Studie enthüllt eruptiven Zeitlink zwischen Santorin und Kolumbos

Neue Studie belegt zeitliche Korrelation großer Ausbrüche zwischen Santorin und Kolumbo

Vor einem Jahr standen die beiden griechischen Vulkane Santorin und Kolumbo im Fokus der Berichterstattung, als sich in ihrem Umfeld eine Serie starker Schwarmbeben ereignete, die viele Menschen zur Flucht von Santorin veranlasste. Der Auslöser der Beben wurde zunächst kontrovers diskutiert, spätere Forschungen zeigten jedoch, dass magmatische Intrusionen für die Erdbeben verantwortlich waren. Zunächst floss unterirdisch Magma von Santorini in Richtung Kolumbo, anschließend verlagerte sich die Intrusion von Kolumbo in Richtung der kleinen Insel Anhydros. Diese Prozesse verdeutlichten, dass die Speicher- und Fördersysteme beider Vulkane offenbar miteinander gekoppelt sind.



Santorin

Da es sich bei Kolumbo um einen Unterwasservulkan handelt, ist vergleichsweise wenig über ihn bekannt, und Forschungsarbeiten gestalten sich entsprechend schwierig. Das hielt ein internationales Team um A. Metcalfe (Université Clermont-Auvergne) und K. Pank (GEOMAR Helmholtz-Zentrum) jedoch nicht davon ab, den Vulkan zum Studienobjekt zu machen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden kürzlich im Fachjournal Geology veröffentlicht.

Die Studie mit dem Titel „Temporal linkages of explosive activity of Kolumbo and Santorini Volcanoes (Greece)“ beleuchtet erstmals systematisch, wie die submarinen Ausbrüche des Kolumbo-Vulkans über Hunderttausende von Jahren mit den Eruptionen von Santorini verknüpft sind.

Historisch bekannt ist vor allem eine große Eruption des submarinen Kolumbo im Jahr 1650 n. Chr., die eine tödliche Explosion auslöste, der mindestens 70 Menschen auf Santorini zum Opfer fielen. Über frühere Ausbrüche Kolumbos war bislang wenig bekannt, da vulkanische Ablagerungen am Meeresboden schwer zugänglich sind und zudem unter meterdicken Sedimentschichten verborgen liegen. Um dem Vulkan seine verborgene eruptive Geschichte zu entlocken, führten die Forscher vom Forschungsschiff aus Tiefbohrungen durch und entnahmen Bohrkerne, die anschließend im Labor untersucht wurden. Auf diese Weise konnten sie bis zu 265 000 Jahre in die Vergangenheit zurückblicken und die Ablagerungen von 19 Eruptionen identifizieren. Damit schufen sie das bislang klarste Bild der eruptiven Geschichte in diesem Teil des Südägäisbogens.

Die Analyse zeigt, dass die explosive Aktivität entlang der Kolumbo-Kette im Laufe der Zeit stark variierte. Im Mittel traten große Ausbrüche etwa alle 6 000 Jahre auf, in bestimmten Zeitabschnitten sogar in Abständen von nur rund 1 300 Jahren. Viele dieser Eruptionen waren zwar kleiner als das Ereignis von 1650, liefern jedoch wichtige Erkenntnisse zur Häufigkeit eruptiver Prozesse am submarinen Vulkan.

Anschließend verglichen die Forscher die Zeitreihen aus den Kolumbo-Bohrkernen mit den bekannten Eruptionsdaten von Santorini und konnten dabei einen zeitlichen Zusammenhang zwischen beiden Systemen erkennen. Demnach fiel der Beginn der Kolumbo-Aktivität in eine Phase, in der Santorini von überwiegend moderaten andesitischen Eruptionen zu hoch explosiven Ausbrüchen überging. Darüber hinaus stehen größere Aufbauphasen des Kolumbo-Vulkans im zeitlichen Einklang mit den drei calderabildenden Phasen von Santorin, die sich vor etwa 186–177 Tausend Jahren sowie erneut zwischen rund 22000 und 3.600 Jahren ereigneten.

Die Forscher interpretieren diese zeitlichen Kopplungen als Hinweis darauf, dass die beiden Vulkansysteme nicht vollständig unabhängig voneinander agieren, sondern von übergeordneten geodynamischen Prozessen beeinflusst werden, die beide Systeme gleichzeitig in einen aktiveren Zustand versetzen können. Direkte Magmenverbindungen zwischen den Vulkanen konnten zwar nicht nachgewiesen werden, doch die gemeinsamen zeitlichen Muster der Eruptionen deuten auf verstärkte Wechselwirkungen im Untergrund hin.

Was die Studie leider nicht beantwortet, ist die Frage, wie nahe wir im letzten Jahr an einer Eruption des Doppelvulkansystems gewesen sind. Offen bleibt auch, wie sich die vulkanische Aktivität in den kommenden Jahren entwickeln wird. Sporadisch treten weiterhin Erdbeben auf, und jüngste Messungen der Bodendeformation zeigen, dass sich der Boden auf Santorin nach der Deflation im vergangenen Jahr wieder hebt. Magma scheint sich erneut unter dem Vulkan anzusammeln.

(Quellenangabe: Metcalfe, A., Pank, K., Druitt, T. H., Kutterolf, S., Preine, J., Nomikou, P., Hübscher, C., Ronge, T. A. & IODP Expedition 398 Scientists (2026): Temporal linkages of explosive activity of Kolumbo and Santorini Volcanoes (Greece). Geology. DOI: 10.1130/G53965.1)

Fuego: Stärkerer Vulkanausbruch als üblich

Fuego eruptierte stärker als gewöhnlich – Lavabomben flogen über 1 Kilometer weit

Am Abend des 4. Februar eruptierte der guatemaltekische Vulkan Fuego stärker als gewöhnlich und war glühende Lavabomben bis zu 1300 m weit aus. Ein Foto dokumentiert die Eruption und zeigt, wie Lavabomben auf der Südwestflanke des Vulkans niederregneten. Die Lavabomben landeten innerhalb der Vegetationszone und verursachten einen Waldbrand, der von der Feuerwehr und der Katastrophenschutzbehörde beobachtet wird. Ob Löscharbeiten angeordnet wurden, ist bislang unbekannt. Das Gelände ist unter Lebensgefahr schwer zugänglich, daher beschränkt man sich wohl zunächst auf die Beobachtung des Brandes.




Bereits in den letzten Tagen kam es vermehrt zu kleinen Waldbränden am Fuß des Fuegos, aber auch in anderen Regionen Guatemalas, was typisch für die Trockenzeit ist. Die Katastrophenschutzbehörde CONRED berichtet auf ihrer Internetseite von zahlreichen Feuern, die bekämpft werden.

Starke Explosionen wie die gestrige treten immer wieder ohne Vorwarnung auf und können Vulkanspotter gefährden, die sich verbotenerweise auf dem Grat zwischen Acatenango und Fuego aufhalten. Da in Guatemala derzeit Hochsaison ist, wird der Fuego jeden Abend von Hunderten Vulkanbeobachtern belagert, die sich normalerweise auf den Terrassen und am Gipfel des benachbarten Acatenango aufhalten.

Die Eruption löste beim VAAC Washington eine VONA-Warnung aus, nach der die Aschewolke der stärkeren Eruption gut 1000 Fuß (300 m) höher aufstieg als gewöhnlich. Sie bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von nur 5 Knoten (rund 9 km/h) in Richtung Nordwesten und verteilte ihre aschige Fracht über Siedlungen am Fuß des Vulkans. Aufgrund der geringen Windgeschwindigkeit blieb die Asche jedoch in Vulkannähe.

In den vergangenen Tagen kam es häufiger zu etwas stärkeren Eruptionen. Auf den Livecams kann man sie bei schönem Wetter gut beobachten. Obwohl der Fuego sehr aktiv ist, hat er schon länger keinen Paroxysmus mehr erzeugt, wie es noch vor einigen Jahren regelmäßig der Fall war. Das verdeutlicht die Dynamik eines Vulkans. Wer regelmäßige strombolianische Eruptionen beobachten möchte, ist derzeit am Fuego gut aufgehoben. Laut INSIVUMEH erzeugt er zwischen 8 und 12 Eruptionen pro Stunde und ist damit munterer als in den letzten Monaten.

Shiveluch eruptiert Aschewolken am 5. Februar

Shiveluch stößt Aschewolken bis auf 8500 Meter Höhe aus – vier VONA-Warnungen seit gestern

Das VAAC Tokio veröffentlichte heute bereits drei VONA-Warnungen zum Vulkan Shiveluch, wonach der Vulkan auf der russischen Halbinsel Kamtschatka Aschewolken ausstößt, die bis in eine Höhe von 8 500 Metern aufsteigen und in nordwestlicher Richtung driften. Bereits am Vortag wurde eine vergleichbare Ascheemission gemeldet. Damit setzt der Vulkan seine Eruptionsserie fort, die nach einer kurzen Phase relativer Ruhe mit nur wenigen registrierten Aschewolken Ende Januar wieder an Intensität gewann.

VONA
VONA

Die jüngste VONA-Meldung wurde am 5. Februar 2026 um 06:00 UTC vom VAAC Tokio ausgegeben. Darin wurden anhaltende Vulkanascheemissionen des 3 283 Meter hohen Vulkans Shiveluch bestätigt. Die Aschewolke wurde um 05:20 UTC satellitengestützt beobachtet und reichte vom Boden bis FL280, was etwa 8 500 Metern Höhe entspricht. Sie driftete mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Knoten (etwa 55 km/h) in nordwestlicher Richtung. Damit bewegte sich die Aschewolke im unteren Bereich der für die Luftfahrt kritischen Höhen und stellte eine potenzielle Gefahr für den Flugverkehr dar.

In der Prognose wird erwartet, dass sich die Aschewolke weiter ausdehnt und Höhen von mindestens FL290 erreicht. Sechs Stunden nach der Beobachtung sollte sich die Asche demnach weit nach Westen und Nordwesten ausgebreitet haben.

Nach Angaben der Vulkanologen von KVERT wurde der Alarmstatus für den Flugverkehr kurz nach der jüngsten Eruption auf „Rot“ angehoben, inzwischen jedoch wieder um eine Stufe gesenkt. Berichten zufolge breitete sich die Vulkanasche bis in eine Entfernung von etwa 150 Kilometern aus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass jederzeit stärkere Explosionen möglich sind, die Aschewolken bis in Höhen von 12 Kilometern fördern könnten. In diesem Fall würde die Asche deutlich in den für den internationalen Passagierflugverkehr typischen Höhenbereich vordringen.

Die aktuelle Aktivität des Shiveluch ist weiterhin durch Domwachstum im jungen Teil des Vulkans geprägt. Begleitend treten starke Entgasungen und eine ausgeprägte Wärmeabstrahlung auf, die – ebenso wie die Aschewolken – aus dem Weltraum detektiert werden können. Am Vortag registrierte das MODIS-System eine als moderat eingestufte Wärmeanomalie mit einer Leistung von rund 10 Megawatt. Meist liegt die Wärmestrahlung jedoch im einstelligen Megawattbereich, wie es für Domvulkane typisch ist.

Das Gefüge eines Lavadoms

Shiveluch
Shiveluch-Dom

An Lavadomen tritt nur selten rotglühende Lava an der Oberfläche zutage, da der Dom von unten her wächst und das an der Oberfläche befindliche Material bereits erstarrt und abgekühlt ist. Diese abgekühlte Schicht aus mächtigen Lavablöcken wirkt isolierend und verhindert eine rasche Abkühlung der Schmelze im Inneren. Dabei ist das Innere eines Lavadoms nicht als homogener Schmelzkörper zu verstehen, sondern als ein komplexes Gefüge unterschiedlich geformter Strukturen mit zahlreichen Scherflächen. Viele dieser Strukturen sind äußerlich erstarrt, können jedoch in ihrem Inneren noch plastische und gasreiche Schmelze enthalten. Andesitische bis dazitische Dome wie jener des Shiveluch erreichen in ihrem Kern nahe des Förderschlots Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius, während die Domoberfläche häufig Temperaturen von unter 100 Grad Celsius aufweist. Der Lavadom verschließt den Förderschlot, so dass sich im Fördersystem ein hoher Gasdruck aufbauen kann, der letztendlich zu Explosionen führt.

Unwetter und Überflutungen von Portugal bis Irland

„Atmosphärischer Fluss“ verursacht Unwetter und Überschwemmungen auf der Iberischen Halbinsel

Der Westen Europas erlebt derzeit eine außergewöhnliche Wetterlage, die eine Serie von Stürmen, Unwettern und Überflutungen mit sich bringt: Ein schmales Band feuchter Luft bildet einen sogenannten „atmosphärischen Fluss“ und transportiert enorme Wasserdampfmengen vom subtropischen Atlantik direkt auf den Kontinent. Dieses Phänomen sorgt für langanhaltenden Starkregen und massive Überschwemmungen in Portugal und Südspanien. Aber auch in Irland regnete es ungewöhnlich viel.



Malaga

Ein atmosphärischer Fluss funktioniert wie ein unsichtbares „Wassertransportband“ hoch oben in der Atmosphäre. Er bringt feuchte Luftmassen über Tausende von Kilometern vom warmen Atlantik Richtung Europa. Trifft diese Luft auf Gebirge oder kühle Landmassen, kondensiert der Wasserdampf und es kommt zu lange anhaltenden Regenfällen.

In Portugal und im Süden Spaniens verursachte Starkregen Überflutungen von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen. Es kam bereits zu Evakuierungen und Schulschließungen. Der Straßen- und Bahnverkehr brach vielerorts zusammen. In Teilen Andalusiens und an der portugiesischen Küste wurden besonders hohe Niederschlagsmengen gemessen, so dass Flüsse und Stauseen bedenklich hohe Wasserstände erreichten. Die Lage könnte sich deutlich verschärfen, wenn Wasser aus den Stauseen abgelassen werden muss.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe. So schossen in Malaga ungebändigte Wassermassen durch das Nadelöhr einer Brücke und drohten, überzuspringen. Solche Fluten können urplötzlich auftreten und stellen eine ernste Gefahr für Menschen dar, die sich in der Nähe der ansonsten oft trockenen Flussbetten aufhalten.

Das Phänomen des atmosphärischen Flusses macht die Unwetter nicht nur stärker, sondern auch langanhaltender. Böden können kaum abtrocknen, wodurch die Gefahr von Überflutungen konstant hoch bleibt. Die Katastrophenschutzbehörden und Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Solange der atmosphärische Fluss aktiv ist, müssen Anwohner mit weiteren extremen Wetterlagen rechnen.

Land unter in Teilen von Irland

Irland

Abseits des schmalen Wolkenbandes des atmosphärischen Flusses wurde Irland ebenfalls von starken Unwettern mit orkanartigen Stürmen und Überflutungen getroffen, die eine seit Tagen andauernde Alarmsituation bedingen. Bereits gesättigte Böden können kaum weiteres Wasser aufnehmen, während anhaltender Starkregen die Pegel zahlreicher Flüsse rasch ansteigen lässt. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Nordosten des Landes, darunter auch Dublin. Starker Wind drückt zudem das Ozeanwasser gegen die Küsten und verursacht Sturmfluten. Behörden warnen vor plötzlichen Überflutungen und bereiten Evakuierungen in niedrig gelegenen Gebieten vor.

Update 09:00 Uhr: In Portugal gab es mindestens ein Todesopfer infolge der Unwetter.

Island: Magmaakkumulation nähert sich Höchsstand

Das Geothermalkraftwerk Svartsengi liegt genau im Brennpunkt der größten Bodenhebung.

Magmaakkumulation bei Svartsengi nähert sich Höchststand – Gefahreneinschätzung bleibt unverändert

Im isländischen Svartsengi-Gebiet hebt sich der Boden langsam, aber vergleichsweise konstant, und nach fast einem halben Jahr Pause wird es langsam mal wieder Zeit für eine neue Eruption entlang von Sundhúkur Doch ob es dazu kommt, bleibt ungewiss, obwohl sich im flachen Magmenkörper inzwischen mehr als 21 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt haben – ein Wert nahe dem Höchststand von 22,3 Millionen Kubikmetern, der vor der Eruption vom Dezember 2023 angesammelt wurde. Die Bodenhebung ist bereits jetzt die höchste, da nach dem letzten Ausbruch im August nicht alles Magma eruptiert wurde und sich der Boden nicht so weit absenkte wie bei vorherigen Eruptionsphasen.




Gestern veröffentlichte das Meteorologische Amt Islands (IMO) eine neue Gefahreneinschätzung, die gegenüber den beiden letzten Veröffentlichungen unverändert bleibt. Sie wurde bis zum 3. März verlängert. Die Entwicklungen werden weiterhin engmaschig überwacht. Entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe gilt das größere Eruptionsrisiko. Die Gefahreneinschätzung für Gridnvik wird als moderat eingeschätzt. Obwohl sich die letzten Eruptionsspalten vermehrt Richtung Norden öffneten, kann eine Ausbreitung in südlicher Richtung und damit nach Grindaik nicht ausgeschlossen werden.

Insgesamt kam es seit Dezember 2023 zu neun Vulkanausbrüchen entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe. Die derzeitige Ruhephase ist mit 183 Tagen die längste seit Beginn dieser Ausbruchsserie. Parallel dazu setzt sich die Bodenhebung im Gebiet von Svartsengi fort und nähert sich inzwischen einem Meter, ein deutliches Zeichen für anhaltenden Magmazufluss und steigenden Druck im System.

Das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden Wochen ist laut IMO eine erneute Magmaintrusion von Svartsengi in Richtung der Sundhnúkur-Kraterreihe, die in einem weiteren Ausbruch münden könnte. Sollte es dazu kommen, würde dieser voraussichtlich ähnliche Merkmale wie die bisherigen Eruptionen entlang dieser Spalte aufweisen.

Ich frage mich allerdings inzwischen, ob der Druckanstieg nicht zu langsam vonstatten geht, um noch eine Eruption zu triggern.

Abseits von Svartsengi gibt es derzeit keine Hinweise auf neue Magmaansammlungen auf der Reykjanes-Halbinsel. Ein kürzlich ausgewertetes satellitengestütztes InSAR-Bild zeigt Bodenverformungen ausschließlich im Bereich von Svartsengi, während andere Regionen unverändert bleiben.

Die seismische Aktivität in unmittelbarer Nähe der Kraterreihe ist weiterhin gering. Am 28. Januar wurde jedoch östlich der Halbinsel, nahe Lambafell, ein Erdbebenschwarm mit rund 200 Beben registriert. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche etwas mehr als 260 Erdbeben erfasst, das stärkste mit einer Magnitude von M3 – ein für die Region typisches Niveau.

Heute gab es einen Erdbebenschwarm am Grjotarvatn bei der Snæfellsnes-Halbinsel Erstmalig seit langem bebte es auch vor der Nordküste der Westspitze der Halbinsel, wo der Vulkan Snæfelsjökull liegt.

Sol: Ungewöhnlich starke Serie von Sonneneruptionen

Serie ungewöhnlich starker Sonneneruptionen hält an – Flare X 4.2

Heue Vormittag ereignete sich auf der Sonne eine weitere starke Sonneneruption, die einen Flare (Sonnensturm) der Klasse X4.2 verursachte. Zurzeit wird noch geprüft, ob es bei dem Strahlungssturm blieb oder ob es auch zu einem koronalen Massenauswurf (CME) gekommen ist. Sollte letzteres der Fall gewesen sein, besteht wieder die chance auf Polarlichter in gemäßigten breiten, bis hinab nach Deutschland.

Sonneneruption

Der Flare reiht sich in einer Serie vergleichbarer Ereignisse ein, die in den letzten tagen von der Sonne ausgingen. Am 1. Februar gab es sogar den stärksten Flare der letzten Jahrzehnte: Er hatte die Klasse X8.1 und verursachte einen Radioblackout über Australien und Ozeanien. Auch heute wurden wieder moderate Störungen gemeldet. Die Blackouts betreffen vor allem den Funkverkehr von Flugzeugen im Kurzwellenbereich, da dieser besonders empfindlich auf Röntgenstrahlung reagiert. Normalerweise erreicht diese Strahlung nicht die Erdoberfläche, da sie von der Atmosphäre starke gefiltert wird. Zusätzlich zum Funkverkehr kann es zur Beeinträchtigung von Satellitennavigationssystemen kommen.

Starke X-Klasse-Eruptionen sind deutlich seltener als die schwächeren M- oder C-Klassen und zeigen, dass die Sonne derzeit in einem hochenergetischen und instabilen Zustand ist.

Die Sonnenfleckenregion AR4366 ist aktuell der Hauptmotor der Sonneneruptionen. Sie hat dutzende M-Klasse-Flares und mehrere X-Flares freigesetzt und gilt als magnetisch extrem komplex und energiegeladen.

Wird eine Sonneneruption von einem erdgerichteten CME begleitet, kann dies zu geomagnetischen Stürmen führen, die Polarlichter und im Extremfall sogar Spannungsfluktuationen in Stromnetzen zur Folge haben können – die Intensität dieser Effekte ist auch von der Ausrichtung des einfallenden Magnetfelds der Plasmawolke abhängig.

Ob heute ein entsprechender CME entstanden ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass große Plasmamengen bewegt wurden – die Auswertung der LASCO-Koronographen der SOHO-Mission wird in Kürze mehr Klarheit bringen.

Vulkan Masaya: Deutlicher Anstieg der Erdbebenaktivität

Erhöhte seismische Aktivität am Vulkan Masaya: Behörden mahnen zur Wachsamkeit

Am Vulkan Masaya in Nicaragua ist es zu einem deutlichen Anstieg der seismischen Aktivität gekommen. Wie das nicaraguanische Institut für Territorialstudien (INETER) mitteilte, registrierten die Messstationen am Morgen des 3. Februar einen Wert von rund 1.000 Einheiten auf der RSAM-Skala. Die Behörden riefen daraufhin die Bevölkerung in 293 umliegenden Gemeinden dazu auf, aufmerksam zu bleiben und offizielle Hinweise zu befolgen.




Lavasee (Archivbild)

Die sogenannte RSAM-Skala (Real-time Seismic Amplitude Measurement) misst die durchschnittliche Stärke seismischer Schwingungen in Echtzeit. Anders als bekannte Erdbebenskalen gibt RSAM keine Auskunft über die Magnitude einzelner Beben, sondern zeigt an, wie viel seismische Energie über einen bestimmten Zeitraum freigesetzt wird. Hohe Werte deuten auf verstärkte Bewegungen im Untergrund hin, wie sie durch aufsteigendes Magma oder intensive Gaszirkulation im Vulkansystem verursacht werden. Ein Wert von 1.000 gilt als deutlich erhöht, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht.

Seismologen von INETER erklären, dass die aktuelle Aktivität auf magmatische Prozesse im Inneren des Kraters hindeuten könnte. Solange der RSAM-Wert jedoch nicht weiter ansteigt oder von anderen Warnsignalen wie starker Bodendeformation oder massiven Ascheemissionen begleitet wird, schließen sie größere Eruptionen vorerst aus.

Der Masaya-Vulkan zählt seit Jahren zu den aktivsten Feuerbergen Mittelamerikas. Bereits seit 2015 befindet er sich in einem nahezu dauerhaften Aktivitätszustand: Über Jahre hinweg brodelte ein kleiner Lavasee in seinem Krater. Zusätzlich wurden starke Entgasung und Asche-Emissionen beobachtet, begleitet von häufigen Tremorphasen. In den vergangenen Monaten verzeichneten die Überwachungsbehörden wiederholt Schwankungen der seismischen Werte und der Schwefeldioxid-Emissionen, ohne dass es zu einer größeren Eruption kam.

Der Masaya-Vulkankomplex liegt in unmittelbarer Nähe mehrerer Ortschaften und unweit der Hauptstadt Nicaraguas. Stärkere Eruptionen könnten den dortigen internationalen Flughafen stören. Trotz der aktuellen Lage bleibt der Nationalpark Masaya für Besucher geöffnet, allerdings nur zeitlich begrenzt und unter strenger Aufsicht. Die Behörden überwachen die Situation engmaschig und rufen Bevölkerung wie Touristen gleichermaßen zu Umsicht und Vorsicht auf.

Vulcano: Leichte Entspannung der Situation

Vulcano atmet auf – erhöhte GeoWerte rückläufig

Vulcano, römischer Gott und Namensgeber aller Vulkane, zeigt sich zu Beginn des Jahres vergleichsweise gnädig: Nach Monaten alarmierend hoher Fumarolentemperaturen und Kohlendioxid-Emissionen meldet das italienische Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV) eine insgesamt abnehmende Aktivität auf der liparischen Vulkaninsel, die den Namen des Gottes trägt und vielfach als sein Zuhause angesehen wird. Die GeoDaten liegen aber immer noch deutlich über den Normalwerten und die Lage bleibt beobachtungswürdig.




Im gestern veröffentlichten Bulletin für den Januar 2026 beschreiben die Vulkanologen ein von intensiven, aber nachlassenden hydrothermalen Prozessen geprägtes Vulkansystem. So haben die Fumarolen-Temperaturen im Krater La Fossa deutlich abgenommen und liegen inzwischen rund 40 Grad unter den Höchstwerten des Vorjahres. Konkret liegen die Temperaturen an den 4 gemessenen Fumarolen zwischen 267 und 227 °C. Auch die Gasemissionen von Kohlendioxid und Schwefeldioxid zeigen leicht rückläufige Trends. Dennoch stößt der Vulkan noch viel Gas aus: Der CO₂-Ausstoß lag im Schnitt bei 10000 g/m2/d. Geht man von einem 10.000 Quadratmeter großen Fumarolenfeld aus, wären das ca. 100 Tonnen am Tag. Betrachtet man einen ganzen Krater aus dem diffus Gas austritt, kommt man schnell auf das 10-fache des Wertes.

Die Seismizität blieb im Januar niedrig, und Messungen der Bodenverformung liefern keine Hinweise auf Bodenhebungen. Es gibt also derzeit keine Anzeichen dafür, dass frisches Magma aufsteigt. Die Entgasungen stammen von der letzten Intrusion im September letzten Jahres.

Die Situation auf Vulcano eskalierte im Herbst 2021, als es zu einer ersten Intrusion unter dem Vulkan kam. Die Gasemissionen nahmen sprunghaft zu, Fumarolentemperaturen stiegen auf ungewöhnlich hohe Werte, und das Bodenniveau im Kraterbereich hob sich messbar an. In Vulcano Porto mussten zeitweise Sperrzonen eingerichtet werden, weil sich CO₂ in Senken und Gebäuden ansammelte und zur Gefahr für die Bevölkerung wurde.

Die wissenschaftliche Einordnung des Geschehens ist heute klarer als damals: Unter Vulcano kam es zu einer Magmenintrusion in geringer Tiefe. Das Magma erreichte die Oberfläche nicht, setzte jedoch große Mengen an Gasen frei und heizte das hydrothermale System stark auf. Schätzungen zufolge drangen mehrere Millionen Kubikmeter Magma in die Erdkruste ein – genug, um das System zu destabilisieren, aber nicht genug für eine Eruption. Ähnliche Prozesse hatte der Vulkan bereits zwischen 1988 und 1993 gezeigt.

Auch wenn sich die Situation momentan entspannt und die Bewohner von Vulcano durchatmen können, kann es jederzeit zu neuen Magmaintrusionen kommen, die letztendlich in einer Eruption gipfeln könnten. Verlässliche Prognosen lassen sich nicht aufstellen.

Luna: Impakt von Asteroid 2024 YR4 droht

Asteroid 2024 YR4: Vom potenziellen Erdtreffer zum kosmischen Mondschauspiel

Als der Asteroid 2024 YR4 Ende 2024 entdeckt wurde, sorgte er in der Astronomischen Gemeinschaft zunächst für Aufregung: Erste Bahnberechnungen ließen die geringe Möglichkeit zu, dass der etwa 60 Meter große Himmelskörper im Jahr 2032 auf der Erde einschlagen könnte. Der Impakt eines Asteroiden dieser Größenordnung wäre mit jenem in Tunguska (1908) vergleichbar. Er könnte ganze Metropolen auslöschen, aufgewirbelte Staubpartikel würden das globale Klima beeinflussen. Bei einem Treffer im Meer könnten gewaltige Tsunamis entstehen. Solche frühen Einschätzungen sind bei neu entdeckten Asteroiden nicht ungewöhnlich, wie das Chaos um Apophis verdeutlichte: Die Beobachtungsdaten und Bahnberechnungen sind anfangs ungenau, die Unsicherheiten groß. Dennoch reichte die rechnerische Wahrscheinlichkeit aus, um 2024 YR4 zeitweise auf die Impakt-Risikolisten der NASA zu setzen.

Asteroid

Mit fortschreitenden Beobachtungen änderte sich das Bild. Zusätzliche Messungen, unter anderem mithilfe leistungsstarker Teleskope, erlaubten eine präzisere Bestimmung der Umlaufbahn. Heute gilt ein Erd-Einschlag als praktisch ausgeschlossen. Stattdessen richtet sich der Blick nun auf ein anderes Szenario: eine kleine, aber nicht vernachlässigbare Wahrscheinlichkeit von ca. 4 %, dass der Asteroid den Mond trifft.

Sollte es im Dezember 2032 tatsächlich zu einem Mond-Impakt kommen, würde 2024 YR4 mit einer Energie von rund 6,5 Megatonnen TNT einschlagen. Das entspricht der 400-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Atombombe – genug Energie, um einen etwa einen Kilometer großen Krater zu erzeugen. Für die Erde bestünde keine direkte Gefahr. Denkbar wäre jedoch ein spektakulärer Nebeneffekt: Beim Einschlag ausgeworfenes Mondmaterial könnte teilweise in Richtung Erde geschleudert werden und dort als außergewöhnlicher Meteorschauer in der Atmosphäre verglühen. Für Wissenschaft und Himmelsbeobachter wäre dies ein wertvolles Ereignis: Einen so großen Impakt mit modernen Instrumenten live zu verfolgen, würde eine Menge Echtzeitdaten liefern und Rückschlüsse auf irdische Einschläge zulassen. Außerdem würden Forscher Daten erhalten, die Rückschlüsse auf die innere Struktur des Mondes liefern. Allerdings bräuchte man dafür ein seismisches Netzwerk, was es derzeit nicht gibt. Last but not least könnten Mondmeteoriten bis zur Erdoberfläche durchdringen und Wissenschaftler bekämen Mondmaterial für Studienzwecke kostenlos geliefert.

Der Fall 2024 YR4 zeigt exemplarisch, wie dynamisch und selbstkorrigierend die planetare Gefahreneinschätzung funktioniert. Ähnlich verlief die Geschichte des berühmten Asteroiden Apophis, der nach seiner Entdeckung 2004 ebenfalls kurzzeitig als potenzielle Bedrohung galt. Heute ist klar: Apophis wird 2029 zwar extrem nahe an der Erde vorbeifliegen, soll aber aktuellen Bahnberechnungen zufolge keine Gefahr darstellen.