Montagne Pelée: Schwarmbeben mit 110 Erschütterungen

Erdbebenschwarm am Montagne Pelée – Starkes tektonisches Beben vor der Küste sorgt für Aufmerksamkeit

Der Montagne Pelée verstärkte in den letzten Tagen die seismische Aktivität signifikant. Messungen des Observatoire Volcanologique et Sismologique de la Martinique (OVSM) zufolge wurden innerhalb einer Woche 119 vulkanotektonische Erdbeben registriert – mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Die Entwicklung wird von Geoforschern als Teil der seit mehreren Jahren anhaltenden Reaktivierungsphase des Vulkans eingeordnet.

Der Montagne-Pelée

Der überwiegende Teil der Ereignisse bestand aus flachen vulkanotektonischen Erdbeben, die in Tiefen zwischen 1,0 und 1,4 Kilometern unterhalb des Gipfels lokalisiert wurden. Diese Beben entstehen durch Mikrorissbildung im Gestein, ausgelöst durch Spannungsänderungen im Vulkangebäude. Das stärkste Ereignis des Schwarms erreichte eine Magnitude von 1,1. Zusätzlich registrierte das OVSM mehrere hybride Erdbeben, die auf die Zirkulation von Gasen und hydrothermalen Fluiden im Inneren des Vulkans hinweisen.

Die Erschütterungen blieben schwach und wurden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Dennoch beobachten die Wissenschaftler die Entwicklung aufmerksam: In den vergangenen vier Wochen wurden insgesamt 252 vulkanische Erdbeben gezählt, was ein typisch während Aufheizungsphasen ist.

Starkes Erdbeben vor der Küste – kein direkter Zusammenhang

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Region durch ein deutlich stärkeres Erdbeben der Magnitude 5,7, das sich am Freitagabend, dem 2. Januar 2026, ereignete. Das Epizentrum lag rund 59 Kilometer nordöstlich von Trinity, vor der Küste der Insel, in einer Tiefe von 32 Kilometern. Das Beben war tektonischen Ursprungs und steht im Zusammenhang mit der aktiven Plattengrenze der Kleinen Antillen, an der die Atlantische Platte unter die Karibische Platte abtaucht.

In den betroffenen Gebieten wurde eine starke Erschütterung (Intensität V) gemessen, lokal könnten – abhängig von den Bodenverhältnissen – sogar Intensitäten bis VI oder VII erreicht worden sein. Schäden wurden bislang nicht gemeldet.

Nach Einschätzung von Seismologen besteht kein direkter Zusammenhang zwischen diesem tektonischen Erdbeben und dem vulkanischen Erdbebenschwarm am Montagne Pelée. Während der Schwarm sehr flach im Vulkangebäude entstand, lag das stärkere Beben deutlich tiefer in der Erdkruste und folgt einem anderen geologischen Mechanismus.

Warnstufe bleibt unverändert

Die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Eruption des Montagne Pelée wird weiterhin als gering eingeschätzt. Dennoch schließen die Experten angesichts der langfristigen Entwicklung eine Veränderung der Situation im mittelfristigen Zeitraum – über Wochen oder Monate – nicht aus. Die vulkanische Warnstufe bleibt auf GELB (Wachsamkeit).

Behörden und Wissenschaftler betonen, dass sowohl tektonische Erdbeben als auch vulkanische Unruhe charakteristische Begleiterscheinungen dieser geodynamisch aktiven Region sind. Die Lage wird kontinuierlich überwacht, weitere Einschätzungen veröffentlicht das OVSM in seinen monatlichen Bulletins.

Ätna: Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv

Lavastrom am Ätna. © Copernicus

Lava fließt am Ätna im Vale del Bove – Mehrere Generationen von Strömen übereinander

Der Ätna bleibt den 4. Tag in Folge aktiv und erzeugt multiple Lavaströme, die zum Teil übereinander fließen und dabei sind, ein respektables Lavafeld zu formieren. Fotos und Videos dokumentieren das Geschehen und zeigen einen Aa-Lavastrom, von dessen Front metergroße glühende Blöcke abbrechen – so, wie man es von früheren Flankeneruptionen her kennt. Die Aktivität fluktuiert und es gibt stärkere und schwächere Phasen.




