Poás: Nationalpark aus Sicherheitsgründen geschlossen

Nationalpark Vulkan Poás vorübergehend geschlossen – Sicherheitsmaßnahmen treffen auf anhaltende vulkanische Aktivität

Vulkanspotter und Naturliebhaber haben es in den letzten Monaten in Costa Rica nicht einfach, denn eine der vulkanischen Hauptattraktionen wurde im letzten Jahr aufgrund erhöhter Aktivität des Vulkans Póas über das Frühjahr hinweg bis zum Sommer geschlossen. Nun wurde eine erneute mehrtägige Schließung angekündigt. Grund hierfür ist aber nicht die erhöhte Aktivität des Vulkans, sondern eine marode Brücke.




Poas
Poás

In einer offiziellen Meldung der Nationalparkverwaltung heißt es, dass der Nationalpark Vulkan Poás ab dem 21. Januar bis einschließlich 25. Januar, vorübergehend für Besucher geschlossen wird. Grund ist die vorsorgliche Sperrung der Brücke über den Bach Tigre im Sektor Poasito de Poás, nachdem das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr bei einer technischen Inspektion erhebliche strukturelle Schäden festgestellt hat. Die Maßnahme dient der öffentlichen Sicherheit und ist unabhängig von der aktuellen vulkanischen Aktivität, fällt jedoch in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um den Poás. Ob die Schäden an der Brücke durch die Aktivität des Vulkans verursacht wurden, in deren Rahmen es im letzten Jahr auch zu Bodendeformationen gekommen war, wurde nicht kommuniziert.

Während der Schließung sollen Sicherungsarbeiten durchgeführt und eine provisorische Metallbrücke installiert werden. Parallel dazu wird eine Fertigteilbrücke vorbereitet, über die der Verkehr auf der Nationalstraße 120 innerhalb der kommenden Wochen wiederhergestellt werden soll.

Die Sperrung des Parks erfolgt vor dem Hintergrund einer Aktivitätsphase des Vulkans Poás, die bereits seit Herbst 2024 andauert. In der vergangenen Woche registrierten die Überwachungsinstrumente der OVSICORI-UNA wiederholt kleine phreatische Eruptionen. Diese äußerten sich durch plötzliche Emissionen von Wasserdampf, vulkanischen Gasen und feinen Partikeln, ausgelöst durch das Zusammenwirken von heißem Gestein, Gasen und Grundwasser.

Erdbeben bei San José sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit

Für zusätzliche Aufregung sorgte am 19. Januar ein Erdbeben der Magnitude 4,4, das sich in geringer Tiefe nur wenige Kilometer westnordwestlich des Stadtzentrums von San José ereignete. Das Beben war im zentralen Hochland – in dem auch der Póas liegt – deutlich spürbar, verursachte jedoch nach bisherigen Informationen keine größeren Schäden.

Geoforscher betonen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Erdbeben und der Aktivität des Vulkans Poás besteht. Das Epizentrum lag rund 30 bis 35 Kilometer südöstlich des Vulkans und wird dem tektonisch aktiven Störungssystem des Valle Central zugeordnet. Solche Beben sind in Costa Rica keine Seltenheit und stehen in der Regel nicht mit magmatischen Prozessen in Verbindung.

Island: Bodenhebung bei Svartsengi beträgt fast 30 Zentimeter

Geothermalkraftwerk Svartsengi

Bodenhebung bei Svartsengi auf Island hält an – Gefahrenanalyse unverändert

Seit Monaten richtet sich der Blick von Wissenschaftlern, Behörden, Anwohnern und Vulkanspottern auf die Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands. Die Bodenhebung unter dem Gebiet des Geothermalkraftwerks Svartsengi, die im Herbst 2023 begann, hält weiter an und nähert sich langsam aber stetig der 1-Meter-Marke, wovon sich 30 Zentimeter seit dem letzten Ausbruch ansammelten – ein Hinweis auf fortgesetzte Magmenakkumulation in einer Tiefe von 4 bis 5 Kilometern unter dem Gebiet, in dem nicht nur das Geothermalkraftwerk liegt, sondern auch das Resort der Blauen Lagune. Nach aktuellen Modellrechnungen der IMO-Wissenschaftler haben sich seit dem letzten Ausbruch im Juli rund 20 Millionen Kubikmeter geschmolzenes Gestein im Untergrund angesammelt. Mit der zunehmenden Magmamenge steigt auch der Druck im vulkanischen System, wodurch sich die Ausbruchsgefahr erhöht.




