
Erdbebenaktivität in den Campi Flegrei bleibt sehr hoch – Doppelschlag überlagerte sich
Der Calderavulkan Campi Flegrei kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil, in den letzten Tagen war die seismische Aktivität sehr hoch. Zwar blieben stärkere Erdbeben mit Magnituden über 3 aus, doch dafür wurden seit gestern über 70 schwache Erschütterungen detektiert. Ein Doppelschlag von Erdbeben mit den Magnituden 2,7 und 2,6, die in nur 11 Sekunden Abstand hintereinander erfolgten, erzeugte auf dem Seismogramm einen Ausschlag, der zunächst an ein stärkeres Erdbeben denken ließ.

Erst die genaue Analyse des Geschehens machte klar, was hinter dem Signal hoher Amplitude stand. Natürlich wurden die beiden Erschütterungen wieder von den Anwohnern der Caldera verspürt. Auch die Epizentren der beiden Beben lagen dicht beieinander und wurden kurz vor der Küste ausgemacht. Die Hypozentren befanden sich in geringen Tiefen.
Ein weiteres Erdbeben Md 2,2 ereignete sich vorgestern an einer bekannten Störungszone, die sich durch den Offshorebereich der Caldera zieht. Das Beben lag in einer Tiefe von mehr als 4 Kilometern, was darauf hindeutet, dass es hier aufgrund magmatischer Prozesse unterhalb des Hydrothermalsystems Gesteinsbruch gibt. Die Störung ist eine signifikante Schwächezone im Calderadach, die man gut unter Beobachtung halten sollte.
Die Vorgänge rufen nicht nur geologische Verwerfungen hervor, sondern auch politische. Vor allem wird kritisiert, dass die Meloni-Regierung versprochene finanzielle Hilfen bis jetzt nicht erfüllt hat, wodurch mehrere Projekte zum Schutz der Infrastruktur ins Stocken gekommen sind. Der Abgeordnete der Fünf-Sterne-Bewegung, Antonio Caso, erkundigte sich beim zuständigen Minister Musumeci nach dem genauen Umsetzungsstand. Die zentralen Maßnahmen betreffen die Erdbebensicherheit und sehen unter anderem funktionsfähige Gemeindezentren, die Sanierung gefährdeter Gebäude, Arbeiten an Schulen und Sporthallen sowie die Sicherung von Fluchtwegen vor. Caso verlangt Klarheit darüber, welche Projekte bereits begonnen wurden, wo es Schwierigkeiten gibt und welche finanziellen Mittel die betroffenen Gemeinden tatsächlich erhalten haben. Zusätzlichen Druck erzeugt das baldige Auslaufen des CAS-Zuschusses für autonomes Wohnen, der zahlreiche Familien in eine prekäre Lage bringen könnte. Caso fordert deshalb mehr Tempo, Transparenz und verlässliche Planung, da die Region nicht länger warten könne.
Es gibt also nicht nur in Deutschland – wo man über 16 Jahre lang an einem Bahnhof in Stuttgart baut – strukturelle Probleme, Fehlkalkulationen, überbordende Bürokratie und nicht eingehaltene Versprechen.











