Island mit erhöhter Erdbebenaktivität am 30. Januar

Erhöhte Erdbebenaktivität an mehreren Vulkanen Islands – Schwarmbeben bei Reykjanestá

Auf Island werden aktuell wieder deutlich mehr Erdbeben registriert, als es in den letzten Wochen der Fall gewesen war. Zwar sind wir noch ein gutes Stück von früheren Maxima entfernt, doch immerhin wurden innerhalb von 48 Stunden 173 Erschütterungen detektiert. Die meisten der Beben manifestierten sich in bekannten Vulkanzonen.




Island

Die stärkste Erschütterung der zwei Tage umspannenden Beobachtungsperiode wurde am Abend des 29. Januar um 19:37 Uhr registriert, als es rund 30 Kilometer west-südwestlich von Reykjanestá zu einem Erdbeben der Magnitude 3,1 kam. Es wurde ein Schwarmbeben ausgelöst, das gut 20 weitere Beben beinhaltete. Solche Erdbebenschwärme treten in dieser Region regelmäßig auf und sind meistens mit tektonischen Prozessen gekoppelt, die von Magmenbewegungen getriggert werden könnten.

Bereits am 28. Januar um 20:27 Uhr UTC wurde unter dem Mýrdalsjökull ein Erdbeben der Magnitude 3,0 aufgezeichnet. Ein vergleichbares Ereignis ereignete sich zuletzt am 29. Oktober 2025 mit einer Magnitude von 3,2. Auch dieses Ereignis war Teil eines Erdbebenschwarms, der bis heute anhält und aus 16 Erschütterungen besteht. Unter der nördlich gelegenen Torfajökull-Caldera bebte es 4 Mal.

Im Bereich des Vatnajökulls gab es einige Beben unter der Bardarbunga-Caldera. Interessant sind einige Erschütterungen im Bereich von Askja und Herdubreid. Hier war es in den letzten Wochen verhältnismäßig still. Die Bodenhebung scheint hier deutlich langsamer geworden zu sein. Am auffälligsten ist sie am Nordrand der Caldera. Allerdings könnten Schneemassen die Messungen verfälschen.

Auf der Reykjanes-Halbinsel ereigneten sich 47 Beben. Einige dieser Beben stammen noch von dem Schwarm bei Lambafell, der sich – wie berichtet – tags zuvor ereignet hatte. Dieser Erdbebenschwarm setzte am 27. Januar gegen 16:30 Uhr westlich von Þrengslin ein und brachte mehr als 200 Erdbeben hervor. Das stärkste davon ereignete sich um 2:01 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,0. Aktuell gab es die meisten Beben aber im Kysúvik-Bereich, während in der Svartsengi-Gegend nur sporadisch Beben festgestellt werden. Die Bodenhebung hier geht auf niedrigem Niveau weiter, nachdem es Anfang der Woche nach Stagnation ausgesehen hatte. Es besteht also doch noch die Möglichkeit, dass sich hier ein weiterer Vulkanausbruch ereignen könnte.

Kanlaon: Gasflammen als Warnung vor Vulkanausbruch

Vulkanologen sichten Gasflammen am Krater des Kanlaon – Sorge vor größerem Vulkanausbruch

Der auf der philippinischen Insel Negros gelegene Vulkan Kanlaon zeigt weiterhin deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Im Mittelpunkt der aktuellen Beobachtungen von PHILVOLCS-Vulkanologen stehen Gasflammen, die in den vergangenen Nächten mithilfe von Wärmebildkameras am Krater sichtbar wurden. Dabei handelt es sich um den Austritt stark überhitzter vulkanischer Gase, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, im Infrarotbereich jedoch wie flackernde Flammen erscheinen. Für Vulkanologen gelten diese Emissionen als wichtiges Warnsignal aus dem Inneren des Berges.

kanlaon
Kanlaon

Die Interpretation der Gasflammen ist für Vulkanologin Mari Andylene Quintia eindeutig: Sie weist in einem Statement gegenüber der lokalen Presse darauf hin, dass Magma in geringer Tiefe unter dem Vulkan vorhanden ist und kontinuierlich Gase freisetzt. Dieser Entgasungsprozess erhöht den Druck im vulkanischen System und kann sowohl zu plötzlichen phreatischen Explosionen als auch zu einem magmatischen Ausbruch führen. Ähnliche Phasen intensiver Gasfreisetzung wurden am Kanlaon bereits vor früheren Eruptionen beobachtet, zuletzt im Dezember 2024 sowie im Mai und Oktober 2025.

Die Messdaten von heute stärken die Einschätzung der Vulkanologin. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen fünf vulkanotektonische Erdbeben, was auf Bewegungen von Fluiden oder Magma im Untergrund hindeutet. Gleichzeitig wurde ein hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 2020 Tonnen pro Tag gemessen. Schwefeldioxid ist ein typisches magmatisches Gas und gilt als verlässlicher Indikator für eine offene Verbindung zwischen Magma und Oberfläche. Hinzu kommt eine bis zu 1500 Meter hohe, voluminöse Gas- und Dampfwolke, die vom Krater aufstieg und in nordöstlicher Richtung geweht wurde. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem, dass sich der Vulkankörper aufbläht, was ein klassisches Zeichen für Magmaansammlungen im Inneren des Vulkans darstellt.

Trotz der klaren Warnsignale ist der weitere Verlauf des Geschehens schwer vorherzusagen. Die Aktivität kann sich stabilisieren, aber auch kurzfristig eskalieren. Aus diesem Grund wiederholen die Behörden, dass das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone strikt verboten ist. Die aktuellen Gasflammen sind damit nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Kanlaon in einer kritischen Phase steht und größere Eruptionen folgen könnten.

Sabancaya eruptiert Aschewolken bis auf 7300 m Höhe

Erneuter Vulkanausbruch des Vulkans Sabancaya versetzt Region Arequipa in Alarmbereitschaft

Der Vulkan Sabancaya im Süden der peruanischen Anden ist erneut in eine Phase erhöhter Aktivität eingetreten. Am Freitagmorgen kam es um 7:18 Uhr zu einer Explosion, bei der Asche und vulkanische Gase freigesetzt wurden. Die Emissionen erreichten eine Höhe von rund 3.400 Metern über dem Krater und wurden durch die vorherrschenden Winde in südliche und südöstliche Richtung geweht. Infolge des Ereignisses bestätigte das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) die Aufrechterhaltung der Alarmstufe Orange.



Diese Eruption war das Startsignal anhaltender Tätigkeit, die beim VAAC Buenos Aires mehrere VONA-Warnungen auslöste, nach denen die Aschewolken eine Höhe von 7300 m erreichen und weiterhin in Richtung Süden.
Nach Angaben der Vulkanologen kann der Ascheausstoß die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden, insbesondere der Atemwege, verursachen. Zudem besteht die Gefahr von Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserressourcen. Betroffen sind unter anderem der Bezirk Huanca sowie weitere besiedelte Gebiete der Provinz Caylloma. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Schutzmasken und Schutzbrillen zu tragen, Wasserbehälter abzudecken und den Kontakt mit Ascheablagerungen möglichst zu vermeiden.

Die Erdbebentätigkeit am Sabancaya wird weiterhin durch eine Kombination aus vulkanotektonischen Erdbeben und langperiodischen Beben geprägt. Auf den Seismogrammen tauchen auch die seismischen Signale der Explosionen auf. Die Erdbeben deuten auf eine anhaltende Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hin. Laut IGP handelt es sich dabei um eine Erdbebentätigkeit, die für den derzeitigen Aktivitätszustand des Vulkans typisch ist. Hinweise auf eine unmittelbare Eskalation der eruptiven Situation liegen derzeit nicht vor.
Diagramm
Der Sabancaya ist nicht nur einer der aktivsten Vulkane Perus, sondern auch der höchste in Eruption begriffene Vulkan der Welt. Er erreicht eine Höhe von rund 5.976 Metern und liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Arequipa. Nach einer langen Ruhephase nahm seine Aktivität ab 2013 deutlich zu. Seit November 2016 befindet sich der Vulkan in einer nahezu kontinuierlichen Eruptionsphase mit regelmäßigen Explosionen, Ascheemissionen und erhöhter seismischer Aktivität. Diese langanhaltende, überwiegend moderate Aktivität macht den Sabancaya zu einem der am besten überwachten Vulkane der Anden.

Okmok: Starker Wind wirbelt Vulkanasche auf

VONA-Warnung am Okmok in Alaska – Kein Vulkanausbruch sondern Sturm

Starke Nordwinde um die Vulkane Okmok und Vsevidof, die auf der US-amerikanischen Insel Umnak (Aleuten, Alaska) liegen, haben bereits abgelagerte Vulkanasche und Staub hochgewirbelt und nach Süden verfrachtet. Diese Aschewolken sind deutlich auf Satellitenbildern zu erkennen. Der U.S. National Weather Service und das VAAC Washington haben daraufhin eine SIGMET-Warnung für Asche in Bodennähe herausgegeben und gibt eine maximale Wolkenhöhe von etwa 900 m über dem Meeresspiegel an.