Bodenhebung

Nach Einschätzung des Isländischen Meteorologischen Amtes gilt eine weitere Magmaintrusion aus dem Bereich Svartsengi und ein Ausbruch im benachbarten Sundhnúkur-Kraterfeld als wahrscheinlichstes Szenario. Sollte es dazu kommen, dürfte der Ausbruch den bisherigen Ereignissen entlang der Sundhnúkagígar-Kraterserie ähneln und effusiver Natur sein, bei dem kleine Lavafontänen und Lavaströme gefördert werden. Eine explosive Eruption gilt als unwahrscheinlich. Dennoch kann es bei Kontakt der Lava mit Grundwasser zu begrenzten Explosionen kommen.

Messbares Anzeichen der Magenakkumulation im Untergrund ist die Bodenhebung. Die Hebungsrate hat sich in den letzten Wochen auf ca. 1 mm pro Tag verlangsamt, hält aber weiter an, so dass sich der Boden seit dem Ende der letzten Eruption um fast 30 cm gehoben hat. Betrachtet man den Zeitraum seit Beginn der Magmaansammlung im Oktober 2023, hat sich der Boden um fast einen Meter angehoben. Die Hebungsrate war anfangs besonders hoch, hat jedoch mit jedem weiteren Ausbruch spürbar abgenommen. Messungen von GNSS-Stationen nordöstlich von Svartsengi dokumentieren diese Entwicklung detailliert.

Trotz der Magmaansammlung bleibt die seismische Aktivität vergleichsweise ruhig. In den vergangenen Wochen wurden überwiegend schwache Erdbeben mit Magnituden unter 1,5 registriert, vor allem zwischen Sýlingarfell und Stóra-Skógfell südlich des Berges Þorbjörn sowie im Gebiet von Víkurnar. Die Beben werden als Folge von Spannungsänderungen im Untergrund interpretiert, während die Aktivität am Kleifarvatn weiter abnimmt.

Die aktuelle Gefahreneinschätzung des Meteorologischen Amtes bleibt bis zum 3. Februar gültig. Die Lage wird fortlaufend überwacht – denn auch bei geringer Erdbebentätigkeit kann sich ein Ausbruch auf Reykjanes innerhalb kurzer Zeit ankündigen.

Sol: Sonnensturm vom Montag war einer der stärksten

Künstlerische Darstellung einen Solarsturms.

Sonnensturm von historischer Stärke – warum es keinen Blackout gab und wann es gefährlich geworden wäre

Der jüngste Sonnensturm hat selbst erfahrene Weltraumwetterforscher in seiner Stärke überrascht und aufhorchen lassen. Mit gemessenen Magnetfeldstärken von rund 91 Nano-Tesla in Erdnähe erreichte der Sturm Werte, wie sie in den Messreihen seit Beginn systematischer Aufzeichnungen in den 1990er-Jahren wahrscheinlich noch nie beobachtet wurden. Astronomen sprechen von einem der stärksten Ereignisse seit Beginn systematischer Aufzeichnungen. Rekordverdächtig war auch die Geschwindigkeit des Sonnensturms, der mit 4,2 Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde zuraste. Dennoch blieb das Schreckensszenario eines großflächigen Stromausfalls bzw. Blackouts aus. Der Grund dafür liegt nicht in der Stärke begründet – der Sturm war vermutlich stark genug hierfür –, sondern in seinen physikalischen Details.




Polarlicht in Oberhausen

Ein Sonnensturm entsteht meist durch einen koronalen Massenauswurf (CME), bei dem Milliarden Tonnen magnetisierten Plasmas ins All geschleudert werden. Trifft eine solche Plasmawolke die Erde, kann sie das Magnetfeld unseres Planeten massiv stören, wodurch Polarlichter entstehen. Die gemessene Feldstärke von über 90 Nano-Tesla deutet darauf hin, dass enorme Energiemengen freigesetzt wurden. Im ruhigen Sonnenwind liegen die Werte meist bei 5 bis 10 Nano-Tesla.

