Südafrika: Starke Buschbrände in der Region Western Cape

Waldbrände im Western Cape bedrohen beliebte Auswandererregion in Südafrika

Die Region Western Cape in Südafrika, insbesondere Kapstadt und seine Umgebung, ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für deutsche Auswanderer. Viele schätzen das mediterrane Klima, die landschaftliche Schönheit und die lebendige deutschsprachige Community. Doch aktuell steht diese Traumregion vor einer verheerenden Herausforderung: Die Vegetation auf mehr als 100.000 Hektar Land ist von starken Bränden betroffen, die zahlreiche Häuser zerstört und Massen-Evakuierungen ausgelöst haben. Todesopfer gab es bis jetzt nicht, doch eine junge Frau musste wegen Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.




Die Brände wüten seit mehreren Tagen und haben besonders Gemeinden wie Mossel Bay, Du Noon und Pearly Beach schwer getroffen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen. Feuerwehrkräfte und Militär sind mit Löschhubschraubern und Bodeneinsätzen vor Ort, doch die Flammen breiten sich aufgrund anhaltender Trockenheit und starker Winde rasch aus.

Die Ursachen der Waldbrände sind vielfältig. Die Region erlebt eine typische Sommerhitze mit mediterranem Klima: heiße, trockene Bedingungen, die die Vegetation – vor allem den für das Western Cape typischen Fynbos – leicht entzündlich machen. Der sogenannte Cape Doctor, ein starker Südostwind, trägt zusätzlich zur schnellen Ausbreitung der Feuer bei.

Menschliches Fehlverhalten spielt ebenfalls eine Rolle: Studien zeigen, dass über die Hälfte der Brände durch Fahrlässigkeit ausgelöst werden, etwa durch unachtsam entsorgte Zigaretten oder außer Kontrolle geratene kontrollierte Feuer. Brandstiftung ist zwar ein Faktor, wird aber nicht als Hauptursache für die aktuellen Großbrände genannt.

Der Klimawandel verstärkt die Situation zusätzlich. Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden führen zu einer erhöhten Brandgefahr und intensiveren Feuerperioden, die in den letzten Jahren zugenommen haben.

Die verheerenden Brände im Western Cape treffen eine Region, die nicht nur für Südafrika, sondern auch für viele Deutsche als neues Zuhause gilt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob die Einsatzkräfte die Feuer eindämmen können und wie schnell sich die betroffenen Gemeinden erholen.

Indonesien: Sturzfluten nach Unwettern auf Sulawesi

Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser

Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.




Sturzflut reißt Auto mit

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm, Geröll und Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und andere Güter. Es entstanden große Schäden an Häusern, Brücken und Verkehrswegen. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.

Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.

Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.

In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.

Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.

Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.

Mayon: Zunahme der Hintergrundseismizität

Glühende Schuttlawine am Mayon. © AFAR-TV

Mayon-Vulkan: Unruhe wächst – Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Der Mayon-Vulkan auf den Philippinen zeigt in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme vulkanischer Aktivität, die sowohl Vulkanologen als auch Anwohner in Alarmbereitschaft versetzt. Heute gab PHILVOLCS-DOST ein Sonderbulletin heraus, nach dem es zu einer deutlichen Erhöhung der Signalstärke von Hintergrundbeben gekommen ist, obgleich es nicht zu einer Zunahme vulkanotektonischer Beben kam. Diese Art der Seismizität könnte auf einen verstärkten Magmenaufstieg in einem offenen Förderkanal hindeuten, was in einem erhöhten Domwachstum und einer Zunahme der Aktivität resultiert.

Der perfekt geformte Stratovulkan, der als einer der aktivsten des Landes gilt, hat seit Jahresbeginn eine Phase intensiver Unruhe durchlaufen, die am 6. Januar bereits zur Erhöhung des Alarmstatus auf Stufe 3 führte. Diese Stufe signalisiert einen „erhöhten Hang zu gefährlichen Eruptionen“ und wird von den philippinischen Vulkanologen des DOST-PHIVOLCS nicht leichtfertig ausgegeben.




Die Entwicklung begann bereits am 1. Januar, als die Behörden die Warnstufe von Level 1 auf Level 2 anhoben, nachdem vermehrt Steinschläge und seismische Unruhen registriert worden waren, die infolge des beschleunigten Wachstums des Lavadoms auftraten, bevor Teile davon kollabierten und pyroklastische Dichteströme (PDCs) talwärts rasten, was ein charakteristisches, aber gefährliches Zeichen fortschreitender Aktivität darstellt.

Am 8. Januar bildete sich am Lavadom ein neuer dunkler Bereich aus frischer Lava, begleitet von wiederholten pyroklastischen Strömen, die durch verschiedene Schluchten des Vulkanhangs abgingen, darunter der Miisi- und Bonga-Gully. Diese Ströme können Dimensionen erreichen, die für Menschen und Infrastruktur lebensbedrohlich sind, und die Behörden veranlassten die Evakuierung von tausenden Bewohnern aus den umliegenden Gemeinden.

Trotz der anhaltenden Aktivität zeigen überwachte Parameter ein gemischtes Bild: Zwar stieg die seismische Energie zuletzt spürbar an, doch Bodenverformung und Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, was nahelegt, dass der Vulkan derzeit effusiv („ausfließend“) statt explosiv aktiv ist.

PHIVOLCS warnt jedoch ausdrücklich, dass sich die Lage schnell verschärfen kann, wenn weitere Magmaintrusionen stattfinden. In diesem Fall könnte die Eruption in den kommenden Tagen oder Wochen an Heftigkeit zunehmen. Bis dahin gilt: Rund um den Mayon besteht eine ernsthafte Gefahr durch Lava, Lahare, Gesteinslawinen, pyroklastische Ströme und mögliche Aschewolken – und die Bevölkerung bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft.

Taal: deutliche Zunahme der Seismizität am 11. Januar

Zunehmende Unruhe am Taal-Vulkan: Erdbeben, Gasemissionen und Bodenhebung registriert

Am Taal-Vulkan in der philippinischen Provinz Batangas ist in den vergangenen Tagen eine deutliche Zunahme der seismovulkanischen Aktivität beobachtet worden: Nachdem es am Freitag zu 2 kleinen phreatischen Eruptionen aus dem Kratersee auf Volcano Island gekommen war, steigerte sich am Samstag die Erdnebenaktivität: Nach Angaben der Überwachungsbehörden wurden 20 vulkanische Erdbeben registriert, darunter 14 vulkanische Tremor-Episoden, die zwischen einer und 125 Minuten andauerten. Die Messwerte deuten auf eine erneute Unruhe im Vulkansystem hin, bei der sich der Druck im Fördersystem erhöht. Die Gefahr weiterer phreatischer Eruptionen steigt somit.

Taal-Archivbild

Generell gab es im letzten Jahr Hinweise auf ein Abkühlen des Vulkansystems am Taal, obwohl es zugleich eine Häufung phreatischer Eruptionen gab, was allerdings kein Widerspruch sein muss: Neuere Studien belegen, dass es während Abkühlungsphasen zu einer Zunahme phreatischer Eruptionen kommen kann, da der Druck durch Verschließung von Poren und Klüften in einem Hydrothermalsystem zunehmen kann. Der zuletzt am 19. Februar 2025 gemessene pH-Wert des Wassers im Kratersee lag bei 0,3, was weniger sauer war als noch ein Jahr zuvor. Auch die Wassertemperatur verringerte sich und wurde am 20. November 2025 mit 58,1 Grad Celsius angegeben. Mit Spannung darf man die neuen Messungen erwarten, die in den nächsten Wochen stattfinden sollten.

Was gegen eine Abkühlung des Systems spricht, ist eine weiterhin anhaltende Inflation von Teilen des Inselvulkans, die sich in Form einer leichten Bodenhebung widerspiegelt. Diese Deformation wird üblicherweise mit Druckaufbau im flachen Magmareservoir in Verbindung gebracht, wobei es aber auch ein Effekt des Hydrothermalsystems sein kann.

Die Kombination der Messwerte unterstreicht, dass sich der Taal-Vulkan weiterhin in einem Zustand erhöhter Unruhe befindet. Die Behörden setzen die engmaschige Überwachung fort und weisen darauf hin, dass plötzliche Dampf- oder Ascheeruptionen auch ohne längere Vorwarnzeit möglich sind. Das Betreten von Volcano Island bleibt verboten.

Island: Schwarmbeben vor Reykjanes am 11. Januar

Schwarmbeben erschüttert Reykjanes-Ridge vor Südwestspitze von Island – stärkstes Beben Mb 3,7

In den frühen Morgenstunden des 11. Januars 2026 begann vor der Südwestspitze von Reykjanes auf Island ein Schwarmbeben. Erste schwache Erdstöße wurden um 05:06 UTC registriert. Die beiden stärksten Erschütterungen der Sequenz ereigneten sich gegen 06:23 UTC und erreichten die Magnituden 3,7 und 3,4. Die Hypozentren lagen in geringer Tiefe. Die Epizentren wurden etwa 65 Kilometer südwestlich der kleinen Insel Eldey lokalisiert, wo sie einen Cluster bilden. Die kleine Insel vulkanischen Ursprungs befindet sich auf dem Reykjanesrücken und liegt rund 15 Kilometer vom Leuchtturm bei Reykjanestá entfernt. Die Erdbeben beschränken sich jedoch nicht nur auf diesen Cluster, sondern erstrecken sich entlang der kontinentalen Naht des Rückens bis zur Spitze von Reykjanes. Insgesamt gab es bislang 75 Beben. Der Schwarm ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beendet.




Schwarmbeben. © IMO

Die Erdbeben können rein tektonischen Ursprungs sein, wobei nicht auszuschließen ist, dass magmatische Fluide oder die Bodenhebung bei Svartsengi Spannungen im Untergrund verursachen, die letztlich die Beben auslösen. Die Seismizität bei Svartsengi selbst ist weiterhin gering, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Magma seinen finalen Aufstieg begonnen hat. Allerdings wurden einige Tage vor den letzten Ausbrüchen ähnliche Schwarmbeben entlang des Reykjanesrückens beobachtet, sodass durchaus ein Zusammenhang zwischen den Beben und möglichen Eruptionen bestehen kann.

Die Bodenhebung bei Svartsengi setzt sich auf niedrigem Niveau fort, beschleunigte sich jedoch in der zweiten Dezemberhälfte leicht und liegt derzeit bei etwa 1 mm pro Tag. Vom tiefen Magmenspeicher aus dürften etwas mehr als 1 Kubikmeter Magma pro Sekunde in das flachere Reservoir unter Svartsengi aufsteigen und sich dort akkumulieren. Der Druckaufbau erfolgt langsam, was Prognosen zu einem möglichen Ausbruch erschwert.

Die Betreiber des Kraftwerks Svartsengi veröffentlichten gestern ihre Pläne, in der Nähe der Kraterreihe Eldvörp Bohrungen vorzunehmen, um dort Erdwärme zu erschließen. Die Bohrlöcher sollen über Leitungen mit dem Geothermalkraftwerk verbunden werden. Die neue Anlage soll 2029 in Betrieb gehen. Offenbar sieht man dort derzeit keine akute Ausbruchsgefahr mehr, obgleich es auch in diesem Gebiet westlich von Svartsengi Bodenhebungen gibt.

Kilauea: Vulkan bereitet sich auf Ausbruch No 40 vor

Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu

Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten.  Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.




Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.

Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.

Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.

Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.

Barren Island mit Ascheeruptionen am 10. Januar

Barren Island weiterhin aktiv: Indischer Inselvulkan zeigt Asche-Schübe

Im entlegenen Andamanischen Meer bleibt der Barren Island Volcano, der einzige historisch aktive Vulkan Indiens, auch Anfang Januar 2026 aktiv. Wie aus einer VONA-Meldung des VAAC Darwin hervorgeht, eruptierte der Vulkan heute Vulkanasche bis auf 1200 Metern Höhe. Neue Satellitenbeobachtungen zeigen zudem, dass der Flankenschlot der seit Mitte November 2025 fließenden Lava-Ströme zwar weiterhin thermisch aktiv ist, die Lavafront an der Küste aber zum Erliegen gekommen ist und der Lavastrom abkühlt.

In den letzten Wochen emittiert der Barren Island sporadisch Aschewolken, die Partikel bis in Höhen von rund 1.200 Metern (FL040) erreichen und von den VAAC-Darwin-Warnstellen erfasst werden. Diese Asche-Ausbrüche wurden in den jüngsten VAAC-Advisories am 10. Januar 2026 mehrfach bestätigt, wobei sich die Aschewolken demnach vorwiegend nach Westen und Südwesten über dem offenen Meer bewegten.

Geologen werten das Geschehen als eine kombinierte explosive-effusive Phase: Neben den Lavaflüssen am Nordhang zeigt der Vulkan an seinem zentralen Krater weiterhin strombolianische Aktivität, begleitet von Asche- und Gasemissionen.

Die gesamte Insel ist unbewohnt und wird ausschließlich über Fernerkundung und Satellitendaten überwacht, weshalb Bodenmessungen fehlen. Doch die konsistenten thermischen Signale im Infrarot und die wiederkehrenden VAAC-Meldungen deuten unmissverständlich auf anhaltende vulkanische Aktivität hin.

Barren Island liegt rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair im Bundesstaat Andamanen und Nikobaren und ist Teil eines tektonisch sehr aktiven Bereichs entlang der Grenze zwischen der Indo-Australischen und der Burma-Platte. Diese Plattengrenze begünstigt Magmenaufstieg und wiederholte Eruptionsphasen, wie sie auch in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach beobachtet wurden.

Für die zivile Schifffahrt und den Luftverkehr bleibt die Region aufgrund der unregelmäßigen Aschewolken ein Bereich, der aufmerksam überwacht werden muss. Kleinere Schiffe sind nicht unmittelbar gefährdet, doch für Flugzeuge besteht nach wie vor ein Risiko durch Asche in niedrigen Flugschichten, wie die jüngsten Advisory-Berichte zeigen.

Insgesamt lässt sich festhalten: Die vulkanische Aktivität am Barren Island ist auch Anfang 2026 nicht abgeklungen, sondern setzt sich mit Lavaflüssen und wiederkehrenden Ascheausstößen fort.

Mayon: Lavadomwachstum generiert pyroklastische Ströme

Starkes Domwachstum am Mayon – 90 pyroklastische Ströme innerhalb von 24 Stunden

Am philippinischen Vulkan Mayon wird weiterhin eine signifikante eruptive Aktivität beobachtet, geprägt durch Lavadom-Wachstum, wobei sich eine Lavazunge bildet, die über den eigentlichen Kraterbereich hinauswächst Die Seiten und Fronten solcher Lavazungen, bei denen es sich im Endeffekt um kurze Lavaströme handelt, sind äußerst instabil. Dadurch kommt es zu zahlreichen Abbrüchen, die Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Ströme generierten.  In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 150 Felsstürze nebst Schuttlawinen sowie etwa 90 pyroklastische Dichteströme registriert, was die anhaltende Instabilität im Gipfelbereich widerspiegelt.




Von den Ereignissen kursieren zahlreiche Aufnahmen im Netz, die überwiegend von Anwohnern online gestellt wurden. Darüber hinaus berichten die Vulkanologen von PHILVOLCS, dass im Kraterbereich inzwischen mit bloßem Auge deutliches Kraterglühen zu beobachten ist – in der vergangenen Woche war das nur mit Hilfe von Teleskopen möglich. Dies belegt zusätzlich der beschriebenen Phänomenologie die oberflächennahe, hochtemperierte Magmaaktivität.

Die Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) lagen am 8. Januar 2026 bei etwa 195 Tonnen pro Tag. Obwohl die Daten für einen aktiven Vulkan, der in Eruption begriffen ist, nicht sonderlich hoch sind, bestätigen die Emissionen eine fortgesetzte Entgasung des aufsteigenden Magmas. Zusätzlich steigt von den pyroklastischen Dichteströmen Vulkanasche auf, die eine Höhe von rund 500 Metern über Gipfelhöhe erreicht und auch VONA-Warnungen hervorruft. Die Asche- und Gasemissionen drifteten überwiegend in westnordwestliche bis südwestliche Richtung.

Messungen zur Bodenverformung zeigen, dass sich das Vulkangebäude weiterhin aufbläht, was auf Magmazufuhr in flacheren Reservoirebenen schließen lässt. Aktuell wurden keine vulkanischen Erdbeben mit ausreichenden Standortdaten erfasst.

Der Zutritt zur permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von 6 Kilometern um den Gipfel ist weiterhin strikt untersagt. Ebenso ist das unbefugte Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) nicht erlaubt. Der Flugverkehr in der Nähe des Vulkans sollte vermieden werden.

Zu den derzeit relevanten Risiken zählen Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, das Auswerfen geballter vulkanischer Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen in den Abflussrinnen des Vulkans.

Argentinien: Starke Waldbrände in Patagonien

Patagonien in Flammen: Starke Waldbrände zwingen Tausende zur Flucht

In Argentiniens Patagonien kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen schwere Waldbrände. Besonders betroffen ist die Provinz Chubut, wo sich die Flammen durch trockene Wälder und Buschlandschaften gefressen haben. Tausende Hektar Vegetation sind bereits verbrannt, mehr als 3 000 Menschen mussten ihre Häuser und Ferienunterkünfte verlassen. Rauchschwaden liegen über beliebten Natur- und Tourismusgebieten, Straßen wurden zeitweise gesperrt und Ortschaften evakuiert.

Patagonien

Waldbrände sind in Patagonien grundsätzlich kein neues Phänomen. Die Sommermonate zwischen Dezember und Februar sind typischerweise trocken, begleitet von starken Winden, die Feuer rasch verbreiten und außer Kontrolle geraten lassen können. In diesem Sinne sind Brände durchaus jahreszeitlich bedingt. Neu ist jedoch ihre Intensität, Ausdehnung und Häufigkeit.

Meteorologen verweisen auf eine Kombination mehrerer Faktoren: eine langanhaltende Dürre mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und kräftige Winde aus den Anden. Ein einzelnes, klar benennbares Klimaphänomen wie El Niño steht diesmal nicht eindeutig im Vordergrund der Katastrophenursache. Stattdessen handelt es sich um eine gefährliche Häufung extremer Wetterbedingungen, die den Boden und die Vegetation stark austrocknen. Hinzu kommt, dass die Behörden in mehreren Fällen Brandstiftung oder fahrlässiges menschliches Handeln nicht ausschließen.

Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Steigende Durchschnittstemperaturen verlängern die Trockenperioden, Schnee- und Gletscherschmelze setzen früher ein, und die Böden verlieren zunehmend Feuchtigkeit. Studien zeigen, dass Feuer in Südpatagonien heute schneller wachsen und schwerer zu kontrollieren sind als noch vor wenigen Jahrzehnten. Was früher ein lokales Ereignis war, entwickelt sich immer häufiger zu einer regionalen Krise.

Die aktuellen Brände sind daher kein bloßer „normaler Sommerbrand“. Sie stehen exemplarisch für eine neue Realität, in der klimatische Veränderungen bekannte Naturgefahren verschärfen. Für Patagonien bedeutet das nicht nur ökologische Schäden, sondern auch wachsende Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und Tourismus. Die Flammen dieses Sommers sind ein Warnsignal, das weit über Argentinien hinaus gilt. Der Kampf gegen den Klimawandel ist durch wachsende politische Unsicherheit und gezielte Sabotage der US-amerikanischen Politik unter Trump in den Hintergrund getreten. Die Chancen, für zukünftige Generationen das Schlimmste abzuwenden, schwinden täglich.