutet. Am Montagabend wurden dramatische Bilder veröffentlicht, die das Ausmaß der Überschwemmungen und laufende Hubschrauber-Rettungseinsätze eindrucksvoll dokumentieren.




Queensland in Australien

Besonders betroffen ist das ländliche Gebiet rund um die Lawpark-Property nahe Clermont. Dort stieg das Wasser innerhalb kurzer Zeit so stark an, dass Menschen und Tiere von der Außenwelt abgeschnitten waren. Einsatzkräfte mussten bis in die Abendstunden hinein mit Helikoptern ausrücken, um Bewohner aus überfluteten Häusern und von isolierten Grundstücken zu retten. Aus der Luft zeigen die Aufnahmen riesige Wasserflächen, wo sich zuvor Weideland und Zufahrtsstraßen befanden – einzelne Farmen wirken wie kleine Inseln in einem braunen Meer.

Nach Angaben der Behörden fielen in der Region örtlich rund 200 Millimeter Regen innerhalb weniger Stunden. Flüsse und Creeks, darunter der Sandy Creek, traten rasch über die Ufer. Zahlreiche Straßen wurden unpassierbar, Clermont war zeitweise nur noch aus der Luft erreichbar. Mindestens 20 Wohnhäuser wurden direkt von den Fluten betroffen, weitere Anwesen standen unter Beobachtung.

Der State Emergency Service (SES), Feuerwehr und spezialisierte Wasserrettungsteams arbeiten unter Hochdruck. Neben der Evakuierung von Menschen lag ein Schwerpunkt auch auf der Rettung von Nutztieren, die in der weitläufigen Agrarregion eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielen. Stromausfälle und beschädigte Infrastruktur erschweren die Einsätze zusätzlich.

Die Region liegt im Bowen Basin, einer sehr flach reliefierten Sedimentbecken-Landschaft. Geringe Höhenunterschiede führen dazu, dass Regenwasser nur langsam abfließt und sich großflächig ausbreitet. Außerdem dominieren in der Gegen tonhaltige Böden, die Wasserundurchlässig sind, so dass es schnell zu Überschwemmungen kommt.

Die Behörden riefen die Bevölkerung in tiefer gelegenen Gebieten dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und sich auf mögliche weitere Evakuierungen vorzubereiten. Auch wenn der Regen inzwischen nachgelassen hat, bleibt die Lage angespannt: Gesättigte Böden und volle Flusssysteme erhöhen das Risiko weiterer Überschwemmungen.

Kanlaon emittiert Vulkanasche am 12. Januar 2026

Kanlaon auf den Philippinen zeigt weiter erhöhte Aktivität – Ascheemissionen und Erdbeben registriert

Der Vulkan Kanlaon auf den Philippinen hat heute – am 12. Januar 2026 – erneut seine Aktivität verstärkt und mehrere Ascheemissionen freigesetzt. Insgesamt wurden vier VONA-Warnmeldungen vom VAAC Tokio veröffentlicht, die auf eine anhaltende Eruptionsphase hinweisen.

Kanlaon Archivbild

Die jüngste Meldung berichtete von einer Eruption gegen 09:10 UTC, bei der Vulkanasche bis in etwa 3.300 Meter Höhe (FL110) ausgestoßen wurde. Die Aschewolke verteilte sich nach West-Südwesten, war jedoch bei späteren Satellitenbeobachtungen nicht mehr eindeutig nachweisbar. Weitere Vorhersagen zur Ausbreitung der Asche waren zunächst nicht verfügbar, weshalb die zuständigen Vulkanbeobachter auf neue Daten warteten.

Zuvor wurden bereits drei VONA-Meldungen herausgegeben, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten und nähere Details lieferten: Es gab separate Aschemissionen mit einer Dauer von 46 bis 80 Minuten. Die Aschesäule erreichte jeweils eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater und driftete ebenfalls in südwestliche Richtungen.

Die seismische Überwachung der letzten 24 Stunden registrierte fünf vulkanotektonische Erdbeben, die auf eine Bewegung von Magma und heißen Gasen im Inneren des Vulkans hindeuten. Gleichzeitig wurde eine erhöhte Freisetzung von Schwefeldioxid registriert. Die Emissionen beliefen sich auf 1.691 Tonnen pro Tag, was für eine aktive magmatische Phase spricht. Darüber hinaus zeigten Bodenverformungsmessungen, dass der Vulkankörper sich aufbläht, was ein Indiz für steigenden Druck im Magmasystem ist.

Vor diesem Hintergrund gelten weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen: Der Zutritt in die permanente Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Gipfel bleibt verboten, ebenso ist das Fliegen von Flugzeugen in unmittelbarer Nähe untersagt.

