Australien: Hitzewelle nach Überflutungen

Zwischen Hitze und Flut – Australien fest im Griff der Wetterextreme

Australien durchlebt einen schnellen Wechsel extremer Wetterereignisse: Während aktuell eine Hitzewelle das Land im Griff hat und neue Waldbrände drohen, kämpfte Queensland erst vor wenigen Tagen mit starken Überschwemmungen. Die Kombination aus Hitze und Starkregen scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein, doch Wissenschaftler warnen, dass beide Phänomene Symptome eines sich rasant verändernden Klimas sind.




Hitzewelle
Hitzewelle Australien

In den vergangenen Wochen stiegen die Temperaturen in weiten Teilen Australiens auf Rekordwerte von bis zu 49 Grad Celsius an. Städte wie Melbourne und Adelaide verzeichneten Hitzeextreme, die für Menschen und Infrastruktur eine große Belastung darstellen. Parallel dazu richteten die heftigen Regenfälle in Queensland vor wenigen Tagen massive Schäden an. Flüsse traten über die Ufer und ganze Gemeinden wurden überschwemmt. Obwohl das Hochwasser inzwischen zurückging, dauern die Aufräumarbeiten noch an.

Wie lassen sich diese scheinbaren Gegensätze erklären? Klimaforscher machen den menschengemachten Klimawandel als übergeordneten Auslöser für extreme Wetterereignisse verantwortlich. Durch die globale Erderwärmung kann die Atmosphäre deutlich mehr Feuchtigkeit speichern. Der Wert liegt bei rund sieben Prozent pro Grad Celsius Erwärmung. Das führt dazu, dass Starkregenereignisse intensiver werden und länger andauern können. Gleichzeitig sorgt der Temperaturanstieg für ein gehäuftes Auftreten von Hitzewellen. Aufgrund langanhaltender und weitestgehend ortsstabiler Hochdruckgebiete werden extreme Temperaturen generiert.

Die globale Verstärkung der Wetterextreme ist eng mit der Erwärmung der Meere verbunden, wodurch die Atmosphäre mit zusätzlicher Energie und Wasserdampf versorgt wird, ähnlich wie wir es in den letzten Tagen auch im Mittelmeerraum erlebten.

Die Folgen für Bevölkerung und Umwelt sind ernst zunehmen: Hitzeperioden erhöhen das Risiko für gesundheitliche Schädigungen, während Überschwemmungen Existenzen bedrohen. Ökosysteme geraten unter Druck und erleiden große Schäden.

Besonders gefährdet sind Menschen aus sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, weil sie oft weniger Schutz vor den Folgen solcher Extremereignisse haben und finanzielle Rückschläge nur schwer überwinden können.

Politik und Gesellschaft stehen vor der Herausforderung, effektive Strategien zur Anpassung an die Klimaveränderungen und Risikominimierung im Fall von Extremwetterereignissen zu entwickeln. Neben Maßnahmen zum besseren Katastrophen- und Klimaschutz sind vor allem schnellere Schritte zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes notwendig, um die Erderwärmung einzudämmen. Dabei ist eine globale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung: Der Kampf einzelner Staaten bringt wenig, wenn die globalen Player wie die USA und Russland nicht mitziehen. Auch das Mitwirken der bevölkerungsreichsten Länder, Indien und China, ist von großer Bedeutung.

Island: Erdbeben M 4,1 erschüttert Bardarbunga

Mittelstarkes Erdbeben M 4,1 unter Gletschervulkan Bardarbunga – zahlreiche Nachbeben registriert

Der isländische Gletschervulkan Bardarbunga wurde gestern Vormittag zum wiederholten Male von einem Erdbeben im 4er-Bereich erschüttert. Der Erdstoß der Magnitude 4,1 ereignete sich um 10:28:22 Uhr (UTC) in einer Tiefe von 5,2 Kilometern. Das Epizentrum wurde 7 Kilometer östlich des Calderazentrums lokalisiert. Zuletzt hatte es am 1. Januar 2026 ein vergleichbares Erdbeben in dieser Region gegeben.