Okmok
Okmok

Dieses Phänomen hängt nicht mit aktueller vulkanischer Aktivität zusammen, sondern entsteht bei starkem Wind in Verbindung mit trockenen, schneefreien Gelände­bedingungen im Umfeld von Okmok, Vsevidof und anderen Vulkanregionen Alaskas. Auf Umnak selbst findet derzeit keine Eruption statt. Vulkanasche, die durch Wind aufgewirbelt wird, gilt jedoch weiterhin als gefährlich, da sie Flugzeuge und Fahrzeuge beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden kann.

Der Okmok-Vulkan ist ein großer Schildvulkan mit einer breiten Caldera am nordöstlichen Ende von Umnak Island. Er gehört zum Aleuten-Inselbogen und eruptierte in historisch Zeiten mehrfach. Der letzte bestätigte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2008, als der Vulkan über mehrere Wochen Asche und Dampf ausstieß. Davor gab es 1997 kleinere Eruptionen. Seitdem gilt Okmok als ruhend, und es finden keine nennenswerten Ausbrüche statt.

Der aktuelle Status wird von der Alaska Volcano Observatory entweder als „Normal/Grün“ oder vorübergehend „Unassigned“ geführt, weil einige Überwachungsstationen derzeit nicht ausreichend Daten liefern. Es gibt keine bestätigten Anzeichen für bevorstehende Eruptionen wie erhöhte seismische Aktivität, deutliche Bodenverformungen oder Gasemissionen.

In der Region um Okmok wurden in den letzten Monaten mehrere kleine Erdbeben registriert (z. B. M 2,0–2,3 im Oktober und November 2025 sowie ein größeres Beben M 5,6 im Januar 2025), was typisch ist für den tektonisch sehr aktiven Aleutenraum, aber nicht zwingend auf bevorstehende vulkanische Aktivität am Okmok hindeutet.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.




Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.

Popocatépetl stößt während Vulkanausbruchs Asche aus

Verstärkte eruptive Aktivität am Popocatépetl – Aschewolke driftet in 6100 m Höhe nach Südwesten

Der Popocatépetl verstärkte nach einer relativ ruhigen Phase mit nur wenigen Eruptionen und keinem Tremor seine Aktivität deutlich: Laut einer VONA-Meldung vom VAAC Washington stieß der Vulkan heute Morgen um 07:08 UTC eine Wolke aus Vulkanasche und Gasen aus, die bei starkem Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 48 km/h bis auf eine Höhe von 6100 m aufstieg und nach Südwesten verfrachtet wurde. Auf dem Foto der Livecam ist zu sehen, wie schnell die Wolke niedergedrückt wurde. Bei Windstille wäre sie deutlich höher aufgestiegen.

Doch nicht nur der erneute Ascheausstoß bis auf FL 210 gibt Grund zur Annahme, dass der mexikanische Vulkan wieder aktiver wird, sondern auch der auflebende Tremor: Aus CENAPRED-Daten geht hervor, dass dieser gestern 62 Minuten lang aufgezeichnet wurde. Außerdem registrierten die Sensoren der Vulkanologen 51 Asche-Dampf Exhalationen.

Satelliten stellten in den letzten Tagen wiederholt Thermalstrahlung fest die es heute auf einen moderate Leistung von 16 MW schaffte. Ob sie von einem neuen Lavadom im Krater stammt oder von offener Lava im Förderschlot ist ungeklärt.

Auch wenn die Aktivität des Popocatépetl in den letzten Wochen niedriger als im vergangenen Jahr war, heißt das nicht zwingend, dass der Vulkan dabei ist, abzukühlen. Gewisse Fluktuationen in der Intensität eruptiver Tätigkeit sind bei einem daueraktiven Vulkan durchaus normal. Die Vulkanologen von CEAPRED sehen es genauso und lassen den Alarmstauts auf „Gelb Phase2“. Es gilt weiterhin ein Besteigungsverbot. Wer es ignoriert und bei der Besteigung es Vulkans erwischt wird, riskiert nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch öffentliche Bloßstellung, die einen Vulkanspotter natürlich adelt. Allerdings ist es in der Tat gefährlich, die Verbote zu ignorieren: Schon während des Aufstieges drohen Schuttlawinen und Steinschläge, die schon so mache einen Bergsteiger das Leben kosteten.