Obwohl der Ausbruch relativ intensiv ist, ist er nicht mit den großen Eruptionen von 2001 und 2002 zu vergleichen, als der Vulkan wie eine überreife Tomate aufplatzte und sich mehrere lange Spalten öffneten, die die Vulkanflanken mit Lava überfluteten. Der Ausbruch hat eher die Dimension der subterminalen Lavastromtätigkeit, die wir im letzten Jahr zweimal bewundern konnten. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht bis jetzt nicht.

Auf der Sentinel-Satellitenaufnahme, die von Copernicus geteilt wurde, erkennt man durch den leichten 3D-Effekt schön die Höhenlage der Schlotöffnung. Das Bild stammt vom 1. Januar und zeigt den Lavastrom in einem frühen Entwicklungsstadium.

Wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), Ätna-Observatorium, mitteilt, zeigen aktuelle Aufnahmen der Überwachungskameras sowie Geländebegehungen durch INGV-Mitarbeiter, dass das Lavafeld im Valle del Bove weiterhin aktiv ist. Der Lavastrom, dessen Front am Vortag eine Höhe von 1.360 m über dem Meeresspiegel erreicht hatte, ist derzeit zum Stillstand gekommen und befindet sich in der Abkühlungsphase. Dagegen bleibt der darüberliegende Lavastrom, der gestern bis auf 1.600 m über dem Meeresspiegel vorgedrungen war, aktiv; seine Front liegt aktuell bei etwa 1.400 m über dem Meeresspiegel. Auf der Thermalcam-Aufnahme ist seine Spur deutlich sichtbar.

Parallel dazu hält die strombolianische Tätigkeit im Voragine-Krater mit wechselnder Intensität an und wird von sporadischen, schwachen Ascheemissionen begleitet, die sich rasch im Gipfelbereich ausbreiten. Aus seismologischer Sicht befindet sich die mittlere Amplitude des vulkanischen Tremors trotz gewisser Schwankungen weiterhin auf einem normalen Niveau. Die Hauptquellen des Tremors scheinen im Bereich des Voragine-Kraters in Höhenlagen zwischen etwa 2.800 und 3.000 m über dem Meeresspiegel lokalisiert zu sein.

Eine verlässliche Analyse der Infraschallsignale hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Herkunft war aufgrund starker Störgeräusche infolge ungünstiger Wetterbedingungen nicht möglich. Die Messdaten der Neigungs- und GNSS-Netzwerke zeigen derzeit keine signifikanten Veränderungen.

Wie gestern berichtet, gibt es Zugangsbeschränkungen zum Lavastrom. Wer sich das Naturspektakel von der Serra della Concazze aus anschauen will, sollte unbedingt auf eine alpine Winterausrüstung nebst Steigeisen achten, denn die Hänge im Nornen können besonders nach Einbruch der Nacht vereisen. Die Bergrettung musste bereits anrücken und zwei junge Männer aus einer Notlage retten.

Piton de la Fournaise weiterhin im Alarmzustand

Piton de la Fournaise: Magmaintrusion gestoppt – Alarmstufe weiter erhöht

Der französische Vulkan Piton de la Fournaise auf der Insel La Réunion (Indischer Ozean) zeigt weiterhin Zeichen erhöhter Aktivität, obwohl die jüngste Magmaintrusion vom 1. Januar 2026 als endgültig gestoppt gilt. Nach einer intensiven seismischen Krise am Morgen des Neujahrstags hatte sich die Lage zunächst zugespitzt, und viele Beobachter hofften auf einen baldigen Ausbruch. Doch das erwartete Magma kam -zum wiederholten Mal- nicht an die Oberfläche.

Fournaise

Trotzdem bleibt die Situation angespannt: In den vergangenen Stunden ist die seismische Aktivität erneut auf ein Niveau angestiegen, das mit jenem vor der Intrusion vergleichbar ist. Wissenschaftler berichten von etwa ein bis drei Erdbeben pro Stunde. Parallel dazu wird eine langsame, aber kontinuierliche Aufblähung des Gipfelbereichs registriert, was als ein deutliches Zeichen für eine anhaltende Druckzunahme im oberflächennahen Magmareservoir des Piton Fournaise interpretiert wird.

