Unerwartet starke Polarlichter über Deutschland

Polarlichter über weite Teile Deutschlands sichtbar – auch von Oberhausen aus

Letzte Nacht war die Nacht der Nächte, zumindest was die Sichtbarkeit von Polarlichtern über Deutschland und speziell dem Ruhrgebiet betraf: Der starke Sonnensturm, über den ich bereits gestern berichtete, löste einen deutlich stärkeren geomagnetischen Sturm aus als prognostiziert. Statt einen KP von 7 zu haben, brachte er es auf einen KP 8,7, was in den oberen Atmosphärenschichten ein wahres Lichtfeuerwerk auslöste. Tatsächlich stimmten auch bei uns in Oberhausen die Wetterbedingungen, so dass ich zum ersten Mal von meiner Heimat aus ausgeprägte Polarlichter beobachten konnte.




Damit war ich nicht alleine, denn in den sozialen Medien wurden zahlreiche Polarlichtfotos geteilt. Mir wurden auch einige zugesendet, die ich hier nicht alle bringen kann, aber für die ich mich bedanken möchte.

Zusammen mit Leroy, der eigentlich gerade ins Bett gehen wollte, als ich einen Blick aus dem Fenster gen Himmel warf und ein rötliches Schimmern über den Dächern von Oberhausen wahrnahm, sprang ich in den Wagen und fuhr zur einzigen Erhebung weit und breit, die einen freien Blick auf den Nachthimmel des westlichen Ruhrgebietsrand ermöglicht: die alte Abraumhalde der Zeche Haniel im Grenzgebiet zwischen Oberhausen und Bottrop. Gegen 22:30 Uhr erreichten wir den Parkplatz und staunten nicht schlecht, als wir zwischen den Bäumen hindurch tatsächlich ein grünes Polarlichtband wabern sahen, wie wir es sonst nur von Island her kennen. Jetzt hieße es, Beine in die Hand nehmen und den schlammigen Pfad zum Haldengipfel hochstürmen, um freie Sicht auf das Spektakel zu haben. Eine Viertelstunde Später erreichten wir freies Terrain, genau in dem Moment, als sich das schönste Lichtband auflöste. Was für eine herbe Enttäuschung! Doch wenigstens glühte der Himmel im Norden noch farbenfroh, ein seltenes Naturspektakel für die ansonsten durch Lichtverschmutzung und Häuserfronten geblendeten Großstädter.

So schön die Himmelserscheinung eines Nordlichts auch ist, sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass ähnlich wie bei Vulkanen auch am Himmel und im Weltall Schöpfung und Zerstörung dicht beieinanderliegen können. Polarlichter sind Manifestationen ungeheurer Kräfte, die in der Lage sind, der menschlichen Zivilisation ernsthaften Schaden zuzufügen. Die Häufung von Polarlichtern in gemäßigten und sogar südlichen Breiten ist ein Zeichen dafür, dass die Sonne außergewöhnlich aktiv ist und uns noch weitaus stärkere Solarstürme schicken könnte, die Schäden an der Navigations-, Kommunikations- und Energietechnik hervorrufen könnten.

Schwere Wetter treffen Sizilien und Liparische Inseln

Umgestürzter Baum am Ätna auf Sizilien. © Rosario Catania

Schwere Unwetter treffen Sizilien – Liparische Inseln zeitweise von Fährverbindungen abgeschnitten

Sizilien steht im Zentrum einer schweren Unwetterlage, deren Höhepunkt am Dienstag erreicht wird. Der italienische Zivilschutz hat für weite Teile der Insel sowie für Sardinien und Kalabrien die höchste Warnstufe „Rot“ ausgerufen. Besonders betroffen sind die östlichen Landesteile Siziliens sowie die ionische Küste Kalabriens. Auch die Liparischen Inseln sind deutlich von den Auswirkungen des Sturmsystems betroffen. Am Ätna wütet der Sturm so stark, dass bereits Bäume abknickten, die zuvor schon Opfer von Waldbränden wurden.




Seit den frühen Morgenstunden kommt es auf Sizilien zu intensiven und teils anhaltenden Regenfällen, die lokal zu Überflutungen und Erdrutschen führten, von denen auch Straßen blockiert wurden. Dadurch kam es zu starken Verkehrsbehinderungen. In mehreren Gemeinden mussten Straßen komplett gesperrt werden. Die Feuerwehr verzeichnete zahlreiche Einsätze, unter anderem wegen überfluteter Unterführungen, umgestürzter Bäume und feststeckender Fahrzeuge. In besonders gefährdeten Gebieten blieben Schulen vorsorglich geschlossen.

In Küstennähe verschärft sich die Lage zusätzlich durch starke Scirocco-Winde, die in Böen Orkanstärke erreichen können. Entlang exponierter Küstenabschnitte wird vor Sturmfluten und starkem Seegang gewarnt. Häfen sind nur eingeschränkt nutzbar, der Schiffsverkehr ist stark beeinträchtigt.

Die Auswirkungen des Unwetters sind auch auf den Liparischen (Äolischen) Inseln deutlich spürbar. Aufgrund des hohen Wellengangs und der starken Winde wurden Fähr- und Tragflächenbootverbindungen von und nach Milazzo zeitweise eingestellt. Damit waren (und sind noch) Inseln wie Lipari, Vulcano oder Stromboli vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über größere Sachschäden auf den Inseln liegen bislang nicht vor, die Einschränkungen im Verkehr treffen jedoch Bevölkerung und Touristen gleichermaßen und erschweren die Versorgung. Bei einem Unwetter in der letzten Woche kam es zu Überflutungen in den Hafenbereichen von Lipari und Vulcano, wo von den Wellen Mauern beschädigt wurden.

Die derzeitige Unwetterlage wird von einem ausgedehnten Tiefdruckgebiet nordafrikanischen Ursprungs verursacht, das feuchte Luftmassen nach Süditalien lenkt und sich nur langsam weiterbewegt. Die Energie stammt primär aus Temperaturgegensätzen in der Atmosphäre, bei denen kalte und warme Luftmassen kollidieren.

Der Zivilschutz ruft die Bevölkerung weiterhin zu äußerster Vorsicht auf. Auch in den kommenden Stunden bleibt die Situation insbesondere auf Sizilien angespannt.

Sol: Starker Sonnensturm am 19.01.2026

Starker Sonnensturm auf dem Weg zur Erde – Chancen auf Polarlichter in Deutschland?

Durch einen erdgerichteten koronalen Massenauswurf (CME) entfesselte sich heute ein starker X-Klasse-Sonnensturm, der durch den Weltraum auf die Erde zurast. Er wird voraussichtlich in den kommenden 24–48 Stunden bei uns eintreffen. Diese Plasmawolke entstand bei einer Sonneneruption auf der Sonnenoberfläche und trägt Milliarden geladener Teilchen samt zugehörigem Magnetfeld mit sich. Trifft ein solcher CME auf das Magnetfeld der Erde, kann er die Magnetosphäre stark stören. In so einem Fall spricht man von einem geomagnetischen Sturm.

Sonnensturm

Solche Stürme entstehen, wenn riesige Mengen Sonnenmaterial explosionsartig ins All geschleudert werden. Treffen diese Wolken frontal auf das Erdmagnetfeld, werden die Feldlinien verzerrt und elektrische Ströme in der oberen Atmosphäre erzeugt. Das kann Kurzwellensignale stören, Satellitenfunktionen beeinflussen oder – im Extremfall – sogar Stromnetze belasten. Gleichzeitig erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für ein spektakuläres Naturphänomen: das Polarlicht.

Polarlichter entstehen, wenn die energiereichen Sonnenpartikel in die Erdatmosphäre gelangen und dort auf Gasmoleküle treffen. Die Kollisionen regen die Moleküle an, die Licht in verschiedenen Farben abstrahlen: Das Spektrum reicht von klassisch grün bis rötlich und violett in höheren Atmosphärenschichten. In starken geomagnetischen Stürmen kann sich die Aurora so weit nach Süden ausdehnen, dass Polarlichter auch in mittleren Breiten sichtbar werden.

Doch wie stehen die Chancen für Beobachter in Deutschland? Laut aktuellen Modellprognosen ist zwar ein starker geomagnetischer Sturm möglich oder sogar wahrscheinlich, Polarlichter zeigen sich in Deutschland aber eher selten und ihre Beobachtung ist stark wetterabhängig. Für eine gute Sichtbarkeit benötigt es neben einer intensiven Sturmlage auch klaren Himmel ohne Bewölkung und einen erhöhten geomagnetischen Index (KP ≥ 6–7), damit sich die Aurora weit nach Süden ausdehnt. In der bisherigen Vorhersagelage für Deutschland gilt die Wahrscheinlichkeit derzeit eher als mäßig.

Dennoch könnten in norddeutschen Regionen Lichtschimmer sichtbar werden, vorausgesetzt, der Sonnensturm entwickelt sich wie prognostiziert und das Wetter spielt mit. Selbst wenn man mit bloßem Auge nichts oder wenig sieht, könnte ein Polarlicht auf langzeitbelichteten Fotos sichtbar werden.

Piton Fournaise: Eruption im Norden der Caldera hält an

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise geht weiter: Spalteneruption auf der Nordflanke

Der Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise, der gestern begann, geht auch heute weiter. Von den anfänglich 4 Eruptionsspalten sind noch mindestens zwei aktiv. Während die kleinste Spalte ihre Aktivität bereits einstellte, gibt es zu einer dritten Spalte widersprüchliche Nachrichten. Dem Ausbruch war eine seismische Krise mit schneller Bodenhebung vorausgegangen, die sich innerhalb weniger Stunden zu dem Ausbruch entwickelte. Die Aktivität bleibt bislang auf den unbewohnten Bereich der Enclos-Fouqué-Caldera beschränkt.




Die Eruption begann am Sonntagabend, dem 18. Januar. Ab etwa 19:42 Uhr Ortszeit wurde ein anhaltender vulkanischer Tremor gemessen. Wenige Minuten später zeigten die Überwachungskameras die ersten sichtbaren Anzeichen der Eruption. Die drei Eruptionsspalten öffneten sich nacheinander an der Nordflanke des Vulkankegels Dolomieu innerhalb der Enclos-Fouqué-Caldera. Der Prozess der Spaltenöffnungen dauerte ca. eine Stunde und war gegen 21:00 Uhr beendet. Die am weitesten talwärts gelegene Spalte liegt rund 700 Meter vom nördlichen Rand der Caldera entfernt.

Das OVPF hob die Warnstufe auf Alarm 2-1 an, was einem Ausbruch innerhalb des Naturschutzgebiets ohne unmittelbare Gefährdung von Bevölkerung oder Infrastruktur entspricht.

Am Morgen des 19. Januar war der Ausbruch weiterhin aktiv. Drei Spalten zeigten noch Aktivität, während eine Spalte in der Nähe des Piton Jacob heute Morgen inaktiv war. An den beiden aktivsten Öffnungen hatten sich durch anhaltende Lavaströme kleine Schlackenkegel aufgebaut. Die Lavafontänen blieben vergleichsweise niedrig und erreichten Höhen von maximal 20 Metern.

Die Lavaströme bewegten sich langsam über den Boden der Caldera. Gegen 6:28 Uhr Ortszeit lag die Front des Hauptstroms rund 600 Meter oberhalb der Grandes-Pentes-Verwerfung. Das Material bestand überwiegend aus zähfließender Lava. Mit Hilfe von Satellitendaten konnte die Förderrate in den vergangenen 24 Stunden auf Werte zwischen 2 und 27 Kubikmetern pro Sekunde abgeschätzt werden.

Auch seismisch bleibt der Vulkan aktiv. Zwar nahm die Stärke des vulkanischen Tremors nach einem ersten Höhepunkt am Abend ab, in den frühen Morgenstunden stabilisierte er sich aber auf einem mittelstarken Niveau. Zusätzlich werden weiterhin durchschnittlich rund zehn vulkanotektonische Erdbeben pro Stunde registriert. Nach Einschätzung des OVPF ist daher die Öffnung weiterer Spalten nicht ausgeschlossen. Sie könnten sich insbesondere weiter hangabwärts öffnen.

Pavlof: Erhöhung der Warnstufe

Vulkan Pavlof: Erdbebenschwarm sorgt für Erhöhung der Warnstufe

Der im US-Bundesstaat Alaska gelegene Vulkan Pavlof geriet in den letzten Tagen in den Fokus der Vulkanologen des AVO: Am 14. Januar registrierten Messstationen einen deutlichen  Anstieg langperiodischer Erdbeben unter der Ostflanke des Vulkans. Als Reaktion darauf erhöhte das Alaska Volcano Observatory die Vulkanwarnstufe auf „Achtung“ und den Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“.

Langperiodische Erdbeben gelten als möglicher Hinweis auf Magmabewegungen oder die Zirkulation vulkanischer Fluide im Untergrund. Entsprechend vorsichtig fiel die Einschätzung der Experten aus, zumal der Pavlof für überraschend einsetzende Ausbrüche bekannt ist. Visuelle Beobachtungen lieferten jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption. Weder Satellitendaten noch Webcam-Aufnahmen zeigten thermische Anomalien bzw. frische Ascheablagerungen oder sichtbare Veränderungen am schnee- und eisbedeckten Gipfelbereich.

Bereits zwei Tage nach Beginn der seismischen Unruhe ging die Erdbebenaktivität wieder auf das normale Hintergrundniveau zurück. Dennoch setzt das AVO die intensive Überwachung fort. In der Vergangenheit gingen ähnliche Signale sowohl eruptiven Phasen voraus als auch Episoden, die ohne Vulkanausbruch wieder endeten.

Der Pavlof ist ein 2.518 Meter hoher Stratovulkan und zählt zu den aktivsten Feuerbergen des Aleutenbogens. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden mehr als 40 Ausbrüche dokumentiert. Seine Aktivität ist überwiegend strombolianisch geprägt, mit gelegentlicher Produktion von Lavafontänen und Ascheemissionen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Besonders problematisch sind dabei Aschewolken, die Höhen von bis zu 15.000 Metern erreichen und eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellen.

Der Vulkan liegt rund 950 Kilometer südwestlich von Anchorage. Die nächstgelegene Ortschaft ist King Cove, etwa 48 Kilometer entfernt. Überwacht wird der Pavlof durch ein dichtes Netz aus seismischen und Infraschallsensoren, Satellitenbeobachtungen und Webcams. Ob die jüngste Unruhe ein harmloses Zwischenspiel war oder ein mögliches Vorsignal weiterer Aktivität, bleibt vorerst offen.

Sizilien: Mittelstarkes Erdbeben nahe der Nordküste

Sizilien. © EMSC

Erdbeben Mb 4,2 vor der Nordküste von Sizilien: Moderate Erschütterung von Anwohnern gespürt

Datum: 18.01.2026 | Zeit: 13:54:16 UTC | Koordinaten 38.039 ; 14,675 | Tiefe: 8 km | Mb 4,2




In den letzten Tagen gab es auf und um Sizilien herum mehrere mittelstarke Erdbeben. Die meisten ereigneten sich im Ionischen Meer östlich von Sizilien, aber auch die Ätna-Region geriet zusehends unter Spannungen. Gestern manifestierte sich nun in 8 Kilometern Tiefe ein Erdstoß der Magnitude 4,2 nahe der Nordküste. Das Epizentrum lag rund 13 Kilometer süd-südwestlich von Capo d’Orlando bei Milazzo und etwa 70 Kilometer nordwestlich von Catania, in der Provinz Messina. Milazzo ist als das Tor zu den Liparischen Inseln bekannt, wo die beiden Vulkane Vulcano und Stromboli liegen. Es gab insgesamt 12 Nachbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude 3,5.

Die Erschütterung wurde in weiten Teilen Nord- und Ostsiziliens wahrgenommen. Zahlreiche Einwohner des nächstgelegenen Dorfes Alcara Li Fusi berichteten von grollenden Geräuschen und deutlich spürbaren Vibrationen, klirrenden Fenstern, schlagenden Türen und schwankenden Gegenständen. Auch aus Städten wie Sant’Agata di Militello und Capo d’Orlando gingen Meldungen ein. Die vergleichsweise geringe Herdtiefe von etwa acht Kilometern verstärkte die Wahrnehmung an der Oberfläche.

Nach Angaben der Zivilschutzbehörden und lokaler Medien wurden bislang keine Verletzten oder größere Schäden gemeldet. Dennoch sorgte die plötzliche Erschütterung bei vielen Menschen für Verunsicherung, einige flüchteten aus Angst vor einem stärkeren Erdbeben aus ihren Häuser. Schulen, Verkehrswege und kritische Infrastrukturen blieben unbeeinträchtigt, wurden von Einsatzkräften aber auf Schäden untersucht.

Tektonisch liegt das betroffene Gebiet in einer der komplexesten Zonen des Mittelmeerraums. Nord-Sizilien befindet sich im Einflussbereich der Kollision zwischen der afrikanischen und der eurasischen Platte sowie der Dehnungsprozesse im Tyrrhenischen Becken. Das aktuelle Erdbeben wird nach Einschätzung von Seismologen nicht mit dem nahen Vulkan Ätna in Verbindung gebracht, sondern mit aktiven Störungszonen der oberen Erdkruste. Östlich des Erdbebengebiets liegt die bekannte Capo-d’Orlando-Verwerfung, die grob in Nord-Süd-Richtung verläuft und für die Entstehung des Vulkanismus der Liparischen Inseln mitverantwortlich ist. Sie gehört zu der Nebrodi-Peloritani-Übergangszone, an der sich zwei Gebirgsketten treffen, die mit zum Apennin gehören. Das Beben hat sich an einer dieser Randstörungen dieser Zone ereignet.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat am 18. Januar begonnen

Vulkanausbruch am Piton Fournaise – kurze aber intensive seismische Krise ging voran

Heute Abend ist auf La Réunion der Vulkan Piton de la Fournaise ausgebrochen. Die Eruption begann um 19:42 Uhr Ortszeit (15:48 Uhr UTC), nachdem um 16:34 Uhr eine seismische Krise eingesetzt hatte, die mit einer schnelle Bodenverformung einher ging. Daher hatten Beobachter mit einem baldigen Vulkanausbruch gerechnet. Ersten Beobachtungen und Analysen der Vulkanologen vom OVPF (Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise) zufolge öffnete sich eine Eruptionsspalte unbekannter Länge an der unteren Nordflanke des Kraterkegels Dolomieu innerhalb der Caldera. Die ersten Sichtungen des Ausbruchs erscheinen nur Minuten nach Eruptionsbeginn auf der OVPF-Webcam im Piton Partage.




Auf den ersten Bildern ist leider noch nicht viel mehr als eine rot illuminierte Wolke zu erkennen, da der Ort des Geschehens noch von einer dünnen Wolkenschicht bedeckt ist. Oft ziehen die Wolken während der Nacht ab, so dass bald bessere Aufnahmen erwartet werden können. Allerdings sind die LiveCams derzeit offenbar überlastet, so dass keine Verbindung aufgebaut werden kann.

Bereits seit Ende November 2025 gab es Anzeichen für ein Aufladen des Vulkans. Zunächst setzte langsame Inflation ein, die von vereinzelten vulkanotektonischen Erdbeben begleitet wurde. In den folgenden Wochen kam es zu 3 kurzen Schwarmbeben mit beschleunigter Bodenhebung, ohne dass es das Magma bis zur Erdoberfläche geschafft hätte – typische Vorgänge im Vorfeld einer Eruption, die am Fournaise oft zwischen 2 und 3 Wochen anhält. Ob es diesmal wieder so sein wird, ist ungewiss.

Drei Eruptionsspalten und ein Schlot öffneten sich am Piton Fournaise. © OVPF

Update 18:30: Während weitere Informationen der Vulkanologen auf sich warten lassen, werden in den sozialen Medien weitere Bilder von denjenigen geteilt, die eine Verbindung zu den LiveCams aufbauen können. Auf dem bis jetzt klarsten Foto ist zu erkennen, dass sich drei kurze Eruptionsspalten geöffnet haben, aus denen kleine Lavafontänen aufsteigen, die Lavaströme speisen. Ein einzelner Schlot scheint sich am rechten Bildrand zu befinden.

Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.

Chile: Waldbrand zerstört Vegetation auf 300 Hektar

Waldbrand in Chile – Feuer vernichtet Vegetation auf mehr als 300 Hektar Fläche

In Chile wütet aktuell eine neue Welle schwerer Wald- und Vegetationsbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region del Biobío, wo ein Feuer nahe Concepción außer Kontrolle geraten ist. Entlang der Ruta 152 in Richtung Chillán bot sich Autofahrern gestern ein apokalyptisches Bild, als Flammen direkt neben der Fahrbahn aufloderten und dichter Rauch die Sicht behinderte. Nach Angaben der Behörden wurden durch dieses Feuer bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört. Es wurde die Alarmstufe Rot verhängt und mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiten unter extremen Bedingungen.




Penco

Auch in anderen Teilen Chiles sind Brände aktiv. Ein verheerender Waldbrand bei Penco hat sich in den letzten Stunden massiv ausgedehnt und bedroht mehr als 3000 Häuser. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen, dass die Flammen bereits auf Gebäude übergegriffen haben, und dokumentieren den verzweifelten Kampf von Bewohnern und Feuerwehr gegen die Feuersbrunst.

Seit Dezember letzten Jahres brannte die Vegetation auf fast 4000 Hektar Land ab. Mindestens 2 Personen starben infolge der Feuer, 10 wurden schwer verletzt. Fast 160 Personen erlitten leichtere Verletzungen und Rauchvergiftungen. Es kam zu infrastrukturellen Schäden, Straßensperrungen und Evakuierungen, von denen fast 3000 Personen betroffen sind.

Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und starkem Wind begünstigt eine schnelle Ausbreitung der Feuer. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: ausgedehnte Forstplantagen mit leicht entzündlichen Baumarten, trockene Vegetation nach niederschlagsarmen Monaten und menschliche Einflüsse wie fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

Parallel dazu kämpft auch Patagonien auf argentinischer Seite mit schweren Bränden, etwa in den Provinzen Chubut und Río Negro. Zwar stehen diese Feuer nicht in direktem Zusammenhang mit den Bränden in Zentralchile, doch sie zeigen ein ähnliches Muster und sind großflächiger Trockenheit, starken Winden und extremer Sommerhitze geschuldet. Meteorologen sprechen von einer regionalen Häufung von Extremereignissen im südlichen Südamerika.

Eine mögliche übergeordnete Rolle spielt das Klimaphänomen La Niña. Dabei kühlen sich Teile des tropischen Pazifiks ab, was globale Wetterzirkulationen verändert. In Südamerika kann La Niña zu trockeneren und heißeren Bedingungen führen, insbesondere in Chile und Teilen Argentiniens. In Australien hingegen wird es feuchter, was sich dort aktuell in Überschwemmungen manifestiert. Zwar gilt das aktuelle Signal als eher schwach und unsicher, doch selbst geringe Abweichungen können Wetterextreme deutlich erhöhen.