Bardarbunga
Bardarbunga. © EMSC/Leaflet

Die Magnitude des Erdstoßes als auch die Tiefe des Hypozentrums waren derart, dass man das Beben hätte spüren können, doch da es sich in einer unbesiedelten Region Islands manifestierte, stehen Wahrnehmungsmeldungen aus. Das Beben wird auch beim EMSC gelistet, wo es eine Magnitude von 4,5 hat. Solche Diskrepanzen können u. a. durch die Verwendung unterschiedlicher Magnitudenskalen zustande kommen.

Der Erdstoß löste eine Serie schwächerer Erdbeben aus: Insgesamt wurden 11 Erschütterungen in der Bardarbunga-Caldera registriert. Zwei weitere ereigneten sich beim Grimsvötn, dem Nachbarvulkan des Bardarbunga.

Das Beben lag in einer Tiefe, in der sich ein wachsender Magmenkörper befindet, und könnte durch eine Druckzunahme im Speichersystem ausgelöst worden sein, wobei die Schmelze wahrscheinlich auf eine Störung im Randbereich des Magmenkörpers drückte. Der gewaltige Calderavulkan befindet sich also in einer Aufheizphase, doch es könnten Jahrzehnte vergehen, bis es wieder zu einer Eruption kommt.

Bardarbunga brach zuletzt im Jahr 2014 aus und flutete eine Ebene nördlich des Vatnajökulls mit Lava. Zuvor ruhte der Vulkan 114 Jahre lang, wobei es in dieser Zeit möglicherweise einige kleinere, unbestätigte Eruptionen gegeben haben könnte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Island noch dünner besiedelt als heute und das Hochland und der Gletscher standen nicht unter ständiger Beobachtung, weshalb kleine Eruptionen unbemerkt geblieben sein könnten bzw. nicht eindeutig bestimmten Vulkanen zugeordnet werden konnten: Schließlich liegen unter dem größten Gletscher Europas noch weitere Vulkansysteme verborgen, denen man frühere Eruptionen zugeordnet haben könnte. Geologische Hinweise auf die Eruptionen sind oft unter Eis verborgen, so dass es auch hier schwerfällt, kleineren Ereignissen auf die Spur zu kommen.

Piton Fournaise: Bodenhebung und Erdbeben halten an

Anhaltende Seismizität und Bodenhebung am Piton Fournaise – Weiterer Vulkanausbruch könnte in Kürze folgen

Am Vulkan Piton de la Fournaise könnte sich innerhalb kurzer Zeit ein weiterer Vulkanausbruch entwickeln, wobei man dann diskutieren müsste, ob es sich – ähnlich wie auf Hawaii – um eine weitere Episode des selben Ausbruchs handelt. Grund für diese Annahme liefern die jüngst vom OVPF veröffentlichten geophysikalischen Daten: Sie zeigen, dass sich unter dem Vulkan im französischen Übersee-Departement La Réunion weiterhin Magma bewegt, das aufsteigt und dabei nicht nur Erdbeben verursacht, sondern auch eine Aufblähung des Vulkans.

Bodenversatz
Horizontale Bodendeformation. © OVPF

Die Zahl der vulkanotektonischen Erdbeben nahm in den letzten Tagen zwar kontinuierlich ab, liegt nun aber wieder auf dem Niveau wie vor Beginn der seismischen Krise, die am 18. Januar in der Eruption gipfelte. Konkret heißt das, dass sich die Zahl der Erdbeben am 22. Januar auf 30 reduzierte. Am 19. Januar wurden etwa 10 Mal so viele Beben registriert. Die Erdbebenherde liegen weiterhin in Tiefen zwischen etwa 1 und 2,5 Kilometern unter dem nördlichen Rand des Vulkans.