Experten warnen vor plötzlichen, dampfgetriebenen Eruptionen und raten zur Vorsicht. Die Behörden und das Vulkanobservatorium beobachten die Lage weiterhin genau und werden bei Veränderungen umgehend neue Warnungen herausgeben.

Neben dem Kanlaon bleibt auf den Philippinen auch der Mayon hochaktiv. Hier wurden weitere pyroklastische Ströme generiert. Vulkanasche stieg auf, blieb aufgrund der Bewölkung auf Satellitenaufnahmen aber unsichtbar, weshalb Höhenangaben fehlen.

Nyamuragira eruptiert Lavastrom am 12. Januar

Nyamuragira emittiert sehr hohe Wärmestrahlung – Satellitenbild zeigt Lavastrom

In der DRK ist der Vulkan Nyamuragira weiterhin effusiv tätig und emittiert eine sehr hohe Wärmestrahlung. Satellitenbilder belegen, dass der Vulkan einen mehrarmigen Lavastrom fördert, der mehrere Kilometer weit in nordöstlicher Richtung fließt. Der Lavastrom entspringt einem Lavasee im Krater in der Gipfelcaldera des Vulkans.

Nyamuragira. © Copernicus

Die Thermalstrahlung, die auf der Website von MIROVA einsehbar ist, hat eine Leistung von 2238 MW und ist somit als sehr hoch einzustufen. Die Sentinel-Satellitenbilder von Copernicus enthüllen im Thermalspektrum eine unterbrochene Wärmesignatur im Nordosten des Vulkans, die darauf hindeutet, dass die Lava teilweise unterirdisch durch Tunnel fließen muss. An einigen Stellen tritt sie an der Oberfläche aus. Die am weitesten fortgeschrittene Lavafront befindet sich in ca. 10 Kilometern Entfernung zum Krater. Das intensivste Thermalsignal stammt aus dem Bereich eines Lavasees, der sich aber nicht im Zentrum des Kraters befindet, sondern südlich anschließt.

Der Ausbruch dauert bereits seit vielen Jahren und fand seinen Anfang im Jahr 2023. Augenzeugenberichte des Geschehens sind selten, da die Hänge des Nyamuragira von Rebellen kontrolliert werden und ein Vordringen in die Region lebensgefährlich ist. Leider weiteten sich die Unruhen in den letzten Jahren aus, so dass man auch den Nachbarvulkan Nyiragongo nicht mehr besteigen kann, was früher zumindest in Begleitung bewaffneter Ranger möglich war.

Der Status des Nyiragongo ist nicht so klar wie der des Nyamuragira, da sich sein Gipfel ständig in Wolken hüllt. Lichten sich die Wolken mal, verdeckt die vom Krater emittierte Gaswolke den Blick in sein Innerstes. Nur gelegentlich gibt es am Rand der Gaswolke thermische Signaturen, die vermuten lassen, dass im Schlot Magma steht. Wie groß die Ansammlung ist, lässt sich praktisch nicht abschätzen.

Nyiragongo und Nyamuragira sind Teil der Virunga-Vulkankette im Dreiländereck der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda. Große Gebiete der Vulkankette stehen im Schutz eines Nationalparks, der auch Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist.

Santorin: Erdbeben Mb 3,5 unmittelbar vor der Ostküste

Spürbares Erdbeben Mb 3,5 erschütterte griechische Vulkaninsel Santorin – Erinnerungen an letztes Jahr werden wach

Datum: 11.01.2026 | Zeit: 07:09:30 UTC | Koordinaten  35.321 ; 133.124 | Tiefe: 12 km | Mb 3,5

Gestern Morgen erschütterte ein deutlich wahrnehmbares Erdbeben die griechische Vulkaninsel Santorin in der Ägäis. Das Beben der Magnitude 3,5 hatte eine Herdtiefe von ca. 13 Kilometern und ein Epizentrum, das unmittelbar vor der Ostküste auf Höhe des Flughafens lag. Das EMSC verortete es 13 km östlich von Oía. Das Beben manifestierte sich um 09:09:30 Uhr Lokalzeit und wurde von den Anwohnern der Insel deutlich verspürt.




Santorin. © EMSC

Dem EMSC liegen Wahrnehmungsmeldungen vor, nach denen das Beben einen kurzen, aber heftigen Ruck erzeugte. Den Anwohnern dürften wohl Erinnerungen an die intensive Bebentätigkeit durch den Kopf geschossen sein, die vor ca. einem Jahr mit ähnlichen Ereignissen im Bereich von Santorin begann und sich dann weiter ostwärts verlagerten. Die teils massiven Erdbebenschwärme wurden von magmatischen Intrusionen verursacht, bei denen Magma zunächst von Santorin in Richtung des Unterseevulkans Kolumbos migrierte und dann vom Kolumbos in Richtung der kleinen Insel Anydros. Die Intrusionen gingen mit Bodendeformationen einher und vermutlich stand ein unterseeischer Vulkanausbruch kurz bevor.

Ob der aktuelle Erdstoß ähnliche Ursachen hat wie damals, ist ungeklärt. Solange es bei diesem einzelnen Erdbeben bleibt, könnte es auch ein rein tektonisches Ereignis gewesen sein. Es ist aber auch nicht völlig auszuschließen, dass sich erneute Magmabewegungen anbahnen.

Aktuelle Messungen zur Bodendeformation liegen mir nicht vor. Auf der Bodendeformationskarte des EGMS ist aber zu erkennen, dass es bereits bis Ende 2023 im Zentrum der Caldera von Santorin zu Bodensenkungen im Bereich von Nea Kameni gekommen war. Entlang der Ostküste von Santorin, also auch im Bereich des Erdbebens, kam es hingegen zu einer leichten Hebung. Eigentlich sollten die Daten bereits im IV. Quartal 2025 aktualisiert worden sein, doch das Update steht noch aus. Doch vielleicht kommt es in den nächsten Tagen, dann auch mit Informationen zur Bodendeformation auf Island und in der Eifel. Stay tuned!

Semeru: Lahar trifft pyroklastischen Strom

Pyroklastischer Strom am Mount Semeru – bestätigter Lahar entlang des Besuk Kobokan

Gestern ging es am Mount Semeru geschäftig her, als es zu mehreren interessanten Ereignissen vulkanischen Ursprungs gekommen ist. Am Sonntagnachmittag bildete sich infolge starker Regenfälle ein Lahar, der durch den Fluss Besuk Kobokan floss. Wenige Stunden später ging dann ein pyroklastischer Strom ab, der über die Südostflanke bis zur Basis des Vulkans glitt.




Der pyroklastische Strom bildete sich nach einer explosiven Eruption am Krater, bei der ein Teil des Lavadomes abbrach. Der pyroklastische Strom legte eine Gleitstrecke von etwa fünf Kilometern zurück und erzeugte ein seismisches Signal von 696 Sekunden Dauer, wie die Vulkanüberwachung bestätigte.

Der explosive Ausbruch ereignete sich gegen 22:25 Uhr Ortszeit. Dabei entstand auch eine bis zu 2000 m hohe Aschewolke Sie driftete in östliche bis südöstliche Richtung.

Am Nachmittag hatte bereits der Lahar für Alarmstimmung gesorgt. Die Seismographen fingen ein entsprechendes seismisches Signal mit einer Amplitude von 35 Millimetern und einer außergewöhnlich langen Dauer von 6.120 Sekunden auf. Dieses Signal wird offiziell als Lahar-Ereignis interpretiert und steht im Zusammenhang mit einer Überschwemmung entlang des Besuk Kobokan. Lahare entstehen, wenn starke Niederschläge lockeres vulkanisches Material mobilisieren und als Schlamm- und Geröllströme die Flusstäler hinabfließen. Auf den Livecams waren wieder sekundäre Explosionen zu sehen gewesen, da die Schlammmassen den gleichen Weg wählten wie die pyroklastischen Ströme im November. Das belegt, wie lange die Ignimbrit-Ablagerungen unter der Oberfläche glühend heiß bleiben.

Der Mount Semeru befindet sich weiterhin auf Alarmstufe III (Siaga). Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) hat die Bevölkerung erneut eindringlich gewarnt:

Im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan sind alle Aktivitäten innerhalb eines Radius von 13 Kilometern vom Gipfel untersagt. Darüber hinaus gilt ein Aufenthaltsverbot im Umkreis von 500 Metern entlang der Flussufer, da sich pyroklastische Ströme und Lahare bis zu 17 Kilometer vom Gipfel ausbreiten können.

Zusätzlich dürfen sich Menschen nicht innerhalb von fünf Kilometern um den Krater- und Gipfelbereich aufhalten, da jederzeit glühendes Gestein ausgeworfen werden kann.

Südafrika: Starke Buschbrände in der Region Western Cape

Waldbrände im Western Cape bedrohen beliebte Auswandererregion in Südafrika

Die Region Western Cape in Südafrika, insbesondere Kapstadt und seine Umgebung, ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für deutsche Auswanderer. Viele schätzen das mediterrane Klima, die landschaftliche Schönheit und die lebendige deutschsprachige Community. Doch aktuell steht diese Traumregion vor einer verheerenden Herausforderung: Die Vegetation auf mehr als 100.000 Hektar Land ist von starken Bränden betroffen, die zahlreiche Häuser zerstört und Massen-Evakuierungen ausgelöst haben. Todesopfer gab es bis jetzt nicht, doch eine junge Frau musste wegen Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.




Die Brände wüten seit mehreren Tagen und haben besonders Gemeinden wie Mossel Bay, Du Noon und Pearly Beach schwer getroffen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen. Feuerwehrkräfte und Militär sind mit Löschhubschraubern und Bodeneinsätzen vor Ort, doch die Flammen breiten sich aufgrund anhaltender Trockenheit und starker Winde rasch aus.

Die Ursachen der Waldbrände sind vielfältig. Die Region erlebt eine typische Sommerhitze mit mediterranem Klima: heiße, trockene Bedingungen, die die Vegetation – vor allem den für das Western Cape typischen Fynbos – leicht entzündlich machen. Der sogenannte Cape Doctor, ein starker Südostwind, trägt zusätzlich zur schnellen Ausbreitung der Feuer bei.

Menschliches Fehlverhalten spielt ebenfalls eine Rolle: Studien zeigen, dass über die Hälfte der Brände durch Fahrlässigkeit ausgelöst werden, etwa durch unachtsam entsorgte Zigaretten oder außer Kontrolle geratene kontrollierte Feuer. Brandstiftung ist zwar ein Faktor, wird aber nicht als Hauptursache für die aktuellen Großbrände genannt.

Der Klimawandel verstärkt die Situation zusätzlich. Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden führen zu einer erhöhten Brandgefahr und intensiveren Feuerperioden, die in den letzten Jahren zugenommen haben.

Die verheerenden Brände im Western Cape treffen eine Region, die nicht nur für Südafrika, sondern auch für viele Deutsche als neues Zuhause gilt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob die Einsatzkräfte die Feuer eindämmen können und wie schnell sich die betroffenen Gemeinden erholen.

Indonesien: Sturzfluten nach Unwettern auf Sulawesi

Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser

Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.

Sturzflut reißt Auto mit

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm, Geröll und Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und andere Güter. Es entstanden große Schäden an Häusern, Brücken und Verkehrswegen. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.

Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.

Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.

In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.

Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.

Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.

Mayon: Zunahme der Hintergrundseismizität

Glühende Schuttlawine am Mayon. © AFAR-TV

Mayon-Vulkan: Unruhe wächst – Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Der Mayon-Vulkan auf den Philippinen zeigt in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität, die sowohl Vulkanologen als auch Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Heute gab PHILVOLCS-DOST ein Sonderbulletin heraus, nach dem es zu einer deutlichen Erhöhung der Signalstärke von Hintergrundbeben gekommen ist, obgleich es nicht zu einer Zunahme vulkanotektonischer Beben kam. Diese Art der Seismizität könnte auf einen verstärkten Magmenaufstieg in einem offenen Förderkanal hindeuten, was in einem erhöhten Domwachstum und einer Zunahme der Aktivität resultiert.

Der perfekt geformte Stratovulkan, der als einer der aktivsten des Landes gilt, hat seit Jahresbeginn eine Phase intensiver Unruhe durchlaufen, die am 6. Januar bereits zur Erhöhung des Alarmstatus auf Stufe 3 führte. Diese Stufe signalisiert einen „erhöhten Hang zu gefährlichen Eruptionen“ und wird von den philippinischen Vulkanologen des DOST-PHIVOLCS nicht leichtfertig ausgegeben.

Die Entwicklung begann bereits am 1. Januar, als die Behörden die Warnstufe von Level 1 auf Level 2 anhoben, nachdem vermehrt Steinschläge und seismische Unruhen registriert worden waren, die infolge des beschleunigten Wachstums des Lavadoms auftraten, bevor Teile davon kollabierten und pyroklastische Dichteströme (PDCs) talwärts rasten, was ein charakteristisches, aber gefährliches Zeichen fortschreitender Aktivität darstellt.

Am 8. Januar bildete sich am Lavadom ein neuer dunkler Bereich aus frischer Lava, begleitet von wiederholten pyroklastischen Strömen, die durch verschiedene Schluchten des Vulkanhangs abgingen, darunter der Miisi- und Bonga-Gully. Diese Ströme können Dimensionen erreichen, die für Menschen und Infrastruktur lebensbedrohlich sind, und die Behörden veranlassten die Evakuierung von tausenden Bewohnern aus den umliegenden Gemeinden.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigen überwachte Parameter ein gemischtes Bild: Zwar stieg die seismische Energie zuletzt spürbar an, doch Bodenverformung und Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, was nahelegt, dass der Vulkan derzeit effusiv („ausfließend“) statt explosiv aktiv ist.

PHIVOLCS warnt jedoch ausdrücklich, dass sich die Lage schnell verschärfen kann, wenn weitere Magmaintrusionen stattfinden. In diesem Fall könnte die Eruption in den kommenden Tagen oder Wochen an Heftigkeit zunehmen. Bis dahin gilt: Rund um den Mayon besteht eine ernsthafte Gefahr durch Lava, Lahare, Gesteinslawinen, pyroklastische Ströme und mögliche Aschewolken – und die Bevölkerung bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft.