Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat am 18. Januar begonnen

Vulkanausbruch am Piton Fournaise – kurze aber intensive seismische Krise ging voran

Heute Abend ist auf La Réunion der Vulkan Piton de la Fournaise ausgebrochen. Die Eruption begann um 19:42 Uhr Ortszeit (15:48 Uhr UTC), nachdem um 16:34 Uhr eine seismische Krise eingesetzt hatte, die mit einer schnelle Bodenverformung einher ging. Daher hatten Beobachter mit einem baldigen Vulkanausbruch gerechnet. Ersten Beobachtungen und Analysen der Vulkanologen vom OVPF (Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise) zufolge öffnete sich eine Eruptionsspalte unbekannter Länge an der unteren Nordflanke des Kraterkegels Dolomieu innerhalb der Caldera. Die ersten Sichtungen des Ausbruchs erscheinen nur Minuten nach Eruptionsbeginn auf der OVPF-Webcam im Piton Partage.




Auf den ersten Bildern ist leider noch nicht viel mehr als eine rot illuminierte Wolke zu erkennen, da der Ort des Geschehens noch von einer dünnen Wolkenschicht bedeckt ist. Oft ziehen die Wolken während der Nacht ab, so dass bald bessere Aufnahmen erwartet werden können. Allerdings sind die LiveCams derzeit offenbar überlastet, so dass keine Verbindung aufgebaut werden kann.

Bereits seit Ende November 2025 gab es Anzeichen für ein Aufladen des Vulkans. Zunächst setzte langsame Inflation ein, die von vereinzelten vulkanotektonischen Erdbeben begleitet wurde. In den folgenden Wochen kam es zu 3 kurzen Schwarmbeben mit beschleunigter Bodenhebung, ohne dass es das Magma bis zur Erdoberfläche geschafft hätte – typische Vorgänge im Vorfeld einer Eruption, die am Fournaise oft zwischen 2 und 3 Wochen anhält. Ob es diesmal wieder so sein wird, ist ungewiss.

Drei Eruptionsspalten und ein Schlot öffneten sich am Piton Fournaise. © OVPF

Update 18:30: Während weitere Informationen der Vulkanologen auf sich warten lassen, werden in den sozialen Medien weitere Bilder von denjenigen geteilt, die eine Verbindung zu den LiveCams aufbauen können. Auf dem bis jetzt klarsten Foto ist zu erkennen, dass sich drei kurze Eruptionsspalten geöffnet haben, aus denen kleine Lavafontänen aufsteigen, die Lavaströme speisen. Ein einzelner Schlot scheint sich am rechten Bildrand zu befinden.

Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.

Chile: Waldbrand zerstört Vegetation auf 300 Hektar

Waldbrand in Chile – Feuer vernichtet Vegetation auf mehr als 300 Hektar Fläche

In Chile wütet aktuell eine neue Welle schwerer Wald- und Vegetationsbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region del Biobío, wo ein Feuer nahe Concepción außer Kontrolle geraten ist. Entlang der Ruta 152 in Richtung Chillán bot sich Autofahrern gestern ein apokalyptisches Bild, als Flammen direkt neben der Fahrbahn aufloderten und dichter Rauch die Sicht behinderte. Nach Angaben der Behörden wurden durch dieses Feuer bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört. Es wurde die Alarmstufe Rot verhängt und mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiten unter extremen Bedingungen.




Penco

Auch in anderen Teilen Chiles sind Brände aktiv. Ein verheerender Waldbrand bei Penco hat sich in den letzten Stunden massiv ausgedehnt und bedroht mehr als 3000 Häuser. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen, dass die Flammen bereits auf Gebäude übergegriffen haben, und dokumentieren den verzweifelten Kampf von Bewohnern und Feuerwehr gegen die Feuersbrunst.

Seit Dezember letzten Jahres brannte die Vegetation auf fast 4000 Hektar Land ab. Mindestens 2 Personen starben infolge der Feuer, 10 wurden schwer verletzt. Fast 160 Personen erlitten leichtere Verletzungen und Rauchvergiftungen. Es kam zu infrastrukturellen Schäden, Straßensperrungen und Evakuierungen, von denen fast 3000 Personen betroffen sind.

Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und starkem Wind begünstigt eine schnelle Ausbreitung der Feuer. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: ausgedehnte Forstplantagen mit leicht entzündlichen Baumarten, trockene Vegetation nach niederschlagsarmen Monaten und menschliche Einflüsse wie fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

Parallel dazu kämpft auch Patagonien auf argentinischer Seite mit schweren Bränden, etwa in den Provinzen Chubut und Río Negro. Zwar stehen diese Feuer nicht in direktem Zusammenhang mit den Bränden in Zentralchile, doch sie zeigen ein ähnliches Muster und sind großflächiger Trockenheit, starken Winden und extremer Sommerhitze geschuldet. Meteorologen sprechen von einer regionalen Häufung von Extremereignissen im südlichen Südamerika.

Eine mögliche übergeordnete Rolle spielt das Klimaphänomen La Niña. Dabei kühlen sich Teile des tropischen Pazifiks ab, was globale Wetterzirkulationen verändert. In Südamerika kann La Niña zu trockeneren und heißeren Bedingungen führen, insbesondere in Chile und Teilen Argentiniens. In Australien hingegen wird es feuchter, was sich dort aktuell in Überschwemmungen manifestiert. Zwar gilt das aktuelle Signal als eher schwach und unsicher, doch selbst geringe Abweichungen können Wetterextreme deutlich erhöhen.

Póas: Neue Phase phreatischer Eruptionen Mitte Januar

Vulkan Póas steigerte seine Aktivität und erzeugte mehrere phreatische Eruptionen

Der costa-ricanische Vulkan Poás liegt in der Zentralkordillere des mittelamerikanischen Staates und befindet sich ein weiteres Mal in einer Phase erhöhter vulkanischer Unruhe. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden in den letzten zwei Tagen mehrere phreatische Eruptionen registriert, die in das Bild einer seit 2024 andauernden Aktivitätsphase passen. Aschewolken wurden nicht detektiert und VONA-Warnungen blieben aus.

Póas. © OVISCORI-UNA

Am 16. Januar kam es innerhalb eines Tages zu mindestens drei kleinen phreatischen Ausbrüchen. Die Eruptionen wurden durch Seismographen und Infraschallsensoren eindeutig erfasst. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse durch dauerhafte Bewölkung im Gipfelbereich konnte die Höhe der Eruptionssäulen nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheregen lagen nicht vor, was darauf hindeutet, dass überwiegend schlammige Sedimente und Dampf ausgestoßen wurden.

Die Aktivität setzte sich auch am Folgetag fort: Um 03:44 Uhr Ortszeit registrierte das seismische Netzwerk einen weiteren kleinen phreatischen Ausbruch, dessen Energie mit jener der Ereignisse vom Vortag vergleichbar war. Eine zweite phreatische Eruption folgte um 16:27 Uhr, die in puncto Stärke mit ihren Vorgängern vergleichbar war.

Auch bei diesen beiden Ereignissen blieb die Eruptionssäulenhöhe unbekannt, da der Gipfelbereich des Poás wolkenverhangen war. Aschefall wurde nicht gemeldet. Die Vulkanwarnstufe blieb auf „gelb“.

Die aktuelle Entwicklung kam nicht völlig überraschend: Nach einigen Wochen mit Deflation und geringer Seismizität zog der Tremor Mitte Dezember wieder deutlich an und es kam zu einer Ausdehnung der Messstrecke zwischen zwei Messpunkten, was auf Inflation hindeutet. In den letzten 4 Wochen wurden keine Bulletins veröffentlicht, so dass die jüngsten geophysikalischen Entwicklungen nicht öffentlich bekannt geworden sind.

Die aktuellen Ereignisse setzen eine Eruptionsserie fort, die bereits Ende 2024 begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Monaten des letzten Jahres erreichte. Im vergangenen Jahr fiel der Kratersee trocken und es kam wiederholt zu phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, die oft ohne lange Vorwarnzeit auftraten. Der Póas-Nationalpark wurde daraufhin für mehrere Monate geschlossen, ist seit dem Sommer 2025 aber wieder für Besucher zugänglich.

Angesichts der anhaltenden Aktivität betonen die Vulkanologen von OVSICORI-UNA, dass weitere phreatische Eruptionen jederzeit möglich sind. Entsprechend wird dringend empfohlen, die Vorgaben der zuständigen Behörden wie SINAC und CNE strikt einzuhalten.

Russland: Schneechaos auf Kamtschatka

Schneechaos auf Kamtschatka: Schneemassen reichen bis zum vierten Stock

Eine ungewöhnlich heftige Wintersturmfront hat große Teile der russischen Halbinsel Kamtschatka in eine beispiellose Notsituation gestürzt. Seit mehreren Tagen fallen bei starkem Wind große Mengen Schnee, was zu massiven Verwehungen führt, in deren Folge Straßen und Hauseingänge blockiert wurden und teils lebensbedrohliche Bedingungen entstanden sind. Mindestens zwei Männer starben durch herabstürzende Schneemassen bzw. abgegangene Dachlawinen.



Schneechaos

Augenzeugen und lokale Behörden berichten von Schneeverwehungen, die in einigen Stadtteilen so hoch sind, dass sie Hausfassaden bis in den dritten und vierten Stock hinein bedecken und Eingänge blockieren. Bilder und Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen vollständig verschüttete Eingänge: Die Bewohner der Häuser konnten sich nur über ausgegrabene Schneetunnel Zugang zu ihren Wohnungen verschaffen oder mussten den Weg übers Fenster wählen.

„Der Schnee türmt sich hier meterhoch. Wir mussten uns einen Weg durch die Schneewehen graben, um überhaupt aus dem Haus zu kommen“, berichtet eine Bewohnerin von Petropawlowsk-Kamtschatski. Fahrzeuge liegen tief verschüttet an Straßenrändern, der öffentliche Nahverkehr ist weitgehend eingestellt und das öffentliche Leben kam zum großen Teil zum Erliegen. Um die wichtigsten Verbindungen aufrechtzuerhalten wurden Busse durch geländegängige LKW ersetzt, die sonst Touristen zu den Vulkanen Kamtschatkas fahren.

Die außergewöhnliche Kombination aus intensiven Schneefällen und heftigen Winden hat die Lage verschärft. Die Räumungsarbeiten sind vielerorts nur stockend möglich, da die Schneeverwehungen wiederholt neue Barrieren schaffen. Notfallteams kämpfen gegen die Zeit, um wichtige Verkehrswege und Versorgungslinien freizuhalten.

Meteorologen führen das extreme Wetter auf ein stark ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem Nordpazifik zurück, das feuchte Luftmassen ins Landesinnere zieht und für dauerhafte Niederschläge sorgt. Obwohl Kamtschatka regelmäßig mit schneereichen Wintern konfrontiert ist, bezeichnet ein Vertreter des regionalen Wetterdienstes den aktuellen Sturm als „historisch intensiv“.

Die Gefahr durch die Schneemassen ist nicht nur logistischer Natur: Lokale Behörden bestätigten, dass mindestens zwei Männer ihr Leben verloren haben, nachdem sie von herabfallendem Schneemassen getroffen wurden. In Anbetracht der schwierigen Bedingungen riefen die Behörden zu äußerster Vorsicht auf und baten die Bevölkerung, nur dringend notwendige Wege zu unternehmen.

In verschiedenen Städten und Siedlungen leiden die Menschen nicht nur unter blockierten Straßen, sondern auch unter Versorgungsengpässen. Schulen und Behördenämter blieben geschlossen, und es wird befürchtet, dass die Aufräumarbeiten sich noch über Tage erstrecken könnten.

Lewotolok: Aktivitätssteigerung mit Lavaüberlauf

Lewotolok im Sommer. © Jochen Felkl

Aktivitätsanstieg am Vulkan Gunung Ili Lewotolok: Behörden warnen vor Gefahren

Der Vulkan Gunung Ili Lewotolok auf Lembata in Indonesien zeigt seit Anfang des Jahres eine deutliche Zunahme seiner vulkanischen Aktivität. Es kommt zu zahlreichen strombolianischen Eruptionen und seit gestern zu einem Lavaüberlauf aus dem Gipfelkrater, der einen Lavastrom generiert. Die jüngste Eruption heute Morgen schickte eine Aschesäule bis auf 500 Meter Höhe über den Krater und löste eine VONA-Warnung beim VAAC Darwin aus. Auch das indonesische Vulkanologie- und Katastrophenschutzzentrum berichtet über die Aktivität und spricht Warnungen vor einer möglichen Eskalation der Situation aus.




Die seismischen Messungen registrierten in den vergangenen Tagen ca. 900 unterschiedliche Erdbebensignale täglich. Mehr als 500 dieser Signale wurden gestern von explosionsartigen Entgasungen verursacht, 277 Beben zeugten von Eruptionen. Das stärkste Signal hatte eine maximalen Amplitude von 34 Millimetern und eine Dauer von 100 Sekunden.

Die Aktivität steigerte sich seit dem 5. Januar sprunghaft. Neben den beschrieben Erdbebensignalen werden auch zahlreiche Tremorphasen registriert, die von starken Fluidbewegungen im Fördersystem verursacht werden.

Die Warnstufe für Gunung Ili Lewotolok steht weiterhin auf Level II (Waspada, deutsch: Vorsicht). Die Behörden appellieren an die Bevölkerung und Besucher, den Sicherheitsbereich mit einem Radius von mindestens 2 Kilometern um den Krater sowie bestimmte angrenzende Sektoren im Umkreis von 2,5 Kilometern strikt zu meiden.

Besonders gefährdet sind die südlichen, südöstlichen, westlichen und nordöstlichen Sektoren, wo vermehrt mit pyroklastischen Strömen und Gesteinsabbrüchen gerechnet wird. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, Ruhe zu bewahren und sich auf mögliche weitere Eruptionen einzustellen. Die typischen Geräusche von Grollen oder Explosionslauten aus dem Krater sollten nicht zu Panik führen, da sie natürliche Zeichen einer aktiven Vulkanphase sind.

Der Vulkan Ili Lewotolok hat sich in den letzten Jahren immer wieder mit Ausbrüchen bemerkbar gemacht. Nach einer vergleichsweise ruhigen Phase im Jahr 2024 wurde seit Mitte 2025 eine neue Aktivitätsphase mit mehreren Eruptionen und Aschewolken registriert. Experten beobachten die Situation mit großer Aufmerksamkeit, da die anhaltende seismische Unruhe Hinweise auf eine weiterhin instabile Magmabewegung gibt.

Die indonesischen Behörden raten dringend, die Sicherheitsvorkehrungen ernst zu nehmen und Warnungen zu beachten, um Gefahren für Menschenleben und Infrastruktur zu minimieren.

Südafrika: Kruger-Nationalpark wegen Überflutung geschlossen

Hochwasser im Norden von Südafrika: Kruger-Nationalpark nach Extremregen geschlossen

In dem bei deutschen Auswanderern beliebten Südafrika ereignete sich nach den Buschbränden im Süden nun teils dramatische Überflutungen im Norden des Landes, von denen der beliebte Kruger Nationalpark besonders betroffen ist. Der Nationalpark musste geschlossen werden. Tausende Wildtiere sind in Not geraten. In den Flutgebieten spielten sch teils dramatische Szenen ab, als Tiere versuchten den Wassermassen zu entkommen.




Südafrika

Besonders starke Regenfälle verursachten im Norden Südafrikas eine außergewöhnliche Hochwasserlage, die zu weitreichenden Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens führt. Besonders betroffen ist der weltberühmte Kruger-Nationalpark, der vorübergehend für Besucher geschlossen bleibt. Nach Angaben der Parkverwaltung traten mehrere Flüsse über die Ufer, Straßen und Brücken wurden zerstört oder unpassierbar, ganze Parkabschnitte waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Schließung sei aus Sicherheitsgründen unvermeidlich gewesen, erklärten die Behörden. Überflutete Flussdurchfahrten, unterspülte Fahrbahnen und instabiler Untergrund stellten ein signifikantes Risiko für Touristen und Mitarbeitende dar. Besucher, die sich zum Zeitpunkt der Überschwemmungen bereits im Park befanden, wurden evakuiert und beim Verlassen der betroffenen Gebiete unterstützt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters berichteten Verantwortliche des Nationalparks, dass einige Überschwemmungen ein Ausmaß erreichten, wie es seit Jahren nicht mehr beobachtet worden sei.

Doch auch außerhalb des Nationalparks spitzt sich die Lage zu. In den Provinzen Limpopo und Mpumalanga führten die anhaltenden Niederschläge zu Hochwasser in mehreren Regionen. Um Schäden zu begrenzen, mussten an Stauseen und Wehranlagen kontrollierte Schleißungen bzw. Rückbau vorgenommen werden. Diese sind notwendig, um den Druck auf Dämme zu reduzieren, können flussabwärts jedoch die Hochwassergefahr weiter erhöhen.

Meteorologisch betrachtet führte nicht um ein einzelnes extremes Sturmereignis zu der Hochwasserlage, sondern eine länger anhaltende, ungewöhnlich feuchte Wetterlage. Warme, feuchtigkeitsreiche Luftmassen vom Indischen Ozean trafen wiederholt auf instabile atmosphärische Bedingungen über dem südlichen Afrika. Das begünstigte tagelange Starkregen- und Gewitterserien. Klimatologen verweisen zudem auf den möglichen Einfluss einer La-Niña-Phase, die in Südafrika häufig mit überdurchschnittlichen Sommerniederschlägen einhergeht.

Solche Ereignisse haben in der Region eine Vorgeschichte. Die verheerenden Überschwemmungen in KwaZulu-Natal im Jahr 2022 oder die Hochwasser im Eastern Cape 2025 gelten als Mahnung, wie verwundbar Infrastruktur und Siedlungen sind. Im Kruger-Nationalpark kommen zu den wirtschaftlichen Folgen für den Tourismus auch Risiken für Naturschutz und Wildtiermanagement hinzu, etwa durch eingeschränkten Zugang zu abgelegenen Gebieten.

Mit dem Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit intensiver Starkregenereignisse, da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Das bedeutet nicht nur für Südafrika, das Hochwasserlagen künftig häufiger auftreten..

Mayon: Überflutungen und erhöhte Seismizität

Überschwemmungen durch Tropensturm und wachsende Gefahr am Mayon-Vulkan

Die Situation am Mayon bleibt angespannt und gefährlich: Zu den Gefahren infolge pyroklastischer Ströme gesellte sich nun noch ein hohes Lahar-Risiko. Starke Regenfälle setzten Ortschaften am Vulkanfuß bereits unter Wasser. Infolge des Wassereintrags könnten phreatomagmatische Explosionen getriggert werden. In den letzten beiden Tagen wurde zudem eine erhöhte Seismizität registriert, die auf eine Beschleunigung des Magmennachschubs und damit des Domwachstums hindeutet.




Überflutungen

Starke Regenfälle, ausgelöst durch den Tropensturm Ada, haben am Freitag weite Teile der Provinz Albay unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen sind Gemeinden am Fuß des Mayon-Vulkans, wo Straßen überflutet wurden und sich Geröll vom Vulkanhang abgelagerte, wodurch Straßen unpassierbar wurden. Behörden warnen eindringlich vor einer erhöhten Lahargefahr, da die intensiven und anhaltenden Niederschläge große Mengen lockeren vulkanischen Materials aus den oberen Hangbereichen mobilisieren können. Entlang von Flussläufen und Entwässerungskanälen besteht akute Gefahr durch Schlammlawinen, die Siedlungen, Felder und wichtige Infrastruktur bedrohen. Einsatzkräfte stehen in erhöhter Bereitschaft, während lokale Verwaltungen Notfallpläne überprüfen und Evakuierungsrouten vorbereiten.

Parallel zur angespannten Wettersituation bleibt auch die vulkanische Aktivität des Mayon auf einem hohen Niveau. Der Vulkan befindet sich weiterhin unter Alarmstufe 3, da der effusive Ausbruch am Gipfel  andauert und den Lavadom wachsen lässt. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass es zu häufigen Felsstürzen, Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen kommt. Innerhalb eines Tages wurden 338 Rockfall-Ereignisse sowie 72 pyroklastische Dichteströme registriert, die vor allem die südlichen und östlichen Flanken betreffen. Ein Kraterglühen ist bei günstigen Sichtverhältnissen mit bloßem Auge erkennbar und zeugt von der fortgesetzten Förderung heißen Materials.

Wärmesignatur Mayon

Besonders auffällig sind die derzeit sehr hohen Schwefeldioxid-Emissionen. Am 16. Januar wurde ein durchschnittlicher SO₂-Ausstoß von 4.970 Tonnen pro Tag gemessen, der höchste Wert der vergangenen 15 Jahre. Die Vulkanfahne war zeitweise durch dichte Wolken verdeckt, während Messungen der Bodenverformung weiterhin eine Aufblähung des Vulkangebäudes anzeigen – ein deutlicher Hinweis auf anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund. Vulkanische Erdbeben wurden zuletzt zwar nicht registriert, doch Experten betonen, dass das Fehlen von Erdbeben keine Entwarnung bedeutet.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt eine erhöhte seismische Energiephase, die an mehreren Messstationen festgestellt wurde. Der Anstieg der seismischen Werte ist auf die Häufung von Felsstürzen und pyroklastischen Strömen zurückzuführen und wird als mögliches Vorzeichen neuer Magmaintrusionen interpretiert. Vulkanologen schließen daher Lavafontänen oder moderat explosive Ausbrüche nicht aus. Die Behörden mahnen zur Vorsicht, halten an den Sperrzonen fest und appellieren an die Bevölkerung, offizielle Warnungen strikt zu befolgen und gefährdete Gebiete konsequent zu meiden.

Vogtland: Ursache der Schwarmbeben im Eger-Becken identifiziert

Neue GFZ-Studie lüftet das Rätsel um die Schwarmbeben im deutsch-tschechischen Vogtland

Forschende des GFZ Potsdam lösten das jahrzehntealte Rätsel um die Schwarmbeben im deutsch-tschechischen Grenzgebiet des Vogtlands, wo es im Eger-Becken (Cheb-Becken) immer wieder zu starken Erdbebenschwärmen kommt, so wie es zuletzt im Dezember 2025 der Fall war. Dabei fand die von mir priorisierte Theorie Bestätigung, dass die Beben eine Folge des Aufstiegs magmatischer Fluide sind.

Im Frühjahr 2024 wurde die Region Klingenthal–Kraslice im deutsch-tschechischen Grenzgebiet von einem außergewöhnlich starken Erdbebenschwarm erfasst – dem ersten dieser Größenordnung seit mehr als 125 Jahren. Über 8.000 einzelne Beben registrierten Forschende im Vogtland und in Nordwestböhmen, einer Region, die weltweit als Hotspot für sogenannte Schwarmbeben gilt. Eine jetzt veröffentlichte Studie unter Leitung von Dr. Pinar Büyükakpinar vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung liefert neue, detaillierte Einblicke in die Ursachen und die Dynamik dieses Ereignisses.




Bohrlochmesssystem

Möglich wurde die Analyse durch eine außergewöhnlich dichte seismische Instrumentierung. Neben den Stationen der Erdbebendienste in Sachsen und Tschechien kamen Bohrlochmessungen des internationalen ICDP-Projekts „Drilling the Eger Rift“ sowie temporäre Messnetze mit mehreren Hundert Sensoren zum Einsatz, die im Rahmen des Eger Large Seismic Experiment (ELISE) installiert worden waren. Dadurch konnten selbst kleinste Erschütterungen bis zu einer Magnitude von –0,5 präzise lokalisiert werden und das mit einer räumlichen Genauigkeit von unter 100 Metern.

Die Auswertung der Daten zeigt, dass sich der Erdbebenschwarm in zwei klar voneinander unterscheidbare Phasen gliederte. Zunächst breitete sich die seismische Aktivität über wenige Tage schnell und stark gerichtet entlang einer nordwest-südostlich orientierten Zone aus. In einer zweiten Phase folgte über mehrere Wochen hinweg eine langsamere, radiale Ausdehnung innerhalb einer bestehenden Verwerfungsstruktur in rund zehn Kilometern Tiefe.

Als treibende Kraft identifizieren die Forschenden aufsteigende Fluide magmatischen Ursprungs, die in diese Verwerfungszone eindrangen. Dabei handelt es sich jedoch nicht direkt um aufsteigendes Magma. Vielmehr stammen die Fluide aus tiefer liegenden magmatischen Prozessen, bei denen Magma im unteren Krustenbereich oder im oberen Erdmantel entgast.

Vogtland

Besonders in der ersten Phase des Schwarmbebens spielte ein leichtes, CO₂- und wasserreiches Fluid eine zentrale Rolle, das unter hohem Überdruck das Gestein hydraulisch aufbrach. In der zweiten Phase folgte der Zustrom deutlich größerer Mengen dichterer, vermutlich karbonat- oder salzhaltiger Fluide, die Scherbewegungen entlang der Verwerfung begünstigten und so spürbare Erdbeben auslösten.

Mehrere unabhängige Befunde sprechen für einen magmatischen Ursprung dieser Fluide: Dazu zählen mantelspezifische CO₂- und Helium-Isotopensignaturen, die langanhaltende Gasfreisetzung in Form von Mofetten und Mineralquellen sowie die physikalischen Eigenschaften der modellierten Fluide. Einen klar abgrenzbaren Magmenkörper konnten die Forschenden jedoch nicht nachweisen. Stattdessen deuten die Ergebnisse auf ein tiefes, diffuses magmatisches System hin, das über lange Zeiträume hinweg Fluide freisetzt, ohne dass Magma selbst in die obere Erdkruste aufsteigt.

Der Schwarm von 2024 gilt damit als eindrucksvoller „Naturversuch“, der zeigt, wie stark aufsteigende magmatische Fluide die Spannungsverhältnisse in der Erdkruste beeinflussen können. Zugleich unterstreicht er die Bedeutung einer grenzüberschreitenden, hochauflösenden Überwachung, um die komplexen Prozesse im Untergrund des Vogtlands künftig noch besser zu verstehen.

Quellen: Büyükakpınar, P., Dahm, T., Hainzl, S., Isken, M., Ohrnberger, M., Doubravová, J., Wendt, S. & Funke, S. (2025). Modelling of earthquake swarms suggests magmatic fluids in the upper crust beneath the Eger Rift. Communications Earth & Environment, 7, 6. https://doi.org/10.1038/s43247-025-03019-0; Pressemeldung GFZ. Lizenz der CC