Sizilien: Meterhohe Wellen Durchbrechen Schutzmauer bei Catania

Medicane Harry wütet auf Sizilien – meterhohe Wellen überfluten Küstenstraße von Catania

Ein schweres Unwetter hat heute auf Sizilien gewütet und die Ostküste bei Catania am Ätna besonders hart getroffen: Meterhohe Wellen brandeten gegen die Küsten und richteten Schäden an der Infrastruktur an. Verantwortlich ist das mediterrane Tiefdrucksystem „Harry“, das seit den frühen Morgenstunden mit Sturm, Starkregen und extremem Seegang über die Region zieht. In Catania und dem Küstenort Fondachello drang das Seewasser in Küstenstraßen ein, nachdem es Brandungsmauern überwunden bzw. zerstört hatte.




Videos aus Fondachello dokumentieren eindrucksvoll, wie meterhohe Wellen die Küstenschutzbarrieren überwinden. Der Wellengang ist so stark, dass das Wasser über Mauern und Dämme schießt und die Uferstraße überspült. Augenzeugen sprechen von einer „Wasserwand“, die in kurzen Abständen auf die Küste trifft. Autos mussten umgeleitet werden und Fußgänger brachten sich hastig in Sicherheit.

In Catania kam es zu ähnlichen Problemen: Im Hafenbereich schlug das Wasser über die Wellenbrecher und Schutzmauern. Plätze und Zufahrten wurden überflutet.

Meteorologen berichten von einem sehr starken Sturm über dem Ionischen Meer, der einen außergewöhnlich hohen Seegang erzeugt. In Kombination mit tiefem Luftdruck und anhaltenden Böen treffen die Wellen nahezu ungebremst auf die Küste. Italienische Medien bezeichnen den Wirbelsturm als Zyklon, den man getrost auch als Medicane bezeichnen kann.

Der Zivilschutz Siziliens rief die Bevölkerung in Küstennähe zur Vorsicht auf. Strände und Uferpromenaden sollten gemieden werden, da jederzeit weitere Überschwemmungen durch Brecher möglich seien. In einigen Gemeinden wurden vorsorglich Straßenabschnitte gesperrt, um Unfälle zu vermeiden.

Neben dem hohen Seegang an der Küste sorgt Zyklon „Harry“ auch im Landesinneren für Schwierigkeiten. Starke Regenfälle führten lokal zu überlasteten Kanälen und kleineren Erdrutschen. Einsatzkräfte sind seit Stunden im Dauereinsatz, um Gefahrenstellen zu sichern und die Lage zu überwachen.

Die Wetterlage bleibt angespannt. Nach Angaben der Behörden ist erst im Laufe der kommenden Stunden mit einer langsamen Abschwächung des Sturms zu rechnen. Bis dahin gilt entlang der sizilianischen Ostküste erhöhte Alarmbereitschaft.

Mayon: 45 pyroklastische Ströme an einem Tag

Aktivität am Mayon geht auf hohem Niveau weiter – 45 pyroklastische Dichteströme innerhalb von 24 Stunden

Der aktuelle Lagebericht zum philippinischen Vulkan Mayon lässt nichts Gutes erahnen: Innerhalb von nur einem Tag registrierte PHILVOLCS 43 Abgänge pyroklastischer Dichteströme sowie 340 Steinschlagereignisse, bei denen teils glühende Schuttlawinen erzeugt wurden. Von den Dichteströmen steigen Aschewolken auf, die mehrmals VONA_Warnungen auslösten. Aufgrund schlechter Sichtbedingungen war die Höhe der Aschewolken zuletzt nicht bestimmbar gewesen. Die Ereignisse zeugen von anhaltendem Lavadomwachstum und der Förderung eines sehr zähflüssigen Lavastroms, der sich vom Dom ausgehend im oberen Flankenbereich des Kraters bewegt. Vor allem ist es dieser Lavastrom, der für die hohe Anzahl an Steinschlag- und Dichtestromabgängen verantwortlich ist.




Vergleichbare Situationen kenne ich von den indonesischen Vulkanen Karangetang, Sinabung und Semeru wo die Lavazungen teils über lange Wochen und Monate hinweg aktiv waren und auch pyroklastische Ströme mit großer Zerstörungskraft hervorbrachten. Durch die extrem feinkörnigen Ablagerungen der pyroklastischen Dichteströme, die sich vor allem in Schluchten und dem unteren Bereich der Vulkanflanke ablagern, entsteht ein hohes Laharrisiko: Bei starken Regenfällen entstehen Schlammströme, die in der Lage sind Brücken einzureißen und Ortschaften zu fluten.

Die geophysikalischen Daten und Beobachtungen der Vulkanologen deuten nicht auf eine Beruhigung der Aktivität hin:  Die SO₂-Emissionen lagen am 19. Januar 2026 bei 3061 Tonnen pro Tag, ein Hinweis auf fortgesetzte Magmazufuhr. Die ausgestoßen Gasfahne erreicht mittlere Höhen und driftet überwiegend nach Südosten. Messungen der Bodendeformation zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was den erhöhten inneren Druck bestätigt. Nachts ist bei guten Sichtbedingungen ein Kraterleuchten mit bloßem Auge erkennbar.

Der Zutritt ist nicht erlaubt. Der 6-km-Radius der Permanent Danger Zone (PDZ) sowie die Extended Danger Zone (EDZ) dürfen nicht ohne erhöhte Wachsamkeit betreten werden. Flugbetrieb in Vulkannähe ist zu vermeiden.

Kanaren: Erdbeben Mb 3,3 vor El Hierro

Erdbeben vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro – Erinnerungen an 2010 werden wach

Heute Vormittag registrierten Seismologen ein Erdbeben der Magnitude 3,3 im Gebiet der Kanarischen Inseln, mit Epizentrum nahe der Südküste der Insel El Hierro. Das Beben ereignete sich um 11:16 Uhr UTC und lag rund 14 Kilometer südwestlich von Frontera. Mit einer Herdtiefe von etwa 27 Kilometern gehört es zu den tiefer gelegenen Erschütterungen, wie sie für die jüngste Insel der Kanaren typisch sind.

El Hierro, © EMSC

Vermutlich handelte es sich um ein vulkanotektonisches Erdbeben, das durch Spannungsumlagerungen infolge von Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst wurde. El Hierro liegt direkt über einem Hotspot, aus dem Magma aus dem oberen Erdmantel aufsteigt. Auch wenn dieses Magma nicht zwangsläufig die Oberfläche erreicht, kann es in der Tiefe Druck auf das umgebende Gestein ausüben. Die Folge sind Brüche und kleine Verschiebungen, die sich seismisch bemerkbar machen. Einzelne Beben dieser Stärke gelten als Teil der normalen Hintergrundaktivität der Insel und stellen für sich genommen keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch dar.

Die aktuelle Erschütterung weckt jedoch Erinnerungen an die Ereignisse im Jahr 2010, als El Hierro eine ausgeprägte seismische Krise erlebte, die letztendlich zum Ausbruch eines submarinen Vulkans unweit des aktuellen Erdbebengebiets führte. Damals begannen tief liegende Erdbebenschwärme vor der Nordküste, die im Laufe mehrerer Wochen gen Süden migrierten. Die ersten Erschütterungen lagen ebenfalls in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern. Innerhalb von Monaten nahmen Anzahl und Intensität der Beben zu, begleitet von messbaren Bodenhebungen. Diese Prozesse deuteten auf aufsteigendes Magma hin und mündeten schließlich im Unterwasservulkanausbruch von 2011 südlich von La Restinga.

Bis jetzt deuten die vereinzelten Beben der letzten Zeit nicht auf eine Wiederholung der damaligen Ereignisse hin. Solange keine Häufung von Erdbeben und auch keine Bodendeformationen auftreten, bleibt das aktuelle Ereignis ein geologisch erklärbares Einzelbeben.

Während das Beben auf El Hierro ein Einzelbeben ist, gab es in der letzten Woche wieder zahlreiche Erschütterungen auf Teneriffa und unter der Meerenge Richtung Gran Canaria. Das aktuelle GUAYOTA von INVOLCAN bescheinigte das Auftreten von 69 Erschütterungen und anhaltende CO₂-Emissionen. Aktuell sieht es so aus, dass der nächste Vulkanausbruch der Kanaren auf Teneriffa stattfinden wird.

Lewotolok: 441 Eruptionen an einem Tag

Lewotolok ist hochaktiv und erzeugte 441 explosive Eruptionen an einem Tag

Der indonesische Vulkan Ile Lewotolok (Lembata) verzeichnete heute zwischen 06:00 und 12:00 Uhr WIB eine hohe Aktivität mit insgesamt 114 explosiven Eruptionen, bei denen Asche bis zu 500 Meter über Kraterhöhe aufstieg. Nach Angaben der Vulkanbeobachtungsstation Ile Lewotolok (PGA) wurden zwischen 0:00 und 12:00 Uhr WITA zudem Hunderte Erdbeben registriert, die von starken Entgasungen verursacht wurden. Die seismischen Daten zeigten Ausbruchsereignisse mit Amplituden von 21,4 bis 38,1 Millimetern und einer Dauer von etwa 42 bis 107 Sekunden. Während man tagsüber graue Aschewolken aufsteigen sieht, sind es nachts Glutspuren strombolianischer Eruptionen, die den Himmel erhellen.

Die Asche wurde vom VAAC Darwin registriert. Demnach driftete sie in 2100 m Höhe in Richtung Osten und verteilte sich aufgrund der hohen Windgeschwindigkeit von ca. 45 km/h über ein großes Areal entlang der Nordküste von Lembata und darüber hinaus. In Gemeinden unter den Aschewolken nahe des Vulkans wurde leichter Ascheniederschlag registriert.

Bereits am Montag war Ile Lewotolok hochaktiv und erzeugte innerhalb von 24 Stunden 441 Eruptionen, die auf den Seismogrammen registriert wurden. Darüber hinaus wurden 336 explosionsartige Entgasungen festgestellt. Dampfwolken stiegen bis zu 100 m hoch auf. Die restliche Seismizität war gering und lieferte nur bedingt Hinweise auf Magmenbewegungen im Untergrund, ein Phänomen, das für strombolianisch tätige Vulkane nicht untypisch ist.

Ein Mitarbeiter der Vulkanwarte am Lewotolok, Yeremias Kristianto Pugel, berichtete gestern gegenüber der Lokalpresse, dass die Eruptionen von schwachem Grollen begleitet wurden. Die ausgestoßene Aschesäule erreichte eine Höhe von rund 300 bis 500 Metern über dem Gipfel und war von überwiegend grauer Färbung, durchzogen mit etwas weißem Wasserdampf.

Die Bevölkerung im Umfeld des Vulkans wurde ein weiteres Mal aufgefordert, den Sperrbereich von drei Kilometern um den Gipfel des Lewotolok einzuhalten und beim Aufenthalt im Freien Staubschutzmasken oder andere Schutzausrüstung zu tragen, um sich vor der Asche zu schützen. Zudem sollten Wasserspeicher vorsorglich abgedeckt werden, um eine Kontamination zu vermeiden.

Der Vulkan Ile Lewotolok befindet sich weiterhin auf Warnstufe III.

Unerwartet starke Polarlichter über Deutschland

Polarlichter über weite Teile Deutschlands sichtbar – auch von Oberhausen aus

Letzte Nacht war die Nacht der Nächte, zumindest was die Sichtbarkeit von Polarlichtern über Deutschland und speziell dem Ruhrgebiet betraf: Der starke Sonnensturm, über den ich bereits gestern berichtete, löste einen deutlich stärkeren geomagnetischen Sturm aus als prognostiziert. Statt einen KP von 7 zu haben, brachte er es auf einen KP 8,7, was in den oberen Atmosphärenschichten ein wahres Lichtfeuerwerk auslöste. Tatsächlich stimmten auch bei uns in Oberhausen die Wetterbedingungen, so dass ich zum ersten Mal von meiner Heimat aus ausgeprägte Polarlichter beobachten konnte.




Damit war ich nicht alleine, denn in den sozialen Medien wurden zahlreiche Polarlichtfotos geteilt. Mir wurden auch einige zugesendet, die ich hier nicht alle bringen kann, aber für die ich mich bedanken möchte.

Zusammen mit Leroy, der eigentlich gerade ins Bett gehen wollte, als ich einen Blick aus dem Fenster gen Himmel warf und ein rötliches Schimmern über den Dächern von Oberhausen wahrnahm, sprang ich in den Wagen und fuhr zur einzigen Erhebung weit und breit, die einen freien Blick auf den Nachthimmel des westlichen Ruhrgebietsrand ermöglicht: die alte Abraumhalde der Zeche Haniel im Grenzgebiet zwischen Oberhausen und Bottrop. Gegen 22:30 Uhr erreichten wir den Parkplatz und staunten nicht schlecht, als wir zwischen den Bäumen hindurch tatsächlich ein grünes Polarlichtband wabern sahen, wie wir es sonst nur von Island her kennen. Jetzt hieße es, Beine in die Hand nehmen und den schlammigen Pfad zum Haldengipfel hochstürmen, um freie Sicht auf das Spektakel zu haben. Eine Viertelstunde Später erreichten wir freies Terrain, genau in dem Moment, als sich das schönste Lichtband auflöste. Was für eine herbe Enttäuschung! Doch wenigstens glühte der Himmel im Norden noch farbenfroh, ein seltenes Naturspektakel für die ansonsten durch Lichtverschmutzung und Häuserfronten geblendeten Großstädter.

