Lahar am Semeru kappt wichtige Straße

Lahar des Semeru unterbricht zentrale Verkehrsverbindung in Lumajang auf Java

Ein massiver Lahar (Schlammstrom) vom Vulkan Mount Semeru hat am Samstag die wichtigste Verbindungsstraße zwischen den Distrikten Pasirian und Tempursari vollständig zerstört. Die rund 20 Meter lange Straßenpassage im Dorf Gondoruso wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag unterspült und brach infolge starker Erosion ein. Seither ist die Strecke weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger passierbar.




Brücke

Lahare gehören am Semeru mittlerweile zwar fast zum Alltag, beeinträchtigen das öffentliche Leben nichtsdestotrotz massiv. Besonders nach den Abgängen pyroklastischer Ströme, wie wir sie zuletzt im November sahen, kommt es infolge von starken Regenfällen gehäuft zu den Schlammfluten, die nicht selten Schäden verursachen.

Gegenüber der Lokalpresse schilderte ein Anwohner von Gondoruso, wie er die Katastrophe wahrnahm. Er meinte, dass die Wucht der Lavaflut (Schlammlawine) den Untergrund der Straße regelrecht weggespült habe. „Die Flut war so stark, dass der Boden nachgab. Es gibt kein Durchkommen mehr“, erklärte er vor Ort. Auch die Schutzmauer entlang des Flussufers brach auf einer Länge von etwa 20 Metern, wodurch der Lahar direkt auf Straßen und Felder übertrat.

Durch die Zerstörung der Ufermauer wurden mindestens vier Weiler im Distrikt Pasirian zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Bewohner müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen oder flache Flussabschnitte durchqueren, um Nachbargebiete zu erreichen. Im Falle neuer Schlammlawinen ist das lebensgefährlich. Besonders betroffen sind Schulkinder, die ihren Unterricht nur noch mit Hilfe ihrer Eltern erreichen können. Ein Bewohner namens Agus berichtete, dass Eltern ihre Kinder entlang des noch aktiven Laharstroms zur Schule begleiten müssten – ein riskanter und beschwerlicher Weg.

Semeru

Die jüngsten Schäden stehen im Zusammenhang mit der weiterhin hohen Aktivität des Mount Semeru, der allein gestern 96 Mal explosiv eruptierte. Dabei war das Wetter in den Morgenstunden noch gut und die Eruptionen konnten mittels der AFAR-TV-Livecam beobachtet werden, wobei der Livestream auch langanhaltende Explosionsgeräusche übermittelte. Die Eruptionen erzeugten bis zu 700 m hohen Ascheauswurf.

Die indonesische Vulkanologiebehörde PVMBG hält den Alarmstatus Stufe III (Siaga) aufrecht und warnt eindringlich vor Aktivitäten entlang der Flussläufe, die vom Gipfel des Vulkans ausgehen.

Insbesondere die Flüsse Besuk Kobokan, Besuk Bang und angrenzende Nebenarme gelten als hochgefährdet, da sich dort Lava, Schlamm und Geröll über viele Kilometer talwärts bewegen können. Behörden schließen nicht aus, dass bei anhaltenden Regenfällen weitere Infrastrukturschäden entstehen.

Lokale Katastrophenschutzbehörden (BPBD Lumajang) prüfen derzeit den Bau provisorischer Übergänge und haben Anwohner aufgefordert, gefährdete Zonen zu meiden. Priorität haben laut Behörden die Sicherung von Schulwegen sowie die Wiederherstellung grundlegender Mobilität zwischen den Distrikten.

Spektakulärer Ausbruch eines Schlammvulkans in Aserbaidschan

Ausbruch am Schlammvulkan Hamari ließ Flammen mehrere Hundert Meter hoch in die Luft schießen.