Dieser Druckaufbau kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, bevor das Reservoirdach bricht und Magma aufsteigt, was einen Ausbruch auslösen könnte. Gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass dieser Prozess ohne kurzfristige Eruption endet.

Vor diesem Hintergrund hat die Präfektur von Réunion den Notfallplan ORSEC angepasst und die Alarmstufe 1 – die höchste Gefahrenstufe – wieder aktiviert. Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit, jedoch keine akute Eruption. Der Zugang zum oberen Teil der Caldera wurde unter Auflagen wieder freigegeben. Nur bestimmte Wanderwege sind geöffnet, während kritische Bereiche weiterhin gesperrt bleiben.

Die Behörden betonen, dass die Lage dynamisch bleibt. Eine neue Magmaintrusion oder eine plötzliche Zunahme der Aktivität könnten jederzeit zu einer weiteren Eskalation führen. Besucher und Anwohner werden daher dringend gebeten, die Sicherheitshinweise genau zu beachten. Doch auch wenn es zur Eruption kommen sollte, besteht für die Anwohner des Vulkans nur eine geringe Gefahr, dass die Lava bewohntes Gebiet erreicht. Von daher dürfen Vulkanspotter auf eine eruption hoffen.

Taal: Zunahme der Seismizität am 4. Januar

Zunahme der Erdbeben am Taal-Vulkan sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit

Der Taal-Vulkan auf den Philippinen hat in den vergangenen Tagen eine spürbare Zunahme seiner seismischen Aktivität gezeigt. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) meldete, dass sich die Zahl der vulkanischen Erdbeben in den letzten 72 Stunden deutlich erhöht hat. Am 4. Januar 2026 wurden beispielsweise innerhalb von 24 Stunden 55 vulkanische Erdbeben registriert – eine deutliche Steigerung gegenüber den Tagen zuvor. Die 55 Erschütterungen enthalten 9 Tremore, darunter eine langanhaltende Phase, die am 3. Januar begann und auch heute aktiv ist. Solche langanhaltenden Tremorphasen kündigen oft hydrothermale Explosionen im Kratersee von Volcano Island an.

Im Dezember 2025 kam es zudem zu mehreren kleineren hydrothermalen Eruptionen, die von PHIVOLCS als „minor phreatic“ oder „minor phreatomagmatic“ Ereignisse klassifiziert wurden. Besonders am 4. Dezember stiegen Dampf- und Aschewolken bis zu 1,2 Kilometer auf. Ein weiteres ähnliches Ereignis wurde am 26. Dezember verzeichnet, bei dem Dampfwolken in einer Höhe von bis zu 600 Metern über dem Hauptkrater beobachtet wurden.

Hydrothermale Eruptionen entstehen, wenn Wasser in Kontakt mit heißem Magma oder Gestein kommt und sich explosionsartig in Dampf verwandelt. Diese kleineren Ausbrüche sind meist weniger gefährlich als größere magmatische Eruptionen, können aber Vorboten für eine zunehmende vulkanische Aktivität sein.

Die Vulkanologen beobachtet die aktuelle Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit, da steigende Erdbebenzahlen oft ein Hinweis auf Bewegung von Magma oder erhitztem Gestein im Untergrund sind. Begleitend zu den Erdbeben wurde auch ein anhaltendes Beben registriert, das seit dem Morgen des 3. Januar andauert. Die Alarmstufe für den Vulkan bleibt bei Stufe 1, was eine erhöhte, aber noch nicht kritische Unruhe signalisiert.

PHIVOLCS rät Anwohnern und Besuchern, die Warnungen ernst zu nehmen und den Vulkan weiterhin genau zu beobachten. Die seismische Unruhe des Taal bleibt ein Zeichen dafür, dass der Vulkan nicht zur Ruhe gekommen ist.

