Sol: Sonnensturm vom Montag war einer der stärksten

Künstlerische Darstellung einen Solarsturms.

Sonnensturm von historischer Stärke – warum es keinen Blackout gab und wann es gefährlich geworden wäre

Der jüngste Sonnensturm hat selbst erfahrene Weltraumwetterforscher in seiner Stärke überrascht und aufhorchen lassen. Mit gemessenen Magnetfeldstärken von rund 91 Nano-Tesla in Erdnähe erreichte der Sturm Werte, wie sie in den Messreihen seit Beginn systematischer Aufzeichnungen in den 1990er-Jahren wahrscheinlich noch nie beobachtet wurden. Astronomen sprechen von einem der stärksten Ereignisse seit Beginn systematischer Aufzeichnungen. Rekordverdächtig war auch die Geschwindigkeit des Sonnensturms, der mit 4,2 Millionen Kilometern pro Stunde auf die Erde zuraste. Dennoch blieb das Schreckensszenario eines großflächigen Stromausfalls bzw. Blackouts aus. Der Grund dafür liegt nicht in der Stärke begründet – der Sturm war vermutlich stark genug hierfür –, sondern in seinen physikalischen Details.




Polarlicht in Oberhausen

Ein Sonnensturm entsteht meist durch einen koronalen Massenauswurf (CME), bei dem Milliarden Tonnen magnetisierten Plasmas ins All geschleudert werden. Trifft eine solche Plasmawolke die Erde, kann sie das Magnetfeld unseres Planeten massiv stören, wodurch Polarlichter entstehen. Die gemessene Feldstärke von über 90 Nano-Tesla deutet darauf hin, dass enorme Energiemengen freigesetzt wurden. Im ruhigen Sonnenwind liegen die Werte meist bei 5 bis 10 Nano-Tesla.

Doch entscheidend ist nicht nur, wie stark ein Sturm ist, sondern wie sein Magnetfeld ausgerichtet ist. Besonders kritisch ist eine langanhaltende südliche Ausrichtung des von der solaren Plasmawolke mitgeführten Magnetfeldes. In diesem Fall kann es zu einer effektiven Kopplung mit dem Erdmagnetfeld kommen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, den Physiker „magnetische Rekonnexion“ nennen. Erst dadurch gelangt die Energie tief in die Magnetosphäre und kann sich auch in den unteren Schichten der Erdatmosphäre ausbreiten und sich negativ auf Stromnetze und andere kritische Infrastruktur auswirken.

Christian Möstl, Forscher von GeoSphere Austria, meinte gegenüber der Presse, dass der Sonnensturm vom Montag zu den schwerwiegendsten Ereignissen der letzten Jahrzehnte geworden wäre, wenn das Magnetfeld der Plasmawolke Richtung Süden ausgerichtet gewesen wäre. Offenbar hatten wir noch einmal Glück gehabt.

Das ungünstigste Szenario

Sonnensturm

Ein Blackout wäre im Worst Case möglich gewesen, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt worden wären: eine sehr hohe Feldstärke, eine über Stunden stabile südliche Magnetfeldkomponente, hohe Geschwindigkeit des Plasmas sowie eine direkte Treffergeometrie auf die Erde. Unter solchen Umständen entstehen starke geomagnetisch induzierte Ströme, die über lange Hochspannungsleitungen fließen und Transformatoren in die Übersättigung treiben und durchbrennen lassen können. Historische Beispiele wie der Québec-Blackout 1989 zeigen, dass regionale Stromausfälle dann realistisch sind.

Beim aktuellen Ereignis fehlte jedoch genau dieser entscheidende Faktor: Die Magnetfeld-Ausrichtung wechselte und blieb nicht dauerhaft südlich. Die Folge waren spektakuläre Polarlichter bis in mittlere Breiten – aber keine kritische Belastung der Stromnetze.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das global oder kontinental zu großflächigen Blackouts führt, gilt als sehr gering. Schätzungen aus der Raumwetterforschung gehen davon aus, dass Stürme vom Kaliber eines Carrington-Ereignisses (1859) statistisch nur alle 100 bis 200 Jahre auftreten. Selbst dann ist ein globaler Zusammenbruch moderner Stromnetze nicht automatisch gegeben, da heutige Systeme als robust eingestuft werden und Überlastungs-Frühwarnungen erlauben, schnell zu reagieren. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es eines Tages zu einem großangelegten Blackout kommen könnte, der dann nicht in kurzer Zeit behoben werden kann.

Realistischer sind aber lokale oder regionale Effekte: temporäre Störungen von Satelliten, GPS-Ungenauigkeiten, Kurzwellen-Funkprobleme oder vorsorgliche Abschaltungen einzelner Netzkomponenten in hohen Breiten. Auch kurzfristige Spannungsschwankungen in Stromnetzen sind möglich. Solche Effekte werden mit zunehmender Sonnenaktivität häufiger, bleiben aber beherrschbar.

Der jüngste Sonnensturm war außergewöhnlich stark, aber noch kein Beinahe-Blackout, wie es in einigen Medien dargestellt wird. Er zeigt jedoch, wie schwer Vorhersagen zur Stärke eines geomagnetischen Sturms sind und dass die Sonne ungewöhnlich aktiv ist. Tatsächlich ist sie aktiver, als sie es im Zuge ihres Sonnenzyklus derzeit sein dürfte. Sie hält sich nicht an Prognosen der Wissenschaftler und Prognosen haben sich als unzuverlässig erwiesen.

Italien: Medicane Harry verursachte Zerstörungen auf Sizilien

Starke Zerstörungen entlang der Ostküste von Sizilien – Medicane „Harry“ wütete mit voller Kraft

Mit Merkmalen eines Zyklons bzw. Medicanes wütete Wintersturm Harry in weiten Teilen Süditaliens und hat insbesondere entlang der Ostküste Siziliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Italienische Medien sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterereignis, das in seiner Intensität für den winterlichen Mittelmeerraum ungewöhnlich war. Eine Kombination aus orkanartigen Winden, gepaart mit extremen Regenfällen und schweren Sturmfluten, führte lokal zu starken Schäden an der küstennahen Infrastruktur. Noch heute fließt durch zahlreiche Küstenstraßen Meerwasser. Ufermauern und Kaianlagen wurden stark beschädigt oder sogar völlig zerstört.




Besonders betroffen waren Sizilien, der Süden Kalabriens und Sardinien. Dort trafen meterhohe Wellen ungebremst auf die Küsten und richteten schwere Schäden an Promenaden, Hafenanlagen und Stränden an. In einigen Orten drang das Meer weit ins Landesinnere vor, überschwemmte Straßen und Erdgeschosse und machte Verkehrswege unpassierbar. Küstenstraßen mussten gesperrt werden, weil Asphalt unterspült oder durch Geröll und Treibgut blockiert war. An mehreren Abschnitten brachen Fahrbahnen ein, was den Verkehr zum Erliegen brachte und die Verwundbarkeit der Küsteninfrastruktur verdeutlichte.

Riposto am Fuß des Ätnas

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörungen, die bis jetzt noch nicht bilanziert werden konnten. Im Großraum Catania und entlang der Küste von Aci Trezza und Aci Reale wurden zahlreiche Küstenmauern – aus Lavagestein des Ätnas erbaut – zerlegt und die Trümmer gegen Vorgärten und Hauswände geschoben, die ihrerseits beschädigt wurden. Die durch den rauen Seegang ausgelösten Überflutungen in den küstennahen Bereichen verwandelten Straßen in Flüsse, die allerlei Unrat mit sich führten. Der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens wurde eingestellt, die Inseln waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über neue Murenabgänge auf Stromboli liegen bis jetzt nicht vor.

Im Landesinneren sorgten anhaltende Starkregenfälle für Überflutungen und Erdrutsche. Bäche und kleine Flüsse traten über die Ufer und setzten Wohngebiete sowie landwirtschaftliche Flächen unter Wasser. Hangrutsche beschädigten Straßen und isolierten zeitweise kleinere Gemeinden. Der Bahn- und Fährverkehr wurde in vielen Regionen eingestellt, da Wind und Wellengang den sicheren Betrieb unmöglich machten.