Campi Flegrei: Sinkloch auf Straße in Bagnoli

Sinkloch auf Via Bagnoli sorgt für Aufregung in den Campi Flegrei

Nachdem die Caldera Campi Flegrei in den letzten Wochen aus den Schlagzeilen der Nachrichtenseiten verschwunden ist und es im Ganzen etwas ruhiger wurde, sorgen heute Schlagzeilen aus Bagnoli für erneute Unruhen: Mitten auf der Via Bagnoli, einer viel befahrenen Straße am Stadtrand, öffnete sich ein mehrere Meter großes Sinkloch. Die Straße liegt am Rand der Haupthebungszone des süditalienischen Calderavulkans, ca. 2500 m von deren Zentrum bei Rione Terra und der Solfatara entfernt. Ob das Sinkloch eine Folge der Bodenhebung ist oder durch eine Unterspülung der Straße infolge starker Regenfälle oder eines Rohrbruchs verursacht wurde, ist bis jetzt unklar. Anwohner verweisen auf die hohe Belastung der Straße, da sie momentan von zahllosen Baustellen-LKW befahren wird, die den Hafen für die Regatta des America’s Cup im nächsten Jahr fit machen sollen.



Erdfall

Auch wenn die Ursache des Erdfalls noch nicht geklärt ist, ist hingegen klar, dass das Sinkloch den Abtransport von Erdaushub stört und die sich aufreihenden LKW den Verkehr weiträumig beeinträchtigen.

Erdfälle und Sinklöcher sind keine Seltenheit in der Umgebung von Bagnoli und Pozzuoli. Als ich letztes Jahr nach dem vergleichsweise starken Erdbeben im Mai dort unterwegs war, wurde ich ebenfalls Zeuge eines Erdfalls: Ein durch die Bodenbewegung ausgelöster Rohrbruch hatte damals die Straße unterspült.

Die Erdbebenaktivität der Campi Flegrei bewegt sich aktuell auf moderatem Niveau. Aus dem vorgestern veröffentlichten INGV-Bericht für den Beobachtungszeitraum 19.–25. Januar 2026 geht hervor, dass sich in dieser Woche 24 Erdbeben ereignet hatten. In der Vorwoche waren es 44. Seit Montag dieser Woche wurden gut 30 Erschütterungen detektiert. Der Boden hebt sich mit einer Geschwindigkeit von 15 mm pro Monat. Der Kohlendioxid-Ausstoß bewegt sich genauso wie die Temperatur der BG-Fumarole in der Solfatara auf hohem Niveau, was auf eine anhaltende Druckbeaufschlagung des Systems hindeutet.

Ob das Sinkloch nun eine direkte Folge der Bodendeformationen ist oder auf außergewöhnliche Belastungen infolge des LKW-Verkehrs zurückzuführen ist, ändert nichts an meiner Bewertung, dass der Rückgang der Seismizität und die Verlangsamung der Bodenhebung kein Grund dafür sind, anzunehmen, die wachsende Gefahr eines stärkeren Erdbebens oder Vulkanausbruchs sei gebannt.

Portugal: 5 Todesopfer durch katastrophalen Wintersturm

Wintersturm „Kristin“ verwüstet Teile Portugals – 5 Tote und massive Schäden infolge einer globale Wetterdynamik

Gestern traf der schwere Wintersturm „Kristin“ mit voller Wucht auf die Atlantikküste von Portugal, richtete schwere Verwüstungen an und tötete mindestens 5 Menschen. Dutzende wurden verletzt. Windböen erreichten in der Spitze Geschwindigkeiten von bis zu 177 km/h. Diese Windgeschwindigkeiten werden besonders starken Orkanen zugeordnet. Für viele Betroffene kam der Sturm über Nacht und mit zerstörerischer Kraft.

In zahlreichen Regionen stürzten Bäume um und Dächer wurden abgedeckt. Bäume und Dächer landeten nicht selten auf Fahrzeuge und beschädigten diese und blockierten Straßen. Dabei wurden mindestens 5 Personen getötet. Vier der Opfer stammen aus der Stadt Leiria, die besonders hart getroffen wurde. Der Zivilschutz meldete tausende Einsätze innerhalb weniger Stunden. Besonders dramatisch waren Stromausfälle infolge zerstörter Strommasten: Zeitweise waren mehr als 800.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, vielerorts fielen auch Mobilfunknetze aus. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und technischen Hilfswerken des Zivilschutzes waren im Dauereinsatz. Krankenhäuser arbeiteten im Notbetrieb. Schulen und Behörden blieben geschlossen.

In vielen Orten kamen Verkehr und öffentliches Leben nahezu zum Erliegen. Bahnverbindungen wurden unterbrochen und Straßen gesperrt. Mehrere Küstenabschnitte mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Fischer und Anwohner an der Küste berichten von meterhohen Wellen, die Hafenanlagen beschädigten und Boote zerstörten. Es entstanden Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.