Doch entscheidend ist nicht nur, wie stark ein Sturm ist, sondern wie sein Magnetfeld ausgerichtet ist. Besonders kritisch ist eine langanhaltende südliche Ausrichtung des von der solaren Plasmawolke mitgeführten Magnetfeldes. In diesem Fall kann es zu einer effektiven Kopplung mit dem Erdmagnetfeld kommen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, den Physiker „magnetische Rekonnexion“ nennen. Erst dadurch gelangt die Energie tief in die Magnetosphäre und kann sich auch in den unteren Schichten der Erdatmosphäre ausbreiten und sich negativ auf Stromnetze und andere kritische Infrastruktur auswirken.

Christian Möstl, Forscher von GeoSphere Austria, meinte gegenüber der Presse, dass der Sonnensturm vom Montag zu den schwerwiegendsten Ereignissen der letzten Jahrzehnte geworden wäre, wenn das Magnetfeld der Plasmawolke Richtung Süden ausgerichtet gewesen wäre. Offenbar hatten wir noch einmal Glück gehabt.

Das ungünstigste Szenario

Sonnensturm

Ein Blackout wäre im Worst Case möglich gewesen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt worden wären: eine sehr hohe Feldstärke, eine über Stunden stabile südliche Magnetfeldkomponente, hohe Geschwindigkeit des Plasmas sowie eine direkte Treffergeometrie auf die Erde. Unter solchen Umständen entstehen starke geomagnetisch induzierte Ströme, die über lange Hochspannungsleitungen fließen und Transformatoren in die Übersättigung treiben und durchbrennen lassen können. Historische Beispiele wie der Québec-Blackout 1989 zeigen, dass regionale Stromausfälle dann realistisch sind.

Beim aktuellen Ereignis fehlte jedoch genau dieser entscheidende Faktor: Die Magnetfeld-Ausrichtung wechselte und blieb nicht dauerhaft südlich. Die Folge waren spektakuläre Polarlichter bis in mittlere Breiten – aber keine kritische Belastung der Stromnetze.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das global oder kontinental zu großflächigen Blackouts führt, gilt als sehr gering. Schätzungen aus der Raumwetterforschung gehen davon aus, dass Stürme vom Kaliber eines Carrington-Ereignisses (1859) statistisch nur alle 100 bis 200 Jahre auftreten. Selbst dann ist ein globaler Zusammenbruch moderner Stromnetze nicht automatisch gegeben, da heutige Systeme als robust eingestuft werden und Überlastungs-Frühwarnungen erlauben, schnell zu reagieren. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es eines Tages zu einem großangelegten Blackout kommen könnte, der dann nicht in kurzer Zeit behoben werden kann.

Realistischer sind aber lokale oder regionale Effekte: temporäre Störungen von Satelliten, GPS-Ungenauigkeiten, Kurzwellen-Funkprobleme oder vorsorgliche Abschaltungen einzelner Netzkomponenten in hohen Breiten. Auch kurzfristige Spannungsschwankungen in Stromnetzen sind möglich. Solche Effekte werden mit zunehmender Sonnenaktivität häufiger, bleiben aber beherrschbar.

Der jüngste Sonnensturm war außergewöhnlich stark, aber noch kein Beinahe-Blackout, wie es in einigen Medien dargestellt wird. Er zeigt jedoch, wie schwer Vorhersagen zur Stärke eines geomagnetischen Sturms sind und dass die Sonne ungewöhnlich aktiv ist. Tatsächlich ist sie aktiver, als sie es im Zuge ihres Sonnenzyklus derzeit sein dürfte. Sie hält sich nicht an Prognosen der Wissenschaftler und Prognosen haben sich als unzuverlässig erwiesen.

Italien: Medicane Harry verursachte Zerstörungen auf Sizilien

Starke Zerstörungen entlang der Ostküste von Sizilien – Medicane „Harry“ wütete mit voller Kraft

Mit Merkmalen eines Zyklons bzw. Medicanes wütete Wintersturm Harry in weiten Teilen Süditaliens und hat insbesondere entlang der Ostküste Siziliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Italienische Medien sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterereignis, das in seiner Intensität für den winterlichen Mittelmeerraum ungewöhnlich war. Eine Kombination aus orkanartigen Winden, gepaart mit extremen Regenfällen und schweren Sturmfluten, führte lokal zu starken Schäden an der küstennahen Infrastruktur. Noch heute fließt durch zahlreiche Küstenstraßen Meerwasser. Ufermauern und Kaianlagen wurden stark beschädigt oder sogar völlig zerstört.