Die Behörden veranlassten umfangreichen Schutzmaßnahmen. Für besonders gefährdete Gebiete wurden Evakuierungen angeordnet. Die Schulen blieben geschlossen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiteten im Dauereinsatz. Auch freiwillige Helfer sicherten Gebäude, pumpten Wasser ab und unterstützten Menschen, die ihre Häuser vorübergehend verlassen mussten.

Der Wintersturm Harry zeigte einmal mehr, wie anfällig der Mittelmeerraum für extreme Wetterlagen ist, die durch den Klimawandel an Häufigkeit und Intensität zunehmen können.

Schweiz: Erdbeben Mb 3,4 in der Region Zermatt

Leichtes Erdbeben erschütterte die Region Zermatt in der Schweiz – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 20.01.2026 | Zeit: 20:21:46 UTC | Koordinaten 45.952 ; 7.728 | Tiefe: 2 km | Mb 3,4

Am Dienstagabend wurde die Region rund um Zermatt im Schweizer Kanton Wallis von einem schwachen, aber spürbaren Erdbeben der Magnitude 3,4 erschüttert. Die Erschütterung ereignete sich um 21:21 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von nur 2000 m. Das Epizentrum lag rund acht Kilometer südlich von Zermatt, nahe der italienischen Grenze. Nicht zuletzt wegen der geringen Herdtiefe wurde das Erdbeben in der Umgebung deutlich wahrgenommen.



Zermatt

Zahlreiche Anwohner berichteten beim EMSC von grollenden Vibrationen und leichtem Zittern ihrer Häuser, das Fenster und Türen zum Rattern brachte. Meldungen über Schäden oder Verletzte gingen jedoch nicht ein. Die Behörden stuften das Ereignis als harmlos ein und sahen keinen Anlass für besondere Maßnahmen.

Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben mit der Alpenorogenese im Zusammenhang. Das Gebirge gehört zu den geologisch aktivsten Regionen Mitteleuropas und ist das Ergebnis der fortdauernden Kollision zwischen der Eurasischen Platte und der Adriatischen Kleinplatte, die dem Afrikanischen Kontinent vorgelagert ist und von diesem in Europa hineingeschoben wird. Diese langsame, aber stetige Konvergenz führt nicht nur zum anhaltenden Wachstum der Alpen, sondern auch zu Spannungen in der Erdkruste, die sich immer wieder in kleineren Erdbeben entladen. Anders als an klassischen Plattengrenzen handelt es sich im Alpenraum überwiegend um sogenannte Intraplattenbeben entlang lokaler Störungszonen.

Der Kanton Wallis gilt innerhalb der Schweiz als besonders erdbebenaktiv. Jährlich werden hier zahlreiche kleinere Erschütterungen registriert, von denen die meisten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Ereignisse mit Magnituden im Dreierbereich sind zwar nicht alltäglich, kommen aber immer wieder vor.

Während solche schwachen Erdbeben normalerweise ungefährlich sind und keine größeren Schäden an der Infrastruktur verursachen, könnten sie im Laufe der Zeit dennoch bestehende Instabilität in steilen Felswänden vergrößern, insbesondere im Zusammenhang mit den schmelzenden Permafrostböden und auftauenden Klutffüllungen. Somit steigt insbesondere während der Sommermonate das Felssturzrisiko auch infolge schwacher bis moderater Erdbeben.

Der beschriebene Erdstoß war nicht das einzige Erdbeben, dass sich gestern in der Alpenregion und im Alpenvorland zutrug. In den letzten Tagen gab es eine rege Seismizität entlang der kontinentalen Naht.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat gestoppt

Ausbruch am Vulkan Piton de la Fournaise stoppte bereits – Erdbebenaktivität hält an, Reaktivierung möglich

Gestern stoppte der Ausbruch am Piton de la Fournaise nach nur 2 Tagen Aktivität. Damit war es eine der kürzesten Eruptionen an diesem faszinierenden Schildvulkan im Indischen Ozean. Anhaltende Seismizität deutet aber an, dass das Magmaspeichersystem weiterhin unter Druck steht – eine Reaktivierung der Aktivität ist durchaus möglich.

Fournaise

Wie das Vulkanologische Observatorium Piton de la Fournaise (OVPF) mitteilte, flachte der Tremor am 20. Januar gegen 5:00 Uhr morgens ab, was als Zeichen für das Ende der eruptiven Phase gilt. An der Oberfläche sind seitdem keine aktiven Lavaströme mehr zu beobachten.

Dennoch geben die Vulkanologen noch keine Entwarnung und halten den Alarmstatus 2-1 aufrecht. Als Grund hierfür wird ein Anhalten der Erdbebenaktivität unter dem Gipfelbereich angegeben. Im Durchschnitt werden etwa zehn Erdbeben pro Stunde gemessen – genauso viele wie vor Beginn der seismischen Krise, die im Ausbruch gipfelte. Diese anhaltenden Beben deuten darauf hin, dass das Magmasystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht. Ein erneuter Ausbruch, der entweder an derselben Stelle oder an einem anderen Ort innerhalb der Caldera stattfinden könnte, kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Vor Ort werden weiterhin Gasemissionen sowie rötliche Gluterscheinungen entlang der Lavafront und den zuletzt aktiven Förderschloten festgestellt.

Der Vulkanausbruch war nicht nur vergleichsweise kurz, sondern förderte ersten Schätzungen zufolge weniger als eine Million Kubikmeter Lava. ein weiteres Indiz, dass sich im flachen Speichersystem unter dem Gipfelbereich noch Schmelze befinden muss.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Caldera des Piton de la Fournaise weiterhin strikt verboten. Das Tor zu den Treppen in der Calderawand am Parkplatz Pas del Bellecombe ist geschlossen. Auch Drohnenflüge unterliegen strengen Auflagen, da sie den Einsatz von Überwachungs- und Rettungshubschraubern gefährden könnten. Die Behörden erinnern zudem an die Verkehrsprobleme, die es während der ersten Eruptionsnacht auf der Vulkanwaldstraße gab, und appellieren an Besucher, abruptes Anhalten zu vermeiden. Bilder zeigten kilometerlange Schlangen am Straßenrand geparkter Autos.

Sizilien: Meterhohe Wellen Durchbrechen Schutzmauer bei Catania

Medicane Harry wütet auf Sizilien – meterhohe Wellen überfluten Küstenstraße von Catania

Ein schweres Unwetter hat heute auf Sizilien gewütet und die Ostküste bei Catania am Ätna besonders hart getroffen: Meterhohe Wellen brandeten gegen die Küsten und richteten Schäden an der Infrastruktur an. Verantwortlich ist das mediterrane Tiefdrucksystem „Harry“, das seit den frühen Morgenstunden mit Sturm, Starkregen und extremem Seegang über die Region zieht. In Catania und dem Küstenort Fondachello drang das Seewasser in Küstenstraßen ein, nachdem es Brandungsmauern überwunden bzw. zerstört hatte.




Videos aus Fondachello dokumentieren eindrucksvoll, wie meterhohe Wellen die Küstenschutzbarrieren überwinden. Der Wellengang ist so stark, dass das Wasser über Mauern und Dämme schießt und die Uferstraße überspült. Augenzeugen sprechen von einer „Wasserwand“, die in kurzen Abständen auf die Küste trifft. Autos mussten umgeleitet werden und Fußgänger brachten sich hastig in Sicherheit.

In Catania kam es zu ähnlichen Problemen: Im Hafenbereich schlug das Wasser über die Wellenbrecher und Schutzmauern. Plätze und Zufahrten wurden überflutet.

Meteorologen berichten von einem sehr starken Sturm über dem Ionischen Meer, der einen außergewöhnlich hohen Seegang erzeugt. In Kombination mit tiefem Luftdruck und anhaltenden Böen treffen die Wellen nahezu ungebremst auf die Küste. Italienische Medien bezeichnen den Wirbelsturm als Zyklon, den man getrost auch als Medicane bezeichnen kann.

Der Zivilschutz Siziliens rief die Bevölkerung in Küstennähe zur Vorsicht auf. Strände und Uferpromenaden sollten gemieden werden, da jederzeit weitere Überschwemmungen durch Brecher möglich seien. In einigen Gemeinden wurden vorsorglich Straßenabschnitte gesperrt, um Unfälle zu vermeiden.