Neben diesen kurzperiodischen Erdbeben registrieren die Wissenschaftler seit dem Ausbruchsstopp auch wiederholt langperiodische Signale (LP-Erdbeben). Diese werden üblicherweise mit der Bewegung von Fluiden oder mit Druckschwankungen im magmatischen bzw. hydrothermalen System in Verbindung gebracht. Nach Einschätzung des OVPF deutet die Kombination aus beiden Signaltypen darauf hin, dass das oberflächennahe Fördersystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht und erneut auflädt.

Auch die Bodenverformung liefert Hinweise auf anhaltende magmatische Prozesse im Untergrund. Messungen in der Gipfelregion deuten erneut auf eine leichte Inflation hin. Ob dieser Trend anhält, soll in den kommenden Tagen genauer überprüft werden.

Die Vulkanologen weisen darauf hin, dass während solcher Druckphasen starke Schwankungen der seismischen Aktivität möglich sind. Phasen mit nur wenigen Erdbeben können kurzfristig von Perioden deutlich erhöhter Aktivität abgelöst werden.

Der weitere Verlauf des Geschehens bleibt offen. Der Druckaufbau im oberflächennahen Magmareservoir kann sich über längere Zeiträume hinziehen. Ebenso ist es möglich, dass sich das System stabilisiert, ohne dass es in absehbarer Zeit zu einem neuen Ausbruch kommt. Ich halte eine weitere Eruption in den nächsten Tagen oder Wochen für durchaus möglich.

Stromboli: Erdbeben in großer Tiefe und Sturmschäden

Erdbeben Mb 3,3 vor der Nordküste – Hafen aufgrund von Sturmschäden bis auf Weiteres geschlossen

Wenige Kilometer vor der Nordküste der Liparischen Insel Stromboli manifestierte sich gestern Abend um 20:34:37 UTC ein Erdbeben der Magnitude 3,3. Aufgrund der großen Tiefe des Hypozentrums von 271 Kilometern wurde es auf der Insel nicht verspürt. Dahingegen wurde die gefährliche Brandung, die in den letzten Tagen infolge des Zyklons „Harry“ aufkam, sehr wohl verspürt. Zudem verursachte sie Schäden am Hafen des kleinen Inselvulkans.

Stromboli
Stromboli. © EMSC/Leaflet

Obwohl der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln heute wieder anlief, war der Hafen von Stromboli davon ausgenommen: Die Schäden am Anleger sind so groß, dass er bis auf Weiteres gesperrt wurde. Erst nach einer sorgfältigen Inspektion soll entschieden werden, ob hier demnächst wieder Tragflächenboote und Fähren anlegen dürfen. In Notfällen kann eine Abreise von Stromboli über den kleinen Hafen von Ginostra organisiert werden. Ob es im Zuge des Sturms auch wieder zu Murenabgängen kam, wurde nicht kommuniziert. Vermutlich waren die Regenfälle hier nicht so stark wie zuletzt im Frühsommer, als die Lahare und Muren abgingen.

Das eingangs erwähnte Erdbeben fand in ungewöhnlich großer Tiefe statt und könnte sich an einem Stück subduzierter Ionischer Platte zugetragen haben. Das Erdbeben kam nicht allein, sondern reiht sich in eine Bebenserie ein, die in den letzten 2 Wochen Süditalien heimsuchte. Neben dem ionischen Meer wurde auch die Nordküste von Sizilien von mittelstarken Erdbeben erschüttert.

Die Beben wirkten sich bis jetzt nicht auf die Aktivität des Vulkans Stromboli aus. Der Tremor bewegt sich im gelben Bereich und ist seit Tagen unauffällig. Die meisten geophysikalischen Messwerte bewegen sich auf mittlerem Niveau, sofern welche vorliegen. Viele Daten wurden zuletzt nicht aktualisiert. Vermutlich sind die Geräte oder Verbindungen infolge des Sturms ausgefallen oder konnten keine Daten sammeln. Ungewöhnliche Eruptionen haben sich aber nicht ereignet. Hinweise auf eine bevorstehende Aktivitätssteigerung gibt es ebenfalls nicht.

Aso-san: Hubschrauber stürzte auf dem Nakadake ab

Hubschrauber stürzte am Aso-san auf aktiven Vulkankraterkegel – Tragödie wirft Fragen auf

Am japanischen Vulkan Aso auf Kyushu kam es am 20. Januar zu einem schweren Unfall, der international Aufmerksamkeit erregte: Ein Touristenhubschrauber mit drei Menschen an Bord stürzte im Bereich des aktiven Nakadake ab. Offenbar kamen alle drei Insassen ums Leben. Die Bergung gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt wegen der besonderen Gefahren, die von einem der aktivsten Vulkane Japans ausgehen.



Aso
Aso-Nakadake

Der Vulkan Aso liegt in der Präfektur Kumamoto und zählt zu den größten Calderavulkanen der Welt. Im Zentrum der weitläufigen Caldera befindet sich der Nakadake. Im Krater befindet sich temporär ein säurehaltiger See, der vulkanische Gase ausstößt und zu phreatischen Eruptionen neigt. Ansonsten ist der Nakedake für seine Ascheeruptionen bekannt, die er phasenweise produziert. Zuletzt war das 2021 der Fall gewesen. Trotz – oder gerade wegen – seiner Aktivität ist der Vulkan eine bedeutende Touristenattraktion. Bei niedrigen Warnstufen dürfen Besucher den Kraterbereich unter strengen Auflagen betreten oder aus der Luft besichtigen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks galt für den Aso ein vergleichsweise niedriger Alarmstatus. Der Zugang war nicht grundsätzlich gesperrt, auch touristische Rundflüge waren erlaubt. Aus der Luft lassen sich die Dimensionen der Caldera und der tiefblaue Kratersee des Nakadake besonders eindrucksvoll erleben.  Der abgestürzte Hubschrauber befand sich auf einem dieser Rundflüge und hatte ein älteres Touristenpaar aus Taiwan an Bord. Der Hubschrauber startete am Vormittag zu seinem dritten Flug und sollte nur wenige Minuten unterwegs sein, als der Kontakt abbrach.

Der Nakadake-Krater gilt selbst bei niedriger Warnstufe als anspruchsvolles Fluggebiet, dass von starken auf- und abwinden dominiert wird. Nebel und Gase beeinträchtigen oft die Sicht und es kommt zu Turbulenzen. Doch warum der hubschraub plötzlich abstürzte ist bislang unklar. Erst nach einiger Suche wurden die Wrackteile des Hubschraubers an einer schwer zugänglichen Stelle der Nakadake-Nordflanke entdeckt.

Bergungsmaßnahmen waren nach der Sichtung von Wrackteilen bisher nicht möglich, da dichte Gase und wechselnde Winde einen Abstieg zur Absturzstelle vereitelten. Der Absturzort liegt in einem Gebiet, das selbst für erfahrene Bergretter nur schwer zugänglich ist. Die drei Insassen gelten offiziell als vermisst. Ob und wann eine Bergung möglich sein wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der vulkanischen und meteorologischen Lage ab.

Der Vorfall dürfte eine erneute Debatte darüber auslösen, wie nah touristische Aktivitäten an aktive Vulkane heranreichen dürfen.

Dem nicht genug, kam es kürzlich auch am Fuji zu einem Bergunfall, der die Diskussion über Kostenübernahme im Falle eines Rettungseinsatzes entfachte.

Zyklon Harry wütete in Griechenland

Zyklon Harry wütete in Griechenland und richtete Zerstörungen an – mindestens 2 Menschen starben

Nachdem der Zyklon Harry in den letzten Tagen über Süditalien hinweggezogen war und große Schäden an der küstennahen Infrastruktur angerichtet hatte, erreichte er gestern Griechenland. Anders als in Italien, wo offenbar keine Menschenleben zu beklagen waren, starben hier mindestens zwei Personen.

Griechenland

Sturmtief Harry, ein sogenannter Mittelmeerzyklon, der auch als Medicane (mediterraner Hurricane) bezeichnet werden kann, traf vor allem die Küstenregionen sowie Teile des griechischen Festlands mit voller Wucht. Heftige Regenfälle mit Orkanböen und außergewöhnlich hoher Seegang führten innerhalb weniger Stunden zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die starke Sachschäden verursachten. In der Region Attika wurden Straßen überflutet, Keller liefen voll, und der Verkehr kam zeitweise zum Stillstand. Einsatzkräfte mussten zahlreiche Menschen aus Fahrzeugen und Gebäuden retten.

Besonders dramatisch war die Lage an den Küsten. Ein Angehöriger der griechischen Küstenwache kam ums Leben, als er während eines Einsatzes von einer gewaltigen Welle erfasst wurde. Ein weiterer Todesfall ereignete sich, als eine Frau von den Wassermassen mitgerissen wurde. Dabei wurde sie unter ein – ebenfalls von den Fluten erfasstes – Auto gedrückt und kam ums Leben. Die Behörden warnten eindringlich davor, sich während des Sturms in Küstennähe oder in ausgetrockneten Flussbetten aufzuhalten.

Auch mehrere Inseln der Ägäis waren betroffen. Dort registrierten die Meteorologen Windgeschwindigkeiten von teils über 120 Kilometern pro Stunde. Fähren blieben in den Häfen, zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen. Auf einigen Inseln kam es zu Stromausfällen, nachdem Leitungen beschädigt oder Masten umgestürzt waren. Landwirte berichten zudem von Ernteverlusten durch Starkregen und Sturm.

In den sozialen Medien wurden teils dramatische Aufnahmen geteilt, auf denen man sieht, wie sich die Straßen in reißende Flüsse verwandelten und alles mitrissen, was nicht niet- und nagelfest war. Dabei wurden Unmengen an Geröll mitgeschwemmt und auf der Straße abgelagert. Wer diese Bilder gesehen hat oder sogar selbst direkt betroffen war, wird klar, dass der Klimawandel bittere Realität ist, und dürfte sich von Klimawandelleugner Trump vor den Kopf gestoßen gefühlt haben, sofern er gestern Zeit hatte, die Rede des offenbar geisteskranken Präsidenten zu hören.

Während sich der Zyklon weiter nach Osten zieht und sich dabei abschwächt, beginnen in Griechenland die Aufräumarbeiten. Die Regierung kündigte Soforthilfen für besonders betroffene Regionen an. Meteorologen sehen in Harry ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse im Mittelmeerraum. Vor allem sogenannte Medicanes, also tropenähnliche Stürme über dem Mittelmeer, treten nach Einschätzung vieler Klimaforscher häufiger und stärker auf. Umso erstaunlicher die wirre Rede von Präsident Trump gestern in Davos, in der einer der mächtigsten (und auch einer der gestörtesten) Menschen der Welt den Klimawandel offen als „großen Schwindel“ bezeichnete. Einfach irre!

Poás: Nationalpark aus Sicherheitsgründen geschlossen

Nationalpark Vulkan Poás vorübergehend geschlossen – Sicherheitsmaßnahmen treffen auf anhaltende vulkanische Aktivität

Vulkanspotter und Naturliebhaber haben es in den letzten Monaten in Costa Rica nicht einfach, denn eine der vulkanischen Hauptattraktionen wurde im letzten Jahr aufgrund erhöhter Aktivität des Vulkans Póas über das Frühjahr hinweg bis zum Sommer geschlossen. Nun wurde eine erneute mehrtägige Schließung angekündigt. Grund hierfür ist aber nicht die erhöhte Aktivität des Vulkans, sondern eine marode Brücke.