Schlammvulkan Piparo: Massive Rissbildungen richten Schäden an

Schlammvulkan Piparo weiter unter Druck – Schäden über die Feiertage

Der Schlammvulkan Piparo liegt im Zentrum der Karibikinsel Trinidad und hat über die Weihnachtsfeiertage seine zerstörerische Kraft entfesselt. In den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2025 nahm die Aktivität deutlich zu und hielt bis zum Folgetag an. In dieser Phase kam es zu häufigen, teils explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen Schlamm und Gase über 4 Meter hoch ausgestoßen wurden. Die Eruptionen traten in kurzen Abständen von etwa 10 bis 20 Sekunden auf und waren deutlich hörbar. Soweit handelt es sich um ein Naturphänomen, doch infolge des unterirdischen Druckaufbaus kam es zu starken Bodenhebungen nebst Rissbildungen, die Schäden an der umliegenden Infrastruktur verursachten.




Die Risse durchzogen mehrere Wohnhäuser und Straßen im Umfeld des Schlammvulkans. Mehrere Zufahrtsstraßen wurden beschädigt und zeitweise unpassierbar, während einzelne Gebäude strukturelle Schäden erlitten. Geologen der Universität der Westindies und zuständige Behörden führten fortlaufend Lagebeurteilungen durch und leiteten Sicherheitsmaßnahmen ein, um die Bevölkerung zu schützen.

Wissenschaftlich betrachtet ist Piparo Teil eines außergewöhnlich aktiven geologischen Systems. Trinidad liegt an der Nahtstelle zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte, wo seitlich wirkende tektonische Kräfte Sedimente stark komprimieren. In dieser Region haben sich mächtige, wasser- und gasreiche Ton- und Schluffschichten angesammelt. Unter anhaltendem Druck stauen sich Fluide und Gase im Untergrund, bis sie entlang von Schwächezonen entweichen können. Schlammvulkane wie Piparo sind das sichtbare Resultat dieses Prozesses.

Aktuelle Messungen zeigen, dass sich der Druck im Untergrund zwar zeitweise abbaut, das System insgesamt jedoch aktiv und instabil bleibt. Neue Risse fungieren als temporäre Entlastungskanäle, erhöhen jedoch gleichzeitig das Risiko weiterer Bodenbewegungen.

Das Ministerium für ländliche Entwicklung und Kommunalverwaltung erklärte, dass gemeinsam mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und weiteren staatlichen Stellen Schadensanalysen durchgeführt und Vorsorgemaßnahmen koordiniert würden. Anwohner wurden erneut aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden und auf mögliche neue Risse oder Gasaustritte zu achten. Auch nach dem Abklingen der stärksten Aktivität gilt Piparo weiterhin als potenzielle Gefahrenquelle, deren Entwicklung eng überwacht wird.

Trinidad ist vulkanischen Ursprungs und liegt vor der Küste es ölreichen Venezuelas. Schlammvulkane sind oft mit entsprechenden Strukturen assoziiert. Weiter nördlich befindet sich der vulkanische Inselbogen der Kleinen Antillen, wo es zahlreiche echte Vulkane gibt. Gestern manifestierte sich östlich von Martinique mit dem Montagne Pele ein Erdbeben der Magnitude 5,5, dass sich auch auf den aktiven Vulkan auswirken könnte.

USA: Boote kentern in Alaska unter Schneelast

Extreme Winterlage in den USA durch Blizzard: Schneelast lässt Boote in Alaska kentern

Im US-Bundesstaat Alaska zeigt sich der Winter derzeit von seiner extremsten Seite. In der Hafenstadt Juneau haben außergewöhnlich starke Schneefälle zu starken Schäden an der Infrastruktur geführt und Hausdächer zum Einsturz gebracht und den Verkehr ausgebremst, so dass das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Zudem sanken innerhalb weniger Tage mehrere Boote im Hafen, nachdem schwere, nasse Schneemassen ihre Stabilität überforderten. Mit Schneehöhen von teils über einem Meter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt erlebte die Region einen der schneereichsten Jahreswechsel seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere atmosphärische Flüsse in Kombination mit arktischer Kaltluft sorgten dafür, dass ungewöhnlich viel Niederschlag als Schnee fiel.

Gekentertes Boot

Doch Alaska ist kein Einzelfall. Auch in weiten Teilen der übrigen USA kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Wintereinbrüchen. Im Westen brachten kräftige Schneestürme der Sierra Nevada große Neuschneemengen, insbesondere in höheren Lagen Kaliforniens. Straßenverbindungen wurden zeitweise gesperrt, Skigebiete meldeten Rekordschneefälle, während Lawinengefahr und Stromausfälle zunahmen.

Im Mittleren Westen und in den nördlichen Plains sorgten arktische Luftmassen für Blizzards mit starkem Schneefall, eisigen Winden und extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen kam es zu Whiteout-Bedingungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen brachten. Auch der Nordosten der USA war betroffen: Schneeschauer, Eisregen und stürmische Böen beeinträchtigten den Flug- und Bahnverkehr, während Städte mit glatten Straßen und Frost zu kämpfen hatten. So erlebte ich den Central Park in New York im Schnee und das Sylvester-Feuerwerk fiel aus.

Meteorologisch betrachtet sind diese Ereignisse Teil einer großräumigen Winterzirkulation. Ein stark mäandrierender Jetstream und Störungen im Polarwirbel ermöglichen es kalter Polarluft, weit nach Süden vorzudringen. Gleichzeitig beeinflussen diese Prozesse den Nordatlantikraum. Die Folge können blockierende Hochdruckgebiete und veränderte Strömungsmuster sein, die nicht nur Nordamerika, sondern auch Europa betreffen.

So steht das extreme Winterwetter in den USA nicht isoliert da. Die gleichen atmosphärischen Mechanismen können dazu beitragen, dass auch in Europa und Deutschland vermehrt kalte Luftmassen, Schneefälle und winterliche Bedingungen auftreten. Der Winter auf beiden Seiten des Atlantiks ist damit Ausdruck eines eng vernetzten globalen Wettergeschehens.

Großflächiger Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Unter diesen winterlichen Bedingungen – die man bei uns noch nicht als extrem bezeichnen kann – fiel im Berliner Südwesten nach einem Brandanschlag auf Leitungen der Strom für ca. 45.000 Haushalte aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich bis Donnerstag. Für die Betroffenen eine Notlage, denn mit dem Strom fielen selbst Gasheizungen aus. Banken, Geldautomaten, Tankstellen und Geschäfte bleiben geschlossen. Das THW ist im Einsatz. Gut, wer für den Krisenfall vorgesorgt hat!

Ätna: Vulkanausbruch im Valle del Bove geht weiter

Lavastrom im Valle del Bove am Neujahrstag. © Boris Behncke/INGV

Lavastrom im Valle del Bove weiterhin aktiv – Debatte um Zugang und Sicherheit am Ätna

Der Lavastrom am Ätna ist weiterhin aktiv, auch wenn die Förderrate in den letzten Stunden abgenommen hat. Das Lavafeld des zähen Aa-Lavastroms wächst weiter, die Lavafront hat aber flacheres Gelände erreicht und stagniert mehr oder weniger. Die am weitesten fortgeschrittene Front befindet sich auf 1360 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die aktive Front des Lavastroms liegt derzeit bei rund 1.600 Metern Höhe.




Thermalbild. © INGV

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ist die Aktivität im Bereich zwischen 1.700 und 1.800 Metern nahe der Rocca Musarra am intensivsten: Dort speist ein Hauptkanal mehrere kleinere Lavaströme, die sich teilweise über bereits erstarrte Lava der Vortage legen. Parallel dazu setzt sich die strombolianische Aktivität am Voragine-Krater fort, begleitet von leichter Ascheemission.

Auch die geophysikalischen Messdaten unterstreichen die anhaltende Unruhe des Vulkans. Seit dem 2. Januar gegen 11 Uhr zeigt das vulkanische Tremor-Signal deutliche Schwankungen und erreicht zeitweise hohe Werte. Heute bewegt sich der Tremor im unteren Teil des Roten Bereichs. Die Quellen dieses Tremors werden in unmittelbarer Nähe des Voragine-Kraters lokalisiert, in Höhen zwischen 2.800 und 3.000 Metern. Eine genaue Auswertung der Infraschall-Daten war aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen bislang nicht möglich.

Flache Erdbeben vor der Eruption. © INGV

Auf den Livecams sieht man heute Abend Rotglut an der Voragine und die thermale Signatur des Lavastroms.

Meine Analyse der Erdbebendaten zeigt, dass es nicht nur am 30. Dezember mehrere Erdbeben nahe der Oberfläche gab, sondern auch am Folgetag, als die Eruption einsetzte. Das INGV hätte eigentlich vor der Tätigkeit warnen können, unterließ aber jegliche Prognose. Ob es daran lag, dass man eine Gefährdung der Bevölkerung ausschloss, oder weil man es schlicht weg übersah, bleibt rätselhaft.

Zugangsbeschränkungen sorgen für Diskussionen

Vor dem Hintergrund des seit dem 1. Januar 2026 andauernden Ausbruchs hat die Gemeinde Milo mit einer Verordnung den Zugang zum Valle del Bove eingeschränkt. Ziel ist der Schutz der öffentlichen Sicherheit – insbesondere angesichts eines unkontrollierten Besucherandrangs, der Sicherstellung freier Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge auf der Straße Mareneve SP sowie des strikten Verbots, sich der Lavafront auf weniger als 200 Meter zu nähern.

Der regionale Verband der Natur- und Vulkanführer Federescursionismo Sicilia unterstützt diese Sicherheitsziele ausdrücklich, übt jedoch zugleich Kritik an der aus seiner Sicht zu strengen Auslegung der Maßnahmen. Der Verband betont, dass zertifizierte Naturführer seit Jahren im Ätna-Gebiet tätig seien und über die notwendige fachliche und praktische Erfahrung verfügten, um Besucher verantwortungsvoll zu begleiten und sie in die Nähe der Lavaströme zu führen.

Für die Bevölkerung an den Hängen des Ätna, insbesondere auf der Ostseite und im Raum Catania, ist der Vulkan seit jeher Teil der eigenen Geschichte und Identität. Die bewusste, fachlich begleitete Beobachtung von Ausbrüchen habe in der Vergangenheit stattgefunden, ohne zwangsläufig zu gefährlichen Situationen zu führen, argumentiert der Verband. Wie in den Bergen oder auf dem Meer gehe es nicht um ein absolutes Verbot, sondern um intelligentes Risikomanagement und fordert Zugang von geführten Gruppen zu den Lavaströmen.

Teneriffa: Erdbeben Mb 2,4 in geringer Tiefe

Erdbeben Mb 2,4 erschütterte den Teide auf Teneriffa – 50 Erdbeben auf Wochensicht

Am Vulkan Pico del Teide auf Teneriffa ereignete sich gestern Abend um 18:15:59 Uhr ein Erdbeben der Magnitude 2,4. Die Herdtiefe lag auf Niveau des Meeresspiegels unter dem Vulkan. Das Epizentrum befand sich südwestlich des Pico del Teide innerhalb der Caldera las Cañadas, im Bereich des Pico Viejo, wo es zuletzt 1790 zu einer Eruption gekommen war. Auch im Verlauf der letzten Woche war die Erdbebenaktivität auf Teneriffa und den Kanarischen Inseln hoch.

Teneriffa. © EMSC/Leaflet

Den jüngsten Berichten von INVOLCAN/Guayota ist zu entnehmen, dass es in der letzten Woche des Jahres 2025 und in den ersten beiden Tagen des neuen Jahrs (Beobachtungszeitraum 26.12.2025–02.01.2026) zu 50 Erschütterungen auf und um Teneriffa gekommen ist. Das stärkste Beben war das oben aufgeführte der Magnitude 2,4. Das Beben stand vermutlich mit dem langsamen Aufheizungsprozess des Pico del Teide in Verbindung, denn auf Teneriffa zeigten sich weiterhin vulkanische Entgasungen und Bodenaufblähungen, die auf ein aktives vulkanisch-hydrothermales System unter der Caldera des Teide hinweisen. Besonders die erhöhten Kohlendioxidemissionen (CO₂) lassen auf einen anhaltenden Druckprozess schließen, der seit 2016 beobachtet wird. Bodenverformungen blieben zwar auf einem moderaten Niveau ohne signifikante Abweichungen, dennoch wird die Situation weiterhin genau überwacht.