Im Rayon Hacıqabul in Aserbaidschan ist es gestern Nachmittag zu einem Ausbruch des Schlammvulkans am Harami dağı gekommen. Wie lokale Medien unter Berufung auf APA berichten, dauerte die eigentliche Eruptionsphase nur wenige Minuten, war aber dennoch spektakulär: Bilder dokumentieren, wie mehrere hundert Meter hohe Flammen in die Luft schießen Der Ausbruch war deutlich von der Baku-Gazakh-Magistrale sowie aus mehreren umliegenden Dörfern zu beobachten.



Schlammvulkan
Schlammvulkan am Harami Dağı

Die Eruption des Schlammvulkans löste zudem Erdbebensignale aus, die von seismischen Stationen des Russischen Zentrums für seismische Untersuchungen (RSSS) der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans registriert wurden. Nach Angaben der Abteilung für Erdbebenherddynamik verlief das Ereignis in einer einzigen Phase und dauerte insgesamt 13 Minuten. Die Herdtiefe wurde mit etwa drei Kilometern angegeben, die freigesetzte Energie auf 3,38 × 10⁶ Joule geschätzt. Berichte über Verletzte oder Sachschäden liegen bislang nicht vor.

Der Haramıdağı zählt zu den bekannten, aber nur episodisch aktiven Schlammvulkanen Zentralaserbaidschans. Er liegt im Übergangsbereich zwischen dem Kura-Becken und der südöstlichen Ausläuferzone des Großen Kaukasus, einer Region mit mächtigen Sedimentpaketen und hohem Erdgasgehalt. Historische Daten zeigen, dass Harami unregelmäßig eruptiert. Der letzte dokumentierte Ausbruch wird in wissenschaftlichen Katalogen auf die frühen 2000er-Jahre datiert; seither war der Vulkan über längere Zeit ruhig oder zeigte lediglich schwache Gas- und Schlammaustritte.

Typisch für Harami sind kurze, explosive Eruptionen, bei denen große Mengen Methan schlagartig freigesetzt werden. Entzündet sich das Gas, entstehen die spektakulären Flammensäulen, für die Schlammvulkane Aserbaidschans bekannt sind. Anders als bei magmatischen Vulkanen handelt es sich dabei nicht um Lava, sondern um brennendes Erdgas, das zusammen mit wasserreichem Schlamm an die Oberfläche gepresst wird. Das oben beschriebene Erdbebensignal dürfte mit der explosionsartigen Freisetzung einer größeren Gasblase in 3 Kilometern Tiefe zusammenhängen, die umliegendes Gestein des Gasreservoirs bersten ließ. Das Erdbeben hatte aber eine zu geringe Magnitude, um in den Listen des EMSC aufzutauchen.

Der aktuelle Ausbruch verdeutlicht die hohe geodynamische Aktivität der Region und bestätigt die Bedeutung des Harami-Schlammvulkans als eines der markanten geologischen Phänomene in Aserbaidschan.

In Mosambik treiben Fluten Hunderttausende in die Flucht

Fluten treiben Hunderttausende in Mosambik in die Flucht – schwerste Krise seit Jahren

Mosambik erlebt eine der schwersten humanitären Krisen der letzten Jahre. Ungewöhnlich lang anhaltende Monsun-Regenfälle führten im Süden und Zentrum des Landes zu massiven Überflutungen Seit Jahresbeginn wurden fast 400.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Besonders betroffen sind die Provinzen Gaza, Maputo und Teile Zentralmosambiks. Alleine in Gaza ist eine Fläche von der Größe Zyperns überflutet. Für viele Familien kam das Wasser über Nacht: Flüsse traten über die Ufer und Dämme hielten den Wassermassen nicht stand, ganze Dörfer wurden überflutet.