Poas
Poás

In einer offiziellen Meldung der Nationalparkverwaltung heißt es, dass der Nationalpark Vulkan Poás ab dem 21. Januar bis einschließlich 25. Januar, vorübergehend für Besucher geschlossen wird. Grund ist die vorsorgliche Sperrung der Brücke über den Bach Tigre im Sektor Poasito de Poás, nachdem das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr bei einer technischen Inspektion erhebliche strukturelle Schäden festgestellt hat. Die Maßnahme dient der öffentlichen Sicherheit und ist unabhängig von der aktuellen vulkanischen Aktivität, fällt jedoch in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um den Poás. Ob die Schäden an der Brücke durch die Aktivität des Vulkans verursacht wurden, in deren Rahmen es im letzten Jahr auch zu Bodendeformationen gekommen war, wurde nicht kommuniziert.

Während der Schließung sollen Sicherungsarbeiten durchgeführt und eine provisorische Metallbrücke installiert werden. Parallel dazu wird eine Fertigteilbrücke vorbereitet, über die der Verkehr auf der Nationalstraße 120 innerhalb der kommenden Wochen wiederhergestellt werden soll.

Die Sperrung des Parks erfolgt vor dem Hintergrund einer Aktivitätsphase des Vulkans Poás, die bereits seit Herbst 2024 andauert. In der vergangenen Woche registrierten die Überwachungsinstrumente der OVSICORI-UNA wiederholt kleine phreatische Eruptionen. Diese äußerten sich durch plötzliche Emissionen von Wasserdampf, vulkanischen Gasen und feinen Partikeln, ausgelöst durch das Zusammenwirken von heißem Gestein, Gasen und Grundwasser.

Erdbeben bei San José sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit

Für zusätzliche Aufregung sorgte am 19. Januar ein Erdbeben der Magnitude 4,4, das sich in geringer Tiefe nur wenige Kilometer westnordwestlich des Stadtzentrums von San José ereignete. Das Beben war im zentralen Hochland – in dem auch der Póas liegt – deutlich spürbar, verursachte jedoch nach bisherigen Informationen keine größeren Schäden.

Geoforscher betonen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Erdbeben und der Aktivität des Vulkans Poás besteht. Das Epizentrum lag rund 30 bis 35 Kilometer südöstlich des Vulkans und wird dem tektonisch aktiven Störungssystem des Valle Central zugeordnet. Solche Beben sind in Costa Rica keine Seltenheit und stehen in der Regel nicht mit magmatischen Prozessen in Verbindung.

Island: Bodenhebung bei Svartsengi beträgt fast 30 Zentimeter

Geothermalkraftwerk Svartsengi

Bodenhebung bei Svartsengi auf Island hält an – Gefahrenanalyse unverändert

Seit Monaten richtet sich der Blick von Wissenschaftlern, Behörden, Anwohnern und Vulkanspottern auf die Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands. Die Bodenhebung unter dem Gebiet des Geothermalkraftwerks Svartsengi, die im Herbst 2023 begann, hält weiter an und nähert sich langsam aber stetig der 1-Meter-Marke, wovon sich 30 Zentimeter seit dem letzten Ausbruch ansammelten – ein Hinweis auf fortgesetzte Magmenakkumulation in einer Tiefe von 4 bis 5 Kilometern unter dem Gebiet, in dem nicht nur das Geothermalkraftwerk liegt, sondern auch das Resort der Blauen Lagune. Nach aktuellen Modellrechnungen der IMO-Wissenschaftler haben sich seit dem letzten Ausbruch im Juli rund 20 Millionen Kubikmeter geschmolzenes Gestein im Untergrund angesammelt. Mit der zunehmenden Magmamenge steigt auch der Druck im vulkanischen System, wodurch sich die Ausbruchsgefahr erhöht.