Besonders betroffen waren Sizilien, der Süden Kalabriens und Sardinien. Dort trafen meterhohe Wellen ungebremst auf die Küsten und richteten schwere Schäden an Promenaden, Hafenanlagen und Stränden an. In einigen Orten drang das Meer weit ins Landesinnere vor, überschwemmte Straßen und Erdgeschosse und machte Verkehrswege unpassierbar. Küstenstraßen mussten gesperrt werden, weil Asphalt unterspült oder durch Geröll und Treibgut blockiert war. An mehreren Abschnitten brachen Fahrbahnen ein, was den Verkehr zum Erliegen brachte und die Verwundbarkeit der Küsteninfrastruktur verdeutlichte.

Riposto am Fuß des Ätnas

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörungen, die bis jetzt noch nicht bilanziert werden konnten. Im Großraum Catania und entlang der Küste von Aci Trezza und Aci Reale wurden zahlreiche Küstenmauern – aus Lavagestein des Ätnas erbaut – zerlegt und die Trümmer gegen Vorgärten und Hauswände geschoben, die ihrerseits beschädigt wurden. Die durch den rauen Seegang ausgelösten Überflutungen in den küstennahen Bereichen verwandelten Straßen in Flüsse, die allerlei Unrat mit sich führten. Der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens wurde eingestellt, die Inseln waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über neue Murenabgänge auf Stromboli liegen bis jetzt nicht vor.

Im Landesinneren sorgten anhaltende Starkregenfälle für Überflutungen und Erdrutsche. Bäche und kleine Flüsse traten über die Ufer und setzten Wohngebiete sowie landwirtschaftliche Flächen unter Wasser. Hangrutsche beschädigten Straßen und isolierten zeitweise kleinere Gemeinden. Der Bahn- und Fährverkehr wurde in vielen Regionen eingestellt, da Wind und Wellengang den sicheren Betrieb unmöglich machten.

Die Behörden veranlassten umfangreichen Schutzmaßnahmen. Für besonders gefährdete Gebiete wurden Evakuierungen angeordnet. Die Schulen blieben geschlossen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiteten im Dauereinsatz. Auch freiwillige Helfer sicherten Gebäude, pumpten Wasser ab und unterstützten Menschen, die ihre Häuser vorübergehend verlassen mussten.

Der Wintersturm Harry zeigte einmal mehr, wie anfällig der Mittelmeerraum für extreme Wetterlagen ist, die durch den Klimawandel an Häufigkeit und Intensität zunehmen können.

Schweiz: Erdbeben Mb 3,4 in der Region Zermatt

Leichtes Erdbeben erschütterte die Region Zermatt in der Schweiz – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 20.01.2026 | Zeit: 20:21:46 UTC | Koordinaten 45.952 ; 7.728 | Tiefe: 2 km | Mb 3,4

Am Dienstagabend wurde die Region rund um Zermatt im Schweizer Kanton Wallis von einem schwachen, aber spürbaren Erdbeben der Magnitude 3,4 erschüttert. Die Erschütterung ereignete sich um 21:21 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von nur 2000 m. Das Epizentrum lag rund acht Kilometer südlich von Zermatt, nahe der italienischen Grenze. Nicht zuletzt wegen der geringen Herdtiefe wurde das Erdbeben in der Umgebung deutlich wahrgenommen.



Zermatt

Zahlreiche Anwohner berichteten beim EMSC von grollenden Vibrationen und leichtem Zittern ihrer Häuser, das Fenster und Türen zum Rattern brachte. Meldungen über Schäden oder Verletzte gingen jedoch nicht ein. Die Behörden stuften das Ereignis als harmlos ein und sahen keinen Anlass für besondere Maßnahmen.

Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben mit der Alpenorogenese im Zusammenhang. Das Gebirge gehört zu den geologisch aktivsten Regionen Mitteleuropas und ist das Ergebnis der fortdauernden Kollision zwischen der Eurasischen Platte und der Adriatischen Kleinplatte, die dem Afrikanischen Kontinent vorgelagert ist und von diesem in Europa hineingeschoben wird. Diese langsame, aber stetige Konvergenz führt nicht nur zum anhaltenden Wachstum der Alpen, sondern auch zu Spannungen in der Erdkruste, die sich immer wieder in kleineren Erdbeben entladen. Anders als an klassischen Plattengrenzen handelt es sich im Alpenraum überwiegend um sogenannte Intraplattenbeben entlang lokaler Störungszonen.

Der Kanton Wallis gilt innerhalb der Schweiz als besonders erdbebenaktiv. Jährlich werden hier zahlreiche kleinere Erschütterungen registriert, von denen die meisten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Ereignisse mit Magnituden im Dreierbereich sind zwar nicht alltäglich, kommen aber immer wieder vor.

Während solche schwachen Erdbeben normalerweise ungefährlich sind und keine größeren Schäden an der Infrastruktur verursachen, könnten sie im Laufe der Zeit dennoch bestehende Instabilität in steilen Felswänden vergrößern, insbesondere im Zusammenhang mit den schmelzenden Permafrostböden und auftauenden Klutffüllungen. Somit steigt insbesondere während der Sommermonate das Felssturzrisiko auch infolge schwacher bis moderater Erdbeben.

Der beschriebene Erdstoß war nicht das einzige Erdbeben, dass sich gestern in der Alpenregion und im Alpenvorland zutrug. In den letzten Tagen gab es eine rege Seismizität entlang der kontinentalen Naht.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat gestoppt

Ausbruch am Vulkan Piton de la Fournaise stoppte bereits – Erdbebenaktivität hält an, Reaktivierung möglich

Gestern stoppte der Ausbruch am Piton de la Fournaise nach nur 2 Tagen Aktivität. Damit war es eine der kürzesten Eruptionen an diesem faszinierenden Schildvulkan im Indischen Ozean. Anhaltende Seismizität deutet aber an, dass das Magmaspeichersystem weiterhin unter Druck steht – eine Reaktivierung der Aktivität ist durchaus möglich.

Fournaise

Wie das Vulkanologische Observatorium Piton de la Fournaise (OVPF) mitteilte, flachte der Tremor am 20. Januar gegen 5:00 Uhr morgens ab, was als Zeichen für das Ende der eruptiven Phase gilt. An der Oberfläche sind seitdem keine aktiven Lavaströme mehr zu beobachten.

Dennoch geben die Vulkanologen noch keine Entwarnung und halten den Alarmstatus 2-1 aufrecht. Als Grund hierfür wird ein Anhalten der Erdbebenaktivität unter dem Gipfelbereich angegeben. Im Durchschnitt werden etwa zehn Erdbeben pro Stunde gemessen – genauso viele wie vor Beginn der seismischen Krise, die im Ausbruch gipfelte. Diese anhaltenden Beben deuten darauf hin, dass das Magmasystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht. Ein erneuter Ausbruch, der entweder an derselben Stelle oder an einem anderen Ort innerhalb der Caldera stattfinden könnte, kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Vor Ort werden weiterhin Gasemissionen sowie rötliche Gluterscheinungen entlang der Lavafront und den zuletzt aktiven Förderschloten festgestellt.

Der Vulkanausbruch war nicht nur vergleichsweise kurz, sondern förderte ersten Schätzungen zufolge weniger als eine Million Kubikmeter Lava. ein weiteres Indiz, dass sich im flachen Speichersystem unter dem Gipfelbereich noch Schmelze befinden muss.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Caldera des Piton de la Fournaise weiterhin strikt verboten. Das Tor zu den Treppen in der Calderawand am Parkplatz Pas del Bellecombe ist geschlossen. Auch Drohnenflüge unterliegen strengen Auflagen, da sie den Einsatz von Überwachungs- und Rettungshubschraubern gefährden könnten. Die Behörden erinnern zudem an die Verkehrsprobleme, die es während der ersten Eruptionsnacht auf der Vulkanwaldstraße gab, und appellieren an Besucher, abruptes Anhalten zu vermeiden. Bilder zeigten kilometerlange Schlangen am Straßenrand geparkter Autos.

Sizilien: Meterhohe Wellen Durchbrechen Schutzmauer bei Catania

Medicane Harry wütet auf Sizilien – meterhohe Wellen überfluten Küstenstraße von Catania

Ein schweres Unwetter hat heute auf Sizilien gewütet und die Ostküste bei Catania am Ätna besonders hart getroffen: Meterhohe Wellen brandeten gegen die Küsten und richteten Schäden an der Infrastruktur an. Verantwortlich ist das mediterrane Tiefdrucksystem „Harry“, das seit den frühen Morgenstunden mit Sturm, Starkregen und extremem Seegang über die Region zieht. In Catania und dem Küstenort Fondachello drang das Seewasser in Küstenstraßen ein, nachdem es Brandungsmauern überwunden bzw. zerstört hatte.

Videos aus Fondachello dokumentieren eindrucksvoll, wie meterhohe Wellen die Küstenschutzbarrieren überwinden. Der Wellengang ist so stark, dass das Wasser über Mauern und Dämme schießt und die Uferstraße überspült. Augenzeugen sprechen von einer „Wasserwand“, die in kurzen Abständen auf die Küste trifft. Autos mussten umgeleitet werden und Fußgänger brachten sich hastig in Sicherheit.

In Catania kam es zu ähnlichen Problemen: Im Hafenbereich schlug das Wasser über die Wellenbrecher und Schutzmauern. Plätze und Zufahrten wurden überflutet.

Meteorologen berichten von einem sehr starken Sturm über dem Ionischen Meer, der einen außergewöhnlich hohen Seegang erzeugt. In Kombination mit tiefem Luftdruck und anhaltenden Böen treffen die Wellen nahezu ungebremst auf die Küste. Italienische Medien bezeichnen den Wirbelsturm als Zyklon, den man getrost auch als Medicane bezeichnen kann.

Der Zivilschutz Siziliens rief die Bevölkerung in Küstennähe zur Vorsicht auf. Strände und Uferpromenaden sollten gemieden werden, da jederzeit weitere Überschwemmungen durch Brecher möglich seien. In einigen Gemeinden wurden vorsorglich Straßenabschnitte gesperrt, um Unfälle zu vermeiden.

Neben dem hohen Seegang an der Küste sorgt Zyklon „Harry“ auch im Landesinneren für Schwierigkeiten. Starke Regenfälle führten lokal zu überlasteten Kanälen und kleineren Erdrutschen. Einsatzkräfte sind seit Stunden im Dauereinsatz, um Gefahrenstellen zu sichern und die Lage zu überwachen.

Die Wetterlage bleibt angespannt. Nach Angaben der Behörden ist erst im Laufe der kommenden Stunden mit einer langsamen Abschwächung des Sturms zu rechnen. Bis dahin gilt entlang der sizilianischen Ostküste erhöhte Alarmbereitschaft.

Mayon: 45 pyroklastische Ströme an einem Tag

Aktivität am Mayon geht auf hohem Niveau weiter – 45 pyroklastische Dichteströme innerhalb von 24 Stunden

Der aktuelle Lagebericht zum philippinischen Vulkan Mayon lässt nichts Gutes erahnen: Innerhalb von nur einem Tag registrierte PHILVOLCS 43 Abgänge pyroklastischer Dichteströme sowie 340 Steinschlagereignisse, bei denen teils glühende Schuttlawinen erzeugt wurden. Von den Dichteströmen steigen Aschewolken auf, die mehrmals VONA_Warnungen auslösten. Aufgrund schlechter Sichtbedingungen war die Höhe der Aschewolken zuletzt nicht bestimmbar gewesen. Die Ereignisse zeugen von anhaltendem Lavadomwachstum und der Förderung eines sehr zähflüssigen Lavastroms, der sich vom Dom ausgehend im oberen Flankenbereich des Kraters bewegt. Vor allem ist es dieser Lavastrom, der für die hohe Anzahl an Steinschlag- und Dichtestromabgängen verantwortlich ist.

Vergleichbare Situationen kenne ich von den indonesischen Vulkanen Karangetang, Sinabung und Semeru wo die Lavazungen teils über lange Wochen und Monate hinweg aktiv waren und auch pyroklastische Ströme mit großer Zerstörungskraft hervorbrachten. Durch die extrem feinkörnigen Ablagerungen der pyroklastischen Dichteströme, die sich vor allem in Schluchten und dem unteren Bereich der Vulkanflanke ablagern, entsteht ein hohes Laharrisiko: Bei starken Regenfällen entstehen Schlammströme, die in der Lage sind Brücken einzureißen und Ortschaften zu fluten.

Die geophysikalischen Daten und Beobachtungen der Vulkanologen deuten nicht auf eine Beruhigung der Aktivität hin:  Die SO₂-Emissionen lagen am 19. Januar 2026 bei 3061 Tonnen pro Tag, ein Hinweis auf fortgesetzte Magmazufuhr. Die ausgestoßen Gasfahne erreicht mittlere Höhen und driftet überwiegend nach Südosten. Messungen der Bodendeformation zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was den erhöhten inneren Druck bestätigt. Nachts ist bei guten Sichtbedingungen ein Kraterleuchten mit bloßem Auge erkennbar.

Der Zutritt ist nicht erlaubt. Der 6-km-Radius der Permanent Danger Zone (PDZ) sowie die Extended Danger Zone (EDZ) dürfen nicht ohne erhöhte Wachsamkeit betreten werden. Flugbetrieb in Vulkannähe ist zu vermeiden.

Kanaren: Erdbeben Mb 3,3 vor El Hierro

Erdbeben vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro – Erinnerungen an 2010 werden wach

Heute Vormittag registrierten Seismologen ein Erdbeben der Magnitude 3,3 im Gebiet der Kanarischen Inseln, mit Epizentrum nahe der Südküste der Insel El Hierro. Das Beben ereignete sich um 11:16 Uhr UTC und lag rund 14 Kilometer südwestlich von Frontera. Mit einer Herdtiefe von etwa 27 Kilometern gehört es zu den tiefer gelegenen Erschütterungen, wie sie für die jüngste Insel der Kanaren typisch sind.

El Hierro, © EMSC

Vermutlich handelte es sich um ein vulkanotektonisches Erdbeben, das durch Spannungsumlagerungen infolge von Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst wurde. El Hierro liegt direkt über einem Hotspot, aus dem Magma aus dem oberen Erdmantel aufsteigt. Auch wenn dieses Magma nicht zwangsläufig die Oberfläche erreicht, kann es in der Tiefe Druck auf das umgebende Gestein ausüben. Die Folge sind Brüche und kleine Verschiebungen, die sich seismisch bemerkbar machen. Einzelne Beben dieser Stärke gelten als Teil der normalen Hintergrundaktivität der Insel und stellen für sich genommen keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch dar.

Die aktuelle Erschütterung weckt jedoch Erinnerungen an die Ereignisse im Jahr 2010, als El Hierro eine ausgeprägte seismische Krise erlebte, die letztendlich zum Ausbruch eines submarinen Vulkans unweit des aktuellen Erdbebengebiets führte. Damals begannen tief liegende Erdbebenschwärme vor der Nordküste, die im Laufe mehrerer Wochen gen Süden migrierten. Die ersten Erschütterungen lagen ebenfalls in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern. Innerhalb von Monaten nahmen Anzahl und Intensität der Beben zu, begleitet von messbaren Bodenhebungen. Diese Prozesse deuteten auf aufsteigendes Magma hin und mündeten schließlich im Unterwasservulkanausbruch von 2011 südlich von La Restinga.

Bis jetzt deuten die vereinzelten Beben der letzten Zeit nicht auf eine Wiederholung der damaligen Ereignisse hin. Solange keine Häufung von Erdbeben und auch keine Bodendeformationen auftreten, bleibt das aktuelle Ereignis ein geologisch erklärbares Einzelbeben.

Während das Beben auf El Hierro ein Einzelbeben ist, gab es in der letzten Woche wieder zahlreiche Erschütterungen auf Teneriffa und unter der Meerenge Richtung Gran Canaria. Das aktuelle GUAYOTA von INVOLCAN bescheinigte das Auftreten von 69 Erschütterungen und anhaltende CO₂-Emissionen. Aktuell sieht es so aus, dass der nächste Vulkanausbruch der Kanaren auf Teneriffa stattfinden wird.