Überflutungen

Laut Berichten der Flüchtlingshilfswerke sind die Folgen der Überschwemmungen katastrophal. Familien flohen panisch in höher gelegene Gebiete und ließen Vorräte und andere Güter zurück. Berichte sprechen von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden, und von alten Menschen, die den Evakuierungen kaum folgen konnten. Personen mit Behinderungen wurden oft zurückgelassen. Gut 100.000 Betroffene leben derzeit in etwa Notunterkünften. Meistens wurden Schulen oder öffentliche Gebäude umfunktioniert. Diese sind überfüllt und bergen hohe Sicherheitsrisiken. Vor allem Frauen und Mädchen sind einem erhöhten Risiko von sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, viele benötigen dringend psychosoziale Unterstützung.

Die Flut trifft ein Land, das ohnehin mehrfach belastet ist. Im Norden Mosambiks dauert ein bewaffneter Konflikt an, der allein Ende 2025 mehr als 300.000 Menschen zur Flucht zwang. Wiederholte Zyklone, Tropenstürme und Dürren haben die betroffenen Regionen bereits in der Vergangenheit geschwächt. Humanitäre Organisationen stoßen daher an ihre Grenzen.

Die natürlichen Gegebenheiten des Landes verschärfen die Katastrophe zusätzlich. Große Teile Süd- und Zentralmosambiks liegen in flachen Küstenebenen, die von großen Flüssen durchzogen sind. Breite Schwemmlandgebiete wirken wie natürliche Sammelbecken. Starkregen in Kombination mit gesättigten Böden lässt das Wasser kaum abfließen. Diverse Klimaphänomene, die vom Klimawandel verstärkt werden, schaffen ungünstige Bedingungen und verstärken die natürlichen Regenfälle.

Mosambik steht am Limit seiner Belastbarkeit. Die Situation wird durch den von Präsident Trump angezettelten Austritt der USA aus dem UN-Flüchtlingshilfswerk verschärft, da wichtige finanzielle Unterstützung fehlt. Mir mutet es paradox an, dass die reichsten Menschen der Welt den Ärmsten Hilfe verweigern, nur um noch mehr Reichtum anzuhäufen, den weder sie noch ihre Familien jemals ausgeben können.

Island mit erhöhter Erdbebenaktivität am 30. Januar

Erhöhte Erdbebenaktivität an mehreren Vulkanen Islands – Schwarmbeben bei Reykjanestá

Auf Island werden aktuell wieder deutlich mehr Erdbeben registriert, als es in den letzten Wochen der Fall gewesen war. Zwar sind wir noch ein gutes Stück von früheren Maxima entfernt, doch immerhin wurden innerhalb von 48 Stunden 173 Erschütterungen detektiert. Die meisten der Beben manifestierten sich in bekannten Vulkanzonen.




Island

Die stärkste Erschütterung der zwei Tage umspannenden Beobachtungsperiode wurde am Abend des 29. Januar um 19:37 Uhr registriert, als es rund 30 Kilometer west-südwestlich von Reykjanestá zu einem Erdbeben der Magnitude 3,1 kam. Es wurde ein Schwarmbeben ausgelöst, das gut 20 weitere Beben beinhaltete. Solche Erdbebenschwärme treten in dieser Region regelmäßig auf und sind meistens mit tektonischen Prozessen gekoppelt, die von Magmenbewegungen getriggert werden könnten.

Bereits am 28. Januar um 20:27 Uhr UTC wurde unter dem Mýrdalsjökull ein Erdbeben der Magnitude 3,0 aufgezeichnet. Ein vergleichbares Ereignis ereignete sich zuletzt am 29. Oktober 2025 mit einer Magnitude von 3,2. Auch dieses Ereignis war Teil eines Erdbebenschwarms, der bis heute anhält und aus 16 Erschütterungen besteht. Unter der nördlich gelegenen Torfajökull-Caldera bebte es 4 Mal.

Im Bereich des Vatnajökulls gab es einige Beben unter der Bardarbunga-Caldera. Interessant sind einige Erschütterungen im Bereich von Askja und Herdubreid. Hier war es in den letzten Wochen verhältnismäßig still. Die Bodenhebung scheint hier deutlich langsamer geworden zu sein. Am auffälligsten ist sie am Nordrand der Caldera. Allerdings könnten Schneemassen die Messungen verfälschen.

Auf der Reykjanes-Halbinsel ereigneten sich 47 Beben. Einige dieser Beben stammen noch von dem Schwarm bei Lambafell, der sich – wie berichtet – tags zuvor ereignet hatte. Dieser Erdbebenschwarm setzte am 27. Januar gegen 16:30 Uhr westlich von Þrengslin ein und brachte mehr als 200 Erdbeben hervor. Das stärkste davon ereignete sich um 2:01 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,0. Aktuell gab es die meisten Beben aber im Kysúvik-Bereich, während in der Svartsengi-Gegend nur sporadisch Beben festgestellt werden. Die Bodenhebung hier geht auf niedrigem Niveau weiter, nachdem es Anfang der Woche nach Stagnation ausgesehen hatte. Es besteht also doch noch die Möglichkeit, dass sich hier ein weiterer Vulkanausbruch ereignen könnte.

Kanlaon: Gasflammen als Warnung vor Vulkanausbruch

Vulkanologen sichten Gasflammen am Krater des Kanlaon – Sorge vor größerem Vulkanausbruch

Der auf der philippinischen Insel Negros gelegene Vulkan Kanlaon zeigt weiterhin deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Im Mittelpunkt der aktuellen Beobachtungen von PHILVOLCS-Vulkanologen stehen Gasflammen, die in den vergangenen Nächten mithilfe von Wärmebildkameras am Krater sichtbar wurden. Dabei handelt es sich um den Austritt stark überhitzter vulkanischer Gase, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, im Infrarotbereich jedoch wie flackernde Flammen erscheinen. Für Vulkanologen gelten diese Emissionen als wichtiges Warnsignal aus dem Inneren des Berges.

kanlaon
Kanlaon

Die Interpretation der Gasflammen ist für Vulkanologin Mari Andylene Quintia eindeutig: Sie weist in einem Statement gegenüber der lokalen Presse darauf hin, dass Magma in geringer Tiefe unter dem Vulkan vorhanden ist und kontinuierlich Gase freisetzt. Dieser Entgasungsprozess erhöht den Druck im vulkanischen System und kann sowohl zu plötzlichen phreatischen Explosionen als auch zu einem magmatischen Ausbruch führen. Ähnliche Phasen intensiver Gasfreisetzung wurden am Kanlaon bereits vor früheren Eruptionen beobachtet, zuletzt im Dezember 2024 sowie im Mai und Oktober 2025.

Die Messdaten von heute stärken die Einschätzung der Vulkanologin. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen fünf vulkanotektonische Erdbeben, was auf Bewegungen von Fluiden oder Magma im Untergrund hindeutet. Gleichzeitig wurde ein hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 2020 Tonnen pro Tag gemessen. Schwefeldioxid ist ein typisches magmatisches Gas und gilt als verlässlicher Indikator für eine offene Verbindung zwischen Magma und Oberfläche. Hinzu kommt eine bis zu 1500 Meter hohe, voluminöse Gas- und Dampfwolke, die vom Krater aufstieg und in nordöstlicher Richtung geweht wurde. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem, dass sich der Vulkankörper aufbläht, was ein klassisches Zeichen für Magmaansammlungen im Inneren des Vulkans darstellt.

Trotz der klaren Warnsignale ist der weitere Verlauf des Geschehens schwer vorherzusagen. Die Aktivität kann sich stabilisieren, aber auch kurzfristig eskalieren. Aus diesem Grund wiederholen die Behörden, dass das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone strikt verboten ist. Die aktuellen Gasflammen sind damit nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Kanlaon in einer kritischen Phase steht und größere Eruptionen folgen könnten.

Sabancaya eruptiert Aschewolken bis auf 7300 m Höhe

Erneuter Vulkanausbruch des Vulkans Sabancaya versetzt Region Arequipa in Alarmbereitschaft

Der Vulkan Sabancaya im Süden der peruanischen Anden ist erneut in eine Phase erhöhter Aktivität eingetreten. Am Freitagmorgen kam es um 7:18 Uhr zu einer Explosion, bei der Asche und vulkanische Gase freigesetzt wurden. Die Emissionen erreichten eine Höhe von rund 3.400 Metern über dem Krater und wurden durch die vorherrschenden Winde in südliche und südöstliche Richtung geweht. Infolge des Ereignisses bestätigte das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) die Aufrechterhaltung der Alarmstufe Orange.

Diese Eruption war das Startsignal anhaltender Tätigkeit, die beim VAAC Buenos Aires mehrere VONA-Warnungen auslöste, nach denen die Aschewolken eine Höhe von 7300 m erreichen und weiterhin in Richtung Süden.
Nach Angaben der Vulkanologen kann der Ascheausstoß die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden, insbesondere der Atemwege, verursachen. Zudem besteht die Gefahr von Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserressourcen. Betroffen sind unter anderem der Bezirk Huanca sowie weitere besiedelte Gebiete der Provinz Caylloma. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Schutzmasken und Schutzbrillen zu tragen, Wasserbehälter abzudecken und den Kontakt mit Ascheablagerungen möglichst zu vermeiden.

Die Erdbebentätigkeit am Sabancaya wird weiterhin durch eine Kombination aus vulkanotektonischen Erdbeben und langperiodischen Beben geprägt. Auf den Seismogrammen tauchen auch die seismischen Signale der Explosionen auf. Die Erdbeben deuten auf eine anhaltende Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hin. Laut IGP handelt es sich dabei um eine Erdbebentätigkeit, die für den derzeitigen Aktivitätszustand des Vulkans typisch ist. Hinweise auf eine unmittelbare Eskalation der eruptiven Situation liegen derzeit nicht vor.
Diagramm
Der Sabancaya ist nicht nur einer der aktivsten Vulkane Perus, sondern auch der höchste in Eruption begriffene Vulkan der Welt. Er erreicht eine Höhe von rund 5.976 Metern und liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Arequipa. Nach einer langen Ruhephase nahm seine Aktivität ab 2013 deutlich zu. Seit November 2016 befindet sich der Vulkan in einer nahezu kontinuierlichen Eruptionsphase mit regelmäßigen Explosionen, Ascheemissionen und erhöhter seismischer Aktivität. Diese langanhaltende, überwiegend moderate Aktivität macht den Sabancaya zu einem der am besten überwachten Vulkane der Anden.

Okmok: Starker Wind wirbelt Vulkanasche auf

VONA-Warnung am Okmok in Alaska – Kein Vulkanausbruch sondern Sturm

Starke Nordwinde um die Vulkane Okmok und Vsevidof, die auf der US-amerikanischen Insel Umnak (Aleuten, Alaska) liegen, haben bereits abgelagerte Vulkanasche und Staub hochgewirbelt und nach Süden verfrachtet. Diese Aschewolken sind deutlich auf Satellitenbildern zu erkennen. Der U.S. National Weather Service und das VAAC Washington haben daraufhin eine SIGMET-Warnung für Asche in Bodennähe herausgegeben und gibt eine maximale Wolkenhöhe von etwa 900 m über dem Meeresspiegel an.

Okmok
Okmok

Dieses Phänomen hängt nicht mit aktueller vulkanischer Aktivität zusammen, sondern entsteht bei starkem Wind in Verbindung mit trockenen, schneefreien Gelände­bedingungen im Umfeld von Okmok, Vsevidof und anderen Vulkanregionen Alaskas. Auf Umnak selbst findet derzeit keine Eruption statt. Vulkanasche, die durch Wind aufgewirbelt wird, gilt jedoch weiterhin als gefährlich, da sie Flugzeuge und Fahrzeuge beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden kann.

Der Okmok-Vulkan ist ein großer Schildvulkan mit einer breiten Caldera am nordöstlichen Ende von Umnak Island. Er gehört zum Aleuten-Inselbogen und eruptierte in historisch Zeiten mehrfach. Der letzte bestätigte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2008, als der Vulkan über mehrere Wochen Asche und Dampf ausstieß. Davor gab es 1997 kleinere Eruptionen. Seitdem gilt Okmok als ruhend, und es finden keine nennenswerten Ausbrüche statt.

Der aktuelle Status wird von der Alaska Volcano Observatory entweder als „Normal/Grün“ oder vorübergehend „Unassigned“ geführt, weil einige Überwachungsstationen derzeit nicht ausreichend Daten liefern. Es gibt keine bestätigten Anzeichen für bevorstehende Eruptionen wie erhöhte seismische Aktivität, deutliche Bodenverformungen oder Gasemissionen.

In der Region um Okmok wurden in den letzten Monaten mehrere kleine Erdbeben registriert (z. B. M 2,0–2,3 im Oktober und November 2025 sowie ein größeres Beben M 5,6 im Januar 2025), was typisch ist für den tektonisch sehr aktiven Aleutenraum, aber nicht zwingend auf bevorstehende vulkanische Aktivität am Okmok hindeutet.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.




Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.

Popocatépetl stößt während Vulkanausbruchs Asche aus

Verstärkte eruptive Aktivität am Popocatépetl – Aschewolke driftet in 6100 m Höhe nach Südwesten

Der Popocatépetl verstärkte nach einer relativ ruhigen Phase mit nur wenigen Eruptionen und keinem Tremor seine Aktivität deutlich: Laut einer VONA-Meldung vom VAAC Washington stieß der Vulkan heute Morgen um 07:08 UTC eine Wolke aus Vulkanasche und Gasen aus, die bei starkem Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 48 km/h bis auf eine Höhe von 6100 m aufstieg und nach Südwesten verfrachtet wurde. Auf dem Foto der Livecam ist zu sehen, wie schnell die Wolke niedergedrückt wurde. Bei Windstille wäre sie deutlich höher aufgestiegen.

Doch nicht nur der erneute Ascheausstoß bis auf FL 210 gibt Grund zur Annahme, dass der mexikanische Vulkan wieder aktiver wird, sondern auch der auflebende Tremor: Aus CENAPRED-Daten geht hervor, dass dieser gestern 62 Minuten lang aufgezeichnet wurde. Außerdem registrierten die Sensoren der Vulkanologen 51 Asche-Dampf Exhalationen.

Satelliten stellten in den letzten Tagen wiederholt Thermalstrahlung fest die es heute auf einen moderate Leistung von 16 MW schaffte. Ob sie von einem neuen Lavadom im Krater stammt oder von offener Lava im Förderschlot ist ungeklärt.

Auch wenn die Aktivität des Popocatépetl in den letzten Wochen niedriger als im vergangenen Jahr war, heißt das nicht zwingend, dass der Vulkan dabei ist, abzukühlen. Gewisse Fluktuationen in der Intensität eruptiver Tätigkeit sind bei einem daueraktiven Vulkan durchaus normal. Die Vulkanologen von CEAPRED sehen es genauso und lassen den Alarmstauts auf „Gelb Phase2“. Es gilt weiterhin ein Besteigungsverbot. Wer es ignoriert und bei der Besteigung es Vulkans erwischt wird, riskiert nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch öffentliche Bloßstellung, die einen Vulkanspotter natürlich adelt. Allerdings ist es in der Tat gefährlich, die Verbote zu ignorieren: Schon während des Aufstieges drohen Schuttlawinen und Steinschläge, die schon so mache einen Bergsteiger das Leben kosteten.