In den sozialen Medien geteilte Fotos dokumentierten das vom Sturm ausgelöste Chaos. Besonders eindrücklich ist ein Foto, dass umgeknickte Baumreihen zeigt und oft geteilt wurde. Meiner Meinung nach stammt es aber nicht aus Portugal, sondern vom Sturm Kyrill, der im Jahr 2007 Deutschland traf.

Nach dem Durchzug über Portugal verlagerte sich das Unwetter ostwärts und sorgte in Spanien für ungewöhnlich starken Schneefall, insbesondere im Raum Madrid, wo es zu Verkehrschaos und stundenlangen Staus kam.

Meteorologisch betrachtet ist Sturm „Kristin“ ein atlantisches Tiefdrucksystem. Eine direkte Verbindung zu dem vor wenigen Tagen wütenden Blizzard in den USA besteht nicht. Dennoch gibt es eine indirekte Verknüpfung über den Jetstream: Der stark mäandrierende Höhenwind kann großräumige Wetterextreme auf beiden Seiten des Atlantiks begünstigen. Solche Lagen führen dazu, dass Kaltluft in Nordamerika weit nach Süden ausbricht, während Europa gleichzeitig von energiereichen Sturmtiefs getroffen wird.

Australien: Extreme Bodentemperaturen gemessen

Neue Satellitendaten bestätigen extreme Bodentemperaturen während Hitzewelle in Australien

Australien erlebte Anfang Januar eine außergewöhnliche Hitzewelle, die nicht nur neue Lufttemperatur-Rekorde hervorbrachte, sondern auch extrem hohe Bodentemperaturen, die von Satelliten aus gemessen wurden. Heute veröffentlichte Daten des europäischen Copernicus-Programms dokumentieren Landoberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius, die in Teilen des trockenen Binnenlands von New South Wales und South Australia auftraten. In Orten wie Willcania und Broken Hill heizte sich der Boden auf Werte auf, die selbst für australische Verhältnisse extrem sind und die Intensität der Hitzewelle hervorheben. Barfußlaufen ist da weniger empfehlenswert.

australien
Australien. © Copernicus

Die Hitzewelle ist nicht nur von akademischem Interesse, sondern wirkte sich auch auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und ließ kreislaufbedingte Notfälle in die Höhe schnellen. Vorläufige Zahlen gehen von bis zu 50 Hitzetoten aus, weswegen man die Hitzewelle als Naturkatastrophe betrachten kann. Zudem kam es zu lokal begrenzten Stromausfällen, da die Stromnetze durch Klimaanlagen auf Volllast überfordert wurden.

Die Extremtemperaturen betreffen nicht nur die Luft, sondern auch die Oberfläche von Böden und versiegelten Flächen. Dennoch stehen sie in enger Beziehung zu den gemessenen Lufttemperaturen. Während des Höhepunkts der Hitzewelle kletterten diese vielerorts auf knapp 50 Grad Celsius. Eine über Tage hinweg ortsstabile Hochdruckwetterlage mit starker Sonneneinstrahlung führten dazu, dass sich die Erdoberfläche deutlich stärker aufheizt als die darüberliegende Luft. Die extremen Bodentemperaturen bewirken dabei eine verstärkende Rückkopplung: Sie geben besonders nachts Wärme an die Atmosphäre ab, erschweren dadurch die Abkühlung und treiben die Temperaturen auf Extremwerte. Die Hitzewelle erhöht die gesundheitliche Belastung ebenso wie das Risiko von Buschbränden.

Weitere Copernicus-Daten korrelieren mit den Extrembedingungen in Australien und stellen einen globalen Kontext her: Gemeint sind die Temperaturen der Ozeane, die auch 2025 deutlich über dem langjährigen Mittel lagen. Auswertungen des Copernicus Marine Service und von Mercator Ocean International zeigen weit verbreitete marine Hitzewellen und eine unterdurchschnittliche Meereisausdehnung, die sogar trotz eher kühlend wirkenden La-Niña-Bedingungen auftraten. Tatsächlich war 2025 das wärmste La-Niña-Jahr seit Beginn moderner Ozeanmessungen.

Diese warmen Ozeane spielen eine zentrale Rolle für das Geschehen über Land. Sie speichern den Großteil der überschüssigen Wärme im Klimasystem und beeinflussen großräumige Zirkulationsmuster der Atmosphäre. Im australischen Raum begünstigen sie stabile Hochdrucklagen mit geringer Bewölkung und eine anhaltende Trockenheit. Die extreme Erwärmung der australischen Landoberfläche ist damit Ausdruck eines Klimasystems, das insgesamt mehr Energie enthält – mit spürbaren Folgen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur.