Polarwirbelstörung: Erneuter Wintereinbruch vorhergesagt

Polarwirbel in Unruhe: Altes Phänomen in einem neuen Klima

Kaum sind Schnee, Glatteis und Dauerfrost bei uns vorbei, da warnen einige Klimamodelle bereits vor dem nächsten Zusammenbruch des Polarwirbels, der ansonsten arktische Luftmassen zähmt und sie dort hält, wo sie hingehören: nördlich des Polarkreises. In der Folge könnte es wieder bis relativ weit in den Süden der nördlichen Hemisphäre zu einem starken Wintereinbruch kommen, so wie wir ihn jüngst erlebten. Betroffen könnten zunächst wieder zuerst Nordamerika, später dann Europa sein.




Wenn Meteorologen und Medien vor einer möglichen Störung des Polarwirbels warnen, klingt das für viele nach einem neuen, beunruhigenden Effekt des Klimawandels. Tatsächlich sind Störungen des Polarwirbels kein modernes Phänomen, sondern ein seit Jahrzehnten bekanntes Element der atmosphärischen Zirkulation. Neu sind vielmehr die Bedingungen, unter denen er heute wirkt.

Polarwirbel Zusammenbruch droht

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Starkwindsystem in der Stratosphäre, das sich im Winter über der Arktis ausbildet. Er hält extrem kalte Luftmassen in polaren Regionen gefangen. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, etwa durch eine plötzliche Erwärmung der Stratosphäre, kann sich der Wirbel abschwächen oder aufspalten. In der Folge strömt arktische Kaltluft weit nach Süden und verursacht Kälteeinbrüche, Schnee und Frost in Europa oder Nordamerika. Solche Ereignisse wurden bereits seit den 1950er-Jahren wissenschaftlich dokumentiert und standen auch hinter historischen Kältewintern wie 1962/63.

Der Klimawandel hat den Polarwirbel also nicht „erfunden“. Er verändert jedoch die Spielregeln: Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als der Rest der Erde. Dadurch nimmt der Temperaturunterschied zwischen hohen und mittleren Breiten ab, der für einen stabilen Jetstream und einen kräftigen Polarwirbel entscheidend ist. Viele Studien deuten darauf hin, dass das atmosphärische System dadurch anfälliger für Störungen wird.

Das führt zu einem scheinbaren Widerspruch: Während die globale Durchschnittstemperatur steigt, können regional weiterhin extreme Kältephasen auftreten. Diese widersprechen dem Klimawandel nicht, sondern sind Ausdruck eines zunehmend instabilen Klimasystems. Meteorologen warnen daher weniger vor einem „neuen“ Wetterphänomen als vor einer Zunahme von Extremen eines bekannten Phänomens, was teils gravierende Folgen für Energieversorgung, Verkehr und Gesellschaft hat.

Ein Hauch von Winter legte Deutschland lahm

Ein anschauliches Beispiel für die Folgen eines Kälteeinbruchs habe ich selbst während des jüngsten „Arctic Outbreak“ rund um die Weihnachtszeit erlebt. Zu diesem Zeitpunkt war ich ich in New York und erhielt auf meinem Smartphone frühzeitig Warnungen vor einem herannahenden Blizzard. Die Reaktion der Stadt fiel entsprechend vorbereitet aus: Noch bevor der erste Schnee einsetzte, begannen die Straßendienste damit, Bordsteine und Fahrbahnen flächendeckend zu salzen. Trotz nächtlicher Neuschneemengen von mehr als zehn Zentimetern waren die Straßen am nächsten Morgen – auch außerhalb Manhattans – größtenteils frei und gut befahrbar.

Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass selbst diese Vorbereitung ihre Grenzen hat. In anderen Regionen des Nordostens der USA kam es zu schweren Unfällen und teils zum Stillstand des öffentlichen Lebens. Dort fielen innerhalb kurzer Zeit Schneemengen, wie wir sie in Deutschland meist nur aus Hoch- oder Mittelgebirgslagen kennen.

Zurück in Deutschland bot sich mir während des Wintereinbruchs in Oberhausen ein deutlich anderes Bild. Viele Straßen blieben noch Tage nach dem ersten Schneefall ungeräumt. Auch wenn sich eine Stadt wie Oberhausen nicht mit New York vergleichen lässt, verweist der Kontrast aus meiner Sicht auf strukturelle Defizite. Dass bereits wenige Zentimeter Schnee ausreichen, um den Verkehr großflächig zu beeinträchtigen und den Bahnverkehr lahmzulegen, ist in meinen Augen genauso ein Armutszeugnis wie der Blackout in Berlin. Man darf sich fragen, wie es sein kann, dass kritische Infrastruktur so leicht sabotiert werden kann und warum es keine redundanten Systeme gibt.

Marapi: Explosive Eruption verursachte lauten Knall

Lauter Knall: Eine explosive Eruption erschütterte den Marapi auf Sumatra

Die Anwohner des indonesischen Vulkans Marapi wurden heute Abend vom Knall einer lauten Explosion aus ihrer Ruhe gerissen, als es gegen 19:59 Uhr Ortszeit zu einem Ausbruch kam. Das Unheimliche an dem Geschehen war, dass die Eruption nur zu hören, aber aufgrund dichter Bewölkung nicht zu sehen gewesen war. Dennoch gab es vom VAAC Darwin eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke in fast 4000 m Höhe (Fl130) vermutet wurde und ostwärts trieb.

VONA-Warnung Marapi

Der Ausbruch wurde vom zuständigen Observatorium seismisch registriert. Auf dem Seismogramm zeigte sich eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von rund 35 Sekunden.

Bislang liegen keine Berichte über Aschefall in bewohnten Gebieten vor. Der Vulkan verbleibt weiterhin in Warnstufe II (Waspada). Die Behörden empfehlen dringend, alle Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern um den Krater zu unterlassen.

Die Eruption kam nicht ganz ohne Ankündigung, denn in den letzten 24 Stunden wurden 4 Tremor-Signale mit Maximalamplituden von 1,8 Millimetern und bis zu 113 Sekunden Dauer aufgezeichnet. Tremor deutet im Allgemeinen auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. Vermutlich war Grundwasser verdampft worden und es kam zu einer phreatischen Explosion.

Zudem gab es zwei tiefe vulkanotektonische Erdbeben mit Amplituden von 0,9 bis 1,5 Millimetern und 5 tektonisch bedingte Erschütterungen. Bis auf den Tremor war die Erdbebenaktivität unauffällig.

Die indonesischen Vulkanologen und die Regionalregierung rufen die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf. Insbesondere bestehen sie auf strikter Einhaltung des Sperrradius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater. Anwohner entlang von Tälern und Flussläufen, die am Marapi entspringen, sollen sich der Gefahr von Laharen bewusst sein. Bei möglichem Aschefall wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen, insbesondere mit Bergsteigern, die sich zu nah am Krater aufhielten. Daher gilt Marapi als Vulkan, bei dem Zugangsverbote strikt durchgesetzt werden müssen.

Der Mount Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens. Er liegt auf der Insel Sumatra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bukittinggi, und erreicht eine Höhe von rund 2.891 Metern. Der Stratovulkan gehört zum Sunda-Vulkanbogen, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte entsteht.

Campi Flegrei: Reduzierung der Hebegeschwindigkeit

Hebegeschwindigkeit des Bodens der Campi Flegrei reduzierte sich – Fumarolentemperaturen weiterhin hoch

Für die Bewohner von Pozzuoli und den angrenzenden Orten im Calderavulkan Campi Flegrei dürfte das erst einmal eine gute Nachricht sein: In den letzten zwei Wochen reduzierte sich die Hebegeschwindigkeit des Bodens an der Messstation Rione Terra von 25 mm auf 15 mm und liegt damit auf dem Niveau, wie es während der Hälfte des letzten Jahres der Fall gewesen war. Die Erdbebenaktivität der Campi Flegrei bewegte sich in der letzten Woche auf moderatem Niveau: Es wurden 76 Erschütterungen registriert. Dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden, denn die Gastemperatur der BG-Fumarole in der Solfatara bewegt sich weiterhin nahe der Höchstwerte, und auch bei Pisciarelli stieg die Gastemperatur wieder leicht an.




Bodenhebung. © INGV

Im INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 5.–11. Januar 2026 heißt es, dass die durchschnittliche Temperatur der Gase des Thermalbeckens von Pisciarelli bei 95 Grad lag. Zuvor waren es 94 Grad. Dennoch sehen die Forscher hier eine leichte Abnahme der Aktivität. Dafür steigerte sie sich im benachbarten Solfatara-Krater, wo die Durchschnittstemperatur der Bocca-Grande-Fumarole bei 173 Grad lag. Was jetzt als „durchschnittlich“ bezeichnet wird, war noch vor wenigen Wochen die Maximaltemperatur.

Leider kann man die Werte von Pisciarelli und der Solfatara nicht 1:1 vergleichen, da nicht nur unterschiedliche Sensoren verwendet werden, sondern die Messungen bei Pisciarelli in 5 m Entfernung von der Hauptquelle der Emissionen erfolgen. Die tatsächlichen Temperaturen der Gase dürften deutlich höher sein.

Die Kohlendioxid-Emissionen sind immer noch hoch, liegen aber unterhalb der Maximalwerte vom letzten Mai, als die Situation eskalierte und es häufige Erdbeben mit Magnituden im 4er-Bereich gegeben hatte. Ich gehe davon aus, dass die Krise damals von einem Magmenkörper verursacht wurde, der in 4–5 Kilometern Tiefe aufgestiegen ist, ähnlich wie es auch bei Vulcano vorkam. Solche Magmenkörper oder magmatischen Gänge erreichen nur selten die Erdoberfläche, selbst an Vulkanen wie dem Piton de la Fournaise, wo wir im Dezember mehrere Intrusionen sahen, ohne dass es zu einem Ausbruch kam. Sollte es jedoch in relativ kurzer Zeit mehrere solcher Intrusionen geben, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Eruption.

Italien: Doppelbeben im Nordosten

Zwei spürbare Erdbeben im 4er-Bereich erschüttern die Romagna in Italien – Teil einer bekannten tektonischen Zone betroffen

Heute Morgen wurde die italienische Provinz Romagna von zwei kurz aufeinanderfolgenden Erdbeben erschüttert. Das erste Beben manifestierte sich um 09:27 Uhr Ortszeit als die Seismometer ein Beben der Magnitude 4,6registrierten. Nur 80 Sekunden später folgte ein weiteres mit der Magnitude 4,2. Die Epizentren lagen wenige Kilometer nördlich von Forli, zwischen Forli-Cesena, Ravenna und dem östlichen Rand der Emilia-Romagna. Die Herdtiefen befanden sich in 23 und18 Kilometern. Beide Erschütterungen waren in weiten Teilen der Region deutlich zu spüren, Schäden wurden nach ersten Angaben jedoch nicht gemeldet.




Italien. © EMSC

Zahlreiche Menschen berichteten von einem lauten Grollen, gefolgt von kurzen, kräftigen Erschütterungen. In Forli, Faenza, Ravenna und Cesena schwankten Lampen und Möbel, einige Anwohner verließen aus Vorsicht ihre Häuser und Arbeitsplätze. Auch im mehr als 50 Kilometern entfernten Rimini wurde das Beben noch schwach wahrgenommen. Viele Augenzeugen beschrieben zwei klar getrennte Stöße, was mit den Messungen gut übereinstimmt.

Seismologisch handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Beben-Paar, dass sich an einer Störung des Romagna-Forli-Störungssystems ereignete. Die Herdtiefen von etwa 18 bis 23 Kilometern liegen im mittleren Bereich der Erdkruste und sind typisch für den nördlichen Apennin.

Tektonisch gehört das Gebiet zu einer der komplexesten Zonen Italiens. Die Romagna liegt an der Vorderfront des Apennins, wo die Adria-Mikroplatte gegen den italienischen Festlandblock gedrückt wird. Diese anhaltende Kompression führt zu Überschiebungen und schrägen Störungen, die immer wieder Erdbeben erzeugen. Historisch ist die Region keineswegs ruhig: Bereits im 17. und 19. Jahrhundert kam es zu starken Erdbeben bei Forli und Cesena, und auch die Emilia-Romagna-Sequenz von 2012 zeigte das seismische Potenzial der gesamten Zone.

Die aktuellen Beben waren moderat und verursachten keine größeren Schäden, erinnern aber daran, dass die Romagna Teil eines aktiven tektonischen Systems ist.

Ätna: Erdbeben deuten weiteren Magmenaufstieg an

Eruptionsstatus unklar – Weitere Erdbeben deuten Magmenaufstieg am Ätna an

Häufige Wolkenbedeckung verhinderte in den letzten Tagen visuelle Beobachtungen am sizilianischen Vulkan Ätna. Doch heute Morgen ist es klar und die Thermalcam zeigt im Valle del Bove einen erkalteten Lavastrom. Dennoch berichtet das INGV, dass es in den letzten Tagen gelegentlich zu Leuchterscheinungen im Bereich der neuen Schlote auf der Ostflanke und an der Basis der Voragine gekommen ist. Von daher deklariere ich den Aktivitätsstatus des Vulkans als unklar, obgleich ich davon ausgehe, dass die Episode erstmal vorüber ist.




Ätna. © INGV

Für diese Einschätzung spricht auch die vergleichsweise niedrige Tremoramplitude, die ich entlang der Grenze zwischen niedrigem und mittelstarkem Tremor beobachte Die Tremorquellen befinden sich in gut 2400 m Höhe im Vulkangebäude und konzentrieren sich auf ein Areal nordwestlich des Nordostkraters. Signifikante Bodenverformungen hat es in den letzten Tagen nicht gegeben.

Dass dieser Zustand der Ruhe lange anhält, glaube ich nicht, denn in den letzten Tagen gab es im Westen des Vulkans wieder Erdbeben – die eine Magnitude bis 3,3 erreichten – in Tiefen, die darauf hindeuten, dass neues Magma in die Erdkruste unter dem Ätna eindringt. Wie lange das Magma braucht, um in das flache Reservoir aufzusteigen, von wo aus es Eruptionen speist, ist ungewiss. Dennoch kann es durch das aufsteigende Magma zu einem Zahnpastatuben-Effekt kommen: Die aufsteigende Schmelze erhöht von unten her den Druck im Fördersystem, was nicht nur Erdbeben auslöst, sondern weiter oben befindliche Schmelze anschiebt, so dass insgesamt Bewegung ins System kommt und Eruptionen getriggert werden.

Erdbeben gab es aber nicht nur in größerer Tiefe, sondern auch nahe der Oberfläche. Hier sind vor allem die Beben im Gipfelbereich, aber auch unter der Ostflanke des Ätnas bemerkenswert. Die Beben deuten zwar noch keine unmittelbar bevorstehende Intensivierung der Ausbruchsaktivität an, zeigen aber, dass der aktivste Vulkan Europas bereits wieder auflädt.

Sol: Neue Koronale Löcher und Sonnenstürme am 13.01.2026

2 neue Löcher in der Sonnenatmosphäre – starke Sonnenstürme detektiert

Die Sonne wirkt ruhig, doch hinter dieser scheinbaren Gelassenheit verbirgt sich derzeit eine dynamische und für die Erde spürbare Phase erhöhter Aktivität. In den vergangenen Tagen haben sich zwei außergewöhnlich große koronale Löcher auf der Sonnenoberfläche geöffnet. Sie sind beide so ausgerichtet, dass ihre Strahlungsstürme direkt in Richtung der Erde weisen. Astronomen sprechen von einem anhaltenden solaren Druck, nicht von einem einzelnen Ereignis.

Sonnenstürme

Koronale Löcher sind keine echten Löcher, sondern Regionen, in denen das Magnetfeld der Sonne offen ist. Dort kann heißes Plasma ungehindert ins All entweichen. Das Ergebnis ist ein schneller Sonnenwind, der Geschwindigkeiten von über 500 bis 700 Kilometern pro Sekunde erreichen kann. Trifft dieser Strom auf das Magnetfeld der Erde, gerät es ins Schwingen und es entstehen geomagnetische Stürme, die in Polarlichtern, aber auch in Störungen von Satelliten und dem Stromsystem gipfeln können.

Eines der beiden koronalen Löcher hat bereits geomagnetische Aktivität ausgelöst. Messstationen registrierten erhöhte Störwerte, die mit leichten bis moderaten geomagnetischen Stürmen übereinstimmen. Das zweite Loch, noch größer und nahe des Sonnenäquators gelegen, rotiert nun vollständig in Erdposition. Seine Lage ist entscheidend: Äquatornahe koronale Löcher koppeln besonders effizient mit dem Magnetfeld der Erde und können ihre Wirkung über mehrere Tage entfalten.

Hinzu kommt, dass diese Phase nicht isoliert auftritt. Zeitgleich wurden koronale Massenauswürfe (CMEs) beobachtet, die aber nicht auf die Erde gerichtet waren. Hierbei handelt es sich um riesige Wolken aus geladenen Teilchen, die von der Sonne abgestoßen werden. Treffen CMEs auf einen bereits beschleunigten Sonnenwind aus koronalen Löchern, können sich die Effekte verstärken. Fachleute sprechen dann von einer „Stacking“-Wirkung: Die Erde wird nicht einmal, sondern wiederholt und anhaltend getroffen.

Größenabschätzungen anhand von EUV-Sonnenbildern zeigen, dass diese koronalen Löcher mehrere hunderttausend Kilometer breit sind – vielfach größer als die Erde. Es sind gewaltige Strukturen, die eindrucksvoll verdeutlichen, wie aktiv unsere Sonne derzeit ist.

Kilauea: Vulkanausbruch Nr. 40 hat begonnen

Die 40. eruptive Lavafontänen-Episode hat begonnen – Über 200 m hohe Fontäne steigt am Kilauea auf

Am Kilauea auf Hawaii hat die erwartete eruptive Episode Nr. 40 angefangen. Die Fontäne begann sich heute Abend gegen 19:30 Uhr MEZ (morgens 08:30 HST) aufzubauen und ist inzwischen gut 200 m hoch. Bis jetzt ist überwiegend der Nordschlot aktiv. Der südliche Schlot könnte aber noch in die Eruption einsteigen.




Am Kilauea auf Hawaii hat in den Morgenstunden des 12. Januar 2026 eine neue eruptive Phase begonnen. Nach einer Phase intermittierender Überläufe setzte um 8:22 Uhr HST offiziell Episode 40 der anhaltenden Gipfeleruption ein. Auslöser war ein rascher Wechsel zu starker Deflation des Vulkangebäudes, begleitet von einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatte sich die Aktivität am Nordvent schrittweise intensiviert. Zunächst förderte es niedrige, bogenförmige Spatterfontänen von 5 bis 10 Metern Höhe, die einen Lavastrom auf den Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters speisten. Auch das Südvent war zeitweise aktiv, zeigte jedoch nur klassische, kuppelförmige Fontänen von wenigen Metern Höhe mit kurzen Überläufen.

Gegen 8:30 Uhr nahm die Aktivität am Nordvent deutlich zu. Die Fontänen erreichten zunächst 15 bis 20 Meter Höhe, was als Vorzeichen einer neuen eruptiven Episode gewertet wurde. Innerhalb weniger Minuten steigerten sich die Fontänen weiter auf rund 30 Meter, ehe sie ab 8:50 Uhr explosionsartig auf etwa 50 Meter anwuchsen. Der dabei freigesetzte Gasstrom stieg nahezu senkrecht bis in etwa 2.200 Meter Höhe auf.

Im weiteren Verlauf verstärkte sich die Eruption rapide. Um 9:00 Uhr erreichten die Lavafontänen bereits rund 100 Meter Höhe und speisten einen ausgedehnten Lavastrom auf dem Kraterboden. Teile der Gaswolke drifteten in etwa 1.500 Metern Höhe nach Westen ab. Kurz darauf folgte der bisherige Höhepunkt: Gegen 9:12 Uhr wurden am Nordvent Fontänen von bis zu 200 Metern Höhe beobachtet. Das Südvent zeigte zu diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe, auf den Schlot begrenzte Aktivität.

In den Tagen zuvor war es wiederholt zu Überläufen und sogenannten Drainback-Ereignissen gekommen, insbesondere am Südvent, wo sich mehrfach Lavakuppeln aufbauten und wieder entleerten. Leichte und wechselhafte Winde am Gipfel erschwerten zeitweise die Beobachtung, da sich vulkanische Gase nahe der Schlote stauten.

Mit Beginn von Episode 40 konzentriert sich die Aktivität nun klar auf das Nordvent. Die Entwicklung wird weiterhin genau überwacht, da hohe Lavafontänen und ausgedehnte Lavaströme das Erscheinungsbild des Halemaʻumaʻu-Kraters innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern können.

Australien: Hochwasser in Queensland

Hubschrauber im Dauereinsatz: Schweres Hochwasser trifft Clermont im australischen Queensland

Obwohl Australien ein vergleichsweise trockener Kontinent ist, kommt es in den feuchteren Regionen des Ostens immer wieder zu Überflutungen. Aktuell wird Clermont in Zentral-Queensland von einem der schwersten Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre heimgesucht. Nach extremen Regenfällen, ausgelöst durch die Überreste des Ex-Tropenzyklons Koji, sind weite Teile der Region überflutet. Am Montagabend wurden dramatische Bilder veröffentlicht, die das Ausmaß der Überschwemmungen und laufende Hubschrauber-Rettungseinsätze eindrucksvoll dokumentieren.

Queensland in Australien

Besonders betroffen ist das ländliche Gebiet rund um die Lawpark-Property nahe Clermont. Dort stieg das Wasser innerhalb kurzer Zeit so stark an, dass Menschen und Tiere von der Außenwelt abgeschnitten waren. Einsatzkräfte mussten bis in die Abendstunden hinein mit Helikoptern ausrücken, um Bewohner aus überfluteten Häusern und von isolierten Grundstücken zu retten. Aus der Luft zeigen die Aufnahmen riesige Wasserflächen, wo sich zuvor Weideland und Zufahrtsstraßen befanden – einzelne Farmen wirken wie kleine Inseln in einem braunen Meer.

Nach Angaben der Behörden fielen in der Region örtlich rund 200 Millimeter Regen innerhalb weniger Stunden. Flüsse und Creeks, darunter der Sandy Creek, traten rasch über die Ufer. Zahlreiche Straßen wurden unpassierbar, Clermont war zeitweise nur noch aus der Luft erreichbar. Mindestens 20 Wohnhäuser wurden direkt von den Fluten betroffen, weitere Anwesen standen unter Beobachtung.

Der State Emergency Service (SES), Feuerwehr und spezialisierte Wasserrettungsteams arbeiten unter Hochdruck. Neben der Evakuierung von Menschen lag ein Schwerpunkt auch auf der Rettung von Nutztieren, die in der weitläufigen Agrarregion eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielen. Stromausfälle und beschädigte Infrastruktur erschweren die Einsätze zusätzlich.

Die Region liegt im Bowen Basin, einer sehr flach reliefierten Sedimentbecken-Landschaft. Geringe Höhenunterschiede führen dazu, dass Regenwasser nur langsam abfließt und sich großflächig ausbreitet. Außerdem dominieren in der Gegen tonhaltige Böden, die Wasserundurchlässig sind, so dass es schnell zu Überschwemmungen kommt.

Die Behörden riefen die Bevölkerung in tiefer gelegenen Gebieten dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und sich auf mögliche weitere Evakuierungen vorzubereiten. Auch wenn der Regen inzwischen nachgelassen hat, bleibt die Lage angespannt: Gesättigte Böden und volle Flusssysteme erhöhen das Risiko weiterer Überschwemmungen.

Kanlaon emittiert Vulkanasche am 12. Januar 2026

Kanlaon auf den Philippinen zeigt weiter erhöhte Aktivität – Ascheemissionen und Erdbeben registriert

Der Vulkan Kanlaon auf den Philippinen hat heute – am 12. Januar 2026 – erneut seine Aktivität verstärkt und mehrere Ascheemissionen freigesetzt. Insgesamt wurden vier VONA-Warnmeldungen vom VAAC Tokio veröffentlicht, die auf eine anhaltende Eruptionsphase hinweisen.

Kanlaon Archivbild

Die jüngste Meldung berichtete von einer Eruption gegen 09:10 UTC, bei der Vulkanasche bis in etwa 3.300 Meter Höhe (FL110) ausgestoßen wurde. Die Aschewolke verteilte sich nach West-Südwesten, war jedoch bei späteren Satellitenbeobachtungen nicht mehr eindeutig nachweisbar. Weitere Vorhersagen zur Ausbreitung der Asche waren zunächst nicht verfügbar, weshalb die zuständigen Vulkanbeobachter auf neue Daten warteten.

Zuvor wurden bereits drei VONA-Meldungen herausgegeben, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten und nähere Details lieferten: Es gab separate Aschemissionen mit einer Dauer von 46 bis 80 Minuten. Die Aschesäule erreichte jeweils eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater und driftete ebenfalls in südwestliche Richtungen.

Die seismische Überwachung der letzten 24 Stunden registrierte fünf vulkanotektonische Erdbeben, die auf eine Bewegung von Magma und heißen Gasen im Inneren des Vulkans hindeuten. Gleichzeitig wurde eine erhöhte Freisetzung von Schwefeldioxid registriert. Die Emissionen beliefen sich auf 1.691 Tonnen pro Tag, was für eine aktive magmatische Phase spricht. Darüber hinaus zeigten Bodenverformungsmessungen, dass der Vulkankörper sich aufbläht, was ein Indiz für steigenden Druck im Magmasystem ist.

Vor diesem Hintergrund gelten weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen: Der Zutritt in die permanente Gefahrenzone von vier Kilometern rund um den Gipfel bleibt verboten, ebenso ist das Fliegen von Flugzeugen in unmittelbarer Nähe untersagt.

Experten warnen vor plötzlichen, dampfgetriebenen Eruptionen und raten zur Vorsicht. Die Behörden und das Vulkanobservatorium beobachten die Lage weiterhin genau und werden bei Veränderungen umgehend neue Warnungen herausgeben.

Neben dem Kanlaon bleibt auf den Philippinen auch der Mayon hochaktiv. Hier wurden weitere pyroklastische Ströme generiert. Vulkanasche stieg auf, blieb aufgrund der Bewölkung auf Satellitenaufnahmen aber unsichtbar, weshalb Höhenangaben fehlen.