So schön die Himmelserscheinung eines Nordlichts auch ist, sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass ähnlich wie bei Vulkanen auch am Himmel und im Weltall Schöpfung und Zerstörung dicht beieinanderliegen können. Polarlichter sind Manifestationen ungeheurer Kräfte, die in der Lage sind, der menschlichen Zivilisation ernsthaften Schaden zuzufügen. Die Häufung von Polarlichtern in gemäßigten und sogar südlichen Breiten ist ein Zeichen dafür, dass die Sonne außergewöhnlich aktiv ist und uns noch weitaus stärkere Solarstürme schicken könnte, die Schäden an der Navigations-, Kommunikations- und Energietechnik hervorrufen könnten.

Schwere Wetter treffen Sizilien und Liparische Inseln

Umgestürzter Baum am Ätna auf Sizilien. © Rosario Catania

Schwere Unwetter treffen Sizilien – Liparische Inseln zeitweise von Fährverbindungen abgeschnitten

Sizilien steht im Zentrum einer schweren Unwetterlage, deren Höhepunkt am Dienstag erreicht wird. Der italienische Zivilschutz hat für weite Teile der Insel sowie für Sardinien und Kalabrien die höchste Warnstufe „Rot“ ausgerufen. Besonders betroffen sind die östlichen Landesteile Siziliens sowie die ionische Küste Kalabriens. Auch die Liparischen Inseln sind deutlich von den Auswirkungen des Sturmsystems betroffen. Am Ätna wütet der Sturm so stark, dass bereits Bäume abknickten, die zuvor schon Opfer von Waldbränden wurden.

Seit den frühen Morgenstunden kommt es auf Sizilien zu intensiven und teils anhaltenden Regenfällen, die lokal zu Überflutungen und Erdrutschen führten, von denen auch Straßen blockiert wurden. Dadurch kam es zu starken Verkehrsbehinderungen. In mehreren Gemeinden mussten Straßen komplett gesperrt werden. Die Feuerwehr verzeichnete zahlreiche Einsätze, unter anderem wegen überfluteter Unterführungen, umgestürzter Bäume und feststeckender Fahrzeuge. In besonders gefährdeten Gebieten blieben Schulen vorsorglich geschlossen.

In Küstennähe verschärft sich die Lage zusätzlich durch starke Scirocco-Winde, die in Böen Orkanstärke erreichen können. Entlang exponierter Küstenabschnitte wird vor Sturmfluten und starkem Seegang gewarnt. Häfen sind nur eingeschränkt nutzbar, der Schiffsverkehr ist stark beeinträchtigt.

Die Auswirkungen des Unwetters sind auch auf den Liparischen (Äolischen) Inseln deutlich spürbar. Aufgrund des hohen Wellengangs und der starken Winde wurden Fähr- und Tragflächenbootverbindungen von und nach Milazzo zeitweise eingestellt. Damit waren (und sind noch) Inseln wie Lipari, Vulcano oder Stromboli vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über größere Sachschäden auf den Inseln liegen bislang nicht vor, die Einschränkungen im Verkehr treffen jedoch Bevölkerung und Touristen gleichermaßen und erschweren die Versorgung. Bei einem Unwetter in der letzten Woche kam es zu Überflutungen in den Hafenbereichen von Lipari und Vulcano, wo von den Wellen Mauern beschädigt wurden.

Die derzeitige Unwetterlage wird von einem ausgedehnten Tiefdruckgebiet nordafrikanischen Ursprungs verursacht, das feuchte Luftmassen nach Süditalien lenkt und sich nur langsam weiterbewegt. Die Energie stammt primär aus Temperaturgegensätzen in der Atmosphäre, bei denen kalte und warme Luftmassen kollidieren.

Der Zivilschutz ruft die Bevölkerung weiterhin zu äußerster Vorsicht auf. Auch in den kommenden Stunden bleibt die Situation insbesondere auf Sizilien angespannt.

Sol: Starker Sonnensturm am 19.01.2026

Starker Sonnensturm auf dem Weg zur Erde – Chancen auf Polarlichter in Deutschland?

Durch einen erdgerichteten koronalen Massenauswurf (CME) entfesselte sich heute ein starker X-Klasse-Sonnensturm, der durch den Weltraum auf die Erde zurast. Er wird voraussichtlich in den kommenden 24–48 Stunden bei uns eintreffen. Diese Plasmawolke entstand bei einer Sonneneruption auf der Sonnenoberfläche und trägt Milliarden geladener Teilchen samt zugehörigem Magnetfeld mit sich. Trifft ein solcher CME auf das Magnetfeld der Erde, kann er die Magnetosphäre stark stören. In so einem Fall spricht man von einem geomagnetischen Sturm.

Sonnensturm

Solche Stürme entstehen, wenn riesige Mengen Sonnenmaterial explosionsartig ins All geschleudert werden. Treffen diese Wolken frontal auf das Erdmagnetfeld, werden die Feldlinien verzerrt und elektrische Ströme in der oberen Atmosphäre erzeugt. Das kann Kurzwellensignale stören, Satellitenfunktionen beeinflussen oder – im Extremfall – sogar Stromnetze belasten. Gleichzeitig erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für ein spektakuläres Naturphänomen: das Polarlicht.

Polarlichter entstehen, wenn die energiereichen Sonnenpartikel in die Erdatmosphäre gelangen und dort auf Gasmoleküle treffen. Die Kollisionen regen die Moleküle an, die Licht in verschiedenen Farben abstrahlen: Das Spektrum reicht von klassisch grün bis rötlich und violett in höheren Atmosphärenschichten. In starken geomagnetischen Stürmen kann sich die Aurora so weit nach Süden ausdehnen, dass Polarlichter auch in mittleren Breiten sichtbar werden.

Doch wie stehen die Chancen für Beobachter in Deutschland? Laut aktuellen Modellprognosen ist zwar ein starker geomagnetischer Sturm möglich oder sogar wahrscheinlich, Polarlichter zeigen sich in Deutschland aber eher selten und ihre Beobachtung ist stark wetterabhängig. Für eine gute Sichtbarkeit benötigt es neben einer intensiven Sturmlage auch klaren Himmel ohne Bewölkung und einen erhöhten geomagnetischen Index (KP ≥ 6–7), damit sich die Aurora weit nach Süden ausdehnt. In der bisherigen Vorhersagelage für Deutschland gilt die Wahrscheinlichkeit derzeit eher als mäßig.

Dennoch könnten in norddeutschen Regionen Lichtschimmer sichtbar werden, vorausgesetzt, der Sonnensturm entwickelt sich wie prognostiziert und das Wetter spielt mit. Selbst wenn man mit bloßem Auge nichts oder wenig sieht, könnte ein Polarlicht auf langzeitbelichteten Fotos sichtbar werden.

Piton Fournaise: Eruption im Norden der Caldera hält an

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise geht weiter: Spalteneruption auf der Nordflanke

Der Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise, der gestern begann, geht auch heute weiter. Von den anfänglich 4 Eruptionsspalten sind noch mindestens zwei aktiv. Während die kleinste Spalte ihre Aktivität bereits einstellte, gibt es zu einer dritten Spalte widersprüchliche Nachrichten. Dem Ausbruch war eine seismische Krise mit schneller Bodenhebung vorausgegangen, die sich innerhalb weniger Stunden zu dem Ausbruch entwickelte. Die Aktivität bleibt bislang auf den unbewohnten Bereich der Enclos-Fouqué-Caldera beschränkt.




Die Eruption begann am Sonntagabend, dem 18. Januar. Ab etwa 19:42 Uhr Ortszeit wurde ein anhaltender vulkanischer Tremor gemessen. Wenige Minuten später zeigten die Überwachungskameras die ersten sichtbaren Anzeichen der Eruption. Die drei Eruptionsspalten öffneten sich nacheinander an der Nordflanke des Vulkankegels Dolomieu innerhalb der Enclos-Fouqué-Caldera. Der Prozess der Spaltenöffnungen dauerte ca. eine Stunde und war gegen 21:00 Uhr beendet. Die am weitesten talwärts gelegene Spalte liegt rund 700 Meter vom nördlichen Rand der Caldera entfernt.

Das OVPF hob die Warnstufe auf Alarm 2-1 an, was einem Ausbruch innerhalb des Naturschutzgebiets ohne unmittelbare Gefährdung von Bevölkerung oder Infrastruktur entspricht.

Am Morgen des 19. Januar war der Ausbruch weiterhin aktiv. Drei Spalten zeigten noch Aktivität, während eine Spalte in der Nähe des Piton Jacob heute Morgen inaktiv war. An den beiden aktivsten Öffnungen hatten sich durch anhaltende Lavaströme kleine Schlackenkegel aufgebaut. Die Lavafontänen blieben vergleichsweise niedrig und erreichten Höhen von maximal 20 Metern.

Die Lavaströme bewegten sich langsam über den Boden der Caldera. Gegen 6:28 Uhr Ortszeit lag die Front des Hauptstroms rund 600 Meter oberhalb der Grandes-Pentes-Verwerfung. Das Material bestand überwiegend aus zähfließender Lava. Mit Hilfe von Satellitendaten konnte die Förderrate in den vergangenen 24 Stunden auf Werte zwischen 2 und 27 Kubikmetern pro Sekunde abgeschätzt werden.

Auch seismisch bleibt der Vulkan aktiv. Zwar nahm die Stärke des vulkanischen Tremors nach einem ersten Höhepunkt am Abend ab, in den frühen Morgenstunden stabilisierte er sich aber auf einem mittelstarken Niveau. Zusätzlich werden weiterhin durchschnittlich rund zehn vulkanotektonische Erdbeben pro Stunde registriert. Nach Einschätzung des OVPF ist daher die Öffnung weiterer Spalten nicht ausgeschlossen. Sie könnten sich insbesondere weiter hangabwärts öffnen.

Pavlof: Erhöhung der Warnstufe

Vulkan Pavlof: Erdbebenschwarm sorgt für Erhöhung der Warnstufe

Der im US-Bundesstaat Alaska gelegene Vulkan Pavlof geriet in den letzten Tagen in den Fokus der Vulkanologen des AVO: Am 14. Januar registrierten Messstationen einen deutlichen  Anstieg langperiodischer Erdbeben unter der Ostflanke des Vulkans. Als Reaktion darauf erhöhte das Alaska Volcano Observatory die Vulkanwarnstufe auf „Achtung“ und den Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“.

Langperiodische Erdbeben gelten als möglicher Hinweis auf Magmabewegungen oder die Zirkulation vulkanischer Fluide im Untergrund. Entsprechend vorsichtig fiel die Einschätzung der Experten aus, zumal der Pavlof für überraschend einsetzende Ausbrüche bekannt ist. Visuelle Beobachtungen lieferten jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption. Weder Satellitendaten noch Webcam-Aufnahmen zeigten thermische Anomalien bzw. frische Ascheablagerungen oder sichtbare Veränderungen am schnee- und eisbedeckten Gipfelbereich.

Bereits zwei Tage nach Beginn der seismischen Unruhe ging die Erdbebenaktivität wieder auf das normale Hintergrundniveau zurück. Dennoch setzt das AVO die intensive Überwachung fort. In der Vergangenheit gingen ähnliche Signale sowohl eruptiven Phasen voraus als auch Episoden, die ohne Vulkanausbruch wieder endeten.

Der Pavlof ist ein 2.518 Meter hoher Stratovulkan und zählt zu den aktivsten Feuerbergen des Aleutenbogens. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden mehr als 40 Ausbrüche dokumentiert. Seine Aktivität ist überwiegend strombolianisch geprägt, mit gelegentlicher Produktion von Lavafontänen und Ascheemissionen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Besonders problematisch sind dabei Aschewolken, die Höhen von bis zu 15.000 Metern erreichen und eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellen.

Der Vulkan liegt rund 950 Kilometer südwestlich von Anchorage. Die nächstgelegene Ortschaft ist King Cove, etwa 48 Kilometer entfernt. Überwacht wird der Pavlof durch ein dichtes Netz aus seismischen und Infraschallsensoren, Satellitenbeobachtungen und Webcams. Ob die jüngste Unruhe ein harmloses Zwischenspiel war oder ein mögliches Vorsignal weiterer Aktivität, bleibt vorerst offen.