Das stärkste Erdbeben der Woche ereignete sich am Montag, den 29. Dezember 2025, auf der Insel El Hierro. Mit einer Magnitude von 3,5 war dieses Beben spürbar und Teil einer Reihe kleinerer Erdstöße, die auf eine magmatische Bewegung unter der Insel hindeuten. Insgesamt registrierte das kanarische seismische Netzwerk in den letzten sieben Tagen 69 Erdbeben geringer Stärke, verteilt auf die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma.

Auf La Palma sind die vulkanischen und geophysikalischen Parameter weiterhin nicht vollständig zur Normalität zurückgekehrt, weshalb die Warnstufe auf Gelb verbleibt. Die Seismizität auf der Insel ist zwar gering und deutlich niedriger als während des Ausbruchs 2021, doch werden die Entwicklungen von den Behörden genau beobachtet.

Die übrigen Inseln Lanzarote, Gran Canaria, Teneriffa und El Hierro zeigen derzeit grüne Warnstufen, sodass für Bewohner und Besucher keine Einschränkungen bestehen. Die moderate tektonische Aktivität, beispielsweise entlang der Störungszonen zwischen Teneriffa und Gran Canaria, ist weiterhin charakteristisch für den Archipel.

Island: Erdbeben und Bodenhebung am 03.01.2026

Erdbeben Mb 4,2 unter Bardarbunga auf Island – Bodenhebung bei Svartsengi hält an

Die Erdbebenaktivität auf Island ist in den letzten Tagen wieder deutlich höher als in den Wochen zuvor. Am Neujahrstag ereignete sich unter dem subglazialen Vulkan Bardarbunnga ein Erdbeben der Magnitude 4,2. Es hatte eine Herdtiefe von etwa 10 Kilometern und lag westlich der Caldera. Es war der stärkste Erdstoß in diesem Bereich seit Oktober vergangenen Jahres. Das Beben wurde deutlich wahrgenommen und löste mehrere schwächere Nachbeben aus.

Erdbeben. © IMO

Auch heute kam es zu weiteren Erdstößen im Bereich des mächtigen Zentralvulkans, der sich direkt über dem Zentrum des Island-Mantelplumes befindet. Der etwas weiter südlich gelegene Grímsvötn wurde ebenfalls von schwachen Erdbeben erschüttert. Hier zeigt die GNSS-Messstation in der zweiten Dezemberhälfte einen scharfen Anstieg, dem ein ebenso schneller Rückgang folgte, sodass unterm Strich kaum eine dauerhafte Bodenverformung verblieb. Dennoch stehen beide Vulkane ganz weit oben auf der Liste potenziell eruptiver Vulkane, die in den kommenden Jahren auf Island aktiv werden könnten.

Zu diesen Feuerbergen zählt auch die Askja. Zwar liefern die GNSS-Stationen aufgrund der Schneebedeckung aktuell keine Daten, doch auf Jahressicht hob sich der Boden hier um etwa 90 Millimeter. Damit hat sich die Bodenhebung im Vergleich zu den Vorjahren weiter verlangsamt, doch seit Beginn der Hebungsphase im Herbst 2012 stieg das Gelände insgesamt um fast 900 Millimeter an. Im Untergrund hat sich mehr als genug Magma angesammelt, um eine kräftige Eruption zu ermöglichen.

Ähnlich stellt sich die Situation im Svartsengi-Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel dar. Auch hier ist ausreichend Schmelze im Untergrund vorhanden, um jederzeit eine Eruption auszulösen. Die Vorwarnzeit könnte dabei nur wenige Minuten betragen, weshalb in diesem Areal höchste Wachsamkeit geboten ist. Unmittelbar vor einer Eruption würde vom Zentrum der sich öffnenden Spalte aus Dampf aufsteigen. Es gilt jedoch keinesfalls als sicher, dass es erneut bei Sundhnúkur zu einer Eruption kommen wird, da sich die eruptive Aktivität auch verlagern könnte. Der Anstieg der Bodenhebung bei Svartsengi – wo sich der flache Magmenkörper befindet, der die Eruptionen entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe speiste – hat sich weiter abgeschwächt, und es werden kaum Erdbeben in diesem Gebiet registriert. Dafür nahm in den vergangenen 48 Stunden die Erdbebenaktivität bei Fagradalsfjall und Krýsuvík zu. Signifikante Bodendeformationen sind dort derzeit jedoch nicht zu beobachten.