Campi Flegrei: Doppelschlag und zahlreiche Mikrobeben

Links Campi Flegrei, rechts der Vesuv. Dazwischen Neapel. © INGV

Erdbebenaktivität in den Campi Flegrei bleibt sehr hoch – Doppelschlag überlagerte sich

Der Calderavulkan Campi Flegrei kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil, in den letzten Tagen war die seismische Aktivität sehr hoch. Zwar blieben stärkere Erdbeben mit Magnituden über 3 aus, doch dafür wurden seit gestern über 70 schwache Erschütterungen detektiert. Ein Doppelschlag von Erdbeben mit den Magnituden 2,7 und 2,6, die in nur 11 Sekunden Abstand hintereinander erfolgten, erzeugte auf dem Seismogramm einen Ausschlag, der zunächst an ein stärkeres Erdbeben denken ließ.



Seismogramm. © INGV

Erst die genaue Analyse des Geschehens machte klar, was hinter dem Signal hoher Amplitude stand. Natürlich wurden die beiden Erschütterungen wieder von den Anwohnern der Caldera verspürt. Auch die Epizentren der beiden Beben lagen dicht beieinander und wurden kurz vor der Küste ausgemacht. Die Hypozentren befanden sich in geringen Tiefen.

Ein weiteres Erdbeben Md 2,2 ereignete sich vorgestern an einer bekannten Störungszone, die sich durch den Offshorebereich der Caldera zieht. Das Beben lag in einer Tiefe von mehr als 4 Kilometern, was darauf hindeutet, dass es hier aufgrund magmatischer Prozesse unterhalb des Hydrothermalsystems Gesteinsbruch gibt. Die Störung ist eine signifikante Schwächezone im Calderadach, die man gut unter Beobachtung halten sollte.

Die Vorgänge rufen nicht nur geologische Verwerfungen hervor, sondern auch politische. Vor allem wird kritisiert, dass die Meloni-Regierung versprochene finanzielle Hilfen bis jetzt nicht erfüllt hat, wodurch mehrere Projekte zum Schutz der Infrastruktur ins Stocken gekommen sind. Der Abgeordnete der Fünf-Sterne-Bewegung, Antonio Caso, erkundigte sich beim zuständigen Minister Musumeci nach dem genauen Umsetzungsstand. Die zentralen Maßnahmen betreffen die Erdbebensicherheit und sehen unter anderem funktionsfähige Gemeindezentren, die Sanierung gefährdeter Gebäude, Arbeiten an Schulen und Sporthallen sowie die Sicherung von Fluchtwegen vor. Caso verlangt Klarheit darüber, welche Projekte bereits begonnen wurden, wo es Schwierigkeiten gibt und welche finanziellen Mittel die betroffenen Gemeinden tatsächlich erhalten haben. Zusätzlichen Druck erzeugt das baldige Auslaufen des CAS-Zuschusses für autonomes Wohnen, der zahlreiche Familien in eine prekäre Lage bringen könnte. Caso fordert deshalb mehr Tempo, Transparenz und verlässliche Planung, da die Region nicht länger warten könne.

Es gibt also nicht nur in Deutschland – wo man über 16 Jahre lang an einem Bahnhof in Stuttgart baut – strukturelle Probleme, Fehlkalkulationen, überbordende Bürokratie und nicht eingehaltene Versprechen.

Piton de la Fournaise: Zunahme der Seismizität seit 26. November

Vulkanerwachen auf La Réunion – Seismizitätsanstieg am Piton de la Fournaise beunruhigt Vulkanologen

Auf der französischen Insel La Réunion sorgt eine Zunahme der seismischen Aktivität unter dem Gipfel des Schildvulkans Piton de la Fournaise derzeit für Sorgen unter Vulkanologen: Seit dem 26. November registrieren die Überwachungsstellen des OVPF-IPGP deutlich mehr Erdbeben im Bereich des Vulkans. Die Häufigkeit der Erdbeben verdreifachte sich von einem Ereignis pro Stunde auf über drei pro Stunde. Der Vulkan könnte sich auf einen neuen Ausbruch vorbereiten und damit eine ungewöhnlich lange Eruptionspause beenden.




Der Piton de la Fournaise gilt als einer der aktivsten Vulkane weltweit. Der Vulkan aus Basaltlava erhebt sich 2632 Meter über dem Meeresspiegel und gehört zu jenen Vulkangiganten, die regelmäßig ausbrechen. Die Eruptionen erfolgen meistens in Form ruhiger Lavaströme, die aber in seltenen Fällen bis zur Küste hinabreichen können. Die meisten Eruptionen spielen sich jedoch innerhalb der großen Caldera – der Enclos Fouqué – ab, was das Risiko für die Bevölkerung in besiedelten Gebieten relativ gering hält.


Seit der letzten Eruption im Juli/August 2023 herrschte eine vergleichsweise lange Ruhephase, was für einen Vulkan mit durchschnittlich zwei Ausbrüchen pro Jahr ungewöhnlich lange ist.

Doch nun deuten die aktuell verstärkten Erschütterungen unterhalb des Gipfels auf einen Druckaufbau im oberflächennahen Magmareservoir hin. Solche Entwicklungen können auf eine bevorstehende Eruption hindeuten. In der Vergangenheit begann eine Phase erhöhter Seismizität oft eine Woche vor einem Ausbruch. Allerdings ist ein Ausbruch nicht garantiert: Es kann unter Umständen Monate dauern, bis der Druck eine kritische Schwelle erreicht – oder sich der Zustand ohne Eruption wieder stabilisiert.

Das OVPF-IPGP hat daher seine Wachsamkeit erhöht und die Situation intensiv im Blick. Sollten neue alarmierende Zeichen wie Bodenhebungen oder anhaltender Tremor auftreten, könnten Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Bereits jetzt gilt die Aufforderung, dass sich Wanderer innerhalb der Caldera nur auf Wegen aufhalten sollten. Bewohner und Touristen werden aufgerufen, die Hinweise der Behörden aufmerksam zu verfolgen.

Normalerweise lösen Eruptionen einen wahren Ansturm an Schaulustigen aus, die zum Caldera-Rand pilgern, um die Eruptionen zu beobachten. Früher durfte man oft auch die Caldera betreten. In den letzten Jahren wurden aber auch hier die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt, was bei echten Vulkanspottern Frustration verursacht!

Stromboli: Lavaüberlauf am 29. November

Stromboli. © Livecam, Ki-verbessert

Erneuter Lavaüberlauf am Stromboli – Viertes Ereignis im November

Heute Nacht kam es auf der Lipareninsel Stromboli erneut zu einem Überlaufen der Lava aus zwei Schloten im Norden des Kraterbereichs, wobei ein Lavastrom entstand, der im oberen Bereich der Sciara del Fuoco unterwegs war. Es ist das 4. Lavaüberlaufereignis in diesem Monat.



Thermalcam Stromboli. © INGV

Wie das Ätna-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) heute Nacht meldete, registrierten Überwachungskameras den Lavaausbruch gegen 00:35 UTC. Dabei bildet sich ein Lavastrom im oberen Abschnitt der Sciara del Fuoco, der durch eine tiefe Rinne abfloss, die praktisch nur von der Seeseite aus einsehbar ist. Der Ausbruch wurde durch einen anhaltenden Lavafluss aus mindestens zwei Öffnungen im Nordkraterbereich gespeist. Die strombolianische Tätigkeit ging auch während der effusiven Eruptionsphase weiter. Der Lavaüberlauf ist inzwischen wieder beendet.

Aus seismologischer Sicht bewegte sich die durchschnittliche Tremoramplitude auch während des Ereignisses im mittleren Bereich. Weder Häufigkeit noch Stärke der Explosionsbeben haben nennenswerte Veränderungen gezeigt und bewegten sich auf niedrigem Niveau. Die Messdaten zur Bodenverformung blieben genauso unauffällig.

Doch bereits vor 2 Tagen wurden in unserer FB-Gruppe Livecambilder vom Stromboli geteilt, die auf eine rege Explosionstätigkeit hinweisen. Zudem kam es offenbar zu Episoden mit Lavaspritzern (Lavaspattering), die immer dann auftreten, wenn sich Lavaüberläufe oder Paroxysmen anbahnen.

Über eine hohe Explosionshäufigkeit war schon im letzten INGV-Wochenbericht für die KW 47 zu lesen gewesen. Dort heißt es, dass die Häufigkeit der Explosionen zwischen 10 und 26 Ereignisse in der Stunde schwankte. Auch in dieser Woche war es zu einem Lavaüberlauf gekommen und die Vermutung liegt nahe, dass die meisten Explosionen vor bzw. während der Überlaufphase stattfanden.

Auffällig war auch, dass teils sehr hohe Kohlendioxid-Emissionen gemessen wurden. Zum einen traten diese im Bereich des Pizzos auf, zum anderen wurden sie auch in Brunnenwässern im Ort nachgewiesen. Hohe Kohlendioxidwerte zeigen, dass sich in der Tiefe viel Magma akkumuliert. Möglicherweise steuert man auf Stromboli wieder eine Phase mit Paroxysmen entgegen.

Flutkatastrophe Thailand und Indonesien: Opferzahlen steigen

Teile Südostasiens von schwerer Flutkatstrophe getroffen – Opferzahlen steigen deutlich

Heftiger Monsunregen traf in Südostasien auf einen tropischen Sturm und verstärkten sich gegenseitig. So wurde in Teilen von Indonesien, Thailand und Malaysia eine der verheerendsten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ausgelöst. Manche Quellen sprechen von den schlimmsten Fluten seit 300 Jahren, also seit dem Beginn der systematischen Klimaaufzeichnungen. Innerhalb einer Woche wurden ganze Landstriche überflutet, Ortschaften zerstört und lebenswichtige Verkehrswege unpassierbar gemacht. Insgesamt kamen in den drei Ländern mindestens 400 Menschen ums Leben, mehr als 100 Personen gelten weiterhin als vermisst. Die Anzahl der Opfer steigt stetig, und es ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, da viele betroffene Gebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten sind.




Besonders dramatisch ist die Lage auf der indonesischen Insel Sumatra. Dort führten sintflutartige Regenfälle zu massiven Überschwemmungen und Erdrutschen. Die nationale Katastrophenschutzbehörde meldete bereits 248 bestätigte Todesopfer, während mehr als 75.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Ganze Dörfer wurden zerstört, Flüsse traten über die Ufer und rissen Menschen, Tiere und Gebäude mit sich. In mehreren Regionen sind Rettungsteams durch eingestürzte Brücken, überflutete Straßen und fehlendes schweres Gerät stark eingeschränkt. Hilfsflugzeuge versuchen, Versorgungsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen, doch die logistischen Herausforderungen bleiben enorm.

Python in Thailand

Auch Thailand erlebt außergewöhnlich schwere Überschwemmungen. In Hat Yai, einem wichtigen Handels- und Verkehrsstandort im Süden des Landes, erreichte das Hochwasser stellenweise Pegelstände von mehr als zweieinhalb Meter. Krankenhäuser arbeiteten zeitweise ohne stabile Wasser- und Stromversorgung, und ganze Stadtviertel standen unter Wasser. Über 3,5 Millionen Menschen sind dort von den Folgen der Fluten betroffen. Die Zerstörung von Infrastruktur sowie die langsame Versorgung abgeschnittener Gemeinden verschärfen die Notlage. Millionen Menschen sind von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Es herrscht Seuchengefahr, da auch die Kanalisationen überflutet wurden und das Abwasser an die Oberfläche gelangte.

In den sozialen Medien geteilte Fotos zeigen nicht nur Überflutete Landschaften und Menschen, die auf Rettung warten, sondern auch allerlei Getier, dass mit den Fluten in die Siedlungen gelangte. Darunter diese Python.

Malaysia blieb zwar weniger stark betroffen, verzeichnete aber dennoch Todesopfer und zehntausende Menschen, die in Notunterkünften Schutz suchen mussten. Auch dort führte der ununterbrochene Starkregen zu großflächigen Überflutungen.

Meteorologen machen veränderte Wetter- und Sturmzyklen für die außergewöhnliche Intensität der Monsunregen verantwortlich. Klimabedingte Veränderungen lassen längere und heftigere Regenperioden erwarten, was das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und humanitären Krisen in der Region weiter erhöht. Die betroffenen Länder stehen damit vor langfristigen Herausforderungen, die weit über die akute Katastrophenbewältigung hinausreichen.

Island: Nächtliches Schwarmbeben bei Reykjanestá

Erdbebenschwarm erschüttert Südwestspitze von Reykjanes – stärkstes Beben Mb 3,3

Datum: 28.11.2025 | Zeit: 23:13:49 UTC | Koordinaten 63.629 ; -23.503 | Tiefe: 10 km | Mb 3,3

In der Nacht zum Samstag wurde das Reykjanes-Spaltensystem von mehreren Erdbeben an 2 Lokationen erschüttert. Zuerst bebte es 12.0 km westsüdwestlich von Geirfugladrangur, in der Nähe der kleine Insel Eldey. Hier manifestierte sich um 23:13:49 UTC das stärkste Beben der Serie: es hatte eine Magnitude von 3,3 und ein Hypozentrum in 10 Kilometern Tiefe. Es gab an dieser Stelle noch einige schwächere Erdbeben. In den Frühen Morgenstunden des Samstags ereignete sich dann kurz vor der Küste von Reykjanestá ein kleines Schwarmbeben. Hier gab es 12 Beben. Die beiden stärksten hatten die Magnituden 2,5 und 2,4. Die restlichen beben lagen im Bereich der Mikroseismizität.

Reykjanes. © IMO

Das Reykjanes-Spaltensystem – und besonders der Offshore-Teil – ist mit dem mittelatlantischen Rücken assoziiert, der sich auf der Reykjanes-Halbinsel an Land fortsetzt. Die Beben hier können rein tektonischer Natur sein, aber auch mit Fluidbewegungen im Zusammenhang stehen. Ebenfalls Fluidgesteuert könnte ein Mikrobeben unter Grindavik im benachbarten Svartsengi-Spaltensystem gewesen sein. Interessanterweise bebt es hier momentan am häufigsten unter der leidgeplagten Stadt, die vor 2 Jahren von starken Erdbewegungen heimgesucht und schwer beschädigt wurde. Generell bewegt sich die Seismizität im Svartsengigebiet auf niedrigem Niveau, obwohl sich hier der Boden hebt. Dass lässt darauf schließen, dass alles was tektonisch brechen konnte bereits gebrochen ist. Nach wie vor bleibt die Unsicherheit groß, wann es zum nächsten eruptiven Ereignis kommen wird.

Wandern wird auf unserer gedanklichen Reise auf Reykjanes ein Vulkansystem weiter nach Westen, sehen wir, dass es heute im Bereich des Fagradalsfjall eine leicht erhöhte Seismizität gibt: hier wurden 3 Mikrobeben detektiert. Ruhiger ist es indes im Krysuvik-System geworden, wo in den letzten 24 Stunden nur 2 Erschütterungen hinzu kamen.

Insgesamt registrierte IMO im Bereich des Reykjanes-Rückens innerhalb von 48 Stunden 40 Erschütterungen – kein Spitzenwert, aber ein Anzeichen, dass die seismovulkansiche Aktivität der Region weiter geht, auch wenn es im Jahresverlauf ruhiger geworden ist.

Soufrière-Hills-Vulkan: Vorabveröffentlichung des Jahresberichts

Soufrière Hills im Jahr 2010. © Marc Szeglat

Soufrière Hills weiter unruhig – Vulkan kühlt nur langsam ab

Die Aktivität des Soufrière Hills auf Montserrat bleibt weiterhin auf einem niedrigen Unruheniveau und entspricht weitgehend dem seit 2019 beobachteten Zustand. Dies berichtet das Vulkanobservatorium Montserrat in einem Vorabbericht zum langsam auslaufenden Jahr. Seit 2019 registriert man am Vulkan eine erhöhte Zahl vulkanotektonischer Erdbeben, ergänzt durch eine seit 2024 erhöhte Anzahl niederfrequenter Erdbeben. Diese Parameter haben sich im vergangenen Jahr kaum verändert. Der Vulkan, der 1995 wieder zum Leben erwachte und letztendlich die Inselhauptstadt Plymouth zerstörte, kühlt nur langsam ab und könnte jederzeit wieder aktiver werden.




Im Dezember 2024 wurde ein kurzer, aber ungewöhnlich intensiver Erdbebenschwarm verzeichnet, der als Hinweis auf weiterhin aktive magmatische Prozesse gilt. Die Bodenverformungen zeigen jedoch, dass sich die Aufblähung des Vulkankegels im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt hat. Die SO₂-Emissionen bewegen sich mit durchschnittlich etwa 300 Tonnen pro Tag im langjährigen Mittel, während die Fumarolentemperaturen am Lavadom mit Werten zwischen 200 und 440 Grad Celsius weiterhin leicht rückläufig sind.

Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass der Druck im Magmareservoir zwar erhöht bleibt, sich die tiefer liegenden Prozesse jedoch verlangsamen und abklingen könnten. In anderen Vulkansystemen kann eine solche Abkühlung flacher Entgasungswege zu deren Versiegelung führen, was kurzfristig das Risiko phreatischer Explosionen erhöht, die allerdings meist nur die oberen Bereiche des Vulkans betreffen. Schwerwiegendere Ereignisse, wie pyroklastische Ströme, gelten als wenig wahrscheinlich, solange keine vorherige Aktivitätssteigerung stattfindet, die Warnzeichen mit sich bringen wird. Eine solche Aktivitätssteigerung ist jederzeit möglich.

Plymouth. © Marc Szeglat

Der Soufrière Hills ist ein 1150 m hoher dombildener Stratovulkan, der zuletzt 2010 und davor im Jahr 1995 ausgebrochen war. Die Eruptionen waren durch Domwachstumg gekennzeichnet, dass mehrere Jahre lang anhielt. Die Eruptionen brachten gewaltige pyroklastische Ströme und Lahare hervor, die überwiegend in Richtung Südwesten abflossen und teilweise bis auf das Meer hinausliefen. Bei der letztgenannten Eruption wurde die Inselhauptstadt Plymouth zuerst evakuiert und dann zerstört. Die Stadt wurde aufgegeben, da sie unbewohnbar ist. Die Bevölkerung lebt heute größtenteils im Norden der Insel.

Die Überwachung des Vulkans bleibt angesichts der potenziellen Gefahren unverzichtbar, um rechtzeitig auf eine mögliche Wiederaufnahme intensiverer Eruptionen reagieren zu können.

Sakurajima: Vulkanasche trieb auf Livecam zu

Sakurajima eruptierte eine Aschewolke – starker Wind trieb sie auf die Livecam zu

Auf Kyushu in Japan ist der Sakurajima weiterhin aktiv und förderte mehrere Aschewolken, die zuletzt bis auf eine Höhe von 2100 m über dem Meeresspiegel aufgestiegen waren und vom starken Wind in Richtung Südosten geweht wurden. Dabei wurde die Asche zu Boden gedrückt und trieb direkt auf eine Livecam zu. Die Behörden warnten vor Ascheniederschlag und gaben entsprechende Hinweise aus. Besonders gefährlich kann es für Autofahrer werden, denn Asche auf der Fahrbahn macht diese rutschig und verlängert den Bremsweg.

Lapilli und größere Lavabrocken verteilten sich in einem Umkreis von gut 1 Kilometer um den Hauptkrater Minamidake. Der Showadake ist weiterhin inaktiv, dampft aber zeitweise. Dem JMA zufolge erreichte die Aschewolke eine Höhe von gut 1000 m über dem Krater, was sich mit den VONA-Angaben deckt.

Das JMA brachte heute Nachmittag einen neuen Bericht für den Beobachtungszeitraum 24. bis 28. November 2025 heraus, jeweils bis nachmittags heraus. In dieser Periode wurden am Minamidake-Gipfelkrater fünf Ausbrüche registriert, darunter zwei Explosionen. Größere ausgeworfene Gesteinsbrocken erreichten dabei den Bereich der 7. Messstation, etwa 600 Meter vom Kraterrand entfernt.

Eine Explosion am 27. November um 02:23 Uhr nachts erzeugte eine Feuersäule, die rund 30 Meter über den Kraterrand hinausragte. Auch nachts wurde der Krater mit hochempfindlichen Sensoren überwacht: Auf Videoaufzeichnungen sind Flammenaustritte sichtbar.

Vulkanische Erdbeben traten nur in geringer Zahl auf, teilweise begleitet von spürbaren Erschütterungen.

Eine am 25. November durchgeführte Messung ergab eine außergewöhnlich hohe Schwefeldioxid-Emission von 4.500 Tonnen pro Tag, die um 1000 Tonnen höher ausfiel als bei der letzten Messung vom 17. November.

Langfristige GNSS-Messungen entlang der Aira-Caldera (innerhalb der Kagoshima-Bucht) zeigen eine fortschreitende Bodenhebung durch Magmenansammlung in größerer Tiefe. Diese Prozesse dauern bereits seit längerer Zeit an.

Die anhaltend hohen Gasemissionen und die magmatische Aktivität lassen darauf schließen, dass die vulkanische Unruhe weiter bestehen wird. Der Alarmstatus „3“ wird aufrechterhalten. Es gilt ein Besteigungsverbot des Vulkans.

Island: Schwarmbeben am Öræfajökull

Schwarmbeben erschütterte den Öræfajökull im Vatnajökull-Gebiet

In der Nacht zum Mittwoch begann am höchsten Vulkan Islands – dem Öræfajökull – ein Schwarmbeben, das sich bis jetzt aus 16 schwachen Erschütterungen zusammensetzt und sich auch heute Vormittag mit einzelnen Beben fortsetzt. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2,1 und ein Hypozentrum in 4,2 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde 26,8 km nördlich von Hvannadalshnjúku verortet.

Öræfajökull

Erdbeben in dieser Vulkanregion des Vatnajökulls sind nicht völlig ungewöhnlich, kommen aber nicht so häufig vor wie etwa unter Bardarbunga oder Gimsvötn. Im Jahr 2018 gab es allerdings eine Phase signifikant erhöhter Aktivität, als es zu zahlreichen Schwarmbeben kam, die durch Bodenhebung ausgelöst wurden. Damals fürchtete man einen Ausbruch des Vulkans und erhöhte den Alarmstatus, doch nach einigen Monaten entspannte sich die Situation wieder.

Es bleibt abzuwarten, ob das Schwarmbeben ein isoliertes Ereignis bleibt oder ob sich in den nächsten Wochen vergleichbare Ereignisse wiederholen. Dann könnten die Beben andeuten, dass der Öræfajökull weiter auflädt.

Ähnlich verhält es sich mit einem weiteren subglazialen Vulkan Islands: Katla liegt unter dem Gletscher Mýrdalsjökull und zeigt ebenfalls immer wieder Phasen mit erhöhter Schwarmbebenaktivität. Anders als am Öræfajökull vermuten Wissenschaftler, dass es hier bereits zu kleineren Eruptionen unter dem Eis kommt. Diese bringen Gletscherfluten von Schmelzwasser hervor, wie sie zuletzt im Sommer festgestellt wurden. Unter dem Myrddalsjökull ereigneten sich in den letzten Stunden 12 schwache Erschütterungen – zu wenige, um auf einen subglazialen Vulkanausbruch hinzuweisen, genug, um den anhaltenden Aufheizungsprozess der Katla zu bestätigen.

Situation auf Reykjanes unverändert

Dagegen gibt es im Svartsengi-Gebiet auf Reykjanes immer noch wenige Erdbeben: Zwar werden täglich ein bis zwei Erschütterungen registriert, doch diese geben keinen Anlass zu glauben, dass die erwartete Eruption in Kürze beginnen wird. Die Bodenhebung hält aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau an.

Im benachbarten Krysuvik-System gibt es zwar weiterhin eine erhöhte Seismizität, doch die Subsidenz (Bodensenkung) hat aufgehört und in den letzten Wochen ist sogar eine leichte Bodenhebung zu erkennen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Eruptionswahrscheinlichkeit im Svartsengi-Gebiet weiter hoch ist. Dennoch gibt es Anzeichen, dass sich der Magmenaufstieg aus der Tiefe reduziert hat. Möglicherweise, weil der Gegendruck im flachen Speichersystem zu groß geworden ist. Die Tätigkeit unter Krysuvik könnte aber auch andeuten, dass sie die Prozesse und Druckverhältnisse im tiefen Magmenkörper, dessen Zentrum unter Fagradalsfjall liegt, geändert haben. In diesem Fall sind zuverlässige Prognosen, wie es auf Reykjanes weitergeht, unmöglich zu erstellen.

Azoreninsel Terceira: Erhöhung der Alarmstufe auf V3 im Westen

Alarmstufe des westlichen Vulkansystems auf Terceira erhöht: Anhaltende seismovulkanische Unruhe auf den Azoren

Auf der Azoreninsel Terceira spitzt sich die Lage weiter zu. Das Institut für Vulkanologie der Universität der Azoren (IVAR) hat die Alarmstufe für das westliche Spaltenvulkansystem auf V3 angehoben. Damit befinden sich nun sowohl dieses System als auch der Vulkan Santa Bárbara auf der zweithöchsten Warnstufe. Auslöser ist eine seit Monaten anhaltende, deutlich über dem Normalwert liegende seismovulkanische Aktivität.

Terceira. © CIVISA

Bereits seit Ende Juni 2022 registrieren Forschende am Vulkan Santa Bárbara eine erhöhte Erdbeben- und Deformationsrate, die auf einen tiefen magmatischen Intrusionsprozess zurückgeführt wird. Seit Oktober steigerte sich die Tätigkeit signifikant und erreichte im November einen neuen Höhepunkt: Obwohl die meisten Erdbeben nur geringe Magnituden aufwiesen, lagen sie klar über den Referenzwerten und nahmen im Verlauf des Monats weiter zu. Besonders betroffen war das Gebiet Mistérios Negros, wo sich das westliche Spaltensystem und der Santa-Bárbara-Komplex geologisch überschneiden. Zahlreiche Beben wurden von der Bevölkerung deutlich verspürt.

Parallel dazu verzeichnete das IVAR weiterhin moderate Bodenverformungen im Krisengebiet. Sie liefern Hinweise auf aufsteigende Magma oder auf Veränderungen im Hydrothermalsystem, wo sich magmatische Fluide wie Tiefenwässer und Gase ansammeln könnten, was den Druck des Systems erhöht und die Gefahr phreatischer Eruptionen steigen lässt. Die Vulkanologen bewerten die Situation als instabil, da die gemessenen Werte deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Die komplexe vulkanotektonische Struktur Terceiras spielt eine entscheidende Rolle für die aktuelle Entwicklung. Die Insel besteht aus mehreren überlappenden Vulkansystemen, deren Aktivitätszentren entlang tektonischer Schwächezonen liegen. Das Gebiet Mistérios Negros markiert eine dieser Zonen, in der Spannungen effizient aufgebaut und übertragen werden können. Ein Faktor, der die Reaktivierung beider Systeme begünstigt.

Angesichts der anhaltenden Unruhe raten die Behörden dringend dazu, die offiziellen Informationen aufmerksam zu verfolgen und empfohlene Schutzmaßnahmen einzuhalten. Ob sich die Lage beruhigt oder weiter zuspitzt, hängt von der zukünftigen Entwicklung der Aktivitätsmuster ab.