Kilauea: Vulkan bereitet sich auf Ausbruch No 40 vor

Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu

Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten.  Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.




Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.

Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.

Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.

Barren Island mit Ascheeruptionen am 10. Januar

Barren Island weiterhin aktiv: Indischer Inselvulkan zeigt Asche-Schübe

Im entlegenen Andamanischen Meer bleibt der Barren Island Volcano, der einzige historisch aktive Vulkan Indiens, auch Anfang Januar 2026 aktiv. Wie aus einer VONA-Meldung des VAAC Darwin hervorgeht, eruptierte der Vulkan heute Vulkanasche bis auf 1200 Metern Höhe. Neue Satellitenbeobachtungen zeigen zudem, dass der Flankenschlot der seit Mitte November 2025 fließenden Lava-Ströme zwar weiterhin thermisch aktiv ist, die Lavafront an der Küste aber zum Erliegen gekommen ist und der Lavastrom abkühlt.

In den letzten Wochen emittiert der Barren Island sporadisch Aschewolken, die Partikel bis in Höhen von rund 1.200 Metern (FL040) erreichen und von den VAAC-Darwin-Warnstellen erfasst werden. Diese Asche-Ausbrüche wurden in den jüngsten VAAC-Advisories am 10. Januar 2026 mehrfach bestätigt, wobei sich die Aschewolken demnach vorwiegend nach Westen und Südwesten über dem offenen Meer bewegten.

Geologen werten das Geschehen als eine kombinierte explosive-effusive Phase: Neben den Lavaflüssen am Nordhang zeigt der Vulkan an seinem zentralen Krater weiterhin strombolianische Aktivität, begleitet von Asche- und Gasemissionen.

Die gesamte Insel ist unbewohnt und wird ausschließlich über Fernerkundung und Satellitendaten überwacht, weshalb Bodenmessungen fehlen. Doch die konsistenten thermischen Signale im Infrarot und die wiederkehrenden VAAC-Meldungen deuten unmissverständlich auf anhaltende vulkanische Aktivität hin.

Barren Island liegt rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair im Bundesstaat Andamanen und Nikobaren und ist Teil eines tektonisch sehr aktiven Bereichs entlang der Grenze zwischen der Indo-Australischen und der Burma-Platte. Diese Plattengrenze begünstigt Magmenaufstieg und wiederholte Eruptionsphasen, wie sie auch in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach beobachtet wurden.

Für die zivile Schifffahrt und den Luftverkehr bleibt die Region aufgrund der unregelmäßigen Aschewolken ein Bereich, der aufmerksam überwacht werden muss. Kleinere Schiffe sind nicht unmittelbar gefährdet, doch für Flugzeuge besteht nach wie vor ein Risiko durch Asche in niedrigen Flugschichten, wie die jüngsten Advisory-Berichte zeigen.

Insgesamt lässt sich festhalten: Die vulkanische Aktivität am Barren Island ist auch Anfang 2026 nicht abgeklungen, sondern setzt sich mit Lavaflüssen und wiederkehrenden Ascheausstößen fort.

Mayon: Lavadomwachstum generiert pyroklastische Ströme

Starkes Domwachstum am Mayon – 90 pyroklastische Ströme innerhalb von 24 Stunden

Am philippinischen Vulkan Mayon wird weiterhin eine signifikante eruptive Aktivität beobachtet, geprägt durch Lavadom-Wachstum, wobei sich eine Lavazunge bildet, die über den eigentlichen Kraterbereich hinauswächst Die Seiten und Fronten solcher Lavazungen, bei denen es sich im Endeffekt um kurze Lavaströme handelt, sind äußerst instabil. Dadurch kommt es zu zahlreichen Abbrüchen, die Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Ströme generierten.  In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 150 Felsstürze nebst Schuttlawinen sowie etwa 90 pyroklastische Dichteströme registriert, was die anhaltende Instabilität im Gipfelbereich widerspiegelt.




Von den Ereignissen kursieren zahlreiche Aufnahmen im Netz, die überwiegend von Anwohnern online gestellt wurden. Darüber hinaus berichten die Vulkanologen von PHILVOLCS, dass im Kraterbereich inzwischen mit bloßem Auge deutliches Kraterglühen zu beobachten ist – in der vergangenen Woche war das nur mit Hilfe von Teleskopen möglich. Dies belegt zusätzlich der beschriebenen Phänomenologie die oberflächennahe, hochtemperierte Magmaaktivität.

Die Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) lagen am 8. Januar 2026 bei etwa 195 Tonnen pro Tag. Obwohl die Daten für einen aktiven Vulkan, der in Eruption begriffen ist, nicht sonderlich hoch sind, bestätigen die Emissionen eine fortgesetzte Entgasung des aufsteigenden Magmas. Zusätzlich steigt von den pyroklastischen Dichteströmen Vulkanasche auf, die eine Höhe von rund 500 Metern über Gipfelhöhe erreicht und auch VONA-Warnungen hervorruft. Die Asche- und Gasemissionen drifteten überwiegend in westnordwestliche bis südwestliche Richtung.

Messungen zur Bodenverformung zeigen, dass sich das Vulkangebäude weiterhin aufbläht, was auf Magmazufuhr in flacheren Reservoirebenen schließen lässt. Aktuell wurden keine vulkanischen Erdbeben mit ausreichenden Standortdaten erfasst.

Der Zutritt zur permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von 6 Kilometern um den Gipfel ist weiterhin strikt untersagt. Ebenso ist das unbefugte Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) nicht erlaubt. Der Flugverkehr in der Nähe des Vulkans sollte vermieden werden.

Zu den derzeit relevanten Risiken zählen Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, das Auswerfen geballter vulkanischer Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen in den Abflussrinnen des Vulkans.

Argentinien: Starke Waldbrände in Patagonien

Patagonien in Flammen: Starke Waldbrände zwingen Tausende zur Flucht

In Argentiniens Patagonien kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen schwere Waldbrände. Besonders betroffen ist die Provinz Chubut, wo sich die Flammen durch trockene Wälder und Buschlandschaften gefressen haben. Tausende Hektar Vegetation sind bereits verbrannt, mehr als 3 000 Menschen mussten ihre Häuser und Ferienunterkünfte verlassen. Rauchschwaden liegen über beliebten Natur- und Tourismusgebieten, Straßen wurden zeitweise gesperrt und Ortschaften evakuiert.

Patagonien

Waldbrände sind in Patagonien grundsätzlich kein neues Phänomen. Die Sommermonate zwischen Dezember und Februar sind typischerweise trocken, begleitet von starken Winden, die Feuer rasch verbreiten und außer Kontrolle geraten lassen können. In diesem Sinne sind Brände durchaus jahreszeitlich bedingt. Neu ist jedoch ihre Intensität, Ausdehnung und Häufigkeit.

Meteorologen verweisen auf eine Kombination mehrerer Faktoren: eine langanhaltende Dürre mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und kräftige Winde aus den Anden. Ein einzelnes, klar benennbares Klimaphänomen wie El Niño steht diesmal nicht eindeutig im Vordergrund der Katastrophenursache. Stattdessen handelt es sich um eine gefährliche Häufung extremer Wetterbedingungen, die den Boden und die Vegetation stark austrocknen. Hinzu kommt, dass die Behörden in mehreren Fällen Brandstiftung oder fahrlässiges menschliches Handeln nicht ausschließen.

Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Steigende Durchschnittstemperaturen verlängern die Trockenperioden, Schnee- und Gletscherschmelze setzen früher ein, und die Böden verlieren zunehmend Feuchtigkeit. Studien zeigen, dass Feuer in Südpatagonien heute schneller wachsen und schwerer zu kontrollieren sind als noch vor wenigen Jahrzehnten. Was früher ein lokales Ereignis war, entwickelt sich immer häufiger zu einer regionalen Krise.

Die aktuellen Brände sind daher kein bloßer „normaler Sommerbrand“. Sie stehen exemplarisch für eine neue Realität, in der klimatische Veränderungen bekannte Naturgefahren verschärfen. Für Patagonien bedeutet das nicht nur ökologische Schäden, sondern auch wachsende Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und Tourismus. Die Flammen dieses Sommers sind ein Warnsignal, das weit über Argentinien hinaus gilt. Der Kampf gegen den Klimawandel ist durch wachsende politische Unsicherheit und gezielte Sabotage der US-amerikanischen Politik unter Trump in den Hintergrund getreten. Die Chancen, für zukünftige Generationen das Schlimmste abzuwenden, schwinden täglich.

Sizilien: Erdbeben am Ätna und im Ionischen Meer

Mehrere Erdbeben im Bereich der Ätna-Westfalnke ‐ stärkstes Beben Mb 3,3

Im Bereich von Sizilien haben sich in den letzten 24 Stunden mehrere interessante Erdbeben ereignet. Zunächst gab es im Westen des Ätnas mehrere Erdstöße. Der stärkste hatte eine Magnitude von 3,3 und einen Erdbebenherd in 9,5 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde vom INGV 2,1 km westlich vom Monte Minardo verortet. Vor der Küste Siziliens bzw. dem Stiefelabsatz von Kalabrien manifestierte sich ein mittelstarkes Beben der Magnitude 5,1. Die Herdtiefe wurde in 53 Kilometern Tiefe festgestellt. Dieses Beben war im großen Umkreis von fast 500 km zu spüren gewesen.




Ätnabeben. © EMSC/Leaflet

Auf den ersten Blick mögen die Ereignisse nichts miteinander zu tun haben, doch sie sind durch die Subduktion der Ionischen Platte unter den Kalabrischen Block miteinander verlinkt. Das stärkere Erdbeben manifestierte sich vermutlich an einem Teil der subduzierten Erdkruste Ioniens. Durch die Subduktion entsteht ein tektonischer Rückrolleffekt, durch den sich das Tyrrhenische Meer öffnet, in dem die Liparischen Vulkaninseln liegen. Dabei kommt es zur Dehnung und Ausdünnung der Erdkruste im Nordosten Siziliens. Auch wenn der Ätna kein klassischer Subduktionszonen-Vulkan ist, liegt er im Grenzbereich der Ionischen Platte und wird durch diese Back-Arc-Extension beeinflusst. Die Erdbeben im Westen des Ätnas liegen auf einer Linie, die sich über die Vulkanflanken hinaus fortsetzt, und deuten somit an, dass sie sich entlang einer tektonischen Störung ereigneten. Ob aufsteigendes Magma seine Finger im Spiel hat, ist ungewiss, aber durchaus möglich.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es wieder einige Erdbeben unter der westlichen Ätnaflanke gegeben. Die Tiefen lagen bei 10 Kilometern Hier bildete sich der klassische Cluster eines kleinen Schwarmbebens heraus, der sehr wahrscheinlich mit Fluidbewegungen im Zusammenhang stand. Auch unter dem Gipfelbereich und im oberen Valle del Bove gab es weitere schwache Erschütterungen. Trotz der Eruption findet also weiterhin Magmenaufstieg statt und der nächste Vulkanausbruch wird vorbereitet. Nicht auszuschließen, dass der Ätna wieder lebhafter wird, als er es in den vergangenen Monaten war.

Taal mit 2 kleinen phreatischen Eruptionen am 9. Januar

Taal erzeugte heute 2 kleine phreatische Eruptionen – Gasausstoß vergleichsweise niedrig

Auf den Philippinen sind nicht nur Mayon und Kanlaon aktiv, sondern auch der Taal: Heute manifestierten sich dort zwischen 07:11 und 07:15 Uhr Lokalzeit zwei kleine phreatische Eruptionen im Kratersee von Volcano Island. Die Explosionen erzeugten schlammige Fontänen und ließen Dampf aufsteigen. Eine VONA-Warnung gab es nicht, was darauf hindeutet, dass kein frisches Magma an der Eruption beteiligt gewesen war.

Taal. © PHILVOLCS

Direkte Warnzeichen in Form von Tremor gab es diesmal nicht, allerdings war der Schwefeldioxidausstoß in den letzten Tagen sehr niedrig. Er erhöhte sich allerdings bereits vor den Explosionen wieder. So wurden gestern 160 Tonnen des vulkanischen Gases emittiert. Zudem registriert das seismische Netzwerk 3 vulkanotektonische Erschütterungen. Das Vulkangebäude des Inselvulkans innerhalb der Taal-Caldera zeigt weiterhin Anzeichen der Inflation: Auch wenn aktuell kein Magma an der Eruption beteiligt war, befindet sich im flachen Magmenspeicher unter dem Vulkan Schmelze. Sie ist für die Erdwärme verantwortlich, die Grundwasser explosionsartig verdampfen lässt, wodurch die phreatischen Eruptionen entstehen.

Seit einem Jahr sind die geophysikalischen und geochemischen Messgrößen am Taal generell rückläufig. Phreatische Eruptionen können auch verstärkt während Abkühlungsphasen auftreten und müssen nicht zwingend an ein Aufheizen eines Vulkansystems gekoppelt sein. Daher bleibt unklar, ob der Taal aktuell zu einer größeren Eruption befähigt ist, die über phreatomagmatische Explosionen hinausgeht.

Mit der Alarmstufe „1“ hält PHILVOLCS den Alarmstatus des Vulkans niedrig. Es gilt eine 2-Kilometer-Sperrzone um den Krater auf Volcano Island und die Insel darf nicht betreten werden. Es gilt auch ein Überflugverbot in geringer Höhe. Passagiermaschinen sind hiervon aber nicht betroffen.

Der Mayon hingegen steigerte in den letzten Tagen seine Aktivität signifikant. Hier könnte sich ein lohnendes Ziel für Vulkanspotter entwickeln, besonders falls es wie bei den beiden vorangegangenen Eruptionsserien zu Paroxysmen kommen sollte. Stay tuned!

Ätna ist im Valle del Bove noch effusiv aktiv

Lavaströme im Valle del Bove weiterhin aktiv – Lavafront am Ätna bei 1900 Höhenmeter

Der Ätna auf Sizilien ist weiterhin aktiv und eruptiert Lava, die sich im Bereich des Monte Simone im Valle del Bove bewegt. Die vorderste Lavafront ist indes dabei, abzukühlen, und stagniert seit 3 Tagen. Die neuen Lavafronten bewegen sich in einem Höhenbereich von ca. 1900 m und liegen scheinbar außer Sicht der Thermal-LiveCam des INGV. Dafür beobachteten INGV-Forscher die Aktivität bei ihrer Feldarbeit. Die Gipfelkrater blieben währenddessen still, entgasten aber stark.



Ein recht kalter Ätna

In einem heute Mittag veröffentlichten INGV-Bericht heißt es, dass entlang der am 1. Januar entstandenen Eruptionsspalten im Valle del Bove weiterhin mäßig viel Lava gefördert wird. Mehrere aktive Lavaströme sind im Bereich des Monte Simone zu beobachten. Die am weitesten vorgedrungenen Lavafronten liegen knapp unterhalb von 1900 bzw. 2000 m Höhe, während die weiter talabwärts gelegenen Bereiche des Lavafeldes inzwischen zum Stillstand gekommen sind und abkühlen. Nächtliche Kamerabeobachtungen zeigen anhaltende Leuchterscheinungen entlang der Spalten, was auf eine kontinuierliche Förderung hinweist.

Die Amplitude des vulkanischen Tremors schwankt seit dem 8. Januar zwischen niedrigen und mittleren Werten, wobei die Tremorquelle im Bereich des Nordostkraters lokalisiert ist.

Besondere Bedeutung kommt den gemessenen Strain-Änderungen zu. Das Dehnungsmessgerät DRUV registrierte ab dem 7. Januar eine Phase rascher Kompression von rund 20 Nanodehnungen, gefolgt von einer langsamen Dekompression und einem derzeit oszillierenden Verhalten. Diese Kompression wird als Ausdruck einer Druckentlastung des magmatischen Speichersystems interpretiert. Durch den anhaltenden Abfluss von Magma über die Eruptionsspalten verliert das Reservoir Volumen, wodurch das umgebende Gestein leicht nach innen reagiert. Die fehlenden Veränderungen im GNSS-Netz unterstreichen, dass es sich um eine moderate, lokal begrenzte Deflation handelt. Insgesamt deuten die Daten auf eine stabile effusive Phase hin, ohne Hinweise auf eine bevorstehende Intensivierung der Aktivität.

Auf dem Sentinel-Satellitenfoto vom 8. Januar ist im Thermalspektrum keine Anomalie feststellbar, wobei der Monte Simone von Wolken verdeckt war. MIROVA registrierte heute Mittag eine moderate Wärmestrahlung, die auch von der sich abkühlenden Lava stammen kann. Meiner Einschätzung nach kann es sich nur noch um eine geringe Menge Lava handeln, die eruptiert wird bzw. heute Morgen eruptiert wurde.

Streik der Vulkan- und Naturführer

Aufgrund der zu streng erscheinenden Sicherheitsmaßnahmen, in deren Zuge auch die Hauptstraße Richtung Refugio Citelli kurz hinter Milo gesperrt wurde, protestierten die Vulkan- und Naturführer des Ätnas und streikten gestern. Der uns gut bekannte, deutschstämmige INGV-Vulkanologe, dessen Namen ich diesmal nicht nennen möchte, solidarisierte sich in einem privaten Facebookpost mit den Bergführern (und indirekt auch mit uns Vulkanspottern), indem er die strengen Maßnahmen kritisierte. Das rief den leitenden Direktor des INGV auf den Plan, der sich seinerseits von dem Post des Vulkanologen distanzierte und auf die Seite der Bürgermeister der betroffenen Kommunen stellte. Meiner bescheidenen Meinung nach arbeiten beim INGV hervorragende Geowissenschaftler und Techniker, doch die politische Leitung des Vereins kann man getrost in der Pfeife rauchen!

Ich kritisiere insbesondere nicht nur die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen, sondern das Fehlen jedweder Prognosen im Vorfeld einer Eruption. Sollte man tatsächlich keine Ahnung haben, was als Nächstes kommt? Warum werden wöchentliche Bulletins eingestellt, sobald der Vulkan 3 Monate nicht ausgebrochen ist? Und noch dringender die Frage: Warum werden sie nicht wieder aufgenommen, wenn selbst Vulkanspotter erkennen, dass sich eine Eruption zusammenbraut? Hat man Sorge, die Bevölkerung zu beunruhigen? Wenn man auf der Flanke eines aktiven Vulkans lebt, sollte man sich der potenziellen Gefahr, in der man sich befindet, permanent bewusst sein!

Die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen wären nur im Falle einer großen Flankeneruption gerechtfertigt, wie es sie Anfang des Jahrtausends zweimal gegeben hat. Vielleicht noch im Anfangsstadium des Ausbruchs, als nicht klar war, wie groß die Eruption sein wird. Aber kurz vor deren deutlichen Abschwächung Straßensperren zu errichten und den Zugang zum Eruptionsgebiet signifikant einzuschränken, zeugt schlichtweg von eins: massiver Inkompetenz! Oder sollte man davon ausgehen, dass sich ein weitaus stärkerer Ausbruch zusammenbraut? Daten hierzu wurden jedenfalls nicht offengelegt.

Island: Beschleunigung der Bodendeformation Anfang Januar

Bodendeformation bei Svartsengi auf Island beschleunigte sich – weiterhin geringe Seismizität

Auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel hat sich die Bodenhebung bei Svartsengi in diesem Jahr wieder etwas beschleunigt. Ende Dezember zeigten die GNNS-Messwerte kurzzeitig eine Subsidenz an, wobei es sich wahrscheinlich ein weiteres Mal um Messungenauigkeiten gehandelt haben dürfte. Zeitgleich beschleunigte sich die Ostkomponente des horizontalen Versatzes, die auch jetzt noch erhöht ist. Das alles, bei weiterhin geringer Seismizität, was etwaige Prognosen zu einem möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch erschwert.

Wir wissen, dass sich im flachen Untergrund weiterhin magmatische Fluide ansammeln, die den Druck im Speichersystem erhöhen, womit die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption oder Gangintrusion ansteigt. Seit dem Ende der letzten Eruption im August haben sich fast 20 Millionen Kubikmeter neue Schmelze unter Svartsengi akkumuliert. Bei der Eruption entleerte sich aber nicht die gesamte Schmelze i flachen Speichersystem, so dass die tatsächlich vorhandene Magmamenge deutlich höher sein durfte und meinen Schätzungen nach bei 25 Millionen Kubikmetern liegen dürfte – eine der größten Magmaakkumulationen des Eruptionszyklus, der im November 2023 mit der Gangintrusion unter Grindavik begann.

Eigentlich sollte man erwarten, dass die Eruption bald beginnt, doch da bei den meisten vorangegangenen Ausbrüchen ein immer höherer Druck im Speichersystem vorhanden sein musste, als es zuvor der Fall war, damit eine Eruption startet und sich der Druckaufbau insgesamt verlangsamt zu habe scheint, lässt sich der Zeitraum des erwarteten Eruptionsbeginn nicht mehr eingrenzen.

Die IMO-Vulkanologen veröffentlichten am 6. Januar eine neue Gefahreneinschätzung, die sich gegenüber der vorherigen aber nicht geändert hat. Die größte Gefahr besteht entlang der Sundhnukur-Kraterreihe und es gilt die Empfehlung sich von diesem Gebiet Gebiet fern zu halten. Für das Kraftwerk Svartsengi, die Blaue Lagune und Grindavik gilt nur ein mittelstarkes Gefahrenpotenzial.

Erweitert man die Betrachtungen zu Svarstengi weiter aus und schaut auf die benachbarten Spaltensysteme, stellt man fest, dass es auch im Krysuvik-System eine deutliche Veränderung in der Ostkomponente der horizontalen Bodendeformation gibt. Während des Sommers war hier eine deutliche Subsidenz aufgetreten, die zu zahlreichen Erdbeben geführt hat. In der letzten Woche zeigen die Messwerte eine deutliche Inflation, wobei noch unklar ist, ob die Messungen korrekt sind.

Deutschland: Wintersturm-Prognose legt Land teilweise lahm

Wintersturm beeinträchtigt in Teilen Deutschlands das öffentliche Leben – Schulschließungen und Unfälle

Sturmtief Elli sorgt in weiten Teilen Deutschlands für winterliche Extrembedingungen und bringt Schnee, Eisregen und kräftigen Wind. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starken Verkehrsbehinderungen, glatten Straßen und Schneeverwehungen. Besonders betroffen sind der Norden sowie die östliche Mitte des Landes, während im Süden verbreitet gefrierender Regen fällt und Blitzeis entstehen könnte. In Küstennähe treten teils schwere Sturmböen auf, die auf den Nordseeinseln Orkanstärke erreichen könnten. In 25 Landkreisen wurde die zweithöchste Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen: Es besteht Gefahr für Leib und Leben.

Winter in Deutschland

In der Nacht kam es bereits zu ersten Glätteunfällen, unter anderem rutschte in Baden-Württemberg ein Bus einen Hang hinunter, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt meldeten die Lagezentren der Bundesländer zunächst einen vergleichsweise ruhigen Verlauf. Dennoch wurde der Verkehr vorsorglich eingeschränkt. Zahlreiche Bahnverbindungen fallen aus oder sind verspätet. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr Norddeutschlands wurde der Betrieb teilweise ganz eingestellt. Auch viele Buslinien fahren nicht mehr, insbesondere in Niedersachsen und angrenzenden Regionen.

Der Wintereinbruch wirkt sich zudem auf den Alltag aus. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, Schulen wechseln auf Distanzunterricht oder bieten Notbetreuung an. Kommunen warnen vor Problemen bei der Müllabfuhr und bitten Bürger, Wege freizuhalten und Tonnen zugänglich zu platzieren. Krankenhäuser bereiten sich auf eine erhöhte Zahl an Unfallverletzten vor und verschieben planbare Eingriffe. Gleichzeitig wird in einigen Städten die Winternothilfe für Obdachlose ausgeweitet, da die Kälte ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.

Flughäfen wie der in Frankfurt haben sich gut auf den Schnee vorbereitet und haben zahlreiche Spezialfahrzeuge im Einsatz um den Flugbetrieb aufrecht zu halten. Probleme gab es bis jetzt in erster Linie bei der Anfahrt zum Flughafen mit der Bahn.

Parallel zur Wetterlage sorgt die öffentliche Bewertung des Sturmtiefs für Diskussionen. Während einige Meteorologen die Warnungen angesichts der komplexen Wetterkonstellation für notwendig halten, warnen andere vor einer Überdramatisierung, die langfristig die Akzeptanz ernsthafter Unwetterwarnungen schwächen könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Elli vielerorts zu signifikanten Einschränkungen führt und erhöhte Vorsicht erforderlich macht.

Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin begründet, dass einige Medienvertreter aus Gründen des Clickbaits frühe Wettermodelle aufschnappen und von diesen die „Worst-Case-Szenarien“ als offizielle Prognosen verbreiten. In einigen Berichten wurde so überdramatisiert, dass sogar von Temperaturen jenseits der -20 Grad die Rede war. Tatsächlich waren es heute Nacht in den betroffenen Gebieten -7 Grad. Bei mir in Oberhausen blieb die letzte Nacht frostfrei und der Schnee vergangener Tage ist geschmolzen.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten meiner Jugend, als so ein Winterwetter typisch war und wegen Blitzeis und Schnee oft die Schule ausfiel. Damals sprach man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit, das war, bevor der Klimawandel die Erde verbrennen ließ. Nun ist zu lesen, dass sogar Geheimdienste einen Zusammenbruch des Atlantischen Golfstroms propagandieren: In der Folge befürchtet man, dass die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 10 Grad fallen könnten. Na dann, viel Spaß mit der Wärmepumpe!