Neben dem hohen Seegang an der Küste sorgt Zyklon „Harry“ auch im Landesinneren für Schwierigkeiten. Starke Regenfälle führten lokal zu überlasteten Kanälen und kleineren Erdrutschen. Einsatzkräfte sind seit Stunden im Dauereinsatz, um Gefahrenstellen zu sichern und die Lage zu überwachen.

Die Wetterlage bleibt angespannt. Nach Angaben der Behörden ist erst im Laufe der kommenden Stunden mit einer langsamen Abschwächung des Sturms zu rechnen. Bis dahin gilt entlang der sizilianischen Ostküste erhöhte Alarmbereitschaft.

Mayon: 45 pyroklastische Ströme an einem Tag

Aktivität am Mayon geht auf hohem Niveau weiter – 45 pyroklastische Dichteströme innerhalb von 24 Stunden

Der aktuelle Lagebericht zum philippinischen Vulkan Mayon lässt nichts Gutes erahnen: Innerhalb von nur einem Tag registrierte PHILVOLCS 43 Abgänge pyroklastischer Dichteströme sowie 340 Steinschlagereignisse, bei denen teils glühende Schuttlawinen erzeugt wurden. Von den Dichteströmen steigen Aschewolken auf, die mehrmals VONA_Warnungen auslösten. Aufgrund schlechter Sichtbedingungen war die Höhe der Aschewolken zuletzt nicht bestimmbar gewesen. Die Ereignisse zeugen von anhaltendem Lavadomwachstum und der Förderung eines sehr zähflüssigen Lavastroms, der sich vom Dom ausgehend im oberen Flankenbereich des Kraters bewegt. Vor allem ist es dieser Lavastrom, der für die hohe Anzahl an Steinschlag- und Dichtestromabgängen verantwortlich ist.

Vergleichbare Situationen kenne ich von den indonesischen Vulkanen Karangetang, Sinabung und Semeru wo die Lavazungen teils über lange Wochen und Monate hinweg aktiv waren und auch pyroklastische Ströme mit großer Zerstörungskraft hervorbrachten. Durch die extrem feinkörnigen Ablagerungen der pyroklastischen Dichteströme, die sich vor allem in Schluchten und dem unteren Bereich der Vulkanflanke ablagern, entsteht ein hohes Laharrisiko: Bei starken Regenfällen entstehen Schlammströme, die in der Lage sind Brücken einzureißen und Ortschaften zu fluten.

Die geophysikalischen Daten und Beobachtungen der Vulkanologen deuten nicht auf eine Beruhigung der Aktivität hin:  Die SO₂-Emissionen lagen am 19. Januar 2026 bei 3061 Tonnen pro Tag, ein Hinweis auf fortgesetzte Magmazufuhr. Die ausgestoßen Gasfahne erreicht mittlere Höhen und driftet überwiegend nach Südosten. Messungen der Bodendeformation zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was den erhöhten inneren Druck bestätigt. Nachts ist bei guten Sichtbedingungen ein Kraterleuchten mit bloßem Auge erkennbar.

Der Zutritt ist nicht erlaubt. Der 6-km-Radius der Permanent Danger Zone (PDZ) sowie die Extended Danger Zone (EDZ) dürfen nicht ohne erhöhte Wachsamkeit betreten werden. Flugbetrieb in Vulkannähe ist zu vermeiden.

Kanaren: Erdbeben Mb 3,3 vor El Hierro

Erdbeben vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro – Erinnerungen an 2010 werden wach

Heute Vormittag registrierten Seismologen ein Erdbeben der Magnitude 3,3 im Gebiet der Kanarischen Inseln, mit Epizentrum nahe der Südküste der Insel El Hierro. Das Beben ereignete sich um 11:16 Uhr UTC und lag rund 14 Kilometer südwestlich von Frontera. Mit einer Herdtiefe von etwa 27 Kilometern gehört es zu den tiefer gelegenen Erschütterungen, wie sie für die jüngste Insel der Kanaren typisch sind.

El Hierro, © EMSC

Vermutlich handelte es sich um ein vulkanotektonisches Erdbeben, das durch Spannungsumlagerungen infolge von Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst wurde. El Hierro liegt direkt über einem Hotspot, aus dem Magma aus dem oberen Erdmantel aufsteigt. Auch wenn dieses Magma nicht zwangsläufig die Oberfläche erreicht, kann es in der Tiefe Druck auf das umgebende Gestein ausüben. Die Folge sind Brüche und kleine Verschiebungen, die sich seismisch bemerkbar machen. Einzelne Beben dieser Stärke gelten als Teil der normalen Hintergrundaktivität der Insel und stellen für sich genommen keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch dar.

Die aktuelle Erschütterung weckt jedoch Erinnerungen an die Ereignisse im Jahr 2010, als El Hierro eine ausgeprägte seismische Krise erlebte, die letztendlich zum Ausbruch eines submarinen Vulkans unweit des aktuellen Erdbebengebiets führte. Damals begannen tief liegende Erdbebenschwärme vor der Nordküste, die im Laufe mehrerer Wochen gen Süden migrierten. Die ersten Erschütterungen lagen ebenfalls in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern. Innerhalb von Monaten nahmen Anzahl und Intensität der Beben zu, begleitet von messbaren Bodenhebungen. Diese Prozesse deuteten auf aufsteigendes Magma hin und mündeten schließlich im Unterwasservulkanausbruch von 2011 südlich von La Restinga.

Bis jetzt deuten die vereinzelten Beben der letzten Zeit nicht auf eine Wiederholung der damaligen Ereignisse hin. Solange keine Häufung von Erdbeben und auch keine Bodendeformationen auftreten, bleibt das aktuelle Ereignis ein geologisch erklärbares Einzelbeben.

Während das Beben auf El Hierro ein Einzelbeben ist, gab es in der letzten Woche wieder zahlreiche Erschütterungen auf Teneriffa und unter der Meerenge Richtung Gran Canaria. Das aktuelle GUAYOTA von INVOLCAN bescheinigte das Auftreten von 69 Erschütterungen und anhaltende CO₂-Emissionen. Aktuell sieht es so aus, dass der nächste Vulkanausbruch der Kanaren auf Teneriffa stattfinden wird.

Lewotolok: 441 Eruptionen an einem Tag

Lewotolok ist hochaktiv und erzeugte 441 explosive Eruptionen an einem Tag

Der indonesische Vulkan Ile Lewotolok (Lembata) verzeichnete heute zwischen 06:00 und 12:00 Uhr WIB eine hohe Aktivität mit insgesamt 114 explosiven Eruptionen, bei denen Asche bis zu 500 Meter über Kraterhöhe aufstieg. Nach Angaben der Vulkanbeobachtungsstation Ile Lewotolok (PGA) wurden zwischen 0:00 und 12:00 Uhr WITA zudem Hunderte Erdbeben registriert, die von starken Entgasungen verursacht wurden. Die seismischen Daten zeigten Ausbruchsereignisse mit Amplituden von 21,4 bis 38,1 Millimetern und einer Dauer von etwa 42 bis 107 Sekunden. Während man tagsüber graue Aschewolken aufsteigen sieht, sind es nachts Glutspuren strombolianischer Eruptionen, die den Himmel erhellen.

Die Asche wurde vom VAAC Darwin registriert. Demnach driftete sie in 2100 m Höhe in Richtung Osten und verteilte sich aufgrund der hohen Windgeschwindigkeit von ca. 45 km/h über ein großes Areal entlang der Nordküste von Lembata und darüber hinaus. In Gemeinden unter den Aschewolken nahe des Vulkans wurde leichter Ascheniederschlag registriert.

Bereits am Montag war Ile Lewotolok hochaktiv und erzeugte innerhalb von 24 Stunden 441 Eruptionen, die auf den Seismogrammen registriert wurden. Darüber hinaus wurden 336 explosionsartige Entgasungen festgestellt. Dampfwolken stiegen bis zu 100 m hoch auf. Die restliche Seismizität war gering und lieferte nur bedingt Hinweise auf Magmenbewegungen im Untergrund, ein Phänomen, das für strombolianisch tätige Vulkane nicht untypisch ist.

Ein Mitarbeiter der Vulkanwarte am Lewotolok, Yeremias Kristianto Pugel, berichtete gestern gegenüber der Lokalpresse, dass die Eruptionen von schwachem Grollen begleitet wurden. Die ausgestoßene Aschesäule erreichte eine Höhe von rund 300 bis 500 Metern über dem Gipfel und war von überwiegend grauer Färbung, durchzogen mit etwas weißem Wasserdampf.

Die Bevölkerung im Umfeld des Vulkans wurde ein weiteres Mal aufgefordert, den Sperrbereich von drei Kilometern um den Gipfel des Lewotolok einzuhalten und beim Aufenthalt im Freien Staubschutzmasken oder andere Schutzausrüstung zu tragen, um sich vor der Asche zu schützen. Zudem sollten Wasserspeicher vorsorglich abgedeckt werden, um eine Kontamination zu vermeiden.

Der Vulkan Ile Lewotolok befindet sich weiterhin auf Warnstufe III.

Unerwartet starke Polarlichter über Deutschland

Polarlichter über weite Teile Deutschlands sichtbar – auch von Oberhausen aus

Letzte Nacht war die Nacht der Nächte, zumindest was die Sichtbarkeit von Polarlichtern über Deutschland und speziell dem Ruhrgebiet betraf: Der starke Sonnensturm, über den ich bereits gestern berichtete, löste einen deutlich stärkeren geomagnetischen Sturm aus als prognostiziert. Statt einen KP von 7 zu haben, brachte er es auf einen KP 8,7, was in den oberen Atmosphärenschichten ein wahres Lichtfeuerwerk auslöste. Tatsächlich stimmten auch bei uns in Oberhausen die Wetterbedingungen, so dass ich zum ersten Mal von meiner Heimat aus ausgeprägte Polarlichter beobachten konnte.




Damit war ich nicht alleine, denn in den sozialen Medien wurden zahlreiche Polarlichtfotos geteilt. Mir wurden auch einige zugesendet, die ich hier nicht alle bringen kann, aber für die ich mich bedanken möchte.

Zusammen mit Leroy, der eigentlich gerade ins Bett gehen wollte, als ich einen Blick aus dem Fenster gen Himmel warf und ein rötliches Schimmern über den Dächern von Oberhausen wahrnahm, sprang ich in den Wagen und fuhr zur einzigen Erhebung weit und breit, die einen freien Blick auf den Nachthimmel des westlichen Ruhrgebietsrand ermöglicht: die alte Abraumhalde der Zeche Haniel im Grenzgebiet zwischen Oberhausen und Bottrop. Gegen 22:30 Uhr erreichten wir den Parkplatz und staunten nicht schlecht, als wir zwischen den Bäumen hindurch tatsächlich ein grünes Polarlichtband wabern sahen, wie wir es sonst nur von Island her kennen. Jetzt hieße es, Beine in die Hand nehmen und den schlammigen Pfad zum Haldengipfel hochstürmen, um freie Sicht auf das Spektakel zu haben. Eine Viertelstunde Später erreichten wir freies Terrain, genau in dem Moment, als sich das schönste Lichtband auflöste. Was für eine herbe Enttäuschung! Doch wenigstens glühte der Himmel im Norden noch farbenfroh, ein seltenes Naturspektakel für die ansonsten durch Lichtverschmutzung und Häuserfronten geblendeten Großstädter.

So schön die Himmelserscheinung eines Nordlichts auch ist, sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass ähnlich wie bei Vulkanen auch am Himmel und im Weltall Schöpfung und Zerstörung dicht beieinanderliegen können. Polarlichter sind Manifestationen ungeheurer Kräfte, die in der Lage sind, der menschlichen Zivilisation ernsthaften Schaden zuzufügen. Die Häufung von Polarlichtern in gemäßigten und sogar südlichen Breiten ist ein Zeichen dafür, dass die Sonne außergewöhnlich aktiv ist und uns noch weitaus stärkere Solarstürme schicken könnte, die Schäden an der Navigations-, Kommunikations- und Energietechnik hervorrufen könnten.