Bodenhebung

Nach Einschätzung des Isländischen Meteorologischen Amtes gilt eine weitere Magmaintrusion aus dem Bereich Svartsengi und ein Ausbruch im benachbarten Sundhnúkur-Kraterfeld als wahrscheinlichstes Szenario. Sollte es dazu kommen, dürfte der Ausbruch den bisherigen Ereignissen entlang der Sundhnúkagígar-Kraterserie ähneln und effusiver Natur sein, bei dem kleine Lavafontänen und Lavaströme gefördert werden. Eine explosive Eruption gilt als unwahrscheinlich. Dennoch kann es bei Kontakt der Lava mit Grundwasser zu begrenzten Explosionen kommen.

Messbares Anzeichen der Magenakkumulation im Untergrund ist die Bodenhebung. Die Hebungsrate hat sich in den letzten Wochen auf ca. 1 mm pro Tag verlangsamt, hält aber weiter an, so dass sich der Boden seit dem Ende der letzten Eruption um fast 30 cm gehoben hat. Betrachtet man den Zeitraum seit Beginn der Magmaansammlung im Oktober 2023, hat sich der Boden um fast einen Meter angehoben. Die Hebungsrate war anfangs besonders hoch, hat jedoch mit jedem weiteren Ausbruch spürbar abgenommen. Messungen von GNSS-Stationen nordöstlich von Svartsengi dokumentieren diese Entwicklung detailliert.

Trotz der Magmaansammlung bleibt die seismische Aktivität vergleichsweise ruhig. In den vergangenen Wochen wurden überwiegend schwache Erdbeben mit Magnituden unter 1,5 registriert, vor allem zwischen Sýlingarfell und Stóra-Skógfell südlich des Berges Þorbjörn sowie im Gebiet von Víkurnar. Die Beben werden als Folge von Spannungsänderungen im Untergrund interpretiert, während die Aktivität am Kleifarvatn weiter abnimmt.

Die aktuelle Gefahreneinschätzung des Meteorologischen Amtes bleibt bis zum 3. Februar gültig. Die Lage wird fortlaufend überwacht – denn auch bei geringer Erdbebentätigkeit kann sich ein Ausbruch auf Reykjanes innerhalb kurzer Zeit ankündigen.

Sol: Sonnensturm vom Montag war einer der stärksten

Künstlerische Darstellung einen Solarsturms.

Sonnensturm von historischer Stärke – warum es keinen Blackout gab und wann es gefährlich geworden wäre

Der jüngste Sonnensturm hat selbst erfahrene Weltraumwetterforscher in seiner Stärke überrascht und aufhorchen lassen. Mit gemessenen Magnetfeldstärken von rund 91 Nano-Tesla in Erdnähe erreichte der Sturm Werte, wie sie in den Messreihen seit Beginn systematischer Aufzeichnungen in den 1990er-Jahren wahrscheinlich noch nie beobachtet wurden. Astronomen sprechen von einem der stärksten Ereignisse seit Beginn systematischer Aufzeichnungen. Rekordverdächtig war auch die Geschwindigkeit des Sonnensturms, der mit 4,2 Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde zuraste. Dennoch blieb das Schreckensszenario eines großflächigen Stromausfalls bzw. Blackouts aus. Der Grund dafür liegt nicht in der Stärke begründet – der Sturm war vermutlich stark genug hierfür –, sondern in seinen physikalischen Details.




Polarlicht in Oberhausen

Ein Sonnensturm entsteht meist durch einen koronalen Massenauswurf (CME), bei dem Milliarden Tonnen magnetisierten Plasmas ins All geschleudert werden. Trifft eine solche Plasmawolke die Erde, kann sie das Magnetfeld unseres Planeten massiv stören, wodurch Polarlichter entstehen. Die gemessene Feldstärke von über 90 Nano-Tesla deutet darauf hin, dass enorme Energiemengen freigesetzt wurden. Im ruhigen Sonnenwind liegen die Werte meist bei 5 bis 10 Nano-Tesla.

Doch entscheidend ist nicht nur, wie stark ein Sturm ist, sondern wie sein Magnetfeld ausgerichtet ist. Besonders kritisch ist eine langanhaltende südliche Ausrichtung des von der solaren Plasmawolke mitgeführten Magnetfeldes. In diesem Fall kann es zu einer effektiven Kopplung mit dem Erdmagnetfeld kommen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, den Physiker „magnetische Rekonnexion“ nennen. Erst dadurch gelangt die Energie tief in die Magnetosphäre und kann sich auch in den unteren Schichten der Erdatmosphäre ausbreiten und sich negativ auf Stromnetze und andere kritische Infrastruktur auswirken.

Christian Möstl, Forscher von GeoSphere Austria, meinte gegenüber der Presse, dass der Sonnensturm vom Montag zu den schwerwiegendsten Ereignissen der letzten Jahrzehnte geworden wäre, wenn das Magnetfeld der Plasmawolke Richtung Süden ausgerichtet gewesen wäre. Offenbar hatten wir noch einmal Glück gehabt.

Das ungünstigste Szenario

Sonnensturm

Ein Blackout wäre im Worst Case möglich gewesen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt worden wären: eine sehr hohe Feldstärke, eine über Stunden stabile südliche Magnetfeldkomponente, hohe Geschwindigkeit des Plasmas sowie eine direkte Treffergeometrie auf die Erde. Unter solchen Umständen entstehen starke geomagnetisch induzierte Ströme, die über lange Hochspannungsleitungen fließen und Transformatoren in die Übersättigung treiben und durchbrennen lassen können. Historische Beispiele wie der Québec-Blackout 1989 zeigen, dass regionale Stromausfälle dann realistisch sind.

Beim aktuellen Ereignis fehlte jedoch genau dieser entscheidende Faktor: Die Magnetfeld-Ausrichtung wechselte und blieb nicht dauerhaft südlich. Die Folge waren spektakuläre Polarlichter bis in mittlere Breiten – aber keine kritische Belastung der Stromnetze.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das global oder kontinental zu großflächigen Blackouts führt, gilt als sehr gering. Schätzungen aus der Raumwetterforschung gehen davon aus, dass Stürme vom Kaliber eines Carrington-Ereignisses (1859) statistisch nur alle 100 bis 200 Jahre auftreten. Selbst dann ist ein globaler Zusammenbruch moderner Stromnetze nicht automatisch gegeben, da heutige Systeme als robust eingestuft werden und Überlastungs-Frühwarnungen erlauben, schnell zu reagieren. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es eines Tages zu einem großangelegten Blackout kommen könnte, der dann nicht in kurzer Zeit behoben werden kann.

Realistischer sind aber lokale oder regionale Effekte: temporäre Störungen von Satelliten, GPS-Ungenauigkeiten, Kurzwellen-Funkprobleme oder vorsorgliche Abschaltungen einzelner Netzkomponenten in hohen Breiten. Auch kurzfristige Spannungsschwankungen in Stromnetzen sind möglich. Solche Effekte werden mit zunehmender Sonnenaktivität häufiger, bleiben aber beherrschbar.

Der jüngste Sonnensturm war außergewöhnlich stark, aber noch kein Beinahe-Blackout, wie es in einigen Medien dargestellt wird. Er zeigt jedoch, wie schwer Vorhersagen zur Stärke eines geomagnetischen Sturms sind und dass die Sonne ungewöhnlich aktiv ist. Tatsächlich ist sie aktiver, als sie es im Zuge ihres Sonnenzyklus derzeit sein dürfte. Sie hält sich nicht an Prognosen der Wissenschaftler und Prognosen haben sich als unzuverlässig erwiesen.